Kriegerkönigin

  • Kirisha


    Der Teil ist eher ruhig und zwischen den Aktionen.


    Wir haben insgesamt zwölf – pardon, nur elf – Flugpferde

    Ich finde das sind ganz schön wenig Flugpferde für über 2000 Soldatinnen. Wenn es wirklich nur so wenig davon gibt, wie pflanzen die sich dann gesund fort? Und müsste die Königin dann nicht noch viel wütender auf Murissa sein, dass sie eins gestohlen hat?


    Fehler 25

    Das markierte Zielobjekt befindet sich mehr als 1000 Schritt entfernt

    Ich finde das richtig gut :thumbsup: . Ich finde das super wenn Magie auch ihre Beschränkungen hat und nicht so allmächtig ist .


    Das ist alles von mir, ich finde es klingt gut und liest sich passend.

  • Hey Kirisha :)


    Ich kann mir nicht helfen, aber so richtig, will ich mit diesem Penthesilea-Part nicht warm werden. Es würde mir wahrscheinlich besser gefallen, wenn sich hier hier etwas mehr Spannung aufbauen könnte, wenn sich die Charaktere etwas nachvollziehbarer verhalten würden, wenn sie geplanter vorgehen würden usw.


    Ein paar Anmerkungen dazu packe ich dir noch in den Spoiler. Ich hoffe, es klingt nicht zu negativ. Das beruht hauptsächlich auf meinem Bauchgefühl :pardon:



    LG,

    Rainbow

  • Hallo ihr Lieben,

    nun bin ich doch etwas am Rotieren und musste mir das in der Nacht erstmal alles durch den Kopf gehen lassen.


    Litu


    Rainbow

    Meine Geschichten: * Meermädchen * Kriegerkönigin *

  • Also, wieso muss Penthesilea eigentlich alles bei diesem Feldzug selber machen? Sie muss jetzt das Tor oeffnen, die Kundschafter nachher anfuehren, Murissa finden und verhoeren - es muss doch Untergebene geben die auch was machen koennen, hat sie nicht eine Spiritistin dabei die sich um dieses verflixte Tor kuemmern kann?


    Ich verstehe ja irgendwie dass sie die Faeden in der Hand behalten will, aber hier verzettelt sie sich gerade famos...

    Über solche Peinlichkeiten sind wir Amazonen erhaben, will ich doch sehr hoffen!

    Das ist irgendwie der runnig gag der Geschichte, oder? Die Amazonen machen regelmaessig mit Maennern rum wenn sie denn welche finden und gefangen nehmen - und Penthesiela regt sich dann drueber auf.


    Inzwischen sollte sie ja ein realistischeres Bild von ihrer Truppe haben...

    Oder... indem ich die Strahlung schockgefrieren lasse?

    Nun ja, wie gesagt, das Magiekonzept ist nicht so meins... :|

  • Thorsten

    Also ihr Lieben. Ganz vielen Dank für eure vielen Vorschläge und Anmerkungen. Ich hatte ehrlich gesagt nicht so viel Lust, dieses Kapitel jetzt noch ein drittes Mal umzuschreiben, aber zuletzt hat es mir dann auch nicht mehr gefallen und ich habe nun alles umgestellt und ziemlich viel neu geschrieben. Also das gesamte Kapitel.

    Ich weiß, dass es ziemlich langweilig ist, das alles nochmal zu lesen, aber vielleicht habt ihr ja Lust.

    Die Hauptänderung ist, dass der Aufbau des Kapitels jetzt nicht mehr 1-sie stehen vor dem Tor 2 - sie diskutieren über das Hexenland und 3 - Penthesilea öffnet das Tor ist, sondern jetzt öffnet Penthesilea zuerst das Tor und danach folgt die Diskussion über das Hexenland. Ich denke, so ist es logischer. Man diskutiert ja nicht über ein Land, bevor man überhaupt weiß, ob man es schafft da hinzukommen.

    Die zweite größere Änderung, Penthesileas Plan ist nun anders. Sie versucht nicht mehr alles mögliche zu planen, was man so alles auskundschaften sollte - denn sie haben nicht die Zeit dazu und ich würde es niemals schaffen, das alles plausibel zu beschreiben. Deswegen: Es wird hier nicht perfekt gekundschaftet, sondern die Göttin wird sie führen. Punkt!

    Ich finde, die Änderung hat sich auf jeden Fall gelohnt! Mal sehen, wie ihr das findet!

    Hier ist nun das geänderte Kapitel:


    Anfang Kapitel 2

    Kapitel 2.1


    und hier geht es weiter:


    2.2 Das Gedankentor

    Ich lasse mein Zepter los und gehe nahe an den Magiebaum heran. Langsam lege ich beide Hände auf seinen äußeren Stamm – er fühlt sich kühl und glatt an wie Glas. Sobald ich meine Augen schließe, katapultiert es mich in eine mörderische Dunkelheit hinein, deren Eiseskälte meine Glieder fesselt und meine Gedanken auslöschen will. Nur einen Wimpernschlag lang nachgeben und alles in mir wäre nur noch Stille ...

    Nein! Ich muss hindurch! Brauche Wärme, damit ich nicht erstarre. Was wärmt mich denn? Der Kriegszug, für den ich brenne, den ich um jeden Preis gewinnen muss! Ich spüre Energie in meine Adern schießen, doch die übermächtige Welt voller Kälte bremst sie aus, will mich lahmlegen. Nicht heiß genug. Etwas anderes ... meine Tochter. Sie ist mein Herz, das Wunderbarste, das mir geschenkt wurde. Ihre verletzliche Gestalt und ihre lebhaften Blicke vor meinen Augen zu sehen erfüllt mich mit tiefer Zärtlichkeit und schafft eine ruhige und bis in alle Poren dringende Wärme, die sogar die Eismauer nicht ersticken kann und die kleine Ritzen in ihr erzeugt.

    Nun höre ich das Verderben.

    Ich bin umgeben von Todesangst. Ertrinkende strecken ihre Hände nach mir aus. Tödlich verwundete Kinder versinken mit zum Schrei geöffneten Mund in den Tiefen. Ich spüre die Strömung hinter ihrem Rücken, die sie gespürt haben, fühle Reißzähne sie in den Rücken beißen, Krallen ihre Leiber zerfetzen. Flucht! Mit machtvollen, wuchtigen Schlägen ihrer Schwanzflossen jage ich vorwärts, wende und tauche in abenteuerlichem Tempo in die Höhe – doch sie sind auch vor mir: Schwarzschuppige Bestien mit riesenhaften Eckzähnen und Krallen an den Vorderflossen! Fast jede dieser Seelen, die mich umgeben, hat sie gesehen, ist von ihnen überfallen, gejagt und gerissen worden. Sie zittern noch immer, versuchen noch immer zu entkommen, denn es ist noch Leben in diesen Seelen. Sie sind nicht tot – doch leben sie auch nicht mehr, denn ihre Körper haben sie verloren, wurden von ihnen getrennt. Ich sehe einen Wassermann mit breitem Oberkörper und Vorderflossen groß wie Flügel – er erinnert mich an eine Flunder. Unter seinen Flossen verbergen sich Arme, ausgerüstet mit einem langen Speer, unseren Harpunen ähnlich. Er stößt seine Harpune einer schwarzschuppigen Bestie in die Seite und reißt ihr eine tiefe Wunde, deren Blut sich wie eine rote Wolke im Wasser verteilt. Doch stürzt der Unhold nicht zu Boden. Er hechtet vorwärts und schlägt dem Angreifer seine enormen Krallen in den Leib. Das letzte, was der Wassermann sieht, ist die gewaltige Fresse mit den aufgerissenen Hauern vor seinen Augen. Immer mehr solche Bilder überrollen mich von allen Seiten.

    Sie schreien nicht, das Eis erstickt ihre Laute, aber ich höre ihre Angst. Ein Meeresfriedhof von Sterbenden, die mich um Rettung anflehen. Sogar aus den sumpfigen Tiefen zu meinen Füßen heben sich noch wasserumwogte Grabsteine und strecken sich skelettierte Hände nach mir aus. Ich begreife: Ich befinde mich mitten im Eisberg, der erschaffen wurde aus Seelen von Sterbenden. Seelen seltsamer Meeresbewohner, deren Gestalten ich in ihren Gedanken erkenne. Bis jetzt haben sie geschlafen, denn das ewige Eis hielt sie im Dämmerschlaf, doch ich weckte sie, als ich den Berg öffnete. Darum hoffen sie auf Rettung, auf ein neues Leben. Das ich ihnen nicht geben kann. Euer Tod war nicht sinnlos, ihr schützt euer Land, versuche ich zu denken, ihnen zu übermitteln. Eure Seelen bilden eine magische Grenze, die Feinde abschirmt. Hören sie mich? Oh ja. Immer lauter wird ihre Angst, aufgeregter ihre abgehackten Bewegungen, immer mehr wanken auf mich zu. Lass uns heraus! Wir wollen leben! Ihre Qualen ergreifen mich. Ich weiß, dass ich diese Toten nicht mehr erlösen kann, doch wünschte ich, ich könnte... Schlimmer: Es kommt mir vor, als griffen sie nach meinem Herzen und wollten auch mich in ihre Finsternis reißen.

    Aber ich muss aushalten. Indem sie auf mich zu gehen und dabei aus ihrer Starre herausgerissen werden, öffnen sie den Berg. Ihre Hoffnung schafft meinen Leuten einen Durchgang. Ich muss solange vorwärts schreiten, an hunderten und aberhunderten von gequälten Geistwesen vorbei, die nach mir hungern, die mich festhalten wollen, aber – zu meinem Glück – nicht können. Nicht so lange ich die Wärme in mir aufrecht halten kann. Endlich komme ich an einen Punkt, an dem es endet. Eine Wand, welche die Meergeister – oder sind es keine Geister? – nicht überwinden können. Dies ist vermutlich der Ausgang auf die andere Seite. Ich dränge hinein, spüre Widerstand. Weiter. Die Anstrengung lässt mich zittern, doch wenigstens verhallen die lautlosen Schreie der Seelen. Dann: ein warmer Windhauch. Bin ich drüben? Es scheint so. Unser Tor ist offen!

