Schatten über Tarladan

Es gibt 32 Antworten in diesem Thema, welches 1.740 mal aufgerufen wurde. Der letzte Beitrag () ist von Rainbow.

  • Hallo Wanderer,

    danke für dein Statement. Du hast recht, so liest es sich bedeutend stimmiger. Ich werde das in dieser oder ähnlicher Form in meinen endgültigen Text einbauen. Ich stell dann heute Mittag den Rest des Kapitels ein, vielleicht wirkt der Text ja im gesamten runder auf den Leser wie die einzelnen Teile.

    Schönen Sonntag noch

  • Mir gefällt dieser Teil jetzt auch wesentlich besser. Lässt sich jetzt gut und interessant lesen!

    Zur Länge der Posts: 20.000 Zeichen sind nur ein Richtwert. Zum Kommentieren ist es leichter, wenn der Abschnitt nicht zu lang ist. Ich teile meine Abschnitte immer dort, wo es szenentechnisch ungefähr passt. Kann also mal etwas länger oder kürzer sein, das ist kein Ding.

    Meine Geschichten: * Meermädchen * Kriegerkönigin * Dark Prince

  • Hey Thorak ,


    ich schließe mich an. Dein Text ist mit jeder Überarbeitung besser geworden. :)

    Was mir aufgefallen ist: Du benutzt eine Art Allwissender Erzähler, der das Geschehen quasi von außen beobachtet und kommentiert. Das kann man so machen. Allerdings finde ich immer, dass diese Erzählweise Distanz schafft und man weniger in einen Charakter eintauchen kann, als wenn man zum Beispiel den personalen Erzählstil wählt. Aber im Grunde ist, denke ich, beides okay. Wichtig finde ich immer nur, dass man sich dessen bewusst ist und es als stilistisches Mittel wählt.

    Für einen Prolog zum Beispiel eignet sich das sehr gut, wenn man noch nicht so viel über eine Person preisgeben möchte und man es allgemeiner halten möchte.. Wenn sich allerdings dieser Stil durch die ganze Geschichte zieht, sollte man sich schon darüber im Klaren sein, welche Vor- und Nachteile das in sich birgt.


    Eine andere Sache: Keine Ahnung, ob es der Formatierung geschuldet ist, aber du setzt deine Anführungsstriche in den Dialogen alle oben. Ist vielleicht nur versehentlich passiert, aber ich dachte, ich sage es dir mal, denn für gewöhnlich sind die vorderen Anführungsstriche ja unten zu platzieren.


    Ansonsten hab ich dir noch ein paar Rechtschreibfehlerchen rausgesucht, weil mir gerade langweilig war :) ... und noch die eine oder andere Anmerkung hinzugefügt:



    LG,

    Rainbow

  • Hier also Hälfte zwei und Abschluss von Kapitel 1


    Schatten über Tarladan


    Kapitel 1/Part 2


    Der vorderste der beiden war ein kahlköpfiger Fleischberg, dessen geradezu unglaublich fetter Körper in einem weit geschnittenen, kostbar wirkendem Seidengewand steckte, das trotz der großzügigen Verwendung des taubenblauen Stoffes die Speckmassen seines Trägers kaum zu bedecken vermochte. Sein Begleiter dagegen das genaue Gegenteil, zwar kaum mehr als mittelgroß und von drahtiger Gestalt, wirkte er dennoch ungleich bedrohlicher. Der nackte Oberkörper des Mannes war von unzähligen Narben übersät und um den Hals trug er ein stachelbewehrtes Lederband. In der Rechten hielt er einen Krummsäbel, der genauso unerfreulich aussah wie sein maskenhaft starres Gesicht.

    "Wer seid ihr?", fragte der Blonde.

    "Mein Name ist Bujak, der Alleshändler", antwortete der Dicke. "Ich gehöre der Gilde der freien Kaufleute an und lebe davon Waren aller Art zu kaufen und wieder zu verkaufen. Ich handle mit seltenen Gewürzen aus der Ostmark, wertvollen Pelzen aus Eislanden, ebenso wie mit kostbaren Stoffen aus Landurien. Man kann bei mir sogar frisches Obst aus Goa oder erlesene Weine aus Bardolien kaufen."

    Ein falsches Grinsen lag auf seinem Gesicht, als er dem Blonden mit einem bis zum Rand gefüllten Becher zuprostete.

    "Ab und zu habe ich aber auch ein paar junge Hühner aus dem Südland im Angebot, wenn du verstehst, was ich meine.", fügte er dann nach einer kurzen Pause augenzwinkernd hinzu.

    "Ich bin Kelen, ein Söldner", erwiderte der Mann aus Skagen knapp.

    "Ich weiß", antwortete Bujak.

    "Woher?"

    Der Alleshändler lächelte herablassend.

    "Ich kann mich rühmen, das ich auf der Suche nach lohnender Handelsware fast schon jedes Fleckchen Erde auf dieser Welt bereist habe. Von daher weiß ich, das deine ausgezupften Augenbrauen und die Schnalle deines Gürtels Zeichen sind, das du ein Mietglied der Söldnergilde aus Skagen bist. Genauso ein Zeichen wie der verkrüppelte Zeigefinger deiner Rechten, mit der du dein Kurzschwert führst."

    "Gut und was willst du?"

