Aurelia Falls - Todeskuss

Es gibt 24 Antworten in diesem Thema, welches 1.086 mal aufgerufen wurde. Der letzte Beitrag (30. Mai 2026 um 10:13) ist von Kisa.

  • Es ist lange her, aber ich habe es endlich geschafft mal wieder eine Geschichte zu schreiben an der ich wirklich Spaß habe und das Schreiben nicht zur Qual wird, sondern halbwegs leicht von der Hand geht. Ich warne euch gleich vor, es geht um Vampire, Werwölfe, Hexen etc. wen das nicht interessiert, für den ist diese Geschichte nichts. Dennoch sind alle natürlich herzlich dazu eingeladen, diese Geschichte zu lesen und zu verfolgen.

    Meine Geschichte ist bis jetzt auf fünf Teile ausgelegt, also wird nicht jedes Geheimnis in den ersten Kapiteln verraten... ;)

    Ich wünsche Euch allen viel Spaß beim Lesen :newspaper:


    Edit: So meine lieben, ich habe den Part dann einmal entsprechend überarbeitet. Der Name des Hundes hat sich geändert.


    Aurelia Falls


    -


    Todeskuss


    Kapitel 1

    Endlich Ruhe!

    Ich ließ mich seufzend in den Schreibtischstuhl fallen. Hier im Büro konnte ich während meiner Pause endlich ein bisschen abschalten. Bevor ich wieder nach vorne in den Schrankraum und den Rest meiner Schicht im Vance´s hinter mich bringen musste. Die Pause hatte ich dringend nötig. Der Laden war brechend voll. Das Tammy, eine unserer Kellerinnen, sich heute kurzfristig krankgemeldet hatte, war dabei nicht sonderlich hilfreich. Allerdings hatte ich in der kürze der Zeit, keine Gelegenheit gehabt nach Ersatz zu suchen, also mussten heute alle etwas tatkräftiger ans Werk gehen als sonst.

    Das an einem Donnerstagabend so viel Betrieb war, war letztendlich nur dem Heimspiel unseres High School Football-Teams zu verdanken. Versteht mich nicht falsch, ich freue mich darüber, wenn der Laden brechend voll ist und die Leute in Feierlaune sind, weil wir das Spiel gewonnen haben, aber vor dem Hintergrund das mir an diesem Abend eine Kellnerin fehlte, hob dies nun wirklich nicht meine Laune.

    Ich lehnte mich zurück, hob die Beine auf die Schreibtischkante und schlug sie über einander. Mit geschlossenen Augen kostete ich die Stille in vollen Zügen aus.

    Erst in diesem Moment wurde ich mir meiner hämmernden Kopfschmerzen bewusst, die sich sicherlich auf die Geräuschkulisse im Vorderenteil des Bistros befand. Ich rieb mir die Schläfen und hoffte, so den Schmerz vertreiben zu können, doch leider ohne Erfolg.

    Ich griff blind nach dem Kaffeebecher, welchen ich mit ins Büro genommen hatte, und trank einen großen Schluck. In vollen Zügen genoss ich es, als mir die heiße Flüssigkeit den Hals hinunter ran. Ich nahm sofort einen weiteren Schluck von dem flüssigen Gold.

    Ich rieb mir erneut die Schläfen, aber auch dieses Mal wollten die Kopfschmerzen nicht vergehen. Wahrscheinlich würden sie erst zur Ruhe kommen, wenn ich abends alleine in meinem Haus war und kein Geräusch mehr zu hören war. Aus irgendeinem Grund, der sich mir noch nicht so recht erschließen wollte, reagierte ich heute besonders empfindlich auf diesen Lärm. Sonst setzten mir dieser nicht so sehr zu, aber an diesem Tag, war es anders. Warum auch immer.

    Ich stöhnte genervt, setzte mich wieder vernünftig an den Schreibtisch und nahm einen erneuten Schluck aus dem dampfenden Kaffeebecher. Dabei fiel mein Blick unvermittelt auf die Aurelia-Falls-Gazette, die Tageszeitung. Da die Zeitung hier liegt, gehe ich mal davon aus, dass es Jay gelungen war vor der Schicht einen Blick hineinzuwerfen.

    Geistesabwesend blätterte ich die Zeitung durch, bis ich auf Seite 6 an der Vermisstenanzeige eines 16-jährigen Mädchens aus Boston hängen blieb. Ich runzelte die Stirn, weil ich mich wunderte, dass diese Anzeige so weit hinten auftauchte und nicht direkt auf der Titelseite gelandet war. Ich trank den letzten Schluck aus meiner Tasse und begann die Anzeige zu lesen.

    Meine Augen huschten über die Zeilen. Bei jedem weiteren gelesenen Wort vertiefte sich mein Stirnrunzeln weiter.

    Je mehr ich las, desto mehr hatte ich das Gefühl eines Déjà vu´s.

    Vor knapp vier Wochen war bereits ein anderes Mädchen entführt worden und seither auch nicht wieder aufgetaucht. Zwei vermisste 16-jährige Mädchen mit kurzen braunen Haaren und grauen Augen. Das schien kein Zufall zu sein. Die Geschichten hingen sicherlich zusammen. Man konnte nur hoffen, dass hier kein Serientäter am Werk war.

    In mir machte sich Sorge und ein ungutes Gefühl breit. Ich hoffte, dass keiner von uns an dieser Geschichte beteiligt war. Das könnte zu einigen riskanten Problemen führen.

    Während ich noch darüber nachgrübelte, ob die Mädchen einem Vampir zum Opfer gefallen oder irgendwelchen perversen Menschen waren, wurde die Bürotür aufgerissen und Jay steckte seinen Kopf hinein.

    „Rina?“

    „Hmhm…“, machte ich bloß und hielt meinen Blick auf das kleine körnige Foto in dem Artikel gerichtet, welche das verschwundene Mädchen zeigte.

    „Rina?“, sprach Jay mich noch einmal an mit festerer Stimme und riss mich so aus meinen Gedanken.

    „Ja, was ist denn?“

    „Da ist jemand, der sich noch von dir verabschieden möchte“, erklärte er mir grinsend und verschwand wieder.

    Mit gerunzelter Stirn und gedanklich noch ganz wo anders, folgte ich ihm aus dem Büro. Ich lief vorbei am Lagerraum, den Toilettenräumen, der Umkleide und der Küche, bis ich nach vorne in den Schankraum gelangte. Dort ging in an dem Billardtisch, den Dartscheiben, den Flipperautomaten und der halbhohen Trennwand vorbei zum Bartresen hinter dem Jay bereits wieder verschwunden war.

    Er hatte sich bereits wieder an die Arbeit gemacht und lauschte den Worten von Sheriff Bud Simmons, der sich einmal mehr über den ganzen Papierkram beklagte.

    Fragt mich mal. Eine Bar macht auch einen Haufen Papierkram, den ich noch zusätzlich zu meiner normalen Arbeit hinter der Theke bewerkstelligen musste.

    Ich wandte meinen Blick von den beiden ab und meinem Lieblingsgast zu, die bereits ungeduldig auf mich wartete. Als sie mich aus dem Flur kommen sah, hüpfte sie aufgeregt auf dem Barhocker auf und ab. Dann sprang sie herunter und rauschte wie der kleine Wirbelwind, der sie war, hinter die Theke und umarmte mich stürmisch.

    „Rina!“, rief sie begeistert aus, als wenn wir uns Jahre nicht gesehen hätten und ich nicht nur 10 Minuten Pause gemacht hatte.

    „Hey, Antonia, geht es nach Hause?“, fragte ich sie die daraufhin wild mit dem Kopf nickte.

    „Mama sagt, wir müssen noch mit Apollo Gassi gehen“, erklärte mir der braune Lockenkopf.

    Apollo? Ernsthaft?

    „Ah ja, dass müsst ihr auf alle Fälle noch machen, sonst passiert ihm noch ein Missgeschick und das wollen wir doch nicht, oder?“

    „Nein!“, rief sie und verzog angeekelt das Gesicht, als würde sie sich an ein solches Unglück erinnern. „Das wollen wir wirklich nicht!“

    Ich lächelte und umarmte sie noch einmal. Ich schaute in die warm lächelnden Gesichtszüge ihrer Mutter, die vor der Theke stand und auf ihre jüngste Tochter wartete. Livia Molina war eine hochgewachsene Schönheit mit kurzen braunen Haaren, gütigen braunen Augen und ein äußerst geduldiger Mensch, der unglaublich liebevoll und fürsorglich mit ihren Kindern umging.