    Zeit für mich zurückzukehren. Doch vorher muss ich dafür sorgen, dass der Durchgang hinter mir geöffnet bleibt. Die Seelen einfrieren, bevor sie sich in meinem Tor wieder zusammendrängen! Wenn ich sie festfriere, wo sie jetzt sind, beende ich damit nicht auch ihre Qual? – Ein Schrecken ergreift mich. Wenn ich die Kälte zulasse, sie freiwillig eindringen lasse, gehe ich das Risiko ein, selbst ebenfalls zu erfrieren! Eine von ihnen zu werden!

    Ich bin wieder im Berg. Schon überfallen mich die Seelen von Neuem, flehen, überfluten mich mit Bildern von Tod und Verderben.

    Kälte erzeugen, die die Toten bindet, aber mich lebendig hält? Vielleicht sollte ich nun an den Kampf denken, der mir bevorsteht, von dem ich schon träumte. An unseren Feldzug. Die Seelen fürchten den Kampf, bringen ihren Tod damit in Verbindung. Für mich ist er dagegen das Leben. Ich rufe mir die Schlacht vom letzten Jahr in Erinnerung, will an die Bilder denken, wie ich ihren König abschlachtete. Über mir sehe ich einen Felsen auftauchen. Mitten in dem Wirbel schwebt er auf mich zu. Darauf steht ein Krieger. Doch es ist nicht der König vom letzten Jahr. Es ist ein Untoter wie die anderen, denn er hat kein Gesicht. Aber sein Anblick trifft mich wie Gift, das durch alle meine Adern ätzt und erst meine Zehen, dann meine Knöchel und Stück für Stück immer mehr von mir zerstört. Ich kenne ihn. Der Krieger von damals. Der Mann, den ich von allen am meisten hasse. Augen hatte er wie der Ozean und er riss mich in die Tiefe. In einen Strudel, aus dem ich bis heute nicht heraus komme. Warum gelingt es mir nicht, den Gedanken an ihn zu töten? Ich muss ihn vernichten, bevor er mich endgültig zerstört.

    Ich schleudere eine Feuerkugel gegen ihn. Sie ist gewaltig, groß wie eine Kutsche, und sie erwischt ihn. Wie ein Vulkanausbruch schleudert sie ihn in die Luft und mit solcher Gewalt gegen einen Felsen, dass ich seine Knochen splittern und den ganzen Felsen krachen höre. Dann fällt er zu Boden. Nur noch ein Stück Fleisch, über dem gerade die Flammen verlöschen, das Eis wird ihn holen und gefrieren und mit ihm alle Seelen, die glauben getroffen zu sein. Ich reiße meine Hand mit dem Schwert hoch. Endlich! Ich habe es geschafft! Laut will ich meinen Triumph verkündigen, doch etwas hemmt mich. Ich weiß nicht, was es ist.

    Meine Schritte bewegen sich zu dem Erzeuger, den ich gerade besiegt habe. Auf seinen pechschwarzen Haaren, die dieselbe Farbe haben wie meine, trägt er meinen amazonischen Hörnerhelm. Er hat auch dunkle Augen, dieselben wie ich, und eine zierliche, fast schmächtige Statur.

    Bei der großmächtigen Kamamé!

    Das ist nicht er.

    Ich selbst liege vor dem Felsen.

    Mit blutigem, zerschmettertem Körper.

    Ruckartig springe ich auf, stürze in die Wirklichkeit zurück als käme ich aus einer anderen Welt, einem wahr gewordenen Albtraum. Im ersten Moment kann ich nicht zuordnen, wo ich mich befinde. Das Zelt. Der türkisfarben flirrende Baum. Die enorme Strahlung um mich herum, die mich so blendet, dass mir sowohl das Zelt als auch der Baum wie Zerrbilder erscheinen. Keuchend reiße ich die Leinentür auf und renne nach draußen. Aus meinem Zelt heraus entspringt ein Strahl aus grünem Licht, dick wie ein Haus, walzt sich durch das Lager und wie ich annehme, bis zu dem Eisberg hin. Das Tor sollte jetzt offen sein. Ich versuche meinen keuchenden Atem zu dämpfen, meine vibrierenden Nerven zu beruhigen.

    Alles in Ordnung.

    Das sind nur die Nebenwirkungen dieses verdammten Zaubers.

    „Folgt dem grünen Strahl!“, befehle ich, während ich meine Beine in Bewegung setze und renne, um Zelte und grasende Pferde herum, immer dem Licht nach. Meine Leibwächterinnen und die Generälinnen, die draußen warteten, schließen sich mir an, wir überqueren den bewaldeten Hügel und schon stehen wir vor dem himmelhohen Berg.

    Es sieht auf den ersten Blick nicht wie ein Tor aus. Eher als kröche eine monströse grüne Schlange von den Dimensionen eines Flusses gerade durch den Eisberg hindurch. Die Wassergeister scheinen genauso überrascht wie wir. Entsetzt weichen sie vor der türkisgrünen Erscheinung zurück und machen uns den Weg frei.

    Meine Geschichten: * Meermädchen * Kriegerkönigin *

  • Kirisha

    Ich finde deine Überarbeitung haben sich gelohnt. Die beiden vorherigen Teile sind deutlich flüssiger.

    Hoffentlich haben sie Hirn genug, unauffällig zu bleiben, auf mögliche Gefahren zu achten und sich nicht von den Einwohnern des uns unbekannten Landes einfangen zu lassen!

    Diesen Absatz würde ich weglassen, die Königin hat doch ihre Späherinnen ausgesucht. Sie haben schon mehrere Feldzüge miteinander beschritten, da wird sie doch die besten ausgesucht haben und die wissen wie man sich zu verhalten hat. Ich an ihrer Stelle hätte eher Sorge, dass zwei meiner besten Späherinnen in einem anderen Land sind und ich das Tor nicht geöffnet bekomme und die beiden nicht mehr zurückkommen können...


    Das letzte, was der Wassermann sieht, ist die gewaltige Fresse mit den aufgerissenen Hauern vor seinen Augen

    Hier finde ich sprachlich das Wort Fresse etwas unpassend. Zu modern, da denke ich an jemanden der sozial benachteiligt ist und das passt irgendwie nicht in deine magische Welt.


    Mir ist es etwas schwer gefallen ihre Erfahrungen in/mit dem Magie Baum zu folgen. Es war für mich nicht ganz klar: wann befindet sie sich im Zelt und wann im Berg? Das letzte Mal ist sie doch beim Seelensprung dem Strahl entlang gefolgt. Das war für mich als Leserin ganz angenehm da konnte ich dem besser folgen. Auch ist mir nicht klar inwieweit das was sie sieht Phantasie ist oder tatsächlich ihren Körper treffen könnte. Die Geschichten der toten fließen etwas ineinander. Das könntest du für mich noch ein bisschen klarer abgrenzen, oder deutlicher schreiben, dass wir hier nur Teile von einzelnen Szenen zu sehen bekommen. Ansonsten finde ich das aber gut gelungen und auch dass sie erstmal das Tor öffnet finde ich gut.

  • Hey Kirisha,


    ja, die Überarbeitung gefällt mir. Und auch der neue Teil liest sich für mich in großen Teilen sehr spannend und abenteuerlich. Die Schilderung, wie Penthesilea den Baum berührt und sich seiner vernichtenden Magie stellt, hast du toll beschrieben. Wenn ich zuletzt auch nicht ganz kapiert habe, wie es ihr nun gelungen ist, den Durchgang einzufrieren ... aber das wahrscheinlich auch irgendwie nebensächlich.

    Hier noch ein bisschen Kleinkram und Gedanken beim Lesen:

    Ich muss also nicht nur versuchen, ein Tor zu öffnen, sondern es auch offen halten, damit wir später wieder zurück kommen können.

    Allerdings reicht es diesmal nicht, nur eine Tür in das fremde Land zu öffnen. Wir wollen später ja auch wieder zurückkommen. Deshalb darf ich nicht zulassen, dass sich die Tür nach der Öffnung wieder verschließt – sie muss offen stehen bleiben.

    Die beiden Textstellen klingen inhaltlich sehr ähnlich. :hmm: Vielleicht kann man das irgendwie zusammenfassen?



    Tödlich verwundete Kinder versinken mit zum Schrei geöffneten Mund in den Tiefen.

    das klingt für mich seltsam...vielleicht "mit zum Schrei geöffneten Mündern" (?)...weil, es sind ja mehrere... :hmm:


    Ich spüre die Strömung hinter ihrem Rücken, die sie gespürt haben, fühle Reißzähne sie in den Rücken beißen, Krallen ihre Leiber zerfetzen.

    Den Satz könntest du dir noch mal vornehmen. Der liest sich für mich noch nicht rund. Und: welche "Strömung" meint sie? :hmm: .... Fühle Reißzähne sie in den Rücken beißen...das klingt für mich umständlich.


    Vielleicht: Ich spüre die vernichtende Strömung, die sie umgibt, fühle den Schmerz, der ihnen zugefügt wurde. Reißzähne und Krallen, welche ihre Leiber zerfetzen...blabla (irgendwie so)


    Mit machtvollen, wuchtigen Schlägen ihrer Schwanzflossen jage ich vorwärts,

    Das hab ich erst nicht ganz kapiert. Penthesilea jagt mit den Schwanzflossen der Ertrinkenden vorwärts?

    Ich glaube, zu ahnen, was du sagen möchtest, aber so ganz gelingt es mir doch nicht.


    Immer mehr solche Bilder überrollen mich von allen Seiten.

    solcher (?)


    LG,

    Rainbow

  • Vielen lieben Dank für eure tollen Kommentare!

    Ja, ich habe leider das Gefühl, dass es immer noch nicht richtig rund ist und muss es deshalb wohl nochmal umschreiben. Hab es jetzt noch nicht gemacht, denn ich überlege noch etwas daran herum.

    Aber eure Hinweise sind dabei für mich sehr sehr hilfreich, deshalb bin ich sehr froh darüber!


    Litu

    Rainbow


    Thorsten

    Meine Geschichten: * Meermädchen * Kriegerkönigin *

  • Zu 2.2:


    Das find ich im Grossen und Ganzen sehr eindringlich geschrieben - Du pendelst irgendwie zwischen einer total trockenen Windows-User-Handbook Magie und diesem visionaeren Erleben hin und her... dieser Pol gefaellt mir deutlich besser.


