Gibt es Themen oder Subgenres, die euch ausschließlich interessieren?

Es gibt 10 Antworten in diesem Thema, welches 589 mal aufgerufen wurde. Der letzte Beitrag () ist von Octopoda.

  • Mich würde sehr interessieren, mal allgemein so zu hören, wie das bei anderen ist.


    • Gibt es Themen, zu denen ihr automatisch immer wieder greift? (Hexen, nordische Mythologie, Drachen, Diebe, Ritter …)
    • Achtet ihr stark aufs Genre oder habt gemerkt, dass es eine Sparte gibt, die euch sehr gefällt? (Völkerfantasy, Grim Dark, Dystopie, Weird Fiction, Steampunk …)
    • Hat sich das in den Jahren bei euch geändert? Oder ist das sogar eine „Phasen“-Frage übers Jahr verteilt?


    Ich hab bei mir selbst, da eine sehr starke Veränderung gemerkt. Mit dreizehn musste es immer um Magie und Drachen gehen.

    Dann hatte ich so eine Pubertätsphase, wo ich nur Sachen über Assassinen und Diebe gelesen habe.

    In beiden Phasen aber ausschließlich High Fantasy – also es musste unbedingt Mittelaltersetting sein. Es gab damals eine einzige Urban Fantasy Reihe, die ich gelesen habe, und das war die absolute Ausnahme.


    Und mittlerweile kann ich gar nicht in genug verschiedene Subgenres eintauchen. Ich habe so das Gefühl, dass es nichts gibt, was mich nicht interessiert (wobei ich aber im Fantasy- und Sci-Fi Genre bleibe.) Mit klassischen Krimis kann ich bis heute nichts anfangen und langweile mich zu Tode. Ganz seltsam.


    Bin gespannt, ob ihr einen ähnlichen Interessenwandel durchlebt habt.

  • epochAal

    Hat den Titel des Themas von „Gibt es Themen oder Subgernes, die euch ausschließlich interessieren?“ zu „Gibt es Themen oder Subgenres, die euch ausschließlich interessieren?“ geändert.
  • Gibt es Themen, zu denen ihr automatisch immer wieder greift? (Hexen, nordische Mythologie, Drachen, Diebe, Ritter …)
    Achtet ihr stark aufs Genre oder habt gemerkt, dass es eine Sparte gibt, die euch sehr gefällt? (Völkerfantasy, Grim Dark, Dystopie, Weird Fiction, Steampunk …)

    Ganz klares Ja.

    Ich bin in meiner Schulzeit dem Wahn verfallen, möglichst viel "gute" Literatur lesen zu sollen und habe dann auch Germanistik studiert.

    Eigentlich erst durch Harry Potter habe ich dann gemerkt, dass die sogenannte hohe Literatur zwar durchaus lesenswert ist und ihre interessanten Parts hat, aber dass mich Fantasy ganz anders und viel intensiver packt und anzieht. (Ich hätte es schon früher begreifen sollen, da ich ausschließlich Fantasy schreibe und schon immer geschrieben habe).


    Genres und Themen, die ich faszinierend finde: Generell alles, in dem fantastische und/oder mittelalterliche Elemente enthalten sind wie Magie oder fantastische Wesen. Mir gefällt es, wenn Magie toll beschrieben wird. Nordisches ist cool, alles was irgendwie mit der Bibel zu tun hat (Engel, Teufel) ist cool, auch Untote, Seelen, verborgene Welten - das fasziniert mich.

    Aber, ganz wichtig, es muss emotional sein. Entweder durch eine Liebesgeschichte als Haupt- oder Nebenthema oder die Gefühle müssen auf andere Weise angesprochen werden. Schlachten und Kämpfe mag ich auch, aber das darf weniger ausführlich sein.

    Sexszenen finde ich zwiespältig. Sie können mal gut sein, aber auch voll daneben. Darum am besten weglassen oder wenn doch, dann kurz halten.


    Ich lese nicht gern Krimis und will nicht wissen, was irgendwelche Psychopathen dazu treibt, Serienmorde zu begehen. (interessiert mich null). Was mich am meisten abtörnt, sind die üblichen Frau-hat-alles (Mann, Kinder, Haus, Karriere)-aber-ist-unzufrieden-Romane, bei denen dann alles hingeschmissen und die große Liebe woanders gesucht wird. Äh bäh.

