Da ich endlich etwas habe, das ich mit euch teilen kann, mache ich auch gleich ein Sammelthema daraus, da es sicherlich in Zukunft öfter dazu kommen wird.
Die Geschichte, die ich mit euch teilen möchte, ist eher nur eine Szene, die aber sehr wichtig für meinen Charakter Vero ist. Das Ganze bezieht sich auch auf den aktuell letzten Blogpost von mir: Post #8 (ganzer Blog ist verlinkt)
Was die Kritik angeht, so geht es mir eher um die Ideen selbst, die ich in meine Texte einfließen lasse, die Lesbarkeit und Verständlichkeit meines Stiles, sowie die Emotionen, die ich versuche herüberzubringen. (Ich hoffe, dass man damit was anfangen kann.)
Ansonsten wünsche ich allen viel Spaß beim Lesen, die mal einen Blick wagen. ![]()
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Narbe der Erinnerung
(Abschied von Urd)
Als langsam das Licht der Sonne erlosch und sich die Schatten der Dunkelheit erhoben...
Sich die Gruppe auf die kommende Nacht vorbereitete...
Die Erschöpfung des Kampfes im Körper und Geiste ausbreitete und der erholsame Schlaf verwehrt blieb, war einer wach.
Spät in der Nacht, als bereits die meisten von ihnen schliefen, tat es einer jedoch nicht. Vero war trotz seiner enormen Müdigkeit wach. Er saß allein, etwas abgelegen von den anderen und dachte nach. Der Schlaf würde für ihn heute nicht mehr kommen, nicht bei dem, was passiert war. Was ihm sämtliche Ruhe raubte und so miesgelaunt stimmte, dass er selbst keinen klaren Gedanken fassen konnte bei all der Trauer und der Schuld, die er durch den Verlust von Urd verspürte.
Nach einer Weile des einsamen Trauerns und des Nachdenkens, traf Vero eine Entscheidung. Langsam richtete er sich auf und lief leise zu Urds leblosen Körper hinüber. Er kniete sich vor diesem nieder und senkte sein Haupt. Auch wenn Urd, Veros Worten nun nicht mehr hören konnte, so sprach er dennoch zu ihm.
„Urd... Du warst nicht nur ein Gefährte auf unseren gemeinsamen Reisen, sondern auch ein Waffenbruder, mit dem ich Seite an Seite kämpfte. Ein Kamerad, den ich stolz zu meinen Freunden zählen durfte.“ Daraufhin zog sich Vero sein Hemd aus und griff nach seinem Langspeer. „Du wirst ewig in meinem Herzen erinnert werden!“ Mit zusammengepressten Zähnen, stieß er sich die Klinge in sein Fleisch und verpasste sich eine tiefe Wunde über seiner linken Brust, die eine Narbe der Erinnerung nach der Heilung zurücklassen würde.
Keinen Laut gab er von sich, als das scharfe Metall der Speerspitze seine Haut Stück für Stück zertrennte und einen deutlich, stark blutenden Riss hinterließ. Der körperliche Schmerz, der ihn durchzog, half Vero bei seiner tiefen Trauer um seinen verstorbenen Freund. Keuchend ließ er seinen Langspeer fallen und presste seine Hand gegen die Wunde, während er die andere auf Urds Brust legte. Veros Blick hingegen, lag auf dem ruhenden, friedlich aussehenden Ausdruck von Urds Gesicht, als er ihm ein letztes Versprechen gab.
„Ich werde den Feigling finden, der von dieser miesen Gruppe voller Bastarde geflohen ist und ihn töten! Ich schwöre dir, Urd, bei meinem Speer … dass auch der Letzte von ihnen sein Ende gefunden hat, so wie sie dir deines bescherten.“ Mit dem letzten gesprochenen Wort, verblieb Vero an Urds Seite und hielt die restliche Nacht lang Totenwache über seinen Freund.