Carnovan Bd.I
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Zum Geleit
Manche Leute glauben, dass der Text im Buch des Schicksals von der ersten bis zur letzten Seite bereits geschrieben ist. Unabänderlich.
Was für eine deprimierende Aussicht. Nichts, was man tut, ist mehr, als das sklavische Nachspielen eines Drehbuchs.
Ich denke, hoffe sogar, dass der Text in jenem allumfassenden Buch, immer genau zu dem Zeitpunkt entsteht, in dem das Individuum ihn durch seine Gedanken, Handlungen, Gefühle und Absichten schreibt. Natürlich wird das Ganze so zu einem undurchschaubaren und komplexen Text. Kurze Sätze, die übereinander geschrieben wurden, die sich manchmal gegenseitig sogar fast auslöschen, werden abgelöst von langen Passagen, in denen kein bewusster Wille dem Text Pointen und Wendungen verleiht.
Vielleicht gibt es sogar nicht einmal das eine Buch des Schicksals, sondern es sind unendlich viele, die zugleich entstehen und erst die Zeit vereint sie zu einem großen Gesamtwerk.
Ich habe oft das Bild eines antiken Schreibers in griechischer Toga vor mir, der mit Federkiel und magischer Tinte das niederschreibt, was er gerade sieht und in dem Moment wird das, was sein könnte, also seine Version davon, zur Realität. Der Live-Reporter des Schicksals, wenn man so will.
Und dann lächle ich bei dem Gedanken daran, dass jener Schreiber ich sein könnte, der sein eigenes Leben kommentiert.
Ziemlich egozentrisch? Ja, durchaus.
Aber den Verdacht eines zu kleinen Egos hat man mir gegenüber auch noch nie geäußert.Kapitel 1
Man sollte meinen, Magier hätten es leicht. Sie schnipsen einfach mit den Fingern und die Realität springt durch den brennenden Reifen.
Dazu habe ich zwei Dinge zu sagen.
Erstens, ist die Realität ein störrisches Biest, sogar eine bissige Bestie, wenn man sie zu sehr reizt.
Und Zweitens, fast noch wichtiger, wenn es so einfach wäre, würde es ja jeder machen.
Oh, es gab schon viele, die es einmal versuchten.
Einmal.
Mit wachsendem Unmut ducke ich mich hinter der Theke des Diners und zucke bei jedem Jaulen eines Querschlägers zusammen, der mir dennoch viel zu nahe kommt.
Dabei schießen diese Irren gar nicht auf mich. Im Gegenteil, versuchen die etwa ein Dutzend Schützen draußen, mehr oder weniger, und ein paar Cops hier im Diner, sich gegenseitig umzubringen. Mit absehbarem Erfolg, wie ich hinzufügen möchte, zumindest wenn man die Munition rechnet, die sie freigiebig überall hin verballern.
Mit meinem konservativ eleganten Zwirn kann man mich gar nicht mit einem der Polizisten verwechseln, was die Schützen von der Straße freilich nicht davon abhält, immer mal wieder einen Feuerstoß in meine Richtung abzugeben, wenn ich meine Nase zu weit aus meinem Versteck strecke.
Gerade pfeift ein Schuss knapp an meinem Ohr vorbei und ich kann den Schützen sehen, wie er sich schnell um die Ecke eines schwarzen Lieferwagens verzieht, als die Cops ihn mit Sperrfeuer zurücktreiben.
Die Fenster des Diners bestehen inzwischen nur noch aus vereinzelten Glasteilen, die sich tapfer am Rahmen festklammern und die automatischen Feuerstöße erinnern mich an schlimme Zeiten in schlimmen Gegenden.
Da wir gegen Abend haben und hier drin so gut wie jeder mit Marke und Pistole bewaffnet ist, scheint das Diner ein Feierabend oder Schichtwechseltreffpunkt der örtlichen Freunde und Helfer zu sein. Mit ihren Handfeuerwaffen und der zur Neige gehenden Munition, sieht es für uns nicht gerade rosig aus. Da bisher noch kein Polizist, absichtlich oder versehentlich, in meine Richtung geschossen hat, gestehe ich ihnen großmütig zu, dass sie zu meiner Fraktion gehören. Zwei Cops liegen reglos zwischen den Tischen und unter ihnen sammeln sich rote Pfützen an. Zwei weitere sind verletzt und wenn man ihnen nicht schnell hilft, gesellen sie sich bald zu ihren verstorbenen Kollegen. Ich kann der Polizei auch gar nicht böse sein, denn dieses Viertel, mein Viertel, ist normalerweise ruhig. Kein Grund für die normalen Cops, hier mit einem Krieg zu rechnen. Die ahnden Falschparker, Raser oder zwielichtige Kräuterhändler in den Parks, aber für einen Bürgerkrieg haben sie sich ganz bestimmt nicht gemeldet. Diese Art von Typ geht zur Army.
Andererseits war ich eine ganze Weile weg. Wie lange genau, muss ich noch herausfinden. Ich bin ja gerade erst wieder angekommen und wollte mir ein typisch ungesundes Essen als kleines Willkommen gönnen. Fettige Burger, salzige Pommes und eine total überzuckerte Coffeinlimonade. Das ganze Paket. Zumindest für einen Moment, hatte ich die Illusion einer friedvollen Fressorgie.
Aber das bringt mich auf eine Idee, wie ich die bösen Jungs - machen wir uns nichts vor, es sind ziemlich sicher hauptsächlich Männer und so gut wie keine Frauen - dazu bringen könnte, die Kurve zu kratzen.
Also schnipse ich mit dem Finger. Doch, ehrlich. Für akustische Illusionen ist das meine bevorzugte Geste. Es ginge natürlich auch ohne, ich bin ja kein Druide, Hexer, Schamane oder eine andere Art von DIY-Amateur. Ich habe eine profunde Ausbildung. Aber auch ein Magier darf das, was er tut, mit seinem eigenen Sinn für Style oder Humor tun.
Vom Ende der Main Street her sind nun Sirenen zu hören. Ich konzentriere mich etwas mehr und man kann schließlich drei verschiedene Sirenen unterscheiden, die sich mit überlappendem und zunehmendem Jaulen des Dopplereffekts nähern.
Nun bin ich gespannt, wie wild die Typen sind, sich zusätzlich noch mit der Verstärkung anzulegen. Ich schätze die Chance dafür, irgendwo zwischen sehr wenig Teufel-Ja-Sicher und ganz viel Scheiße-Nicht-Heute ein.
Ich behalte recht. Noch ein paar Salven, um den Rückzug zu decken und ich höre durchdrehende Reifen, als die Angreifer mit militärischer Präzision abrücken. Das würde ich im Hinterkopf behalten.
Die Cops erheben sich langsam aus ihrer Deckung und einige laufen auf die Straße, um ihre vermeintlichen Kollegen auf die Flüchtenden zu hetzen. Wenn die Lage nicht so verdammt ernst wäre, würde ich ja über die fassungslosen Gesichter schmunzeln, als die Sirenen der offenbar unsichtbaren Fahrzeuge über sie hinwegrauschen und den flüchtenden Fahrzeugen noch bis zur Kreuzung nachfolgen, nur um dann schlagartig zu verstummen.
Es ging mir nur darum, die Mörderbande zu verjagen, kein Grund noch mehr Kraft in die Illusion zu stecken. Denn mit jeder vergehenden Sekunde, mit jedem Bewusstsein, was sich fragt, WTF?!, beginnt die Realität, sich gegen mich aufzubäumen.
Eine Illusion bei einer ganzen Bühnenshow vor fünfhundert Zuschauern, die das erwarten und darüber staunen wollen und gar nicht so genau wissen wollen, was der Trick ist? Kein Problem. Eine zehnsekündige Illusion gegenüber nur einem einzigen skeptischen Zweifler, gar nicht lustig. Die hohe Kunst ist, den Mittelweg zu finden.