    Bujak lächelte vielsagend.

    "Ich suche Männer, die wissen wie man kämpft und ich glaube, ich habe gerade eben wieder einen solchen gefunden. Auf einen Schwertkämpfer wie dich warte ich schon seit Tagen."

    "Tatsächlich?", fragte Kelen, während er die Spitze seines Schwertes weiterhin zwischen den beiden Männern umherwandern ließ.

    Er wusste zwar schon nach den ersten abschätzenden Blicken, das ihm dieser Fettwanst körperlich nicht gewachsen war, aber er wusste auch um die Gefährlichkeit seines Begleiters, in dessen kalten, grausamen Augen pure Mordlust zu erkennen war. Bujaks zur Schau getragenes, vermeintlich freundliche Grinsen verschwand urplötzlich und machte seinem wahren Gesicht Platz. Vor Kelen stand jetzt ein eiskalter, profitgieriger Kaufmann.

    "Ich bin hier um dir ein Geschäft vorzuschlagen."

    "Ich bin im Moment aber nicht an Geschäften interessiert", erwiderte Kelen.

    "Da bin ich aber anderer Meinung", antwortete der fette Kaufmann vielsagend. "Oder kannst du es dir tatsächlich leisten, mein Angebot auf einen Beutel voller Goldmünzen so einfach auszuschlagen? Ich glaube wohl nicht, wenn ich dich so ansehe. Wenn einer aus der Söldnergilde versucht hier beim Glücksspiel Geld zu gewinnen um damit die nächsten Tage über die Runden zu kommen, muss er schon ziemlich abgebrannt sein. Sei ehrlich, wann hast du das letzte Mal eine anständige Mahlzeit zu dir genommen, einen Becher Wein getrunken oder in einer Herberge in einem weichen Bett geschlafen? War es gestern, vorgestern, oder war es letzte Woche?"

    "Erzähle hier keine Märchengeschichten. Was soll der Unsinn von Beutel voller Goldmünzen?"

    Statt einer Antwort verschwand Bujaks fleischige Rechte für einen Moment in den Falten seines Seidengewandes, um kurz darauf mit einem runden, blinkenden Etwas zurückzukommen, das er ihm unvermittelt zuwarf. Eine Goldmünze, durchzuckte es Kelen jäh, dann schoß seine Hand auch schon in die Höhe und ergriff das blinkende Teil noch in der Luft, wie ein Adler seine Beute. Als er seine Rechte dann öffnete, traute er seinen Augen nicht. In seinem Handteller lag eine kreisrunde, goldene Münze, die ihn geradezu herausfordernd anzufunkeln schien.

    "Na, ist das etwa auch ein Märchen?", fragte Bujak mit geradezu unverschämten Spott. "Ich denke wir beide sollten uns jetzt einmal ernsthaft unterhalten."

    Dabei huschten seine Augen nervös durch den Schankraum.

    "Aber nicht hier, in dieser Schenke haben selbst die Wände Ohren. Los, komm mit nach draußen!"

    "Und das hier?"

    Kelen machte eine umfassende Handbewegung, die sowohl das umgestürzte Mobiliar als auch den toten Falschspieler und dessen Kumpanen einschloß, der noch immer mit blutendem Gesicht auf dem Boden lag und um Erbarmen winselte.

    Bujak winkte ab.

    "Keine Angst, das erledigt sich von alleine. Dem Falschspieler ist sowieso nicht mehr zu helfen, dafür hast du zu gut getroffen und sein Kumpane wird es überleben. Ich glaube der ist ziemlich zäh. Vor dem Gesetz hast du auch nichts zu befürchten, so etwas gibt es in diesem jämmerlichen Kaff nämlich nicht. Die nächste Garnison mit Soldaten des Königs ist mehr als zehn Tagesritte von hier entfernt und die Zeiten sind unruhig. Sie haben besseres zu tun als in dieser Schenke nach dem rechten zu sehen, deshalb ist sich auch hier jeder selbst der Nächste. Aber jetzt genug geredet, los, komm mit, bevor ich es mir doch noch anders überlege."

    Zusammen mit seinen letzten Worten legte er seine schweissige Rechte besitzergreifend um Kelens Unterarm und zerrte den jungen Nordmann ungeduldig mit nach draußen. Sein narbiger Begleiter folgte ihnen dabei wortlos. Die ungleichen Männer blieben auf dem hölzernen Vorbau der Schenke einen Moment lang stehen, bis sich Kelen mit einer schroffen Geste die Hand des schnierigen Kaufmanns angewidert von seinem Arm wischte.

    "Ich komme aus Skagen, wie ihr wisst", sagte er scharf. "In unserem Land tragen die Männer noch Stolz und Ehre im Leib. Wir haben es deshalb nicht gerne, wenn man uns ungefragt anfasst. Also lass gefälligst deine Hände von mir, es sei denn, du verzichtest gerne auf ihre Anwesenheit. Ich hoffe wir haben uns verstanden!"

    Bujak zuckte zurück, als hätte er gerade eine glühende Herdplatte berührt, während der Narbige sofort den Säbel anhob. Aber der Händler hatte sich sofort wieder in der Gewalt und zeigte ihm mit einer knappen Geste an, das alles in Ordnung war. Kelen trat einen Schritt zurück und musterte Bujak nun eingehender. Ihm gefielen die verschlagenen Züge des Händlers und dessen dunkle Augen, die tückisch und voller boshafter Intelligenz funkelten, zwar nicht besonders, aber schließlich überwog die Aussicht auf schnellen Reichtum sein Misstrauen doch.

