Es gibt 313 Antworten in diesem Thema, welches 59.453 mal aufgerufen wurde. Der letzte Beitrag (5. Juli 2025 um 16:37) ist von Rainbow.

  • Danke, Sensenbach für deine Rückmeldung :)

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    „Ich werde dir nichts tun“, hörte sie sich sagen, wobei sie nicht sicher war, ob das stimmte.

    „Ich werde dir nichts tun“, sagte sie, wobei sie nicht sicher war, ob das stimmte.

    Das "hörte sie sich sagen" habe ich eigentlich gezielt verwendet, weil ich verdeutlichen wollte, dass sie schon ein bisschen neben sich steht. Dass sie sich ein bisschen von außen beobachtet und Dinge tut bzw. denkt, von denen sie nicht sicher ist, ob sie aus ihr selbst kommen. Ich weiß nicht, ob das verständlich/nachvollziehbar ist. Aber das waren so meine Gedanken dazu :hmm:

    Nach der Schilderung des Gestanks fäält es mir schwer zu glauben, dass es hier etwas brauchbares zum Anziehen gibt.

    Ja, schon ein bisschen ekelhaft, oder? :rofl:Aber ich glaube, Emilia ist im Moment nicht mehr darauf bedacht, sich für eine Modenschau zu kleiden. Ich fand die Vorstellung irgendwie ganz cool, dass sie mehr in so alten abgetragen Klamotten da rumrennt.

    Sie konnte sich in etwa vorstellen, wie gut der Dämonenfürst auf sie zu sprechen war. Schließlich hatte sie eine nicht unbeachtliche Menge im himmlischen Feuer geschmiedeten Stahls durch seine Brust gejagt.

    beachtliche Menge

    In meiner Vorstellung schwingt da ein gewisser Sarkasmus/Ironie in ihren Gedanken mit und da passt "eine nicht ganz unbeachtliche Menge" für meinen Geschmack irgendwie besser :hmm:

    zu Zeiten, als die Welt noch jung gewesen war, sein Recht auf ungnädige Weise einforderte.

    bisschen viel Pathos

    :rofl:Ja, das stimmt! Das gefiel mir aber eigentlich ganz gut. (ich behalte das aber mal im Hinterkopf. Vielleicht ändere ich das noch)

    Oder wenn es darum ging, die Flammen in ihrem Inneren zu entfesseln, um sie gewähren zu lassen.

    Den letzten Satz verstehe ich nicht vollständig. Sie lässt die Flamme gewähren? Was macht die dann?

    Das war eigentlich bezogen aufs Feuer machen. Das waren ja die beiden Dinge, die sie aktuell zustandegebracht hatte (neben der Katastrophe am Morgen mit dem Professort) Sie hat ein Portal erzeugt und das Feuer wieder entflammt. Beides ist ihr leicht gefallen, doch sie blieb dabei irgendwie passiv, weil sie die Macht mehr gewährel ließ, statt sie wirklich zu kontrollieren. Durch das Portal ist sie ja auch mehr gestürzt, als dass sie würdevoll hindurchschritten wäre.

    Die Sache mit der Blume ruft ihr in Erinnerung, dass es besser wäre, sich gezielter mit ihren Kräften auseinanderzusetzen... das war es eigentlich, worauf ich hinauswollte.

    Danke auch für die anderen Anmerkungen/Korrekturvorschläge. :danke:

  • Liebe Rainbow

    ich finde diesen Abschnitt wieder sehr gelungen, auch wenn ich mich erst daran gewöhnen muss, dass Emilia nun eine Art Transformation durchmacht. Natürlich passt es alles zusammen ... aber ich muss doch etwas schlucken. Ein gewöhnliches Mädchen, das sie irgendwie die ganze Zeit über doch noch war ... ist sie nun nicht mehr. Vielleicht war sie es eigentlich vorher auch schon nicht, aber es war nicht so deutlich.

    Es ist auf jeden Fall folgerichtig, dass sie nun versucht zu ergründen, welche Kräfte sie hat und wie sie die nutzen kann.

    In freudiger Erwartung lehnte sich der Dämonenfürst in seinem Stuhl zurück und schenkte Emilia ein zustimmendes Nicken, während sie in die Dunkelheit spähte und mit schief gelegtem Kopf die Entfernung zum Waldrand abschätzte.

    Hier habe ich etwas gestutzt. Sicher spielst du auf ihre Fantasien vorher an, wo sie sich ja vorgestellt hatte, Dagon würde ihr zusehen. Hier klingt es aber, als ob Dagon wirklich neben ihr sitzt und sie beobachtet. Was wohl nicht so sein kann, denn er ist ja noch in diesem Zwischen-Zustand. Daher würde ich deutlich machen, dass er da nicht wirklich sitzt, sondern sie weiterhin fantasiert.

    Als sie sich umblickte, stellte sie fest, dass sie das Ende des Waldes erreicht hatte. Es kam ihr so vor, als seien nur wenige Sekunden verstrichen, seit sie losgelaufen war. Doch die Distanz, die sie zurückgelegt hatte, war beachtlich.

    Ich finde das schon recht gut dargestellt. Eine "beachtliche" Distanz ist jedoch kein gutes Bild. Vermutlich kennt sie den Wald und braucht sonst eine Stunde, um durchzulaufen, oder so? Das würde es noch besser vorstellbar machen. (Und läuft sie wirklich quer durch den Wald, dass sie einzelnen Bäumen ausweichen muss? Gewöhnlich nutzt man wohl die Wege, wo keine Bäume stören?)

    Insgesamt gefällt es mir sehr. So langsam scheint es ja ans Eingemachte zu gehen. Ich bin sehr neugierig, wie es weitergeht (und habe keine Ahnung, womit ich rechnen soll!) Bin sehr gespannt, was Elias wohl tun wird!

  • Lieben Dank @Kirisha für dein Feedback.

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    auch wenn ich mich erst daran gewöhnen muss, dass Emilia nun eine Art Transformation durchmacht. Natürlich passt es alles zusammen ... aber ich muss doch etwas schlucken.

    Findest du das doof? Oder stört es dich? Ich meine das jetzt ernsthaft. Also...weil ich mich gerade frage, ob man sich irgendwie von Emilia entfremdet. Was eigentlich nicht von mir beabsichtigt war. Ich dachte, es könnte mir gelingen, den Leser irgendwie mitzunehmen und mit Emilia mitfiebern zu lassen. Es wäre irgendwie schade, wenn sie ... sagen wir mal an Sympathien einbüßt, nur weil sie jetzt kein "normaler Mensch" mehr ist.