Es wäre natürlich viel einfacher, wenn jeder wissen würde, dass Magie echt ist, als nur ein weiterer Farbton der bunten Welt, in der wir hier leben dürfen. Aber das ist aus verschiedenen Gründen nicht der Fall. Vielleicht sollte ich sagen, noch nicht. Solange es sich aber nicht ändert, muss man kreativ sein, oder man landet auf Scheiterhaufen, in Irrenanstalten oder in Einrichtungen, die es offiziell gar nicht gibt.
Ich schicke mich an, den verschreckten Zivilisten zu spielen und mich, scheinbar fertig mit den Nerven abzusetzen, aber seien wir mal ehrlich: Die Rolle nimmt mir niemand ab, der mich auch nur kurz kennt. Also mache ich das Nächstbeste und bitte Mildred, die Bedienung, die neben mir hinter der Theke Schutz gesucht hat, den Erste Hilfe Kasten zu bringen. Mit einem fragenden Blick hole ich mir die Erlaubnis ein, die Flasche Tequila unter Theke, sicher nur zum Privatverzehr gedacht, und alles an Servietten, was ich tragen kann, mitzunehmen.
Neben dem ersten verletzten Cop, genauer, einer Polizistin, knie ich mich hin: »Miss, wenn Sie gestatten, werde ich mich um Ihre Verletzungen kümmern.«
Die blonde Polizistin ist in Uniform, wie die meisten ihrer Kollegen und ihre Balken oder Streifen, ich habe mich nie wirklich für so etwas interessiert, scheinen mir etwas zahlreicher zu sein, als bei dem Cop bei ihr, der seine Hände auf ihre Schusswunden drückt. Ich registriere, dass er weniger Rangabzeichen hat, obwohl er deutlich älter ist, oder vielleicht ist in diesem Fall weniger mehr? Er mustert mich mit erfahrenen Augen und als sich unsre Blicke treffen, meine ich, ein Erkennen zu bemerken.
»Sind Sie Arzt?« Die Polizistin schaut mich hoffnungsvoll mit ihren bemerkenswert blauen Augen an. Sie sieht jung aus, wobei ich ganz schlecht im Alter schätzen bin. Wenn im eigenen Dasein aus Jahrzehnten schließlich Jahrhunderte werden, verlernt man so Manches, was man gemeinhin für selbstverständlich hält.
Ich zögere kurz. Bin ich Arzt? In dem Sinn, wie sie es versteht, ganz sicher nicht. Ihren Blinddarm entfernen oder eine neue Niere implantieren oder das richtige Medikament gegen Morgenübelkeit, damit kann ich nicht dienen. Aber ich kann Lebewesen heilen. Oder vernichten. Diese Münze hat zwei Seiten und ich kenne beide gut.
Bevor ich eine ausweichende Antwort geben kann, dreistes Lügen ist mir zuwider, antwortet ihr älterer Kollege für mich. »Jen, ich meine, Lieutenant. Du bist in guten Händen. Ich kenne ihn. Auch wenn ich damals viel jünger war und er … keinen Tag gealtert scheint.
Ich mustere ihn nun genauer. Dieser Blick, diese Art, wie sich seine Oberlippe verschiebt, als ob sein Gesicht sich nicht entscheiden kann, ob es grinsen oder schmollen soll. Oh, ich weiß! Der junge Johnny. Wollte der nicht zur Feuerwehr oder Astronaut werden?
»Little Johnny Mitchell, stimmt‘s?«, meine ich halb ratend. Mitchell, Satchel oder Hatchet, irgend sowas war es doch.
»Miskel, Sir. Das konnten Sie sich noch nie merken. Aber heute John, vielmehr Sergeant Miskel. Obwohl, Sie dürfen mich gerne John nennen.«
Die Augen der blonden Lieutenant verfolgen unsren kurzen Dialog mit Interesse und für einen kurzen Moment vergisst sie sogar ihre Schmerzen, bis diese sich mit Macht zurückmelden. Ich sehe, wie sie sich versteift und ihre Augen immer glasiger werden.
»John, nimm Deine Hände weg und hilf mir, ihre Uniform aufzuschneiden. Dann müssen wir das Blut, so gut es geht wegwischen. Ich muss ihre Verletzungen genau sehen können. Nimm von dem Tequila, um die Ränder der Wunden zu säubern.«
Es gesellen sich zwei weitere Cops zu uns. Einer reicht uns den Erstehilfekasten von Mildred weiter. Dort haben wir eine Schere und ein steriles Skalpell, Desinfektionsmittel und Watte, was uns beim Säubern der Wundränder gute Dienste leistet.
John stellt keine unnötigen Fragen und gemeinsam machen wir uns Werk. Er macht das nicht zum ersten Mal, das sehe ich sofort. Es ist die Art des Zögerns oder der Entschlossenheit, an der man erkennt, ob jemand schon einmal eine Kampfwunde versorgen musste.
Als ich schließlich das ganze Ausmaß der Verletzungen ausmache, atme ich tief durch. Ersthelfermaßnahmen bis die Paramedics eintreffen, werden zu wenig sein. Schusswunden durch Kugeln sind zwar nicht ganz mein Fachgebiet, aber ob ein Bolzen oder eine Kugel eine Lunge durchschlägt und dabei eine der Hauptadern erwischt, ist vermutlich kein allzu großer Unterschied. Aber noch einmal, ich bin Heiler, kein Arzt, und schon gar kein Chirurg, also, was weiß ich schon? Aber ich sehe an ihrer schnell verblassenden Aura, dass die blonde Frau vielleicht noch zehn Minuten hat.
Ich schaue fragend auf. »Wie lange, bis zum Eintreffen des Notarztes?«
Der Cop, der uns die Notfallbox gereicht hat und uns nun wie eine Art Wache abschirmt, schüttelt bedauernd den Kopf. »Es gab eine Explosion am Stadion. Eine Gasleitung, heißt es. Viele Verletzte. Die meisten Krankenwägen und Kollegen waren dorthin unterwegs. Es kommt Hilfe, aber es wird noch dauern.«
John schaut mich an, ich schaue ihn an. Ich sehe, dass er sieht, was ich sehe.
»Bitte, Sir.« Sehr leise raunt er mir zu: »Sie können Sie retten. Ich erinnere mich noch gut an die alten Geschichten von Granny.«
Ich verenge meine Augen.
»Bitte. Sie ist wichtig. Für diese Stadt. Dafür, dass es nicht noch Schlimmer wird.«
Noch schlimmer, soso. Wie es aussieht, war ich nicht nur lange weg, sondern zu lange.
So sehr ich mich auf Ruhe und Frieden gefreut habe, so wenig werde ich das wohl so einfach bekommen. Aber nichts, was wirklich von Wert ist, ist jemals so einfach.
»Gut.« Johns Schultern sinken erleichtert. Ich wette, er war bereit, mich notfalls zu packen und zu zwingen, seine Bosslady zu retten. Ein fruchtloser Versuch, sicher, aber der Gedanke zählt.
»John, lenk Deinen Kollegen ab und tu alles, dass ich etwa fünf Minuten unbeobachtet arbeiten kann. Keine Ablenkungen, keine Gaffer und schon gar niemand, der mir in die Parade fährt. Wir haben nur einen Versuch.«
John steht auf und nimmt seinen Kollegen am Arm. Er befiehlt ihm irgendetwas und einigen anderen in der Nähe ebenfalls. Die Gegend sichern, Anwohner beruhigen, nach der Verstärkung Ausschau halten, alles in der Art. Ich höre mit halbem Ohr hin und das solange, bis ich sicher bin, dass es nur noch meine blonde Patientin und mich in dieser kleinen Blase der Wirklichkeit gibt.
Ich lege meine rechte Hand auf ihr Herz und die linke auf ihre Stirn. Wenn ich heile, muss ich Geist und Körper zugleich heilen. Diesen Unsinn, dass beides unabhängig voneinander besteht, glauben offenbar nicht einmal mehr die hiesigen Mediziner, auch wenn die Medizin hierzulande mehr Klassen hat, als eine durchschnittliche High-School. Zudem muss die blonde Frau spüren, wie sie heilt, es erkennen und annehmen. Es ist ein Prozess, so gar nicht ein Fingerschnipsen und ab die Post. Es geht nicht darum etwas, zu faken, wie man neuerdings wohl sagt. Würde sie zu einem bestimmten Zeitpunkt ernsthaft an ihrer Heilung zweifeln, die Katastrophe wäre kaum abzuwenden.
