Dark Prince - Verhängnisvolle Liebe (Neuer Versuch)

Es gibt 33 Antworten in diesem Thema, welches 807 mal aufgerufen wurde. Der letzte Beitrag () ist von Sensenbach.

  • Hallo Kirisha,

    also aus meiner Sicht liest sich dieses dritte Update sehr gut. Die einzige Stelle an der ich kurz stockte, war die Textzeile

    ...zerhackte auch die letzten vernünftigen Gedanken, die ihr Hirn noch geschafft hatte zu bilden.

    So toll die ersten Worte sind, so hat mich der Rest ... ihr Hirn noch geschafft hatte zu bilden... doch etwas stolpern lassen. Geschafft hatte liest sich irgendwie unrund, weil es nicht zum Rest deiner Wortwahl passt.

    Das ist aber nur meine persönliche Meinung.

    Ansonsten kann ich nur sagen, weiter so :)

  • Hey Kirisha,


    aller guten Dinge sind drei :D ...


    Wie gesagt, gefällt es mir schon deutlich besser. Hier kommen nur noch Kleinigkeiten.



    LG,

    Rainbow

  • Hallo ihr Lieben,

    ich bin aus dem Urlaub zurück und nun geht es hier weiter.

    Ich bin froh, dass der Prolog jetzt schon einigermaßen ankommt!



    ...zerhackte auch die letzten vernünftigen Gedanken, die ihr Hirn noch geschafft hatte zu bilden.

    So toll die ersten Worte sind, so hat mich der Rest ... ihr Hirn noch geschafft hatte zu bilden... doch etwas stolpern lassen. Geschafft hatte liest sich irgendwie unrund,

    Okay. Da gehe ich nochmal drüber. Danke dir!


    Danke Rainbow für deinen Kommentar. Die Wortwiederholungen werde ich noch ausmerzen. Das mit dem Licht *seufz (wie konnte das passieren?) ändere ich natürlich auch.

    Und die Geräusche des Donners werde ich auch noch anpassen. Danke!!!


    Jetzt zum neuen Teil.

    Okay, ehrlich gesagt grübele ich schon die ganze Zeit, ob ich dieses erste Kapitel wirklich so posten sollte, wie es nun ist, oder ob Prinzessin Cheneela nicht fürchterlich langweilig und gewöhnlich rüberkommt.

    Es wäre bestimmt spannender, wenn ich mit dem Dark Prince beginnen würde. Aber ich stelle mir vor, dass es vielleicht sogar noch spannender wird, wenn man das, worauf man wartet, noch nicht sofort bekommt.

    (oder irre ich mich?)

    Wie ist dieser Einstieg? Zu langweilig oder doch interessant genug? Oder sollte die Prinzessin besser irgendeine außergewöhnliche Eigenschaft haben? Fehlt da noch ein Haken, damit ihr anbeißen würdet? Bitte seid nicht nett zu mir, sondern sagt mir, ob ihr als Leser, wenn ihr diesen Text in einer Buchhandlung lesen würdet, dieses Buch weiterlesen oder es zurück ins Regal stellen würdet.

    Danke für eure Kommentare!

    C1. Morgen im Palast

    Mit einem Schrei fuhr Prinzessin Cheneela aus dem Schlaf. Verwirrt blickte sie sich um. In ihrem Gemach herrschte trübes Dämmerlicht. Schattenhaft erkannte sie die Umrisse ihrer Kommode mit dem großen Spiegel, die vergoldeten Rahmen der Gemälde an den Wänden und in der Ecke ihre Harfe. Aus weiter Ferne hörte sie eine Glocke sieben Mal schlagen.

    Es war nur ein Traum!

    Aufatmend ließ sie sich in ihre Kissen zurückfallen. Da klopfte es an ihrer Tür.

