Schattenjäger

Es gibt 23 Antworten in diesem Thema, welches 1.147 mal aufgerufen wurde. Der letzte Beitrag () ist von Tariq.

  • Sodele, wollte hier noch Danke fürs Feedback schreiben!


    Das ist ja mega positiv geworden. Ich werte das mal als, ich habe eure Anmerkungen soweit gut verstanden und passend umgesetzt. Freut mich echt sehr, dass sich das Tüfteln ausgezahlt hat.


    Tariq Ich hab deinen Punkt für das Script auf meinem Rechner auch noch mal aufgenommen und ihn mehr versuchen lassen, sein Problem anzumerken. Fand den Einwurf nämlich sehr berechtigt. xD


    Kirisha Uh, gruselig war gar nicht so die Absicht.

    Habe deine Anmerkungen bei mir ausgebessert und auch noch mal gut ein paar Wörter herausgestrichen. Aus "Auf diese komische Audienz" ist jetzt einfach "Auf diese Audienz" geworden. Das tut dem Text glaube ich allgemein besser, wenn ich nicht mit so vielen Adjektiven herumwerfe. :D



    Hier geht es ein Stück weiter. Bin noch nicht so 100% happy, habe ein bisschen das Gefühl, dass die Interaktion und die Dialoge zwischen den Figuren noch steif sind. Und die Beschreibungen sind safe auch ausgeartet, aber ich tue mir echt mit noch mehr Kürzen schwer. Freu mich wirklich über eine Einschätzung von euch.

    Kapitel 2

    Ich ließ mir beim Essen Zeit und unter dem strengen Blick des Hauptmanns, kam es mir bereits wie meine Henkersmahlzeit vor. Andererseits drohte mir wohl keine Hinrichtung, sondern der Willkür dieses Kerls ausgesetzt zu sein, der wie ein Möchtegern-Paladin herumlief. An seiner Hüfte baumelte sogar ein silber-glänzender Talisman mit der Rune für Licht. Aber ansonsten wirkte alles an ihm ziemlich stumpf und grau. Sein Schwertgriff sah abgewetzt aus und der Knauf war von beißendem Schweiß angelaufen. In seinen hellen Haaren schimmerte eine Spur von Pfeffer und Salz, aber deshalb wirkte er noch lange nicht alt. Denn im Grunde sah er nicht älter aus als vierzig – wie mürrische, hart gesottene, stählerne Vierzig.

    Die Tür ging auf und der Adlige, dem wir auf dem Gang begegnet waren, trat ein. Er sah erst zu Hauptmann Garbahn und dann zu mir.

    »Seine Hoheit empfängt Euch jetzt, Meister Neith.«

    Ich schluckte den Pfifferling herunter, den ich mir gerade in den Mund geschoben hatte. Meister war eine neue Betitelung. Also war ich wirklich irgendein höhergestellter Lakai? Machte das meine Verhandlungsposition besser oder schlechter?

    »Erklärt ihm einfach, was passiert ist«, sagte er aufmunternd, da er wohl die Sorge in meinem Blick erkannte. Er behandelte mich so vollkommen anders als der Hauptmann. Für einen guten Freund wirkte er jedoch zu distanziert. Für einen Vorgesetzten zu höflich.

    Mit dem Hauptmann im Nacken blieb mir keine große Wahl, als der Aufforderung folge zu leisten. Wider Erwarten wurde ich nicht in einen Thronsaal geführt, sondern in ein Arbeitszimmer.

    Ein Mann Ende dreißig stand hinter einem schweren Schreibtisch auf. Eine eiserne, schmucklose Krone auf dem Haupt. Rot-blonde Locken auf der Stirn und ein faustgroßer, dreieckiger Anhänger aus Gold um den Hals, der ihn als Mann des Glaubens auswies – wenn auch nicht einen bescheidenen. Er hatte breite Schultern, ein muskulöses Kinn und einen sehnigen Hals. Kurzum, er wirkte nicht wie ein Mann, der sich nur mit Reden begnügte, sondern es ohne Probleme mit Garbahn aufnehmen konnte.

    Ein Paladin in weißer Uniform und mit der Goldstickerei von Engelsflügeln auf der Brust stand in soldatischer Grundhaltung im Hintergrund. An der Hüfte kein Schwert, dafür eine Menge Talismane, die kurz meine Aufmerksamkeit einforderten. Einige davon hatten glühende Runen. Insgesamt ging von dem Mann ein seltsamer Druck aus – abstoßend, und gleichzeitig machte er mich einen Hauch neugierig.

    »Meister Neith«, grüßte mich König Allerik mit ruhiger und wohlklingender Stimme.

    Ich ließ mich auf ein Knie sinken und neigte den Kopf. »Eure Königliche Hoheit.«

    »Keine zu großen Formalitäten.« Er lächelte, doch es wirkte reserviert, während ich mich wieder erhob und nun etwas wenig formal den Kopf neigte. »Du scheinst die letzten Wochen ziemlich viel durchgemacht zu haben. Ich nehme an, dass du entsprechend Interessantes berichten kannst.«

    »Ihr sprecht von den Mortems, Eure Hoheit?« Ich hatte beim Essen unter Garbahns strengem Blick beschlossen, dass ich mich vorsichtig mit Fragen herantastete. So konnte ich hoffentlich am besten herausfinden, was für Möglichkeiten ich überhaupt noch hatte, um nicht im Kerker zu enden.