    Was ich mich trotzdem frage - die letzten Male hat Penthesilea doch das Tor geoeffnet ohne dass sie viel Erleben dabei hatte (um nicht zu sagen, sie hat nicht mal gemerkt dass sie ein Tor geoeffnet hatte) so dass Muru durchkonnte. Wieso ist das jetzt anders, wieso kommt jetzt ein epischer Kampf um Waerme mit den Seelen der Toten?


    Ich spüre Energie in meine Adern schießen, doch die übermächtige Welt voller Kälte bremst sie aus, will mich lahmlegen.

    'ausbremsen' finde ich hier einen schraegen Ausdruck, Energie kann man nicht ausbremsen...

    Ich bin umgeben von Todesangst. Ertrinkende strecken ihre Hände nach mir aus. Tödlich verwundete Kinder versinken mit zum Schrei geöffneten Mund in den Tiefen. Ich spüre die Strömung hinter ihrem Rücken, die sie gespürt haben, fühle Reißzähne sie in den Rücken beißen, Krallen ihre Leiber zerfetzen.

    Sehr schoen!

    , ist die gewaltige Fresse mit den aufgerissenen Hauern vor seinen Augen.

    Fresse? Keine Ahnung wie das auf andere wirkt, ich find' das hier unfreiwillig komisch...

  • Thorsten

    Was ich mich trotzdem frage - die letzten Male hat Penthesilea doch das Tor geoeffnet ohne dass sie viel Erleben dabei hatte (um nicht zu sagen, sie hat nicht mal gemerkt dass sie ein Tor geoeffnet hatte)

    Oh, da ist ja schon einiges passiert, wenn sie den Magiebaum berührt hat, nur war ihr da nicht bewusst, dass es sie in den Gedankenberg hineinschleuderte. Ich schau mir die vorherige Passage aber nochmal an und versuche, da etwas auszubessern, dass es im Nachhinein dann erklärt.


    Das Wort "Fresse" nehme ich raus!


    Also, ich habe mich jetzt entschieden, schon mal die Fortsetzung des Kapitels zu posten, obwohl ich in dem vorherigen Part noch etwas ändern werde. Das sollte aber an der Fortsetzung nichts ändern.

    2.2 Das Gedankentor

    Allerdings wagt keine meiner Kriegerinnen, das Tor zu betreten. Sie müssten ja mitten durch das grüne Licht gehen. Es tropft auch im Durchgang ... sollte dort nicht Eis sein? Habe ich es nicht geschafft, die Seelen festzuhalten? Dieser Weg darf sich nicht wieder verschließen, wenn das Licht versiegt!

    Ich muss es noch einmal versuchen.

    Die Geister einfrieren. denke ich entschlossen. Noch immer spukt mir der widerwärtige Reiter auf dem Felsen im Kopf herum, sehe ich mich selbst als Leiche irgendwo zu meinen Füßen im Grenzfluss treiben, aber ich zerquetsche die Bilder in meinem Hirn.

    Lass dich nicht irre machen.

    Meine Finger gleiten zu meinem Smaragdzepter, das ich am Gürtel bei mir trage, und entzünden es. Dieses Kelachtid besteht aus derselben Energie wie der Magiebaum, derselben wie der Berg. Mein Energiefeld lenke ich direkt auf die Stelle, wo die Schlange aus Strahlung den Berg berührt. Es knackt und knistert. Kälte, stoße ich zwischen den Zähnen hervor, begreife aber gleichzeitig, dass dieser Befehl nicht ausreichen wird. Weil ich die Kälte auch tatsächlich fühlen, sie in meinen Gedanken produzieren muss.

    Wie stelle ich das an? Ich transformiere die dummen Bilder, die mein Gehirn noch immer ausspuckt, betrachte meinen eigenen Leichnam, blutüberströmt und mit zerschmetterten Knochen zu meinen Füßen. Doch eine Kälte erzeugt das nicht in mir, ich kann den Anblick relativ abgebrüht zur Kenntnis nehmen – stand ich dem Tod doch in der Schlacht tatsächlich schon einige Male gegenüber. Wenn mein eigener Tod keine Katastrophe wäre, die mich zu Eis gefrieren lassen könnte, was dann? – Der meiner Tochter? Mein hübsches, feines, wunderbares Kind liegt da mit gebrochenen Augen und einem stummen Vorwurf auf seiner Stirn.

    Es ist als stürzte ein Felsbrocken auf mich nieder und zermalmte mich unter sich. Kälte zerfrisst meinen Körper und lässt mich zittern. Es ist keine gewöhnliche Winterkälte. Mein Körper scheint zu Eis gefroren und zersplittert gerade in seine Einzelteile wie ein Spiegel, der auf den Boden fiel. Nein, nicht einfach auf den Boden, sondern direkt in die Unterwelt, in den Rachen der Verdammnis.

    „Das Tor ist offen!“, höre ich jemanden neben mir sagen. „Testen wir hindurchzugehen?“

    Mühsam versuche ich meine Augen zu öffnen. Die Unterwelt ist heller als ich dachte und mein Körper noch immer wie Eis. Ich fühle einen Arm auf meiner Schulter, er scheint heiß zu sein. Neben mir steht meine Schwester Protoe.

    Endlich komme ich wieder einigermaßen zu mir. Tatsächlich, vor uns erhebt sich ein türkisfarbener Torbogen, der den Weg freimacht in einen Tunnel, an dessen anderem Ende die fremde, neue Welt lockt. An dem Bogen hängen Eiszapfen herunter. Der grüne Strahl ist verlöscht, nur noch einige grünliche Schwaden hängen in der Luft. Das Wasser vor dem Torbogen ist zu Eis gefroren und hält deshalb die zu den Seiten schnappenden Wassergeister zurück. Perfekt. Nun sollte es klappen.

    Mir klappern die Zähne und mein Körper ist durchgefroren, als hätte ich gerade eine Schneewelt durchwandert. Meine Füße spüre ich überhaupt nicht. Aber das wird schon. Hauptsache, der Weg ist frei.

    „Schauen wir, was drüben ist?“, höre ich neben mir die Generälin Chep voller Tatendrang fragen.

    Natürlich, hätte ich am liebsten befohlen, aber ich bremse mich. Wir sollten nicht blind in ein unbekanntes Land sprinten. Auf der anderen Seite könnten Fremde sein, die unser Tor sehen und die uns schaden wollen. Wir müssen zuerst diesen Eingang sichern. Ich sehe mich um und winke vier Gardewächterinnen zu mir.

    „Ihr untersucht den Durchgang und schaut nach, was auf der anderen Seite zu sehen ist. Aber geht nicht hinaus. Versiegelt den Ausgang mit einem Bann, damit niemand von dort zu uns hinein kommt. Mit Ausnahme der beiden Jägerinnen natürlich, die ich Murissa nachschickte, falls sie noch in der Nähe sein sollten.“

    Um mich herum spüre ich körperlich die zunehmende Unruhe, fühle wie sich die Blicke in den Tunnel bohren, in den meine vier Botinnen nun hineinreiten. Die Dunkelheit umhüllt sie, bald sehen wir nur noch ihre Schatten.

    Eine geraume Weile bleiben sie drüben. Ich werde unruhig – ist etwas nicht in Ordnung? Sollte ich Unterstützung nachsenden?

    Doch dann kommen sie schon. Zu sechst. Sie führen zwei Flugpferde mit sich, auf deren Sattel sie zwei bewusstlose Kriegerinnen gelegt haben – Cornea und Malok, die Botinnen, die Murissa folgen sollten!

    Sofort befehle ich Heilerinnen zu ihnen und eile selbst herbei, um ihren Pulsschlag zu fühlen. Ihre Haut ist eisig kalt, Puls kaum fühlbar. Vermutlich hat sich der Durchgang verschlossen, bevor sie hindurch kamen, und das Eis erwischte sie. Den Pferden scheint nichts passiert zu sein, doch ich sorge mich um die Seelen meiner Kriegerinnen.

    „Ist es schlimm?“, frage ich Myrnea, eine der Heilerinnen. Diese sieht mich zweifelnd an. „Schwer zu beurteilen. Wir bringen sie in unser Zelt.“

    Behutsam führen sie die Pferde mit ihrer reglosen Last durch die Reihen der Kriegerinnen davon.

    „Was habt ihr drüben gesehen?“, frage ich die Wächterinnen.

    „Am anderen Ufer sind ein paar Fußspuren, eine Gruppe von etwas zehn Leuten muss dort gewesen sein, mit Pferden“, berichten diese. „Sie sind aber bereits wieder verschwunden. Es ist alles still und scheint unbewohnt. Auf den ersten Blick – keine Gefahr. Bis auf die Wassergeister vor dem Grenzgebirge. Aber die kennen wir ja schon, es sind dieselben wie auf unserer Seite.“

    Ich nicke anerkennend und sehe die Blicke der Kriegerinnen um uns herum zu mir huschen. Alle erwarten mit Spannung mein nächstes Kommando und ich spüre ihre Angst, der Tunnel könnte uns ebenso erschlagen wie unsere Botinnen – doch noch größer ist ihre Neugier, das unbekannte Land zu entdecken und seine Schätze für unser Volk zu erobern.

    Starten wir?, bohren sich die Blicke meiner Generälin Chep in mich hinein, die vor Ungeduld schon mit den Füßen scharrt.

    Ich atme tief durch.

    Dies wird kein Feldzug wie alle anderen. Noch nie haben wir gegen Hexen gekämpft. Und noch nie vorher haben wir quasi zwei Meter vor dem Ziel unseren Plan geändert. Statt dem Selchenland, einem Reich unter Wasser, werden wir nun ein neues Zielland angreifen, über das wir rein gar nichts wissen außer, dass wir nicht die einzigen Magierinnen dort sein werden.

    Noch können wir nicht aufbrechen. Wir müssen uns wenigstens ein ungefähres Bild über dieses Land verschaffen, bevor wir zu unseren üblichen Kundschaftstouren aufbrechen.


    „Kurze Lagebesprechung“, befehle ich und nicke den Generälinnen zu, die ich in eines der Wachtzelte befehle, das in der Nähe steht. Gleichzeitig gebe ich den Wächterinnen ein Zeichen, die Kriegerinnen auf Abstand zu halten, damit wir ungestört sind.