    "Also sag was du willst, aber fasse dich kurz. Ich habe keine Lust mir den ganzen Abend irgendwelche Geschichten anzuhören."

    Bujak nickte,

    "Dann werde ich dich jetzt auch nicht mit irgendwelchen Nebensächlichkeiten langweilen, sondern komme sofort zur Sache. Ich bin auf dem Weg nach Norden, genauer gesagt nach Ruland, wo ich die jüngste Tochter von Sidan, dem einflussreichsten Großgrundbesitzer dort, zu heiraten gedenke. Das junge Ding ist zwar ein hässlicher Vogel, aber wie heißt es doch, Schönheit vergeht, Grund und Boden vergeht. Mit Sidans Geld und Einfluß und meinen Handelsbeziehungen werden wir schon bald zusammen zum mächtigsten Kaufmannskontor in Ruland, wenn nicht gar des ganzen Nordens aufsteigen."

    "Schön und gut, aber was hat das alles mit mir zu tun?", wollte Kelen wissen.

    "Wie du dir vielleicht denken kannst, würde es ein schlechtes Bild abgeben, wenn ich mit leeren Händen zur Hochzeit erscheine. Deshalb befinden sich in meinem Reisegepäck nicht nur kostbare Teppiche und Stoffe sondern auch einige Schmuckstücke für Sidans Tochter, die selbst einer Königin zur Ehre gereichen würden. Ich wäre ja verrückt, wenn ich diese Reichtümer schutzlos nach Ruland transportieren würde. Also was ist? Bist du dabei um mich und meine Männer auf dem Weg dorthin zu begleiten und meine Hochzeitsgaben zu beschützen? Wenn ja, dann behalte die Goldmünze als eine Art Anzahlung und komm mit in mein Lager."

    "Warum gerade ich?"

    "Weil ich auf diesem Weg noch jemanden brauche, der mir zur Seite steht", antwortete Bujak mit einem Gesicht das mit jedem Wort ernster wurde.

    "Was ist mit deinen Männern?"

    Bujak schüttelte missmutig seinen fetten Schädel und deutete neben sich auf seinen Begleiter.

    "Außer Rizhav, meinem Leibwächter, sind das alles Kerle ohne Ehre. Diese Kreaturen dienen, wie fast alle Männer in diesem Land, nur demjenigen, der ihnen am meisten zahlt. Ein paar von ihnen haben unterwegs auch schon versucht mich auszurauben, aber Rizhavs Säbel war schneller. Deshalb sind wir hierher gekommen um neue Männer anzuwerben und wie es scheint habe ich auch schon den ersten gefunden."

    "Wer sagt dir, das ich nicht genau dasselbe im Sinn habe?", fragte Kelen lauernd.

    "Deine Herkunft, mein Junge. Ich bin schon weit in der Welt herumgekommen und kenne deshalb die Söldnergilde aus Skagen ganz genau. Euer verdammter Stolz und eure seltsamen Ansichten von Recht und Gestz werden euch eines Tages bestimmt noch ins Verderben stürzen, aber mit jemanden wie euch an meiiner Seite weiß ich, das ab jetzt ein Schwertkämpfer für meine Sache eintritt, der selbst dann noch zu mir halten wird, wenn die Welt einstürzen sollte."

    Kelen nickte, löste die Zügel seines Pferdes, die er bei seiner Ankunft um den Haltebalken vor der Schenke geschlungen hatte und zog sich in den Sattel. Der Kaufmann und sein Leibwächter folgten seinem Beeispiel, wenngleich Bujak mit seinen Körpermassen ungleich mehr Mühe hatte. Dann ritten sie gemeinsam nach Norden. Der Händler hatte sein Lager in einem schmalen, windgeschützten Seitental aufgeschlagen. Seine Leute saßen gerade beim Abendessen um ein Feuer herum, als Kelen mit dem Kaufmann und seinem Leibwächter eintraf. Einer dieser Männer stellte seinen Teller neben sich auf den Boden und wischte sich mit dem Handrücken über den Mund, während er die Ankömmlinge aus schmalen Augen musterte. Er war ein hagerer, hochaufgeschossener Bursche, der alles andere als vertrauenswürdig aussah.

    "Guten Abend Bujak", rief er erstaunt."Wen bringst du denn da mit?"

    Auch die beiden anderen Männer, dunkle, bärtige Burschen mit verschlagenen Gesichtern, die zu seiner Linken saßen, starrten nun neugierig in Kelens Richtung.

    "Ist das unser neuer Küchenbursche?", fragte er weiter, worauf die beiden anderen lauthals zu Lachen begannen.

    "Na dann komm mal her, mein Junge. So wie du aussiehst hast du sicherlich Hunger. Du kannst dir deshalb gerne etwas von unserem Essen nehmen. Allerdings..." verstummte er abrupt und blickte die anderen vielsagend an, bevor er weiter redete. "musst du mir dafür die Stiefel küssen."

    Die anderen gröhlten und klopften sich vor lauter Lachen auf die Schenkel.