    »Es gibt noch andere Themen?«, fragte König Allerik mit zusammengezogenen Augenbrauen und trat um den Tisch herum. Er war wie der Hauptmann gut einen Kopf größer als ich und auch wenn ich es nicht gerne zugab, fühlte ich mich eingeschüchtert. Im Grunde zurecht. Ich war geliefert. Aber lobe nicht den Tag vor dem Abend, oder? Nein, das war ein wirklich falsch platziertes Sprichwort. Verdammt. Mein Kopf war wirklich Matsch.

    »Ihr wolltet Informationen …«, begann ich unsicher, stockte aber abrupt, als ich sah, wie sich eine Falte auf seiner Stirn bildete. »Ich meine, nicht nur Informationen«, änderte ich hastig die Richtung, in die ich mich vorantastete. »Ihr wolltet einen Mortem, Eure Hoheit.«

    Er ließ seinen Blick zu Garbahn an meiner Seite gleiten und dann zurück zu mir. »Ihr habt keinen auftreiben können, korrekt, Meister Neith?«

    »Noch nicht, Eure Hoheit.«

    Der Hauptmann neben mir verschränkte die Arme, wobei die Platten seiner Unterarmschienen übereinander knirschten. »Er ist nicht mal in Reichweite von einem, Majestät«, wandte er ein.

    »Lasst ihn doch erst mal ausreden«, fuhr Blondie ihn an. Der Hauptmann schwieg und blickte gelangweilt drein, als ob das hier die reinste Zeitverschwendung wäre.

    Eigentlich wäre es mir ganz lieb, wenn jemand anderes sprechen würde und überlegte fieberhaft, was ich zu meiner Verteidigung sagen konnte. Ich musste es einfach noch mal mit der Wahrheit versuchen, auch wenn das bei dem Hauptmann nicht sonderlich gut funktioniert hatte.

    »Meister Neith«, sagte König Allerik und rückte einen Ring mit schwerem Obsidian an seinem Zeigefinger zurecht, ohne seinen strengen Blick von mir zu lösen. »Ihr hattet von zehn Tagen gesprochen. Mittlerweile sind es zwanzig. Im Grunde ist mir das egal, solange es Fortschritte bei der Suche gibt. Ihr hattet große Töne gespuckt, eine beachtliche Vorauszahlung und eine Menge Zugeständnisse erhalten. Gebt mir irgendetwas, damit ich nicht den Eindruck gewinne, einen riesigen Fehler begangen zu haben.«

  • Hi epochAal


    Ich habe mir den ersten Abschnitt (#1) durchgelesen.



    Ein spannender Einstieg. Ungelöste Fragen und viele lose Puzzlestücke, die man erst noch sinnvoll zueinander in Beziehung setzen muss.


    »He, in welcher Richtung liegt die nächste Stadt?«, erkundigte ich mich mit kratziger Kehle.

    Die älteren Männer mit der wettergegerbten Haut tauschten einen Blick aus.

    Der hagerste, und vermeintlich auch jüngste von ihnen, wandte sich mir zu. Er deutete mit dem Daumen über seine Schulter. »Dre‘ Kilomedder Flussaufwährds lieschd Remmisch.«

    Ich zog die Stirn kraus. Der Mann hatte einen heftigen sindetter Dialekt. Warum zum Teufel war ich im Norden des Reiches?

    Finde ich schön, dass du deine Kreativität spielen lässt und die Ortsinfo über den Akzent schlussfolgerst, statt diese Information plump und direkt zu präsentieren.


    Dieser Abschnitt gefällt mir ehrlich gesagt verdammt gut. Keine Ausschweifungen, wie beispielsweise die Beschreibung jedes Staubkorns auf der Rüstung der Wachen oder deren Haarlänge/farbe. Schön auf das wesentliche reduziert, nur die notwendigsten Details zur Körpersprache der Wache und ein kurzer, aber knackiger Dialog. Man kann sich voll und Ganz auf den Kern der Szene fokussieren: die Konfrontation zwischen dem Protagonisten und den Wachen.



    Insgesamt finde ich deinen Schreibstil fließend und bleibe auf jeden Fall auch weiter an der Geschichte dran. Den Rest hole ich nach, wenn ich mal ein wenig mehr Zeit habe.

  • Heyho, epochAal , schön, dass es weitergeht hier :thumbup:

    Das Textstückchen wirkt in sich schön rund für mich, ich habe nix Weltbewegendes zu meckern. Aber es gibt trotzdem wieder ein paar Kleinigkeiten, die mich haben stutzen lassen. Schau mal, ob was Hilfreiches für dich dabei ist.

    Wenn wir wüssten, wie kurz das Leben ist, würden wir uns gegenseitig mehr Freude machen.
    (Ricarda Huch)



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  • Hallo epochAal , ich wollte mal vorsichtig anfragen, ob es hier noch weitergeht, und falls ja, wann wir mit einem neuen Part rechnen können. Falls du momentan nicht zum Schreiben kommen solltest bzw. dein Kopf diesbezüglich entweder blockiert oder leer ist, dann teil uns das ruhig mit. Damit wir wissen, warum sich hier im Augenblick nix tut, und dir die Daumen halten können, dass du diese Phase bald überwunden haben wirst.

    Ich bin auf jeden Fall da, wenn Garbahn und Neith weiter ihre kleinen Rangeleien austragen und wenn Neith sich endlich entschließen sollte, mit der Wahrheit herauszurücken. :thumbup:

    Wenn wir wüssten, wie kurz das Leben ist, würden wir uns gegenseitig mehr Freude machen.
    (Ricarda Huch)



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