Dark Prince - Verhängnisvolle Liebe

Es gibt 97 Antworten in diesem Thema, welches 4.406 mal aufgerufen wurde. Der letzte Beitrag () ist von Kirisha.

  • Liebe Kirisha

    der letzte Abschnitt zeigt etwas mehr von der Welt. Sprachlich finde ich es teilweise zu modern. Ich bin mir auch nicht sicher wie eine ganze Stadt mit Strassen und allem drum und dran in einen Vulkan passen.


  • Hey Kirisha,


    ich finde den Abschnitt durchaus erzählenswert und würde ihn nicht unbedingt streichen. Ein bischen feilen könntest du noch dran, aber rausnehmen würde ich ihn definitiv nicht.


    Meine Gedanken kommen wie immer im Spoiler:


    LG,

    Rainbow

  • Kirisha

    Hat den Titel des Themas von „Dark Prince - Verhängnisvolle Liebe (Neuer Versuch)“ zu „Dark Prince - Verhängnisvolle Liebe“ geändert.
  • Hallo ihr Lieben,

    vielen Dank für eure spannenden und erhellenden Kommentare!


    Sensenbach

    Rainbow

    Ich habe diesen Teil nun mal ziemlich stark überarbeitet. Nun ist er allerdings viel länger. Außerdem ist nun massenhaft Infodump drin.

    Ist es jetzt plausibler? Ist es zu viel? Sollte ich da was streichen oder versuchen, es irgendwie anders zu formulieren? (Vielleicht als Erinnerung oder als eine Geschichte, die ihm jemand erzählt)?

    Eigentlich war meine ursprüngliche Idee ja, die Liebesgeschichte in den Mittelpunkt zu stellen. Aber ohne dass ich will rückt sie immer weiter nach hinten. Dagegen bekommt nun das Setting einen ziemlich großen Part und ich frage mich, ob ich dem nicht zu viel Gewicht gebe. (natürlich spielt dieses Setting für die Story eine Rolle und hat auch seinen Reiz - die Frage ist eben, wie sehr ich das ausarbeiten oder vielleicht nur andeuten sollte?)


    Überarbeitetes Kapitel 2.2

    Meine Geschichten: * Meermädchen * Kriegerkönigin * Dark Prince

  • Hey Kirisha,


    ich glaube, es liest sich jetzt etwas besser, als vorher. Allerdings hast du recht, dass es jetzt etwas mit Informationen überladen ist.

    Dass du dich im Moment erst mal von der Liebesgeschichte wegbewegst, finde ich nicht weiter schlimm. Eher im Gegenteil. Ich finde es cool, hier an der Stelle zu erfahren, wie das Reich aussieht, in dem Raven lebt und was ihn quasi geprägt hat. Das finde ich für den weiteren Verlauf und vor allem für das Aufeinandertreffen mit Prinzessin Cheneela essenziell. Deshalb würde ich mir darüber keine Sorgen machen.

    Alles Weitere packe ich mal in den Spoiler:



    LG,

    Rainbow

  • Kirisha

  • Vielen Dank für eure interessanten Rückmeldungen! Ich werde diesen Part nochmal überarbeiten, aber das mache ich später. Jetzt möchte ich erstmal weiter vorwärts kommen.


    Rainbow

    epochAal


    Und hier geht es nun weiter.


    C3. Krisenbesprechung


    Prinzessin Cheneela hörte schon vom Gang her laute Stimmen aus dem Rittersaal. Der Fürst von Aravenna hielt offenbar bereits vor dem Frühstück eine Besprechung ab. So viel Betriebsamkeit war sie von ihrem Vater nicht gewöhnt, er pflegte sonst lange in den Gemächern der Mutter zu verweilen.

    Aber heute surrte der Palast bereits um diese frühe Stunde wie ein Bienenstock. Das Geklappere des Geschirrs aus der Hofküche und das Wiehern der Kutschpferde im Hof schallte bis hierhin.

    Zwölf Palastwächter standen vor dem Saal, in Paradeuniformen gekleidet und mit den neuen Adlerhelmen. Sie verneigten sich ehrerbietig vor der Prinzessin und öffneten ihr das Tor.