    Kelen reagierte mit der Gereiztheit einer Wildkatze, der man auf den Schwanz getreten war. Er wusste genau, das er bei den Männern verspielt hatte, wenn er jetzt kleinbei gab. Er glitt aus dem Sattel und zog sein Kurzschwert, während er mit einem gewaltigen Satz auf den Kerl zusprang. Bevor dieser wusste wie ihm geschah, zielte Kelen bereits mit der Spitze seiner Waffe zwischen dessen Beine.

    "Wenn du es wünscht, werde ich dir gerne deine Stiefel küssen. Allerdings erst, nachdem ich dir das abgeschnitten habe, was einen Mann von einer Frau unterscheidet."

    Der Mann wurde leichenblass und auch die anderen bekamen plötzlich große Augen. Jetzt lachte niemand mehr. Bujak klatschte in die Hände und trat ans Feuer, während er versuchte die angespannte Situation mit ein paar klärenden Worten zu entschärfen.

    "Immer mit der Ruhe Männer. Bevor ihr euch gegenseitig an die Kehle geht, möchte ich euch erst einmal miteinander bekannt machen. Der Hagere da ist Sihl, die beiden Bärtigen heißen Tanar und Lork."

    Dann deutete er auf Kelen.

    "Und dieser Blondschopf hier ist Kelen, ich habe ihn in diesem nest da hinten kennen gelernt und in meine Dienste genommen. Wie ihr bemerkt habt, ist er ein wahrer Meister im Umgang mit seinem Schwert. Er ist ein Söldner aus Skagen, also überlegt euch in Zukunft, mit wem ihr eure derben Späße treibt. Er wird uns nämlich ab sofort begleiten. Aber nun genug geredet, legt euch jetzt schlafen. Wir reiten morgen früh noch vor Sonnenaufgang los."

  • Hey Rainbow ,

    danke für deine hilfreichen Anmerkungen. Sollte ich umgehend umsetzen, vor allen Dingen die Sache mit den Anführungsstrichen und dem das und dass. :patsch: Muss wahrscheinlich an der Hitze liegen

  • Heyho Thorak

    Der Erzählfaden wird weiter gesponnen. Gefällt mir. Habe jetzt (00:32) allerdings nur die Handlung weiter verfolgt bzw. einige Sachen angekreuzt, die nicht wirklich stimmig sind.

    in einem weit geschnittenen, kostbar wirkendem Seidengewand steckte

    Also...entweder ist das Gewand kostbar oder nicht. Bujak ist ein reicher Händler, also ist sein Gewand kostbar.

    In der Rechten hielt er einen Krummsäbel...

    Warum?

    Der Kampf in der Kneipe ist vorüber. Und auch, wenn Rizhav Bujak's Leibwächter ist - oder gerade deshalb - wird der nicht ständig mit gezückter Waffe neben seinem Herrn herumlaufen. Ich fänd's viel interessanter, wenn ihm der, griffbereit, über dem Rücken hinge...

    Das junge Ding ist zwar ein hässlicher Vogel, aber wie heißt es doch, Schönheit vergeht, Grund und Boden vergeht.

    Bin zwar jetzt nicht Goethe, tippe aber trotzdem mal daruf, das dort anstelle "vergeht" "besteht" stehen sollte.

    "Deine Herkunft, mein Junge. Ich bin schon weit in der Welt herumgekommen und kenne deshalb die Söldnergilde aus Skagen ganz genau. Euer verdammter Stolz und eure seltsamen Ansichten von Recht und Gestz werden euch eines Tages bestimmt noch ins Verderben stürzen, aber mit jemanden wie euch an meiiner Seite weiß ich, das ab jetzt ein Schwertkämpfer für meine Sache eintritt, der selbst dann noch zu mir halten wird, wenn die Welt einstürzen sollte."

    "Mein Junge" ... das klingt sehr herablassend. Zu herablassend. Das von Dir einmalig benutzte "euch" habe ich mal für den gesamten zweiten Teil verwendet. Es las sich ziemlich gut.

    Worauf ich hier hinaus will:

    "Wer seid ihr?", fragte der Blonde.

    "Gut und was willst du?"

    Mal "Ihr", mal "Du" . so wird das nix mit dem Dialog.

    Und darüber hinaus - leider, denn die Szene am Feuer des Camps, wo sich Kelen einmal mehr beweisen muß finde ich als solche gut - mußt Du da eine Entscheidung treffen.

    Entweder wird Kelen von Bujak aus Respekt vor seinen Fähigkeiten fürderhin mit "Euch" angesprochen.

    Dann ist sein Status als Krieger, Kämpfer und Söldner fundamentiert.

    Oder es bleibt erst mal bei dem jovialen "Mein Junge".

    Dann stellt Bujak seine Fähigkeiten noch immer in Frage, obwohl er es eigentlich besser wissen müßte nach der Geschichte mit dem Falschspieler.


    Wählst Du das "Euch", ist die Campszene hinfällig.

    Wird's das "Du", nicht.


    Die Frage ist also:

    Was soll Kelen sein?

    Ein Charakter in Entwicklung und Formbarkeit oder einer, der bereits ist, was er ist?


    Schwierige Frage. Gut, das ich sie nicht beantworten muß...

