Wie angekündigt ein Experiment. Ich schrieb eine Kurzgeschichte und ließ anschließend eine Ki ihre Version davon schreiben. Ich wollte mal die Unterschiede sehen und ob man einem Text ansehen kann, dass er von einer KI verfasst wurde.
Zuerst mein Text.
Tommy träumt von Dinosauriern.
Wie immer ärgerte sich Tommy darüber, dass er nichts in seinen Traum mitnehmen konnte. Keinen Stift und kein Notizheft. Eine Taschenlampe wäre auch sehr praktisch gewesen. Ganz zu schweigen von einem Smartphone, dessen Nutzen sich allerdings in engen Grenzen gehalten hätte, wie er sich eingestand. In dieser Welt gab es garantiert kein Netz. Wer Elektrizität benötigte, musste auf Blitze hoffen.
Wieder einmal begann sein Traum in tiefster Nacht. Es war stockfinster. Wie sollte er da herausfinden, in welcher Epoche er gelandet war? Jura? Kreidezeit? Wenn wenigstens der Mond und die Sterne für etwas Beleuchtung gesorgt hätten. Aber sie verbargen sich hinter einer dichten Wolkendecke. Es regnete.
Zu den Merkwürdigkeiten dieser seltsamen Umgebung gehörte der Umstand, dass nichts ihn berühren konnte. Selbst im schlimmsten Wolkenbruch blieb er trocken. Von Stürmen entwurzelte Bäume flogen an ihm vorbei. Mücken stachen ihn nicht, Raubtiere ignorierten ihn. Andererseits war er imstande, alles anzufassen, was er wollte. Sogar einen Allosaurus. Er hatte seinen ganzen Mut zusammenkratzen müssen, um sich einem dieser Ungeheuer zu nähern und es sogar zu streicheln.
Doch nicht alles passte in diese Logik.Er konnte atmen, was wohl kaum möglich gewesen wäre, wenn ihn der Luftsauerstoff gemieden hätte. Bei grosser Hitze schwitzte er durchaus. Auch war er schon über Baumwurzeln gestolpert. Dem Autor einer Erzählung hätte man derlei Unstimmigkeiten ankreiden müssen. Aber das hier war ein Traum. Da galten wohl andere Maßstäbe,
Endlich riß die Wolkendecke auf. Der Mond kam zum Vorschein. Aus seinem Erscheinungsbild ließ sich leider nicht ableiten, in welcher Vergangenhei sich Tommy befand. Zwar entfernte sich der Trabant stetig von der Erde, aber nur um wenige Zentimeter pro Jahr. In 100 Millionen Jahren summierte sich das auf etwa 5000 Kilometer. Tommy konnte trotzdem keinen Unterschied zu seinem gewohnten Nachthimmel erkennen. Kein Wunder angesichts der Entfernung zwischen Mond und Erde in seiner Zeit, die sich auf 384000 Kilometer belief. Hier waren es eben 379 000 Kilometer. Für den Betrachter lief das beinahe auf dasselbe hinaus. Hätte der Junge eine Armbanduhr dabei gehabt, wäre ihm allerdings aufgefallen, dass die Tage deutlich kürzer waren als bei ihm zu Hause. Damals hatte sich die Erde schneller gedreht.
Auch der Sternenhimmel half nicht wirklich weiter. Wie sein Vater begeisterte sich Tommy für Amateurastronomie. Daher waren ihm die Sternbilder durchaus vertraut. Er wußte auch, wo er den Polarstern zu suchen hatte.
Doch den gab es hier nicht. Keine Spur auch vom Großen Wagen. Hier sah das Firmament völlig anders aus. Deshalb hatte Tommy schließlich seine eigenen Sternbilder kreiert. Da gab es beispielsweise die Ketchupflasche, die Dampflok und natürlich Elvis. Einige der fernen Himmelskörper hatten sich, von dieser Urerde aus gesehen, so formiert, dass sie den King recht treffend abbildeten, die Haartolle inklusive. Wenn er das noch hätte erleben dürfen!
Langsam wurde es hell. Das Tageslicht zeigte ihm den dichten Wald, in welchem er gelandet war und der teils fremdartig, teils aber auch auf seltsame Weise vertraut wirkte. Die Nadelbäume hätten durchaus in den Schwarzwald gepasst. Anders als die Riesenfarne. Sie kamen ihm vor wie Besucher aus einer fernen Welt. Von Unterholz konnte man noch nicht sprechen. Es gab lediglich ein paar kleine, blaßgelbe Blütenpflanzen, natürlich weitere, kleine Farne und eine erstaunlich große Auswahl an Pilzen. Sogar Steinpilze hatte er schon entdeckt, vorsichtshalber aber nicht probiert.
