Schreibkurs zu Kurzgeschichten

Es gibt 120 Antworten in diesem Thema, welches 10.877 mal aufgerufen wurde. Der letzte Beitrag () ist von Iskaral.

  • weil Urban Fantasy ein Genre ist, das nun mir nicht besonders liegt

    Ja also ... ich hab auch noch nie Urban Fantasy geschrieben. Bin mehr so der High Fantast. Ich habe ehrlich gesagt auch noch nicht mal eine Idee, ob ich aus meiner eigenen Aufgabe wirklich was machen kann, aber wollte mich einfach mal selbst unter Druck setzen. Sonst bringe ich ja nie was zustande ... FInde ich toll, wenn ihr mitmacht! Und wie gesagt, ihr könnt die Vorgaben auch einfach über den Haufen werfen!

    Meine Geschichten: * Meermädchen * Kriegerkönigin * Dark Prince

  • Wow! Ich hätte nicht damit gerechnet, dass es SO schnell weitergeht :rofl:


    Mensch, Kirisha , da hast du ja echt nicht lange gefackelt. Also, Urban ist schon mal gut! Und erstaunlicherweise habe ich auch direkt ein paar Ideen gehabt, die mir so durch den Kopf gespukt sind. Allerdings werde ich etwas Zeit brauchen...


    Ich freue mich aber schon auf die nächste Runde und bin auch schon gespannt, was für tolle Sachen dabei wieder rauskommen.

  • Auch wenn ich etwas spät dran bin.... Danke, Sensenbach für den Schreibkurs! Mir hat's viel Spaß gemacht und ich hab auch noch das ein oder andere gelernt. Unter anderem an der letzten Hausaufgabe der Mini-Kurzgeschichte, dass dieses Format und Vorgehen für mich überhaupt nicht funktioniert (hat). :pardon:
    Vielleicht probiere ich mich nochmal daran. Das dürfte ja kein Problem sein, wenn hier weiter immer neue Themen gepostet werden. Das finde ich eine gute Idee, btw. :thumbup:

    „Alice, man darf sein Leben nicht nach anderen richten. Du allein musst die Entscheidung fällen.“ [Alice im Wunderland]

  • Ich bin mir nicht sicher, ob ich mir nicht zu viele Freiheiten genommen habe und wie gesagt: Urban ist nicht so meins.


  • Hey cool Iskaral !

    Deine Geschichte schreit ja direkt nach einer Fortsetzung. Könnte der Anfang zu einer größeren Story sein oder ein Prolog. Der Minotaurus gefällt mir, das ist mal was Ungewöhnliches!

    Das Ende ist auch gut, weil sie da wieder in ihr Alltagsleben zurückkehrt.


    Ich muss gestehen, dass ich mich selbst momentan noch etwas überfordert fühle und keine Ideen zusammenfügen kann. Bei mir wird alles immer gleich viel zu kompliziert und kommt zu keinem Schluss. Ich habe einfach keine Übung darin, mich kurz zu fassen. Aber ich will es auf jeden Fall versuchen.

    Meine Geschichten: * Meermädchen * Kriegerkönigin * Dark Prince

  • Dieser Kurs macht mich echt fertig. :rofl:


    Nachdem ich ein, wie ich fand, schönes Geschichtchen zustande gebracht hatte, musste ich am Ende feststellen, dass es über 800 Wörter waren. Nun habe ich also mindestens ebenso lange, wie ich daran geschrieben habe, dafür gebraucht, um mich von diesen ganzen schönen Textpassagen wieder zu trennen. :patsch:

    Keine Ahnung, wie es sich jetzt liest. Es sind immer noch 541 Wörter. Ich bekomme es kürzer nicht hin. :pardon: ... und an die ganzen zu erfüllenden Auflagen will ich gar nicht denken.


    Ich habe das Gefühl, dass ich all das, was meinen Schreibstil für gewöhnlich ausmacht, mit Gewalt unterdrücken muss. Das einzigst Gute ist, dass man lernt, sich zu fragen, ob man tatsächlich jedes Wort braucht und jede ausufernde Beschreibung einen Mehrwert darstellt.


    Also gut. Ich zeige mal mein Ergebnis:


  • Hey Rainbow

    da hast du mal wieder den Vogel abgeschossen. Ungefähr so hatte ich es mir gedacht. Toll!