    „Prinzessin? Alles in Ordnung?“, erklang eine harsche männliche Stimme. Sie gehörte Korman, einem ihrer Leibwächter. „Soll ich hereinkommen?“

    „Nicht nötig, danke. Es geht mir gut.“

    Ihr Herz klopfte immer noch unnatürlich schnell und wollte sich nicht beruhigen. Das Bild des grellen Feuers, in das sie herabstürzte, blitzte ihr vor den Augen. Obwohl sie sich noch müde fühlte, würde sie keinen Schlaf mehr finden, das wusste sie. Und natürlich hatte ihr Geschrei auch die Bediensteten geweckt. Die Verbindungstür zum Nebenraum knarrte und sie hörte das erleichterte Schnaufen ihrer Zofe Sondra.

    „Du hast mich erschreckt, Chenna! Darf ich hereinkommen?“

    Prinzessin Cheneela seufzte. Der Blick zum Fenster suggerierte eigentlich, dass dieser Tag sie noch nicht willkommen hieß. Draußen schien alles nachtschwarz. Nur aus einem kleinen oberen Fensterspalt drang ein depressives Dämmerlicht. Allerdings war sie nichts anderes gewöhnt.

    „Natürlich, komm rein. Guten Morgen, Sondra“, grüßte sie die Hofdame, die auch ihre beste Freundin war.

    Im nächsten Augenblick huschte Sondra mit leichten, energischen Schritten zu ihrem Himmelbett und setzte sich behutsam auf die Bettkante. Ihre hellbraunen Haare waren bereits sorgsam geflochten und zu einem Dutt hochgebunden.

    „Ich hörte dich schreien.“ Sondra blickte sie aufmerksam an.

    Cheneela setzte sich auf, um mit ihrer Lieblingszofe auf gleiche Höhe zu gelangen.

    „Ein Kerl mit Hörnern auf der Stirn hat mich in einen Abgrund gestoßen.“ Ihre Mundwinkel verzogen sich zu einem Grinsen. Jetzt kam es ihr seltsam vor, dass sie die absurden Bilder auch nur einen Moment lang für Wirklichkeit gehalten hatte.

    „Ein Mann mit Hörnern? Du meinst … Raven von Kalamachai?“ Sondra zog bedenklich die Augenbrauen hoch.

    „Nun nimm das doch nicht ernst!“, rief Cheneela und knuffte ihre langjährige Vertraute in die Seite. „Das war nur ein Traum voller chaotischer Bilder.“

    Sondra entspannte sich und erhob lächelnd einen Finger. „Du hast zu viele Schauermärchen gehört.“

    Bevor Cheneela darauf etwas erwidern konnte, öffnete sich die Tür zum Nebenzimmer weit und nun traten auch die beiden anderen Zofen ein.

    „Guten Morgen, Prinzessin!“ Marla, die Jüngste, ging voraus und knickste vor ihrer Herrin. Sie balancierte einen Ständer mit einer brennenden Kerze in der Hand, wodurch ihre Gestalt wie ein sonniger kleiner Engel wirkte und sich der weitläufige Raum ein wenig erhellte. Hinter ihr folgte die ältere Fefa, eine rundliche Elgo mit langer dunkler Pferdemähne, wie immer in ein steifes blassviolettes Seidenkleid gekleidet, das mit der darunter hervorleuchtenden weißen Bluse hübsch kontrastierte.

    „Ihr seid wach, Prinzessin?“, rief sie gut gelaunt. „Das ist gut. Der Hofschneider hat sich in einer Stunde angemeldet und die ersten Festgäste kommen zum Mittagsmahl – wir werden einiges zu tun haben, um rechtzeitig fertig zu werden. Das Wasser im Baderaum dampft schon und ich habe alle Öle und Tücher bereitgestellt. - Marla, du bleibst hier und putzt die Fenster, damit wir Licht bekommen. Die sind ja schon wieder voller Staub.“

    „Danke, Fefa. Dir natürlich auch, Marla. Auf euch ist Verlass!“ Cheneela lächelte ihren Vertrauten zu und schwang sich aus dem Bett.