Ein Geräusch erregte seine Aufmerksamkeit. Als ob etwas Großes, Schweres durch die Naturlandschaft stapfte. Vorsichtig arbeitete er sich weiter vor. Dann sah er das Wesen. Es ähnelte einem Allosaurus. Größe und Schädelform stimmten. Wie gewaltig dieses Untier war! Neben ihm hätten Elefanten gewirkt wie Kleinvieh. Es verfügte auch über die charakteristischen langen Arme, die in dreifingrigen, krallenbewehrten Fingern ausliefen. Doch die Hörner fehlten. Dafür war ein dichtes, grauschwarzes Federkleid vorhanden, das den gesamten Rumpf bedeckte. Das war eine neue Art! Die er entdeckt hatte! Und er wusste auch schon, wie er sie nennen sollte.
Tommysaurus!
Das begeisterte ihn so, dass er aufwachte. Sofort sprang er aus dem Bett, machte das Licht an, eilte an seinen Schreibtisch und griff nach seinem Notizheft. Solange die Erinnerung noch frisch war, musste er unbedingt eine akribische Zeichnung des neuen Sauriers anfertigen. Was auch gelang. Stolz betrachtete er sein Werk.
Die Tür ging auf. "Schon wieder einer dieser Träume?", fragte seine Mutter besorgt. "Das ist doch kein erholsamer Schlaf mehr! Morgen gehen wir zum Arzt. Mach dich jetzt fertig. Ohne Frühstück kommst du mir nicht aus dem Haus!"
Er fühlte sich wirklich müde und zerschlagen. So faszinierend ihm seine nächtlichen Abenteuer auch vorkamen, sie kosteten ihn genauso viel Kraft wie ein zweites Leben. Eigentlich schlief er gar nicht mehr.
Kein Wunder, dass er sofort einschlummerte, sobald er sich im Schulbus auf seinen Platz gesetzt hatte.
Und er träumte. Zum ersten Mal tagsüber. Er stand an einem Fluss, in dem sich irgendetwas auf ihn zubewegte. Er fühlte einen Stich. Entgeistert nahm er die Mücke in Augenschein, die er reaktionsschnell erschlagen und zerquetscht hatte.
Sie hatte ihn angegriffen! Hinter sich vernahm er ein Grollen.
Das brachte ihn in die Wirklichkeit zurück. Er erwachte. Bei Tagträumen galten wohl andere Regeln!
Jetzt die KI.
Meine Anweisung lautete:
Schreibe eine Kurzgeschichte.
800 Worte
Inhalt: Der zehnjährige Tommy träumt jede Nacht, er sei im Zeitalter der Dinosaurier.
Dort kann ihn nichts berühren oder gar verletzen.
Aber er kann alles anfassen.
Anhand des Sternenhimmels versucht er herauszufinden, in welcher Epoche er sich befindet.
Er entdeckt eine neue Saurierart.
Schließlich träumt er erstmals tagsüber. In diesem Traum sticht ihn eine Mücke. Er erkennt, dass Tagträume gefährlich sind.
Es folgt der Text der KI:
Der zehnjährige Tommy war ein Grenzgänger. Sobald er den Kopf auf das Kissen legte, verwandelte sich das sanfte Rauschen des Windes vor seinem Fenster in das gewaltige Dröhnen eines urzeitlichen Dschungels.
In seinen Träumen war Tommy unverwundbar.
Er war ein Geist in einer Welt aus Giganten, ein unsichtbarer Beobachter, den kein Reißzahn durchdringen und keine Kralle verletzen konnte.
Er konnte die raue, warme Haut eines schlafenden Triceratops berühren oder seine Hand in das brodelnde Maul eines Vulkans stecken, ohne mehr als ein angenehmes Kribbeln zu spüren.
In dieser Nacht fand er sich auf einer weiten, farnbewachsenen Hochebene wieder. Die Luft schmeckte dick und süß nach Sauerstoff und Farnsporen.
Tommy setzte sich ins Hohe Gras und blickte nach oben. Das war seine Routine.
Er war kein gewöhnlicher Träumer; er war ein Chronist. Er wußte, dass die Kontinente wanderten, aber die Sterne erzählten die wahre Geschichte der Zeit.
Er suchte nach dem Kreuz des Südens und der Position des Polarsterns, aber das Firmament sah völlig fremd aus.
Die Sternbilder, die er aus seinen Astronomiebüchern kannte, waren verzerrt, als hätte jemand am Tuch des Universums gezogen.