    Die beiden 14-jährigen Zwillinge, Luka und Meredith, warteten ebenfalls ungeduldig auf ihre kleine Schwester. Sie verdrehten beide die Augen, als Antonia auch noch zu Jay rannte und auch diesen mit einer wilden Umarmung drückte. Er blickte etwas überrascht und hilflos auf sie herunter, lächelte dann aber freundlich und wuschelte ihr durch ihre wilde Lockenmähne.

    „Toni, kommt jetzt endlich“, beschwerte sich Luka. „Wir wollen nach Hause.“

    „Ich bin ja schon da!“, Sie hastete hinter der Theke hervor und stellte sich unschuldig lächelnd neben ihren großen Bruder. Sie schob ihre kleine Hand in seine Größere und wartete jetzt, dass es los gehen konnte. „Ich bin soweit.“

    Meredith verdrehte erneut die Augen, packte dann ihre Geschwister an der jeweiligen Schulter und beförderte sie nach draußen, ohne sich zu verabschieden.

    Teenager.

    Die Zwillinge hätten sich tatsächlich nicht weniger gleichen können. Luka besaß die gleichen braunen Haare wie Livia, doch die stahlgrauen Augen seines leiblichen Vaters. Meredith dagegen besaß die braunen, warmen Augen ihrer Mutter und die langen schwarzen Haare, die denen ihres leiblichen Vaters so sehr glichen. Ich fand es jedes Mal, wenn ich die beiden sah, verblüffend wie sehr sie sich doch äußerlich Unterschieden und dennoch Spiegelbilder ihrer Eltern waren.

    Antonia hingegen, sah ihrer Mutter wie aus dem Gesicht geschnitten ähnlich. Braune Augen und braune Locken, ebenso wie Livia in ihrer Kindheit und ein ebenso liebevolles wie friedfertiges Gemüt.

    „Bis die Tage, Rina“, verabschiedete sich Livia winkend von mir und folgte dann ihren Kindern nach draußen.

    Ich schaute den vieren nach und freute mich, dass sie mittlerweile wieder eine so harmonische Familie waren und die Kinder, die schlechten Erfahrungen anscheinend alle sehr gut weggesteckt hatten, die sie mit ihrem Vater hatten erleben müssen.

    „Furchtbarer Name für einen Hund“, brummte Bud Simmons, der Sheriff von Aurelia Falls, vor sich hin, während er in sein Bierglas starrte.

    Jay schmunzelte vor sich hin und wandte sich dann Lana zu, die mit einer neuen Getränkebestellung an die Theke kam.

    Ungewollt riss mich Bud mit seinen Worten aus meinen Gedanken. „Findest du?“

    „Ja“, gab er schlicht zurück.

    „Ich finde ihn ganz passend. Immerhin ist das ein Wolfshund und kein Golden Retriever“, bemerkte ich.

    „Stimmt. Ein riesiges Vieh von einem Hund, dass aber ja ganz lieb zu sein scheint. Ich habe dienstlich mit diesem Tier noch nie Probleme gehabt. Anders als mit diesen kleinen Kläffern von Miss Trudie“, erklärte Bud und nippte an seinem Bier. „Dennoch der Name ist einfach grauenhaft, wenn du mich fragst. Mich würde mal interessieren, wer von den dreien auf diesen Namen gekommen ist“, erwiderte er und trank erneut einen Schluck von seinem Bier, womit er den letzten Rest aus seinem Glas hinunterschluckte.

    „Ja, mich auch. Ist schließlich kein Allerweltsname, sondern ein besonderer und doch äußerst ungewöhnlich“, entgegnete ich mit einem Stirnrunzeln und machte mir nun auch so meine Gedanken, wie die Kids auf den Namen gekommen waren.

    „Besonders?“

    „Hm…?“ Ich blickte Bud fragend an.

    „Du sagtest, dass der Name besonders ist. Inwiefern?“, wollte der Sheriff nun doch interessiert wissen und schaute mich nun fragend an. Er schien ganz in seinem Element zu sein. Der Wahrheit auf der Spur.

    Ich lächelte entschuldigend. „Ach so“, sagte ich und schüttelte den Kopf. „Naja, der Name Apollo ist mir bis jetzt nur ein anderes Mal untergekommen.“

    Der Sheriff seufzte. „Rina, mach es nicht so spannend“, beschwerte er sich und forderte mich auf weiterzusprechen.

    „Der Name stammt aus der griechischen Mythologie“, erwiderte ich erklärend und zuckte mit den Schultern.

    „Griechische My… was bitte?“, fragte er vollkommen verwirrt.

    „Griechische Mythologie“, wiederholte ich. „Du weißt schon… griechische Götter. Zeus, Hades, Poseidon? Schon einmal gehört?“

    „Hmhm“, machte Bud nur und blickte genauso bedröppelt drein, wie zuvor.

    Ich wusste ehrlich nicht, ob er was damit anfangen konnte oder nicht. Aber ich vermutete mal nicht. Vielleicht würde ich ja heute Abend den Horizont dieses Kleinstadt-Sheriffs erweitern.

    „Also, Apollo ist einer der zwölf olympischen Götter. Er wird auch als Sonnengott und der Gott der Künste bezeichnet. Außerdem ist er als Weiberheld verschrien“, erklärte ich weiter und sah auf Buds Gesicht nur weitere Verwirrung.

    Hier ist Hopfen und Malz verloren.

    „Sollte mir das jetzt irgendwas sagen?“, fragte er weiterhin verwirrt und hatte seine buschigen Augenbrauen fragend erhoben, sodass sie fast vollständig unter der Hutkrempe seines Sheriff-Hutes verschwunden waren.

    „Nein, muss es nicht“, gab ich lächelnd zurück und machte eine wegwerfende Handbewegung und suggerierte ihm damit, dass er das Thema vergessen sollte.

    „Gut, du machst mir Kopfschmerzen mit solchen komischen Dingen, Rina“, grummelte er zurück.

    Hinterwäldlerische Kleinstädte, ich seufzte im Stillen vor mich hin und schüttelte mit dem Kopf.

    „Okay, ich lass dich in Ruhe“, erwiderte ich und machte mich wieder hinter der Theke an die Arbeit, bevor sich Jay beschweren konnte, dass ich nur in der Gegend herumstand.

    „Machst du mir noch ein Bier?“, fragte Bud noch schnell, bevor ich ans andere Ende der Bar ging.

    „Kommt sofort!“, gab ich zurück und dachte dennoch über die Namensgebung nach. Vielleicht sollte ich bei nächster Gelegenheit mal Antonia fragen, wer von den dreien sich den Namen ausgedacht hatte, überlegte ich mir und zapfte unterdessen für Bud das bestellte Bier und stellte es ihm vor die Nase. „Bitte schön.“

    „Danke, meine Liebe.“

    Ich nickte ihm zu und wandte mich dann den anderen Bestellungen zu, bei denen Jay hinterher hing.


    Phantasie ist die schönste Blüte der Wirklichkeit


    -Thomas Romanus-

    Einmal editiert, zuletzt von Kisa (28. Mai 2026 um 20:40)

  • Hallo Kisa ,

    ich hätte da ein paar Fragen zu deiner Geschichte.

    Ich warne euch gleich vor, es geht um Vampire, Werwölfe, Hexen etc. wen das nicht interessiert, für den ist diese Geschichte nichts.

    Das macht mir nichts aus, diese Geschöpfe sind für mich einfach ein Teil von Fantasy.

    Was mich eher interessiert, ist welche Art von Rückmeldung du erwartest.

    Möchtest du ein allgemeines Feedback zum Gesamteindruck – also wie die Geschichte auf Leser wirkt, ob die Atmosphäre stimmt, ob man als Leser „reingezogen" wird? Oder wünschst du dir eher konkrete inhaltliche Kritik, zum Beispiel zu Charakterentwicklung, Plotlogik oder dem Worldbuilding? Und wären auch Line-Edits willkommen, also Anmerkungen direkt am Text zu Formulierungen, Satzbau oder Stil?

    Ausserdem würde mich interessieren, wie weit die Geschichte gerade ist – hast du bereits mehrere Kapitel fertig, oder steckt noch das meiste in der Planung? Du hast ja erwähnt, dass du fünf Teile geplant hast, aber ich frage mich, ob du dir vielleicht Rückmeldung vor allem für den Anfang wünschst, damit du weisst, ob du auf dem richtigen Weg bist – oder ob du lieber wartest, bis mehr steht.

    Es wäre schön, wenn du diese Fragen beantworten könntest, bevor andere hier mit ihrer Kritik loslegen.

    Denn grundsätzlich würde ich dir schon gerne etwas dazu schreiben, aber es soll dir ja auch etwas bringen, dafür bräuchte ich ein wenig mehr Informationen.