Sicher, man kann mit Magie jemandes Körper ohne dessen Einwilligung verändern. Das ist extrem schmerzhaft, sowohl für den Magiewirker als auch sein Opfer, denn genau das ist es dann. Ein Opfer. Es wäre nichts weniger als Folter und Vergewaltigung. Der Körper mag hinterher intakt sein, aber der Geist mit Sicherheit nicht.
»Jen? Das ist doch ihr Name?« Ich beginne im Geist die Matrix zusammenzusetzen, die ihre Selbstheilungskräfte aktiviert. In der Literatur wird gerne von magischen Formeln gesprochen. Gemeint ist dabei meist, ein nettes, sich reimendes Sprüchlein, das brav aufgesagt wird. Ich würde eher meinen, es hat etwas mit hoher Mathematik, bildender Kunst und Willen zu tun. Vor allem Willen. Mein eigener Meister nannte es bei mir damals zwar Sturheit besiegt Talentlosigkeit, aber er war ohnehin nicht gerade ein einfühlsamer Pädagoge und schon gar kein Menschenfreund. Für einen Zwerg wäre das vermutlich auch zu viel verlangt.
»Jennifer. Jen«, stellt sie sich nahezu stimmlos vor, aber ich kann es an ihren Lippen ablesen. Sie versucht ein tapferes Lächeln, aber ihr Atem geht rasselnd und es muss ihr vorkommen, als ob sie Wasser atmet.
»Carnovan«, stelle ich mich vor. »Zu Ihren Diensten. Ich werde Ihnen jetzt helfen, sich selbst zu helfen. Aber sie müssen mitmachen, denn Ihre Verletzungen sind schwer.«
»Wie?« Ihre Augenlieder beginnen zu flattern. Ich verliere sie jeden Moment.
»Glauben sie daran, dass ihre Schmerzen weniger werden. Spüren Sie es. Ihr Atem geht leichter, der Druck auf der Brust lässt nach. Genau jetzt!«
Für einen Moment fühle ich ihren Widerstand, ihre Skepsis. Es steht auf Messers Schneide.
»Arbeiten Sie mit mir, Jen. Öffnen sie ihre wunderschönen blauen Augen. Sehen sie mich an. Vertrauen Sie mir.«
Sie kämpft, öffnet ihre Augen. Unsre Blicke treffen sich, verschränken sich. Ich hypnotisiere sie nicht wirklich. Aber ich strahle aktiv maximale Zuversicht aus. Diesen Kniff wende ich schon so lange an, dass er ein Teil von mir geworden ist. Nicht wirklich eine Täuschung. Überzeugung. Ich weiß, wie gut ich bin. Und ich bin in manchen Dingen wirklich, wirklich gut, vielleicht sogar der Beste. Es ist nur Eitelkeit, wenn man sich etwas darauf einbildet. Aber es ist mein Wille und der schafft Fakten. Ich kann, nein, ich werde sie heilen.
Ich fühle, wie sie sich entspannt. Sie lässt zu, dass meine Energie sich in ihr ausbreitet, als Supertreibstoff, den ihr Körper nutzen kann. Die leichte Verwunderung, dass es ihr tatsächlich mit jedem Atemzug besser geht, ist ganz normal. Damit kann ich umgehen. Dass die beiden Kugeln, die nicht wieder ausgetreten sind, durch das Heilfleisch wie Fremdkörper hinaus gedrückt werden hingegen, lässt die Realität wütend knurren. Ich knurre zurück. Noch ein wenig mehr. Durchhalten. Daran glauben. Nein, es wissen!
Schließlich ist es geschafft. Ganz wiederhergestellt ist nicht, im Gegenteil, ihre Verletzungen sind immer noch schwer. Es wäre auch nicht zu erklären, wäre es anders. Es gibt nur einen gewissen Spielraum an Manipulation, den die Wirklichkeit einräumt, und den haben wir gerade noch innerhalb der Toleranzgrenzen ausgereizt. Gut, dass meine Patientin sofort mitgespielt hat. Unerwartet gut sogar.
Ich entferne die rechte Hand von ihrem Herzen, schließe erleichtert die Augen und will die Linke von ihrer Stirn nehmen, fühle aber, wie ihre Finger meine ergreifen.
»Magie, oder? Das war echte Magie?« Sie fragt zum Glück so leise, dass es sonst keiner mitbekommt.
Ich öffne, die Augen, lächle, als ich ihre blauen Augen vergnügt funkeln sehe, als ob sie etwas bestätigt bekommen hätte, was sie immer vermutet hatte.
»Ja, ein Aspekt davon.« Ich will zurückweichen, denn ihre andere Hand geht zu meinem Gesicht und streicht an meiner Nase entlang. Ihre Fingerspitzen sind rot, als sie ihre Hand zurückzieht. »Du blutest.«
Das erklärt meine schlagartig einsetzende Erschöpfung und die bohrenden Kopfschmerzen. Aber es war nicht die Heilung. Die lief besser als erwartet. Es war meine Illusionssirene. Ich hätte sie einfach nicht quer durch eine Menge Cops jagen dürfen, die sich berechtigter Weise immer noch fragen, wo zur Hölle, die dazu gehörenden Fahrzeuge geblieben sind.
Die Bestie der Realität hat schließlich zugebissen. Nur ein bisschen, zum Glück. Eine ernste Verwarnung. Vielleicht sogar eine gelbe Karte. Ich werde die nächste Zeit und bei den heute Anwesenden zurückhaltend sein müssen, sonst könnte ich mir durchaus einen länger währenden Platzverweis einfangen. Das ist gar nicht lustig. Ich weiß, wovon ich rede.
»Du findest meine Augen also schön?« Ihre Stimme reißt mich aus dem Grübeln und trotz des Bedürfnisses, mich jetzt sofort in eine dunkle, sichere Höhle zurückzuziehen, muss ich grinsen. -
Dank meiner täglichen Reise mit der Bahn, konnte ich deine Geschichte schon lesen und versuche mich jetzt an einer Kritik.
Positiv bewerte ich das angedachte Cover. Klassisch, ohne dramatische Zeichnungen, die oft mehr versprechen als halten. Die Farbgestaltung mit dem Kupferstich wirkt edel. Allein das wäre für mich ein Grund, das Buch im Laden in die Hand zu nehmen.
Die Figur Carnovan spricht mich sofort an. Ich mag zynische Charaktere, die dennoch keine Menschenfeinde sind. Dazu eine Brise Humor und schon passt es.
Die Story beginnt mitten im Geschehen, also keine Zeit großartig nachzudenken, was baut sich hier auf. Damit bleibt man sofort dran, bis die erste Atempause kommt. Da dieser erste Abschnitt in der Neuzeit spielt, die Hauptfigur jedoch wesentlich älter ist, stellt sich die Frage, wird es einen Wechsel in den Timeframes geben oder nicht. Spannende Aussichten.
Eine kurze, stilistische Kritik möchte ich auch anbringen. Dazu habe ich einen kleine Abschnitt zitiert.
Ich höre nur mit halbem Ohr hin und das auch nur, bis ich sicher bin, dass es nur noch meine blonde Patientin und mich in dieser kleinen Blase der Wirklichkeit gibt.
Hier sieht man, daß innerhalb eines Satzes das Wort "nur" dreimal verwendet wird. Ich kenne diese Problematik von meinen eigenen Texten. Bei mir sind es die Wörter "sich" und "nicht". Man kann einen Text ja auf Häufigkeit von Wörtern prüfen lassen. Und aus eigener Erfahrung sollten Wörter wie nur, auch oder noch ohnehin spärlich verwendet werden.
Mein Fazit: Ich warte gespannt auf den nächsten Teil, da das Thema viel Potential bietet.
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Kapitel 2
Immerhin, mein Domizil steht noch.
Manche würden wohl denken, der Südstaatenstiel wäre inzwischen etwas prätentiös, angeberisch, sogar protzig. Das mag wohl sein, aber als ich es damals errichten ließ, hat man als Mitglied meiner Schicht nun einmal so gebaut.