    Da reichte ihr Fefa schon ihren flauschigen Morgenmantel, in den sie sich einhüllte. Begleitet von ihren Zofen ging sie durch die Verbindungstür in den kleinen Flur, der ihre Gemächer von den Räumen der Dienstboten trennte. An der Wand standen, fast so unbewegt wie Statuen, zwei ihrer Leibwächter, die ihr zunickten. Cheneela fand es ziemlich peinlich, dass sie jeden Morgen so salopp in ihren Morgenmantel gekleidet an ihnen vorbeidefilieren musste. Es half jedoch nichts, dies war eine Frage der Sicherheit. Sechs bewaffnete Soldaten vor ihrer großen Tür sowie zwei vor der Nebentür stehen zu wissen, Tag und Nacht, war in der heutigen Zeit einfach beruhigend.

    Zusammen mit ihrem Gefolge stieg sie die rustikale Holztreppe herunter, die in das untere Badehaus führte.

    Kurz darauf tauchte sie in das dampfende Wasser in dem großen Zuber ein, der Platz bot für gut 15 Personen. Dieser wurde mit Wasser aus dem naheliegenden Parkteich gespeist und mit einem Holzofen beheizt. Sie genoss den Geruch der herben Kräuter und Öle, der in der Luft hing, während Fefa ihre Arme einrieb und ihren Rücken wusch.

    Jetzt musste sie nicht mehr lange warten – nur noch fünf Tage. Seit Wochen fieberte sie dem Frühlingsball entgegen. Nein, nicht in erster Linie wegen des Tanzes. Obwohl sie, zugegeben, sehr gerne über das Parkett wirbelte. Aber viel größer wog ihre Freude darüber, alte Freundinnen und Bekannte wiederzusehen und sich mit ihnen über die jüngsten Ereignisse im Land auszutauschen.

    Fefa ließ eine glitschige Flüssigkeit auf ihre Haare träufeln und fing an, diese mit sanfter Energie zu kneten. Wohlig ließ sich Cheneela zurückgleiten und lehnte sich gegen die hölzerne Wand des Zubers.

    „Ich habe die Gästeliste gesehen“, raunte ihr Fefa ins Ohr, während sich ein süßlich-herbes Aroma in der Luft ausbreitete. Die Prinzessin lächelte in sich hinein. Als ob diese Liste irgendwelche Überraschungen beinhalten könnte, es kamen doch jedes Jahr dieselben Gäste.

    „Ganze 465 Namen sind notiert“, ergänzte Fefa, wobei die Tonhöhe ihrer Stimme dramatisch anstieg.

    Cheneela fuhr aus dem Wasser hoch, dass es beinahe übergeschwappt wäre. „Wie viele? Über vierhundert? Bist du verrückt? Wo sollen die denn alle herkommen? Ich kann mir kaum vorstellen, dass die Fürstensöhne der entfernteren Provinzen sich den Risiken einer weiten Reise aussetzen werden.“

    „Euer Vater hat eine Menge Adlige aus der Stadt eingeladen. Auch aus Pallanthia erwarten wir eine außergewöhnlich große Delegation. Viele von ihnen werden in den vornehmeren Bürgerhäusern einquartiert. Ihr werdet eine Unmenge Hände schütteln müssen … Darum kommt der Hofschneider nachher auch nochmal. Euer Vater hat befohlen, dass Euer Kleid selbst die Götter des Himmels noch ausstechen sollte.“

    Cheneela drehte sich zu der Zofe herum.

    „Was redest du denn da, Fefa? Bist du sicher, dass du dich nicht verhört hast? Mein Vater hat mir kein Wort gesagt.“

    „Ich glaube, er hatte noch keine Zeit dafür. Das muss ja auch alles organisiert werden. Da gehen Boten hin und her, die Knechte in den Pferdeställen kommen gar nicht zur Ruhe. Gestern brannte das Licht im Rittersaal bis weit nach Mitternacht. Aber nun bewegt Euch nicht so ruckartig, sonst reiße ich noch versehentlich Haare aus.“

    Cheneela zog die Stirn in Falten. Ob es stimmte? Aber ihre dralle Zofe war die Neugier in Person und ihren scharfen Augen entging nichts. Als Tochter des Hofmarschalls hatte sie Zugang zu exklusiven Informationen und liebte es, immer die erste Quelle für sämtlichen höfischen Tratsch zu sein. Daher neigte Cheneela dazu, ihr zu glauben.