  • Ohh, Vampire! Gib, gib! :)

    Die ersten Zeilen sind ein bisschen doppelt gemoppelt. „rasche Schritte“ implizieren zum Beispiel schon Eile. Ich würde nicht beide Ausdrücke benutzen. Ich denke auch das es mehr Wucht hätte, wenn „Endlich Ruhe“ gleich die erste Zeile wäre, weil das die Stimmung und die Ausgangssituation schneller etabliert.

    Die Beschreibung warum der Laden voll ist kommt mir etwas ungeordnet vor.

    -Ich kann im Büro abschalten + meine Pause verbringen

    -Ich muss meine Schicht hinter mich bringen

    -Habe meine Pause dringend nötig

    -Ich muss rennen

    -Der Laden ist voll

    -Kollege ist krank +Kein Ersatz

    -Es ist Donnerstag +Highschool Spiel

    -Die ganze Stadt ist auf den Beinen + will nicht heim gehen

    -Das wird ein langer Abend

    Das liest sich wie und…und…und… außerdem sind viele dieser Informationen sehr ähnlich. Ich würde diese Sätze entweder sekundär für Worldbuilding verwenden oder besser miteinander verknüpfen.

    Du könntest zum Beispiel erwähnen das die Protagonistin sich auf den Stuhl fallen lässt und ihre Füße dabei zum ersten Mal seit 12 Stunden den Boden verlassen oder so. Das zeigt das hier eine Pause von mühevoller Arbeit gemacht wird und deckt praktisch Punkt 1 bis 4 in einem Satz ab.

    Erwähne vielleicht nicht einfach das der Laden voll ist, sondern dass sich die Schlange aus Menschen in blau-weißen-Fan-Trikots der „Aurelia-Falls Sportleute“ bis auf die Straße zieht. Dann kann man sich auch die Feierlaune besser vorstellen, als es einfach nur gesagt zu bekommen.

    Ich würde den fehlenden Kollegen etwas knapper gestalten. Ich denke das die Situation den aller meisten Leuten vertraut ist. Vll „Eigentlich wäre jetzt Feierabend gewesen aber Tammy hatte „typische Krankheit für die Region“ eingefangen und zwei Minuten vorher abgesagt.“ Es muss auch nicht am Ende nochmal wiederholt werden das eine Kellnerin fehlt.

    Ich finde es etwas abrupt die Protagonistin es anscheinend bequem hat und ihren Kaffee genießt, dann aber plötzlich über Kopfschmerzen jammert. Ich würde mich da entscheiden was überwiegt. Kann sie -trotz- den Kopfschmerzen entspannen oder halten sie die Kopfschmerzen von ihrer Pause ab?

    Dem Gehör eine „Atempause“ geben ist kein guter Ausdruck finde ich. Ohren atmen halt nicht.

    „Seufzten“ ist überbeansprucht. Das Wort fällt auf. Stirnrunzeln auch.

    Zitat

    „Ich hoffte inständig, dass keiner von uns an dieser Geschichte beteiligt war. Das wäre wirklich unschön und würde ein riesiges Problem werden.“

    Ich mag die Zeile eigentlich total, weil sie mega interessant ist. Aber du musst hier aufpassen, weil das extrem viel über die Moral der Protagonistin aussagt. Wenn ihr einziger Gedanke ist „Oh, hoffentlich macht -mir- dass keine Probleme“ Angesicht von einem entführten und vielleicht ermordeten Menschen, kommt das herzlos rüber und wirft Zweifel daran auf ob der Erzähler überhaupt unschuldig ist oder bloß nicht erwischt werden will.

    Zitat

    Das hier auch: „Rina!“, rief sie begeistert aus, als wenn wir uns Jahre nicht gesehen hätten und ich nicht nur gerade Mal 10 Minuten Pause gemacht hatte.“ Das kommuniziert das sie diese Person eigentlich nicht mag, weil ihre Gedanken nicht bei Wiedersehensfreude, sondern Verlust der Pause sind.

    Die Dialoge verwenden zu oft die Namen der Personen die angesprochen werden. Wenn du dir natürliche Dialoge im realen Leben anhörst wirst du merken, dass sowas eher untypisch ist. Das macht man eigentlich nur wenn man stark betonen will das sich eine Aussage an eine bestimmte Person richtet. Du musst auch nicht jedes gesprochene Wort ausschreiben. „Begrüßte mich freundlich“ oder „Sie brachte mich auf den neusten Stand“ sind absolut akzeptabel, wenn der genau Wortlaut für den Plot unwichtig ist.

    Der Name von dem Hund nimmt extrem viel vom Text ein. Vielleicht möchtest du kurz erwähnen warum das der Protagonistin so wichtig ist? Ich hab mich beim Lesen gefragt worauf sie die ganze Zeit hinaus will.

    Strahd van Zarovich is dead! Also: Stop starring at the sun!

  • Sikadian  Feron schön das ihr beide hier hereingeschaut habt und euch schon einmal gedanken gemacht habt :) Das freut :)

    und danke für die Anmerkungen.

    Was mich eher interessiert, ist welche Art von Rückmeldung du erwartest.

    Möchtest du ein allgemeines Feedback zum Gesamteindruck – also wie die Geschichte auf Leser wirkt, ob die Atmosphäre stimmt, ob man als Leser „reingezogen" wird? Oder wünschst du dir eher konkrete inhaltliche Kritik, zum Beispiel zu Charakterentwicklung, Plotlogik oder dem Worldbuilding? Und wären auch Line-Edits willkommen, also Anmerkungen direkt am Text zu Formulierungen, Satzbau oder Stil?

    Ausserdem würde mich interessieren, wie weit die Geschichte gerade ist – hast du bereits mehrere Kapitel fertig, oder steckt noch das meiste in der Planung? Du hast ja erwähnt, dass du fünf Teile geplant hast, aber ich frage mich, ob du dir vielleicht Rückmeldung vor allem für den Anfang wünschst, damit du weisst, ob du auf dem richtigen Weg bist – oder ob du lieber wartest, bis mehr steht.

    Es wäre schön, wenn du diese Fragen beantworten könntest, bevor andere hier mit ihrer Kritik loslegen.

    Denn grundsätzlich würde ich dir schon gerne etwas dazu schreiben, aber es soll dir ja auch etwas bringen, dafür bräuchte ich ein wenig mehr Informationen.

    Ich möchte konstruktive Kritik haben. Ob es dir gefällt oder nicht, natürlich auch ob ich Logiklücken habe oder nicht etc. Ich möchte nicht ins kleinste Detail fünf Mal wiederholt haben, dass ich den Namen "Rina" als Widerholung zu oft drin habe. Das weiß ich an manchen stellen selbst... Es soll halt richtig kritisiert werden ohne dabei unter die "Gürtellinie" zu gehen, dabei überlasse ich es jedem selbst, wie sehr er da in die Tiefe gehen will oder auch nicht. Ich kann schließlich von niemanden verlangen hier ein Feedback abzugeben, für das man sechs Stunden benötigt und einen Abschluss in Lingoistik oder Germanistik. Es hat schließlich jeder von uns ein Privatleben ;)  Sikadian ich überlasse es dir wie du es machen möchtest. Im übrigen finde ich, dass nicht ich festlege wie meine "Leser" kritisieren soll. Ich will eure Meinung dazu hören. Nicht jeder kann auf dem Niveau eies Lektors kritisieren und wenn dabei nur herumkommt, ob einem die Geschichte gefällt oder nicht und er die Szene gerade klasse oder mist findet, ist das für mich auch vollkommen okay. Manchmal finde ich sogar, dass weniger mehr ist ;)

    Ich mag die Zeile eigentlich total, weil sie mega interessant ist. Aber du musst hier aufpassen, weil das extrem viel über die Moral der Protagonistin aussagt. Wenn ihr einziger Gedanke ist „Oh, hoffentlich macht -mir- dass keine Probleme“ Angesicht von einem entführten und vielleicht ermordeten Menschen, kommt das herzlos rüber und wirft Zweifel daran auf ob der Erzähler überhaupt unschuldig ist oder bloß nicht erwischt werden will.

    Da das erst der erste Teil ist, kann dieser eine Satz aus meiner Sicht noch nichts über die Moral meiner Figur aussagen, da es nur eine gedankliche Bemerkung ist, dass sie sich sorgen macht oder das Probleme auftauchen können. Aus diesem ersten Part kannst du nicht die Moral meiner Figur heraussehen und herzlos finde ich diesen einen Satz auch nicht gerade, wenn sie wirklich herzlos gewesen wäre, dann wäre es ihr vollkommen egal und sie hätte sich keine Gedanken darüber gemacht, warum diese Vermisstenanzeige auf Seite 6 anstatt auf Seite 1 auftaucht!

    Der Name von dem Hund nimmt extrem viel vom Text ein. Vielleicht möchtest du kurz erwähnen warum das der Protagonistin so wichtig ist? Ich hab mich beim Lesen gefragt worauf sie die ganze Zeit hinaus will.