  • Der Wanderer

    Hallo und wieder einmal Danke für dein Statement. Deine Anmerkungen sind wie immer überaus nützlich für mich. Da sind immer wieder Dinge dabei, die mir so eigentlich gar nicht aufgefallen sind. Kann es sein, das man nach zwanzigmal drüberlesen allmählich so etwas wie betriebsblind gegenüber seiner eigenen Schreibe wird?

  • Ich habe fertig, wie ein bekannter italienischer Fussballtrainer einmal gesagt hat. Ich jetzt auch, nach fast drei Wochen Doppelschicht und das von Montag bis Samstag. Jetzt geht das Leben wieder seine geregelten Bahnen und ich habe nun Zeit und auch Muse mich wieder regelmäßig zu melden, Kommentare abzugeben, und natürlich auch weitere Kapitel meiner Geschichte einzustellen. Ich freue mich wieder auf Anmerkungen, Diskussionen und auch auf Kritiken. Hier nun das nächste Kapitel meiner Story um Kelen, den Söldner.


    Schatten über Tarladan

    Kapitel 2 / Part 1


    Das Zelt des Schamanen stand am nördlichen Rand des Dorfes auf einer Anhöhe, von der man aus einen ungehinderten Blick über die endlos scheinenden Grassteppen des Landes hatte. Das Zelt war klein und alt, errichtet aus dem eisenharten Holz der Steppenkiefer, dem einzigen Baum, der in dieser Einöde gedieh, und aus struppigen Tierfellen, die man ob ihrem stumpfen Glanz und den vielen kahlen Stellen im Pelz augenscheinlich schon vor vielen Wintern erbeutet hatte.

    Neben dem Zelt hatte man ein Holzgerüst in den sandigen Boden gerammt. Vogelbälge, getrocknete Schlangenhaut, Federn und Ketten aus bunten Holzperlen hingen daran, aber auch Menschenköpfe, in denen solange die allgegenwärtigen Sandfliegen ihre Eier abgelegt, Würmer die Augen heraus gefressen und Vögel sich um das verfaulte Fleisch gestritten hatten, bis nur noch bleiche, grinsende Totenschädel übrig geblieben waren.

    Jawaba-Jasa, der Schamane, saß reglos neben dem Eingang seines Zeltes, während die Hitze der hochstehenden Mittagssonne sein Blut allmählich zum kochen brachte. Sandfliegen hatten sich über seinem Kopf zu dichten, wild umherzuckenden Gebilden zusammengeballt. Immer wieder schwirrten sie um ihn herum und bissen ihn ins Gesicht und in die Hände. Aber all das schien ihn nicht zu stören, denn anstatt die Fliegen zu verscheuchen oder in seinem Zelt Schutz vor der Hitze zu suchen, blieb er reglos sitzen, den Blick unverwandt gen Osten gerichtet. Er hatte seine schräg gestellten Augen zu schmalen Schlitzen zusammengekniffen und konzentrierte sich völlig auf eine Gruppe von Reitern, die sich langsam auf das Dorf zubewegten.

    Sie kamen aus dem Hinterland, jenseits der Berge, hinter denen sich die Stammesgebiete der anderen Clans befanden. Waren sie in der hitzeflirrenden Luft lange Zeit nur als verzerrte, dunkle Schemen zu sehen, konnte Jawaba-Jasa inzwischen die Farbe ihrer Pferde und ihrer Kleidung erkennen. Die Führer der anderen Clans hatten seine Botschaft erhalten und sie waren alle gekommen, wie er unschwer an den unzähligen Bannern erkennen konnte, die im Reitwind flatterten. Der Schamane lächelte selbstgefällig, alles andere hätte ihn auch verwundert. Gewiss war er klein, schmächtig und alt und seine Behausung glich einer Ansammlung verwanzter Felle, aber er hatte noch nie großen Wert auf Prunk, Glanz oder Herrlichkeit gelegt. Es genügte ihm zu wissen, das es ihm mit Hilfe geheimer, uralter Ritualen und verbotenen Schriften gelungen war, sich mit einer Macht zu verbünden, die ihn inzwischen zum mächtigsten Schamanen der Psa, dem größten Reiterstamm des Ostens, hatte aufsteigen lassen.

    Jawaba-Jasa wusste, das man noch heute eine Versammlung einberufen würde. Allerdings nicht jetzt, wo die Mittagssonne ihre Strahlen unbarmherzig auf das unwirtliche Land schleuderte und sie quälte, sondern erst am Abend, wenn sie untergegangen war und es kalt wurde, weil der Sand und die Steine des Steppenbodens die Hitze des Tages nicht speichern konnten. Er hatte also noch genügend Zeit um sich vorzubereiten.

    Bedächtig richtete sich der Schamane auf und wandte sich halb schlurfend, halb gehend seinem Zelt zu. Drinnen verhielt er kurz, krümmte die knochigen Finger seiner Rechten wie zu einer Vogelkralle und richtete sie, während er eine unheilvoll klingende Beschwörung murmelte, nacheinander auf die beiden stachelbewehrten Pflanzen, die rechts und links hinter der Zeltklappe wucherten. Jawaba-Jasa war kaum verstummt, als auch schon eine grelle Stichflamme auf die Pflanzen zuraste und sie binnen eines Atemzuges in zwei kindskopfgroße Skorpione verwandelte, die mit hoch erhobenm Giftstachel den Eingang bewachten. Jawaba-Jasa wusste, das er keine unliebsamen Besucher befürchten musste, solange er sich auf die Versammlung vorbereitete.

