Inmitten der Alptraum-Wüste

  • So, da habe ich nach langer Zeit wieder etwas zu Papier gebracht, mit dem ich einigermaßen zufrieden bin. Es ist erst einmal nur eine kurze Geschichte, aus der aber vielleicht mehr werden könnte.

    Ich weiß nicht genau, ob sie in den Sci-Fi Bereich gehört, habe mich aber in Ermangelung an Alternativen dafür entschieden.

    Ich bin auf jeden Fall gespannt wie sie beim Fachpublikum ankommt :)


    (1)

    Inmitten der Alptraum-Wüste schöpfte der Sucher Wasser aus dem Brunnen einer Oase. Er streifte seine Gasmaske ein Stück zurück, damit er das Wasser kosten konnte.

    Es schmeckte noch nach der Magie, die hier vor Urzeiten am Werk gewesen war.

    Er füllte etwas von dem Wasser in eine Phiole und holte ein Gerät hervor, in welches er das Behältnis einführte. Während der Analysevorgang lief, blickt er sich um. Außer seinem Reittier, einer hässlichen, aber praktischen Kreuzung aus einem Esel und einem Vogelstrauß, war kein Lebewesen zu sehen.

    „Wir sind weit weg von der Zivilisation, mein Freund“, sagte er, aber der Eselstrauß – er war sich noch immer nicht sicher, wie er das Tier nennen sollte – würdigte ihn keines Blickes. Er schmiegte seinen Schnabel an einigen erbärmlich aussehenden, vertrockneten Grasbüscheln, doch fressen konnte er sie nicht, denn auch er trug eine Gasmaske, welche den Schnabel verdeckte. Die Sonne brannte heiß und nur zu gerne hätte er sich und seinem Tier die Tortur der Masken erspart. Zu hoch war das Risiko, falls der Test die Vermutungen des Suchers bestätigten.

    Die Analyse war abgeschlossen und das Ergebnis eindeutig positiv. Nicht nur befanden sich Spuren von Oura im Wasser, sondern darüber hinaus war es in solch hoher Konzentration, dass eine Quelle in der Nähe sein musste.

    „Die alte Schachtel hat also nicht gelogen.“ Er machte sich daran eine Sonde im Wasser des Brunnens zu stationieren. „Los mein kleiner, enttäusche mich nicht.“

    Aufgeregt surrend tauchte sie ab.

    Diese Sonde war sein wertvollster Besitzt, da sie noch über eine eigenständig operierende, rudimentäre KI verfügte. Dies war unabdingbar für die Jagd nach Oura, der wertvollsten und tückischsten Substanz, die den Menschen von Sanga bekannt war. Er musste wissen, wo genau sich die Quelle befand. Eine umfassende Grabung wäre zu aufwendig und würde zu lange dauern.

    Während er gespannt darauf wartete, dass die Sonde Meldesignale von sich gab und damit kundtun würde, dass sie fündig geworden war, begann sein Reittier zu schreien. Anders lassen sich die Laute eines Eselstraußes unter einer Gasmaske nicht beschreiben. Auch wenn der Sucher fand, dass sein Tier manchmal zu aufgeregt und dramatisch klang, in diesem Fall sollte es recht behalten:

    Um die Oase herum hatte sich eine Reihe von Gestalten eingefunden. Es waren Ghoule, Menschen, die zu lange dem Oura ausgesetzt waren und durch die fremdartige Energie dieser Substanz nun in groteske Ungeheuer verwandelt worden waren. Ihre hängenden, ausgezehrten Gliedmaßen täuschten über die Kräfte hinweg, die in ihnen saßen und nicht wenige hatten Merkmale von Tieren ausgebildet: Mit Stacheln besetzte Schweife, ledrige Flügel, scharfe Krallen oder erbarmungslose Mandibeln. Doch alles schien völlig unproportioniert und geradezu willkürlich zusammengefügt.

    Fluchend zog er aus seinem Gewand eine Pistole, spannte den Hahn und zielte auf die anrückenden Feinde. Er zählte sechs, hatte jedoch nur drei Patronen in seinem Gürtel stecken, zuzüglich jener, die bereits erregt im Lauf der Waffe wartete, um Knochen und Fleisch zu durchdringen. Zu teuer waren die Geschosse auf dem Basar gewesen, weshalb er nicht mehr gekauft hatte. Nun verfluchte er sich für diesen Leichtsinn. In diesem Moment kam das Signal der Sonde und drang aus dem Brunnenschacht nach oben. Wenig später schoss sie selbst an die Oberfläche, was einige Ghoule erschrocken zusammenzucken ließ.

    „Hah!“, schrie der Sucher und die Ghoule wichen zurück. Sein erster Schuss traf einen der verdutzten Ghoule genau zwischen vier, mit Sand verkrusteten Augen. Die Abscheulichkeit brach unter Krämpfen zusammen. Wild fauchend zogen sich daraufhin drei weitere zurück, doch zwei blieben und stürmten auf ihn zu. Da er keine Zeit zum Nachladen hatte zog er sein Kurzschwert und ging in Verteidigungsposition, wobei er den Brunnen in seinem Rücken wusste.

    Er schnellte vor und durchschnitt den Hals des vorderen Feindes. Mit einer kurzen Drehung wich er dem Hieb des nachfolgenden aus. Der Schlag, geführt mit einem stachel-bewehrten Tentakel traf stattdessen den äußeren Rand des Brunnens. Anstatt sich zu verletzten oder einige der Stacheln abzubrechen, wie vom Sucher erhofft, zerbarst der Stein zu seinem Entsetzten unter der Kraft des Schlages. Es verschaffte ihm eine Gelegenheit auf dem Kopf des Tentakel-Ghouls einzuschlagen. Das mitternachtsblaue Blut schoss ihm entgegen. Da er eine Gasmaske trug und einen dicken Mantel samt Kapuze, berührte das Blut seine Haut nicht, doch es verschmierte die Linsen der Maske, sodass er nichts mehr sehen konnte. Mit den Handschuhen versuchte er sie sauber zu wischen. Es gelang ihm nicht ganz. Ein dunkler Schleier blieb vorhanden, durch den seine Sicht noch weiter eingeschränkt wurde. Er konnte noch erkennen, dass sein tapferes Reittier sich seit Beginn des Kampfes nicht bewegt hatte. Nein, das stimmte nicht. Es stand zwar immer noch an derselben Stelle wand sich aber nun. Der Sucher konnte zunächst nicht erkennen, was der Grund war, doch als er ihm schließlich gewahr wurde, ergriff ihn die Panik mit unerbittlichen Klauen. Eine Hand hatte sich aus dem Wüstenboden herausgeschält und den Eselstrauß am Bein gepackt. Am anderen Ende der Hand befand sich ein Ghoul, der mit einem klaffenden, weit aufgerissenem Maul nach den armen Tier schnappte. Ohne zu überlegen warf er sein Kurzschwert und es durchbohrte den Oberkörper, des Ungeheuers, welcher gerade so aus dem Erdboden hervorragte. Hinter sich vernahm er nun erneut Gebrüll, doch als er sich umdrehte war es zu spät. Einer der feigeren Ghoule, hatte den Rückzug abgebrochen und war auf den Sucher zu gestürmt, als er ihm den Rücken zugewandt hatte. Eine lange Klaue riss über seine Brust und blieb unterhalb des rechten Schultergelenks stecken. Beide Körper gingen zu Boden. Der Ghoul schnappte nach ihm und bekam seine Gasmaske zu fassen, die er dem Sucher vom Gesicht riss. So waren sie nun Angesicht zu Angesicht und der Sucher erkannte, nun da er freie Sicht hatte, dass sein Gegner nur über ein funktionierendes Auge verfügte, das andere war bereits nur noch eine leere Höhle. Er revanchierte sich also, indem er seinen linken Daumen in der anderen Augenhöhle versenkte. Diesmal spritzte das Blut genau in seinen, nach Atem ringenden Mund und er röchelte und spuckte, als der Ghoul sich blind schreiend von ihm Stieß.