    Ich habe am Anfang gesagt, dass ich nicht alles in den ersten kapiteln verraten werde. Dies ist etwas, was dazu gehört. In einem veröffentlichten Buch werden auch nicht Randdetails auf den ersten sechs Seiten aufgeklärt, dass erschiet teilweise auch erst im Laufe des Buches. Ich werde auf diesen Namen im Verlauf der Geschichte zurückkommen und dann versteht man auch die Verbindung, weil es bis dahin dann noch mehr Kontext gibt.


    Insgesamt kann ich sagen, dass ich natürlich schon einige Kapitel vorgeschrieben habe, aber es steht noch nichts in Stein gemeißelt fest. Ich habe die Geschichte geplant und Ideen für insgesamt fünf Teile der Geschichte. Also es kann auch noch einiges angepasst werden und ich bin ich meinem Handlungszweig noch nicht allzu festgefahren. ;)

    Ich danke euch beiden noch einmal für eure Anmerkungen udn gerade auch Feron für die sprachlichen Details auf die ich jetzt nicht näher eingehen werde, die ich aber sicherlich berücksichtigen werden wenn ich die Geschichte noch weiter bearbeite und überarbeite. Ich muss auch gestehen, dass ich an dieser Geschichte schon ein bisschen dran sitze und zwischen den einzelnen Kapitel teilsweise Wochen bzw. Monate vergangen sind, weswegen die Erzählweise sich teilweise deutlich unterscheidet, wobei ich versuche, dass zu verbessern, aber naja... ich bin auch nur ein Mensch und das gelingt mir nicht immer ;)


    Phantasie ist die schönste Blüte der Wirklichkeit


    -Thomas Romanus-

  • Zitat

    Da das erst der erste Teil ist, kann dieser eine Satz aus meiner Sicht noch nichts über die Moral meiner Figur aussagen, da es nur eine gedankliche Bemerkung ist, dass sie sich sorgen macht oder das Probleme auftauchen können. Aus diesem ersten Part kannst du nicht die Moral meiner Figur heraussehen und herzlos finde ich diesen einen Satz auch nicht gerade, wenn sie wirklich herzlos gewesen wäre, dann wäre es ihr vollkommen egal und sie hätte sich keine Gedanken darüber gemacht, warum diese Vermisstenanzeige auf Seite 6 anstatt auf Seite 1 auftaucht!

    Du musst deinen eigenen Stil finden, aber darüber würde ich echt nochmal nachdenken. Die Prioritäten die deine Protagonistin hier setzt sind herzlos.

    „Ich hoffte inständig, dass keiner von uns an dieser Geschichte beteiligt war. Das wäre wirklich unschön und würde ein riesiges Problem werden.“

    Das sind die Gedanken eines Vampirs, die durchaus Menschen anfallen und töten könnte. Ich als Leser kenne sie ja noch nicht. Sie schließt nicht einmal aus das es einer ihrer Leute gewesen sein könnten. Das Verschwinden/die Entführung/der Tod der jungen Frau ist „unschön“ und könnte ihr Probleme machen. Darüber nach zu denken ob man beschuldigt werden könnte ist legitim, aber sie zeigt hier 0 Bedauern oder Sorge um irgendjemanden anderen.

    Das diese Szene früh im Text kommt macht es nicht besser, sondern schlimmer, weil es der erste Eindruck ist. Danach muss ich alles im Kontext dieser Gedanken lesen. Idealerweise sollte alles was eine Figur sagt denkt oder tut zumindest einen Teil ihrer Persönlichkeit transportieren.

    Strahd van Zarovich is dead! Also: Stop starring at the sun!

  • Du musst deinen eigenen Stil finden, aber darüber würde ich echt nochmal nachdenken. Die Prioritäten die deine Protagonistin hier setzt sind herzlos.

    „Ich hoffte inständig, dass keiner von uns an dieser Geschichte beteiligt war. Das wäre wirklich unschön und würde ein riesiges Problem werden.“

    Das sind die Gedanken eines Vampirs, die durchaus Menschen anfallen und töten könnte. Ich als Leser kenne sie ja noch nicht. Sie schließt nicht einmal aus das es einer ihrer Leute gewesen sein könnten. Das Verschwinden/die Entführung/der Tod der jungen Frau ist „unschön“ und könnte ihr Probleme machen. Darüber nach zu denken ob man beschuldigt werden könnte ist legitim, aber sie zeigt hier 0 Bedauern oder Sorge um irgendjemanden anderen.

    Das diese Szene früh im Text kommt macht es nicht besser, sondern schlimmer, weil es der erste Eindruck ist. Danach muss ich alles im Kontext dieser Gedanken lesen. Idealerweise sollte alles was eine Figur sagt denkt oder tut zumindest einen Teil ihrer Persönlichkeit transportieren.

    Ich kann von mir behaupten, dass dieser eine Satz definitiv nicht als herzlos gemeint war, aber ich finde es durchaus interessant, wenn du ihn als das identifizierst. Dann bin ich umso mehr gespannt, wie du alles weitere finden wirst, was ich noch geplant habe, denn Rina ist eigentlich noch eine "recht" nette Figur in der Geschichte aber gut. Das ist ja auch vielleicht subjektives empfinden. Man muss nicht jede Figur mögen. Aber ich darf einmal kurz zu bedenken geben, dass Rina ein 700 Jahre alter Vampir ist, die durchaus politischen Einfluss hat in der Geschichte, vielleicht macht es das für dich etwas "harmloser" wenn nicht, ist es auch okay. Ich hätte tatsächlich nicht gedacht, dass dieser eine Satz meine Figur herzlos erscheinen lässt, aber gut, auch damit kann man arbeiten und nicht jeder Vampir ist nett und ein Kuscheltier ;)

    Ich bin dann mal gespannt, wie du den Rest der bisher bestehenden Geschichte finden wirst und hoffe mal, dass diese Herzlosigkeit dich nicht vom weiterlesen abhält :)


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    -Thomas Romanus-

  • Du musst mir keine Hintergrundinfos geben. Ich kann dir besseres Feedback geben wenn ich es blind lese. Wie eben jemand der dein Buch gerade erst aufmachen würde. Wenn dein Charakter 700 Jahre alt ist dann sollte sie Dinge wie: „Okay" oder "Teenager" nicht sagen. Die Ausdrücke sind zu neu.

    Strahd van Zarovich is dead! Also: Stop starring at the sun!

  • Hallo Kisa,

    wenn ich darf, dann geben auch ich meinen "Senf" dazu :)

    Den Einstieg finde ich gut gelungen, das Bild von einer Kleinstadtbar ist für mich rund gezeichnet. Man kennt sich, man akzeptiert sich so wie man ist, hat Vorlieben und Abneigungen. Ich gehe davon aus, dass ich als Leser hier die Hauptfiguren kennenlerne (incl. dem "Höllenhund"), daher nehme ich sie erst einmal so, wie sie sind. Rina kommt durchaus sympathisch rüber.

    Allerdings verstehe auch ich den von Feron angemerkten Teil so, dass ihre Besorgnis nicht in erster Linie den Mädchen, sondern dem/den Täter(n), sowie der Vermeidung der aus der Tat folgenden potentiellen Problemen gilt. Vielleicht würde ein kleiner Zusatz helfen, die von dir gewünschte Wirkung (Rina hat Mitgefühl mit den Mädchen) zu verdeutlichen. Nur so ein Gedanke.

    Bin schon auf den nächsten Teil gespannt. :)

    LG

    Mymm

    .. ich bin klein und gemein und ich mag mich, wenn ich so bin .. :evil:

  • Ich möchte konstruktive Kritik haben. Ob es dir gefällt oder nicht, natürlich auch ob ich Logiklücken habe oder nicht etc. Ich möchte nicht ins kleinste Detail fünf Mal wiederholt haben, dass ich den Namen "Rina" als Widerholung zu oft drin habe. Das weiß ich an manchen stellen selbst... Es soll halt richtig kritisiert werden ohne dabei unter die "Gürtellinie" zu gehen, dabei überlasse ich es jedem selbst, wie sehr er da in die Tiefe gehen will oder auch nicht. Ich kann schließlich von niemanden verlangen hier ein Feedback abzugeben, für das man sechs Stunden benötigt und einen Abschluss in Lingoistik oder Germanistik. Es hat schließlich jeder von uns ein Privatleben ;) Sikadian ich überlasse es dir wie du es machen möchtest. Im übrigen finde ich, dass nicht ich festlege wie meine "Leser" kritisieren soll. Ich will eure Meinung dazu hören. Nicht jeder kann auf dem Niveau eies Lektors kritisieren und wenn dabei nur herumkommt, ob einem die Geschichte gefällt oder nicht und er die Szene gerade klasse oder mist findet, ist das für mich auch vollkommen okay. Manchmal finde ich sogar, dass weniger mehr ist ;)

    Ich packe meine Antwort mal in einen Spoiler.