Ich sehe, dass die zum Grundstück gehörenden Felder bestellt werden, also scheint zumindest da der Pachtvertrag weitergelaufen. Der Kanzlei Stanley&Sons wird auch genug dafür bezahlt, dass sie sich um die Verwaltung kümmert. Das Haus selbst sieht von außen auch nicht verkommen aus, auch wenn die weiße Farbe durchaus einen neuen Anstrich vertragen könnte. Aber der Garten erscheint eher wie ein Naturschutzgebiet als ein Platz, zum gediegenen Parlieren und Lustwandeln.
Das werde ich auf jeden Fall mit gebotener Strenge anmerken müssen.
Das Metalltor mit meinem Wappen, der Turm eines Magus in den Wolken, ist noch wie an dem Tag, als ich es höchstpersönlich entworfen und angebracht habe. Zufrieden bemerke ich die Aura des Schutzzaubers, der davon ausgeht. Sie ist kaum schwächer geworden. Ein Zeichen, dass der Zauber überaus solide gewirkt wurde – selbstredend! - oder er kaum in Anspruch genommen wird. Angesichts des offensichtlichen Mangels an frei praktizierter Magie, keine echte Überraschung.
Das Tor selbst zeigt allerdings ernste Spuren von Verwitterung und Grünbefall.
Hinter den hohen Büschen, den wild gewachsenen Bäumen und den überwucherten Wegen, wirkt mein Heim in der mittlerweile aufziehenden Dunkelheit vielleicht sogar wie ein Spukhaus.
Ich öffne das Tor und muss die Schulter einsetzen, um es über den Boden zu schieben. Bewuchs mit tiefen Wurzeln krallt sich am Tor fest und ich muss es Stück um Stück nach innen zwingen, bis ich einen Spalt geschaffen habe, durch den ich durchschlüpfe.
Auf meinem Grund und Boden atme ich durch.
Heimaterde.
Die Energiespeicher des Hauses sind zum Bersten voll und wie eine wohlig kühle Brise an einem schwülen Sommerabend, erfrischt mich der Manafluss. Meine Erschöpfung verschwindet, als wäre sie nie da gewesen. Ich kämpfe automatisch gegen die Euphorie, die sich oft als Machttrunkenheit übermütig auswirkt. Aber ich bin kein junger Adept mehr, der sich und der Welt in seinem Überschwang nach der Art präsentieren muss:
Und nun sollen dienend Geister
Wohl nach meinem Willen leben.
Meine Wort’ und Werke
Kenn ich und den Brauch,
Und mit Willensstärke
Wirk‘ ich Wunder auch.
Frei nach einem großen deutschen Kundigen, der seine Erfahrungen aus der Lehrlingszeit, schön versteckt vor allen Augen, in seiner Poesie verarbeitet hat.Trotzdem würde mir ein zufälliger Beobachter ansehen, wie die Last vieler schwerer Monate, wenn nicht Jahre, von den Schultern genommen wird. Lästige, schlecht verheilte Verletzungen verschwinden und die dunklen Schatten des Erlebten, die wie lauernde Schakale um die Mauern meines Unterbewusstseins herumschlichen, fliehen panisch vor dem Licht, in dem meine innere Festung aufs Neue erstrahlt.
Ein letzter Salut, eine letzte Erinnerung an die Familie, Freunde und Kameraden, die ich verlor und ich schließe dieses Kapitel meines Lebens und beginne ein Neues.
Das mag herzlos sein, aber mit der vorigen Welt, muss ich auch sie zurücklassen. Wesen wie ich, müssen von Zeit zu Zeit die Brücken hinter sich abbrechen. Sonst werden wir von all dem eingeholt, was sich zwangsläufig ansammelt.Ich gehe beschwingt durch den verwilderten Garten, die Treppe hinauf, die schon lange nicht mehr gefegt wurde. Als ich meine Hand hebe, um nach der Eingangstür zu greifen, öffnet diese sich und zwei jungen Menschen, Kinder, sehen mich mit großen Augen an.
Das Mädchen, ich schätze sie auf vielleicht Zwölf, schiebt einen aschblonden Jungen, vermutlich etwas jünger, mit entschiedener Bewegung, schützend hinter sich.
Ihr rostrotes Haar steht wild in alle Richtungen und ihre grauen Augen verengen sich zu alarmierten Schlitzen. Sie reckt ihr Kinn entschlossen vor, eine Hand verschwindet in der Beuteltasche ihres ausgewaschenen Kapuzenwams und ballt sich dort zur Faust. Ich vermute ein Messer oder etwas ähnlich Kleines. Nichts, worüber ich besorgt bin.
»Lassen Sie uns in Ruhe. Wir haben niemand etwas getan. Und hier will ja sowieso sonst niemand wohnen.«
Ich stutze und muss lächeln. Was die beiden nicht sehen, ist die transparente Gestallt, die sich hinter ihnen manifestiert. Aeolfred, der Dschinn, Wächter meines Haus und meiner Geheimnisse, ist nach wie vor auf seinem Posten. Anders als die meisten meiner Standeskollegen, habe ich keine Wesen, die durch magische Bande in meine Dienste gezwungen sind. Ich habe Freunde, bisweilen Angestellte, meistens Partner. Vor- wie auch Nachteil dieses Arrangement ist, dass meine Anweisungen bei Bedarf neu interpretiert oder gar ignoriert werden. Ich schätze jedoch diese Flexibilität und Loyalität weitaus höher ein, als das sklavische Befolgen meiner Regeln. Was die Allermeisten nie verstehen, sehr zu meiner Betrübnis, ist, dass wahre Macht nur geteilt von Dauer sein kann. Auf einen Punkt konzentriert mag sie heller brennen, aber sie verzehrt sich dann selbst ebenso schnell.
Wenn mein alter Freund also zugelassen hat, dass diese Kinder, mein, nein, unser gemeinsames Heim benutzen, bin ich mir recht sicher, dass ich seine Überlegungen vollumfänglich gutheiße.
»Junge Dame«, antworte ich daher in meinem freundlichsten Tonfall, »Es liegt mir fern, Ihnen und Ihrem Kameraden ein Leid zuzufügen, aber Sie irren sich offensichtlich in zweierlei Hinsicht. Zum Einen wohnen Sie ja hier, und es scheint mir, dass das nicht gegen ihren Willen geschieht, zum Anderen ist dies hier auch mein Heim und ich gedenke, es wieder zu beziehen.«
Sie wird einige Nuancen bleicher und der Junge hinter ihr wirft mir einen entmutigten Blick zu.
Die Schultern des Mädchen sinken herab und ihre Faust lockert sich in ihrer Tasche.
»Gut«, seufzt sie. »Dürfen wir noch unsre Sachen holen?«
Ich lächle weiterhin. »Natürlich, doch darf ich fragen wozu?«
Sie will sich schon wegdrehen, als sie den Sinn meiner Worte erfasst. »Sie werfen uns doch sicher raus, oder nicht?« Ein misstrauischer Blick trifft mich und ihre Hand wandert wieder zu der vermeintlichen Waffe in ihrer Tasche.
»Bislang sehe ich weder die Notwendigkeit noch einen guten Grund dafür. Das Haus ist groß und hat weitaus mehr Zimmer, als eine einzelne Person benötigt. Und offensichtlich haben Sie mein Heim, in meiner nicht unbeträchtlich langen Abwesenheit, zu dem Ihrem gemacht. Die Vernunft gebietet es, bevor wir überstürzte Maßnahmen ergreifen, dass wir sehen, ob wir nicht unser Heim zu unserem gemeinsamen gegenseitigen Nutzen bewohnen können. Sollten sich dahingehend unüberbrückbare Differenzen ergeben, können wir fürderhin weitere Schritte ins Auge fassen.«
Für einen Moment frage ich mich, ob ich mich vielleicht nicht klar genug ausgedrückt habe. Die Sprache seit meinem letzten Aufenthalt hat sich erwartungsgemäß weiterentwickelt und gerade die junge Generation ist zu allen Zeiten bekannt dafür, ihren eigenen Code zu elaborieren.