    „Ach Scheiße, den Geschmack werde ich nie mehr los!“, schrie der Sucher und verpasste dem blinden, sich windenden Feind einen Tritt, bevor er sich aufrichtete. Die Kreatur gab immer noch nicht Ruhe und schrie weiter. Der Sucher glaubte, dass seine Trommelfelder platzten würden und schleppte sich blutend zu seinem Reittier. Er zog das Schwert aus dem, noch immer halb im Sand verborgenem Kadaver des Ghouls und machte sich daran, seinem letzten Feind den Gnadenstoß zu versetzten.

    Einmal editiert, zuletzt von Iskaral ()

  • Gefällt mir gut, Iskaral , das ist ein wirklich interessantes Setting, was du uns hier vorstellst. Der Anfang erinnerte mich sehr stark an den Anime "Nausicaä aus dem Tal der Winde" von Hayao Miyazaki. Die verseuchte Umwelt, die Entnahme von Proben, das notwendige Tragen von Masken.

    Die Ghoule hast du für mich super beschrieben. Du hast wirklich eine Menge Fantasie, da hatte ich tolle Bilder im Kopf. :thumbup: Insgesamt hast du mich auf jeden Fall gecatcht mit dem Teil und ich bin gespannt, wo du uns hinführst.

    Abohaken sitzt. :smoker:

    Wenn wir wüssten, wie kurz das Leben ist, würden wir uns gegenseitig mehr Freude machen.
    (Ricarda Huch)



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  • Heyho Iskaral

    Yep, daß macht wirklich Lust auf mehr.

    Ein paar Kleinigkeiten sind mir aber aufgefallen. Vielleicht schaust Du da mal drüber:

    Dies war unablässig für die Jagd nach Oura, der wertvollsten und tückischsten Substanz, die den Menschen von Sanga bekannt war.

    Ich denke, Du meintest "unabdingbar", also zwingend notwendig. "Unablässig" bedeutet ja eher sowas wie "ohne Pause".

    Fluchend zog er aus seinem Gewand eine Pistole, zog den Spannhahn zurück und zielte auf die anrückenden Feinde. Er zählte sechs, hatte jedoch nur drei Patronen in seinem Gürtel stecken, zuzüglich jener, die bereits erregt im Lauf der Waffe wartete, um Knochen und Fleisch zu durchdringen.

    "Spannhahn" ist neologismusverdächtig. :) Wird man in keinem Waffenhandbuch finden, daher empfehle ich die Formulierung "spannte den Hahn und zielte auf die anrückenden Feinde."

    Ebenfalls ziemlich cool formuliert: Eine "erregt" im Lauf wartende Patrone. Wie muß ich mir die denn vorstellen? Brüllt die aus dem Lauf "Kill! Kill!! Kill!!! - Ich will töten!!! Lass mich endlich raus!!!" oder sowas? :) :) :)

    Der Sucher ist erregt und vielleicht zittert seine Hand, das Adrenalin pumpt und das würde ich auch kurz beschreiben - aber der Patrone im Lauf sind Emotionen wurscht. Die ist nicht erregt, sondern einfach da.

    Da er keine Zeit zum Nachladen hatte zog er sein Kurzschwert und ging in Verteidigungsposition, wobei er den Brunnen in seinem Rücken wähnte.

    Ich glaub' nicht, daß er nur vermutet, daß der Brunnen hinter ihm ist. Er hat schließlich die Sonde selber da rein gepackt. Also würde ich "wähnte" gegen ein sicheres "wusste" tauschen.

    Da er eine Gasmaske trug und einen dicken Mantel samt Kapuze, berührte das Blut seine Haut nicht, doch es verschmierte die Linsen in der Maske, sodass er nichts mehr sehen konnte.

    Da tappe ich jetzt etwas im Dunkeln: Wenn der Sucher durch seine Ausrüstung von aussen für Ghoulblut nicht zu erreichen ist und die Gasmaske tatsächlich nur eine simple Gasmaske ist, wie kann das Blut dann die "Linsen" IN der Maske verschmieren?


    Ist alles nur Kleinkram, aber wie sagt's der Volksmund so zutreffend: Kleinvieh macht auch Mist.


    In diesem Sinne Cheers.

  • Hallo :)

    Joa, ich mag Action als Einstieg und würde weiterlesen, weil flüssig geschrieben.

    Alle Anmerkungen sind nur Vorschläge.

    MfG

  • Hey Iskaral


    Der Einstieg in deine Geschichte gefällt mir sehr gut :thumbup: Dein Schreibstil liest sich flüssig und es fällt leicht, dir zu folgen. Ich fand deine Beschreibungen sehr cool und so kleine Details wie den Eselstrauß oder auch die Darstellung der Ghoule haben das ganze sehr lebhaft wirken lassen. Am Ende habe ich ein wenig um unseren Prota gebangt, als er das Blut abbekommen hat. Ob das noch irgendwelche Folgen haben wird? :hmm:


    Eine Sache war mir nur aufgefallen. Offenbar hast du ein Lieblingswort, das du sehr gerne verwendest :)



    LG,

    Rainbow

  • Hallo Iskaral,

    das liest sich wie der Auftakt zu einer sehr vielversprechenden Story. Erinnert mich stark an das RPG "Elex" - eine mutmaßlich postapokalyptische Welt, der gemischt Einsatz von modernem und mittelalterlichen Waffen sowie Magie, die bizarren Geschöpfe.

    Da waren einige beeindruckende Szenen dabei: der Ghoul, der aus dem Sand mit der Hand nach dem Eseltrauß greift, die Gasmaske, bei der sich durch die Blutspritzer die Sicht verschlechtert und der Nahkampf mit dem Ghoul, dessen Auge schließlich dran glauben muss. Die Logik der ganzen Szene schien mir alles in allem auch stimmig. Ich habe daher auch nichts größeres gefunden, sondern eher Details - vor allem die Kampfszene betreffend:

  • Wow, danke für das viele Feedback. :) Ich habe den ersten Teil noch einmal euren Vorschlägen und Bemerkungen nach überarbeitet, will aber noch das eine oder andere Wörtchen verlieren:


    (2)

    Nachdem die Schreie endlich verebbt waren, holte er eine kleine Phiole aus einer Tasche, die in den Falten seines Gewandes verborgen war. Sie enthielt eine rosa schimmernde Flüssigkeit, welche er in einem Zug austrank. Das Blut des Ghouls würde ihn nicht auch zu so einer Abscheulichkeit mutieren lassen, war aber dennoch hoch giftig. Dem Sucher war noch kein Fall bekannt, in dem jemand das Blut getrunken hätte. Er hoffte einfach, dass die Dosierung seines Gegengiftes ausreichen würde. Weil dieses normalerweise einen so widerlich bitteren Geschmack hatte, dass er sich immer beinahe übergeben musste, hatte er es diesmal mit Himbeer-Aroma versetzt. Trotzdem verzog er das Gesicht und musste sich sehr beherrschen, seinen Mageninhalt bei sich zu halten und das Mittel runter zu schlucken.