    Im Rittersaal brannte Kerzenlicht. Alle Leuchter an den Wänden und an der Decke waren entzündet, da von draußen nur schwaches Tageslicht hereinkam. Der Vater saß, nach höfischer Art in eine blaue Pluderhose aus Seide samt goldglänzender Weste, Umhang und Schärpe, auf seinem Thronsessel am Kopfende des mächtigen runden Holztisches, in dessen Mitte ein geschnitzter Adler prangte. Um den Tisch herum hatten sich wie üblich der Hofmarschall, der Mundschenk, außerdem der Rittmeister, der Obergärtner sowie eine Reihe Lakaien, persönliche Kammerdiener und Ratgeber des Fürsten versammelt. Sogar der Kommandant der Palastwache war anwesend.

    Als Cheneela den Saal betrat, verstummte die Unterhaltung und alle Blicke wandten sich zu ihr. Konnte es sein, dass sie gerade Gesprächsthema gewesen war? Oder war die Unterbrechung dem Respekt ihr gegenüber geschuldet?

    „Guten Morgen, meine Tochter“, begrüßte sie der Fürst und ihr fiel auf, dass er fahrig und nervös wirkte und auch seine Berater danach aussahen, als hätten sie sich gerade die Haare gerauft und in Verzweiflung die Hilfe der Götter erfleht.

    Prinzessin Cheneela schluckte. Gegen ihren Willen drängte sich ihr der Gedanke auf, eine Katastrophe sei im Anmarsch. Aber … nein! So schlimm würde es schon nicht werden.

    „Guten Morgen, Vater, und auch Euch einen guten Morgen, meine Herren“, grüßte sie artig zurück und knickste respektvoll vor ihrem Vater, während sie gleich darauf mit freundlich erhobener Hand auch in die Runde grüßte. „Ich bin etwas erstaunt, dass Ihr mich so eilig rufen lasst. Gibt es etwas, das ich wissen muss? – Geht es um die Begrüßung der Gäste?“

    Der Vater zog sorgenvoll die Stirn in Falten, wobei seine langen blonden Locken ihm in die Augen fielen, ohne dass er es korrigierte. Cheneela sah, wie er sich Worte zurechtlegte. Uh, er konnte manchmal furchtbar umständlich sein und gerade jetzt war die Ungewissheit darüber, was sie zu hören bekommen würde, die reine Marter.

    Kaum hatte sie das gedacht, da schüttelte sie schon über sich selbst den Kopf. Der Fürst und seine Lakaien waren natürlich nervös, weil noch so eine Menge Vorbereitungen für das Fest zu erledigen waren. Ihre Mutter kam gerne in letzter Minute mit Sonderwünschen und konnte unangenehm reagieren, wenn sie nicht exakt erfüllt wurden.

    „Es gehen Dinge um in unseren Land, die mich beunruhigen“, erwiderte Fürst Koryelan bedächtig und sie meinte, in seiner Stimme ein leichtes Beben zu hören.

    Hoffentlich musste sie jetzt keine weitschweifende Vorrede anhören. Erst jetzt fiel ihr auf, dass vier Soldaten in fremden Uniformen in einigem Abstand neben dem Tisch standen, die sicher nichts mit den Festvorbereitungen zu tun hatten – oder waren das bereits die ersten Gäste?

    „Gestern Nacht hat die Hohepriesterin unseren Tempel kontaktiert.“ Mit fahrigen Bewegungen rieb sich Fürst Koryelan die Stirn. „Sie nannte Aravenna ein Nest von Verrätern und gab uns 20 Namen. - Ich befahl Hausdurchsuchungen und ließ diese Subjekte … bestrafen.“

    Prinzessin Cheneela schrak zusammen. Gefangennahmen, mitten in der Nacht! Wahrscheinlich sogar Hinrichtungen, denn auf Verrat stand der Tod. Und das ohne die genaue Anklage zu kennen. Ohne Urteil oder Befragung. Es war nicht das erste Mal. Eine Welle der Scham und der Abscheu stieg in ihr auf. Dann Trauer, die bis in ihr Innerstes hineinstieg. Unerträglich, dass ihr eigener Vater so handelte! Natürlich lösten solche Aktionen Angst in der Bevölkerung aus. Sogar Hass gegen sie und ihre Familie. Aber sich der Hohepriesterin oder dem mit ihr verbündeten König zu widersetzen wagte ihr Vater nicht. Das Schwert könnte nur zu schnell gegen ihn selbst zurückschlagen.

