Geschichtsideen zum Wegwerfen

Es gibt 18 Antworten in diesem Thema, welches 1.949 mal aufgerufen wurde. Der letzte Beitrag (16. September 2025 um 21:10) ist von Alcarinque.

  • Bestimmt habt ihr im Alltag auch immer wieder mal urplötzlich Ideen für Geschichten oder Settings, die euch zwar faszinieren, aber irgendwie auch von Anfang an keine Chance auf eine Umsetzung haben. Ideen zum Wegwerfen halt.

    Ich dachte mir, es wäre witzig, mal einige dieser Gedanken zu teilen. Wer weiss, vielleicht kann sich ja jemand von den verworfenen Ideen eines anderen inspirieren lassen.:D

    Als Beispiel: Letztens habe ich mir Gedanken gemacht zu einer Sci-Fi Geschichte, in der es eigentlich ausschliesslich um Bergbau geht. Die Menschheit erobert den Kosmos, aber unsere Protagonisten sind nie wirklich an den grösseren Geschehnissen interessiert, sondern sind Frachtschiff-Kapitäne, Firmenchefs, Minenarbeiter und Anwälte, die sich um die seltensten Ressourcen und reichsten Asteroiden und Monde streiten.

    Stellt es euch wie Dune oder Avatar vor, aber der, der als erstes eine Ladung Spice oder Unobtanium zum Heimatplaneten bringt, gewinnt.

    Beim genaueren Überlegen ist das Setting gar nicht mal so absurd, es gab schliesslich auch mal ein Anime zu Weltraum-Müllsammlern:hmm:

    Planetes

    Was waren eure verworfenen Geistesblitze?

  • Dass ich mal jemanden treffe, der Planetes gesehen hat und schätzt... :D

    Wieso sollte dein Konzept denn nicht funktionieren? Protagonisten müssen nicht ständig an den größeren Geschehnissen interessiert sein. Bzw. wenn einer deiner Charaktere ein Firmenchef ist, ist er doch eher in diese eingespannt?


    Es ist weniger, dass sich das Konzept nicht lohnt, ich bin bloß zu sehr eingespannt von meinem Hauptprojekt, um Nebenprojekte zu beginnen. Abgesehen von Fanfiction One Shots / kurze Fanfiction, die einfach rauswollten.

    Mein leider kaum ausgearbeitetes Konzept dreht sich um Hexen im modernen (oder auch historischem?) Wien. Vor allem existiert bisher nur ein Konzept und keine Protagonisten an denen ich hänge, weswegen die Idee bisher recht diffus bleibt und ich bloß weiß, dass sie sich um Hexen und einen diffusen Plot, der mir vorschwebt, drehen soll. Dennoch reizt es mich dem Projekt mal nachzugehen ... irgendwann.

    Ich liebe Hexen und mich erstaunt es selbst, dass ich noch nie über Hexen geschrieben habe. Kurzgefasst: irgendwas über Hexen. :D (I'm a simple person: Magie + tolle Frauen + Sisterhoods = <3)


    Ein anderes dreht sich um eine Frau im modernen Wien, die kurz vor ihrer Hochzeit den Geist ihrer Großmutter sieht, der sie mit erst subtilen Zeichen davor zu warnen versucht, dass der Verlobter der Protagonistin sie genauso behandeln wird, wie es ihr eigener Ehemann getan hat. Tut er nicht, er ist ein guter Mann, doch der Geist der Großmutter versucht sie zu beschützen und jede Poltergeist-Aktivität im Haushalt richtet sich gegen den armen Kerl. Sie versucht einen Cycle of Abuse in ihrer Familie zu beenden, da sie selbiges als Kind und an ihrer Tochter erlebt hatte, der mit der Protagonistin jedoch beendet ist. Zumindest mit diesem Mann, zuvor hatte sie einen furchtbaren Expartner.

    Da Geister jedoch an dem innigsten Wunsch zu dem Zeitpunkt festhalten, an dem sie gestorben sind, und woran sie gestorben sind ... die Protagonistin und ihr Verlobter versuchen daher viele Jahrzehnte später zu beweisen, dass ihr Großvater sie ermordet hatte.