    Er begutachtete seine Wunde. Der Schnitt auf der Brust war nicht allzu tief, nur seine Jacke hing in Fetzten. Dramatischer war da schon seine Schulter, denn die Klaue des Ghouls hatte hier den Knochen getroffen und war in das Gelenk eingedrungen. Gegen die Schmerzen trank er erneut den Inhalt einer anderen Phiole leer, doch würde er den Arm in nächster Zeit nicht belasten können. Der Sucher konnte ihn nicht einmal bewegen und er hing ihm einfach an der rechten Seite nach unten.

    Während er behelfsmäßig versuchte seine Wunde zu säubern und zu verbinden richtete er sich an sein Reittier: „Mich nennt man Enkidu, das bedeutet sinngemäß der Stille. Du, mein stoischer Freund, sollst Gittu, der Laute, heißen.“

    Zufrieden schnaubte das Tier und schüttelte den Kopf, wobei seine langen Ohren schlackerten und Enkidu über der Schläfe trafen. Lachend nahm er seinem tierischen Gefährten die Gasmaske ab, was sich als schwierig erwies, mit nur einer funktionierenden Hand.

    „Aber nur für einen Moment, verstanden? Wenn wir haben, was wir suchen, dann brauchst du die Maske wieder.“

    Gittu klappte seinen Schnabel auf und zu und blähte die Nüstern.

    Die Sonde lag immer noch unbeeindruckt neben dem nun zerstörten Brunnenschacht.

    „Und was hast du gefunden, mein kleiner Freund? Hoffentlich hast du dir bei diesem Hechtsprung nichts getan.“ Er streckte die Hand aus und sie schien ihre winzigen Antennen und Messinstrumente wie Arme nach ihm auszustrecken.

    Die Synchronisierung der Daten der Sonde dem entsprechenden Auslesegerät gestaltete sich als kompliziert, wenn man nur einen funktionierenden Arm zur Verfügung hatte. Schlussendlich gelang es ihm, die entsprechenden Verbindungsdrähte zu verknüpfen. Nicht zum ersten Mal fluchte er, dass er mit so veralteter Technik hantieren musste und dass keine Ersatzteile mehr für derart rudimentäre Roboter hergestellt wurden. Hier in der Wüste hatte kaum jemand das Geld, geschweige denn die Energiereserven um einen Biocomputer der neusten Generation zu benutzen. Die minder intelligenten, aber auch pflegeleichteren KIs waren viel besser geeignet für seine Zwecke.

    Die Ergebnisse der Untersuchung waren eindeutig. Auf dem Display des Auslesegeräts wurde eine Umgebungskarte angezeigt, auf der die Konzentration von Oura-Partikeln im Untergrund angezeigt wurde. Alles ging von einem geballten Punkt aus, der etwa 6 Meter rechts vom Brunnen lag. Jetzt war er sich sicher zu wissen, wo sich die Quelle befand. Unterirdisch, wahrscheinlich in direktem Kontakt mit dem Wasser, oder nur durch eine dünne Erdschicht davon getrennt. Die Menschen, die durch diese Oase kamen, mussten durch das Wasser mit dem Oura in Kontakt getreten sein. Bei jenen, die auf ihren Wegen durch die Wüste öfter an diese Oase kamen, musste die Dosierung ausgereicht haben, um das Brechen ausgelöst zu haben, die Transformation in einen Ghoul.

    Enkidu kramte aus den Satteltaschen seines Reittiers einen pneumatischen Spaten und seine Ersatzgasmaske. Sie war zwar weniger bequem, aber er wollte verdammt sein, wenn er die andere Maske je wieder tragen würde, die vom Speichel und Blut des Ghouls ganz durchnässt war. Unter den entschiedenen Protesten Gittus, der ebenfalls wieder seine Maske tragen musste, machte sich Enkidu an die Arbeit. An der Oberfläche war die Konzentration nicht so stark, dass es ihnen in dieser kurzen Zeit schaden würde, aber das was er da ausgrub war von einem ganz anderem Kaliber.

    Die Arbeit ging schleppend voran. Nach jedem Stich des Spatens und nach jeder Ladung Erde und Sand, die er beiseite schaffen konnte, musste sich die pneumatische Vorrichtung des Werkzeugs erst einmal mehrere Sekunden neu aufladen, bevor er den nächsten Stich tun konnte.

    Der Gedanke, dass er sich nach diesem Auftrag die beste und modernste Ausrüstung würde leisten können, ließ ihn den Spaten immer energischer in die Erde treiben.

    Schließlich traf das Werkzeug auf etwas Hartes. Kein Stein, keine ausgedehnte Wurzel einer Wüstenpflanze, nein, die Spitze des Spatens splitterte und zwischen der gelockerten Erde leuchtete ein schwaches Licht.

    „Gelobtes Galiläa!“, stieß Enkidu aus und grub nun ungeduldig mit der linken Hand weiter, so gut es eben ging, bis er es freigelegt hatte: Einen kleinen, etwa faustgroßen Orb, von dessen Inneren ein bläuliches Licht ausging. Viddit-Shakti, eine Sphäre der Macht, ein Artefakt längst vergangener Äonen. Aus einer Zeit, als es auf der Erde noch kaum ein Leben gab, das man als solches bezeichnen durfte. Eine der Quellen des Oura.

    Aus dem Gepäck holte er eine schwarze Box aus Synth-Stahl, der einzigen Substanz, welche Oura abschirmen konnte. Seine Handschuhe waren zwar dick und mit eben jenem Metall verstärkt, doch lag eine große Gefahr darin, etwas derartiges nahe an seinem Körper zu tragen. Der Kubus aus drei Zentimeter dickem Synth-Stahl bot da Abhilfe. Die Öffnung der Box gestaltete sich zwar herausfordernd, mit nur einer Hand, es gelang ihm allerdings nach mehreren frustrierenden Versuchen, den Verschluss zu entriegeln. Er ließ den Orb hineingleiten und steckte die Box ein. Sie passte gerade so in eine der freien Taschen, verursachte aber eine seltsam kantige Ausbeulung in seinem Gewand.

    Er nahm sich und Gittu die Gasmasken ab und streichelte den Schnabel seines Gefährten, bevor er sich in den Sattel schwang und die Oase verließ. Erst jetzt merkte er, wie ausgelaugt er durch den Kampf und die Anstrengungen des Tages war und während er auf dem Eselstrauß ritt, schwanden seine Kräfte immer weiter.

    Einmal editiert, zuletzt von Iskaral ()

  • Heyho Iskaral

    Ich habe lange überlegt, ob ich das rausnehme oder nicht. (Das Wort "erregt" war hier keineswegs ein Versehen) Ich mochte die Personifikation aber so sehr, dass ich sie nicht gekickt habe

    Gute Wahl, weil Du sie jetzt auch entsprechend ummantelt hast, wie ich gelesen habe. So passt das prima.


    Die Sonde lag immer noch unbeeindruckt neben dem, nun zerstörten, Brunnenschacht.

    Ist ein ganzer Satz. Kommata sind überflüssig.

    „Und was hast du gefunden, mein kleiner Freund? Hoffentlich hast du dir bei diesem Hechtsprung nichts getan.“ Er streckte die Hand aus und die Sonde schien ihre winzigen Antennen und Messinstrumente wie Arme nach ihm auszustreckantennenen.