    Mehr noch als ihren Vater hasste sie in diesem Moment aber sich selbst. Es wäre ihre Pflicht, den Bürgern ihrer Stadt zu helfen! Aber sie war auch nicht mutiger als der Fürst.

    „Wer gehörte zu den Verrätern?“, fragte sie vorsichtig. Am liebsten hätte sie die betroffenen Familien unterstützt – doch bereits das galt als Verrat. Diese Machtlosigkeit, dieses bösartige Zuschauen und sogar Mitmachen, lastete ihr schwer auf der Seele.

    Ihr Vater warf ihr einen warnenden Blick zu und ließ die Frage im Raum stehen.

    „Du wirst sie nicht kennen.“

    Cheneela begriff, dass er ihr nähere Antworten nicht geben würde, und der dumpfe Schmerz breitete sich immer tiefer aus. Wenn das doch ein Ende nähme! Wenn sie es stoppen könnte!

    „Hast du mich deshalb gerufen?“, fragte sie und eine vage Hoffnung, der Vater plante vielleicht einen vorsichtigen Widerstand, stieg in ihr auf.

    Er nickte langsam. „Ja … und nein.“

    Kurz schloss er die Augen und stützte sich dann mit beiden Händen auf den Tisch vor ihm. Auf der Stirn des Fürsten bildeten sich dicke Schweißtropfen. „Die Hohepriesterin war sehr übelgelaunt. Obwohl ich ihr natürlich versichert habe, dass wir mit den Verrätern nichts zu tun haben.“ Er rang die Hände und warf Cheneela einen nervösen Blick zu. „Du hast sicherlich davon dahört, dass Prinzessin Iliaca von Manika seit dem letzten Sommer verschollen ist. Kürzlich erst verschwand auch Prinzessin Melachina von Olina.“

    Unwillkürlich trat Prinzessin Cheneela einen Schritt zurück. Wozu rollte er dieses unangenehme Thema auf?

    „Ja. Davon habe ich gehört.“

    Sie hatte auch munkeln gehört von verschwundenen Bauerntöchtern, von einer Edeldame, die aus einer Kutsche geraubt wurde. Darüber gab es immer wieder großes Getuschel und Spekulationen, die durch das ganze Land gingen.

    Eine unheilvolle Stille breitete sich im Raum aus.

    Soll das etwas mit mir zu tun haben?

    „Unsere Burg ist wohl sicher – oder?“, fragte sie schnell. „Ich meine, bei uns ist noch nie etwas vorgekommen. Wie denn auch – mich beschützen acht Leibwächter, unsere Burg ist von den dicksten Mauern und einem Magieschutz umgeben und die Stadt wird noch zusätzlich von den Stadtwachen bewacht und verteidigt. Wir haben ja sogar eine Luftabwehr. Muss ich mir Sorgen machen, dass jemand das alles überwinden könnte?“

    Meine Geschichten: * Meermädchen * Kriegerkönigin * Dark Prince

  • Kirisha

    Hier wieder ein kurzes Feedback :D

  • Liebe Kirisha

    Dieser Abschnitt gefällt mir sehr gut. Er ist flüssig geschrieben und langsam baut sich eine gewisse Erwartungshaltung auf, was die Entführung angeht …




  • Hey Kirisha,


    ich finde diesen Teil auch sehr aufschlussreich. Immehrin gibt er uns nun einige Einblicke darin, wie die Machtverteilung in Arvenna aussieht. Es gibt also einen König und eine Hohepriesterin, die offenbar das Machtmonopol haben und man ist gut beraten, sich ihnen nicht zu widersetzen. Gleichzeitig scheint da immer unterschwellig die Angst mitzuschwingen, selbst als Verräter auf die Liste gesetzt zu werden...das finde ich sehr spannend und das bietet obendrein ordentlich Potenzial für deine Handlung.