    Es ist ein einfaches Lagerzelt mit zwei Feldbetten und einigen Hockern, in welchem die Wachtposten sonst zwischen ihren Dienstzeiten ausruhen. Ich weise den Generälinnen Plätze zu und lasse meine Blicke über ihre Gesichter gleiten. Goplea, die Kletterin mit der Eidechsenhaut und stellvertretende Generälin der Gemischten Truppe, brennt vor Energie. Ihr Silberhaar in ihrem ledrigen Gesicht glänzt in dem magisch aufgeladenen Licht genauso türkisblau wie der Baum. Die Orka-Generälin Chelimea bohrt eine Hand um die Klinge ihres Schwertes. Sie hält nicht viel von Diskussionen und würde am liebsten sofort aufbrechen, das sehe ich an ihren Füßen, die ungeduldig im Sand scharren. Naftare, meine magere Gelehrte und Generälin der Nachtalbinnen, scheint ein wenig besorgt zu sein, sie fummelt nachdenklich an ihrem Augenschirm, unter dem ihre Augen fast vollständig verdeckt sind, und schweigt. Arixes, die Generälin der Schwimmerinnen, kneift ihre vorgewölbten, schnabelartigen Lippen zusammen. Ich weiß, dass sie immer noch wütend auf mich ist, weil ich dieses Wasservolk zurückgewiesen habe, das sie so gerne als Ziel erwählt hätte.

    „Das Tor ist offen. Wir sind im Prinzip startklar für den Feldzug“, eröffne ich die Beratung. „Allerdings würde ich gern vorher ausloten, was wir überhaupt über dieses Damarynth wissen – das Hexenreich. Wie sieht es aus, hast du Fakten für uns, Naftare? Ich kann wohl davon ausgehen, dass du schon Nachforschungen über dieses Hexenreich angestellt hast.“

    „Gewiss“, bestätigt sie und reibt sich die Nase. „Allerdings würde ich das nicht Fakten nennen, eher antike Überlieferungen. Die jüngsten Daten, die unsere Schriften notieren, stammen aus dem Jahr 4510. Das bedeutet, sie sind über 1500 Jahre alt. Ihr erinnert Euch, dass Damarynth damals von der Landkarte verschwand. Seitdem haben wir keine neuen Informationen.“

    „Wenn es keine neueren Berichte gibt, bitte ich darum die Alten zu erfahren.“ Ich gebe ihr einen Wink.

    „Also.“ Sie räuspert sich. „Es ist eine alter Atlas mit Landkarten erhalten. Nach diesen Aufzeichnungen waren um das Jahr 4500 über zwei Drittel der Landesfläche von Wasser bedeckt, von Landesmitte bis in den Süden mit Ausläufern nach Nordwesten. Die Bevölkerung von Damarynth besteht laut dem Atlas aus vier verschiedenen Rassen. Es regierten die Chyrren, ein Seevolk, das unter Wasser lebt. Ihre Kraft beziehen die Chyrren aus kleinen Gewächsen, in denen magische Funken heranreifen. Diese sind in den Tiefen des Meeres frei für alle Taucher zugänglich und sie geben den Chyrren die Überlegenheit über die anderen Völker.“

    Arixes´ Augen werden immer größer und beginnen zu leuchten.

    „Tatsächlich, ein Volk von Wassermenschen?“ Sie wippt aufgeregt auf ihren Flossen, kräuselt aber gleichzeitig skeptisch ihre Lippen. „Die unterseeischen Völker kennen sich untereinander. Noch niemand hat mir etwas von Wasserwesen im Hexenland erzählt.“

    „Das liegt nur daran, dass die Damarynther seit damals alle Kontakte zum Ausland abbrachen“, erklärt Goplea gelangweilt. „Wenn du zugehört hättest, könntest du es dir selbst erklären. Sie schotten sich ab, durch diese Grenze, die wir überwinden müssen.“

    „Und ihre magischen Kräfte bekommen sie aus dem Meer? Sie wächst in Pflanzen oder wie soll ich das verstehen?“, fragt Parchemea interessiert.

    „Die freie Magie, von die Hohepriesterin bei der Verkündigung sprach!“, raunt Naftare. „Das muss sie sein! In welchen Pflanzen sie wächst, stand nirgends deutlich geschrieben. Es sollte aber nicht schwer herauszufinden sein.“

    „Freie Magie, die man erst suchen muss, um sie zu benutzen.“ Arixes reibt sich die Hände. „Kameradinnen, begreift ihr, was das bedeutet? Sie haben keine Götter. Keine höhere Macht, die ihnen Berge von Energie zuschanzen könnte. Sie müssen nach ihrer Kraft jagen wie Katzen nach Ratten und wenn man ihre Magiefunken zerstört, bekommen sie so schnell keinen Nachschub. Diese kleinen Fischchen werden wir zwischen unseren Daumen zerquetschen!“

    „Verlassen wir uns lieber nicht darauf. In der langen Zeit kann sich einiges geändert haben“, erklärt Naftare und zieht ihren Schutzschirm tiefer über die Augen, als wäre es ihr in meinem schummrigen Zelt noch zu hell.

    „Dieses Detail scheint unverändert zu sein“, frohlockt Arixes. „Sonst hätte unsere Hohepriesterin die freie Magie nicht erwähnt. Energie, die im Wasser liegt. Energie, um die sich die Bewohner nicht streiten – oder warum die Bezeichnung freie Magie? Das muss wohl bedeuten, für jeden zugänglich?“

    „Ein friedliches Land?“, überlegt die Panzerträgerin Parchemea. „Das wäre das erste Mal, dass unsere Göttin uns in ein Friedensreich schickt. Gewöhnlich treffen wir doch auf Armeen oder geraten in Schlachtfelder, sowie wir nur die Grenze unseres Ziellandes überschreiten.“

    „Warum sollten wir nicht mal auf ein prosperierendes Land in Wachstum und Wohlstand treffen? Vielleicht können wir ihre Magie einfach abgreifen.“ Arixes lächelt.

    „Das glaube ich kaum“, wiederholt Chep, die jetzt ihr Schwert zückt und anfängt, damit angriffslustig in der Luft herumzufechten. „Jeder bewacht seine Schätze. Meint ihr, da gibt es keine Krieger?“

    „Und sie haben keine Götter?“ Ich schaue abwechselnd Naftare und Goplea an. „Aber dann wären sie schwach. Nur die Götter verleihen hochgradige Kräfte.“

    „In den Schriften werden keine Götter erwähnt“, bestätigt Naftare. „Ein friedliches Volk zu besiegen, das an Kampf nicht gewöhnt ist, sollte nicht so schwer sein.“

    „Darum haben sie wohl diese magische Grenze gebaut, vor der wir gerade stehen“, überlegt Goplea. „Um ihren Frieden zu bewahren und nicht von außen angegriffen zu werden.“

    Ich trommele erregt mit den Fingern auf meinem Hörnerhelm. Unter meinen Fingerkuppen spüre ich magische Wellen hin- und herwirbeln. Am liebsten würde ich auf der Stelle aufbrechen – im Geist stelle ich mir bereits vor, der Kampf könnte ein unproblematischer Durchmarsch werden. Aber ich muss kühlen Kopf behalten. Unsere bisherige Diskussion ernährt sich nur von Vermutungen, die falsch sein können. Wir müssen Gewissheiten haben, bevor wir etwas riskieren.

    „Ich vermute ebenfalls, dass wir es mit einem Wasservolk zu tun bekommen. In einer ... nennen wir es Vision ... gerade eben habe ich eine Menge Bewohner gesehen, alle lebten unter Wasser“, berichte ich von meinem Besuch im Seelenberg.

    „Lebten?“, fragt Goplea stirnrunzelnd. „Sind sie tot?“

    „Nicht wirklich, es sind Untote.“ Erst jetzt geht mir auf, was ich eigentlich gesehen habe. „Vernichtet von dämonischen Seemonstern. Wir müssen uns vorsehen, es könnte dort gefährliche Wesen geben.“

    Ich sehe, wie es in den Köpfen arbeitet.

    „Und jetzt, was schlägst du vor?“, fragt Parchemea.

    „Fahren wir nach unserem üblichen Konzept. Als erstes finden wir heraus, wo ihr König wohnt und lassen uns von der Göttin zeigen, wo unser Kampfplatz sein wird. Meist befindet sich ja beides an derselben Stelle.“

    „Und die Hexen? Die Seemonster?“, wirft Naftare ein. „Sollten wir nicht auskundschaften, wie mächtig diese sind und ob sie uns schaden können?“

    „Wir haben nicht die Zeit, durch das ganze Land zu reisen und genauere Erkundigungen einzuholen“, gibt Goplea zu bedenken. „Sonst verschiebt sich das Rosenfest zu spät nach hinten. Unser Ritt hierher hat schon viel Zeit gekostet.“

    „Brechen wir zu einem Botenflug auf, um ihren König zu suchen und halten wir unterwegs die Augen auf, besonders, wenn wir magieverdächtige Personen oder Dinge bemerken“, fasse ich zusammen. „Die Göttin wird uns führen.“

    „Jetzt?“, fragt Chelimea energisch und stemmt ihr Schwert gegen den Erdboden.

    „Jetzt“, bekräftige ich. „Wir haben insgesamt zwölf – pardon, nur elf – Flugpferde. Eins hat uns ja die verwünschte Murissa entwendet – das hole ich mir noch zurück! Bereitet die Flieger vor und stellt Kundschafterinnen zusammen. Parchemea und Naftare, ihr nehmt jede eine Partnerin mit. Arixes bringt zwei, Chep ebenfalls.“

    Augenblicke später besteige ich meinen Flieger. Meine Finger sind immer noch klamm und mein Körper unterkühlt von dem Aufenthalt im Eisberg.

    „Aufbruch!“, rufe ich meinen zehn Kundschafterinnen zu.

    Schon bin ich mitten im Tor und sehe ganz hinten das ferne, fremde Land auftauchen, das wir erobern wollen.



    Meine Geschichten: * Meermädchen * Kriegerkönigin *

  • Hey Kirisha :)


    Ja, das gefällt mir schon besser, als die ursprüngliche Version. Verwirrt war ich nur an zwei Stellen. Zum einen habe ich mich gefragt, warum Penthesilea zuvor den Magiebaum brauchte, wo doch ihr Zepter offenbar aus dem gleichen Material besteht und sie es hier nun benutzt, um das Tor einzufrieren.