    Nö. Die Sonde macht es: "Er streckte die Hand aus und die Sonde reckte ihm ihre winzigen Antennen und Meßinstrumente entgegen."

    Zu "auszustreckantennenen" sage ich jetzt mal nichts. :)

    Nach jedem Stich des Spatens und nach jeder Ladung Erde, die er beiseite schaffen konnte, musste sich die pneumatische Vorrichtung des Werkzeugs erst einmal mehrere Sekunden neu aufladen, bevor er den nächsten tun konnte.

    "...bevor er den nächsten tun konnte."

    Wir wissen beide,was. Wird aber nicht klar. Also entweder: "bevor er den nächsten Stich tun konnte." oder Umstellung des ganzen Satzes:

    "Nach jedem Stich des Spatens mußte sich die pneumatische Vorrichtung des Werkzeugs erst einmal mehrere Sekunden aufladen, bevor er den nächsten tun konnte."(...um die aufgeworfene Erde beiseite zu schaffen..)


    Schau mal drüber.

  • Hey Iskaral


    Eine gelungene Fortsetzung. :) Ich finde, das liest sich wirklich schon sehr gut, was du da schreibst.


    Meine Anmerkungen packe ich mal in den Spoiler



    LG,

    Rainbow

    • Offizieller Beitrag

    Inmitten der Alptraum-Wüste schöpfte der Sucher Wasser aus dem Brunnen einer Oase. Er streifte seine Gasmaske ein Stück zurück, damit er das Wasser kosten konnte.

    Hi Iskaral
    Ich hab mir mal deinen ersten Part durchgelesen. Das Setting mag ich bisher schon mal. Und es passt acuh gut zum Titel deiner Geschichte. Ich finde allerdings (gerade am Anfang) die Erzählweise etwas distanziert. Verstärkt wird das ganze dadurch, dass wir hier nur "er" oder "der Sucher" als Synonym für unseren Prota haben. Mein persönlicher Geschmack ist das nicht.

    Im Kampf hatte ich mal kurz den Überblick verloren, als der Eselstrauß (coole Idee btw. Ich weiß nicht warum, aber das Tier gefällt mir) angegriffen wurde. Auch fand ich an dieser Stelle die Beschreibungen nicht so gelungen.

    Ansonsten sind es noch so Kleinigkeiten.
    Das sich der fliehende Ghoul nochmal umgedreht hat, fand ich komisch. Das las sich im ersten Moment konstruiert.
    Das er nur so wenig Patronen dabei hat, verstärkt das Setting meiner Meinung nach. Nur vier Patronen ist echt wenig und macht Munition zu einer sehr wertvollen Ware. Das gefällt mir, weil mal nicht wild drauflosgeschossen werden muss, und man sich genaustens überlegen sollte, wann man den Abzug ... zieht(?)

    Das er mit dem Kurzschwert erst in Verteidigungsstellung geht , dann aber doch vorschnellt. Ja, ich weiß beides ist möglich, wirkte auf mich aber was komisch. Ich würde es wahrscheinlcih noch mit einem Halbsatz oder so ausschmücken, wie es zu der Bewegung kommt. Aber was Kämpfe angeht würde ich jetzt nicht unbedingt auf meinen Rat hören xD

    Und zu guter Letzt: Die Maske, der Mantel, Wüste. Das klingt alles sehr staubig und dreckig. Die ganze Welt wirkt auf mich so abgefuckt. Sowas mag ich. Du hast es geschafft, das Setting anhand weniger Schlüsselworte schnell zu transportieren. Mag ich auch :D

  • Ich bedanke mich wieder für die vielen konstruktiven Rückmeldungen, das hilft mir ungemein. :danke:

    Als ich angefangen habe, wollte ich nicht viel weiter schreiben, als bis hier. Doch jetzt habe ich noch fünf weitere Parts in der Hinterhand, Tendenz steigend. Ich fürchte Enkidu wird noch so einiges erleben. Ich glaube ich werde den Titel auch irgendwann abändern, weil die Geschichte sich definitiv aus der Wüste herausbewegt. :hmm:

    Bei diesem Teil kann ich kaum einschätzen, ob er gelungen ist und ob er vielleicht nicht aus den falschen Gründen verwirrend ist.



    (3)

    Obwohl der Sand, der Schweiß und die Erschöpfung seine Sicht trübten, meinte Enkidu in der Ferne verschwommene menschliche Gestalten zu sehen, als Gittu gerade eine Düne erklomm. Sie marschierten geradezu über die Dünen und ihre langen Gewänder flatterten im Wind. Es schien ihm, als wenn ihre Haut in der Sonne blitzte und funkelte, doch dies musste eine Halluzination sein. Er gestand sich ein, dass er es wohl kaum aus der Wüste schaffen würde. Zu schwach und ausgezehrt war sein Körper. Es sei denn, er fände eine Oase, die nicht durch Oura kontaminiert wurde. Gittu trabte weiter, es war Enkidu unbegreiflich, wie er selbst so entkräftet auf dem Sattel seines zähen und noch munteren Tiers sitzen konnte. Warum war er so unendlich müde? Er lehnte sich vor, um am Halse Gittus seinen Kopf betten zu können und mit der Mähne als Kissen etwas zu schlafen. Dabei fiel er aus dem Sattel und in den Sand. Seine rechte Schulter schmerzte unerträglich, als sein ganzes Gewicht auf ihr lag. Er versuchte sich umzudrehen und mit dem linken Arm aufzustützen, doch er übergab sich prompt. Was er da ausspie, war tiefschwarz und Klumpen von Blut schwammen in der stinkenden Substanz. Sein Mund fühlte sich noch trockener an als zuvor und er schmeckte das Ghoulblut wieder deutlich auf der Zunge. „Scheiße“, hauchte er noch gerade so aus, als er zusammensackte und erneut in den Sand fiel. Er hörte Gittu schreien.


    Als sein Herr, mit dem Gesicht nach unten, in seinem eigenen Erbrochenen lag, stupste der Eselstrauß ihn an. Er rührte sich nicht und das Tier packte sein Gewand mit dem Schnabel und zog ihn auf die Düne hinauf. Es stieß laute Schreie aus, die ihren Weg durch die Wüste bahnten, bis sie schlussendlich vom Sand der Dünen verschluckt wurden.

    Eine Gruppe schwarzer Silhouetten näherten sich dem verzweifelten Tier und seinem bewusstlosen Reiter.


    In der Dunkelheit gab es keine Rettung, keine Erlösung, nur Kälte und noch mehr Schmerzen. So hatte Enkidu sich den Tod nicht vorgestellt. Bestünde dann die Möglichkeit, dass er noch nicht tot war? Er spürte seinen Körper nicht, versuchte zu atmen, doch etwas steckte in seinem Mund. Er spürte Metall an seinen Zähnen, konnte nicht schlucken, nur durch die Nasenlöcher atmen. Seine Augenlider schienen ihm nicht zu gehorchen, denn so sehr er sich anstrengte, sie öffneten sich nicht und die Dunkelheit blieb. Er glaubte allerdings einen seiner Finger zu spüren. Das Gefühl breitete sich aus und er glaubte den ganzen rechten Arm nun bewegen zu können. Doch nur ein unkontrolliertes zucken ging durch ihn und daraufhin verließ ihn wieder völlig das Leben. Enkidu war jedoch so, als könnte er aus der Ferne etwas klirren hören. Dann durchfuhr ihn stechender Schmerz, ihm fehlte jedoch die Kraft zu schreien.