    Beide Geschichte brennen mir irgendwie in den Fingern, aber meine gesamte Konzentration fließt eben in mein Hauprojekt. Weiß daher nicht, ob diese zum "Wegwerfen" sind oder nicht. ^^'

    Ein Projekt, das ich zugunsten meiner DnD-Welt halb aufgegeben habe, war eine Slice of Life-Story mit umspannendem Plot in einer Steampunkwelt mit fliegenden Inseln und Drachen. Dieses Konzept und einige Charaktere habe ich jedoch in Loria eingebaut, da sie perfekt hineinpassen. ^^

  • Als Beispiel: Letztens habe ich mir Gedanken gemacht zu einer Sci-Fi Geschichte, in der es eigentlich ausschliesslich um Bergbau geht. Die Menschheit erobert den Kosmos, aber unsere Protagonisten sind nie wirklich an den grösseren Geschehnissen interessiert, sondern sind Frachtschiff-Kapitäne, Firmenchefs, Minenarbeiter und Anwälte, die sich um die seltensten Ressourcen und reichsten Asteroiden und Monde streiten.

    Stellt es euch wie Dune oder Avatar vor, aber der, der als erstes eine Ladung Spice oder Unobtanium zum Heimatplaneten bringt, gewinnt.

    Beim genaueren Überlegen ist das Setting gar nicht mal so absurd, es gab schliesslich auch mal ein Anime zu Weltraum-Müllsammlern:hmm:

    Das hat schon etwas für sich. Schließlich muss es ja abseits der großen Weltraumschlachten und Erforschung soetwas wie Alltag geben. In diesem Fall könnte ich mir das gut vorstellen. Was passiert mit den abgebauten Bodenschätzen? Gigantische Schmelzöfen, intergalaktische Schmiedereien und Schiffsbauwerften für Raumschiffe. Ein komplexes Thema.

    Mir geht es in der Frage des Weg- oder Verwerfens oft so, dass mir ein Charakter vorschwebt. Es ist alles da, Optik, Fähigkeiten und Teile der Biografie. Was fehlt, ist dann eine Story, in die er gepackt werden kann. Und so stehen etliche bei mir sozusagen auf Abruf bereit.

    Bei Geschichten ist es eher so, daß ich bei jeder Idee wenigstens ein paar Seiten anfangen muss, damit sie mich in Ruhe lassen, unabhängig davon, ob es weiterverfolgt wird oder nicht.

  • Letztens habe ich mir Gedanken gemacht zu einer Sci-Fi Geschichte, in der es eigentlich ausschliesslich um Bergbau geht. Die Menschheit erobert den Kosmos, aber unsere Protagonisten sind nie wirklich an den grösseren Geschehnissen interessiert, sondern sind Frachtschiff-Kapitäne, Firmenchefs, Minenarbeiter und Anwälte, die sich um die seltensten Ressourcen und reichsten Asteroiden und Monde streiten.

    Das finde ich eigentlich einen gaengigen SciFi Topos - Outland kommt mir spontan in den Sinn, Bergwerkskolonie auf Io in der der Manager duldet dass Drogen an die Arbeiter ausgegeben werden dass sie ihre Schichten besser schaffen. Ich hatte mal eine SciFi Geschichte gelesen die 75% in einem Kohlebergwerk spielte (und sehr viel technische Einzelheiten ueber Bergbau enthielt) aber ich hab' den Namen vergessen...

    Finde ich alles andere als aussichtslos...

    Bestimmt habt ihr im Alltag auch immer wieder mal urplötzlich Ideen für Geschichten oder Settings, die euch zwar faszinieren, aber irgendwie auch von Anfang an keine Chance auf eine Umsetzung haben.

    Da faellt mir spontan ein Traum ein den ich mal hatte - ein mit mttelalterlicher Technologie gebautes Tauchboot das mit seiner Crew hunderte von Kilometern ueber einen unterirdischen Fluss faehrt und da Schwierigkeiten meistern muss.

    In Traumlogik war das toll, hatte wunderbare Stimmung und Spannung, aber der Versuch im Wachen eine Geschichte daraus zu machen lief doch auf sehr, sehr viele Widersprueche... Also, das ist so marginal an der Realisierbarkeit, ich denke ich koennte es, aber ob es schoen werden wuerde?

  • Da faellt mir spontan ein Traum ein den ich mal hatte - ein mit mttelalterlicher Technologie gebautes Tauchboot das mit seiner Crew hunderte von Kilometern ueber einen unterirdischen Fluss faehrt und da Schwierigkeiten meistern muss.

    Etwas sehr ähnliches kommt in der Buchreihe Drachenelfen von Bernhard Hennen vor. Da gibt es ein paar Zwerge, die in einem solchen Tauchboot (Sie nennen es Aal) bis zu einem unterirdischen See fahren, wo über dem Wasserspiegel, an der Hölendecke ein Turm steht, von wo aus nach seltenen Materialien gesucht wird.