    Hier habe ich etwas gestutzt. Sicher spielst du auf ihre Fantasien vorher an, wo sie sich ja vorgestellt hatte, Dagon würde ihr zusehen. Hier klingt es aber, als ob Dagon wirklich neben ihr sitzt und sie beobachtet. Was wohl nicht so sein kann, denn er ist ja noch in diesem Zwischen-Zustand. Daher würde ich deutlich machen, dass er da nicht wirklich sitzt, sondern sie weiterhin fantasiert.

    Ja, das war eine Art Experiment von mir, weil ich die Idee ganz cool fand, ihn auf die Weise irgendwie präsent sein zu lassen, wenn auch nur in ihrem Kopf oder ihrer Vorstellung. Bei jedem ihrer Gedanken zu erwähnen, dass das nur ihrer Vorstellung entspricht und Dagon nicht in echt da ist, geht irgendwie ein bisschen die Wirkung verloren. Dachte ich mir so. :hmm: Ich habe geglaubt, es sei klar, dass er "nicht wirklich" da sein kann...obwohl. Im Grunde weiß man es ja nicht. Könnte ja durchaus sein, dass die Verbindung zu ihm dazu führt, dass sie ihn wirklich auf mentalem Weg zu sehen glaubt.

    Aber ich behalte das mal im Hinterkopf. Eben, weil ich da selbst noch nicht so ganz sicher bin, ob und wie das wirkt.

    Ich finde das schon recht gut dargestellt. Eine "beachtliche" Distanz ist jedoch kein gutes Bild. Vermutlich kennt sie den Wald und braucht sonst eine Stunde, um durchzulaufen, oder so? Das würde es noch besser vorstellbar machen.

    Ich überleg mir was :)

    (Und läuft sie wirklich quer durch den Wald, dass sie einzelnen Bäumen ausweichen muss? Gewöhnlich nutzt man wohl die Wege, wo keine Bäume stören?)

    Könnte es nicht sein, dass sie genau diese Herausforderung sucht. Dass sie ihre Reflexe einsetzt und eben nicht den einfach Weg wählt, sondern den mitten durch den Wald. :hmm: Hm. Keine Ahnung. Liest sich das merwürdig? Da der Wald ziemlich doll eingeschneit ist, wird man den befestigten Weg ohnehin nicht erkennen können. Vielleicht sind Bäume unter der Schneelast umgestürzt und stellen nun Hindernisse dar...irgendwie so hatte ich es mir vorgestellt.

    Insgesamt gefällt es mir sehr. So langsam scheint es ja ans Eingemachte zu gehen. Ich bin sehr neugierig, wie es weitergeht (und habe keine Ahnung, womit ich rechnen soll!) Bin sehr gespannt, was Elias wohl tun wird!

    Okay, wenn es dir gefällt, dann benatwortet das zumindest ein bisschen meine Frage von oben :) (ob man die veränderte Emilia annehmen kann oder ob sie Sympathien einbüßt).

    Und es ist gut, dass du keine Ahnung hast, was passieren könnte. Ich dachte, ich hätte das schon mal kundgetan, in welche Richtung es gehen soll. Aber umso besser, wenn du dich überraschen lassen kannst. :D

  • Findest du das doof? Oder stört es dich? Ich meine das jetzt ernsthaft. Also...weil ich mich gerade frage, ob man sich irgendwie von Emilia entfremdet. Was eigentlich nicht von mir beabsichtigt war. Ich dachte, es könnte mir gelingen, den Leser irgendwie mitzunehmen und mit Emilia mitfiebern zu lassen. Es wäre irgendwie schade, wenn sie ... sagen wir mal an Sympathien einbüßt, nur weil sie jetzt kein "normaler Mensch" mehr ist.

    Ich musste gerade etwas darüber nachdenken, wie ich das finde. Es ist unglaublich krass, weil man ja Emilia schon so lange "kennt". Darum erzeugt es starke Gefühle und starke Gefühle sind immer gut in einem Roman. Auch wenn die in dem Fall auch widerstreitend sein können. Ich will eigentlich, dass Emilia normal bleiben soll, aber es ist so deutlich, dass ihre ganze Entwicklung und Situation so sind, dass sie keine andere Wahl hat. Die Gefühle, die das erzeugt, sind also nicht nur gut, aber sie geben dem Roman eine ungeheure Spannung. Also, alles richtig gemacht und mach weiter so. Ich muss ja sowieso wissen, wie das nun weitergeht.

  • Ich bin irgendwie krass hinterher... keine Ahnung, aber ich lese mich grade wieder rein.


    Zu 17.1: Nichts zu meckern, die Szene passt fuer mich so.

    Zu 18: Hier ist mir (das zieht sich so durch fuerchte ich) - vieles im Gespraech unter den Engeln allzu menschlich.

    Das hier

    „Ja, und scheinbar lassen sie ihnen noch genug, um damit die dämonische Präsenz zu überdecken. Deshalb konnten wir wie sie bislang nicht lokalisieren.“

    klingt eher nach Geheimdienst und hier

    Das Verrücktspielen der Sensoren an den Übergängen, der Anstieg nicht zuordbarer dämonischer Aktivitäten quer über den Globus …

    sehe ich die Ghostbusters vor mir...

    Ich weiss nicht, ich faende es besser wenn die Engel doch eher ein magisches Vokabular verwenden wuerden, eher mysterioes wirken wuerden als halt wie eine Special Ops Gruppe.:(

    ***

    Mag sein dass ich hier irgendwie den Kontext vergessen habe, aber:

    Das hier war richtig. Ganz gleich, was alle anderen behaupteten. Und wenn er sich dafür mit dem Rat, den Kalamatei und der gesamten Unterwelt anlegen musste, dann war das ein Preis, den er zahlen würde.

    Elias hatte doch die Gefuehle fuer Emilia verloren - und jetzt sind die wieder da. Warum? Was hab' ich verpasst?

    Warum ist das hier richtig? Sollten ihm nicht leise Zweifel kommen - nachdem er grade erlebt hat dass Emilia auf einen Menschen gewaltsam losgegangen ist - und ganz offensichtlich keine Spur von Kontrolle hat?

    Hier steht ja nicht nur seine Beziehung auf dem Spiel - sondern es scheint um deutlich mehr zu gehen, das Schicksal der Welt vielleicht? Insofern ist der Preis den er hier zahlen muss weniger relevant als der Schaden den er anrichten kann - der Rat und die Fuersten halten Emilia ja nicht aus mieser Laune und boesem Willen unter Kontrolle, da ist ja eine offensichtliche Gefahr.

    Irgendwie ist mir das hier zu billig, ich finde Elias macht sich das hier sehr einfach, so unreflektiert ist er doch sonst nicht (also, kann ja sein dass er von irgendwoher diese Sicherheit hat - aber das sollte ihm selber dann komisch vorkommen).