Anhand der Präzession und der ungewöhnlichen Dichte des Milchstrassenbandes kombinierte er messerscharf. Er musste sich in der späten Kreidezeit befinden, etwa vor 70 Millionen Jahren. Doch die Konstellationen deuteten auf eine leichte Abweichung hin. Vielleicht war er an einem Ort, den die Paläontologen noch gar nicht auf dem schirm hatten.
Plötzlich bebte die Erde. Es war kein rhythmisches Stampfen sondern ein schnelles, fast elegantes Trippeln. Aus dem Dickicht der Mammutbäume trat ein Wesen, das Tommy noch nie gesehen hatte. Es war etwa so groß wie ein Pferd, aber von graziler, vogelähnlicher Gestalt.
Sein Körper war mit schimmernden, pfauenblauen Federn bedeckt, die im fahlen Mondlicht metallisch glänzten. Das erstaunlichste aber war der Kopf. Er besaß einen flachen, knöchernen Kamm, der wie eine Sichel nach hinten gebogen war.
Und an den Vorderläufen trug er drei lange, feingliedrige Finger mit fast menschlich wirkenden Nägeln,
"Ein Psilo-Saurus"", flüsterte Tommy ehrfürchtig und erfand den Namen auf der Stelle.
Das Tier blieb direkt vor ihm stehen. Es sah ihn nicht- niemand sah ihn hier - aber es schnupperte in seine Richtung. Tommy streckte die Hand aus und fuhr über die kühlen, seidigen Federn am Hals des Tieres. Es fühlte sich absolut real an. Er war der einzige Mensch, der wußte, dass die Evolution diesen blauen Jäger hervorgebracht hatte.
Am nächsten Morgen fiel es Tommy schwer, in der Schule wach zu bleiben. Die Realität war grau, laut und staubig Während Herr Meyer über die Bruchrechnung dozierte,starrte Tommy aus dem Fenster auf den staubigen Schulhof. Die Sonne schien warm auf seinen Nacken. Er schloss die Augen nur für einen Moment, wollte nur kurz zurück zu den blauen Federn und dem fremden Sternenhimmel.
Plötzlich war er wieder da. Doch etwas war anders. Er stand nicht auf der Hochebene, sondern im dichten Sumpfland. Die Sonne stand hoch im Zenit. Eine brennende weiße Scheibe. Es war sein erster Tagtraum. Tommy fühlte sich schwerer als sonst. Präsenter.
Ein hohes Summen drang an sein Ohr. Eine prähistorische Mücke, groß wie eine Libelle, kreiste um seinen Arm.
Tommy lächelte. "Du kannst mir nichts tun", dachte er, wie er es jede Nacht dachte. "Ich bin ein Geist".
Doch dann landete das Insekt. Tommy spürte das Gewicht der haarigen Beine auf seiner Haut. Er erstarrte. Die Mücke stach zu. Ein brennender, stechender Schmerz schoss durch seinen Unterarm, heisser und realer als alles. was er je im Schlaf erlebt hatte. Er schrie auf und schlug nach dem Tier. Doch seine Hand fühlte sich bleiern an.
"Tommy, setzt dich hin!"
Mit einem Ruck riss er die Augen auf. Er stand mitten im Klassenzimmer, sein Stuhl war umgekippt. Die Mitschüler kicherten. Herr Meyer sah ihn streng an Tommy atmete hastig, sein Herz raste wie das eines gejagten Hypsilophodon, Er blickte auf seinen rechten Unterarm. Dort, genau unter der Armbeuge, schwoll eine rote, heiße Pustel. Es brannte höllisch.
In diesem Moment begriff Tommy die bittere Wahrheit. In der Nacht schützte ihn die Tiefe seines Bewusstseins, die klare Grenze zwischen den Welten. Doch der Tagtraum war eine Brücke ohne Geländer. Wenn er die Realität verliess, während sein Körper noch wach und empfindlich war, verschwanden die Regeln.
Im Tagtraum war er kein Beobachter; er war Beute. Die Unverwundbarkeit war der Preis für die Dunkelheit der Nacht.
Er setzte sich schweigend hin und versteckte den brennenden Stich unter seinem Ärmel.
Er würde weiter träumen, natürlich.
Aber die Sonne gehörte ab jetzt der echten Welt.
Denn wer am hellichten Tag zwischen den Welten wandelte, riskierte, dass die Urzeit ihre Zähne nicht nur zeigte, sondern auch benutzte.
SOWEIT DIE KI.
Sie hat einen blumigeren Stil als ich und einen Hang zum Pathos und zu Phrasen. Kann man daran KI-Texte erkennen?