    Sehr detaillierte Beschreibungen wie es in diesem Ding riecht, was mit den menschlichen - verzeihung - zwerglichen Ausscheidungen gemacht wird und was das enge Aufeinanderleben so mit den Leuten anstellt. Fand ich eine der besten Stellen im ganzen Buch.

  • Meine Wegwerfgeschichte habe ich als junge Mutter in den 1990er Jahren sogar angefangen. Es ging um eine Magierakademie und die jungen Menschen, die dort zusammenfinden, und um deren Probleme. Jeder von ihnen hatte bzw. bekam dort einen magischen Tiergefährten. Also eine Mischung aus Harry Potter und die Schule der magischen Tiere, wobei es diese beiden Erfolgsreihen damals noch nicht gegeben hat. Ich hätte Milliardärin werden können... Hätte hätte Fahrradkette, wenn ich meine Geschichte nicht nach 50 Schreibmaschinenseiten damals abgebrochen hätte. Mangels Zeit, mangels Inspiration. Später, als ich die Zeit hatte, gab es dann schon die Romane von Frau Rowling. Niemand hätte mir geglaubt, dass ich die Zauberschule lange vor ihr erdacht hatte.

  • Da gibt es ein paar Zwerge, die in einem solchen Tauchboot (Sie nennen es Aal) bis zu einem unterirdischen See fahren, wo über dem Wasserspiegel, an der Hölendecke ein Turm steht, von wo aus nach seltenen Materialien gesucht wird.

    Vielleicht sollte ich doch noch was aus der Geschichte machen?

    Irgendwie finde ich das witzig an dem Thread - einfach mal hinzuschreiben was da auf Halde liegt regt nochmal an drueber nachzudenken...

    Ich haette noch eine... diesmal aber wirklich schwer zu realisieren.

    SciFi, die Menschheit ist, zusammen mit anderen die in der Galaxis wohnen, in einen toedlichen Krieg mit Wesen aus einem anderen Universum involviert, Menschen ziehen zu Milliarden in den Krieg, nur wenige kommen wieder. Warum die Menschen als Soldaten interessant sind? Vom Standpunkt der meisten Aliens ist ein Mensch im Raumjaeger das Gegenstueck einer dumb fire missile - unfaehig mehrdimensionalen Raum zu sehen, unfaehig psionische Gestalt wahrzunehmen, wegen der offensichtlichen Primitivitaet einfach von ganz vielen Waffen und Gegenmassnahmen gar nicht betroffen - man muss sie wirklich physisch ausschalten was nur noch wenige Waffen eigentlich koennen.

    Waere eine eher dystopische Geschichte, mir gefaellt das Thema dass genauso wie ECM und Flugabwehr einen Typen mit einer Streitaxt nicht beeindrucken hypermoderne Waffen gaengiges SciFi Equipment nicht beeindrucken wuerden.

    Nur - wie das ganze Zeug schreiben das so super-kompex ist dass Menschen das gar nicht richtig wahrnehmen? Man muesste jede Menge Vokabular neu erfinden und dann auch noch irgendein halbwegs sinnvolles Szenario... ich hab' fuer mein Amuesement die Geschichte mal eine Weile gestrickt, aber ich hab' einen Hintergrund in theoretischer Physik und keine Hemmungen mit Extradimensionen, schraeger Raumzeitstruktur etc...

  • Thorsten Uuh, die Idee mag ich, aber ich kann verstehen, warum sie für die weitere Ausarbeitung schwierig ist.

    Für die involvierten Menschen ist das Szenario wie ein kosmischer Horror. Ein Krieg so gewaltig, dass die Erde darin bestenfalls einer strategisch einigermassen nützlichen Insel gleichkommt. Wahrscheinlich geht es im Konflikt um Dinge, die selbst die Generäle nicht wissen und einfach ihre Befehle ausführen, in der Hoffnung dass der Planet nicht beiläufig vernichtet wird.


    Ich hatte noch einen weiteren Gedanken, der sich am Titel von David Fromkins Buch "Europe's last Summer" orientiert, welches den Monat vor dem Kriegsausbruch 1914 behandelt.