»Sie sagen, wir dürfen bleiben?« Die junge Dame bringt es weitaus besser auf den Punkt, als ich es konnte. Ich bin oft so sehr auf die Präzision meiner Argumente bedacht, dass ich bisweilen ihre Kernaussage verwässere. Daher nicke ich respektvoll.
»Ja, junge Dame, das ist wahrlich die Quintessenz meiner übertrieben langen Rede.«
Sie wirft mir noch einen misstrauischen Blick zu, doch ich bemühe mich, aktiv friedfertig gastfreundlich zu sein. Natürlich ist auch dies keine Hypnose, lediglich die Übermittlung meines Willens.
Nicht mehr ganz so misstrauisch, lockert sich ihre Haltung und auch der Junge entspannt sich sichtlich. »Danke, schätze ich. Aber warum reden Sie so geschwollen daher. Sie klingen ja wie ein Shakespeare-Typ aus den Britischen Podcasts.«
Ich bin mir nicht sicher, ob nun ich verstehe, was genau sie meint. Diese Britischen Schalen-Zauber nach der Shakespeare-Tradition sind mir bislang jedenfalls nicht geläufig. Womöglich hat die Magie-Kunst in meiner Abwesenheit doch zu neuer Blüte gefunden?
Sie gibt mir den Weg frei und ich betrete die Vorhalle, die anders als der Garten, in einem vorzeigbaren Zustand ist. Zwar liegen hier und da diverse Kleidungsstücke und Kartons mit … Dingen … herum und ein Turm flacher Schachteln mit der Aufschrift Joe‘s Pizza Factory stapelt sich angelehnt an die Statue meines geschätzten Freundes und Kollegen Isaac Newton, die schon immer das wuchtige Zentrum der Vorhalle einnahm. Aber alles in allem wirkt es nicht verwahrlost, nur … sehr bewohnt.Im Erdgeschoss hat sich offenbar das ganze Leben der beiden Kinde abgespielt. Die Küche zeugt von einigen Kochversuchen, immerhin scheinen Wasser und Gas weiterhin verfügbar. Strom hingegen muss ich erst wieder beantragen, hier haben meine anwaltlichen Verwalter wohl gedacht, da könnten sie einsparen. Der kleine Tafelraum neben der Küche, sonst der Aufenthaltsraum für das Personal, aber auch mich, wenn es keinen Anlass für den Saal oben gibt, ist zum Schlaf/Wohnraum umfunktioniert worden. Auf den beiden Chaiselongues liegen nun Decken verschiedenster Machart und muss ich erinnerungsschwanger lächeln, dass dort auch ein paar zu finden sind, die ich von meinen Reisen mitgebracht habe. Die Hopi-Decke, der elfische Bausch, die goldene Schafsfelldecke meiner griechischen Mentorin, die das Ding loshaben wollte, nachdem es so viel Unfrieden gestiftet hatte. Sogar dann hatte mir eine Weile ein Areskult nachgestellt, weil sie dachten, das Ding gehöre in irgendeinen Garten.
Griechen und ihre Geschenke eben …
Die Haushaltsräume und die Lagerkammern, sowie die Garderoben, scheinen weitgehendst unangetastet. Nur die Anzahl der Dosen mit langhaltbaren Lebensmitteln hat sichtlich abgenommen. Gut so.
Die beiden Kinder verfolgen mich auf Schritt und Tritt und achten mit Argusaugen darauf, dass ich keine ihrer Sachen anrühre, aber mir geht es hauptsächlich darum, ob die diskreten Sigelia, die den magischen Schutz des Hauses und seiner Grundfesten gewährleisten sollen, noch intakt sind. Ich muss mir aber keine Sorgen machen. Es wird so wenig Magie in dieser Welt gewirkt, dass hier, jedenfalls vor den Nebelschleiern, mehr als genug zur automatischen Aufladung der Schutzzeichen vorhanden ist.
Ich beende meinen Rundgang an der großen Treppe, die ins Obergeschoss führt.
Beide mustern mich gespannt und ich ahne warum.
Also setze ich mich erst einmal auf die dritte Stufe und neige den Kopf zur Einladung an sie, es mir gleichzutun.
Zögerlich setzen die beiden sich, schauen heimlich wissend die Treppe hoch, wo Aeolfred, nur für mich sichtbar, ausharrt.
»Gehe ich recht in der Annahme, dass ihr Beiden mehrfach versucht habt, das Stockwerk da oben zu betreten? Erfolglos, ganz zweifellos.«
Junge wie Mädchen starren mich mit offenem Mund an. »Wie können Sie das wissen?« Es ist das Erste, was ich von dem Knaben zu hören bekomme. Er taut angesichts eines Rätsels auf? Sehr gut.
»Es ist mein Heim, Knabe. Und es ist mein Freund, der es übernommen hat, die Geheimnisse des Heims zu wahren und in Eurem Fall viel wichtiger, Euch vor ihren oft verderblichen Einflüssen zu schützen.
Ich blicke die Treppe hinauf, nicke Aeolfred zu und der Luftdschinn wird nun auch für die Kinder sichtbar. Die Kinder springen auf, aber das Mädchen ist nicht halb so überrascht, wie ich angenommen habe. Interessant.
»Das … hat uns immer hinab getragen, wenn wir auf die vorletzte Stufe kamen?« Der Junge lacht begeistert. »Wie cool ist das denn?«
Ich zucke die Schultern: »Ich nehme an, so kühl es Aeolfred haben wollte.«
Zwei Augenpaare schauen mich an, als hätte ich etwas sehr Seltsames gesagt. Kinder ...
»Also, ihr habt jetzt Aeolfred kennengelernt. Seine Fähigkeit in menschlichen Lauten zu kommunizieren ist leider eingeschränkt, aber ihr werdet seine Laute bald gut genug interpretieren können, um euch zu unterhalten.«
»Wie bei BB8 ? Coooool ….«
Nun schaue ich den Jungen verständnislos an. Ich werde wohl eine Weile brauchen, mich in das aktuelle Jugendsprech hineinzufinden.
Ich sitze weiterhin, während die beiden vor mir stehen. Ich sehe es dem Knaben an, dass er am liebsten die Treppe hochstürmen will, um mit dem Dschinn dieses BB8-Ding zu machen. Aber eines nach dem anderen, wird mir bewusst. Wenn ich die beiden hier bleiben lasse, übernehme ich, wohl oder weniger wohl, die Verantwortung für ihr Wohlergehen, körperlich, wie geistig. Ich unterdrücke ein Seufzen. Eben erst musste ich meine Ziehtochter zurücklassen und konnte mich mit Mühe davon abhalten, vor Trauer rasend, Rache zu nehmen. Ob ich diese Bürde erneut nach so kurzer Zeit, bereit bin zu tragen?
Das würde wohl die Zeit zeigen. Ich gebe mir also einen Ruck und fasse die beiden ins Auge. Den hageren aschblonden Jungen mit den hungrigen Augen. Das Mädchen an der Schwelle zur Frau, mit der lebhaften Aura, die Donnersturm und fruchtbare Erde in sich in chaotisch harmonischer Weise vereint. Ganz klar, ein Hexenblut. Wie konnte mir das nur entgehen?
Als sie sieht, wie ich sie anschaue, verblasst ihre Aura schrittweiße, bis sie nur noch einen magisch völlig inaktiven, charakterlich eher introvertierten Charakter anzeigt. Ich bin begeistert. Autodidaktische Auratarnung? Wie der Knabe, liebe auch Wunder und Rätsel.
Ich lächle, aktiv einladend und offen, bereit für Freundschaft und Bruderschaft. Große Bruderschaft. Und nein, immer noch keine Hypnose.
»Mein Name ist Carnovan. Und wie darf ich euch nennen?« -
Ein sehr viel versprechender Anfang! Erst zwei kurze Kapitel, und schon so viele offene Fragen bei mir über Carnovans Vorleben und Abenteuer. Da "muss" (also will!) ich unbedingt dran bleiben.