    Reine Liebesromane ohne ein Oberthema langweilen mich ebenfalls, weshalb ich so etwas nicht lese.


    Ich mag bei der Fantasy auch gerne, wenn es humorvoll oder satirisch zugeht.

    Meine Geschichten: * Meermädchen * Kriegerkönigin * Dark Prince

  • Es gab eine Zeit, da habe ich alle Art von Fantasy und SciFi verschlungen, jede Art von fantastischer Welt fand ich toll, vor allen wenn es mit Elfen, Zwergen oder eben Aliens etc. war...

    Dann habe ich aber nach und nach angefangen mich selbst mit Worldbuilding, Geschichte etc zu befassen und die "klassischen" Fantasyromane wurde mir zu öde und uninspieriert: Die immer gleichen Settings in denen sich der Autor anscheinend keine Minute Zeit genommen hat sich wirklich Gedanken über die Welt zu machen. Die Welten basieren erschreckend oft auf schlechten 19Jhdt Klischees des Mittelalters, in sich absolut nicht schlüssig oder sinnvoll Das nervt mich dann oft mehr als das ich Spaß an der Geschichte haben könnte und ich bin recht wählerisch geworden welche Art von Fantasy ich noch lese...
    Jedes Setting das (tatsächlich) vom Einheitsbrei abweicht ist mir willkommen, wenn es denn dann eine interessante Welt ist, Urban Fantasy ist mir z.B. meist doppelt zu öde: Das Setting ist einfach schon bekannt (und immer London :ugly: ) und dann meist noch die Klicheerassen.
    (Alternativ natürlich ein intelligenter und humorvolles Spielen mit den Klichees wie Pratchett es so unvergleichlich geschafft hat)

    Bei SciFi (auch meist bei Steampunkt etc.) ist das etwas anders, da scheinen die meisten AutorInnen sich mehr Gedanken über die Welt/Universum zu machen und es ist immer eine Freude in die neuen, komplexen Welten einzutauschen...

    Falken haben doofe Ohren

  • Da musste ich erst einmal drüber nachdenken.


    Urban Fantasy steht bei mir ganz hoch im Kurs. Eigentlich bedeutet das für mich, das kann ein Krimi oder Thriller oder Gesellschaftsroman oder sonstwas sein, aber mit Magie oder Wesen oder ähnlichen Dingen :D

    Aber wenn es irgendwie cool ist, finde ich alles super. Vielleicht haben es High-Fantasy-Geschichten, die zu sehr eine Welt aufbauen, die man schon kennt, ein bisschen schwierig bei mir (das ist erst mit dem Alter gekommen). Grundsätzlich gehe ich trotzdem in die Bibliothek und versuche ein Buch auszuwählen, ohne mir den Klappentext vorher durchzulesen. :D ... das geht manchmal fürchterlich schief; gern auch bei Krimis und Thrillern. Oh mal wieder eine Frau oder ein Kind [...] Herzlichen Glückwunsch, Herr Autor. Kreativ.


    Thematisch bin ich für alles offen. Geschichten, die zu nah an der "Realität" bleiben, und zu sehr den Alltag im Mittelalter, von Wikingern, Rittern oä beschreiben, holen mich aber heutzutage gar nicht mehr ab. Da war ich früher toleranter. Jetzt denke ich mir... Alltag ist Alltag. Nur weil Ritter Kunterbunt nicht im Büro sitzt, sondern durch die Felder reitet, wird das Leben nicht spannender :D Da verwaltet er halt Felder und Menschen statt Zahlen und Konten. Und zwischendurch trainiert er kurz mal mit dem Schwert, statt Joggen zu gehen. Da hat mich das (nicht so hohe) Alter desillusioniert! :D hehe.


    Thematisch mag ich (theoretisch) Humor, weniger Satire, aber da bin ich durchaus picky. Instinktiv würde ich sagen: keine Liebesgeschichten! Aber früher hab ich mich regelmäßig in die Figuren der Bücher verliebt und wollte unbedingt, dass die beiden Helden, die zusammen ein Abenteuer bestanden haben, zusammenkommen. Also mach ich mir da was vor :D Das hat sich aber auch ein wenig mit der Lebenserfahrung geändert. Eifersucht als Motivation für irgendetwas greift bei mir zum Beispiel gar nicht mehr. Das finde ich bei erwachsenen Figuren dann albern. :D


    :D Ich mag also einerseits mit dem Alter immer mehr. Aber andererseits auch durchaus mehr nicht :D

  • Ok, mit so einer Varianz habe ich überhaupt nicht gerechnet.