    Meine Geschichten: * Meermädchen * Kriegerkönigin * Dark Prince

  • Hey Kirisha,


    ja, der Teil hat mir auch sehr gut gefallen. Eine deutliche Verbesserung zu deinem ersten Versuch!

    Hier kommen nur ein paar Kleinigkeiten und sonstige Gedanken, die mir beim Lesen kamen :)




    LG,

    Rainbow

  • Hallo ihr Lieben, vielen Dank für eure Rückmeldungen, Sensenbach und Rainbow !


    Rainbow



    Und hier geht es weiter:


    1.1 Morgen im Palast

    Was dachte sich ihr Vater, wollte er die Bürger seiner Provinz für die Sondersteuer entschädigen, die er vor zwei Sommern eingeführt hatte? Die teuren Geschenke, mit denen er sich beim König einschmeichelte, verschlangen Unsummen.

    „Waren auch Boten aus Karghena dabei?“, fragte Cheneela. „Meine Freundin Kira hat mir seit drei Monden nicht geschrieben. Ich habe mich schon gefragt, ob sie etwas geärgert hat. Weißt du, ob sie auf der Liste steht?“

    „Selbstverständlich“, erklärte Fefa mit der Miene einer Prophetin, die den Weg zur Rettung der Welt geebnet hat. „Und ratet mal, wer noch alles gelistet ist. Da hätten wir einmal Graf Pluvar mit seinen drei Söhnen …“

    Die Zofe kam in Fahrt. Ihr Mund bewegte sich wie eine Wassermühle, spuckte Namen aus in einem Fort. Zu jedem Gast wusste Fefa einen Skandal oder mindestens ein trauriges Detail.

    Das ging ohne Pause so weiter, selbst als Cheneela wieder vor der Spiegelkommode in ihrem Gemach angekommen war. Fürstensöhne, Baronessen, ganze Bataillone von Adligen, deren Namen Fefa auswendig rezitieren konnte, schienen auf dem Weg nach Aravenna zu sein.

    Abgetrocknet und in den ätherischen Duft südländischer Öle gehüllt, schlüpfte Cheneela in ihr Untermieder und hob die Arme, damit Sondra ihr das Korsett überstreifen und es festbinden konnte.

    Dabei beobachteten sie die zahlreichen ernsten Gesichter ihrer Vorfahren, die von den Gemälden an ihren Wänden auf sie herabblickten.

    Wesentlich heller war es im Gemach nicht geworden, obwohl Marla sowohl die Balkontür als auch die beiden Fenster akribisch von Staub befreit hatte. Ein staubiggrauer Himmel warf finstere Schatten über den Park, der sich unterhalb von Cheneelas Balkon erstreckte. Und wie um zu unterstreichen, was die Ursache für die anhaltende Dämmerung war, erschütterte ein leises Beben den Untergrund. Ein dumpfes Wummern tönte in der Ferne. Sämtliche kleinen Kosmetikdosen auf der Kommode zitterten, die Fenster klirrten scharf und Marla stieß einen kleinen Schrei aus.

    „Du gewöhnst dich wohl nie dran“, amüsierte sich Fefa mit einem Seitenblick auf die erst zwölfjährige jüngste Bedienstete, die noch nicht lange im Palast arbeitete.

    „Es tut mir leid“, stotterte Marla und blickte unsicher zum Fenster hin, als befürchtete sie, dort demnächst einen Drachen als Verursacher der Störung zu erblicken. „Bei uns daheim war der Boden immer fest.“

    „Wir sind näher dran am Vulkan als die Leute deiner alten Heimat“, erklärte Cheneela. „Aber hier ist es noch harmlos. Was glaubst du, wie das in Estedt rumpelt, wenn der Krater wütet. Ich war mal dort zu Besuch. Es schlägt dir fast den Teppich unter den Füßen weg und die Stühle tanzen! Aber selbst daran kann man sich gewöhnen.“

    Mit geübten Griffen half ihr Fefa nun in die aufwändig gearbeitete Bluse. Diese imponierte durch eine Reihe von Falten direkt über der Brust, jede einzelne schnürte die Zofe horizontal mit einem aravennablauem Samtband.