    Spoiler anzeigen

    Kritik sollte immer konstruktiv sein. Ich finde schon, dass du als Autorin zumindest ein wenig die Leitplanken der erwünschten Kritik (im Sinne von: Was bringt mir etwas) setzen solltest. Aber gut, dein Comment enthält für mich genügend Hinweise darauf. Es wirkt nur ein wenig so, als ob du es selbst nicht genau wüsstest und darum den Ball an die potenziellen Feedbackgeber zurückspielst. Aber ich will mal nicht so sein und versuche es trotzdem.

    Erstmal das Positive: Das Kapitel ist leicht zu lesen und führt die Protagonistin gut ein. Der Rhythmus ist angenehm – nicht zu gehetzt, nicht zu schleppend. Die kleine Szene mit Antonia ist herzerwärmend und lockert die Exposition gut auf. Auch der Dialog mit Bud über den Hundenamen ist charmant und zeigt Rinas Charakter ohne viel Aufhebens. Einige subtile Hinweise auf Rinas Natur sind gut platziert. Man ahnt, dass sie nicht ganz menschlich ist, ohne dass es einem direkt aufs Auge gedrückt wird. Das alles fand ich gut. Weitere Hinweise weiter unten, direkt im Text.

    Ich konzentriere mich auf inhaltliche Kritik + ein paar Bemerkung zu Stil und Logik. Rechtschreibung ignoriere ich, da du das leicht korrigieren kannst. Anmerkungen in fett und in Klammern:

    Kapitel 1

    Ich eilte mit raschen Schritten durch den Flur vom Hauptraum der Bar in das Büro und schlug die Tür mit einem lauten Knall hinter mir zu. (hier schlägt sie die Tür zu, das merken wir uns mal)

    Endlich Ruhe!

    Seufzend ließ ich mich in den bequemen Schreibtischstuhl fallen. Hier im Büro konnte ich in aller Stille meine Pause verbringen und abschalten. Bevor ich wieder nach vorne in den Schankraum und den Rest meiner Schicht im Vance´s hinter mich bringen musste. Die Pause hatte ich dringend nötig. Ich war die ganze Zeit nur am hin- und her hetzen. Der Laden war brechend voll und Tammy Conner, eine meiner Kellerinnen, hatte sich heute auf den letzten Drücker krankgemeldet. So war mir keine Zeit geblieben für Ersatz zu sorgen, was an einem Donnerstagabend schon schlimm genug war. Aber zu meinem Glück (ironisch gemeint, aber das ist nicht eindeutig) hat das High School Football-Team heute am späten Nachmittag auch noch ein Spiel gehabt und gewonnen. Somit war die ganze Stadt auf den Beinen. Alle waren in Feierlaune und nicht gewillt nach Hause zu gehen. Was für das Geschäft natürlich gut war, aber für mich würde das heute ein sehr langer Abend werden. Vor allem mit dem Hintergrund das mir eine Kellnerin fehlt. (Das weiss der Leser schon, mir ist nicht klar, wieso du es nochmals erwähnst)

    Umso wichtiger war es, dass ich meine Pause genoss und mich entspannen konnte. Ich schloss die Augen, lehnte mich in dem bequemen Lederstuhl zurück, hob die Beine auf die Schreibtischkante und schlug sie über einander. Mit geschlossenen Augen kostete ich die Stille in vollen Zügen aus.

    Die nunmehr ruhige Geräuschkulisse (auch hier, der Text beginnt mit "Endlich Ruhe", diese Information wird hier nur wiederholt) tat auch meinem empfindlichen und heute wahrlich überlasteten Gehör gut.

    Ich griff blind nach dem Kaffeebecher (den Becher merken wir uns wieder), den ich mitgebracht und auf dem Schreibtisch abgestellt hatte, und trank einen großen Schluck von dem köstlichen und dampfenden Gebräu. Ich seufzte erneut genießerisch (genussvoll?), als mir die heiße Flüssigkeit durch den Hals ran (den Hals hinunter ran fände ich besser) und ich sofort einen weiteren Schluck von dem flüssigen Gold zu mir nahm. In diesem Moment war ich vollkommen zufrieden und konnte mir nichts Schöneres vorstellen.

    Erst in diesem Augenblick wurde mir so richtig bewusst, welche hämmernden Kopfschmerzen ich hatte. Ich stöhnte genervt auf und rieb mir die Schläfen, in der Hoffnung, das schmerzende Pochen vertreiben zu können. Doch nach mehreren Versuchen musste ich mir eingestehen, dass die Kopfschmerzen erst verschwinden würden, wenn ich irgendwann heute Nacht in meinem Bett lag und meinem empfindlichen Gehör eine Atempause gönnen konnte. (Das mit dem Gehör weiss der Leser bereits)

    Aus irgendeinem Grund, der sich mir noch nicht so recht erschließen wollte, reagierte ich heute besonders empfindlich auf die Geräusche, die in der Bar vorhanden waren. (Wieder das empfindliche Gehör erwähnt) Sonst setzten mir diese nicht so sehr zu, aber heute, war es anders. Ich grübelte über diesen Umstand nach, konnte aber keinerlei zufriedenstellende Erklärung dafür finden.

    Ich seufzte ergeben, setzte mich wieder vernünftig an den Schreibtisch und nahm einen erneuten Schluck aus dem dampfenden Kaffeebecher (Es ist immer noch ein Becher, das ist konsistent). Dabei fiel mein Blick unvermittelt auf die heutige Tageszeitung, die Aurelia-Falls-Gazette, die ordentlich zusammengefaltet auf der Tischplatte lag. Vermutlich war es Jay, meinem besten Freund und Mitbesitzer der Bar, gelungen vor seiner Schicht den Sportteil zu lesen. (Der Gedanke wirkt an der Stelle fehlplatziert. Wieso sollte sie das denken? Das mit dem "Mitbesitzer" wird später auch noch problematisch)

    Geistesabwesend blätterte ich die Zeitung durch, bis ich auf Seite 6 an der Vermisstenanzeige (hier Vermisstenanzeige, später wird es Artikel genannt, für mich nicht dasselbe) eines 16-jährigen Mädchens aus Boston hängen blieb.

    Ich runzelte die Stirn, weil ich mich wunderte, dass diese Anzeige so weit hinten in der Zeitung auftauchte und nicht direkt auf dem Titelblatt erschienen war. Ich trank den letzten Schluck Kaffee aus meiner Tasse (hier hat sich eine Inkonsistenz eingeschlichen, der Becher ist jetzt plötzlich eine Tasse) und vertiefte mich in den Artikel (und die Anzeige wird hier zum Artikel).

    Meine Augen huschten über die Zeilen der Annonce (und hier wird es zur Annonce, das setzt sich auch später fort, wo es wieder ein Artikel wird. Du solltest darauf achten, es konsistent zu halten). Mein Stirnrunzeln vertiefte sich bei jedem gelesenen Wort weiter.

    Je mehr ich las, desto mehr hatte ich das Gefühl eines Déjà vu.

    Vor geraumer Zeit hatte in der Gazette bereits ein ähnlicher Artikel gestanden. Wenn ich mich recht erinnerte, war dies vier Wochen her… (Wieso die ... ? Und "vor geraumer Zeit" deutet an, dass sie sich nicht genau daran erinnern kann, es wirkt falsch, dass sie einen Satz später den Zeitraum auf vier Wochen eingrenzen kann) Es schien so, als wenn die Geschichten zusammenhängen würden. Zwei vermisste 16-jährige Mädchen mit kurzen braunen Haaren und grauen Augen. Das schien mir kein Zufall zu sein. (Den letzten Satz würde ich weglassen. Ich würde den vorherigen Satz mit schien so ändern: "Es schien so, als ob die Geschichten in einem Zusammenhang stehen würden." Das genügt als Hinweis.)

    In mir machte sich Sorge und ein ungutes Gefühl breit. Ich hoffte inständig, dass keiner von uns (wer ist "uns"?) an dieser Geschichte beteiligt war. Das wäre wirklich unschön und würde ein riesiges Problem werden.

    Während ich noch darüber nachgrübelte, ob die Mädchen einem Vampir zum Opfer oder irgendwelchen perversen Menschen gefallen waren, wurde die Bürotür aufgerissen (Sie hat die Tür vorher zugeschlagen, jetzt reisst Jay sie auf, das ist inkonsistent) und Jay steckte seinen Kopf hinein.

    „Rina?“

    „Hmhm…“, machte ich bloß und hielt meinen Blick auf das kleine körnige Foto in dem Artikel gerichtet, welche das verschwundene Mädchen zeigte.