    Interessant finde ich auch die Beziehung zwischen Fürst und Tochter. Ich meine, dass er sie morgens holen lässt, um an dieser Besprechung teilzunehmen. Das sagt mir, dass sie in seinen Augen quasi gleichberechtigt ist und er nicht der unantastbare regierende Fürst ist, der sich nur allein mit seinem Beraterstab umgibt. Trotzdem kommt es mir aber ein wenig seltsam vor, muss ich sagen, dass er in Anbetracht der Wichtigkeit der Situation dann nur seine Tochter rufen lässt. Was ist mit der Mutter? Würde es sie nicht in gleicher Weise interessieren, wenn sich plötzlich derartige Neuigkeiten auftun? :hmm:


    Als nächstes bleibt es natürlich spannend, was es nun mit den verschwundenen Prinzessinnentöchtern zu tun hat und in wechem Zusammenhang das mit dem Machtgebaren des König und der Hohepristerin steht.


    Hier noch Kleinkram / Gedanken beim Lesen:



    LG,

    Rainbow

  • Hallo ihr Lieben, vielen Dank für eure tollen Kommentare!


    epochAal

    Sensenbach

    Rainbow


    Und hier kommt nun der Schluss dieses Kapitels:


    3.1 Krisenbesprechung

    „Wir können nicht vorsichtig genug sein.“ Fürst Koryelan rückte gedankenvoll und mit einem bekümmerten Ausdruck um die Mundwinkel seine Schärpe zurecht.

    Ein Schauer lief der Prinzessin über den Rücken, denn sie spürte ein gewisses Entsetzen, das in der Luft hing, das sich in den Augen der Würdenträger spiegelte und in allen Bewegungen ihres Vaters.

    „Soll ich auf etwas Spezielles achten?“ Im Geist ging sie die Liste der Geladenen durch, die Fefa ihr so detailreich vorgetragen hatte, konnte darin aber nichts Auffälliges finden.

    Da richtete sich der Führer der Palastwache auf, der neben dem Vater gesessen hatte, und streckte ihr seine ordengeschmückte Brust entgegen.

    „Nun sagt ihr doch, was passiert ist“, wandte er sich eindringlich an den Fürsten.

    Cheneela fuhr zusammen. Aha? Gab es noch mehr? Welche Welt ging ging denn gerade zugrunde, mit deren Schicksal man sie nicht belasten wollte?

    „War das noch nicht alles?“, rief sie mit klopfendem Herzen.

    Fürst Koryelan hob zögernd eine Pergamentrolle mit erbrochenem Siegel vom Tisch. Erst jetzt realisierte die Prinzessin, dass dort noch weitere lagen. Nachrichten. Die vier fremden Soldaten mussten sie gebracht haben, sicherlich waren sie Boten.

    „Fürst Khin von Karghena schreibt mir, dass er eine Steuerforderung des Königs beanstandet hat, weil er sie überzogen fand. Nur ein paar Tage später ist er überfallen worden“, sagte der Fürst mit brüchiger Stimme. „Und zwar während der Hochzeitszeremonie seiner Tochter Kira. Männer des Königs haben die Stadt in Brand gesetzt, hunderte Soldaten getötet und versucht, mit Gewalt die Braut zu rauben, mitten aus dem Tempel heraus. Bei dem Kampf haben sie ihren Bräutigam umgebracht.“

    Cheneela versuchte zu erfassen, was er gerade gesagt hatte, aber vergebens. Karghena überfallen! Sie liebte diese Stadt, Prinzessin Kira war ihre beste Freundin, wie häufig war sie dort schon zu Gast gewesen! Es war, als schlüge eine Kanone direkt neben ihr in den Parkettboden.

    „Ist Kira etwas passiert?“, rief sie hastig. „Lebt sie noch?“

    Fürst Koryelan nickte. „Sie hat gewaltiges Glück gehabt. Raven von Kalamachai, dieser Mordbrenner, ging auf sie los und hat halb Karghena in Flammen gesetzt. Es ist ein Wunder, dass sie ihm entkam. Ich habe hier einen Brief für dich, da kannst du alles nachlesen.“

    Er ergriff eine der Pergamentrollen und die Prinzessin erkannte das Siegel. Cheneela begann das Herz in der Brust zu jagen und zu wummern. Dieser gehörnte Schlächter von Kalamachai steckte praktisch immer hinter den schrecklichsten Überfällen, von denen sie hörte. Ein wahrer Teufel.

    Die Hörner. Ich habe von einem Mann mit Hörnern geträumt. War er das? Sondra hat es auch gedacht!

    Hastig erstickte sie diesen Gedanken. Na und? Was spielte es für eine Rolle, mit welchen Bildern ihre Träume sie narrten?