    Das Kleid war in demselben hellen Blauton gehalten. Sein Hauptteil fiel von den anliegenden Schultern seitlich nach unten, ließ aber einen breiten Ausschnitt frei, in welchem die geschnürte Bluse zur Geltung kam. In der Hüfte tailliert geschnitten, fiel es nach unten faltenreich herab. Verzierungen aus geflochtenen Bändern schmückten es am unteren Ende, an den Ärmeln, am Oberarm und an der Hüfte.

    „Steht Euch gut, schaut Euch mal an“, kommentierte Fefa ehrerbietig. Sondra fasste die Prinzessin bei der Schulter und drehte sie ein wenig vor dem Spiegel, damit sie sich von allen Seiten begutachten konnte.

    Kritisch betrachtete Cheneela ihre schmalen, die ein wenig blassen Wangen und ihre grünen Augen in dem unbarmherzigen Glas. Richtig hübsch war sie sicher nicht, sondern nur sehr gewöhnlich. Selbst ein aufwändiges Kleid korrigierte das nicht. Damit hatte sie schon so manches Mal gehadert.

    „Oder sollen wir noch das Grüne probieren?“, fragte Sondra. Fefa hob die Augenbrauen.

    „Blau ist besser. Das harmoniert so schön mit Euren hellen Haaren“, versicherte sie eifrig, während sie anfing, die langen blonden Locken um Cheneelas ovales Gesicht herum zu frisieren.

    Ein lautes Klopfen an ihrer Tür ließ Cheneela herumfahren.

    „Bitte?“

    Jemand drückte die Klinke herunter.

    Auf der Schwelle erschien ein Höfling.

    An dem gerollten Schnurrbart und der tiefblauen Galauniform erkannte sie den Oberkammerdiener ihres Vaters. Er näherte sich mit eiligen Schritten und salutierte vor ihr.

    „Euer Vater bittet Euch in den Rittersaal. Es ist dringend.“

    „Jetzt?“ Cheneela musterte ihn verwundert. „Ich bin bei der Anprobe. Der Hofschneider wird später noch kommen.“

    Der Höfling zuckte mit den Achseln. „Der kann warten.“

    Seit wann besprach der Vater denn private Angelegenheiten mit ihr in seinen öffentlichen Räumen? Hastig fügte sie hinzu: „Ist etwas passiert?“

    Der Kammerdiener nickte zögernd.

    „Das erzählt er Euch besser selbst.“

    Meine Geschichten: * Meermädchen * Kriegerkönigin * Dark Prince

  • Hey Kirisha,

    „Selbstverständlich“, erklärte Fefa mit der Miene einer Prophetin, die den Weg zur Rettung der Welt geebnet hat. „Und ratet mal, wer noch alles gelistet ist. Da hätten wir einmal Graf Pluvar mit seinen drei Söhnen …“

    Die Zofe kam in Fahrt. Ihr Mund bewegte sich wie eine Wassermühle, spuckte Namen aus in einem Fort. Zu jedem Gast wusste Fefa einen Skandal oder mindestens ein trauriges Detail.

    Das ging ohne Pause so weiter, selbst als Cheneela wieder vor der Spiegelkommode in ihrem Gemach angekommen war. Fürstensöhne, Baronessen, ganze Bataillone von Adligen, deren Namen Fefa auswendig rezitieren konnte, schienen auf dem Weg nach Aravenna zu sein.

    Ich finde die Zofe und ihren Hang, wie ein Wasserfall zu erzählen, hast du ganz wunderbar eingefangen. ich kann mir diese ganze Szene richtig gut vorstellen und auch deine Vergleiche haben mir gut gefallen. :thumbup:


    „Wir sind näher dran am Vulkan als die Leute deiner alten Heimat“, erklärte Cheneela. „Aber hier ist es noch harmlos. Was glaubst du, wie das in Estedt rumpelt, wenn der Krater wütet. Ich war mal dort zu Besuch. Es schlägt dir fast den Teppich unter den Füßen weg und die Stühle tanzen! Aber selbst daran kann man sich gewöhnen.“