    Die Bewohner einer industrialisierten Grenzregion geniessen das schöne Sommerwetter, Angehörige verschiedener Kulturen treffen sich am Stammtisch, ein Paar beobachtet von einer Blumenwiese aus Züge, die Kanonen an die Grenze fahren, während Diplomaten in den Hauptstädten verzweifelt versuchen, den Krieg aufzuhalten. Mir schwebt eine Ruhe vor dem Sturm vor, die sowohl unbeteiligte, wie auch beteiligte Perspektiven beleuchtet. Einige wollen den Konflikt verhindern, andere profitieren davon.

  • Das es erstaunlich viele Fantasywelten gibt die irgendwie eigentlich eine SciFi-Vergangenheit haben und aus einer zusammengebrochenen höher entwickelten Gesellschaft oder ggf. einer vergessenen Kolonie entwickelt haben:

    Wie würde so eine Fantasywelt wohl aussehen wenn sie, ähnlich wie die Leute im Mittelalter, die ja viel Wissen der Römer behalten oder gar verbessert haben, eben nicht bei 0 anfangen sondern modernes Wissen über Medizin, Metalurgie, Chemie, Physik, Gesellschaft etc. erhalten können und weiternutzen? :hmm:

    z.B. hyperoptimiertes und angepasstes Obst, Gemüse und Getreide mit dem optimierten Wissen um Dünger und Fruchtfolgen. Hochwertige Metallwerkzeuge und -waffen, automatisierte Fertigung von Textilien, Transportwesen etc. :hmm:

    Falken haben doofe Ohren

  • Alcarinque Da muss ich unfreiwillig an den Film Idiocracy denken, wo die Menschen der Zukunft zwar noch die Erfindungen der heutigen Zeit nutzen, aber keine Ahnung haben wie- oder warum sie funktionieren.

    Wäre auch interessant wenn die Leute rund um dieses Wissen fanatische Überzeugungen und neue Mythen entwickeln. Oder feudale Adelshäuser ihre Macht durch das geheime Wissen einer Technologie oder eines Verfahrens legitimieren. Z.B. weil sie die Einzigen sind, die einen Verbrennungsmotor bauen können.

  • Weil ich SCHON WIEDER etwas mit dem germanischen Götterhimmel lese:

    Wie wäre mal was mit dem deutschen Germanischen Göttern und ggf. eine wie auch immer geartete Anpassung ans Setting.
    Also eben Wotan, Donar etc und die ganzen Ebenen/Mythen eher an unseren Kulturraum angepasst. So weit das bekannt ist oder ggf. aus den mittelalterlichen Quellen irgendwie angepasst und kreativ erweitert. :hmm:

    Von den immergleichen Isländischen Namen und Settings bin ich echt etwas übersättigt (danke an Marvel dafür X/ ).

    Falken haben doofe Ohren

  • Also eben Wotan, Donar etc und die ganzen Ebenen/Mythen eher an unseren Kulturraum angepasst.

    Das ist eine Frage der Perspektive. Ich bin 30 km entfernt von der Wikingersiedlung Haithabu aufgewachsen, und 4 km von meinem Elternhaus entfernt sind Überreste eines Kriegshafens der Wikinger gefunden worden. Bei uns heißen alle etwas mit -sen (Sohn). Also Hansen, Lausen etc. Die Wikinger sind also für mich nicht isländisch, sondern sind ein Teil meiner Geschichte. Das habe ich ein wenig in meine Magus-Balder Geschichten einfliessen lassen.

    Aber es wohl wahr, die Kelten sind etwas unbeachtet von Hollywood und das ist vielleicht auch gut so …

  • Das ist natürlich eine andere Ecke, keine Frage. :D
    Aber auch "die Wikinger" hatten sicher nicht 1:1 die uns aus Island überlieferten Sagen (die dann noch durch einen christlichen Filter gegangen sind), leider ist uns abseits davon so gar nichts überliefert bis auf ein paar Runensteine und dann eben diverse Geschichten aus dem Mittelalter die den Stoff weiterverarbeiten...

    Hm, ich glaub die Quellenlage bei den Kelten ist teils noch dürftiger, wobei ich nicht weiß wie das in Frankreich ausschaut, wo die Germanen wenig Einfluss hatten. :hmm:


    Die erwähnten Wotan und Donar sind aber nicht keltisch sondern die deutschen Namen germanischer Götter (Odin und Thor) und wie wir von anderen polytheistischen, nicht zentral organisierten Religionen wissen, ist die Mythen- und Sagenwelt da viel kleinteiliger und diverser: die isolierten, Isländischen haben sich sicherlich vom "Festland" unterschieden und hier gab es dann auch wieder massive unterschiede von Dorf zu Dorf und noch mehr von Stamm zu Stamm. Die Unterschiede zwischen Dänen und Alemannen waren vermutlich extrem groß. Daraus also, um zum Thema zurück zu kommen, ein Götterhimmel und eine Geschichte zu erschaffen die in so einem unbekannteren Setting spiel, wäre doch echt mal spannend. :hmm:

    Falken haben doofe Ohren

  • Also eben Wotan, Donar etc und die ganzen Ebenen/Mythen eher an unseren Kulturraum angepasst.