Eines aber irritiert mich: Wieso scheint Carnovan im ersten Kapitel auf der Höhe der Zeit (Sprache, Wissen darum, wie die Polizei arbeitet und wie die Cops abgelenkt werden können) und im zweiten scheitert er fast an der Kommunikation mit diesen Kindern? Warum spricht er auf einmal so wunderbar geziert, während er im Diner ganz normal mit John Miskel und der Verletzten gesprochen hat? Wie kann es sein, dass er dort nicht auffällt, aber bei den Kindern beispielsweise das Wort "cool" missversteht (was mir natürlich ein Schmunzeln entlockt hat)? Wenn er Seargant Miskel als jungen Mann gekannt hat, kann es noch nicht so lange her sein, dass er, ich nenne es mal "diese Welt" zuletzt betreten hat. Zu der Zeit hat man bereits auch nicht mehr auf diese altmodische Art gesprochen, denke ich. Und dann finde ich es wieder total schade, dass mich das ein wenig stört, denn es macht natürlich großen Spaß, sich die offenen Münder der modernen Kids angesichts dieser Ausdrucksweise vorzustellen und Carnovans Unverständnis von Ausdrücken wie Podcast, BB8 und eben cool.
Ich freue mich auf die Fortsetzung.
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Mir gefällt die Art der Sprache Carnovans, gut durchdachte Wortwahl im Gesamten, eben so in den beschreibenden Passagen.
Allerdings geht es mir wie Amafiori. Fragen über Fragen, da das zweite Kapitel wie eine andere Erzählung wirkt. Ist das erste Kapitel etwa noch gar nicht zuende oder kommt jetzt nach den Ereignissen eine Abhandlung darüber, was zu diesen geführt hat?
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Ich hoffe, dass sich die meisten eurer Fragen, mit der Zeit beantworten. Die Art des Storytellings ist bestimmt für viele ungewohnt, da die Kapitel eher Kurzgeschichten mit demselben roten Faden sind und weniger nahtlos aneinander gereihte Handlungsabläufe, wie man das vielleicht sonst gewohnt ist. Warum C. manchmal eine sehr konservative und mal deutlich modernere Wortwahl trifft ... hat seinen Grund, auch wenn es durchaus sein kann, dass ich da auch ab zu danebengreife. Vielleicht sind auch die Handlungssprünge manchmal zu heftig und verlangen zu viel Kopfkino von meinem Leser. Daher sind mir die Hinweise darauf sehr willkommen, besonders, wenn es dann an die Überarbeitung geht.
Aber fürs Erste, danke fürs Lesen und weiter geht's:Kapitel 3
Meine Stadt liegt am Delta eines der größten, wenn nicht des größten Flusses dieser Welt. Es gibt einen Kriegshafen und dementsprechend auch viel Warenverkehr, was für mich Vor- und Nachteil zugleich ist. Es herrscht ein ständiges Kommen und Gehen und die Bürokratie hat das Meiste fest im Würgegriff. Das bedeutet für mich, dass es, selbst mit Stanley&Sons und meinen beträchtlichen Mitteln, es wirklich lange dauern könnte, um Billy-Bob und Belinda, meine neuen Mitbewohner, unter meine Vormundschaft stellen zu lassen. Zumal ich sicher bin, dass ihre Familiengeschichte frei erfunden ist. Billy ist nämlich ein ganz furchtbarer Lügner, da ihm die Fähigkeit, sich nur seine Lügen von vor zehn Minuten zu merken, offenbar vollständig abgeht. Belinda hingegen, wenn sie denn wirklich so heißt - aber jedem der Name, den man sich wählt - ist eine typische Maultierverkäuferin. Sie könnte glaubhaft den lahmsten Esel als Rennpferd darstellen, was ihr vielleicht in näherer Zukunft als sie ahnt, noch sehr zum Vorteil gereichen wird.
Durch die riesige Bürokratie, ist es hingegen kein Problem die erdachte Geschichte der beiden Kinder und mich als entfernten Verwandten, irgendwo einzuschleusen. Wenn nur der richtige Staatsdiener die entsprechende Akte dann im richtigen Archiv auffände, bewirkte das mehr Glaubwürdigkeit, als wenn die Bürgermeisterin persönlich sich für uns einsetzte. Henry Stanley, der derzeitige Und-Söhne, der mich und meine Angelegenheiten betreut, betont mehrfach, dass sie die erste Frau sei, die dieses Amt bekleide. Warum das so wichtig sein soll, ist mir leider entgangen. Belinda scheint hingegen eine Anhängerin zu sein, und gibt begeistert Gerüchte zum Besten, dass sie eine Liebschaft mit einem ihrer Leibwächter habe. (Also die Bürgermeisterin, nicht Belinda!) Auch das erscheint mir nicht erwähnenswert. War das nicht immer schon so? Die Bezeichnung wechselt immer nur von Gigolo, Konkubine, Gespielin zu Praktikantin, Hostess …, ich verstehe die immense Aufregung nie, wenn das dann die Titelgeschichte in der Times ausmacht.
Wir haben uns also, nach Vereinbarung eines Termins selbstredend, in der City Hall eingefunden. Das ist ein gewaltiger, rechteckiger Bau mit vielen Stockwerken und einer Fensterfront nach Süden ausgerichtet, die, an den wenigen nichtbewölkten Tagen, geradezu einen blendenden Eindruck hinterlässt. Ich amüsiere mich über den breiten Schriftzug City Hall an der Decke des Bauwerks. Die hunderte von Wegweisern, die genau hierher führen, scheinen nicht Hinweis genug. Ich persönlich würde so ein phantasieloses Gebäude, das im krassen Gegensetz zu der Historie meiner Stadt steht, eher verstecken, als so prominent präsentieren. Sein Gegenstück in der Halbmondstadt hinter den Nebeln, hat deutlich mehr Charme.
Stanley stellt mich der zuständigen Dame vor, aber ich muss gestehen, dass ich ihren Namen nicht mitbekomme. Etwas weiter oben im Gebäude gibt es eine so dunkle Aura, dass ich sie förmlich als fauligen Geschmack auf der Zunge spüre. Ich unterdrücke meinen Instinkt, sofort nachzusehen.
Eine meiner Partnerinnen aus vergangenen Tagen und in einer anderen Welt, meinte, ich hätte anstatt Magier, eigentlich Paladin werden müssen. Eine Freundin aus dieser Welt, ihres Zeichens Monsterjägerin, nannte mich gar den verlorenen Jedi. Ich kam bislang immer noch dazu nachzuforschen, ob das Kompliment oder abschätzig gemeint war. Schlägt man Sarkasmus im British Dictionary of Modern Language nach, findet man gewiss ihr Bildnis dort.
»Carno? Stimmt etwas nicht?« Billy schaut arglos auf meine wohl leicht entgleiste Mine, während seine große Schwester sich selbst fröstelnd über die Arme reibt. Als arkan Aktive fühlt sie natürlich etwas und ihr Blick zu Tür, zeigt gute Fluchtinstinkte.
Doch sowohl der Anwalt als auch unsre Sachbearbeiterin ergehen sich in belanglosem Geplauder, mir scheint gar, beide halten die Möglichkeit einer Liaison für gegeben, sofern ich die Balzgewohnheiten der heutigen Zeit korrekt deute.
»Es liegt etwas in der Luft, Billy.« Ich lächle beruhigend, aber ich lüge auch nicht. »Konzentrieren wir uns zuerst auf diese Sache hier.«
Miss Carlise, genau, so heißt sie, ist überaus entgegenkommend und hat die entsprechenden Dokumente schon parat.
»Oh, wie gut es doch ist, dass es noch Menschen wie Sie gibt, die sich der Armen und Schwachen annehmen und ihnen ein gutes Zuhause bieten …«
Ich muss mich wegdrehen, um mein Lächeln zu verbergen, als Belinda sich ihren Finger scheinbar in den Rachen steckt, um zu würgen. Die gute Staatsbedienstete scheint es nicht zu bemerken, oder beschließt es zu ignorieren. Angesichts des Umschlags, den ihr Stanley überreicht hat und den sie schnell in der untersten Schublade ihres Schreibtischs verschwinden ließ, ist es wohl ohnehin egal, selbst wenn mein neustes Mündel ihr den blanken Po zeigte.