    Es drängt sich die Frage auf, warum die überhaupt dort bauen, wo ein Vulkan oder Ähnliches in der Nähe ist. Oder haben sie keine andere Wahl? :hmm:


    Sein Hauptteil fiel von den anliegenden Schultern seitlich nach unten, ließ aber einen breiten Ausschnitt frei, in welchem die geschnürte Bluse zur Geltung kam. In der Hüfte tailliert geschnitten, fiel es nach unten faltenreich herab. Verzierungen aus geflochtenen Bändern schmückten es am unteren Ende, an den Ärmeln, am Oberarm und an der Hüfte.

    das klingt recht ähnlich


    Ich bin gespannt :gamer: Und das Ende ist gut gesetzt. Ein schöner Cliffhanger :D

  • Hi Kirisha,

    mir gefallen die Details, die du beschreibst, ziemlich gut. Dadurch hat das ganze noch mal einen ganz eigenen Reiz für mich, weshalb ich das sehr gerne lese.

    Zum letzten Post drei kleine Formulierungsanmerkungen:

  • VIelen Dank für eure lieben Kommentare!


    Rainbow

    epochAal


    Okay, dann geht es jetzt zum nächsten Kapitel.


    R2. In der Vulkanstadt

    Dichter Ascheregen rieselte vom Himmel und hüllte die Umgebung in nachtschwarzes Dunkel. Obwohl Raven mit seinem Magiestrahler einen breiten gelblichen Lichtkegel erzeugte, konnte er unter den zahllosen herumwirbelnden schwarzen Flocken kaum den Weg erkennen.

    Eine abrupt zunehmende Hitze alarmierte ihn. Er zügelte sein Pferd, drehte sich um und rief laut zu seiner Truppe:

    „Stopp!“

    Es war immer gefährlich, am äußeren Vulkanberg zu reiten, weil der Krater nie still war und jederzeit neu entstandene Lavaflüsse austreten konnten. Anfangs, solange die Lava noch rot glühte, übersah er sie nicht, aber sobald die oberste Magmaschicht zu schwärzlichem Gestein erstarrte, war sie kaum noch von der Umgebung zu unterscheiden. Wie eine Eisscholle auf einem Feuermeer konnte sie plötzlich abreißen und jeden ins Verderben ziehen, der gerade seinen Fuß darauf setzte.

    Die glühende Hitze, die Raven an dieser Stelle überfiel, sprach dafür, dass er sich in der Nähe eines solchen schwarz verfärbten Magmaflusses befand. Sein Pferd tänzelte unruhig und schnaubte.

    „Das ist ja ekelhaft heute, ich sehe nicht die Hand vor Augen.“ Asmantjar schloss zu ihm auf, ein breitschultriger schwarzhaariger Skeff mit langen Fledermausflügeln. „Das Eingangsportal kann nicht mehr weit entfernt sein. Ich hoffe wirklich, dass die Sicht bald besser wird.“

    Skeptisch spähte er durch den andauernden wirbelnden Ascheregen. „Warum halten wir?“

    „Was glaubst du?“, knurrte Raven unwirsch. „Bodenfeuer voraus.“

    Raven hielt seinen Strahler in die Finsternis und spähte nach Zeichen, die ihm verraten könnten, wie breit der Lavafluss vor ihm war. Doch das einzige, was er erkannte, war das verräterische rötliche Glühen von Magmagestein weiter unten auf seiner rechten Seite. Der Weg voraus erschien pechschwarz und von hier aus nicht sicher zu beurteilen.

    Der Weg aus der Vulkanstadt heraus oder in die Stadt hinein war immer beschwerlich. Dem König gefiel es, dass er es nicht nötig hatte eine Stadtmauer zu bauen und auch kaum Wachtposten aufstellen musste. Niemand kam lebendig nach Kalamachai herein oder hinaus, der sich nicht mit den Tücken der Lava auskannte.

    „Ich teste den Weg zu Fuß“, bestimmte Raven.