    In die Schwärze, die seinen Geist umgab, gesellte sich ein Licht. Es kam näher und verschwand wieder. Dann tauchte es erneut auf und schien mit einem Mal die gesamte Dunkelheit zu vertreiben. Er sah etwas, oder vielmehr glaubte er etwas zu sehen. Eine Gestalt, die sich aus dem Licht herausbildete. Sie hatte Flügel, oder waren es Flossen? Sie hatte Federn, oder waren es Zähne und Hornplatten, die aus der Haut wuchsen? Hatte es überhaupt eine Haut, oder waren es Schuppen? Ihm war, als blickten ihn hunderte Augen ohne Lider zugleich an. Es schien ihm, als befände sich hinter all diesen Augen nur ein einziges Wesen. Und ein Gefühl breitete sich in ihm aus, das aus weiter Ferne zu stammen schien, ein wohliges Gefühl, als ob ein uraltes Rätsel, ein uraltes Problem gelöst wurde. Dann machte sich das Gefühl der Verwunderung breit und das Licht zerstob in unzählige winzige Fäden. Das Wesen schien auf einmal verschwunden zu sein und hinterließ dabei nicht nur Leere, sondern eine Fehlstelle. Das Gefühl, dass etwas nicht da war, was aber da sein müsste. So sehr er sich auch anstrengte, konnte Enkidu das Nichts, oder vielmehr das Fehlen des Nichts nicht begreifen.


    Die Zeit zog sich für ihn wie eine Ewigkeit hin, bis er die Kraft fand, um die Augen zu öffnen. Die Finsternis zerbrach in tausend Stücke, nur um einer anderen Dunkelheit Platz zu machen, wie es schien. Diesmal fühlte sie sich jedoch nicht befremdlich an, sondern vertraut, insofern, als er sie mit seinen Sinnen fassen konnte.

    Er erkannte, dass er sich in einem Raum befand, schlecht ausgeleuchtet und ohne Fenster, sodass er nicht sehen konnte, was sich, außer ihm, noch da befand. Er glaubte auf einem Bett zu liegen, doch sicher war er sich nicht. Das Gefühl kehrte in seine Glieder zurück, nur der rechte Arm blieb weiterhin taub. Er nahm seine ganze Kraft zusammen und tastete nach ihm. Er konnte ihn nicht unter den Fingerkuppen der linken Hand spüren. Da war nichts. Entsetzt setzte er sich auf, so gut es ging. Er sah an sich herunter und schüttelte ungläubig den Kopf. Alles drehte sich um ihn herum und ihm war, als wenn er sich gleich übergeben müsste. Da wo sein rechter Arm eigentlich sein sollte, war nichts. Nichtmal ein Stumpf. Im Halbdunkel sah er, dass ein Verband um seine Schulter lag und unter ihm war kein bisschen Arm zu erkennen. Er saß nun keuchend, aufrecht auf einer Pritsche. Er konnte es noch immer nicht fassen. Die Fragen nach dem Wie und dem Warum spielten in diesem Moment keine Rolle. Er wollte nur eines wissen: Was, zur Hölle, war mit seinem Arm passiert?

  • Hey Iskaral,


    Als ich angefangen habe, wollte ich nicht viel weiter schreiben, als bis hier.

    Warum nicht? Das war doch gerade mal die Einleitung :rofl:


    Freu dich nicht zu früh :evil:

    Ich habe es geahnt. Dämonenblut oder wahlweise Ghoulblut abzubekommen kann nichts Gutes verheißen :crazy:


    Meine Anmerkungen zum neuen Teil packe ich mal in den Spoiler: (Irgendwie konnte ich die Spoilerklammern nicht setzen, wie ich wollte...lass dich davon nicht irritieren. )



    Er glaubte allerdings einen seiner Finger zu spüren. Das Gefühl breitete sich aus und er glaubte den ganzen rechten Arm nun bewegen zu können.

    kleine Wiederholung


    Er spürte seinen Körper nicht, versuchte zu atmen, doch etwas steckte in seinem Mund. Er spürte Metall an seinen Zähnen,

    Wiederholung


    Das Wesen schien auf einmal verschwunden zu sein und hinterließ dabei nicht nur Leere, sondern eine Fehlstelle. Das Gefühl, dass etwas nicht da war, was aber da sein müsste. So sehr er sich auch anstrengte, konnte Enkidu das Nichts, oder vielmehr das Fehlen des Nichts nicht begreifen.

    Das Wort "Fehlstelle" hat mich hier etwas irritiert :hmm: Mit der Beschreibung dessen, was plötzlich nicht mehr da ist, meintest du aber nicht den Arm, oder? Ich finde die Textstelle sehr verworren...soll aber vielleicht auch so wirken.


    Das ist ja eine richtig albtraumhafte Situation. Dabei fällt mir gerade dieser völlig unpassende und geschmacklose Wortwitz ein: Lieber Arm dran, als Arm ab. :rofl: ...


    Bin schon sehr gespannt, wie es weitergeht. :gamer: Ich nehme an, Enkidos Arm war aufgrund der Verletzung durch den Ghoul nicht mehr zu retten gewesen. Mal sehen, wer es war, der ihm da zur Hilfe geeilt ist...


    [/Spoiler]


    LG,

    Rainbow

  • „Wir sind weit weg von der Zivilisation, mein Freund“, sagte er, aber der Eselstrauß – er war sich noch immer nicht sicher, wie er das Tier nennen sollte

    Na Straußel :>


    Also diese Geschichte scheint stark handlungsfokusiert zu sein, jedenfalls ist das mein Eindruck beim Lesen gewesen. Enkidus Emotionen und Gedanken werden oberflächlich behandelt, weshalb er (oder der Text im generellen, das müsste der weitere Fortgang zeigen) ziemlich nüchtern auf mich wirkt - was ja okay ist, dann ist es eben diese Art Geschichte ^^


    Wieso hast du dich für den Bezeichnung "Sucher" entschieden? Mein Kopf wollte die ganze Zeit "Suchender" draus machen.


    zuzüglich jener, die bereits erregt im Lauf der Waffe wartete,

    Peng, peng - Feuer frei 👀 Ich verstehe schon.


    Falls du auf sowas Wert legst (und ich habe bereits festgestellt, dass meine Ansprüche diesbezüglich von den wenigsten im Forum geteilt werden ^^°): Allein im ersten Teil hast du auf den knapp 1 1/2 Seiten Text zehn Mal das Wort "war" verwendet, was mir persönlich sieben bis acht Mal zu viel wäre. Ich bin mir sicher, dass sich Formulierungen gefunden hätten, durch die man diese Häufung hätte entzerren können. Die Deutsche Sprache bietet eine ungeheure Bandbreite an Worten und meiner Meinung nach sollte man keine Hemmungen haben, diesen Fundus auszuschöpfen.

    Außerdem beginnen auffällig viele Sätze nach dem Schema "Er begutachtete seine Wunde.", "Die Analyse war abgeschlossen", "Enkidus kramte hervor" usw, oftmals gefolgt von einer ähnlichen bis gleichen Satzlänge bzw. -struktur. Damit belastest du deinen Text mit einer Monotonie und stiehlst ihm gleichzeitig seine Metrik. An manchen Stellen habe ich meine Augen erwischt, wie sie deswegen Absätze überspringen wollten.