    Besonders dieser Dialog zwischen Lisa und dem Gargoyle, herrlich! Und das kaputte Bild, das ist sehr gelungen! Auch den Schluss hast du gut hinbekommen mich einer neuen unerwarteten Wendung.

    Wow, da hast du eine Steilvorlage geliefert!!! Gefällt mir sehr!

    Meine Geschichten: * Meermädchen * Kriegerkönigin * Dark Prince


  • Liebe Kirisha

    Jetzt habe ich mich auch einmal an Urban-Fantasy gewagt und versucht deine Vorgaben umzusetzen. :beer:

    Zusätzlich ein wenig Lovecraft-Style.



    Das schwarze Tor nach Karaktow


    Haakon McFarlane warf einen letzten Blick auf den eirunden Ring aus blasphemisch glänzendem, schwarzen Stein. In dem Oval flackerte es silbrig auf und eine Gestalt löste sich aus der quecksilbrig schimmernden, spiegelhaften Fläche, die den grotesken Eingang in die albtraumhafte Welt der zyklopischen Tentakelwesen von Karaktow darstellte. Julie Anderson taumelte durch das Tor und fiel in die Arme des breitschultrigen Mannes, die junge Frau vergrub das Gesicht schluchzend an seine Brust.

    »Alles gut. Alles ist gut. Wir haben es geschafft!« In der sonoren Stimme des Professors für pandimensionale Erscheinungen an der Miskatonik University zu Arkham, lag dankbare Verwunderung über die gelungene Flucht aus den Fängen der abscheulichen metamorphen Oktopoden. Er zog den Revolver aus dem Gürtel. Die letzte übrig gebliebene Kugel verließ den Lauf mit erlösendem Donner und zerschlug den unheilig funkelnden Kristall am Zenit des Tores. Langsam verblasste der silbrige Schlund in die satanische Welt, es blieb nur toter, kalter Felsen. Die morbiden, gotteslästerlichen Oktopoden, mit ihren archaischen Riten, würden niemals ihr unsagbares Grauen in die Städte rechtschaffener Menschen tragen.

    Haakon McFarlane steckte den Revolver zurück und zog Julie fester an sich. Die blonde, rehschlanke Frau war in den letzten Monaten zu mehr geworden, als die fleißige Assistentin, die ihm Post und Socken ordnete. Ihre Lippen trafen sich mit einer Leidenschaft, wie sie nur knapp dem Tode entronnene zu empfinden vermögen. Ihre Hand strich fordernd über seinen harten Schritt. Allein der kalte Nordwind, der die zerklüfteten Berghänge hinauf fegte, hielt das Paar davon ab, sich gleich vor dem grotesken Tor zu vereinen.

    Das Zelt stand an derselben Stelle, wie sie es verlassen hatten, und harrte der Rückkehr der Forscher. Keuchend fielen die Liebenden auf die klamme Matratze. Niemals zuvor verspürte Haakon einen eiligeren Drang zur geschlechtlichen Verschmelzung. Julies Bluse zerriss unter seinen gierigen Fingern und entblößte die runden, festen Brüste. Die zitternde Hand der jungen Frau umfasste die vibrierende Männlichkeit. Sie bog sich ihm entgegen, dann schlossen sich die schlanken Schenkel um die Hüften des brünftigen Mannes. Als der graue, zähe Nebel aus dem Tal emporquoll, wie der ätzende Geifer des Höllenhundes Kerberos, hallten ungezügelte Schreie der Lust durch die verfluchten Schluchten des frevlerischen Gebirges.


    Dunkle Träume jagten Haakon durch die abscheulichen Wälder von Karaktow.

    »Trrr, Trrr!« Das hohe Singen der sündhaften Tentakelwesen war nicht mehr weit entfernt. Schlimmer noch, jetzt schienen sich jene schlüpfrigen gestaltwandlerischen Boshaftigkeiten von allen Seiten zu nähern.

    »Hier entlang!«, rief McFarlane und zog Julie mit sich. Vor ihnen lag der schmale Weg am Rande der Klippe, dahinter wartete die Rettung. Das schwarze Tor in die Welt der Lebenden. Die Pflastersteine glitzerten nass und tückisch.

    »Trr, Trr‹!« Mit boshafter Intelligenz zogen die obszönen Wesen den Kreis um ihre Opfer enger.