    Entschlossen stieg er vom Pferd und führte es an den Zügeln. Zu Fuß hatte er weniger Gewicht, was sein Risiko verringerte, in das trügerische schwarze Magmagestein vor ihm einzubrechen. Er war oft genug schon über solche Felsbrocken gegangen und wusste, wie es sich anfühlen musste.

    Langsam und bedächtig ging er zu Fuß weiter. Die Hitze umwehte ihn, als näherte er sich einem Großfeuer. Unter seinen Füßen brodelte es leise. Entweder befand er sich schon auf der erhärteten Magmadecke, unter der die Lava glühte, oder nur wenige Meter entfernt. Wieder tastete er sich einen Schritt vorwärts, bereit, schnell rückwärts zu springen. Kein Knacken war zu hören. Der Boden schien stabil. Noch weiter ging er voran. Die Hitze nahm schon wieder ab.

    Keine Gefahr, atmete er auf. Unter ihm schien nur ein kleines Rinnsal.

    „Der Weg ist rein, aber es ist besser nicht zu reiten“, rief er laut. „Führt die Pferde an den Zügeln! Im Gänsemarsch mir nach!“

    Er wartete ab, bis ihn die ersten Kameraden erreicht hatten und schritt dann durch die schwarzen Flocken voran.

    Endlich wurde der Grund fester. Raven wollte schon wieder aufsteigen, als ihn ein länger anhaltendes leises Zittern des Bodens unter seinen Füßen erstarren ließ.

    Das Geröll auf dem Boden tanzte. Die kleinen Steinchen unter den Hufen der Pferde sprangen hin und her. Alle Reittiere schnaubten und tänzelten nervös. Raven packte seines fester und blickte nach oben. Das durfte nicht wahr sein. Kündigte sich ein Vulkanausbruch an? Jetzt?

    Durch den wirbelnden Ascheregen sah er kaum etwas. Doch es genügte, ihn die sprühenden grünlichen Dampffontänen erkennen zu lassen, die in unregelmäßigen Abständen über den Himmel zischten. Dieser wurde schnell von orangen und grünen Partikeln übersät, die wie Sternschnuppen aufglühten und wieder verschwanden.

    Eine Eruption konnte jeden Moment das ganze Gebiet überfluten. Verdammt!

    „Alle aufsteigen und weg hier!“, brüllte Raven nach hinten und schwang sich auf seinen Sattel. Sein Rappe zitterte und schnaubte angstvoll. Hart klemmte er seine Schenkel um dessen Flanke, damit dem Tier nicht die Instinkte durchbrannten.

    War dieses Spektakel Absicht? Wollte die Hohepriesterin ihn gefährden? Der Vulkan von Kalamachai brach niemals zufällig aus. Verärgert biss er die Zähne zusammen. Nein, gegen ihn ging es sicher nicht, sonnte er sich doch in seinem Ruf als bester Krieger von Kalamachai. Vermutlich war ein anderer Sturmführer in der Nähe, der das Missfallen der Oberhexe erregt hatte.

    Obwohl gerade erst 18 Jahre alt, bevorzugte ihn der König stets vor allen anderen. Zuletzt hatte der Regent ihm sogar das Kommando über eine eigene Armee versprochen. 3000 Mann. Er konnte es kaum erwarten, sich diese Gewalt unterzuordnen! Endlich keine erbärmlichen kleinen Aufträge mehr. Von nun an würde er auf die ganz großen Schlachten ausreiten!

    Unter tosendem Donner schoss eine Feuerfontäne in die Luft. Sie zischte in grellgelben Flammen weit in den Himmel hinauf. Raven zügelte sein Pferd fester, das tänzelte und bockte. Vor seinen Augen verfärbte sich der Himmel bis zum Horizont hin orange, als ob er brannte. Dann verschwand der Lavaregen nach Süden. Doch als der Wind drehte, fegte Qualmwolken ihm entgegen entgegen und dampfende Asche regnete vom Himmel. Genau auf ihn und seine Truppe herab. Schlagartig umgab ihn aufgeheizte Luft. Großporige Staubteile rieselten ihm in die Haare und auf die Schultern. Einige besonders heiße Partikel fraßen sich zischend durch den Stoff der Uniform und brannten Löcher in seine Haut. Hinter sich hörte er seine Männer fluchen und wettern.