  • Interludium

    Da war er wieder, zwischen Schwaden und Nebeln ritt der Reiter mit dem Eisenarm. In der synthetischen Hand trug er eine schwach leuchtende Kugel, so viel war dem sehenden Auge des Beobachters bisher offenbart worden. Doch nun sah er, dass der Reiter ebenfalls ein Licht in sich trug. Eines, das stärker leuchtete, viel stärker und dazu in allen Farben, die ein menschlicher Geist nur erdenken konnte. Als er, der Beobachter, an sich hinunterblickte, sah er dasselbe Licht aus seiner Brust austreten. Er spürte, dass es ihn von innen heraus verbrannte. Lächelnd gab er sich dem Schmerz hin und stellte sich vor, wie seine inneren Organe in seinem Körper zu glühender Asche wurden.

    Die Vision verblasste und die Dampfschwaden verzogen sich.

    „So ist das also“, sagte eine Stimme in seinem Kopf, sie klang zufrieden. Es war der Ehrgeiz. Eine andere Stimme, die Paranoia, meldete sich: „Hast du es nicht gesehen? Wir werden verbrennen!“

    „Und doch werden wir wieder auferstehen, wie der Phönix aus der Asche“, entgegnete der Ehrgeiz.

    Ein Streit entbrannte zwischen ihnen und drohte die Gedanken des Beobachters zu sprengen. Seine Hand tastete nach einem Schalter und betätigte ihn. Ventile öffneten sich, Blut strömte

    durch Schläuche aus seinem Körper, in ein Gefäß mit einer trüben, bläulichen Flüssigkeit und gereinigt strömte es wieder von dem Gefäß in den Körper zurück. Die Stimmen verstummten langsam und der Beobachter setzte sich auf.

    „Mein Prinz, konntet Ihr etwas erkennen?“

    Die neue Stimme kam nicht aus dem seinem Inneren, sondern sie traf von Außen auf seine Ohren, so wie es sein sollte.

    Der Prinz nickte bedächtig. Er stand in der Wanne auf und dickflüssiger Schleim tropfte von seinem Körper. „Der Verdacht hat sich erhärtet“, er strich sich mit langen Fingern über den glatten Bauch, der keinen Nabel besaß, „Magistrat, wir müssen ihn finden. Sendet Nachricht an all Eure Spione, Spitzel, Attentäter und wer Euch sonst noch gehorcht. Und sorgt dafür, dass der König nichts davon erfährt.“

    Er spuckte die letzten Worte förmlich aus. Jener Mann, der ihn als seinen Sohn bezeichnete, jener Tyrann, der sich selbst König nannte, jener der ihn sein Leben lang belogen und missbraucht hatte, jener den er mehr als jeden anderen hasste, jener sollte am wenigsten über das wissen, was der Magistrat und er hier planten.

    Magistrat Batu Uliman nickte. „Gewiss, doch Prinz Iztubar.“

    Der Prinz fasste sich an den Kopf und erinnerte sich an das Gefühl des Verbrennens.

    Der Magistrat bedachte ihm mit einem besorgten Blick und gab zu bedenken: „Die Wesenswandler sind ein gefährliches Spielzeug, diese psychoaktiven Viren dann auch noch gepaart mit reinem Oura“, er schüttelte den Kopf, „nicht einmal jemand wie Ihr solltet diese Mischung an Euren Körper lassen.“ Er stockte, doch fügte dann hinzu: „Ganz abgesehen von dem Vermögen, das Eure Séancen verschlingen, wird es nicht mehr lange dauern, bis Ihr Eure Aktivitäten nicht mehr verheimlichen könnt. Die Blicke hinter den Schleier der Zunkunft, welche die Wesenswandler Euch erlauben, müsst Ihr Euch in Zukunft verkneifen.“

    „Ich weiß“, stieß Iztubar aus, „aber mein Bruder steht mir zur Seite. Mit seiner Hilfe werde ich den meinen Verstand nicht an ihre Stimmen verlieren.“ Damit wischte er den kondensierten Dampf vom Gefäß, mit der trüben Flüssigkeit und gab den Blick auf das frei, was sich im Inneren befand. Ein Fötus, ohne Nabel, dafür aber unzähligen haarfeinen Nadeln und Schläuchen in seinem Fleisch.

  • (4)

    Er hörte leise, dumpfe Schritte. Sie mussten von außerhalb des Raumes kommen, doch sie entfernten sich rasch wieder. Er stand von der Pritsche auf und seine Beine gaben nach, er fand sich wieder auf dem Boden vor und war erneut auf die rechte Seite gefallen. Er schrie vor Schmerz kurz auf und erschrak selbst darüber, wie rau seine Stimme klang.

    Ein Riss tat sich in einer der Wände auf und das rötliche Licht der Dämmerung fiel auf ihn. Eine Gestalt drängte sich in das Innere des Raumes. Kalte, stählerne Hände wurden nach ihm ausgestreckt, um ihm aufzuhelfen. Er fand kaum die Kraft sich zu wehren, als die steifen, eisigen Finger ihn packten und aufrichteten. Er schaute in ein von Falten zerfurchtes Gesicht, dessen Haut im dimmen Licht noch dunkler als seine eigene wirkte. Enkidu blinzelte und erkannte, dass das Gesicht lächelte, als sein Besitzer ihn auf die Pritsche setzte.

    „Verdammt, du lebst“, stellte eine tiefe, sonore Stimme fest. Es dauerte einige Momente, bis Enkidu merkte, dass das Gesicht gesprochen hatte. Er wollte antworten, sein Mund klappte jedoch auf und zu, ohne etwas von sich zu geben.

    „Wenn du das nächste Mal vom Durst übermannt wirst, trink einfach irgendetwas anderes als Ghoul-Blut, verstanden? Das ist mein ärztlicher Rat. Ich gehe sogar noch weiter: Bevor du jemals wieder etwas von dem Zeug über deine Lippen lässt, trinkst du lieber deine eigene Pisse.“

    Die Gedanken kreisten in Enkidus Kopf, doch einen konnte er fassen und sprach ihn aus, bevor er ihm wieder entwischen konnte: „Gegengift?“

    „Pah!“, lachte die Stimme auf, „du hast ´ne volle Ladung Ghoul-Blut abbekommen, direkt in den Hals. Das Zeug will ich sehen, dass dagegen ankommt. Sie haben dir den Magen ausgepumpt und dich mit haufenweise Medikamenten vollgestopft, bis du einigermaßen über´n Berg warst. Ich bin übrigens überrascht, dass du´s überlebt hast. Das Geschirr und die Maschine, die sie dazu verwendet haben, benutzten sie eigentlich für die Kamelechsen. Ab und zu kommt es nämlich vor, dass sie an einem Ghoul knabbern.“

    Der nächste Gedanke drängte sich ihm auf und er wurde ihn los, indem er auf seinen Arm deutete.

    „Ah ja, sie sind Chirurgen und geübt in Prothetik, darüber hinaus sind sie aber keine guten Heiler, jedenfalls nicht gut genug, um deinen Arm zu retten. Ihnen ist wichtiger, dass du arbeiten kannst, als dass du dich mit deinem Körper wohlfühlst.“

    Wie um seine Worte zu unterstreichen hielt der andere Mann seine Hände vor Enkidus Augen. Sie bestanden aus schwarz glänzendem Metall und er vernahm einen leichten Geruch von Schmieröl, der von ihnen ausging. „Mir geht es nicht anders.“

    „Sie?“, brachte Enkidu heraus.