    Ich erhoffe mir hier mehr Zwiespalt, das ist ja eine hochdramatische Situation, da darf fuer meine Begriffe ruhig ein bisschen mehr Text dazu.

    Zu 19: Das ist wirklich sehr schoen geworden, Rainbow at her best:thumbsup:

  • Danke, @Kirisha , dass du deinem Gefühl nochmal auf den Grund gegeangen bist. Ich kenne das ansatzweise auch. Neulich habe ich ein Buch gelesen, bei dem sich die menschliche Protagonistin aufgrund bestimmter Umstände ebenfalls verändert hat und dann Kräfte besaß. Am Anfang fand ich das doof. Keine Ahnung. Wahrscheinlich, weil man sich mit dem Menschen mitsamt all seinen Schwächen besser irdentifizieren kann? Nach und nach fand ich es dann aber okay und dann hat es eigentlich ganz gut gepasst. Aber deshalb kann ich deine gemischten Gefühle gut verstehen.

    Und Thorsten, schön, dass du wieder aufgeholt hast und Dankeschön für dein Feedback. :)

    Ich bin irgendwie krass hinterher... keine Ahnung, aber ich lese mich grade wieder rein.

    Könnte das mitunter daran liegen, dass dich ein gewisser Thread über "Künstliche Intelligenz" in letzter Zeit sehr in Beschlag genommen hat? :rofl:

    Zu 18: Hier ist mir (das zieht sich so durch fuerchte ich) - vieles im Gespraech unter den Engeln allzu menschlich.

    Ich glaube, das bleibt wohl ein grundsätzliches Problem und ruft deshalb ja immer wieder Kritik von deiner Seite hervor. Ich bin da ein bisschen hin-und hergerissen, ob und wie ich das lösen kann/will. Gerne behalte ich das aber im Hinterkopf und werde das bei meiner Überarbeitung am Ende nochmal unter die Lupe nehmen. Im Moment bin ich ehrlich gesagt froh, wenn ich die Handlung einigermaßen vorangetrieben bekomme. So Feinheiten innerhalb der Dialoge werde ich nachträglich wahrscheinlich noch gut ausgemerzt bekommen, sollte ich es darauf anlegen. :hmm:

    Mag sein dass ich hier irgendwie den Kontext vergessen habe, aber:....Elias hatte doch die Gefuehle fuer Emilia verloren - und jetzt sind die wieder da. Warum? Was hab' ich verpasst?

    Ich finde, das ist ein ganz wichtiger Punkt, bei dem ich jetzt ehrlich gesagt nicht ganz sicher bin, ob es dem häppchenweisen Lesen geschuldet ist oder der Tatsache, dass ich zu schnell umgeswitcht bin.

    Im Grunde gab es im Anschluss an die Verhandlung (wo Elias ja wirklich eiskalt war) einige Hinweise in den Folgekapiteln, dass Elias langsam wieder der Alte wird. Er versucht die Fürsten von einer Lockerung der Schutzmaßnahmen zu überzeugen, setzt sich am Ende sogar über deren Verbot hinweg usw. Emilia selbst stellt irgendwo fest, dass der "alte Elias" hier und da wieder druchblitzt...und als er Emilia gegenübersteht und seine Hand an die Schutz-Barriere legt, woraufhin sie es ihm gleichtut...du weißt schon, dieser magisch-kitschige Moment...ich denke, da hat er wahrscheinlich schon irgendwas gesehen oder gesprürt, das ihn darin bestärkt, sie nicht aufzugeben. (weil er a) die Konsequenzen kennt und b) vor lauter Schuldgefühlen selbst beinah zugrunde geht.)

    Die Frage ist jetzt vielmehr:

    Hier steht ja nicht nur seine Beziehung auf dem Spiel - sondern es scheint um deutlich mehr zu gehen, das Schicksal der Welt vielleicht? Insofern ist der Preis den er hier zahlen muss weniger relevant als der Schaden den er anrichten kann - der Rat und die Fuersten halten Emilia ja nicht aus mieser Laune und boesem Willen unter Kontrolle, da ist ja eine offensichtliche Gefahr.

    Ist es plausibel, dass er dafür die Sicherheit der gesamten Menschheit auf`s Spiel setzt? Das ist es ja was, Seraphina ihm vorwirft, womit sie ja auch nicht ganz unrecht hat. Ist sein Motiv stark genug, alle anderen Bedenken über Bord zu werfen?

    Ich hatte mich das ehrlicherweise beim Schreiben auch gefragt, weil ich nicht sicher war, ob es vielleicht cooler wäre, wenn seine Zweifel noch ein bisschen anhalten würden. Aber dann fand ich es effektvoller, dass er sich gerade dazu entschieden hat, Emilia zu vertrauen und ihr helfen will, sie dann jedoch abhaut. Allerdings,und da gebe ich dir recht, muss das dann zumindest irgendwie nachvollziehbar sein. :hmm:

    Irgendwie ist mir das hier zu billig, ich finde Elias macht sich das hier sehr einfach, so unreflektiert ist er doch sonst nicht (also, kann ja sein dass er von irgendwoher diese Sicherheit hat - aber das sollte ihm selber dann komisch vorkommen).

    Vielleicht muss ich hier nochmal ansetzen...eventuell muss ein bisschen mehr innerer Monolog da an die Stelle...oder wie du sagst, er hinterfragt sich selbst und merkt dennoch, dass er nicht anders kann, als sich auf ihre Seite zu stellen...Das ist auf jeden Fall ein wichtiger Punkt. Deshalb werde ich da nochmal schauen, wie ich das geschickt einfädele.

    Ich würde euch ja gerne den nächsten Elias-Part noch zeigen, um zu schauen, ob es Sinn macht, daran festzuhalten. Oder ob ich das vielleicht besser umstricke und ihn in die fatale Situation bringe, dass er Emilia wieder einfangen soll, um sie dann dem Rat auszuliefern. Das könnte ich aber ja wohlgemerkt sowieso ...denn jetzt ist sie ja jetzt weg. :pardon: Das wäre auf jeden Fall ein schönes Dilemma. Noch dazu, wo dann klar wird, was Emilia vorhat.

    Sorry, wenn das jetzt etwas länger geworden ist, aber ich merke, dass es genau der Austausch ist, den ich gerade brauche. Also, danke im Voraus schon mal für euren langen Atem mit mir :heart:

    Zu 19: Das ist wirklich sehr schoen geworden, Rainbow at her best :thumbsup:

    Und Puh! Es freut mich, dass zumindest der Emilia -Part überzeugt. Das ist für mich schon mal viel wert. :)

  • Im Grunde gab es im Anschluss an die Verhandlung (wo Elias ja wirklich eiskalt war) einige Hinweise in den Folgekapiteln, dass Elias langsam wieder der Alte wird.