    Vielleicht braucht sie dafür wesentlich weniger Energie als dafür, den Durchgang zu erschaffen und man könnte es so erklären?

    Der nächste Punkt sind die Flugpferde der eingefrorenen Botinnen, die ja gefunden wurden. Warum hat es die Flugpferde nicht erwischt? Das habe ich nicht ganz verstanden :hmm:


    Ansonsten hier noch Kleinkram



    LG,

    Rainbow

  • Kirisha



    aber ich zerquetsche die Bilder in meinem Hirn

    Wie kann mal Bilder zerquetschen? Vielleicht: ich schiebe die Bilder weg?


    . Mein Energiefeld lenke ich direkt auf die Stelle, wo die Schlange aus Strahlung den Berg berührt

    Eine Schlage ist für mich gewunden ein Strahl gerade, was meinst du hier?



    Der meiner Tochter

    Die Königin denkt an den Tod ihre Tochter und spürt Kälte wie Eis... Mir würde eher warm werden, da mich das emotional aufwühlen würde. Mir würden eher siedend heiße Schauer den Rücken runterlaufen. Du brauchst es an dieser Stelle natürlich... Vielleicht bin das auch nur ich und andere würden es als Kälte empfinden, das kann ich nicht genau sagen.


    Wir sollten nicht blind in ein unbekanntes Land sprinten

    Sprinten kommt mir doch etwas zu schnell vor, vielleicht er spazieren? Oder einfallen oder einmarschieren?

    Vermutlich hat sich der Durchgang verschlossen, bevor sie hindurch kamen, und das Eis erwischte sie.

    Ich finde das ist ein ganz schön großer Zufall, dass die Königin den Durchgang genau da macht, wo Murissa den Durchgang vorher hatte. Hat sie nicht den Baum aus dem Zelt bewegt und vor die Eiswand gebracht? Dann könnte es doch gut auch eine andere Stelle sein, oder nicht? Falls du es brauchst, könntest du vielleicht darauf hinweisen, dass sie extra versucht die Stelle zu finden wo Murissa durch gegangen ist, weil sie vermutet dort auf der anderen Seite sicher landen zu können oder ähnliches .


    Am anderen Ufer sind ein paar Fußspuren, eine Gruppe von etwas zehn Leuten muss dort gewesen sein, mit Pferden

    Etwa nicht etwas


    . Ich weise den Generälinnen Plätze zu und lasse meine Blicke über ihre Gesichter gleiten

    Das hört sich an als würde sie eine Grundschule Gruppe befehligen. Ich finde es schöner wenn Sie hier etwas sagt wie:" meine Generällinnen suchten sich die Plätze die ihrem Rang entsprach und ordnet sich um mich an."


    Ich bin gespannt wie es weitergeht, ich frage mich auch ob das Wasservolk eine Art Kampf hatte und fast ausgerottet wurde und dadurch die Eiswand entstanden ist. Ist jetzt einfach mal Spekulation von meiner Seite :)

  • Rainbow


    Litu


    Lieben Dank für eure Anmerkungen!

    Nun kommt der Anfang vom nächste Kapitel.

    Ich habe das übrigens ganz umgeschrieben, nachdem die Vorversion bei Thorsten durchgefallen ist. Hi Thorsten, vielleicht findest du irgendwann nochmal Zeit zu schauen, ob die Charaktere jetzt etwas plausibler handeln? (und nochmal danke!)


    Ja, ausnahmsweise gibt es mal eine neue Erzählerin. Sie kommt nur hier einmal vor - wir brauchen die Info für die weitere Handlung. Ich hoffe, es reißt euch nicht zu sehr raus.


    M3. Racheschwur

    Fürstin Kia Sephila


    Fürstin Kia Sephila von Tandra befand sich in einem fürchterlichen Zustand. Ihre Augen waren weit aufgesperrt, ihre Haare flogen strähnig zu allen Seiten. Sie hatte seit zwei Tagen nicht geschlafen und ihre Kleider nicht gewechselt. Auch zu den Mahlzeiten war sie nicht erschienen, denn sie taumelte pausenlos von einem Zimmer ihres Palastes zum nächsten. Es gab keinen Zentimeter auf dem gesamten Gelände, der noch nicht durchsucht worden war. Vielköpfige Suchmannschaften hatten bereits ganz Tandra durchkämmt. Jede Straße, jedes Gebäude, sogar noch die Heideflächen und selbst die halb verfallenen Baracken vor der Stadtmauer hatte sie wie mit der Lupe durchleuchten lassen! Doch, nichts!

    Die Fürstin hatte den gesamten Hofstaat verhört. Sie hatte alle möglichen Hinweise aus der Bevölkerung verfolgt, sogar die abwegigsten … nichts! Niemand konnte ihr auch nur den allerkleinsten Hinweis geben, was ihrem Sohn passiert war und wo er sein könnte.

    Aktuell durchstöberte sie eine Rumpelkammer auf dem Dachboden des Palastes, in welcher alte vergoldete Bilderrahmen, kaputte Himmelbetten und nicht mehr benötigte Schränke mit Holzschnitzereien verstaubten. Diese Kammer hatten zwar bereits die Palastdiener zweimal von unten nach oben durchsucht ... aber sie war von Verzweiflung so erfüllt, dass sie unmöglich rasten konnte. Er musste irgendwo sein! Diese Stümper hatten vielleicht richtig gesucht!

    „Kimures!“, schrie sie alle paar Augenblicke, „wo bist du?“

    Prinz Kimures war neun Jahre alt und ihr einziges Kind. Als ein braver und etwas ängstlicher Junge hatte er sich noch nie weiter als bis zum Palastpark hin von ihr entfernt. Dies war ein Albtraum! Der schlimmste Albtraum einer Mutter! Sie wusste, dass etwas passiert sein musste. Etwas, das ihr das Herz zerreißen würde. Trotzdem oder gerade weil sie das wusste, suchte sie nur umso hektischer. Vielleicht hatte sich nur die Tür eines Zimmers verklemmt und er kam nicht heraus?

    Der kleine Kimures war ein außergewöhnliches Kind. Schon früh hatte sie seine Talente erkannt und sich ausgemalt, welch ein ausgezeichneter Herrscher er eines Tages sein würde. Anders als die groben, oft brutalen Fürsten, die heutzutage auf den Thronen der umliegenden Provinzen saßen. Kimures war zarter als sie und feiner. Er spielte die Silberflöte trotz seines jungen Alters so herzzerreißend schön, dass ihm die Waschfrauen zuhörten, wenn er flötete und sogar die Stallknechte sich zu ihm umdrehten. Kia Sephila nahm ihn auch mit zu den Audienzen, bei denen die Bevölkerung mit ihren Ängsten und Probleme zu ihr kam. Sein weichherziges Wesen war bei allen so beliebt ...

    Und jetzt war er verschwunden! Ihr war zumute, als ob sie selbst sich in ihre Bestandteile auflöste. Kimures war das Zentrum ihres Lebens. Es gab neben ihm nichts anderes, das irgendeine Bedeutung hatte. Sie beschleunigte ihre Schritte. Sie musste ihn finden!

    Am Eingang zur Rumpelkammer ertönten laute Geräusche. Erregt fuhr sie herum.

    „Und?“, rief sie hektisch.

    „Die Priesterin hat ihn über ihre Kristallkugel gefunden!“, hörte sie die Stimme einer Hofdame.

    „Gefunden?!“, schrie die Fürstin erregt. Ihr Blut begann zu wirbeln, sie fühlte sich wie unter einer Dusche aus Feuer und Eis. „Wo ist er? Wie geht es ihm?“

    „Er ist gesund. In Darghessa“, bekam sie zur Antwort. „Die Priesterin hat gesagt, Ihr sollt zu ihr in den Tempel kommen.“

    „Er ist ... wo? In Darghessa?“ Immer heftiger quirlte das Blut in ihren Adern. Ihr Kopf schien anzuschwellen, sie fühlte sich, als sollte er gleich explodieren. Alles dröhnte und gongte um sie herum. „Wieso in Darghessa?“

    Eine Schar von Palastwächtern und Hofdamen stand vor dem Eingang und führte sie. Die Fürstin befand sich in einem Zustand zwischen Himmel und Hölle und nahm kaum die Treppenstufen wahr, die sie nun hinunterstiegen.

    Er lebt. Er lebt.

    Nur das zählte.

    Nach zwei Treppen kam ihr Fürst Kimander entgegen, ihr Ehemann. Warum starrte er sie so düster an? War er nicht glücklich zu hören, dass ihr Kind gefunden war?

    Erst jetzt klickte es in ihrem Kopf.

    Darghessa. Dort regierte der verabscheuungswürdige Fürst Wukur, mit dem sie in ihrer Jugend verlobt gewesen war. Natürlich hatte Kimander das nicht vergessen.

    „Hast du gehört?“, stieß Kimander durch zusammengebissene Zähne hervor. „Wukur hat unseren Sohn geraubt! Was will er von dem Kind? Hast du dafür eine Erklärung?“

    Seine Blicke durchbohrten die seiner Frau.

    Sie wusste natürlich genau, was er meinte. Diese Diskussion hatten sie schon oft geführt – aber hier war sie war völlig fehl am Platz. Wichtig war nur, dass Kimures am Leben war. Die fürchterliche Anspannung fiel ein wenig von ihr ab. Nur die grimmigen Blicke ihres Ehemannes irritierten sie.

    Er glaubt immer noch, Kimures sei gar nicht sein Sohn, sondern der von Wukur! Dabei habe ich ihm hundertmal versichert, dass dieses Gerücht, so hartnäckig es sich auch hält, absurd ist!

    „Nein! Ich habe keine Erklärung!“, fauchte sie ihn an.

    Unangenehm wie ein Gift, das langsam durch ihre Adern sickerte, fraß sich eine böse kleine Erinnerung in ihre Seele, die sie niemals dort ankommen lassen wollte. Jene Nacht im Palastgarten von Darghessa. Die Geigen, der wilde Tanz, Wukurs leidenschaftlichen Blicke, seine fordernden Umarmungen ...

    Kimures – der Sohn von Wukur? Nein! Nein, es konnte, es durfte nicht sein! Ihr Sohn, das Beste und Schönste, was sie in ihrem Leben vollbracht hatte, war rein und gut. Kein solcher Verbrecher wie der Darghessaner, den sie so hasste. Er konnte nicht Wukurs Sohn sein. Auch wenn ... Ach was, nein. Nichts wenn.