    Andererseits ist das Spektrum an Fantasy ja schon ziemlich weit.


    Ich lese nicht gern Krimis und will nicht wissen, was irgendwelche Psychopathen dazu treibt, Serienmorde zu begehen. (interessiert mich null).

    Geht mir genau so. Wobei ich glaube, dass es bei mir sogar weniger um Interesse geht, sondern absolut nicht unterhält und tendenziell sogar belastet. Das brauch ich abends vorm Einschlafen nicht. :)


    Ich bin in meiner Schulzeit dem Wahn verfallen, möglichst viel "gute" Literatur lesen zu sollen

    Hatte das eher nach der Schulzeit, weil ich mich in der Hinsicht nicht gut gebildet gefühlt hatte. So nach dem Motto, jeder hat über die Leiden des jungen Werther gesprochen, aber keiner hatte es gelesen. Wäre uns Literatur näher gebracht worden und vom System nicht so Rechtschreibfehlern herumgehakt worden, hätte ich sehr wahrscheinlich meine große Leidenschaft in einem Literatur- oder Sprachwissenschaftsstudium gefunden, statt ein bescheuertes Informatikstudium anzufangen. (Will nicht heißen, dass ein Informatikstudium bescheuert ist - für mich war es nur das dümmste, das ich hätte je angehen können xD)


    Die Welten basieren erschreckend oft auf schlechten 19Jhdt Klischees des Mittelalters,

    Ich weiß, dass mich das als Kind nie gestört hat oder besser gesagt, genau das wollte. Wobei ich sogar eher von 6. bis 15. Jahrhundert sprechen würde. Und wenn ich nicht gerade einen Sci-Fi Roman lese, stört mich sogar zu viel Fortschritt.

    Aber es hat mich auch erfrischend begeistert, als ich die Sturmlichtchroniken gelesen habe, so eine komplett andersartige Welt geliefert zu bekommen. Andererseits hat mich gestört, dass es irgendwann Uhren gab xD Ich weiß auch nicht, was ich da für ein Problem mit hab.


    Das Setting ist einfach schon bekannt (und immer London :ugly: )

    Wo du's gerade erwähnst ... verdammt, ich hab auch ne Urban Fantasy Geschichte und sie spielt in London :pupillen:


    Grundsätzlich gehe ich trotzdem in die Bibliothek und versuche ein Buch auszuwählen, ohne mir den Klappentext vorher durchzulesen.

    Das ist echt mutig xD


    Da verwaltet er halt Felder und Menschen statt Zahlen und Konten.

    Wobei, das geht ja schon so ein bisschen in Richtung historischer Roman oder historische Fantasy. Wenn so was mit gut recherchierten Details gespickt ist, begeistert mich das schon immer wieder. :D

  • Ich bin jetzt selber mal gespannt, was ich hier schreiben werde. :hmm:

    Gibt es Themen, zu denen ihr automatisch immer wieder greift? (Hexen, nordische Mythologie, Drachen, Diebe, Ritter …)

    Kann ich so nicht feststellen.

    Achtet ihr stark aufs Genre oder habt gemerkt, dass es eine Sparte gibt, die euch sehr gefällt? (Völkerfantasy, Grim Dark, Dystopie, Weird Fiction, Steampunk …)

    Ich mag absurde, humorvolle Fantasy, also im Sinne von Terry Pratchett, Walter Moers, Douglas Adams, da aber lieber das Satirische als den reinen Klamauk. Bei aller Phantastik sollten Themen und Konflikte für mich schon noch echt und nachvollziehbar, und damit menschlich sein.

    Überhaupt stelle ich fest, dass Völker wie Elfen, Zwerge, Orks etc. mich nicht wirklich interessieren. Irgendwie muss ich da immer an diesen Satz aus Solaris von Stanislaw Lem denken: "Wir brauchen keine anderen Welten, wir brauchen Spiegel." So ungefähr geht's mir damit. Worldbuilding ist für mich auch sehr zweitrangig - wenn es da ist und interessant, dann nehme ich es gerne mit, aber ich lese kein Buch nur wegen der Welt.