    Was musste Kira durchgemacht haben. Dem Satan ins Gesicht sehen zu müssen, welch ein Alptraum!

    „Gib mir den Brief, bitte“, bat sie mit zitternder Stimme und streckte die Hand aus.

    Doch der Fürst schien ihre Worte nicht gehört zu haben. Seine Blicke hasteten über die Gesichter seiner Berater, seine Stirn zerfurchte sich immer tiefer. Schließlich wandte er sich seiner Tochter zu. Er sah aus wie ein geprügelter Hund. Die Pergamentrolle hielt er so fest in der Hand, dass sie zerknitterte.

    „Du weißt, mein Kind, dass wir Gäste zum Frühlingsball erwarten“, erklärte Fürst Koryelan nach einer Weile bedächtig. Diese Einleitung machte Cheneela nur noch nervöser.

    „Vater, das weiß ich schon seit Wochen“, gab sie zurück und versuchte, ihm das Pergament aus der Hand zu nehmen, aber er gab es nicht her.

    „Du bekommst es gleich.“ Fürst Koryelan packte das Dokument so fest, als wollte er jemanden erwürgen. „Neela, das war eine Warnung, wir müssen handeln. Ist dir aufgefallen, dass keine der Frauen verheiratet war, die in letzter Zeit verschwanden? Und dass Prinzessin Kira überfallen wurde, bevor sie ihrem Bräutigam das Jawort geben konnte? Du bist als unverheiratetes Mädchen in riesiger Gefahr. Ja, du könntest die nächste sein, die zur Zielscheibe dieser Frauenräuber wird.“

    Eine angstvolle Hitze stieg in der Prinzessin auf. „Du glaubst, dass unser Schutz nicht ausreicht? Dass jemand in die Stadt eindringen und unsere Burg überfallen wird?“

    Der Fürst blickte seine Tochter eindringlich an.

    „Ich denke, für das Fest sind wir gerüstet. Aber ich mache mir Sorgen um die Zukunft. Was, wenn wir einmal nicht aufmerksam sind?“ Er räusperte sich. „Auf unserem Frühlingsball werden viele hochrangige Gäste sein. Ich wünsche, dass du dir einen Bräutigam aussuchst. Du wirst ihn am dritten Tag der Feier heiraten. Das ist die einzige Maßnahme, die dich mit absoluter Sicherheit schützen kann.“

    Es dauerte eine ganze Weile, bis ihr die Tragweite dessen aufging, was der Fürst gerade sagte.

    „Wie bitte, heiraten? Von heute auf morgen?“, keuchte sie, entsetzt und erschrocken. „Aber ich kenne alle die Prinzen, die auf dem Ball erscheinen werden! Sie kommen ja nicht zum ersten Mal. Und sie sind … sie sind … Einen von diesen akzeptieren zu müssen würde bedeuten, mein Leben zu ruinieren! Bitte, Vater … verlang das nicht!“

    „Das wird dein Leben nicht ruinieren“, bekräftigte der Fürst mit belegter Stimme. „Es ist im Gegenteil der einzige Weg, dich zu retten. Im Übrigen kommen ja diesmal nicht nur die Adligen, die du kennst. Damit du genügend Auswahl hast, habe ich eine Reihe hochstehender Familien aus befreundeten Provinzen eingeladen.“

    „Deshalb also die vielen Gäste aus dem niederen Adel“, stieß Cheneela hervor und schüttelte abwehrend den Kopf. „Das ist mir zu überhastet. Bitte, zwing mich nicht!“

    Ihr Vater reichte ihr das Pergament aus Karghena. Er sah müde aus, zerfressen vor Sorge.

    „Ich muss. Und zur Not werde ich es tun, denn dein Leben ist mir zu teuer. Wenn du keine Wahl triffst, dann treffe ich sie für dich und weil du noch minderjährig bist, kann ich als dein Vormund einen Bräutigam aussuchen und in deinem Namen dein Ja-Wort geben. - Aber lies erst das Pergament. Danach änderst du vielleicht deine Meinung.“

    Cheneela nahm ihm die Rolle aus der Hand und packte sie fest, als könnte sie ihr sonst jemand stehlen.

    Alles, bloß das nicht, dachte sie verzweifelt, was kann ich nur tun?

    Wie konnte Koryelan sich einbilden, sie würde freiwillig irgendeinem Menschen ihre Hand geben, der sich durch nichts auszeichnete?