»Dann wären wir soweit fertig?« Stanley, ganz der Anwalt, packt seinen Teil der Papiere ein und lächelt Miss Carlise noch einmal zu. »In drei bis vier Wochen, sollten Sie Nachricht bekommen. Ich habe ein Schnellverfahren angelegt, erwarte aber keine Probleme.«
Belinda zuckt zusammen, packt ihren Bruder am Arm und zieht ihn hinter sich.
Erstaunt hebe ich eine Augenbraue, muss mich aber dann selbst eisern beherrschen. Etwas nähert sich. Und es hat seine Aura so gut maskiert, dass ich der Begegnung nicht ausweichen kann, was ich allein schon wegen der Kinder getan hätte.
Die Tür öffnet sich und drei Personen treten ein, wobei ganz klar der hochgewachsene Mann im nichtssagenden mittleren Alter dominiert. Er trägt einen Anzug, den man heute wohl als modernen Geschäftsanzug bezeichnet, maßgefertigt natürlich, in azurblau. Braunes Haar und eine scharfe Nase bestimmen das Gesicht eines Anführers und sein majestätisches Ego ist nur dicht unter der Fassade eines freundlichen aber entschlossenen Dieners der Öffentlichkeit verborgen. Seine eisgrauen Augen brennen sich gerade zu in meine hinein und ich muss mich beherrschen, ob des offensiven Angriffs auf meine geistige Festung die Contenance zu bewahren. Gut möglich, dass meine Augenfarbe für einen halben Wimpernschlag von blau zu golden gewechselt hat.
Der Mann ist zweifellos gefährlich, aber auch wenn er etwas mehr ist, als ein Mensch, ist er nicht ich. Als ich seinen Blick zuerst passiv, dann aktiv erwidere, eine Spur Unmut und das erhöhte Interesse eines überlegenen Prädators hinterher schiebe, bricht der Mann das Blickduell sofort ab und geht einen halben Schritt zurück. Ob ich nur seine übertriebene Selbstsicherheit ins Wanken gebracht habe, oder ob meine Warnung ankam, muss wohl die Zeit zeigen.
Im Raum ist unangenehmes Schweigen ausgebrochen, bis der Mann mit einem Räuspern und einem Lächeln, das wohl nur ich als falsch wahrnehme, den Bann bricht: »Oh, Sie sind das also. Als ich hörte, dass der Besitzer des einziges Hauses im French Quarters anwesend ist, dem Katrina nicht auch nur einen einzigen Ziegel entreißen konnte, musste ich einfach vorbeischneien.«
Er macht Platz und die anderen beiden Personen haben die Möglichkeit zumindest hab einzutreten. So groß ist die Amtsstube nun auch nicht.
»Und nun stelle man sich meine Freude vor, dass es sich bei jenem Herrn sogar um den heroischen Retter des jüngsten leitenden Leutnant unsrer Polizei handelt?«
Begeistert deutet er auf die blonde Frau, die ich ohne Uniform und mit deutlich weniger Blut auf dem Gesicht, kaum wiederkenne. Ich nicke ihr lächelnd zu, während ich mir von dem aufdringlichen Mann die Hand schütteln lasse. Als ich fühle, wie ein Ring seiner Hand versucht, in meine Haut zu stechen, grinse ich mein Gegenüber direkt an, lasse ein wenig Energie fließen und das Knacken, als der Ring zerbirst, ist im ganzen Raum zu hören.
»Oh …« Fassungslos starrt der Arkanist, welcher Art muss ich noch herausfinden, auf die Reste seines magischen Spielzeugs. Er lacht unsicher. »Wenn man Sonderangebote kauft … haha …, aber ich bin unhöflich. Stadtrat Duncan, Charles Duncan ist mein Name.« Schnell schließt er seine Faust um die Reste seines Rings: Orichalkum, extrem selten und schwer zu bearbeiten, wenn ich schätzen müsste. Bestimmte Lektionen müssen bei bestimmten Individuen schmerzhaft sein, sonst muss man sie immer und immer wieder wiederholen. Ich weiß, wovon ich rede. Lästig.
Ich ziehe ebenfalls meine Hand zurück und reiche sie blinzelnd der blonden Polizistin. »Es freut mich, dass Sie wieder wohlauf sind. Ich fürchte, ich kenne nur ihren Vornamen. Miss Jennifer.«
Sie lacht erfreut und sichtlich erleichtert, einen Verbündeten zu treffen. »Harper. Jennifer Harper, aus dem French Quarter Revier.« Sie hält meine Hand etwas länger und ich lasse sie auch erst los, als die dritte Person sich räuspert, vorbeidrängt und meine Hand packt.
»Commissioner Buffon. Freut mich ebenfalls. Sie waren also bei der Schießerei vor Ort? Warum findet man nur Aussagen über Sie, aber nicht ihre Aussage im Bericht?« Ich beschließe, den ungehobelten Vierschrötigen aktiv zu missbilligen.« Nervös lässt er meine Hand los, die er so fest gepackt hat, als wolle er mich auf der Stelle festnehmen.
»Zum Einen wusste ich nicht, dass meine Aussage gefragt war und ich hätte ohnehin nicht viel Anderes berichten können, als Lieutenant Harper und Sergeant Mitchell …«
»Miskel«, wirft Harper schmunzelnd ein.
»… Miskel es sicherlich ohnehin getan haben. Ich schätze, Sie sind stolz, so fähige Beamte unter ihrem Kommando zu haben?«
Der Commissioner wirft einen nur sehr kurzen, aber bezeichnenden Blick zum Stadtrat neben sich. Er räuspert sich erneut. »Lientenant Harper wurde gerade suspendiert. Dreißig Tage unbezahlter Urlaub und danach eine Diziplinaranhörung.«
Buffon klingt mir viel zu zufrieden, also hake ich nach, auch wenn mir die Regeln im Polizeibetrieb völlig fremd sind. »Ich bin verwundert. Das Ziel des Attentats waren offensichtlich Cops in Uniform? Wäre da nicht eher eine Ehrung wegen des Erleidens einer schweren Verletzung im Dienste des Allgemeinwohls üblich?«
Der Commissioner lächelt selbstgefällig und übersieht völlig die Handzeichen des Stadtrats, der das Thema abwiegeln will. »Mitnichten. Es gab zwei Tote und einen Dritten, der wohl nie wieder Dienst schieben kann, unter ihrer Aufsicht. Sie werden einsehen, dass dafür jemand die Verantwortung tragen muss.«
Ich schaue zu Harper, die beschämt den Kopf senkt. Die Frau gibt sich tatsächlich selbst die Schuld. Dumm, eine Spur zu sehr von der eigenen Wichtigkeit im Chaos der Geschehnisse überzeugt, aber nur bei ehrbaren Personen zu finden. Auch wenn sie sich allzu oft das Gewicht der Welt auf die Schultern bürden, das zu tragen, gar nicht ihre Aufgabe sein kann.
Mein Blick geht zurück zu ihrem Vorgesetzten. Ich lächle zustimmend.
»Sie haben zweifellos recht. Jemand muss die Verantwortung übernehmen. Der Fisch, beginnt am Kopf an zu stinken, wie man so schön sagt.«
Er grinst triumphierend. »Es sollte wirklich mehr Bürger wie Sie geben, die den Wert von Verantwortung erkennen.«
Ich nicke feierlich. »Und da die Strafe für ein solches Versagen bei einem einfachen Lieutenant, eine Suspendierung erfordert, werden wir wohl bald von ihrem Rücktritt lesen, Commisioner? Immerhin haben sie zwei tote und zwei schwer verletzte Beamte zu verantworten. Natürlich kann man bei einem Mann ihrer Erfahrung und Kompetenz nicht die Jugend und vergleichsweise Unerfahrenheit ihres Lieutenant als mildernde Umstände anführen.«
Er stottert, als ich feierlich seine Hand mit meinen Beiden umfasse und sie aktiv stolz schüttle. »Es sollte wirklich mehr Beamte, mit ihrem untrüglichen Sinn für Verantwortung und Integrität geben.«
Nein, ich hypnotisiere ihn nicht. So etwas mache ich nicht.