    Ja, daran erinnere ich mich schon, ich hatte da irgendwie drauf gewartet dass Du uns das mal erklaerst was da bei Elias vorgeht - dass er das mal fuer sich reflektiert oder dass jemand anderes ihm auseinandersetzt.

    Irgendwie war es halt am Anfang weg, jetzt ist es wieder ansatzweise da, es wirkt ein bisschen ad hoc auf mich, ich hatte mich grade mit kaltem Elias arrangiert und jetzt ist er wieder der sympathische Engel, es ist aber unklar wie er sich selber in der vergangenen Zeit sieht, wie er mit seinen Veraenderungen umgegangen ist.

    Ist es plausibel, dass er dafür die Sicherheit der gesamten Menschheit auf`s Spiel setzt?

    Also - ja, schon - das kann ein leap of faith sein und bei einem Engel nehme ich Dir das ohne weiteres ab. Ich habe keine Probleme mit dem Plot an sich - es ist ein klein bisschen Klischee, aber was soll's - es geht mir wirklich eher darum Elias in diesem Twist besser fassen zu koennen, es ist eine extreme Entscheidung - was geht ihm da durch den Kopf? Das ist ja eine starke Situation, und im Prinzip ist die Psychologie Deiner Protagonisten genau Deine starke Seite beim Schreiben - sollte also ein Heimspiel sein:)

    Könnte das mitunter daran liegen, dass dich ein gewisser Thread über "Künstliche Intelligenz" in letzter Zeit sehr in Beschlag genommen hat? :rofl:

    Das waere natuerlich im Bereich des Moeglichen, auch 'Succubus' hat einiges an Zeit gefressen...


    ***

    Zu 19.1:

    Geht schoen weiter das Kapitel 19, der Kontrast mit der Natur und Emilias Innenleben hat hier was.

    Ich kaempfe ein bisschen mit Deinen Naturschilderungen...

    kämpfte sie gegen die Böen an, die ihr die Flocken entgegentrieben

    Also, das wirkt hier eher nach Ansatz von Schneesturm, es ist unangenehm, sie kaempft, Flocken treiben ihr entgegen...

    Sie blieb stehen und ihr Blick wanderte hinauf zum Himmel, der sich erfüllt von einer Vielzahl aufleuchtender Sterne von den vereisten Spitzen der Kieferbäume abhob.

    ... aber hier ist jetzt klarer Himmel und Sterne - eher klare, vereiste Nacht. Wo kommen die Schneeflocken her?

    Langsam sah sie sich in dem eingeschneiten Wald um, der in Stille getaucht vor ihr lag. Lediglich das sanfte Geräusch der herabrieselnden Flocken war zu hören.

    ... hier sind die Flocken dann wieder da, aber statt der Windboeen ist jetzt Stille.

    (Also, es ist im Prinzip moeglich dass Flocken von klarem Himmel runterrieseln, das passiert wenn es sehr kalt ist, dann ist es praktisch windstill und bei -20 oder so friert dann die Restfeuchtigkeit der Luft aus und kleine Eiskristalle kommen vom Himmel - gibt aber nicht viel Schnee ab).

    deren welke Blätter nur wenige Schritte von ihr entfernt aus dem glitzernden Eisteppich hervorlugten.

    Hier haben wir jetzt einen 'Eisteppich' - das wirkt auf mich eher wie eine sehr duenne Schicht Reif aus der Pflanzenreste halt gut herauskommen.

    Generell habe ich das Gefuehl, drei oder vier verschiedene Winterszenen mit ganz anderem Wetter zu lesen... mehr ein Blick auf Emilias (oder Deine?) Seelenlandschaft als die Schilderung einer realen Szene. Wenn's gewollt ist, ist es ein cooles Stilmittel (auch wenn ich nicht draufkomme was es hier bewirken soll) - ansonsten wuerde ich vielleicht ein bisschen glaetten...

    Hatte Dagon jemals etwas so Zartes wieder zum Leben erweckt?

    Yeah, hat er bestimmt, Emilia - eigentlich kann er auch ein ganz netter Kerl sein, er kommt nur von einer anderen Perspekive und hat daher etwas andere Moralvorstellungen, aber ihr habt eine Zukunft zusammen - Du hast ja jetzt auch andere Moralvorstellungen #TeamDagon

    Zu 19.2:

    „Dann wollen wir mal sehen, wie schnell du bist!“

    Das waer' mir jetzt nicht als erstes in den Sinn gekommen zu testen...

    Das Leben pulsierte dort. Emilia konnte es spüren. Die Energie der Menschen strömte ihr förmlich entgegen und beinahe glaubte sie, von der Unschuld ihrer zerbrechlichen Seelen gestreift zu werden. Als sei es ihr möglich, sich auf jede einzelne davon zu fokussieren. Und, wenn sie es wünschte, ihren irdischen Besitzer in dem Durcheinander aufzuspüren.

    Ironischerweise klingt das hier jetzt so gar nicht nach SpecialOps Team - sondern hat einen Hauch von Mystik.

    Sie sah nicht zurück. Verlor sich stattdessen in der grenzenlosen Freiheit ihres schwerelosen Daseins.
    Sie war der Windhauch, der die eiskalte Nachtluft mit sich trug. Die auffrischende Brise, die in die Äste der Bäume fuhr und den Schnee herabrieseln ließ. Der fahle Schein des Mondes verband sich mit ihr und die Schwärze der Nacht hüllte sie ein. Machte sie den Schatten gleich, die nun über den kleinen Parkplatz unten am Waldrand krochen.

    Toller Abschnitt!:thumbsup:

    Sie klatschte in die Hände und der Hirsch verwandelte sich in einen herumwirbelnden Strudel aus Eis, der sich in die Luft erhob um sich dann zu kleinen Geschossen zu formen, die sich messergleich in den nächsten Stamm bohrten.

    Elsa laesst gruessen...

  • Hey Thorsten

    Lieben Dank für dein Feedback. :danke:

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    Ja, daran erinnere ich mich schon, ich hatte da irgendwie drauf gewartet dass Du uns das mal erklaerst was da bei Elias vorgeht - dass er das mal fuer sich reflektiert oder dass jemand anderes ihm auseinandersetzt.

    Irgendwie war es halt am Anfang weg, jetzt ist es wieder ansatzweise da, es wirkt ein bisschen ad hoc auf mich, ich hatte mich grade mit kaltem Elias arrangiert und jetzt ist er wieder der sympathische Engel, es ist aber unklar wie er sich selber in der vergangenen Zeit sieht, wie er mit seinen Veraenderungen umgegangen ist.