    Für sie kam nur ein Mann mit der richtigen Gesinnung infrage. Einer, der die Schlächtertruppen des Königs bekämpfte. Ein Held, wie ihr Patenonkel Silvrin, den sie über alle Maßen verehrte, ja fast vergötterte. Ein Seufzer entrang sich ihrer Brust. Ach, Silvrin! Schon seit vier Sommern hatte sie ihn nicht gesehen, denn er war gezwungen, sich im Untergrund zu verstecken, die Häscher des Königs im Nacken. Wenn er doch auf ihrem Ball erscheinen könnte!



    Hier geht es weiter:

    Kapitel 4

    Meine Geschichten: * Meermädchen * Kriegerkönigin * Dark Prince

    Einmal editiert, zuletzt von Kirisha ()

  • Hey Kirisha


    oh ja, das gefällt mir. Raven kommt ja wirklich nicht gut weg und er wird dargestellt wie der Teufel in Person. Das Bild, welches um ihn herum gezeichnet wird, ist in jedem Fall schon mal schön schaurig. Dem möchte man wirklich nicht freiwllig begegnen. :thumbup:


    Und dass die Prinzessin ein Ultimatum gestellt bekommt, um sich einen Gemahl zu suchen, ist natürlich superfies! Das bedeutet, dass sie im Falle einer Entführung zumindest von dieser Last befreit würde :rofl:


    Alles in allem gefällt mir das ganz gut. Bin gespannt, wie du den Überfall nun insenieren willst, ohne, dass es vorhersehbar wirkt. Schließlich sind ja jetzt alle alarmiert und man wartet förmlich darauf, dass etwas passiert.

  • Welche Welt ging ging denn gerade zugrunde, mit deren Schicksal man sie nicht belasten wollte?

    Einmal zu viel :)


    Fürst Koryelan hob zögernd eine Pergamentrolle mit erbrochenem Siegel vom Tisch.

    Hm, "erbrochen" klingt falsch. "gebrochenem"?


    Bin auch sehr gespannt, wie der Überfall trotz größter Sicherheitsvorkehrungen passieren wird. :D

  • Vielen Dank ihr Lieben für eure Kommentare!


    Rainbow

    Alles in allem gefällt mir das ganz gut. Bin gespannt, wie du den Überfall nun insenieren willst, ohne, dass es vorhersehbar wirkt. Schließlich sind ja jetzt alle alarmiert und man wartet förmlich darauf, dass etwas passiert.

    Ja, das ist natürlich ein wenig ein Problem. Eventuell wirkt die gesamte Handlung vorhersehbar, da die Entführung so offen und mehrfach angekündigt wird. Ich hoffe, es wird trotzdem spannend dabei zuzuschauen, wie das Ganze dann nun abläuft. (So nach dem Motto, alle wissen, dass die Bombe unterm Tisch liegt, aber nicht, wann und wie sie hochgehen wird - kann ja auch spannend sein?).

    epochAal

    Hm, "erbrochen" klingt falsch. "gebrochenem"?


    Bin auch sehr gespannt, wie der Überfall trotz größter Sicherheitsvorkehrungen passieren wird. :D

    erbrochen ist ein wenig altmodisch, stimmt aber schon.

    Vielleicht ändere ich es trotzdem.

    Tja, und ich hoffe, dass die Handlung weiter spannend bleibt ...


    Hier geht es nun weiter:

    R4. Der Auftrag

    - Achtung Kapitel ist gelöscht und wird neu geschrieben - bitte überspringen!

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    Einmal editiert, zuletzt von Kirisha ()

  • Hey Kirisha,


    eine spannende Szene. Der große, gefürchtete König Wukuur betritt die Bühne. Ich könnte mir vorstellen, dass diese Szene mit den Grunbaustein dafür legt, wie sich Raven später entscheiden wird, wenn es darum geht, den Auftrag zu Ende zu bringen.