    Auch Mittelerde und das Mittelalter interessieren mich nicht besonders, muss ich zugeben. :hmm: Von daher kann ich mit einer Welt im Disneymittelalter auch ganz gut leben. :)


    Was mich in letzter Zeit immer mehr reizt, ist das, was die Leute Surrealismus oder Magischen Realismus nennen, wo Magie im Alltäglichen passiert. Das ist nicht das gleiche wie Urban Fantasy, denn es halt auch durchaus sehr reale geschichtliche oder politische Inhalte. :hmm: Ich hoffe, dem kann man folgen. Eigentlich finde ich die Unterscheidung aber auch etwas dämlich, weil die Leute so tun, als sei das kein Fantasy oder so. Ne, es ist Fantasy, es ist nur keine Genre-Literatur ...

    Hat sich das in den Jahren bei euch geändert? Oder ist das sogar eine „Phasen“-Frage übers Jahr verteilt?

    Früher habe ich Pratchett und Moers gelesen und mich für einen riesen Fantasyfan gehalten. Heute bin ich mir bewusst, dass ich im Genre einige Lücken habe und dass ich einige davon niemals schließen werde. Beispielsweise überlege ich mir sehr gut, ob ich eine Reihe anfangen will, wo ich doch Einzelromane lieber mag.

    Ich stelle fest, dass ich in letzter Zeit mit Familiengeschichten interessant finde, wo die Geschichte also über einen langen Zeitraum spielt. Und auch Gothic finde ich spannend, mit morbider Ästhetik und lauter Figuren, die einfach nur furchtbar zueinander sind. :hmm:

    [Schlaue, tiefgreifende Lebensweisheit]

  • Ich weiß, dass mich das als Kind nie gestört hat oder besser gesagt, genau das wollte. Wobei ich sogar eher von 6. bis 15. Jahrhundert sprechen würde. Und wenn ich nicht gerade einen Sci-Fi Roman lese, stört mich sogar zu viel Fortschritt.

    Aber es hat mich auch erfrischend begeistert, als ich die Sturmlichtchroniken gelesen habe, so eine komplett andersartige Welt geliefert zu bekommen. Andererseits hat mich gestört, dass es irgendwann Uhren gab xD Ich weiß auch nicht, was ich da für ein Problem mit hab.

    Das Fantasy-Mittelalter hat halt mit dem realen Mittelalter wenig bis gar nichts gemeinsam. Viele dieser "typisch Mittelalterlichen" Sachen sind entweder Sachen aus dem 19.Jhdt oder der frühen Neuzeit.
    Ein Fantasyroman der tatsächlich auf dem deutschen Mittelalter basieren würde, wäre tatsächlich mal echt spannend und durchaus anders als das was man unter Fantasy gewohnt ist. Aber auf sowas wage ich ja gar nicht mehr zu hoffen. :tired:

    (Sowohl Uhren als auch Gewehre, also diverse "Büchsen", gab es ja durchaus schon im Mittelalter ;) )

    Falken haben doofe Ohren

  • Heyho epochAal

    Gibt es Themen, zu denen ihr automatisch immer wieder greift? (Hexen, nordische Mythologie, Drachen, Diebe, Ritter …)

    Tja, was das angeht, bin ich für alles zu haben, was sich mit der Artussage und dem Gral beschäftigt. Was ich daran sehr mag (und gleichzeitig auch verdamme) ist die kaum fassbare Vielschichtigkeit des Themas, damit verbunden die zur Artusgeschichte teilweise völlig unterschiedlichen Ansätze von Romanautoren wie Gillian Bradshaw, T.H.White, Zimmer Bradley, Stephen R.Lawhead oder Mary Stewart, um ein paar ältere zu nennen.

    Das letzte in der Reihe war Kazuo Ishiguro's "Der schlafende Riese", der das Thema nochmal aus völlig anderer Perspektive angegangen ist.

    Aber auch die Gedichte von Lord Alfred Tennyson "Idyll of the King" oder "L'Mort d'Arthur" finde ich großartig - das gilt jedoch ebenfalls für alles weit davor.

    Schwierig ist nur immer die Einordnung, wenn's nicht gerade ein Fantasyroman ist.

    Trotzdem würde ich Deine Frage diesbezüglich mal mit "Ja" beantworten.