    Ich verstehe, was du meinst. Vielleicht muss ich da nochmal feilen. Im nächsten Elias-Part habe ich dazu tatasächlich ein paar Gedanken drin, aber die kommen dann eventuell zu spät und ich müsste sie ggf. einfach vorziehen und sie hier an der Stelle anbringen :hmm: Ich behalte das mal im Hinterkopf.

    Danke auf jeden Fall für den Hinweis. Eventuell könnten es auch die anderen (Micah und Seraphina) bemerken, dass sein Verhalten hier in dem Kapitel deutlich umswitcht. Irgendwie so... Ich überlege mir was.

    Geht schoen weiter das Kapitel 19, der Kontrast mit der Natur und Emilias Innenleben hat hier was.

    Ich hatte ehrlich gesagt schon ein bisschen damit gerechnet, dass das angemerkt wird. Es ist mir beim Schreiben selbst aufgefallen, allerdings fand ich den Wandel eigentlich ganz schön von... "gegen Schnee-Böen ankämpfen" zu "der Wind flaut ab und die Wolkendecke reißt auf". Kommt hier an der Stelle aber vielleicht ein bisschen plötzlich :hmm: Ich überlege mir was, wie ich das im Text eleganter darstelle, sodass es nicht wie ein Widerspruch rüberkommt.

    Hier haben wir jetzt einen 'Eisteppich' - das wirkt auf mich eher wie eine sehr duenne Schicht Reif aus der Pflanzenreste halt gut herauskommen.

    Ja, die Pflanze. :) Auch da habe ich schon damit gerechnet, dass das womöglich hinterfragt wird. Ich hatte die Szene tataäschlich anfangs etwas anders geschrieben. Da ist Emilia nämlich in den Schnee gestürzt und als sie sich aufrappelt, findet sie diese Pflanzenreste quasi in dem niedergedrückten Schnee, was vielleicht ein bisschen plausibler gewesen wäre. Vielleicht müsste ich es einfach anders schreiben...dass da eine Stelle ist, wo der Schnee nicht ganz so hoch liegt. Eventuell ist da ein Baum umgekippt unter den Schneemassen und hat irgendwas freigelegt :hmm:

    Das waer' mir jetzt nicht als erstes in den Sinn gekommen zu testen...

    Nur aus reinem Interesse .... was hättest du gemacht? :D

    Yeah, hat er bestimmt, Emilia - eigentlich kann er auch ein ganz netter Kerl sein, er kommt nur von einer anderen Perspekive und hat daher etwas andere Moralvorstellungen, aber ihr habt eine Zukunft zusammen - Du hast ja jetzt auch andere Moralvorstellungen #TeamDagon

    :rofl:... interessanterweise war das genau der Punkt, den ich auch ein bisschen in den Fokus rücken wollte. Wie schnell kann es einem doch passieren, von der Seite der Guten auf die Seite der Bösen zu wechseln. Und was sagt das am Ende über einen aus? Verfolgt nicht jeder im Rahmen der eigenen Vorstellungen nachvollziehbare Absichten?

    Ironischerweise klingt das hier jetzt so gar nicht nach SpecialOps Team - sondern hat einen Hauch von Mystik

    Da ich mit "SpecialOps Team" nichts anfangen kann, fällt es mir schwer deine Aussage in einen Kontext einzusortieren :hmm:

    Elsa laesst gruessen...

    Das meinte meine Tochter auch, als ich ihr von der Szene erzählt habe :rofl:Irgendwie war es mir wohl wichtig, an der Stelle zu verdeutlichen, dass da auch noch eine Art verspielte/romantische Seite in Emilia schlummert und sie sich nicht nur mit blanker Zerstörung beschäftigt.

  • Nur aus reinem Interesse .... was hättest du gemacht? :D

    In Emilias Situation wahrscheinlich einen Feuerball - sie ist auf der Flucht, da sind Seelenfresser unterwegs - so ein bisschen Wehrhaftigkeit schadet da nicht.

    Wenn ich so ploetzlich solche magischen Kraefte bekommen haette - dann wuerde ich fliegen. Das ist mein Standard-Vorsatz fuer wenn ich einen luziden Traum habe (=im Traum merke dass ich traeume) - dann wird abgehoben. Hat schon ein paar Mal geklappt :D

    Da ich mit "SpecialOps Team" nichts anfangen kann, fällt es mir schwer deine Aussage in einen Kontext einzusortieren :hmm:

    SpecialOps Team hatte ich die Konversation der Engel vorher genannt - war zu wenig mysterioes. Wie Emilia jetzt ueber ihre Kraefte denkt und sie beschreibt finde ich stilistisch viel besser getroffen.

  • Thorsten

    In Emilias Situation wahrscheinlich einen Feuerball - sie ist auf der Flucht, da sind Seelenfresser unterwegs - so ein bisschen Wehrhaftigkeit schadet da nicht.

    Ja, ich hatte versuchen wollen zu verdeutlichen, dass ihr diese Dinge relativ leicht fallen, wenn es darum geht, ihre Kräfte gewähren zu lassen, und zum Beispiel Feuer zu machen oder ein Portal zu erschaffen. Was sie hier in der Szene aber auszuprobieren versucht ist wohl mehr, dem ganzen etwas Feinschliff zu verpassen. Aber von der Logik her hast du natürlich recht :)

    Wenn ich so ploetzlich solche magischen Kraefte bekommen haette - dann wuerde ich fliegen.

    Ja, das habe ich versucht durch das Aufgeben ihres Körpers und das in die Lüfte abheben zu verdeutlichen.

    Ich träume auch sehr oft davon zu fliegen, allerdings geht das auch sehr oft ziemlich schrief :rofl:

    SpecialOps Team hatte ich die Konversation der Engel vorher genannt - war zu wenig mysterioes. Wie Emilia jetzt ueber ihre Kraefte denkt und sie beschreibt finde ich stilistisch viel besser getroffen.

    Ahhhh. Alles Klar :)

    Ich zeige euch jetzt mal den abschließenden Part dieses Kapitels und sage gleich dazu, dass ich etwas unsicher bin. Ich bin hier mehr so einer Eingebung gefolgt und fand es wohl ganz cool, Emilia eine besondere Fähigkeit zu verpassen, weil ich das an einer späteren Stelle ganz gut gebrauchen kann.

    Allerdings bin ich mir nicht ganz sicher, wie es ankommt. Ob ich das alles noch mehr ausschmücken muss oder ob es zu leicht aussieht? Mein Hauptproblem ist wohl im Moment, dass ich das Gefühl habe, meine Beschreibungen werden ohnehin schon immer ausufernder und die Kapitel immer länger. Aber an manchen Stellen lohnt es sich ja eventuell, nochmal etwa mehr zu investieren.