    „Rina?“, sprach Jay mich noch einmal an mit festerer Stimme und riss mich so aus meinen Gedanken.

    „Ja, was ist denn?“

    „Da ist jemand, der sich noch von dir verabschieden möchte“, erklärte er mir grinsend und verschwand wieder aus dem Büro nach vorne. (Das "nach vorne" würde ich streichen, er verschwand einfach, Rina kann nur mutmassen wohin)

    Mit gerunzelter Stirn und gedanklich noch ganz wo anders, folgte ich ihm aus dem Büro in den Flur. Ich lief durch den breiten Flur (Flur zweimal kurz nacheinander, ich würde eins streichen), vorbei am Lagerraum, den Toilettenräumen, der Umkleide und der Küche, bis ich nach vorne in den Schankraum gelangte.

    Rechterhand befand sich der Billardtisch sowie die Dartscheiben und zwei Automaten an denen man sein Glück auf den Jackpot versuchen konnte. Hinter einer halbhohen Trennwand befanden sich die Tische und Stühle des eigentlichen Barbereichs. Diese verteilten sich durch den ganzen Laden.

    Linkerhand befanden sich die Bartheke mit ihren vielen Regalen für Flaschen und Gläser, sowie die Durchreiche zur Küche. Auch wenn unsere Küche nur klein war, zauberte unser Küchenchef vorzügliche Gerichte, die in der ganzen Stadt beliebt waren. Man konnte sagen, dass das Vance´s nicht nur eine Bar war, sondern ein sehr beliebter Treffpunkt für alle Stadtbewohner. (Vielleicht: "Diese Kombination machte aus dem Vance's nicht nur irgendeine Bar, sondern auch einen lokalen Treffpunkt". So hättest du nicht "beliebt" zweimal aufeinander).

    Im Barraum angelangt, folgte ich Jay hinter die Theke. (Evtl.: Erblickte ich Jay hinter der Theke und begab mich zu ihm?) Er hatte sich bereits wieder an die Arbeit gemacht und lauschte den Worten von Bud Simmons, dem Sheriff, der sich einmal mehr über den ganzen Papierkram beklagte.

    Fragt mich mal. Eine Bar macht auch einen Haufen Papierkram, den ich noch zusätzlich zu meiner normalen Arbeit hinter der Theke bewerkstelligen musste. (Das gilt aber auch für den Sheriff. Nur weil er sich über den Papierkram beschwert, heisst das nicht, dass er nur diesen zu erledigen hat)

    Ich wandte meinen Blick von den beiden Männern ab und meinem Lieblingsgast zu, die bereits ungeduldig auf mich wartete. Als sie mich aus dem Flur kommen sah, hüpfte sie aufgeregt auf dem Barhocker auf und ab. Dann sprang sie herunter und rauschte wie der kleine Wirbelwind, der sie war, hinter die Theke und umarmte mich stürmisch. (Das passt nicht ganz. Vielleicht sollte sie Antonia gar nicht sehen und erst ihre Umarmung bemerken, dann folgt die Beschreibung des Mädchens. Denn vorher ist Rina auf Jay und den Sheriff fixiert.)

    „Rina!“, rief sie begeistert aus, als wenn (ob) wir uns Jahre (jahrelang?) nicht gesehen hätten und ich nicht nur gerade Mal 10 Minuten Pause gemacht hatte.

    „Hey, Antonia, geht es nach Hause?“, fragte ich das kleine sieben jährige (siebenjährige, aber ich finde die Info hier generell falsch. Wieso muss man ihr Alter kennen?) Mädchen, die daraufhin wild mit dem Kopf nickte.

    „Mama sagt, wir müssen noch mit Makreatus Gassi gehen“, erklärte mir der braune Lockenkopf.

    Makreatus? Ernsthaft? (Das deutet an, dass sie den Namen unpassend findet)

    „Ah ja, dass müsst ihr auf alle Fälle noch machen, sonst passiert ihm noch ein Missgeschick und das wollen wir doch nicht, oder?“

    „Nein!“, rief sie und verzog angeekelt das Gesicht, als wenn sie sich an ein solches Unglück erinnern würde. „Das wollen wir definitiv nicht!“

    Ich lächelte und umarmte sie ebenfalls noch einmal und hob meinen Blick von ihrem Scheitel. Ich schaute in die warm lächelnden Gesichtszüge ihrer Mutter, die vor der Theke stand (Steht sie erst jetzt da? Rina müsste sie eigentlich schon vorher gesehen haben) und auf ihre jüngste Tochter wartete. Livia Molina war eine hochgewachsene Schönheit mit kurzen braunen Haaren, gütigen braunen Augen und ein äußerst geduldiger Mensch, der unglaublich liebevoll und fürsorglich mit ihren Kindern umging. (Sie ist fürsorglich, schleppt aber ihre Kinder mit in eine Bar? Das wirkt seltsam.)

    Ihre beiden 14-jährigen Zwillinge (OK, das gibt der Erwähnung des Alters von Antonia zuvor einen Sinn), Luka und Meredith, warteten hingegen ungeduldig auf ihre kleine Schwester. Sie verdrehten beide die Augen, als Antonia auch noch zu Jay rannte und auch diesem mit einer wilden Umarmung drückte und sich von ihm verabschiedete. Der ehemalige Marine blickte etwas überrascht und hilflos auf sie herunter, lächelte dann aber freundlich und strobelte (dieses Wort kenne ich nicht) ihr durch ihre wilde Lockenmähne.

    „Toni, kommt jetzt endlich“, beschwerte sich Luka. „Wir wollen nach Hause.“

    „Ich bin schon da!“, rief Antonia zurück und hastete hinter der Theke hervor und stellte sich unschuldig lächelnd neben ihren großen Bruder. Sie schob ihre kleine Hand in seine Größere und wartete jetzt, dass es los gehen konnte. „Ich bin so weit.“ (Würde ein kleines Kind den zweiten Satz wirklich sagen? Würde ich streichen.)

    Meredith verdrehte erneut die Augen, packte dann ihre beiden Geschwister an der jeweiligen Schulter und beförderte sie nach draußen, ohne sich zu verabschieden.

    Teenager, schoss es mir durch den Kopf, während ich sie im Hinausgehen musterte.

    Die Zwillinge hätten sich äußerlich tatsächlich nicht unterschiedlicher sehen können. (Den Satz finde ich holprig. Vielleicht: "Die Zwillinge sahen einander äußerlich überhaupt nicht ähnlich.") Luka besaß die gleichen braunen Haare wie Livia, doch die stahlgrauen Augen seines leiblichen (Wieso leiblichen? Man erbt immer die Gene der leiblichen Eltern, das muss nicht extra erwähnt werden.) Vaters. Meredith dagegen besaß die braunen, warmen Augen ihrer Mutter und die langen schwarzen Haare, die denen ihres leiblichen (hier wieder, ich würde das streichen) Vaters so sehr glichen. Ich fand es jedes Mal, wenn ich die beiden sah, verblüffend wie sehr sie sich doch äußerlich Unterschieden und dennoch Spiegelbilder ihrer Eltern waren.

    Antonia hingegen, sah ihrer Mutter wie aus dem Gesicht geschnitten ähnlich (Vorschlag: War ihrer Mutter wie aus dem Gesicht geschnitten). Braune Augen und braune Locken, ebenso wie Livia in ihrer Kindheit und ein ebenso liebevolles wie friedfertiges Gemüt.

    „Bis die Tage, Rina“, verabschiedete sich Livia winkend von mir und folgte dann ihren Kindern nach draußen.

    Ich schaute den vieren nach (Das verstehe ich nicht, vorher schreibst du, dass Meredith ihre Geschwister nach draußen befördert. Müssten die Kinder dann nicht schon weg sein?) und freute mich, dass sie mittlerweile wieder eine so harmonische Familie waren und die Kinder, die schlechten Erfahrungen anscheinend alle sehr gut weggesteckt hatten, die sie mit ihrem Vater hatten erleben müssen.

    „Furchtbarer Name für einen Hund“, brummte Bud Simmons, der Sheriff von Aurelia Falls, vor sich hin, während er in sein Bierglas starrte.

    Jay schmunzelte vor sich hin und wandte sich dann Lana (Figuren die mit einem Namen eingeführt werden, sollten mehr als eine Zeile erhalten. Sonst kannst du auch einfach Kellnerin schreiben.) zu, die mit einer neuen Getränkebestellung an die Theke kam.

    Ungewollt riss mich Bud mit seinen Worten aus meinen Gedanken. „Findest du?“ (Hier fängt Rina an den Namen zu verteidigen, obwohl es vorher so wirkte, als ob sie ihn auch als unpassend empfinden würde. Das zieht sich dann so durch und ergibt für mich wenig Sinn.)