    „Die Gothra. Sie durchstreifen diesen Teil der Wüste, seitdem sie durch einen Krieg aus ihrer Heimat Kharn vertrieben wurden. Wenn du wieder zu Kräften gekommen bist, werden sie dir auch eine Prothese ansetzten. Du betrittst dann den Maschinen-Pfad, der dich fort von der Schwäche des Fleisches führt“, der Mann lächelte gequält, „doch zuvor will Jerem mit dir reden. Er ist so etwas wie der Anführer von uns Fremden.“

    Enkidu wurde schwindelig, als er auf die Prothesen starrte und die Worte Maschinen-Pfad klangen in seinen Ohren keineswegs nach etwas, dass er anzustreben gedachte. Der Mann hatte in einer Hinsicht recht, er hing an seinem Fleisch.

    Erneut öffnete sich der Spalt in der Wand und ein schwarz gewandeter Mann trat ein, dessen Hautfarbe jedoch deutlich heller war, sie schien sogar bläulich. Auch war das Gesicht dieses Mannes nicht so zerfurcht und vernarbt, stattdessen hatte es eher die gepflegten Züge eines Adligen.

    „Hulun, du kannst gehen.“ Die Worte klangen nicht unfreundlich, doch sie bedeuteten dem Mann, der Enkidu geholfen hatte, nachdrücklich den Raum zu verlassen. Hulun sprang auf und nach einer tiefen Verbeugung huschte er davon.

    Der Neuankömmling reichte ihm die Hand, wobei er die Finger weit spreizte. Erleichtert stellte Enkidu fest, dass die Hand vollständig aus Fleisch und Blut bestand. Die Begrüßungsgeste war unter dem Volk der Heimatlosen und Suchenden Sangas weit verbreitet, was seinen Verdacht bestätigte, dass dieser Mann ebenso wenig in die Wüste gehörte, wie er selbst. Er erwiderte den Gruß, indem er seine eigene, verbleibende linke Hand, ihm entgegenstreckte und sie ihre Finger ineinander verschränkten.

    „Willkommen, Freund“, sagte der Mann und lächelte Enkidu an, der nur nickte. „Ich bin Jerem.“

    „Enkidu“, entgegnete er knapp.

    „Ah, wie unhöflich von mir. Kann ich dir vielleicht einen Tee anbieten? Ich habe in vor zwei Wochen einen schönen Seerosentee von unseren Herren erbeten. Er benetzt die Kehle für ein langes Gespräch und stärkt die Glieder.“

    Enkidu nickte und lächelte zögerlich, wobei seine spröden Lippen aufplatzten. Jerem verließ ihn und er konnte hören, wie der Fremde einige Worte mit jemandem wechselte, bevor er sich wieder zu Enkidu gesellte.

    „Wo bin ich?“, brachte dieser schließlich heraus.

    „Du bist immer noch inmitten der Alptraum-Wüste, der Cajatajanara, wie die Gothra und die anderen Wüstenstämme sie nennen.“

    „Was bist du?“, war das nächste, dass er hervorbrachte.

    „Jerem, wie ich schon sagte. Nicht mehr und nicht weniger. Was wir an diesem Ort sind, nun dass ist komplizierter. Die Gothra sagen: Es gibt nur Geben und Nehmen und wenn die Wüste nimmt, dann müssen die Menschen geben.“ Den Gesichtsausdruck von Jerem, konnte Enkidu nicht deuten. Vielleicht war es Geringschätzigkeit, vielleicht auch Belustigung. „Sie lesen arme, verirrte Schafe auf, wie dich und machen dich zum fremden Gast. Ihrer Ansicht nach, bist du aufgrund ihrer Hilfe und ihres Geschenks, dem Maschinen-Pfad, ihnen zur Schuldknechtschaft verpflichtet. Im Prinzip sind wir Sklaven und sie unsere Herren.“ Erneut hatte er diesen eigenartigen Ausdruck in den Zügen. „Wir sind viele und aus verschiedensten Gründen hier. Ich selbst habe sie einmal um Hilfe gebeten und trage jetzt meine Schuld ab“, er lächelte höhnisch bei dem Wort Schuld, „eigentlich bin ich ein Metallpriester, ein Gelehrter der Mechanik und Ingenieur im heiligen Dienste der Erbauer. Daher sehen mich die anderen unsere Kaste auch als ihren Anführer und die Gothra respektieren mich.“ Er breitete stolz die Hände aus. „Das hier ist eigentlich mein Zelt, aber ich habe verfügt, dass du, als schwer Verletzter, es haben sollst.“

    „Danke“, brachte Enkidu heraus, doch es klang hohl und bedeutungslos.

    Jerem lächelte wieder: „Wie gesagt, wenn die Wüste nur nimmt, müssen wir Menschen eben geben. Daher glaube ich, du solltest mir nun die Antworten auf meine Fragen geben.“ Bei diesen letzten Worten klang seine Stimme streng und gebieterisch.

    Der Metallpriester kniete sich nieder und hob etwas vom Boden auf. Er wischte den Staub von diesem Objekt und setzte sich neben dem Verletzten auf die Pritsche. Das Objekt bettete er auf seinen Schoß. Es war die Box aus Synth-Stahl. Doch weiter sagte er nichts und die Momente verstrichen in angespannter Stille.

    Schließlich öffnete sich erneut der Zelteingang und Hulun trat ein. Er stellte ein Tablett vor ihnen hin, mit einer schlichten Teekanne und zwei Bechern aus Eisen, bevor er wieder verschwand. Jerem goss ihnen beiden Tee ein und bedeutete Enkidu zu trinken. Der Tee roch süßlich und er war etwas zu stark für seinen Geschmack. Er spürte aber, wie ihn neuer Kraft durchströmte und fühlte sich nun gewappnet für das, was jetzt kommen mochte.

    Das nächste, was der Metallpriester sagte, kam unerwartet: „Enkidu, ich würde mich gerne eines Details vergewissern. Es ist völlig unwichtig und eigentlich nichts, aber ich interessiere mich doch ein wenig dafür. Kannst du mir deinen Bauchnabel zeigen?“

    Enkidu war perplex und es bedarf mehreren Nachfragen Jerems, bis Enkidu sein zerschlissenes Hemd hochhob und seinen Bauch entblößte. Es war ihm unangenehm, denn dort befand sich gar kein Nabel. Die Haut war glatt und es gab kein Anzeichen darauf, dass es jemals einen gegeben hätte. Da Enkidu an sich hinuntersah, sah er nicht Jerems Blick, in dem triumphierender Funke aufleuchtete.

    Ohne näher auf seine erste Frage einzugehen oder den Sinn zu erläutern, ging Jerem zur nächsten über. „Weißt du was das ist, da drin?“, fragte er und deutete auf die Box. „Die Sphäre ist ein Artefakt der Erbauer! Jene untergegangene Spezies, die diesen Planeten ursprünglich bevölkerte, sie legten den Grundstein für unsere Gesellschaft, verstehst du? Von da, wo ich herkomme, stand eine ihrer Schmieden. Dort haben sie ihre Artefakte hergestellt und wir, die Metallpriester-Gilde, tun dies immer noch.“

    Enkidu zuckte unbeeindruckt mit den Schultern, was ihm nicht wenige Schmerzen bereitete, doch er ließ sich nichts anmerken. Eine feine Gesellschaft war ihm das, von der Jerem da sprach. Despotische Könige, die sich gegenseitig mit den Artefakten uralter Aliens bekriegten und ein ganzes Volk vertrieben, dazu noch an einen Ort der Alptraum-Wüste genannt wurde. Diese Exilanten wurden dann zu Sklavenhaltern und zwangen diesen Sklaven wiederum ihre mechanischen Prothesen auf, damit sie besser dienen konnten. So ist es im zivilisierten Teil Sangas.