    Da greife ich immer wieder zu - auch wenn manche Ideen im Nachhinein echt erbärmlich sind. :alien:

    Achtet ihr stark aufs Genre oder habt gemerkt, dass es eine Sparte gibt, die euch sehr gefällt? (Völkerfantasy, Grim Dark, Dystopie, Weird Fiction, Steampunk …)

    Nö. Zumindest nicht bei Fantasy Da ist für mich nur die Wirkung des ersten Absatzes entscheidend, ob ich's mir antue oder nicht. Wohin die Richtung dann letztlich geht, ist mir dann ziemlich brause, auch wenn ich bei manchen Genres merke, daß ich da mehr Pausen beim lesen brauche als bei anderen. Aber grundsätzlich bin ich für alles offen, solange der Erzähler den Spannungsbogen halten kann.

    Hat sich das in den Jahren bei euch geändert? Oder ist das sogar eine „Phasen“-Frage übers Jahr verteilt?

    Was das Lesen an sich angeht: Lesephasen (also die Beschäftigung mit nur einem Thema) habe ich eigentlich nicht mehr. Und in Bezug auf phantastische Literatur eigentlich nie (s.o).

    Bei fast phantastischen Büchern war das allerdings anders.

    Ich hab' mich mal mehrere Jahre fast ausschließlich mit allem beschäftigt, was man heute so unter "Verschwörungstheorien" kennt. (Deswegen finde ich auch solche Spacken wie Hildmann oder Jebsen eigentlich nur unglaublich komisch - obwohl sie das gar nicht sind...eher ziemlich arme Irre).

    Aber der Schwachsinn, den sie medienwirksam unter die Leute gebracht haben, den gab's schon Jahrzehnte vorher. Sich da als Verkünder neuer Erkenntnisse profilieren zu wollen, ist eigentlich nur unglaublich peinlich.

    Ich fand's damals spannend, was von den "Bilderbergern" oder dem "Club of Rome" zu erfahren, über die Machenschaften der Vatikanbank (Roberto Calvi, Chef des Institutes aufgehängt unter der Blackfriars Bridge in London) und was da noch so alles um 1990 herum auf dem Buchmarkt zum Thema erschien.

    Aber wenn man sich durch 800 Seiten "Das schwarze Reich" (E.R.Carmin), 500 Seiten "Die Götter von Eden" (William Bramley) oder 500 Seiten "Geheimgesellschaften und ihre Macht im 20.Jahrhundert" (Jan van Helsing aka. Jan Udo Holey) gewütet hat, dazu noch kleineres wie "Die Insider" (Gary Allen,1971) oder "Das Montauk-Projekt" (M.W.Cooper) gelesen hat, muß man sich irgendwann ehrlicherweise die Frage stellen, wohin man eigentlich will:

    Das alles glauben? Oder sagen: "Naja, da ist sicher so einiges zutreffend und belegbar, aber ich hab' trotzdem keinen Bock auf Aluhüte."

    Ich habe mich damals gegen Hüte entschieden, nehme aber verschiedene Aussagen von damals auch heute noch als Maßstab.

    Die andere "Lesephase": Neue amerikanische Literatur, beginnend mit Charles Bukowski. Dann Henry Miller, Jack Kerouac, Hunter S.Thompson oder Neal Cassidy.

    Die haben ihr Leben in einer Zeit beschrieben, die man sich heute kaum noch vorstellen kann. Trotzdem ist das für mich alles sehr lebendig geblieben, weil der Stil dieser Leute knochentrocken war. Detaillierte Situationsbeschreibungen einer Zeit, die es mal gab und die noch gar nicht so lange her ist. Kann ich jedem nur empfehlen.


    Alles andere sehe ich nicht als eine Phase an, auch wenn ich zugebe, daß mich Bibel, Thora und Koran (alles in deutscher Übersetzung) im Ganzen schon einige Zeit gekostet haben. Eigentlich zuviel Zeit, nur um rauszufinden, daß da eigentlich überall das Gleiche drinsteht...

    :patsch: :patsch: :patsch:

    (Stimmt im Groben, über die Details werden von der Menschheit bekanntlich täglich Kriege geführt...).