    Also, lasst mich gerne mal an eueren Gedanken teilhaben :)

    Kapitel 19.3

    Der erste sanfte Schimmer morgendlicher Dämmerung machte sich am Himmel bemerkbar. Es war ihr wie ein Wimpernschlag vorgekommen, seit sie das Portal durschritten hatte. Doch es mussten Stunden gewesen sein.
    Vager Lichtschein drang durch die Bäume, etwa an der Stelle, wo sie vorhin aus dem Wald getreten war. Unfähig sich zu rühren beobachtete Emilia, wie das zarte Leuchten intensiver wurde, bis sich schließlich die Konturen von drei hochgewachsenen himmlischen Kriegern darin abzeichnete. Ihre imposanten Flügel, die sich kaum von der Farbe des Schnees unterschieden, stachen hinter ihren Rücken hervor und selbst über das blendende Strahlen ihrer Erscheinung konnte Emilia ihre Kampfmonturen erkennen. Helle Hose und Hemd mit etwas dunkleren kniehohen Stiefeln und einem bronzenen Brustpanzer. Die gleiche Kleidung, die Micah und Elias getragen hatten, als es in der Kapelle zur entscheidenden Schlacht gekommen war. Und in den Händen hielten sie die für die Engel so typischen heiligen Klingen, die, wie Emilia wusste, einen Namen besaßen und mit ihrem flammenden Schein auch die tiefste Dunkelheit vertreiben konnten.
    Emilias Mund wurde staubtrocken.
    Drei Krieger des himmlischen Heeres! Wie bei allen Plagen der Unterwelt hatten die sie finden können? Es konnte wohl kaum ein Zufall sein, dass sie hier durch den Wald streiften.
    Du dumme Gans hast sie mit der Zurschaustellung deiner Fähigkeiten selbst angelockt!
    Emilia konnte nicht anders, als über ihre eigene Dummheit die Augen zu verdrehen. Natürlich! Ihre Kräfte mussten wie ein Leuchtfeuer für die Engel zu sehen gewesen sein. Sie selbst hatte unzählige Male mitbekommen, wie Elias noch so kleinen Hinweisen auf dämonische Aktivitäten nachgejagt war …
    Doch er war nicht unter ihnen. Trotz der Ausweglosigkeit ihrer aktuellen Lage war das ein Umstand für den sie mehr als dankbar war.
    Fest presste sie sich mit dem Rücken an einen Baumstamm und schloss die Augen. Dann spähte sie erneut um die Ecke. Noch immer standen die drei Lichtgestalten ungerührt dort oben.
    Was zur Hölle tat sie hier? Glaubte sie ernsthaft, sich hinter einem mit Moos bewachsenen Stück Holz verstecken zu können?
    Plötzlich flimmerte es vor ihren Augen und ein Stück seitwärts von ihr, die Landstraße herunter, traten weitere hell leuchtende Gestalten wie aus dem Nichts hervor. Sie materialisierten sich ganz einfach und setzten sich kurz darauf auch schon in Bewegung. Emilia zählte vier weitere Klingen, die sich erhaben aus der Dunkelheit abhoben.
    Na wunderbar! Das machte SIEBEN! …
    Heute Morgen hatte sie es mit fünf Engeln aufgenommen und es nicht geschafft sich gegen sie zu behaupten.
    Irgendeine Idee?, wandte sie sich an Dagons Gestalt, die sich vor ihrem inneren Auge abzeichnete und das Geschehen mit zunehmendem Interesse verfolgte. Doch außer einem süffisanten Grinsen, dem die Vorfreude auf den bevorstehenden Kampf zu entnehmen war, blieb seine Antwort aus.
    Sehr hilfreich!, kommentierte Emilia seine mangelnde Anteilnahme und fragte sich insgeheim, ob sie vielleicht bereits den Verstand verloren hatte, da sie sich mit derartigen Hirngespinsten abgab, statt sich auf das Hier und Jetzt zu konzentrieren.
    Fieberhaft ging sie ihre Möglichkeiten durch, als eine Stimme in ihren Geist drang. Fremd und eigenartig reihten sich die Silben aneinander, wie Perlen auf eine Schnur, und ergaben in ihrer Gesamtheit eine Sprache, die so alt und so mächtig war, wie die der Dämonen. Nur, dass diese hier in ihren Ohren auf andere Weise grausam und bedrohlich klang. Zu fein, zu hoch, zu melodisch, als spreche Gott der Allmächtige höchstpersönlich zu ihr.
    Die Worte drangen in sie ein und fügten sich zu einem Sinn zusammen, der die unmissverständliche Botschaft mit sich trug:
    Tritt aus den Schatten! Komm hervor und zeige dich!
    Emilia schüttelte ungewollt den Kopf. Sie konnte … nein sie wollte keine Konfrontation mit den Engeln. Nicht jetzt. Sie war noch nicht so weit!
    Lass ab von den finsteren Mächten … und kehre zurück zum Licht.
    Die Stimmen der Engel verschmolzen zu einer einzigen, während sie immer näher auf sie zukamen. Je mehr sich der Abstand verkürze umso beschwörender wurde der Kanon …
    Im Namen Gottes befehlen wir dir …
    Emilia stieß sich ab und trat hervor. Keine Sekunde länger würde sie sich dem Willen dieser göttlichen Wesen unterwerfen. Sich davon in Ketten legen lassen.
    „Nein!“, sagte sie mit fester Stimme und sah abwechselnd erst zu der einen Gruppe, die sich von der Straße aus näherte und dann zu der anderen, die sich nun den Abhang herunterbewegte, um sich mit ihren Kameraden zusammenzuschließen. „Ich nehme keine Befehle entgegen. Nicht mehr!“
    Im nächsten Moment riss sie die Hände hoch, woraufhin sich eine Feuerwand in Bewegung setzte und den Kriegern mit ungebremster Wucht entgegenflog. Emilia wartete nicht ab, um herauszufinden, ob ihr Angriff erfolgreich gewesen war. Stattdessen entfesselte sie eine Lawine, die den Abhang herunterkam und binnen weniger Augenblicke alles verschlang, was mit ihr in Berührung kam. Die Engel mussten ihre Formation aufgeben und flogen auseinander. Sie kamen jetzt von allen Seiten, zingelten sie ein. Grell leuchtende Blitze zuckten über ihre Schwerter. Strahlende Energie bündelte sich an den spitzen Klingen, bereit entfesselt zu werden.
    Etwas traf sie an der Schulter. Gellender Schmerz jagte durch ihren Körper, während sie das Gleichgewicht verlor und in die Knie sackte. Ein weiteres Geschoss schlug vor ihr im Boden ein und ließ ihr den zermatschten Schnee ins Gesicht spritzen.
    Ein Portal! Sie brauchte ein Portal …
    Doch sie hatte keine Chance. Die Angreifer waren bereits zu nah. Sie musste sich etwas anderes einfallen lassen. Bevor der nächste Treffer sie erwischen konnte, löste Emilia sich auf. Sie verschmolz mit den Schatten der Bäume, und ließ sich vom Wind in die Kronen hinauftragen. Ein flammendes Meer folgte ihr. Lichtblitze zuckte um sie herum.
    Sie flog höher. Dabei vergaß sie, dass sie ihre Deckung aufgab. Die Engel strömten auseinander, bildeten nun einen Kreis um sie, während sie Emilia nachjagten und ihr immer weiter nach oben folgten. Ihre Klingen loderten voller göttlicher Energie. Verzweifelt richtete Emilia ihren Blick in Richtung des Streifen Lichts, der sich am Himmel ausbreitete und den neuen Tag ankündigte.
    Zeit! Sie brauchte nur ein bisschen mehr Zeit … Was wäre, wenn …?
    Fest entschlossen fixierte sie die dunklen Wolken, die sich über dem Wald befanden und denen nach wie vor die Nacht anhaftete. Dann legte sie all ihre Konzentration auf die Morgenröte, welche sich über ihr abzeichnete.
    Die Zeit … sie ist nicht starr … sie ist … lediglich eine Dimension …
    Emilia spürte, wie sich ihre Kräfte wanden, doch dann beugten sie sich ihrem Willen. Raum und Zeit lösten sich auf. Ihr körperloses Sein verschwamm damit und es verbog sich das, was sie immer für real und unwiderruflich gehalten hatte. Der kontinuierliche Fortlauf der Dinge.
    Die Grenze zum Unmöglichen zerfiel und mit ihr schmolzen auch die Sekunden dahin, wurden formbar. Sie ließen sich unendlich in die Länge ziehen oder nach Belieben zum Stillstand bringen. Emilia sah die Zeit wie ein riesengroßes Uhrwerk vor sich, dessen Zahnräder sich neu anordneten und nun rückwärtsliefen. Erst langsam, dann immer schneller. Der Lichtstreifen am Horizont verdunkelte sich wieder, sie bewegte sich zurück in Richtung Erde, während die Engel ihr im Schnellrücklauf folgten. Das Geschehen verblasste zu einer Aufnahme, die sich nur noch betrachten ließ.
    Sie spürte den Widerstand, das Aufbegehren von der anderen Seite, welches jedoch mehr und mehr nachließ. Aber mit der erlöschenden Gegenwehr fühlte sie auch ihre eigenen Kräfte schwinden.
    Nur noch ein bisschen … Halt durch, Lia!
    Endlich verschwanden die Krieger in der Dunkelheit, aus der sie aufgetaucht waren. Am liebsten hätte sie auf der Stelle die Zeit wieder normal voranschreiten lassen, doch sie zwang sich dazu, weiterzumachen. Erst, als die Erschöpfung sie dazu zwang, in ihren Körper zurückzukehren, erlaubte sie den Sekunden im gewöhnlichen Takt voranzuschreiten.
    Zitternd brach sie zusammen. Ihr Sichtfeld verschwamm. Übelkeit legte sich über sie und das Ungeheuer in ihrem Inneren leckte erschöpft seine Wunden. Zumindest verspürte sie nicht den geringsten magischen Funken mehr in ihrem Leib. So also fühlte es sich an, wenn man über seine Grenzen ging, wenn man die eigenen Energiereserven aufbrauchte. Doch das furchtbare Gefühl von Schwäche verblasste neben dem, was sie soeben geschafft hatte.
    Sie hatte die Engel verschwinden lassen …
    Sie hatte die verdammte Zeit manipuliert!
    Wie in Dreiteufelsnamen war ihr das möglich gewesen? Wie?
    Ganz gleich wie du das gemacht hast. Sie werden wiederkommen!, rief sie sich in Erinnerung. Sie hatte sich lediglich einen Aufschub erschlichen. Sie musste hier fort … und zwar möglichst schnell!
    Fest schlang sie die Arme um ihren Oberkörper. Versuchte die Kälte zu vertreiben, die sich nun wieder in ihr einnistete. Der Schnee durchnässte ihre Hose und der Wind biss ihr mit eisiger Härte ins Gesicht.
    Aufstehen, Lia! Steh auf, verdammt!
    Langsam kam sie hoch. Blickte auf ihre Hände, von denen ein wundersamer Schein ausging. Die Adern, die sich zuvor noch dunkel von ihrer Haut abgehoben hatten, schienen nun von innen heraus zu leuchten. Als fließe flüssiges Gold durch sie hindurch.
    Vorsichtig strich Emilia mit dem Finger darüber. Doch kaum, dass sie ihre Haut berührte, verblasste der helle Schein und die tintenschwarzen Linien, traten wieder deutlicher hervor.
    Ein Gedanke huschte durch ihren Geist.
    Was, wenn es nicht nur Dagons Kräfte waren, derer sie sich bedienen konnte? Floss nicht in gleicher Weise auch etwas Göttliches durch ihre Adern? War es am Ende das, was die Engel befürchtet hatten? Dass sie keine Kontrolle mehr über sie hätten, weil sie ihnen überlegen wäre?
    Eine Gänsehaut zog sich über ihren Körper, die nicht von der Kälte herrührte.
    Sie würde es früher oder später herausfinden.
    Eher früher … dachte sie bei sich, während sie sich darauf besann, dass ihr noch etwas bevorstand. Etwas, das sie dazu zwang, an einen Ort zurückzukehren, den sie lieber bis in alle Ewigkeit gemieden hätte.
    Corderian.