    Obwohl es unter der Prämisse natürlich äußerst fragwürdig ist, wieso der König glaubt, sich mit derertigen Bestrafungsaktionen die Loyalität seiner Gefolgsleute sichern zu können. :hmm: Aber gut...das ist wahrscheinlich das Grundproblem böser Herrscher :rofl:


    Aber gerade WEIL diese Szene so extrem wichtig ist, würde ich versuchen, dem König noch etwas mehr Persönlichkeit zu verleihen, damit er nicht zu sehr in dieses Klischee abrutscht. Ich meine, wenn er schon Böse ist, lass ihn richtig böse sein. Dann sagt er nicht solche Dinge wie : Mir ist die Kinnlade runtergefallen...oder er ist auf charmate Weise Böse und verpackt seine Gemeinheit in einer gewählten Sprache, die erst später kippt, als er richtig wütend wird. Keine Ahnung. Ich würde da einfach mal noch ein bisschen experimentieren.


    Ansonsten hier meine Anmerkungen



    LG,

    Rainbow

  • Hallo liebe Rainbow

    vielen Dank für deine Anmerkungen.

    Tja, ich habe momentan noch nicht wirklich eine Lösung für die Darstellung des "Bösen", sondern muss das noch etwas im Kopf herumbewegen. Natürlich kann ich es nicht so machen wie du! Dieser König hat auch nicht diese "noble" Fassade, die Dagon bei dir aufbaut, das würde nicht passen. "Herrschaft durch Einschüchterung und drastische Strafen" ist ja jetzt kein ungewöhnliches Prinzip und funktioniert wohl auch in der Realität?

    Aber wie gesagt, ich denke noch darüber nach, wie ich ihm mehr Persönlichkeit geben kann. Er wird ja später nochmal auftauchen.


    Rainbow


    Dann folgt hier jetzt die Fortsetzung des Kapitels.


    4.1 Der Auftrag

    - Achtung Kapitel ist gelöscht und wird neu geschrieben - bitte überspringen!

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    2 Mal editiert, zuletzt von Kirisha ()

  • Liebe Kirisha

    Dieser Abschnitt (siehe Spoiler) gefällt mir nur so mittel. Es wirkt noch etwas skizzenhaft, ohne die gewohnte Tiefe zu erreichen. Der Charakter von Raven bleibt mir rätselhaft.


    PS: Ich hänge etwas hinterher. Grade vom Urlaub aus Schweden und Norddeutschland zurück.




  • Hey Kirisha :)


    Natürlich kann ich es nicht so machen wie du! Dieser König hat auch nicht diese "noble" Fassade, die Dagon bei dir aufbaut, das würde nicht passen. "Herrschaft durch Einschüchterung und drastische Strafen" ist ja jetzt kein ungewöhnliches Prinzip und funktioniert wohl auch in der Realität?

    Na ja, Dagon ist ja auch nicht immer nur nobel. :D Und ansonsten finde ich das Prinzip Einschüchterung schon okay...es muss nur plausibel dargestellt werden, finde ich.


    Ich habe hier in dieser Szene ein Problem damit Ravens Gefühlswelt so richtig einzuordnen. Sie unterliegt ja hier ganz schönen Schwankungen. Von überschwänglicher Selbstüberschätzung am Anfang,...bis hin zu Fassungslosigkeit und Zorn....dann zu Hilflosigkeit und Rachegelüsten...und zuletzt ist er wieder Feuer und Flamme und lässt sich durch die 300 Mann starke Armee ködern, sowie durch die Aussicht, sich Silvrin vorzuknöpfen, mit dem er noch eine Rechnung offen hat.


    Der König scheint ihn dabei irgendwie manipulieren zu wollen und ist dabei auch noch erfolgreich. Ich frage mich, warum der König es nicht konsequent durchzieht. Warum er nicht einfach sagt: Pass mal auf. Du hast verschissen. Die Armee kannst du dir erst mal in die Haare schmieren (so in etwa sagt er das ja auch :) )...aber du hast noch eine letzte Chance....einen letzten Auftrag, wenn du den zu meiner Zufriedenheit ausführst, werde ich Gnade walten lassen...dann verschone ich deine Männer und du bekommst die Armee....(irgendwie so?)


    Keine Ahnung, vielleicht ist das zu plump. :hmm: Aber hier wird meiner Meinung nach ein Eiertanz veranstaltet, der für den Leser schwer nachzuvollziehen ist. Weil sich keiner von beiden konsequent verhält. (ist jetzt zumindest mein Empfinden)


    Alles Weitere packe ich mal in den Spoiler:



    LG,

    Rainbow

  • Liebe Rainbow und Sensenbach !