    Also, nach Golther, Handbuch der Germanischen Mythologie ist Odin/Oden/Woden/Wode zum Beispiel eher eine Gestalt die Wikinger eher spaet von den Germanen geborgt haben. Der hat sich nur beim Adel so richtig durchgesetzt, im einfachen Volk waren Thor (Norwegen) oder Freyr (Schweden) viel wichtiger (kann man an Namen verfolgen - ganz viele Namen wurden mit Thor- gebildet, praktisch keine mit Oden-)

    Das Problem an genuin germanischer Mythologie ist, dass man praktisch nichts kennt - Tacitus und roemische Stelen geben ein bisschen Einblick, dann kommt lange nichts, dann kommt die Mythologie der Wikinger und dann kommen mittelalterliche Volkssagen die - vielleicht - noch ein bisschen urspruengliches Material enthalten.

    Die Situation bei den nordischen Goettern ist ja nicht optimal, weil das was man weiss aus dem christlichen Island kommt und als Handbuch wie man Poesie schreibt verfasst wurde - eigentlich als Erklaerung fuer kennings (Umschreibungen). Trotzdem ist die ungleich besser als bei der Germanischen Mythologie wo man im Wesentlichen ein paar Namen hat - und dann viele Vermutungen.

    Es ist aber - auch wieder Golther folgend - unwahrscheinlich dass die germanische Mythologie so drastisch verschieden von der nordischen war - halt eher auch regionale Auspraegungen, genau wie Freyr in Schweden wichtig war und Thor in Norwegen war vielleicht Tiuz im germanischen Raum prominenter - aber man kannte sich gegenseitig und hat auch fleissig geborgt.

    Hm, ich glaub die Quellenlage bei den Kelten ist teils noch dürftiger

    Die ist vergleichsweise okay... Irische, schottische walisische und bretonische Sagen gibt es noch reichlich und auch die Archaeologie gibt mehr her als bei den Germanen.

    die isolierten, Isländischen haben sich sicherlich vom "Festland" unterschieden und hier gab es dann auch wieder massive unterschiede von Dorf zu Dorf und noch mehr von Stamm zu Stamm

    Ja und nein - es gab nebeneinander die private Ausuebung von Religion wo jeder zu Hause gemacht hat was er wollte und die nationale - Island hatte das Althing, Schweden hatte den Tempel von Uppsala,... Das ist eine Frage des Fokus, nicht der Dogmatik - Eirik Sturlusson verehrt vielleicht zu Hause Thor mit regelmaessigen Blutopfern, aber weder zweifelt er die Existenz oder Macht Odins an, noch ist er der Meinung dass sein Nachbar Gretti jetzt mit Thor alles falsch macht, und wenn sie aufs Althing gehen, dann machen sie das so wie der Sprecher das dort organisiert.

  • Es ist aber - auch wieder Golther folgend - unwahrscheinlich dass die germanische Mythologie so drastisch verschieden von der nordischen war - halt eher auch regionale Auspraegungen, genau wie Freyr in Schweden wichtig war und Thor in Norwegen war vielleicht Tiuz im germanischen Raum prominenter - aber man kannte sich gegenseitig und hat auch fleissig geborgt.

    Das ist halt die große Frage... Die Götterdämmerung weißt ja schon erstaunliche Ähnlichkeit zum jüngsten Gericht auf. Ab wann sie da vom Christentum beeinflusst wurden, ist natürlich die große Frage, da gabs ja einen jahrhundertelangen Austausch. :hmm:
    Aber wie das davor ausgesehen haben könnte ist natürlich wildes Rätselraten da wir halt einfach gar nichts haben...
    (Ich war ja echt erstaunt das es hier bei mir am allemannischen Alpenrand noch Sagen von Woudans Jagt gab und das man sich da auf den Boden werfen und die Ohren zuhalten soll. XD )

    Die ist vergleichsweise okay... Irische, schottische walisische und bretonische Sagen gibt es noch reichlich und auch die Archaeologie gibt mehr her als bei den Germanen.