  • Das sind wieder Fragen, zu denen man ewig schreiben könnte ^^

    Gibt es Themen, zu denen ihr automatisch immer wieder greift? (Hexen, nordische Mythologie, Drachen, Diebe, Ritter …)

    Ein Thema, das mich früher stark interessiert hat, sind Interpretationen der Nibelungen-Sage. Da gibt's ein paar Werke, die eher für Jugendliche geschrieben sind und die mir heute nichts mehr geben, weil Stil und Erzählung irgendwie zu einfach sind. Von Wolfgang Holbein gibts da Hagen von Tronje, was die Sage eben aus dessen Sicht erzählt, was ganz cool ist. Für mich ist das irgendwie auch Fantasy, auch wenn Wikipedia das als Historisches listet. Meine Lieblingsbearbeitung ist Siegfried und Krimhild | Die Nibelungen von Jürgen Lodemann. Das ist schon eher anstrengend zu lesen (mindestens beim ersten Mal), aber sprachlich so reich, stimmungsvoll und von der Erzählung her so dicht, dass es mir unglaublich gut gefällt. Das ist jetzt auch keine klassische Fantasy.

    Von Zeit zu Zeit schaue ich hier immer noch, ob es was neues gibt, was ich gerne dazu mal lesen würde.


    Mein Zugang zu neuem Lesestoff ist oft ein bisschen literaturwissenschaftlich geprägt. Klingt jetzt hochtrabender als es ist. Es gibt einfach Romane / Reihen / Schriftsteller, die in irgendeiner Art wegweisend oder besonders für die Fantasy als Genre sind. Hier versuche ich ab und zu, denen eine Chance zu geben und das mal zu lesen. In diesem Sinne, wären die Völkerromane etwas, was ich nicht aus diesem Grund lesen würde.



    Achtet ihr stark aufs Genre oder habt gemerkt, dass es eine Sparte gibt, die euch sehr gefällt? (Völkerfantasy, Grim Dark, Dystopie, Weird Fiction, Steampunk …)

    Ich mag die Sparte mir kreativem Worldbuilding. Die liegt jetzt irgendwie quer zu den von dir aufgeführten Kategorien ^^ . Grim Dark finde ich auch cool (zumindest lese ich jedes Werk von Joe Abercrombie und bisher wurde ich nie enttäuscht). Dystopien haben auch ihren Reiz, hier gehe ich oft auch so vor, wie oben beschrieben (z.B. könnte man 1984 mal lesen, wenn man sich für Dystopien interessiert, weil die halt doch eine sehr hohen Stellenwert hat - ich würde allerdings niemals ein Buch lesen, damit ich mitreden kann oder "weil man das gelesen haben muss". Das finde ich blödsinnig.). Im Prinzip kann ja jede Art von Literatur unterhaltsam sein, wenn sie für einen ansprechend geschrieben ist. In der Hinsicht bin ich dann auch sehr offen und greife kreuz und quer durch die verschiedensten Spielarten der Fantasy und darüber hinaus zu neuen (und alten) Büchern.


    Hat sich das in den Jahren bei euch geändert? Oder ist das sogar eine „Phasen“-Frage übers Jahr verteilt?

    Früher musste ein Buch für mich spannend sein. Da habe ich dann gerne auch darüber hinweggesehen, wenn es im Prinzip dem gleichen Muster folgte wie schon die zehn Bücher, die ich davor gelesen habe.

    Heute bin ich da kritischer, aber auch offener. Bücher, bei denen mir nach der Hälfte noch nicht ganz klar ist, worum es geht oder worauf es hinauslaufen wird, hätte ich früher nicht gelesen. Heute toleriere ich das oft (aber auch nicht immer; oder ich rege mich danach auf, wenn es sich halt nicht gelohnt hat, bis zum Ende durchzuhalten).

    Früher wollte ich eher, dass es ein Happy Ending gibt, dass das Erzählmuster so endet, wie es sich halt gehört. Heute finde ich es cooler, wenn mich der Autor überrascht und Wendungen einbaut, die nicht vorhersehe und somit die Geschichte ganz anders ausgeht als ich mir das vorgestellt hatte.

    Das mal eher so allgemein.


    Phasen gibt's bei mir immer noch. Vor allem deshalb, weil ich gerne Abwechslung habe. Ich lese gerne mal ein paar Geschichten von Lovecraft, aber mehr als einen Monat halte ich da auch nicht aus. Dann brauche ich was anderes. So geht es mir mit den meisten Autoren / Welten / Themen / ...

    Im Grunde hätte ich gerne, dass mich ein Buch nicht nur unterhält, sondern mir auch noch etwas Neues zeigt oder vermittelt. Das hat sich im Vergleich zu früher also auf jeden Fall geändert. Herr der Ringe war als Jugendlicher geil zu lesen, aber einen Klon davon würde ich heute vermutlich nicht lesen wollen.