Ein Blick auf den Stadtrat zeigt mir jedoch, dass dieser sein Geld in nächster Zeit nicht auf seinen obersten Knecht im Polizeidienst setzen wird.
Womöglich gibt es doch eine zarte, überwucherte Pflanze der Selbstachtung, die ich in Buffon mit einem Spritzer Supertreibstoff versorgen konnte. Die Zukunft wird es zeigen.
»Ich muss zurück« ,grätscht Duncan hinein, bevor ich noch mehr Unheil anrichten kann. »Die Pflichten.« Der Stadtrat schenkt uns allen noch den Anblick seiner strahlend weißen Zähne, dem dazu gehörenden 1000-Watt-Lächeln und geht betont entspannt hinaus.
Der verblüffte Commissioner folgt nach einer verlegenen Pause.
Sogar die nicht arkan Aktiven atmen auf, als sich die Atmosphäre im Raum rasant verbessert.
»BB und B, das ist Leutenant Harper. Sagt hallo zu ihr, Kinder. Und was haltet ihr davon, Miss Harper heute zum Tee einzuladen?« -
Okay, der Schleier lüftet sich ein wenig. Meine Frage ist, sind die Kapitel so, wie du sie eingestellt hast, fertig? Falls ja, fehlt mir ein wenig der fließende Übergang von einem Szenario zum nächsten.
Interessant finde ich, dass es offenbar viel mehr Personen gibt, die in die magische Welt eingeweiht sind und offensichtlich unerkannt unter uns leben.
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!Vorläufig eingestellt, hab meine Plotnotitzen verloren. Vielleicht packt es mich irgendwann und ich entwickle den Plot neu!
Arbeite gerade an einer neuen Idee, will mal versuchen eine Art Karl May- Stil (in besser ^^) ,hinzubekommen.
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Heyho Tom Stark
Auch wenn Du hier gerade Pause machst, erlaube mir ein paar kurze Anmerkungen.
Wie immer, wenn ich was von Dir zu lesen bekomme, finde ich es stilistisch sehr ausgereift: Keine zu kurzen, aber auch keine überlangen Sätze (wie häufig bei mir...
) und rechtschreibtechnisch gibt's bis auf die üblichen Flüchtigkeitsfehler auch nie was zu meckern.Was mir aber immer wieder auffällt in Deinen Texten:
Die Hopi-Decke, der elfische Bausch, die goldene Schafsfelldecke meiner griechischen Mentorin, die das Ding loshaben wollte, nachdem es so viel Unfrieden gestiftet hatte. Sogar dann hatte mir eine Weile ein Areskult nachgestellt, weil sie dachten, das Ding gehöre in irgendeinen Garten.
Griechen und ihre Geschenke eben …"...goldene Schafsfelldecke meiner griechischen Mentorin..." - "...weil sie dachten, das Ding gehöre in irgendeinen Garten..."
Ich mag sowas, weil ich mich so ein wenig in der griechischen Mythologie umgesehen habe und mir daher klar ist, daß hier die Rede vom goldenen Vlies des fliegenden Widders Chrysomallos ist, der dem von ihm geretten Phrixos nach der Landung in Kolchis befahl, ihn dem Ares zu opfern. (Worauf man sein Fell im Hain des Ares aufhängte, von wo es dann später in der Argonautensage von Jason gestohlen wurde...).
Als ich hörte, dass der Besitzer des einziges Hauses im French Quarters anwesend ist, dem Katrina nicht auch nur einen einzigen Ziegel entreißen konnte, musste ich einfach vorbeischneien
Und genauso auch hier:
"des einzigen Hauses im French Quarter..." - "...dem Katrina nicht auch nur einen einzigen Ziegel entreißen konnte..."
Ich finde diese Einsprengsel absolute Klasse. Aber wer nicht weiß, was das "French Quarter" ist, wo es liegt und was "Katrina" damit zu tun hat, der wird nie drauf kommen, daß Du damit auf die Hurricankatastrophe von 2005 anspielst, als fast ganz New Orleans umgenietet wurde.
Der Verweis auf den Hurrican könnte vielleicht noch so (unkommentiert von Dir) erst mal stehen bleiben - kann ja sein, daß Du im weiteren Verlauf der Story den Leser mal wissen lässt, daß sich die Geschichte gerade in New Oleans abspielt.
Das mit dem goldenen Vlies im Nachgang zu erklären dürfte jedoch weitaus schwieriger sein - und ich glaube auch gar nicht, daß Du das vorhast.
Dann bleibt für mich die Frage übrig: Für wen schreibst Du so, wie Du es tust?
(Simple Antwort: Man schreibt immer zuerst für sich selbst. Wer es nicht macht, ist ein Idiot.)
Aber doch und gerade weil mir diese versteckten Hinweise bei Dir so gefallen und es Dir vielleicht bisher gar nicht bewußt geworden ist: Wie wäre es denn bei solchen Parts mit Fußnoten?
Du kannst ja nicht von jedem erwarten, daß er die ollen Griechen und ihre Geschenke kennt...

Cheers.
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Aber doch und gerade weil mir diese versteckten Hinweise bei Dir so gefallen und es Dir vielleicht bisher gar nicht bewußt geworden ist: Wie wäre es denn bei solchen Parts mit Fußnoten?
na klar, ist mir das bewusst, das ist genau so beabsichtigt. Für wen schreibe ich. Auf jeden fall auch für meinen eigenen Spaß, solche Eastereggs einzubauen ist ja der halbe Spaß. Und da du nach solchen Sachen Ausschau hälst:
Antwort: Für genau Leute, wie DICH.
Logo, man muss etwas (oder manchmal verdammt viel) Allgemeinwissen und/oder Pop.Kultur-Kenntnis mitbekommen. Big Bang Theorie hilft schonmal
Tja, Fußnoten. Wirklich nicht das erste Mal, dass man mir das vorschlägt. Meine Redakteurin und mein Lektor bestehen sogar darauf (weil sie es selbst wohl sonst nicht kapieren, hrhr ...), aber eigentlich, und ich weiß, das ist irgendwo fies, will ich diese Leser belohnen, die der Sache tatsächlich nachgoogeln oder es schon wissen. Ich meine, wie oft kann man sich schon drüber freuen, dass man bei den klassischen Sagen des Altertums (v. Gustav Schwab), immerhin Pflichtlektüre bei uns damals fürs Abi, was mitgenommen hat, was einem IRGENDWANN mal die Genugtuung verschafft, das ganze Zeug nicht umsonst gelesen zu haben.
Aber du hast schon recht, ich sollte wirklich mal zumindest kleine Brotkrumen in Fußnoten hinterlassen. nur ist das Forum, soweit ich es sehe, noch nicht Fußnotenfreundlich. Hab das bei der Weihnachtsgeschichte mal probiert und bin wieder dazu zurückgekommen, doch lieber gleich den Kommentar dazu nachzuklammern.
Was Fehlet betrifft, ohje, da finde ich immer und immer wieder neue, wenn ich meine Texte wieder mal lese. Du kennst nicht meine ersten hier im Forum. da waren teilweise ..., naja, ein guter Lektor und eine geduldige Redakteurin wirken Wunder, wenn man gewillt ist zu lernen. -
Aber du hast schon recht, ich sollte wirklich mal zumindest kleine Brotkrumen in Fußnoten hinterlassen. nur ist das Forum, soweit ich es sehe, noch nicht Fußnotenfreundlich
Okay, danke für den Hinweis, daß Du die Parts nicht unbewußt einstreust. Und vielleicht ist Fußnoten setzen auch nicht der richtige Weg. Aber das mit der Brotkrume ist eine gute Idee. Ausreichend wäre da vielleicht ein Hänsel & Gretel Emoji.
Weil: Bei Background zu bspw. "Big Bang Theory" wäre ich komplett aufgeschmissen (nie gesehen). Aber mit so einem kleinen Hinweis, daß sich da mehr versteckt, hättest Du mich sofort.
Wäre ja auch irgendwie ein neues literarisches Genre: "Die Geschichte mit Spiel".



Sincerely Yours.