    „Ich weiß, dass das Ding etwas Besonderes ist, brauche also keine Lehrstunde. Hab auch schon von diesen Erbauern gehört, soweit ich weiß gibt es sie aber nicht mehr und das schon sehr lange Zeit“, entgegnete Enkidu entnervt. Ihm gefiel nicht, worauf die Unterhaltung hinauslief.

    Jerem winkte ab: „Entscheidend ist, dass Meinesgleichen großes Interesse an derartigen Artefakten hat. Aber in den Händen unkundiger ist es gefährlich.“ Er betonte das letzte Wort besonders.

    „Wenn es dir so wichtig ist, warum hast du es dir nicht schon selbst geholt. Warum wartest du, bis du mit einem halbtoten Wanderer aus der Wüste Tee trinkst, der zum Krüppel gemach wurde und bestiehlst ihn erst dann?“ Sobald er die Worte ausgesprochen hatte, bereute er sie. Aber nur für einen kurzen Moment. Der Tee hatte in ihm nicht nur neue Kräfte freigelegt, sondern auch ein inneres Feuer entfacht. Jerem schien jedoch nicht beleidigt zu sein.

    „Oh, ich will dich nicht bestehlen. Ich will mich als dein …, dein Partner anbieten. Die Sphäre gehört dir, ich möchte nur nicht, dass du einer jener Unkundigen bist.“

    „Ich denk drüber nach“, brummte Enkidu, doch er verschwendete in Wahrheit nicht einen Gedanken daran. Jerem musterte ihn, doch ließ dann ab. Er stand auf und bevor er das Zelt verließ, drehte er sich noch einmal zu ihm um und sagte: „Die Operation findet morgen statt. Wie ich sehe, bist du stark und zäh. Deine Kraft wird ausreichen, um sie zu überleben.“

    Er ließ Enkidu allein im Zelt zurück. Die Box lag ihm gegenüber auf der Pritsche.

  • Hallo Iskaral

    Dein Unterludium ist .. creepy. Da sag ich mal nix zu, sondern bleibe gespannt, was daraus wird. Aber der Bauchnabel scheint doch eine zentrale Rolle zu spielen. :hmm: Oder besser gesagt, der nicht vorhandene, denn im neuen Teil werden wir Leser schon wieder mit der Nase drauf gestubst.


    Zuerst mal - schön für Enkidu, dass man ihn gerettet hat. Unschön, wohin es ihn verschlagen hat und welche Zukuft ihm bevorsteht.

    Insgesamt enthält der neue Teil für mich so viel geballte Info, dass ich den wohl ein zweites Mal lesen muss, um alles zu verstehen. Es mag eine geschickte Lösung sein, die Geschichtsstunde in diese Unterhaltung einzuflechten, aber Jerem redet von Dingen, die Enkidu kennt, ich als Leser jedoch nicht. Das lässt mich ein bisschen zwischen den beiden wechseln wie ein Zuschauer beim Tennisspiel. :D


    Ein paar Kleinigkeiten hab ich im

    Wenn wir wüssten, wie kurz das Leben ist, würden wir uns gegenseitig mehr Freude machen.
    (Ricarda Huch)



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  • Danke Tariq, für das Feedback. Gerade finde ich leider nicht so die Zeit an der Geschichte weiterzuarbeiten. Zudem hat mir dein Kommentar sehr zu denken gegeben.


    Mir sind sie auch schon aufgefallen und nachdem du den letzten Absatz im Post 13 gelesen hast, hast du angekündigt, vermehrt darauf zu achten. Leider merke ich davon aber nicht viel. Ich mach dir das mal in diesem Part farbig deutlich.

    Danke, dass du mich nochmal darauf aufmerksam gemacht hast, ich verstehe jetzt viel besser, was damit präzise gemeint war bzw. wie ich das besser machen kann. Dieser Teil war schon fertig bevor ich überhaupt den ersten hochgeladen habe. Mir ist beim überarbeiten wohl viel (fast alles) durch die Lappen gegangen. Ehrlich gesagt ist mir bisher nicht so stark aufgefallen, dass die Sätze alle gleich anfangen!!! :sack:


    Insgesamt enthält der neue Teil für mich so viel geballte Info, dass ich den wohl ein zweites Mal lesen muss, um alles zu verstehen. Es mag eine geschickte Lösung sein, die Geschichtsstunde in diese Unterhaltung einzuflechten, aber Jerem redet von Dingen, die Enkidu kennt, ich als Leser jedoch nicht.

    Das hat mir zu denken gegeben. Denn mir ist aufgefallen, dass viele genannten Dinge, die im Text erwähnt werden eigentlich nicht so wichtig sind, für das was ich eigentlich erzählen will. Deswegen will ich einen Cut machen.

    Diese Episode der Geschichte habe ich schon fertig geschrieben und versuche sie, wenn ich im Moment Zeit finde, in Bezug auf das Monotonie-Problem zu überarbeiten.


    P.S.: Allerdings stört mich die Monotonie jetzt selber so sehr, dass ich nicht weiß, ob ich die Geschichte noch zuende führen kann/will. Eben weil der Rest in eben jenem Stil geschrieben ist und es wahrscheinlich einfacher wäre, alles von neu auf zu schreiben. Hätte nie gedacht, dass ein so dämlicher Perfektionist in mir steckt. :cursing:

  • Ehrlich gesagt ist mir bisher nicht so stark aufgefallen, dass die Sätze alle gleich anfangen!!!

    Mein Tipp: Lass dir den Text von einem Vorlesetool laut vorlesen. Ich nutzte zum Beispiel dieses hier:

    Text zu Sprache (text vorlesen lassen)

    Die Stimme trägt den Text zwar mit der Inbrust eines Badezimmerspiegels vor, aber um Dinge wie repetitive Strukturen rauszufiltern, taugt das Tool allemal etwas. Außerdem lassen sich damit Rechtschreib- und Grammatikfehler easy peasy auf fast Null runterreduzieren.

  • Allerdings stört mich die Monotonie jetzt selber so sehr, dass ich nicht weiß, ob ich die Geschichte noch zuende führen kann/will.

    Das tut mir jetzt leid und das wollte ich mit meinem Kommi keineswegs bezwecken. Ich kann dir nachfühlen, wie es dir geht, denn ich hab Ähnliches erlebt. Nur hat es bei meinem Plot Probleme gegeben und ich habe auch keine andere Lösung gesehen, als neu zu beginnen. Bei mir waren es sechzehn Kapitel, die ich in die Tonne trete oder als Gerüst für die Neuversion nehme.

    Falls du wirklich zurück auf Anfang gehen willst, dann nimm dir die Zeit, die du brauchst. Ich bin da, wenn du weitermachst und auch wenn du neu anfangen willst. Mir gefällt deine Story unheimlich gut und das Setting begeistert mich. Ich will unbedingt wissen, wie es weitergeht.


    PS: Das mit dem Vorlesen lassen mache ich übrigens auch, bevor ich Texte poste. :thumbup:

    Wenn wir wüssten, wie kurz das Leben ist, würden wir uns gegenseitig mehr Freude machen.
    (Ricarda Huch)



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