    Es war ein Schock für sie gewesen, als Wukur ihrem Volk den Krieg erklärte. Sie hatte Hals über Kopf die Verlobung gelöst und sich kaum einen halben Mond danach Kimander an den Hals geworfen. Und auch gleich auf eine schnelle Heirat gedrängt. Ihr neuer Bräutigam hatte wohl geglaubt, aus Liebe. In Wahrheit hatte sie furchtbare Angst gehabt, ihre Schwärmerei für Wukur – für die sie sich nun entsetzlich schämte – könnte Folgen gehabt haben, die sie unbedingt vertuschen musste.

    Dass sie dann sofort schwanger wurde, war nun nicht ihre Schuld. Bei der Göttin, wie die Leute getratscht hatten – als ob sie bereits schwanger in die Ehe gegangen sei. Ha! Natürlich nicht! Ein einziger etwas überschwänglicher Tanz im Palastgarten von Darghessa, und später Wukurs hitzigen Berührungen in der Laube ... es wäre zu ungerecht, wenn das Schicksal sie dafür bestrafte! Diese ständige Übelkeit danach konnte alle möglichen Ursachen gehabt haben. Es war nichts!

    Außerdem war Wukur schwarzhaarig wie ein Rabe und als ein Skeff wuchsen Flügel auf seinem Rücken. Ihr hübscher Kimures war blond und flügellos, so wie Kimander. Und wie sie selbst. Er konnte nicht Wukurs Sohn sein. Er war es nicht. Wukur war ein verbohrter Schurke, der sich das nur einredete!

    Vor dem Palast wartete eine Kutsche, in welche die Fürstin und ihr Gemahl einstiegen.

    „Eilt Euch!“, kommandierte Kimander. „Wir müssen hören, was die Priesterin herausgefunden hat!“

    Der Fürst setzte sich seiner Gemahlin gegenüber auf den gepolsterten Platz im Innenraum des Gefährtes und bohrte seine Blicke in ihre.

    „Sag mir die Wahrheit. Ist Kimures mein Sohn oder nicht?“

    Schon wieder diese elende Diskussion.

    „Natürlich! Wie kannst du so eine Frage stellen?“, grollte Kia Sephila. Glomm da eine Spur von Verachtung in seinen Augen? Wie konntest du dich mit diesem Kerl einlassen und sein verdorbenes Wesen so lange übersehen? Ein Vorwurf, den sie sich auch selber machte. Überrascht stellte sie fest, dass ihr Kimander keinesfalls so gleichgültig war, wie sie ihn am Anfang ihrer Ehe wahrnahm. Er hatte sie stets gütig behandelt und wie auf Händen getragen, sie schätzte das.

    „Hilf mir doch“, flehte sie und strich zärtlich über seinen Handrücken. „Wir müssen jetzt zusammenhalten. Wukur würde unseren Sohn rettungslos verderben – wir müssen ihn befreien!“

    Kimanders aufgebrachten Blicke schmolzen unter ihrer Berührung dahin. Besorgt kniff er die Lippen zusammen.

    „Natürlich halte ich zu dir, Liebling. Aber was können wir tun? Denkst du an ... Krieg?“

    Warum muss ich dir die Frage beantworten, Kimander, warum tust du es nicht selbst? Bist du eine Hofdame?

    Hatte sie eben noch mit Wärme an ihren Gemahl gedacht, verachtete sie ihn nun für seine Schwäche. An diesem Fürstenhof war sie die Führerin, nicht er. Es hätte andersherum sein sollen.

    „Ja!“, rief sie erbittert. „Wenn es sein muss, dann Krieg!“

    Verlegen knetete er seine Unterlippe.

    „Wie stellst du dir das vor? Wukur ist ein erfahrener Kriegsherr. Er hat sich in den vergangenen Jahren mit nichts anderem beschäftigt als damit, andere Provinzen zu unterwerfen, die ihm nun dienen. Was glaubst du, wird er mit unserem Heer machen?“

    Kia Sephila sah ihren Sohn schon vor ihrem geistigen Auge fortgezogen werden. Mit ausgestreckten Armen schien er ihr zu zu schreien, doch riss es ihn unerbittlich fort, bis er ihrem Blick entschwand. In ihrem Inneren begann es fürchterlich zu brodeln und zu kochen.

    „Dann willst du Kimures verloren geben?“, keuchte sie und packte seine Hand fester, grub ihre Fingernägel in seine Haut.

    „Natürlich nicht“, versuchte er sie zu besänftigen und löste vorsichtig ihre verkrampften Finger von seiner Hand. „Sei ruhig, Liebste. Ich werde mit ihm reden. Die Priesterin kann einen Kontakt zu ihm herstellen.“

    „Reden!“ Kia Sephila schnaubte. „Kimures, mit Banditen redet man nicht. Denen muss man die Hände binden!“

    „Ich sagte dir schon, einen Krieg würden wir verlieren.“

    „Dann schicken wir Rächer, die in seinen Palast eindringen!“

    Der Fürst sog tief die Luft ein.

    „Du meinst Meuchelmörder.“

    „Ich meine Rächer!“, fiel ihm seine Gemahlin ins Wort. „Er ist ein Pestbringer. Er zerstört unser Land, wir tun Gutes, wenn wir ihn beseitigen. Kimures darf nicht bei solchen Verbrechern aufwachsen, er würde selbst verderben und das würde ich mir nie verzeihen!“

    „Jetzt beruhige dich doch“, beschwor sie der Fürst. „Du bist außer dir und kannst nicht klar denken ... Ich habe keine solchen Leute, denen ich zutrauen könnte, dass sie den mächtigsten Fürsten unseres Landes auf solche Weise anzugreifen wagen und auch noch erfolgreich damit sein könnten.“

    „Dann finde welche!“, rief Kia Sephila aufgebracht. „Das ist das mindeste, was wir unbedingt tun müssen!“

    „Meine Teure, überlege gut, was du verlangst!“ Kimander kratzte nervös an seinem Schnurrbart. „Sollte unser Mann erwischt werden ... kannst du dir vorstellen, wie sich der Darghessaner dann an uns rächt? Wir können das nicht wagen!“

    Die Fürstin konnte kaum still sitzen bleiben. Immer wieder blickte sie aus dem kleinen Kutschenfenster um zu sehen, ob sie den Tempel nicht bald erreichten. Jetzt war es nicht mehr weit, sie hatten die Hauptstraße bereits verlassen. In ihr wallte ein Aufruhr, der wie ein Feuer in ihr wütete. Ihre Wangen brannten, ihre Hände zitterten. Ihr Sohn war ihr Leben, in ihm lag all ihr Glück, all ihre Hoffnungen. Und sie hatte riesige Hoffnungen. Er war ein König, wie es ihrer Familie zustand, die früher einmal die regierenden Könige des Landes gestellt hatte. Seit der Ermordnung ihres Vaters und dem Verlust des Königsrings hatte ihre Familie diesen Rang jedoch verloren. Obwohl sie ein Kind gewesen war, als das geschah, hatte sie es bis heute nicht verwunden. Infolge eines schändlichen Verbrechens, das ihren Vater ereilte, war sie nun gezwungen, Gattin eines kleinen, feigen Fürsten zu sein, statt als Königin über das ganze Land zu herrschen, wie es ihr zukam! Doch ihr Sohn, das spürte sie, hätte das Potenzial, wieder dorthin zu gelangen, wohin er gehörte. Auf den königlichen Thron. Er wäre ein gutherziger Herrscher, ein Friedensbewahrer. Aber er konnte das nur werden, wenn sie ihn führte.

    „Du willst nicht für Kimures kämpfen, weil du dir einbildest, er wäre nicht dein Sohn“, stieß die Fürstin anklagend hervor und blickte ihren Ehemann direkt an. „Doch er ist dein Fleisch und Blut, sieh ihn doch an! Sein gutes Herz, seine musikalischen Finger, das hat er alles von dir ...“

    „Mein Engel. Ich liebe ihn genauso wie du.“ Der Fürst räusperte sich. „Und ich weiß, dass er ein wohlgeratener Junge ist. Aber weder uns noch ihm ist geholfen, wenn wir jetzt den Kopf verlieren. Lass uns mit dem Darghessaner reden. Vielleicht will er uns nur erpressen! Ein Lösegeld ... Das ist doch die gewöhnliche Art dieser Schurken. Ich bin bereit, jedes Lösegeld zu zahlen, egal was er sich einfallen lässt!“

    Die Kutsche hielt an und das Fürstenpaar stieg aus. Vor ihnen stand der aus dunklem Holz erbaute Tempel der Stadt, vor dem eine Schar Wächterinnen stand, die ihnen bereitwillig das Eingangsportal öffneten.

    Die Fürstin stürmte mit weiten Schritten in die Halle hinein, ohne sich darum zu kümmern, ob ihr Gemahl und die Palastwächter so schnell hinterher kamen. Ihr diamantenbesetztes Diadem hing schief über ihrer Stirn. Ihr weißes Samtkleid war am unteren Rand eingerissen. Sogar der Dornenzweig, der den Riss verursacht hatte, hing noch darin fest. Ein höchst alarmierender Anblick, denn die Fürstin, achtete sonst auf ihr Erscheinungsbild und war noch nie anders als in spitzengeschmückter Prachtkleidung in diese finsteren Hallen getreten.

    Die Tempeldienerinnen führten sie und ihre Begleiter direkt in die dunkel glimmende Kristallhalle herunter, wo die Priesterin Beringlida sie vor ihrer Kristallkugel empfing, einem gut vier Meter hohem Stein, der durchsichtig aussah wie aus Glas, und der dunkelblaue Strahlung aussandte. Diese warf ein unstetes Licht auf die Priesterin und ihre Gäste.

    „Ihr habt den Prinzen Kimures gefunden?“, fragte die Fürstin hitzig. „Ist es wahr, Fürst Wukur von Darghessa hat ihn geraubt?“

    Meine Geschichten: * Meermädchen * Kriegerkönigin *

    2 Mal editiert, zuletzt von Kirisha ()

  • Hey Kirisha,


    Ui, eine neue Perspektive... bin gespannt :gamer:



    LG,

    Rainbow

  • Ich überlege gerade, ob die Erzählperspektive hier in dem Fall überhaupt so nah dran sein muss. Wenn du nur kurz die Machtverhältnisse beleuchten wolltest und die Entführung des Jungen dargestellt werden sollte, könnte man das vielleicht auch von einer Art "allwissender Erzähler" quasi von außen schildern lassen.