    Unruhe stieg in ihm auf, dann Wut. Ging es also doch gegen ihn? Eine Warnung? Strafe? – Verdammt, wofür? War die Hohepriesterin mit dem Verlauf seines jüngsten Auftrags nicht zufrieden? Dafür gab es keinen Grund!

    Eine Fontäne grünlicher Schwefelsäure sprühte rechts neben ihm hoch. Er hielt den Atem an, um die schädliche Luft nicht einzuatmen. Endlich wehte die Aschewolke leicht zur Seite und der steinige Pfad sowie das endlose schwarze Stein- und Aschefeld zu Füßen des Vulkanes sowie dessen kahlen Felswände wurden sichtbar. Ebenso wie das Bergtor, das nun vor ihnen auftauchte.

    Wogen heißen Zorns überfluteten den jungen Anführer. Immer diese verdammten Hexen. Aber nun war er nah genug, dass die Hohepriesterin seine Truppe nicht mehr erwischen konnte, selbst wenn sie es nochmal knallen ließe. Für dieses Sache würde er Rechenschaft einfordern. Sofort!

    Eilig setzte er seinen Ritt über die Geröllhalde fort, bis er mit seiner Truppe das Bergtor erreichte. Dieses war direkt in die Felswand des Vulkans hineingehauen und so hoch, dass auch ein Drache noch hineinkäme.

    Vor dem Eingang standen etwa zwanzig bewaffnete Kalmuker. Starre Gestalten, die kein Wort sprachen, sich bei allem, was sie taten, im völligem Gleichschritt bewegten und die graue Gesichter hatten, wie aus Stein geschnitten. Niemand kam an einem Kalmuker vorbei, der den Auftrag hatte ein Tor zu bewachen, sie waren ideale und unbestechliche Wächter.

    Raven ritt einem der Seelenlosen entgegen, streckte ihm seinen schwarzen Totenkopfring entgegen und wartete ab, bis der Wächter seinen Prüfring dagegen gepresst hatte. Beide Ringe schienen ineinander zu verschmelzen, es ertönte ein leiser, plingender Ton. Das Signal an die Hohepriesterin.

    Hinter ihm wurden seine Männer auf dieselbe Weise geprüft. Das Knirschen beim Aufeinanderstoßen der Ringe und das folgende Plingen tönte bald von allen Seiten und setzte sich eine geraume Weile fort. Dann traten die Kalmuker schweigend an die Seite und die Torflügel fuhren auseinander.

    Meine Geschichten: * Meermädchen * Kriegerkönigin * Dark Prince

  • Liebe Kirisha

    Die Gegend und das Setup in diesem Abschnitt gefällt mir gut. Mit der Charakterisierung von Raven habe ich meine Probleme. Mal sehen, was du noch mit ihm vor hast. :)


  • Hallo Sensenbach

    danke schön für deinen ausführlichen Kommentar!

    Meine Geschichten: * Meermädchen * Kriegerkönigin * Dark Prince

  • Hey Kirisha :)


    An den Teil erinnere ich mich noch. Ich finde dieses Setting auch total cool. Ich kann mir das richtig vorstellen, wie die da durch diese trostlose Vulkanlandschaft reiten, kaum was sehen können, dann die Hitze und ständig die Gefahr im Nacken einen falschen Schritt zu tun. Das macht schon was her.


    Alles andere packe ich mal in den Spoiler:



    LG,

    Rainbow

  • Bedenke, dass dieser Abschnitt personal geschrieben ist.

    Das schon. Es ist aus der Perspektive von Raven geschrieben. Aber wir sind noch nicht nahe an der Figur und erfahren nicht, was er denkt. Eine Idee wäre einen Dialog einzubauen, wo Raven diese Informationen selbst gibt.

    Aber möglicherweise kommt das alles in den nächsten Abschnitten und meine Anmerkungen erledigen sich von selbst. :)


    Über die Kalmuker würde ich auch gerne mehr erfahren, wie Rainbow.