    „Ja“, gab er schlicht zurück.

    „Ich finde ihn ganz passend. Immerhin ist das ein Wolfshund und kein Golden Retriever“, bemerkte ich.

    „Stimmt. Ein riesiges Vieh von einem Hund, dass aber ja ganz lieb zu sein scheint. Ich habe dienstlich mit diesem Tier noch nie Probleme gehabt. Anders als mit diesen kleinen Kläffern von Miss Trudie“, erklärte Bud und trank noch einen Schluck von seinem Bier. „Dennoch der Name ist einfach grauenhaft, wenn du mich fragst. Mich würde mal interessieren, wer von den dreien auf diesen Namen gekommen ist“, erwiderte Bud und nippte (das "nippte" passt nicht zu einem beinahe leeren Glas) erneut an seinem Bier, womit er den letzten Rest aus seinem Glas hinunterschluckte.

    „Ja, mich auch. Ist schließlich kein Allerweltsname, sondern ein besonderer und doch äußerst ungewöhnlich“, (besonders + ungewöhnlich sind hier dasselbe) entgegnete ich mit einem Stirnrunzeln und machte mir nun auch so meine Gedanken, wie die Kids auf den Namen gekommen waren.

    „Besonders?“

    „Hm…?“ Ich blickte Bud fragend an.

    „Du sagtest, dass der Name besonders ist. Inwiefern?“, wollte der Sheriff nun doch interessiert wissen und schaute mich nun fragend an. Er schien ganz in seinem Element zu sein. Der Wahrheit auf der Spur.

    Ich lächelte entschuldigend. „Ach so“, sagte ich und schüttelte den Kopf. „Naja, der Name Makreatus ist mir bis jetzt nur ein anderes Mal untergekommen und das auch nur durch Zufall.“

    Der Sheriff seufzte. „Rina, mach es nicht so spannend“, beschwerte er sich und forderte mich auf weiterzusprechen.

    „Der Name stammt aus der griechischen Mythologie“, erwiderte ich erklärend und zuckte mit den Schultern. (Der Name stammt aber nicht aus der Griechischen Mythologie. Ich kenne nur Zerberus, oder Kerberos, den dreiköpfigen Hund, der den Eingang zum Hades - der griechischen Unterwelt - bewacht. Meintest du evtl. den?)

    „Griechische My… was bitte?“, fragte er vollkommen verwirrt.

    „Griechische Mythologie“, wiederholte ich. „Du weißt schon… griechische Götter. Zeus, Apollo, Poseidon? Schon einmal gehört?“

    „Hmhm“, machte Bud nur und blickte genauso bedröppelt drein, wie zuvor.

    Ich wusste ehrlich nicht, ob er was damit anfangen konnte oder nicht. Aber ich vermutete mal nicht. Vielleicht würde ich ja heute Abend den Horizont dieses Kleinstadt-Sheriffs erweitern.

    „Also, Makreatus ist einer der drei Höllenhunde des Hades, dem Herrscher der Unterwelt“, erklärte ich weiter und sah auf Buds Gesicht nur weitere Verwirrung. (Auch hier wieder, keine Ahnung woher diese Informationen stammen, aber sie sind mMn nicht korrekt. Wenn du auf schon vorhandene Mythologien zurückgreifst, sollten die Informationen dazu korrekt sein.)

    Hier ist Hopfen und Malz verloren. (Der Gedanke ist zwar gut, aber zu nahe an ihrer Hoffnung, ein paar Zeilen zuvor, den geistigen Horizont des Sheriffs erweitern zu können).

    „Sollte mir das jetzt irgendwas sagen?“, fragte er weiterhin verwirrt und hatte seine buschigen Augenbrauen fragend erhoben, sodass sie fast vollständig unter der Hutkrempe seines Sheriff-Hutes verschwunden waren.

    „Nein, muss es nicht“, gab ich lächelnd zurück und machte eine wegwerfende Handbewegung und suggerierte ihm damit, dass er das Thema vergessen sollte.

    (Hier wäre der Gedanke vielleicht besser platziert)

    „Gut, du machst mir Kopfschmerzen mit solchen komischen Dingen, Rina“, grummelte er zurück.

    Hinterwäldlerische Kleinstädte, ich seufzte im Stillen vor mich hin und schüttelte mit dem Kopf.

    „Okay, ich lass dich in Ruhe“, erwiderte ich und machte mich wieder hinter der Theke an die Arbeit, bevor sich Jay beschweren konnte (Jay wirkt hier fast wie Rinas Boss, vorher war er der Mitbesitzer), dass ich nur in der Gegend herumstehe.

    „Machst du mir noch ein Bier?“, fragte Bud noch schnell, bevor ich ans andere Ende der Bar ging.

    „Kommt sofort!“, gab ich zurück und dachte dennoch über die Namensgebung nach. Vielleicht sollte ich bei nächster Gelegenheit mal Antonia fragen, wer von den dreien sich den Namen ausgedacht hatte, überlegte ich mir und zapfte unterdessen für Bud das bestellte Bier und stellte es ihm vor die Nase. „Bitte schön.“

    „Danke, meine Liebe.“

    Ich nickte ihm zu und wandte mich dann den anderen Bestellungen zu, bei denen Jay hinterher hing.

  • Ich hab jetzt auch mal deinen ersten Part gelesen Kisa :alien: Über Gefallen und nicht Gefallen will ich jetzt kein Urteil abgeben, eben WEIL es aktuell nur ein Part ist. Zumal ich mir eh immer sehr schwer tue mit Bewertungen.
    Aber ich werde auf jeden Fall dranbleiben. :alien:

    Mir ist aufgefallen (und das auch schon häufig bei deinen anderen Geschichten), dass du meistens "in das" "von dem" usw. schreibst anstelle von "ins" oder "vom" :hmm. Ich finde, das streckt die Sätze ab und an zu unnötig. Generell schreibst du recht geradlinig und akurat. Ich bin davon überzeugt, dass du das "cooler" kannst! :nummer1: Ich glaube, das warst sogar du, die mir mal gesagt hat, dass das kreative Schreiben durch die Arbeit etwas eingerostet ist. :hmm:

    Ich glaube, die Hälfte der Personen hättest du noch gar nicht so sehr beschreiben müssen. Zbs. Antonias Familie fand ich jetzt noch nicht wirklich wichtig. Namen hätten gereicht, wie sie aussehen, hat mir jetzt wenig gebracht.
    Ich glaube, dann hätte ich mir eher gewünscht, dass du Rinas Aussehen etwas genauer beschreibst. :hmm:
    Obwohl es der erste Part ist, finde ich, sind schon viele Infos drin. Weitere Details dazu im Spoiler.

    Spoiler anzeigen

    Ich eilte mit raschen Schritten durch den Flur vom Hauptraum der Bar in das Büro und schlug die Tür mit einem lauten Knall hinter mir zu.

    Endlich Ruhe!

    Seufzend ließ ich mich in den bequemen Schreibtischstuhl fallen.

    Ich stimme hier Feron zu. :hmm: Ich würde auch mit 'Endlich Ruhe!' oder ähnlichem einsteigen, dass eine gleichwertigere Stimmung erzeugen würde. Dann wäre das nicht so ein rascher Bruch zwischen Hektik und Ruhe. Aber vielleicht wäre das auch nur mein bevorzugtes Mittel. :hmm:

    Ich griff blind nach dem Kaffeebecher, den ich mitgebracht und auf dem Schreibtisch abgestellt hatte, und trank einen großen Schluck von dem köstlichen und dampfenden Gebräu. Ich seufzte erneut genießerisch, als mir die heiße Flüssigkeit durch den Hals ran und ich sofort einen weiteren Schluck von dem flüssigen Gold zu mir nahm.

    Hab' nicht ganz verstanden, von wo und wann sie den Becher mitgenommen hat. Da der Kaffee noch heiß zu sein scheint, nehme ich an, dass sie ihn erst kürzlich abgefüllt hat. Aber da nicht erwähnt wurde, dass sie den Becher zuvor auf den Tisch abgestellt hat, könnte er auch bereits zuvor dort gewesen sein. Also angenommen, sie hätte ihn zu Schichtbeginn dort abgestellt - ich kann mir nur schwer vorstellen, dass der Kaffee nach 4? Stunden noch warm wäre. :hmm:
    Wie gesagt: Keine Ahnung, wo und wann der Becher plötzlich gespawnt ist. :thinking:

    Erst in diesem Augenblick wurde mir so richtig bewusst, welche hämmernden Kopfschmerzen ich hatte. Ich stöhnte genervt auf und rieb mir die Schläfen, in der Hoffnung, das schmerzende Pochen vertreiben zu können. Doch nach mehreren Versuchen musste ich mir eingestehen, dass die Kopfschmerzen erst verschwinden würden, wenn ich irgendwann heute Nacht in meinem Bett lag und meinem empfindlichen Gehör eine Atempause gönnen konnte.