    Das hatte ich in meiner ersten Version so gemacht und Thorsten fand, dass man es so überhaupt nicht schnallt bzw. dass es sich wenig erwachsen anhörte. Es muss wohl schon etwas Innenleben hinein.

    Vielleicht muss ich mir über die Art der Emotionen noch klarer werden, dass es nicht so diffus rüberkommt. Ich lasse mir das nochmal durch den Kopf gehen.

    Die Sache mit der Suche werde ich auch nochmal verbessern.

    Meine Geschichten: * Meermädchen * Kriegerkönigin *

  • Ich überlege gerade, ob die Erzählperspektive hier in dem Fall überhaupt so nah dran sein muss. Wenn du nur kurz die Machtverhältnisse beleuchten wolltest und die Entführung des Jungen dargestellt werden sollte, könnte man das vielleicht auch von einer Art "allwissender Erzähler" quasi von außen schildern lassen.

    Hm, jein... verglichen mit der ersten Version zu der ich meinen Senf dazugegeben habe finde ich es so schon wesentlich besser.


    Ich geh' aber mit bei am Anfang weniger

    Vielleicht könnte man ihre Verzweiflung mehr zum Ausdruck bringen, indem sie einfach in dem Zimmer des Jungen sitzt, gedankenverloren ihre Hände über seine Spielsachen gleiten lässt...mit sich selbst spricht und fragt: Wo bist du, Kimures?

    koennte ich mir auch gut als Einstieg denken.


    Ich weiß nicht, ob du dir einen Gefallen damit tust, hier so viele Emotionen miteinander zu vermischen.

    Trifft aber irgendwie die Situation, oder? Sie faellt halt von einem Extrem ins andere, sie ist im emotionalen Ausnahmezustand des Mami-Syndroms. Solange Kimander da mitmacht findet sie ihn toll und einen hilfreichen Ehemann, als er Zweifel anmeldet macht er sich unmoeglich - Mutter die sich um ihr Kind sorgt im O-Ton, das finde ich schon treffend abgehandelt.


    Ist es da unbedingt erforderlich, so sehr ins Detail zu gehen und so tief in der Beziehung der beiden herumzuwühlen und sie auf die Schnelle zu beleuchten?

    Mit dem Wissen was da aus ihrer Mutterangst noch werden wird - ja, doch, braucht man schon zum Verstaendnis dessen was da kommen wird (sie wird noch extremer werden...)

  • Kirisha


    An sich finde ich das Kapitel ganz gut, aber es passt irgendwie nicht so richtig zum Rest des Buches. Ich frage mich, ob du das nicht in irgendeinen Dialog unterbringen kannst. Soll das nur der Leser wissen oder deine beiden Protagonistinnen wissen? Z.b. könntest du ja Malaxis als Späherin eine Unterhaltung von zwei Frauen die Wäsche waschen überhören lassen. Ich denke alle relevanten Informationen ließen sich da auch rüberbringen, etwas wie: "Hast du gehört der Sohn der Fürstin soll entführt worden sein und der Entführer ist vielleicht der richtige Vater und nicht der Ehemann der Fürsten. Wie konnte sie nur mit einem Skeff ins Bett gehen wo sie doch die Tochter unseres ehemaligen Königs ist bevor der königsring von den Dämonen gestohlen wurde..."


    Was ich mich gewundert habe, die Fürstin sagt sie befehligt das Königreich, doch wirkt sie bis zur Kutschfahrt eher sehr schwächlich und nicht sonderlich dominant. Wieso hat sie nicht erkannt das Wukur ihrem Sohn Geschenke schickt und ihm damit als seinen Sohn anerkennt? Wenn ich diese Verbindung nicht zulassen wollen würde, würde ich die Geschenke Direkt zurückschicken und mir Sorgen machen.


    Ich finde auch du könntest deutlicher schreiben, ob und wann sie mit Wukur im Bett war. Wenn Sie eine erfolgreiche Fürsten ist dann hat sie eine Ahnung wer der Vater ist. Ich könnte mir nur vorstellen dass es unklar ist wenn sie mit beiden vor der Ehe Sex hatte und das vielleicht noch zum gleichen Zeitpunkt. Ansonsten denke ich weiß sie sehr genau wer der Vater ist. Oder hat zumindest eine gute Ahnung.

  • Ich finde, du schreibst hier viel drum herum, aber irgendwie frage ich mich als Leser die ganze Zeit nur: Es ist doch nicht so schwer. Hatte sie nun Sex mit dem Scheusal von Wukur oder nicht??? Wenn ja, dürfte es ja nicht sonderlich schwer sein, das zeitlich zu rekonstruieren :hmm:

    Die Fürstin weiß genau, wer der Vater des Jungen ist und sie könnte es einfach verraten.

    Tut sie aber nicht ... Ich denke, es gibt viele Leute, die Sachen, die ihnen extrem unangenehm sind, weder vor anderen und sogar nicht mal vor sich selbst zugeben wollen. Ich hatte versucht, eine solche Situation darzustellen. Es ist schwierig und offensichtlich nicht geglückt. Ich denke, ich spreche den Punkt zu häufig an und rede dann doch nur drumherum. Vielleicht sollte ich das komprimieren. Ich versuche es nochmal zu überarbeiten.


    Hm, jein... verglichen mit der ersten Version zu der ich meinen Senf dazugegeben habe finde ich es so schon wesentlich besser.

    Danke! Finde ich auch.


    An sich finde ich das Kapitel ganz gut, aber es passt irgendwie nicht so richtig zum Rest des Buches. Ich frage mich, ob du das nicht in irgendeinen Dialog unterbringen kannst. Soll das nur der Leser wissen oder deine beiden Protagonistinnen wissen? Z.b. könntest du ja Malaxis als Späherin eine Unterhaltung von zwei Frauen die Wäsche waschen überhören lassen.

    Den Gedanken hatte ich auch schon. Nur wie? Also, die Amazonen kommen hier nicht infrage, weil sie erst später Tandra inspizieren werden, da wäre es nicht nachvolllziehbar, wenn ich schon zu diesem zu frühen Zeitpunkt welche herschicke. Bleibt also nur Murissa. In einer früheren Version habe ich einfach Murissa in den Tempel geschickt und sie hat dann die Szene im Tempel (von der im nächsten Abschnitt noch der Rest kommt) mitgehört. Das hat zwar in dem Sinn funktioniert, dass ich so hintenrum alle Infos unterbringe - aber der verzweifelte Leser wird sich fragen: Wie ist es möglich, dass Murissa in den Tempel reinschleicht und dieses Gespräch - bei dem die Fürstin nicht belauscht werden will und deshalb alle rausgeschickt hat - trotzdem hört?

    Und das muss sie ja wohl machen. Das Gespräch ist zu pikant um alle Diener mithören zu lassen.

    Außerdem wird man die weitere Eskalation nicht richtig verstehen, wenn man die Gefühle der Fürstin nicht kennt.

    Ich sollte also versuchen, die Szene insgesamt zu kürzen (ich hoffe ich schaffe das), und die Gefühle besser nachvollziehbar zu machen?


    Ich poste hier mal den Rest des Kapitels, damit ihr den Überblick habt. Vielleicht wird es dann etwas besser verständlich:


    3.1 Racheschwur

    „Stellt mir eine Verbindung her zu der Priesterin von Darghessa“, befahl Kia Sephila. „Und sagt, ich muss ihren Fürsten sprechen. Jetzt, auf der Stelle.“

    „Ich habe schon darum gebeten“, erklärte die Priesterin bedächtig. „Sie sollten sich jeden Moment bei uns melden.“

    „Gut.“ Die Fürstin nickte ihr zu. Dann blickte sie sich hektisch um und winkte mit der Hand gegen die Tempeldienerinnen. „Alle raus hier! Ich will bei diesem Gespräch nicht belauscht werden!“

    Die Priesterin bekräftigte den Befehl. Kurz darauf waren die Fürstin, ihr Gemahl und die Tempelherrin allein in der Halle.

    Die Priesterin wandte sich ihrer Kristallkugel zu und hielt ihre Hände gegen die glatte Oberfläche. Sofort fing diese kräftig an zu leuchten. Nach einer Weile flackerte mitten in der Kugel ein mannshohes Bild auf, so real, als befände es sich direkt in dem durchsichtigen Stein. Es zeigte eine fremde Priesterin, deren Stirn ein Band mit einem kleinen Totenschädel als Anhänger zierte. Neben ihr stand ein schlanker dunkelhaariger Mann, über dessen Schultern zwei ledrige Fledermausflügel aufgespannt waren. Auf seiner Uniform glänzten goldene Knöpfe und er hielt einen Dolch in der Hand, den er spielerisch hin- und herdrehte. Er lächelte etwas überheblich in ihre Richtung.

    „Fürstin Kia Sephila und Anhang“, sagte er und grinste. „Wünsche einen guten Morgen.“

    Kia Sephila erschauerte, als sie den Skeff erblickte, der ganz in Schwarz gekleidet war und dessen kämpferische Haltung ihn sofort als einen Mann zeigte, der wusste was er wollte.

    „Ich hörte, mein Sohn sei bei dir! Ist das wahr?“, rief sie erregt, ohne sich um eine Begrüßung zu bemühen.

    Ungerührt musterte er sie eine ganze Weile, bis er sich zu einer Antwort bequemte.

    „Es ist wahr.“

    Sie schnappte nach Luft.

    „Ist er am Leben? Kann ich ihn sehen?“

    „Selbstverständlich.“ Fürst Wukur klatschte in die Hände. „Holt den Prinzen Kimures zu mir!“

    Vor dem Darghessaner erschien ein kleiner, hellblonder Junge, sehr mager, sehr schüchtern und völlig verängstigt. Tränenspuren glänzten um seine Augen. Sein Äußeres war gepflegt und auffällig, da er leuchtend gelbe Pluderhosen trug, die Farbe von Tandra, und dazu ein passendes Jackett. Als er die Fürstin sah, rannte er auf sie zu. Allerdings stoppte ihn die darghessanische Kristallkugel, in der seine Mutter ja nur als Spiegelung zu sehen war.