    »Hilf mir!« Julie schrie auf, als sie auf dem abschüssigen Pfad den Halt verlor. Haakons Hand griff ins Leere, der schwarze Abgrund verschlang seine Liebe.

    Sein entsetzter Schrei hallte durch die tiefe Schlucht.


    Haakon erwachte. Er hatte geträumt, aber war es nicht genau so geschehen? Sein Puls raste. Unermessliches Entsetzen erfasste ihn. Im Dämmerlicht der unheilvollen Nebelsonne sah er an sich herab. Grünlich-blaue Tentakel umschlangen seinen nackten Leib, groteske animalische Saugnäpfe hielten ihn wie Schraubstöcke. Der Oktopode öffnete das Auge.

    »Julie«, schluchzte McFaden verzweifelt.

    »Trr, Trr!«


    531 Wörter

    3625 Zeichen

  • Sensenbach

    Wahnsinn, die Geschichte gefällt mir unheimlich gut!

    Besonders das schreckliche Geräusch, ich höre das schon im Hinterkopf ... (Trrr, trrr)

    Die letzte übrig gebliebene Kugel verließ den Lauf mit erlösendem Donner

    hach, so hat wohl noch nie einer den Knall einer Pistolenkugel beschrieben

    Toll! Originelle Ideen und herrliche Beschreibungen!


    Ich glaube inzwischen, bei einer Kurzgeschichte ist das Ende das Wichtigste. Dadurch, das alles so kurz ist, bekommt das ein besonderes Gewicht.


    Mist, jetzt bin ich unter Zugzwang und in meinem Kopf ist bis jetzt nur Chaos.

    Meine Geschichten: * Meermädchen * Kriegerkönigin * Dark Prince

  • Am 24. bin ich meine Reise zu meinen Eltern angetreten und habe dabei endlich die Zeit gefunden, mich der Kurzgeschichte zu widmen. :) Jaaa, ich habe mir ein paar Freiheiten mit den Vorgaben genommen, aber man muss ja irgendwie auch schreiben, was einen zu schreiben juckt. Ich betrachte es ein bisschen als eine Cover-Version. Wer damit nichts anzufangen weiß: Ist nicht schlimm, ich beziehe mich auf ein anderes Buch und man kann ja nicht alles lesen/gelesen haben. :) (Und wer mich kennt, hat vielleicht schon eine Ahnung.)




    Little Drummer Boy


    Die ersten Schritte auf vertrautem Boden seit meiner Reise, meine Lunge atmet bekannten, uringeschwängerten Dunst – Berliner Luft –, alles ist wieder, wie es sein soll. PAM-pam-pam-badattataPAM-pam-pam-badattataPAM-pam-pam-badattataPAM-pam-pam. Nein – nein, nein, nein, ich bin doch gerade erst all den Aalen, Pferdeköpfen, verfluchten Galionsfiguren, beschissenen Nazis und Mitläufern, zerspringendem Glas und der ewigen Ziegelmehlsuppe entkommen. Will der dreijährige Teufel mich jetzt auch noch in meiner Welt verfolgen?
    Ich wende mich um und natürlich steht Oskar hinter mir, das Tor ins literarische Danzig klafft weit offen und lässt auf einen Trauerzug blicken. Lass mich doch einfach in Frieden!, denke ich, aber das Bronskiblau seiner Augen starrt mir tief in die eigenen – und ich befürchte, vielleicht noch tiefer ...
    „Schau mal“, setze ich an, „ wenn du hier bei mir bist, dann kann dein Meister Bebra sein Versprechen gar nicht halten. Du möchtest ihn doch wiedersehen, oder?“ Das beeindruckt Oskar maximal gar nicht. Verdammte Scheiße, Lisa, denk nach, du hast sein Buch doch gelesen! Was könnte diesen Pisser bewegen?
    „Willst du dem kleinen Hochstapler, du weißt schon, dem blöden Jesusknaben in der Herz-Jesu-Kirche, willst du es dem nicht heimzahlen? Ein bisschen den Gips abbrechen, hm?“ Nichts regt sich bei Oskar, nur das ewige PAM-pam-pam-badattataPAM-pam-pam. Mir wird wieder der Trauerzug bewusst. Scheiße, bei dem Kapitel ist er noch gar nicht, es ist doch gerade erst eine Mutter – natürlich!
    Ich atme tief durch, knie mich vor Oskar, den ewig dreijährigen Blechtrommler, und sage: „Oskar, deine Mama kommt nicht wieder, aber ich weiß, dass du wieder jemanden finden wirst, so wie der blöde Jesusjunge seine Maria hat.“
    Mit den letzten Worten erhebe ich mich ...
    „Auf dich wartet auch eine Maria, und deine Roswitha ...“
    Oskars Trommelei kommt, einer Dampflok gleich, langsam zum Stillstand – sind seine Augen etwa feucht?
    ... und gebe dem kleinen Mistkerl einen kräftigen Tritt, der ihn und seine weißrot gelackte Trommel durch das Portal zurück auf den zum Fußende sich verjüngenden Sarg katapultiert.
    Auf Wiedersehen, Oskar, noch ist Polen nicht verloren.
    Ich liebe Literatur.
    Aber in welcher leben will ich nie wieder.