  • Diesen Teil fand ich wieder sehr stark. Es ist nicht ganz leicht zu beschreiben warum. Aber Emilias neuen Fähigkeiten kommen sehr realistisch rüber und ich kann dem sehr gut folgen. Gleichzeitig ist das alles sehr überirdisch (darum erstaunt es mich, dass es dennoch so natürlich wirkt). Sie muss sich gegen Engel zur Wehr setzen und gleitet in eine andere Dimension, das ist eine tolle Idee, die mich richtig mitreißt. Natürlich frage ich mich die ganze Zeit, was ihr Ziel ist und vor allem, auf welcher Seite sie steht. Da sie sich hier klar gegen die Engel abgrenzt und in Gedanken Dagon als ihren "Lehrer" oder zumindest Begleiter sieht, zittere ich ziemlich davor, was sie als nächstes tun wird. Sie wird sicher einen guten Grund für ihr Verhalten haben (auch wenn ich den noch nicht erkenne). Ich finde es toll, dass sie hier so stark rüberkommt, dass sie zwar erst Anfängerin ist, aber dennoch glaubhaft recht zügig diese wirklich extremen Kräfte entwickelt (ich versuche sowas gerade selbst in meiner Geschichte, bekomme das aber keineswegs so gut hin). Sie bleibt hier ein Charakter, dem ich gerne und etwas atemlos folge und ich bin supergespannt, was als Nächstes kommt. Es ist romantechnisch auf jeden Fall ein geschickter Schachzug von dir, Emilia hier auf die dunkle Seite rüberzulenken. Das führt nämlich dazu, dass ich (im Gegensatz zum #TeamDagon) jetzt doch ziemlich Angst davor habe, sie kommt da nicht wieder weg. Übrigens würde ich echt gerne wissen, wo Elias steckt und ob er was tun kann. Ich schätze zwar, dem bleibt nicht viel zu tun übrig ... aber es würde mich tatsächlich interessieren. (Ja, irgendwie interessiert mich auch Dagon - aber vor dem habe ich auch Angst).