    Vielen Dank für eure ausführlichen Kommentare. Tja, das waren ja ganz schöne Hammerschläge, dass die Passagen, dir mir gerade so viel Spaß gemacht haben, bei euch überhaupt nicht ankommen. Aber darum bin ich froh, dass ihr euch die Mühe gemacht und erklärt habt, wo es für euch hakt. Ich kann das auch nachvollziehen.

    Ich gehe jetzt mal nicht im Einzelnen auf alles ein, weil ich erstmal alles verdauen muss (das mache ich dann aber noch). Aber ich glaube, ich muss die ganze Grundstimmung ändern (nicht wütend und selbstgerecht, sondern eher schuldbewusst, weil der Auftrag schiefgegangen ist - aber das ist eine ziemlich große Änderung, die dann alle bisherigen Kapitel betrifft). Bockig oder gefühlsmäßig nicht nachvollziehbar darf es natürlich auf keinen Fall rüberkommen.

    Wegen der Strafe - darüber habe ich auch lange nachgedacht. in der Ursprungsfassung habe ich die acht Leute genussvoll umbringen lassen. Dann war mir das zu brutal und ich habe es gestrichen (es hat die Handlung auch ziemlich lang gemacht). Tja, nun überlege ich, ob ich das wieder reinbringe. (Soll ich?)

    (Die leute werden übrigens nicht wirklich umgebracht, sondern kalmukerisiert, d.h. sie verwandeln sich in Seelenlose, welche der König sehr gut gebrauchen kann, es ist also daher für ihn kein Verlust, sowas zu befehlen. Ist aber für die Freunde dieser Leute schon etwas übel, die dann ohne Seele weiter herumlaufen zu sehen).

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  • Also, ich bin nun dabei, mir eure Hinweise einzuverleiben, die mich ziemlich zum Nachdenken gebracht haben.


    Sensenbach


    Dir hat offenbar Raven als Charakter bis jetzt überhaupt nicht gefallen. So wie ich es verstehe, liegt das an der wütenden Grundstimmung, die sich durch dieses ganze Kapitel zieht und die für dich das Bild eines "bockigen Cholerikers" erzeugt. Was natürlich so gar nicht beabsichtigt war.

    Meine Intention war zu zeigen, dass Raven glaubt, im Recht zu sein und sich über die seiner Meinung nach ungerechtfertigte Behandlung ärgert. Das hat aber anscheinend nur ein schlechtes Bild auf ihn geworfen.

    Nachdem ich zufällig bei einer Bekannten einen Artikel darüber gelesen habe, dass "Wut" als Grundstimmung am Anfang einer Geschichte anscheinend fast immer negativ ankommt und den Leser nervt, habe ich deshalb jetzt beschlossen, das zu ändern.


    Rainbow


    Vielen, vielen Dank für eure aufschlussreichen Kommentare. Ich habe jetzt angefangen, die Raven-Kapitel zu überarbeiten, zunächst nur Kapitel 2.


    Da habe ich die Grundstimmung geändert, weil ich glaube, die hat so nicht funktioniert.

    Raven ist also jetzt nicht mehr wütend, sondern sich bewusst, dass es ihm nicht gelungen ist, den Auftrag so wie befohlen zu erledigen. Und da er den König kennt, erwartet er eine entsprechende Strafe. Dies wird also nun die neue Grundstimmung sein und in diesem Sinne habe ich nun dieses Kapitel umgeschrieben.

    Ich wäre froh, wenn ihr Lust hättet, da nochmal drüberzuschauen? Zur Vereinfachung habe ich alle geänderten Passagen fett gedruckt, es reicht deshalb, wenn ihr euch nur diese anschaust.

    (Kapitel 4 ändere ich auch noch, aber da muss ich etwas mehr herumbasteln, weil ich für die nun neu geplanten Kalmukerisierungen einen anderen Raum brauche, darum dauert das noch etwas).


    Kapitel 2 Anfang

    Kapitel 2.1

    Kapitel 2.2

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  • Liebe Kirisha

    Die Änderungen gefallen mir von der Tendenz her ganz gut. Ich würde vorschlagen, erstmal weiter zu machen und später in der Gesamtschau noch einmal auf Raven zu schauen.

    Hast du dir ein Charakterblatt von Raven erstellt? Das könnte in diesem Fall hilfreich sein.


    Schöne Grüße, Sense