    Ah, stimmt, die britischen Kelten gibts ja auch noch, die habe ich wieder gekonnt ignoriert. Da ist natürlich einige überliefert.

    Die Festlandkelten sind halt weniger bekannt, da gibt es, zumindest im deutschsprachigen Raum primär Funde und kaum Überlieferungen. Nur das sie wohl einen gewissen Kopffetisch hatten ist bekannt...

    Eine spannende Geschichte die einen in eine Gesellschaft mitnimmt, die die Köpfe bzw. Schädel der Gegner im Wohnraum aufstellt, das wäre mal was Interessantes. :D

    Falken haben doofe Ohren

  • Thorsten  Alcarinque

    Die Götter-Diskussion finde ich sehr interessant.

    Mir huscht im Moment immer wieder eine Erstkontakt Science-Fiction Geschichte durch den Kopf. Ich sehe ganze Szenen vor mir und ich stelle mir interessante Protagonisten vor. Leider würde es länger als eine Kurzgeschichte werden und solche Stories sind auch nicht wirklich neu. Ausserdem hat mir meine Tochter verboten neue Sachen anzufangen, bevor ich die anderen abgeschlossen habe.:patsch:

  • Die Götterdämmerung weißt ja schon erstaunliche Ähnlichkeit zum jüngsten Gericht auf. Ab wann sie da vom Christentum beeinflusst wurden, ist natürlich die große Frage, da gabs ja einen jahrhundertelangen Austausch.

    Vgl. das Muspilli-Gedicht mit Muspelheim (ohne klare Etymologie) aus der Edda - die Parallelen sind schon sichtbar.

    Ausserdem hat mir meine Tochter verboten neue Sachen anzufangen, bevor ich die anderen abgeschlossen habe. :patsch:

    Sehr vernuenftig, Deine Tochter:D

  • Die Diskussion hat mich gerade angeregt, mich etwas mehr mit den ursprünglichen Bewohnern meiner Region zu befassen.

    Die Schweiz wurde zwar nebst den Kelten auch lange von Römern, Alemannen und Burgundern bewohnt, aber im Volksmund gelten die Helvetii generell als Vorfahren der Schweizer. Wobei ich jetzt bei meiner Recherche gerade festgestellt habe, dass sie ursprünglich weiter nördlich am Rhein lebten, ein paar Jahrhunderte in der Schweiz Urlaub machten und bei ihrer Ausreise nach Gallien von Cäsar aufgehalten und gezwungen wurden, weiter im schweizer Mittelland zu leben, um Rom vor den Alemannen zu beschützen.

    Wie dem auch sei sind keltische Gene bei den Schweizern heute zumindest weit verbreitet und ich gebe mich jetzt dem Wunschdenken hin, keltischer Abstammung zu sein.

    Beeindruckend finde ich die schiere Grösse der keltischen Ausbreitung. Galizien in Westspanien und Galizien in der Westukraine bedeutet nämlich beides "Land der Gallier".

    Eine präzise Zusammenfassung der Mythologie finde ich leider auf die Schnelle nicht. Ich glaube das ist bei der Mythologie der Britannier einfacher als bei den Galliern auf dem Kontinent, da jeder Stamm seine eigenen Gottheiten hatte und die einzigen Überlieferungern von den Römern stammen.

  • Vgl. das Muspilli-Gedicht mit Muspelheim (ohne klare Etymologie) aus der Edda - die Parallelen sind schon sichtbar.

    Uh, spannend, danke!

    Eine präzise Zusammenfassung der Mythologie finde ich leider auf die Schnelle nicht. Ich glaube das ist bei der Mythologie der Britannier einfacher als bei den Galliern auf dem Kontinent, da jeder Stamm seine eigenen Gottheiten hatte und die einzigen Überlieferungern von den Römern stammen.

    Ich glaub die Kelten von der Hallstadtkultur bis zu den britischen Überresten ist so ein großer Kulturraum (sprachlich wie zeitlich), das der zwangläufig sehr heterogen war. Die Animation auf Wiki über die Geschichte und Verbreitung der keltischen Sprachen finde ich extrem spannend.
    War aber wohl auch mehr Kultur/Sprache und kein Volk in dem Sinn. :hmm:

    @Abstammung: Joah, dann bin ich vermutlich Keltogermane oder so. XD

    Falken haben doofe Ohren