  • Liebe Rainbow

    Ein starker Abschnitt. Ich hatte allerdings etwas Schwierigkeiten dem Kampf zu folgen. Oder möchtest du es vage halten, das ginge natürlich auch.

    Spoiler anzeigen

    Im nächsten Moment riss sie die Hände hoch, woraufhin sich eine Feuerwand in Bewegung setzte und den Kriegern mit ungebremster Wucht entgegenflog.

    Das finde ich etwas distanziert: "woraufhin sich eine Feuerwand in Bewegung setzte und den Kriegern mit ungebremster Wucht entgegenflog. "

    Da kann man noch aktiver beschreiben.

    Emilia wartete nicht ab, um herauszufinden, ob ihr Angriff erfolgreich gewesen war. Stattdessen entfesselte sie eine Lawine, die den Abhang herunterkam und binnen weniger Augenblicke alles verschlang, was mit ihr in Berührung kam. Die Engel mussten ihre Formation aufgeben und flogen auseinander. Sie kamen jetzt von allen Seiten, zingelten sie ein. Grell leuchtende Blitze zuckten über ihre Schwerter. Strahlende Energie bündelte sich an den spitzen Klingen, bereit entfesselt zu werden.

    Vorschlag: Sie kamen jetzt von allen Seiten, umzingelten sie.

    Dem ist schwer zu folgen. Was genau passiert?

    Etwas traf sie an der Schulter. Gellender Schmerz jagte durch ihren Körper, während sie das Gleichgewicht verlor und in die Knie sackte. Ein weiteres Geschoss schlug vor ihr im Boden ein und ließ ihr den zermatschten Schnee ins Gesicht spritzen.

    Erst ist es „etwas“, dann ist es ein Geschoss. Genauer?

    Ein Portal! Sie brauchte ein Portal …

    Doch sie hatte keine Chance. Die Angreifer waren bereits zu nah. Sie musste sich etwas anderes einfallen lassen. Bevor der nächste Treffer sie erwischen konnte, löste Emilia sich auf. Sie verschmolz mit den Schatten der Bäume, und ließ sich vom Wind in die Kronen hinauftragen. Ein flammendes Meer folgte ihr. Lichtblitze zuckte um sie herum.

    Hat sie das flammende Meer entfesselt. Hat sie Kontrolle darüber, oder kommt es von den Engeln?

    Sie flog höher. Dabei vergaß sie, dass sie ihre Deckung aufgab. Die Engel strömten auseinander, bildeten nun einen Kreis um sie, während sie Emilia nachjagten und ihr immer weiter nach oben folgten.

    Ich dachte sie wäre bereits umzingelt?

  • Ich bin ein bisschen bei Sensenbach - ich denke man kann mehr aus dem Kampf rausholen, er ist so zwischen chaotisch und nah dran vs. man hat Uebersicht und bekommt mit was passiert erzaehlt - eine Entscheidung fuer eines davon waere vermutlich besser.

    Es ist - trotzdem - eine gute und starke Szene geworden - das ist also wirklich Kritik auf hohem Niveau.

    Emilia kommt ein bisschen Instant-Hero hier rueber - aber ich vertraue Dir mal dass Du das nicht leichtfertig machst und Dir auch was dazu ueberlegt hast:)

    Emilias Mund wurde staubtrocken.
    Drei Krieger des himmlischen Heeres! Wie bei allen Plagen der Unterwelt hatten die sie finden können? Es konnte wohl kaum ein Zufall sein, dass sie hier durch den Wald streiften.

    Das ist dramaturgisch ungeschickt gemacht - es kommt erst die langge Beschreibung was die Engel anheben - und dann, nachdem der Leser gut Zeit hatte - kommt Emilias Schock. Andersrum - erst der Schock, dann der zweite Blick und die Info ueber die Ausruestung - waere meines Erachtens wirkungsvoller.

  • Ganz lieben Dank, Sensenbach  @Kirisha und Thorsten für euer Feedback.

    Ehrlich gesagt hatte ich nicht mit so einer positiven Rückmeldung gerechnet. Ich war davon ausgegangen, ein paar mehr Federn lassen zu müssen :rofl:... abgesehen natürlich von der Kritik hinsichtlich der Kampfszene, die ich mir auch auf jeden Fall noch einmal ansehen werde.

    Nachdem ich mich nun noch einmal ausgiebig mit Etiam über das Konzept mit der "Zeitmanipulation" ausgetauscht habe, ist mir klar geworden, dass ich gar kein Konzept habe. :lol: Was natürlich schlecht ist. Inzwischen bin ich aber der festen Überzeugung, dass ich diese besondere Fähigkeit von Emilia (wenn ich mich dazu entscheide, daran festzuhalten) zumindest besser in den Kontext einbinden und ihr eine tiefere Bedeutung geben muss. Dazu gehören Fragen wie: Warum kann sie das? Auf welche Macht ist es zurückzuführen (die der Dämonen oder auf die des himmlischen Feuers) oder resultiert sie womöglich aus dem Zusammenspiel beider Mächte? Welche Bedeutung wird dieser Fähigkeit im weiteren Verlauf zukommen und wird sie am Ende entscheidend sein für den Ausgang des Krieges? Gibt es eine Hintergrundgeschichte im Bezug auf die Manipulation der Zeit? Zum Beispiel in Anlehnung an die Schöpfungsgeschichte oder bezunehmend auf die Prophezeiung, die ja bereits erwöhnt worden war? Da verbergen sich, ziemlich viele Möglichkeiten.

    Ich glaube inzwischen, das Thema könnte ganz spannend werden und ich habe gerade voll Lust, mich damit näher zu beschäftigen und das auszuarbeiten.

    Ganz lieben Dank deshalb noch einmal an Etiam für den Austausch und das Brainstormen :danke: