Es gibt 45 Antworten in diesem Thema, welches 1.097 mal aufgerufen wurde. Der letzte Beitrag (17. Dezember 2025 um 08:45) ist von Lehep.

  • Moin, liebes Forum!

    Wiedereinmal rufe ich zum Verszember. Das bedeutet, dass es den Dezember hindurch für jeden Tag ein Schlagwort für ein Gedicht geben wird, das dann in diesem Thread gepostet werden kann. (Ihr könnt es auch nur für euch machen, aber hier macht es mehr Spaß mMn.) Ziel ist nicht Perfektion oder hohe Kunst, sondern Übung, Auseinandersetzung mit dem Thema Lyrik, das ja viele scheuen, und - wichtiger als alles andere - Spaß! Nichts hilft hier mehr als ein spielerischer Zugang.

    Alle Kurzformen sind willkommen! Elfchen, Haikus, Vierzeiler mit jedem Reimschema und vielleicht auch ohne, freier Jazz, von mir aus auch abstrakte Prosa, alles ist erlaubt. Nur wer auf KI zurückgreift, verspielt seine Ehre. :P

    Die Liste der Schlagworte folgt im Spoiler:

    Spoiler anzeigen
    1. Laub11. Krabbeln21. Überfüllt
    2. Stammbaum12. Klopf, klopf …22. Online
    3. Unbekannt13. Geist23. Unglaublich
    4. Gestirn14. Milchreis24. Wer du warst …
    5. Pfütze15. Versprochen25. Gesegnet
    6. Sack und Rute16. Atlas26. Erdnussbutter
    7. Advent17. Lebendig27. Puzzle
    8. Mentorin18. Fünf vor Zwölf28. Wasser
    9. Zurück19. Baum29. Täuschung
    10. Parkett20. Du und Sie30. Nochmal
    31. Finale

    Es darf geschummelt werden. Wer sich lieber ein eigenes Schlagwort aussucht oder das vorgegebene abändert, soll es tun. Legt die Themen gerne so weit aus, wie ihr wollt. Ihr könnt auch etwas zu Worten schreiben, die bereits dran waren - warum auch nicht?

    Niemand muss etwas zu allen Worten machen, ihr könnt euch auch nur die Lieblinge rauspicken. Ich werde mich allerdings wieder an allen versuchen.

    Am 01.12.2025 geht es los.

    Einen fro-ho-ho-ho-en Verszember wünsche ich!

    Häupter auf meine Asche!

    2 Mal editiert, zuletzt von kalkwiese (1. Dezember 2025 um 14:48)

  • Bin mit Freude wieder dabei. Meine persönliche Vorgabe wie auch im letzten Jahr: Jedes Gedicht entsteht in einer Stunde. Und ich setze mich zum Schreiben nur am Abend hin. Das ist Tradition.

    So lasst uns denn dichten.

    Denn dichter zu werden war bereits der Wunsch des Dichters Heinz Erhardt in seiner frühesten Jugend. Man erinnere sich an die Fee mit dem faltenreichen Gewand und ebensolchem Gesicht...:D

  • Ich halte das für eine gute Vorgabe. Der Verszember ist ja in erster Linie eine Sache zwischem meinem Bruder und mir, die aber auch gut hier ins Forum passt. Unser beider Anspruch ist dabei, dass wir das auch abends, kurz vor dem Schlafengehen noch niederschreiben können. Das lockert auch die Feder, dass man das in 5 min hinbekommen soll, finde ich. :D Zumindest mir hilft das.

    Häupter auf meine Asche!

  • Bin ich die Erste? 🤔

    01.12.2025 LAUB


    Das Laub des Herbstes liegt am Boden,

    nass und festgeklebt.

    Die Farbenpracht ging ihm verloren,

    als hab es nie gelebt.


    8(

    Der Unterschied zwischen dem, was Du bist und dem, was Du sein möchtest, liegt in dem, was Du tust.
    -------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------
    Was würdest Du tun, wenn Du keine Angst hättest?

  • Dann wollen wir mal!

    Die kreativen Säfte fließen heute ganz gut.

    1) Laub

    Wenig Kronen noch belaubt

    Was der Herbst sich wohl erlaubt?

    Winter kommt, ist was ich glaub

    Und die Straßen voller Laub


    Edit:

    Da hättest du glatt wie bei einem YouTube-Video "Erste!" schreiben können :D Und das Gedicht: Achja, der Herbst, die sterbende Jahreszeit. Es geht schön von der Zunge, das gefällt mir. :)

    Also, das hier nicht so ernst zu nehmen, ist ja der Geist des Verszembers. Von daher - genau so kann ein Beitrag aussehen. :D Ich habe auch schon welche geschrieben, die ganz ähnlich waren. :thumbup:

    Häupter auf meine Asche!

  • Ewig wäre schön

    Fällt's Laub in Menge schwer vom Baum,

    Klagt laut der Sommer:

    Aus der Traum!!!

    (Der Wanderer, 01.12.2025)

  • Im Wartezimmer geschrieben. Ich glaube, ich mag Tiere einfach. :hmm:

    2) Stammbaum

    Der alte Stammbaum steht, überheblich, aber die Blüten sind schön.

    Wär ich ein Hund, ich würd ihn genüsslich anpinkeln.

    Wär ich eine Katze ich würd an ihm meine Krallen wetzen.

    Wär ich ein Holzfäller, ich würd Bretter draus sägen.

    Wär ich ein Schreiner, ich würd einen Sarg draus zimmern.

    Und wär ich sterbenskrank, ich legte mich in den Sarg hinein.

    Häupter auf meine Asche!