    Er fing damit an sich zu entkleiden, während das Huhn, das er neben der Feuerstelle angepflockt hatte, durch die Skorpione vor Angst wie verrückt mit den Flügeln schlug und laut gackernd hin und her sprang. Doch so sehr es sich auch bemühte, das Lederband um seinen Hals, dessen anderes Ende um einen Holzkeil geschlungen war, der neben der Feuerstelle tief in der Erde steckte, ließ es nicht zu, das sich das inzwischen vor Angst halb verrückte Tier auch nur mehr als einen Schritt von der Feuerstelle entfernen konnte. Jawaba-Jasa bedachte das schwarzbraun gefiederte Huhn mit einem kalten Blick.

    "Ja, spring nur umher", durchzuckte es ihn. "Je stärker du dich gegen das Lederband sträubst, umso schneller schlägt dein Herz und pumpt das Blut durch deine Adern. Das ist gut so, denn dann wird dein Blut besser fließen, wenn ich dich den Göttern opfere."

    Nachdem er sich bis auf den Lendenschurz ausgezogen hatte, setzte er sich mit überkreuzten Beinen vor die Feuerstelle und legte Holz nach. Es dauerte nicht lange bis das Gebräu in dem Kupferkessel, der an einem Dreifuß über dem Feuer hing, zu köcheln und blubbern begann. Der Gestank, der daraufhin aus dem Kessel aufstieg und sich im ganzen Zelt ausbreitete, ließ das Huhn noch verrückter werden. Jawaba-Jasa warf einen missbilligenden Blick auf das flügelschlagende Federvieh, während er nach dem Lederbeutel tastete der um seinem Hals hing und die Schnur lockerte mit dem die Öffnung zusammengebunden war. Dann griff er in den Beutel hinein und holte eine kleine Prise eines schwarzen, seltsam glitzernden Pulvers heraus. Einen Moment lang betrachtete er das, was er da zwischen Zeigefinger und Daumen festhielt nachdenklich und mit gerunzelter Stirn, aber nur für einen Moment. Dann straffte sich seine Gestalt und er warf das Pulver mit einer entschlossenen Handbewegung in den Kessel.

    Sofort bildete sich aufdem darin befindliche Gebräu ein gelber Schaum. Aber das beachtete der Schamane schon nicht mehr, denn kaum hatte er das Pulver in den Kessel geworfen, drehte er sich auch schon zur Seite und packte das Huhn am Kopf und an den Beinen. Das Tier gab noch ein schrilles Gackern von sich, dann gruben sich die Zähne des Schamanen in seinen Hals. Blut quoll hervor und tropfte in den Kessel. Teilnahmslos sah der Schamane zu, wie das Flügelschlagen des Huhns immer langsamer wurde, während sich sein Lebenssaft mit dem Gebräu im Kessel vermischte. Schließlich warf er das ausgeblutete Tier achtlos auf die Seite und begann seinen Oberkörper hin und her zu wiegen, während über seine Lippen ein Singsang kam, der eher wie das heisere Knurren eines bösartigen Wesens aus dem tiefsten Pfuhl der Hölle klang, als wie menschliche Laute.

    Es dauerte nicht lange und der übelriechende Inhalt des Kessels hatte sich in Dampf verwandelt, der in dichten Schwaden das Zelt bis in den hintersten Winkel hinein ausfüllte.

    Dann hörte Jawaba-Jasa die Stimme.

    Es war die selbe Stimme die er immer dann vernahm, wenn er das Pulver aus seinem Lederbeutel zusammen mit Blut und dem Gebräu vermengte, das er jeden Tag aufs neue in dem Kessel ansetzte. Auch dieses Mal hallte die Stimme bis in den tiefsten Winkel seines Unterbewußtseins hinein.

    "Warum rufst du mich?"

    Der Schamane verbeugte sich ehrfürchtig.

    "Oh Bak-Ba-Wae, Gott des Chaos und der ewigen Verdammnis. Dein Diener Jawaba-Jasa hat dir dieses Opfer gebracht um deinen Rat zu erfragen."

    Dabei streckte der Schamane seine Hand aus und deutete auf das ausgeblutete Huhn.

    "Die Männer, die ich rufen sollte, sind gekommen. Doch ich habe Kunde, das nicht alle deinen Befehlen folgen wollen."

    "Was kümmern mich diese Sterbliche, verkünde Ihnen was zu tun ist. Sag Ihnen aber auch, das ich mir das Blut derjenigen holen werde, die sich weigern und das mein Durst groß ist nach neuem Lebenssaft."

    Die Worte dröhnten wie Hammerschläge im Kopf des Schamanen. Demütig senkte Jawaba-Jasa den Kopf.

    "Dein Wort ist mir Befehl."

    Er hatte kaum ausgesprochen, als sich dei Dampfschwaden verflüchtigten. Jawaba-Jasa verharrte erschöpft und schloss die Augen. Das Ritual und das Erscheinen von Bak-Ba-Wae hatten ihn auch diesmal wieder an den Rand einer totalen Erschöpfung gebracht. Er war jetzt so schwach, das er nicht einmal mehr die Kraft besaß um aufzustehen. Im Wissen, das ihn die Skorpione beschützten, schloss er die Augen und fiel augenblicklich in einen tiefen, traumlosen Schlaf.

    Als ihn das dumpfe Tam-Tam von Trommeln irgendwann wieder in die Wirklichkeit zurück brachte, dämmerte es draußen bereits. Der Schamane öffnete die Augen und sah sich einen Moment lang irritiert um. Dann aber verspürte er wie ihn langsam eine Kraft und Energie erfüllte und er erschauerte, als ihm bewußt wurde, das diese Macht nicht menschlichen Ursprungs war, sondern gegeben von Bak-Ba-Wae, dem Gott des Chaos und der Verdammnis. Mit einer ebenso entschlossenen wie raschen Bewegung erhob er sich und verwandelte als erstes die Skorpione wieder in halbvertrocknete, stachlige Gewächse, die scheinbar zufällig neben seiner Zeltklappe gediehen.

    Inzwischen riefen die Trommeln die Männer zum Versammlungsplatz.

    Als Jawaba-Jasa sein Zelt verließ, brannten am Ort der Zusammenkunft bereits mehrere Feuer, deren hochauflodernde Flammen den Platz fast taghell erleuchteten. Stimmengemurmel erfüllte den Abend, das immer lauter wurde, je weiter sich der Schamane den Feuern näherte. Ein Umstand, der ihn nicht sonderlich verwunderte. Die Dörfer der einzelnen Clans lagen zum Teil bis zu fünfzig Tagesritte weit voneinander entdernt. Man sah sich dementsprechend selten und hatte, wenn doch, sich natürlich jede Menge zu erzählen.

    Dennoch verstummten alle Unterhaltungen im selben Moment, in dem ihn die Männer im Feuerschein herankommen sahen.

    Im Licht der aufzuckenden Flammen wirkte Jawaba-Jasa trotz seines Alters, seiner Größe und seiner augenscheinlichen Gebrechlichkeit unheimlicher und drohender, als alle Krieger zusammen, die mit Schädelbrecher und Knochenmesser bewaffnet an den Feuern saßen.

    Der Schamane war nackt bis auf seinen Lendenschurz. Die Rippen seinees mageren Körpers zeichneten sich deutlich unter der Haut ab, die mit gelben und weißen Farbstreifen bemalt war. Das aschgraue Haar, das ihm bis weit über die Schultern fiel, umrahmte sein faltiges Gesicht, das so eingefallen war, das es im Feuerschein wie das von Leder überzogene Anlitz eines Totenschädel wirkte. Aber das war nichts gegen den Anblick seiner dunklen Augen, in denen ein geradezu unheimliches Feuer glomm.

  • Heyho, Thorak

    Ich bin weiter dabei und die Szene mit dem Schamanen hat mir super gefallen. Auch wenn wir jetzt erstmal einen Sprung gemacht haben zu einem völlig neuen Setting und (einem) neuen Charakter(en), kann ich gut damit leben.

    Deine Beschreibungen waren sehr detailliert und halfen meinem Kopfkino auf die Sprünge. Ich kann mir den Schamanen und seine Behausung gut vorstellen und auch das, was er da fabriziert hat, war eindrücklich geschildert. Gefällt mir wirklich.

    Ich habe diesmal ein paar Zitate gesammelt von Stellen, die mir beim Lesen aufgefallen sind. Aber ich frage lieber vorher, ob du die alle wissen willst, und wenn ja, ob du sie hier im Thread haben möchtest oder ich sie dir lieber über eine Konversation zukommen lassen (*Tariq ist extreeeeeeem pingelig*)

    Ansonsten - kann weitergehen.

    Wenn wir wüssten, wie kurz das Leben ist, würden wir uns gegenseitig mehr Freude machen.
    (Ricarda Huch)



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    ___________________

  • Hallo Tariq

    Da brauchst du nicht fragen, natürlich will ich alle Stellen wissen, die dir aufgefallen sind. Am liebsten wäre es mir, wenn du mir sie über eine Konveration zukommen lässt. Ich freue mich schon auf extreeeeeem pingelige Anmerkungen. :)

  • Hallo Thorak,

    ich sehe gerade, dass ich hier noch was schreiben wollte. Das ist ein sehr guter Part mit vielen interessanten Informationen.

    Worüber du mal nachdenken könntest, wäre die Erzählperspektive. Ich bin dazu übergegangen, möglichst alle Texte personal zu schreiben, weil du so am nächsten an die Charaktere herankommst. Dieser Text würde sich auch dazu eignen. Denn du beschreibst hier ja im wesentlichen den Schamamen. Darum würde es sich anbieten, es aus seiner Perspektive zu machen.

    Am Anfang beginnst du mit einer Ortsbeschreibung, die an sich gefällig und interessant daherkommt, aber auch distanziert.

    Das Zelt des Schamanen stand am nördlichen Rand des Dorfes auf einer Anhöhe, von der man aus einen ungehinderten Blick über die endlos scheinenden Grassteppen des Landes hatte. Das Zelt war klein und alt, errichtet aus dem eisenharten Holz der Steppenkiefer, dem einzigen Baum, der in dieser Einöde gedieh, und aus struppigen Tierfellen, die man ob ihrem stumpfen Glanz und den vielen kahlen Stellen im Pelz augenscheinlich schon vor vielen Wintern erbeutet hatte.

    Dies ist sicher nicht die Perspektive des Schamanen, sondern die eines allwissenden Erzählers. Könnte nicht auch der Schamane selbst dies hier beschreiben?

    von der man aus einen ungehinderten Blick - von der aus er einen ungehinderten Blick ...

    die man ob ihrem stumpfen Glanz und den vielen kahlen Stellen im Pelz augenscheinlich schon vor vielen Wintern erbeutet hatte. - die seine Männer schon vor vielen Wintern erbeutet hatten, weshalb der Glanz des Pelzes abgestumpft war und bereits viele kahle Stellen aufwies ...



    das ich mir das Blut derjenigen holen werde, die sich weigern und das mein Durst groß ist nach neuem Lebenssaft."

    dass mir das Blut

    dass mein Durst groß ist


    Der Abschnitt mit dem Gott finde ich sehr gelungen und eindrucksvoll!

    Im Licht der aufzuckenden Flammen wirkte Jawaba-Jasa trotz seines Alters, seiner Größe und seiner augenscheinlichen Gebrechlichkeit unheimlicher und drohender, als alle Krieger zusammen, die mit Schädelbrecher und Knochenmesser bewaffnet an den Feuern saßen.

    Der Schamane war nackt bis auf seinen Lendenschurz. Die Rippen seinees mageren Körpers zeichneten sich deutlich unter der Haut ab, die mit gelben und weißen Farbstreifen bemalt war. Das aschgraue Haar, das ihm bis weit über die Schultern fiel, umrahmte sein faltiges Gesicht, das so eingefallen war, das es im Feuerschein wie das von Leder überzogene Anlitz eines Totenschädel wirkte. Aber das war nichts gegen den Anblick seiner dunklen Augen, in denen ein geradezu unheimliches Feuer glomm.

    Hier springst du wieder aus der Perspektive des Schamanen heraus und beschreibst ihn, wie ihn die anderen sehen. Du könntest dasselbe auch aus seiner eigenen Perspektive beschreiben, indem du dann einfach die Mienen der Leute schilderst, wie sie die Augen aufreißen und sich ducken, als sie ihn sehen (oder so).

    Wenn du auch sein Aussehen beschreiben willst, könntest du ihn sich selbst sehen lassen bei dem Brauen im Zelt vorher.


    Wann geht es weiter?

    Meine Geschichten: * Meermädchen * Kriegerkönigin * Dark Prince

  • Ich möchte mich auch mal gerne an einer Mini-Kritik versuchen. Vieles wurde schon durch meine Vorgänger erwähnt, ich möchte nur ein paar Sachen ergänzen. Außerdem beziehe ich mich lediglich auf die überarbeitete Version von Kapitel 1 Part 1.

    Disclaimer: Was folgt, ist nur meine Meinung ohne Anspruch auf Absolutheit.


    Der erste Satz gibt mir das Versprechen, dass gleich zwei Leute aneinandergeraten. Ein guter Hook in die Story. Man fühlt dass gleich ein Sturm losbricht.

    Allerdings kommt jetzt der lange Expositionsabschnitt, den ich als störend empfinde. Einige dieser Informationen könnte man doch auch etwas später und unauffälliger in die Story einweben. Da fand ich deine Idee in der vorigen Version besser. Du hast mich im Augenblick am Haken, deswegen würde ich an deiner Stelle direkt den Konflikt und (mitsamt den unmittelbar dazu relevanten) Informationen voran treiben, sprich die Auseinandersetzung zwischen dem Trunkenbold und dem Protagonisten.

    Die übrige Exposition kannst du später immer noch machen. Im Bezug auf Exposition ist finde ich weniger grundsätzlich immer mehr. Vor allem zu Beginn einer Story. Nutze den Effekt deines Hooks aus, der Leser ist gefesselt. Jetzt solltest du die Fesseln anziehen, statt sie durch Expositionsflut zu lockern.


    "Los Kral", keifte der Spieler hasserfüllt, nachdem er sah, das er sein Ziel verfehlt hatte. "Stech ihn ab!"

    Das hasserfüllt sehe ich als zu viel, quasi doppelt gemoppelt. Was er sagt impliziert ja schon seine Abneigung. Da muss man als Leser nicht noch extra darauf hingewiesen werden. Den Gedankensprung kann ich auch schon alleine machen ;)


    So das war meine kleine (aber hoffentlich ein wenig hilfreiche) Kritik :)

  • Hey Thorak :)


    Ich hab auch mal weitergelesen und fand den Part mit dem Schamanen gut geschrieben. Man merkt, dass du hier einiges an Zeit und Mühe investiert hast. Die Beschreibungen sind gelungen und die vielen kleinen Details machen das Ganze recht authentisch, wie ich finde. Einzig die Sache mit der Perspektive ist mir wieder aufgefallen, aber das hatte ich dir ja bzgl. des vorherige Parts bereits geschrieben.


    Ich stimme hier mit Kirisha überein, dass der personale Erzähler mehr Nähe zum Prota schafft. Aber das ist vielleicht auch Geschmacksache.


    Ansonsten: Kann weitergehen :gamer:



    LG,

    Rainbow