    „Mama!“

    Die Fürstin lachte hysterisch auf und schlug beide Hände vor den Mund. „Mein Engel! Mein Sonnenschein! Oh, welche Sorgen ich um dich hatte! Hab keine Angst, ich hole dich bald wieder heim. So bald ich nur kann. Okay?“

    „Okay!“

    Fürst Wukur drängte den Jungen zur Seite.

    „Damit wir uns richtig verstehen, sein Heim ist jetzt bei mir, weil er hier bleibt, bei mir, wo er hingehört. – Wachen, bringt das Kind hinaus.“

    Es erschienen zwei Wachtposten, die den kleinen Jungen bei der Hand nahmen und ihn davon führten. Er folgte schüchtern, sah sich aber immer wieder nach hinten um, bis er seine Mutter nicht mehr sehen konnte.

    „Das ist ein Affront, der seinesgleichen sucht“, schob sich Fürst Kimander in den Vordergrund. „Wie konntet Ihr wagen ...“

    Wukur steckte in einer lässigen Geste, die sehr wohl auch drohend verstanden werden konnte, seinen Dolch wieder an seinen Gürtel. „Der Junge ist mein Sohn. Ich habe Eure Gemahlin jahrelang vergebens darum gebeten, ihn eine Zeitlang bei mir aufziehen zu dürfen.“

    „Habt Ihr Euch das Kind angesehen?“, fragte Kimander höflich. „Er hat nichts von Euch.“

    „Ich habe nachgerechnet.“ Wukur lächelte diabolisch. „Er wurde sieben Monde nach Eurer Hochzeit geboren. Reicht für mich als Beweis. Ich kann nicht länger mit ansehen, wie Ihr den Jungen hoffnungslos verweichlicht und zu einem Schwächling heranzieht, den später die Wölfe zerreißen werden. Darum lebt er von jetzt an bei mir.“

    „Wukur!“, rief die Fürstin mit vor Empörung rot flammenden Wangen. Kimander legte ihr beruhigend eine Hand auf die Schulter und warf ihr warnende Blicke zu. Dann baute er sich vor dem Darghessaner auf und erklärte: „ Lassen wir uns Klartext sprechen. Können wir die Angelegenheit mit einem Lösegeld beenden?“

    Der Darghessanerfürst brach in lautes Lachen aus. „Lösegeld? Ihr haltet mich für einen hergelaufenen Kleinstadtbanditen? Ich habe meinen Sohn heimgeholt. Das war allerhöchste Zeit. Er hat Angst vor anderen Kindern und ist noch an keiner Waffe ausgebildet, ich bin entsetzt. Ich werde ihn ausbilden! Zu seinem und unser aller Besten!“

    Kia Sephila drängte sich vor ihren Mann, der vergebens versuchte, sie zurückzuhalten. Doch sie hielt es nicht länger aus.

    „Das ist gegen jedes Recht und wir werden das nicht zulassen!“

    Wukur lächelte gönnerhaft. „Was hast du denn vor zu unternehmen, meine Gute?“

    „Du glaubst, ich wäre ein schwaches Weib?“, rief die Fürstin erregt. „Und du hättest vor mir nichts zu fürchten?“

    Der Darghessaner beugte sich näher an die Kristallkugel heran. Es sah aus, als könnte er jeden Moment durch sie hindurchtreten und dann plötzlich vor ihnen stehen.

    „Euer Heer ist unerfahren und zahlenmäßig schwach. Selbst wenn ihr Euren alten Freund Silvrin von Aravenna zur Hilfe rufen solltet – vermutlich habt ihr das schon getan – kannst du von ihm keine Wunder erwarten. Es gibt also nichts, was du unternehmen kannst als dich an den Gedanken zu gewöhnen. Im Gegenteil rate ich dir, freundlicher zu mir zu sein, denn sollte ich mich über Euch ärgern, könnte das durchaus unangenehme Konsequenzen für euch haben.“

    Kia Sephila spürte, wie ihr der Boden unter den Füßen fortgerissen wurde, wie sie anfing im luftleeren Raum davongetrieben zu werden. Ihr Leben hatte keinen Sinn mehr – sie würde das Kind verlieren, auf das sich all ihr Denken, alle ihre Gefühle konzentriert hatten, sonst gab es nur Leere. Ihr Gemahl suchte wohl nach ihrer Hand, versuchte ihr Halt zu geben, aber es war ohne Bedeutung, weil sie ein Kreis ohne Mitte geworden war, ein bedeutungsloser Fleck in der Landschaft. Ein Nichts.

    „Ich sehe, du kennst mich nicht“, strömten die Worte aus ihr heraus. Ihre Brust weitete sich, ihre Muskeln spannten sich. Sie spürte, dass auch sie kämpfen konnte. Doch anders als der dunkle Heerführer es gewohnt war. „Du bildest dir ein, du hättest vor mir nichts zu fürchten? Hüte dich ... Ich werde dich in den Abgrund reißen! Ich werde Geister und Dämonen beschwören, die dich direkt in die Unterwelt befördern! In ewiges Leid und Qual – und ich schrecke nicht davor zurück, das zu tun! – Wukur, ich meine es fürchterlich ernst. Ich gebe dir drei Tage Zeit, unseren Sohn nach Tandra zurückzubringen. DREI TAGE. Wenn du das nicht tust ...“ In ihren Augen traten dunkelrote Adern hervor, „wenn du wagst, mir nicht zu gehorchen, dann reißt dich mein Fluch in den schaurigsten Untergang, den diese Welt je gesehen hat!“

    Meine Geschichten: * Meermädchen * Kriegerkönigin *

  • Hm, jein... verglichen mit der ersten Version zu der ich meinen Senf dazugegeben habe finde ich es so schon wesentlich besser.

    Da ich die vorherige Version nicht kenne, kann ich mich nur auf die aktuelle stützen. :hmm:


    Trifft aber irgendwie die Situation, oder? Sie faellt halt von einem Extrem ins andere, sie ist im emotionalen Ausnahmezustand des Mami-Syndroms. Solange Kimander da mitmacht findet sie ihn toll und einen hilfreichen Ehemann, als er Zweifel anmeldet macht er sich unmoeglich - Mutter die sich um ihr Kind sorgt im O-Ton, das finde ich schon treffend abgehandelt.

    Dass diese Emotionen hier alle aufeinanderprallen möchte ich auch gar nicht in Frage stellen. Trotzdem finde ich, ist es eine hohe Kunst des Schreibens, wenn man es schafft einer derartig emotionsbelastete Szene plausibel nachvollziehbar zu schreiben. Und das fehlte mir hier ein bisschen. Es kam mir so vor, als ob die Emotionen einfach ...wie soll ich sagen... aneinandergeklebt worden sind. Die Übergänge sind mir nicht fein genug...ich weiß genau, dass ich an so einer Szene ewig sitzen würde, um genau diesen Ton zu treffen (eben, weil es nicht so leicht ist)...und ich habe den Eindruck, dass hier noch mehr geht.


    Mein Gedanke zielte deshalb darauf ab, entweder das Ganze noch einmal tiegreifender zu beleuchten oder es zu vereinfachen. So, wie es im Moment ist, überzeugt es mich noch nicht vollends. :pardon:


    Die Fürstin weiß genau, wer der Vater des Jungen ist und sie könnte es einfach verraten.

    Tut sie aber nicht ... I

    Genau das kam für mich nicht rüber, weil sie herumeiert...


    Ich denke, es gibt viele Leute, die Sachen, die ihnen extrem unangenehm sind, weder vor anderen und sogar nicht mal vor sich selbst zugeben wollen. Ich hatte versucht, eine solche Situation darzustellen. Es ist schwierig und offensichtlich nicht geglückt. Ich denke, ich spreche den Punkt zu häufig an und rede dann doch nur drumherum. Vielleicht sollte ich das komprimieren. Ich versuche es nochmal zu überarbeiten.

    Ja, das ist ein psychologisches Phänomen, das bestimmt nicht selten vorkommt. Um das auf den Punkt zu schreiben, müsstest du meiner Meinung nach aber noch mal bestimmte Nuancen im Text feiner herausarbeiten. :hmm: Das mit dem Komprimieren halte ich auch für eine gute Idee....ich habe da jetzt auch kein Rezept für. Ich würde mich genauso schwer tun damit. Das ist auch wirklich nicht leicht zu schreiben...aber ich bin mir sicher, dass du das hinbekommen wirst. :)


    Zum neuen Part:


    Keine Ahnung, warum, aber der Teil hat sich für mich bedeutend besser und flüssiger lesen lassen, als der vorherige Part. Vielleicht, weil die emotionale Ebene klarer war.

    Hier hab ich nichts zu meckern. Und Kia Sephilias Ausbruch am Ende fand ich richtig stark :thumbup:

    ich hole dich bald wieder heim. So bald ich nur kann. Okay?“

    Okay!“

    Irgendwie kam mir das "Okay" hier sehr modern und umgangssprachlich vor :hmm:


    LG,

    Rainbow

  • Also, nun hat es mir doch keine Ruhe gelassen.

    ein Gedanke zielte deshalb darauf ab, entweder das Ganze noch einmal tiegreifender zu beleuchten oder es zu vereinfachen. So, wie es im Moment ist, überzeugt es mich noch nicht vollends. :pardon:


    Genau das kam für mich nicht rüber, weil sie herumeiert...


    Ich denke, der springende Punkt, der es konfus macht ist, dass die Fürstin sich zu unkonkret äußert und niemand kapiert, was sie eigentlich denkt. Ich habe mich jetzt entschlossen, ihr "konfuses Wissen und Verdrängen" zu versuchen in den Text reinzubringen und hoffentlich so, dass der Leser doch verstehen soll, was sich in dem Kopf abspielt. Hab also den ersten Teil nochmal etwas gekürzt und gleichzeitig überarbeitet.

    Vielen, vielen Dank für eure Hilfe, das hat es mir sehr viel klarer gemacht!

    P.S. Hab jetzt erstmal nur die groben Dinge überarbeitet. Der Kleinkram kommt dann später. Ich vergesse ihn aber nicht.

    Meine Geschichten: * Meermädchen * Kriegerkönigin *