  • 02.12.2025

    STAMMBAUM

    Manchmal kommts so über mich,

    dass ich denk: Wer wäre ich,

    wenn nur mein Stammbaum anders wär.

    Mit Geld gesegnet, Ruhm und Ehr.


    Hätt ich Farbe an den Händen?

    Quilts an allen meinen Wänden?

    Wortgefasel auf Papier?

    Gulasch, abgeschmeckt mit Bier?


    Alles dies würd ich vermissen,

    würd ich einmal reich sein müssen,

    und den Snob raushängen lassen

    und die "armen Leute" schassen.


    Ich bin lieber schräg und bunt

    und läuft mein Leben auch nicht rund:

    Ich find mich meistens ziemlich toll!

    Drum ist mein Stammbaum, wie er soll!

    :crazy:

    Der Unterschied zwischen dem, was Du bist und dem, was Du sein möchtest, liegt in dem, was Du tust.
    -------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------
    Was würdest Du tun, wenn Du keine Angst hättest?

  • 03.12.2025


    UNBEKANNT


    Eine unbekannte Nummer

    bimmelt in mei'm Telefon.

    Polen, Israel, und Spanien

    hatt'mer alles schon.


    Sollt ich jetzt und demnächst auch

    fremde Sprachen lernen?

    Damit ich nettig schwatzeln kann

    mit denen aus den Fernen...


    Weil wegen: Sonst erfahr ich nie,

    was die so wollen von mir.

    Vielleicht entgeht mir ne Million?

    Oder zwei? Drei? VIER?!


    Am besten ist, ich lass es sein

    und geh erst gar nicht ran.

    Denn bei meinem dummen Glück,

    ist ein Inkasso dran...8(

    Der Unterschied zwischen dem, was Du bist und dem, was Du sein möchtest, liegt in dem, was Du tust.
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    Was würdest Du tun, wenn Du keine Angst hättest?

  • 04.12.2025

    GESTIRN

    Gestern hab'ch mir n Kopp gemacht

    und ein paar Zeilchen ausgedacht...

    Heute klopp ich mir ans Hirn!

    Das Wort war nicht "gestern", das Wort war "Gestirn"...


    8( Sorry for the Verwechselingding. :patsch:

    Der Unterschied zwischen dem, was Du bist und dem, was Du sein möchtest, liegt in dem, was Du tust.
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    Was würdest Du tun, wenn Du keine Angst hättest?

  • Ich bin in Verzug...und hole den 02. und 03. hiermit mal nach.


    Mein Familienbaum

    Ich wünschte so sehr,

    der Baum meiner ganzen Familie würde sich in der Krone

    in allen Richtungen austrecken, der Sonne entgegen.

    Doch sehe ich den Ast des einen Zweiges

    bereits völlig verdorrt.


    Und das Grün am zweiten Ast, welcher der meine ist,

    auch an ihm welken schon die Blätter.

    Der dritte und der vierte Ast jedoch grünen. Und ich habe Hoffnung

    daß aus ihm einst eine neue Krone wird

    die gestorbenen Zweige umfangend.


    (DerWanderer, 04.12.25)


    Das Unbekannte


    Warum sollte ich denn das Unbekannte fürchten?

    Es kennt mich doch genau so wenig.

    Und hat vielleicht viel mehr Angst vor mir als ich vor ihm.

    Sei also immer neugierig.


    (Der Wanderer, 04.12.25)

  • 05.12.2025


    PFÜTZE

    Heute gibt es kein Gedicht,

    denn das Prompt, das mag ich nicht!

    Wenig nur reimt sich auf "Pfütze".

    Mütze? Grütze? Oder Stütze?

    Deshalb lass ich's heute sein

    und werf nur ein Zitat hier rein:

    Zitat

    Selbst in der kleinsten Pfütze spiegelt sich der Himmel!

    und wer sich auf den Boden hockt, kriegt einen nassen P... opo :blush:

    Der Unterschied zwischen dem, was Du bist und dem, was Du sein möchtest, liegt in dem, was Du tust.
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    Was würdest Du tun, wenn Du keine Angst hättest?

  • Das mit dem Stiefel verstehe ich jetzt nicht.

    ABER: wag es ja nicht mir das zu erklären! ☝️

    Der Unterschied zwischen dem, was Du bist und dem, was Du sein möchtest, liegt in dem, was Du tust.
    -------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------
    Was würdest Du tun, wenn Du keine Angst hättest?

  • Ich bin schon wieder in Verzug...


    Die Gestirne über uns


    Das Licht von Sternen über uns

    obschon sie lang vergangen sind.

    erreicht uns jetzt, macht uns erschauern.


    Seid froh, daß dieses Licht ihr seht.

    Denn wär die Sache andersrum

    dann müßten wir's bedauern.

    (Der Wanderer. 05.12.25)


    Der Spiegel

    Was ist eine Pfütze denn anderes als ein Gleichnis?

    Liegt ihr Wasser ruhig, ist sie der Spiegel,

    in den Du getrost hineinsehen kannst.

    Doch jeder Tritt eines Kinderstiefels,

    der reinen Lebenslust geschuldet,

    zerstört den Spiegel.

    Was Du gesehen hast, ist Vergänglichkeit.

    (Der Wanderer, 05.12.25)

  • Heut Abend bleib ich gleich zuhaus,
    denn bald schon kommt der Nikolaus.
    Ich spür schon, wie das Herzchen springt,
    gespannt darauf, was der Weihnachtsmann bringt.
    Ich hoff, ich war dies Jahr der Gute
    und spar mir so Gewalt mit Rute.