    [Schlaue, tiefgreifende Lebensweisheit]

  • Danke kalkwiese für deinen Beitrag! Du hast es von einer ganz anderes Seite aufgezogen, aber die Idee, eine Buchfigur zu benutzen, gefällt mir auch sehr gut!


    Ich finde es toll, dass so viele von euch mitgemacht haben, und jetzt habe ich auch endlich selber etwas gebastelt. Da hier schon so viele erstklassige Beiträge gepostet wurden, muss ich mich dafür entschuldigen, dass ich leider an euer Niveau nicht herankomme. Aber vielleicht macht es euch trotzdem Spaß. ALso hier ist meine Geschichte:


    Meine Geschichten: * Meermädchen * Kriegerkönigin * Dark Prince

    Einmal editiert, zuletzt von Kirisha ()

  • „Zurück, es sind Nachtwesen“, fauchte er.

    „Beruhige dich, wir sind in der Menschenwelt“, beeilte sich Lisa zu erklären. „Hier gibt es keine ...“

    Ihr Blick fiel auf den Raum seitlich neben der Treppe mit der Aufschrift „Transsilvanien“. Und das aufgeschlagene, zerstörte Buch vor der Tür.

    Ha! Das Ende hat es wirklich gebracht. Ein sehr schöner Twist :D

  • Heyho Kirisha

    Geile Geschichte!

    Fing für mich völlig bekannt und öde an...aber dann. :) :) :)

    Das mit dem "reingesaugt werden" in ein Buch ist ja nicht gerade neu, das "rausgesaugt werden" ist schon deutlich seltener zu finden.

    Von daher war die Überraschung gelungen - vor allem der Schluß. Da fehlt allerdings noch etwas.

    Und auf das aufgeschlagene, zerstörte Buch vor der Tür.

    Zwei Sätze, zwei Blicke. Dann isses für mich rund.


    Ansonsten :nummer1:

  • Damit wir nicht einschlafen…

    So, ich hätte auf jeden Fall noch Lust eine Kurzgeschichte zu schreiben und nach Sensenbach und Kirisha würde ich diesmal den Anstoss geben.

    Vielleicht kann diesmal jeder etwas mit den Vorgaben anfangen.


    Genre: High Fantasy

    Protagonist: Ein Zauberer/Eine Zauberin

    Ort: Ein Wald/eine Höhle/eine Ruine

    Darüber hinaus maximal zwei Figuren und ein weiterer Ort, etwa 250 Wörter.


    Ich würde mich einfach weiterhin auf das bekannte Schema beziehen. Für die, die nochmal nachlesen wollen: Hier


    Ich hoffe, dass noch mehr Lust haben und dass wieder so gute Geschichten dabei rumkommen, wie die letzten Male :)

  • Genre: High Fantasy

    Protagonist: Ein Zauberer/Eine Zauberin

    Ort: Ein Wald/eine Höhle/eine Ruine

    Darüber hinaus maximal zwei Figuren und ein weiterer Ort, etwa 250 Wörter.

    Hey Iskaral


    Danke für deine Inspiration, das hat mir gefallen! Ich hab mal versucht, etwas draus zu machen. Eine Höhle habe ich drin, Zauberer leider nicht, außerdem bin ich an der Wortzahl gescheitert - es sind 3800 Wörter geworden. Aber das läuft wohl trotzdem noch unter Kurzgeschichte?

    Ich poste die Story in drei Teilen, damit es nicht zu viel auf einmal wird:


    Wolfsblut

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    Einmal editiert, zuletzt von Kirisha ()