    „Alice, man darf sein Leben nicht nach anderen richten. Du allein musst die Entscheidung fällen.“ [Alice im Wunderland]

  • Bis auf das „Vampirgenre“, um das ich einen meilenweiten Bogen mache, lese ich querbeet durch alle Genres. Derzeit begeistert mich eine ganz bestimmte Mischung aus Horror und Mystery, genauer gesagt die Werke von H.P. Lovecraft, mit dem ich mich erst vor kurzem auseinandergesetzt habe. Davor habe ich den Namen immer wieder am Rande mitbekommen, mich aber wegen der unüberschaubaren Menge an Kurzgeschichten nie dazu durchringen können in die Welt einzusteigen. Inzwischen bin ich aber unheimlich fasziniert davon wie genial er die Angst vor dem Unbekannten darstellt. Seitdem werfe ich mir jeden Abend eine seiner Geschichten als „Schlaftablette“ ein. ;)



    Besonders reizvoll finde ich außerdem den Gedanken buchstäblich in eine andere Welt einzutauchen, nachdem sich nach und nach die Barriere zwischen der Realität des Protagonisten und der Geschichts-/Märchenwelt auflöst, sprich die vierte Wand durchbrochen wird. In etwa so wie in der unendlichen Geschichte oder bei dem Tagebuch von Tom Riddle, das anfängt zu Harry zu sprechen.

  • Gibt es Themen, zu denen ihr automatisch immer wieder greift? (Hexen, nordische Mythologie, Drachen, Diebe, Ritter …)
    Achtet ihr stark aufs Genre oder habt gemerkt, dass es eine Sparte gibt, die euch sehr gefällt? (Völkerfantasy, Grim Dark, Dystopie, Weird Fiction, Steampunk …)
    Hat sich das in den Jahren bei euch geändert? Oder ist das sogar eine „Phasen“-Frage übers Jahr verteilt?


    Ich lasse mich durchaus gern überraschen und auf neue Abenteuer ein. Natürlich habe ich so meine Lieblinge, zu denen ich fast schon automatisch greife (Terry Pratchett, Douglas Adams, Wladimir Sorokin, Neil Gaiman, Brandon Sanderson, Cornelia Funke, Tad Williams, Orson Scott Card, Diana Wynne Jones etc. ...)


    Wie man an dieser Mischung unschwer erkennen kann, mag ich unterschiedliche Stile unterschiedlicher Richtungen. Ich liebe aber humoristische Gesellschaftskritik, verpackt in magisches Geschenkpapier. Je schwärzer der Humor, umso besser. Ich habe schon immer eine Schwäche für Anti-Helden und bevorzuge generell eher ein "Hard Magic System", wo die Magie klare Regeln und Grenzen hat. Wo jeder Zauber etwas als Gegenleistung verlangt und somit etwas kostet. Wo Magie schon einmal gut überlegt verwendet wird und nicht einfach mit etwas Pseudo-Latein aus einem Zauberstab "gewutscht und gewedelt" wird.


    Jedoch kann mich auch ein "Soft Magic System" mit völlig unklarer Magie begeistern, wenn die Charaktere mich überzeugen und mich die Geschichte packt. Wenn das Thema mich fesselt. Wenn trotz unklarer Magie-Regeln und Systeme die Zauberei ihre Berechtigung hat, sinnvoll eingesetzt wird und nicht immer die Lösung für alles ist.


    Wie witzlos wären denn bitte sämtliche Fantasy-Werke, wenn sie alle nach dem gleichen "Magie regelt alles"- Prinzip ablaufen würden? Ich stelle mir das (ein bisschen überzogen) in etwa so vor:


    Some bad dude tries to destroy the world.

    The chosen one wakes up. His/her life changes because some wizard dude arrives at his/her door.

    The adventure begins.

    A bunch of orcs eat a bunch of good guys.

    Boss music. Everything seems lost. The baddies are on the way to final victory ...

    The wizard dude arrives at the last possible moment at the final fight.

    He cast Fireball.

    The baddies burn to ashes.

    Congratulation. The world is save again.

    The wizard did it!

    The End.


    Und genau dieses "the wizard did it!" nervt mich ziemlich schnell. Magie wird in manchen Romanen als fast schon billige Lösung für alles genommen. Genau dadurch verliert sie in meinen Augen (ironischerweise) an MAGIE.