    Ich fragte mich, warum sie sich keine Kopfschmerztablette eingeworfen hat oder diese Option nicht gefallen ist. :hmm: Also in Blick darauf, dass sie ein Vampir ist, könnte es natürlich sein, dass Kopfschmerz(Medikamente) bei ihr nicht wirken und sie es deshalb gar nicht erst in Betracht zieht. Aber ich glaube, dann hättest du das bestimmt als Detail eingebaut. :hmm:
    Weiterführend erwähnt sie ja ...

    Aus irgendeinem Grund, der sich mir noch nicht so recht erschließen wollte, reagierte ich heute besonders empfindlich auf die Geräusche, die in der Bar vorhanden waren. Sonst setzten mir diese nicht so sehr zu, aber heute, war es anders. Ich grübelte über diesen Umstand nach, konnte aber keinerlei zufriedenstellende Erklärung dafür finden.

    ... dass es an diesem Tag besonders schlimm ist. :hmm: Ich frage mich, ob das ein Hinweis auf etwas sein soll oder halt umgekehrt. :hmm: Oder es ist einfach nur ein random Satz, dem wir nicht umbedingt weitere Bedeutung schenken müssen. :/

    Dabei fiel mein Blick unvermittelt auf die heutige Tageszeitung, die Aurelia-Falls-Gazette, die ordentlich zusammengefaltet auf der Tischplatte lag. Vermutlich war es Jay, meinem besten Freund und Mitbesitzer der Bar, gelungen vor seiner Schicht den Sportteil zu lesen.

    Ist das auch ein Hint auf etwas? Sportteil - High-School-Football - Bar - Tammy Conner :this:

    Geistesabwesend blätterte ich die Zeitung durch, bis ich auf Seite 6 an der Vermisstenanzeige eines 16-jährigen Mädchens aus Boston hängen blieb.

    Ich runzelte die Stirn, weil ich mich wunderte, dass diese Anzeige so weit hinten in der Zeitung auftauchte und nicht direkt auf dem Titelblatt erschienen war. Ich trank den letzten Schluck Kaffee aus meiner Tasse und vertiefte mich in den Artikel.

    Runzelte sie jetzt die Stirn, weil sie sich wunderte oder weil die Anzeige so weit hinten in der Zeitung steht? Was stand denn auf der Titelseite, dass sie meinte, dass die Anzeige eine viel bessere Schlagzeile gewesen wäre? :hmm: Irgendwie fehlt mir da die Vergleichsmöglichkeit. Wäre halt auch eine gute Möglichkeit, Rina besser zu charakterisieren. :hmm:

    Vor allem in Bezug auf ...

    Vor geraumer Zeit hatte in der Gazette bereits ein ähnlicher Artikel gestanden. Wenn ich mich recht erinnerte, war dies vier Wochen her… Es schien so, als wenn die Geschichten zusammenhängen würden. Zwei vermisste 16-jährige Mädchen mit kurzen braunen Haaren und grauen Augen. Das schien mir kein Zufall zu sein.

    In mir machte sich Sorge und ein ungutes Gefühl breit. Ich hoffte inständig, dass keiner von uns an dieser Geschichte beteiligt war. Das wäre wirklich unschön und würde ein riesiges Problem werden.

    Während ich noch darüber nachgrübelte, ob die Mädchen einem Vampir zum Opfer oder irgendwelchen perversen Menschen gefallen waren, wurde die Bürotür aufgerissen und Jay steckte seinen Kopf hinein. :this: BTW ist dieser Satz verkrüppelt.

    Für mich liest sich das so, als würden dort nur Vampire arbeiten. :hmm: Weil warum sollte sie ihre Sorge auf alle Angestellten ausweiten, wenn sie es mit Vampiren in Bezug bringt? Eigentlich ja nur, wenn alle Vampire wären. :hmm:

    „Ich hoffte inständig, dass keiner von uns an dieser Geschichte beteiligt war. Das wäre wirklich unschön und würde ein riesiges Problem werden.“

    Ich mag die Zeile eigentlich total, weil sie mega interessant ist. Aber du musst hier aufpassen, weil das extrem viel über die Moral der Protagonistin aussagt. Wenn ihr einziger Gedanke ist „Oh, hoffentlich macht -mir- dass keine Probleme“ Angesicht von einem entführten und vielleicht ermordeten Menschen, kommt das herzlos rüber und wirft Zweifel daran auf ob der Erzähler überhaupt unschuldig ist oder bloß nicht erwischt werden will.

    Allerdings verstehe auch ich den von Feron angemerkten Teil so, dass ihre Besorgnis nicht in erster Linie den Mädchen, sondern dem/den Täter(n), sowie der Vermeidung der aus der Tat folgenden potentiellen Problemen gilt. Vielleicht würde ein kleiner Zusatz helfen, die von dir gewünschte Wirkung (Rina hat Mitgefühl mit den Mädchen) zu verdeutlichen. Nur so ein Gedanke.

    Manchmal finde ich sogar, dass weniger mehr ist ;)

    Da das erst der erste Teil ist, kann dieser eine Satz aus meiner Sicht noch nichts über die Moral meiner Figur aussagen, da es nur eine gedankliche Bemerkung ist, dass sie sich sorgen macht oder das Probleme auftauchen können. Aus diesem ersten Part kannst du nicht die Moral meiner Figur heraussehen und herzlos finde ich diesen einen Satz auch nicht gerade, wenn sie wirklich herzlos gewesen wäre, dann wäre es ihr vollkommen egal und sie hätte sich keine Gedanken darüber gemacht, warum diese Vermisstenanzeige auf Seite 6 anstatt auf Seite 1 auftaucht!

    Also entweder bin ich derjenige, der nicht richtig lesen kann, oder ihr alle 3 könnt nicht richtig lesen bzw. lest sogar das falsch, was falsch angekreidet wurde. :doofy:
    Ich habe mal Feron zitiert und zugleich das Zitat mit der entsprechenden Quelle erweitert. :ugly:
    Für mich las sich Feron s Kommentar eher wie eine MÖGLICHE Option, Rina besser zu charakterisieren und NICHT wie eine Kritik an ihrer Person aktuell. Denn Kisa hat in ihrer Geschichte von 'uns' gesprochen und nicht von 'mir' :hmm:
    Warum dann Mymm meint, dass sie es genauso sieht wie Feron (also dass Rina herzlos wäre etc.) erschließt sich mir dann nicht ganz. Und Kisa , du brauchst dich doch nicht dafür erklären, was du gar nicht geschrieben hast. :pardon:

    Sicherlich: Es liest sich (so wie es Kisa geschrieben hat) schon etwas so, als würde Rina sich hauptächlich darum Sorgen machen, dass niemand von ihren Leuten darin verwickelt wäre. Aber wer sagt denn, dass Rina überhaupt mehr Mitleid für die Mädchen hat als für ihre Mitarbeiter? (Bezogen darauf, dass sie alle Vampire sind). Denn die Mädchen sind ja bereits tot, also warum Besorgnis empfinden für Tote? Was geschehen ist, ist geschehen. Ich habe es eher so verstanden, dass sie es sich nicht verzeihen könnte, wenn jemand von ihren Leuten etwas damit zutun haben sollte.
    Ich könnte mir jetzt auch die Frage stellen, warum Kisa überhaupt diese Sache erwähnt hat. Wollte sie es als Aufhänger für etwas verwenden? :hmm: Und warum war die Anzeige NICHT auf der Titelseite? Und warum merkte Rina das überhaupt an? Vielleicht doch ein Hauch von Mitgefühl? :hmm: :pardon:

    Im Barraum angelangt, folgte ich Jay hinter die Theke. Er hatte sich bereits wieder an die Arbeit gemacht und lauschte den Worten von Bud Simmons, dem Sheriff, der sich einmal mehr über den ganzen Papierkram beklagte.

    Fragt mich mal. Eine Bar macht auch einen Haufen Papierkram, den ich noch zusätzlich zu meiner normalen Arbeit hinter der Theke bewerkstelligen musste.

    Kannst du es mir vielleicht zeigen? :alien:

    „Mama sagt, wir müssen noch mit Makreatus Gassi gehen“, erklärte mir der braune Lockenkopf.

    Makreatus? Ernsthaft?

    „Ah ja, dass müsst ihr auf alle Fälle noch machen, sonst passiert ihm noch ein Missgeschick und das wollen wir doch nicht, oder?“

    „Nein!“, rief sie und verzog angeekelt das Gesicht, als wenn sie sich an ein solches Unglück erinnern würde. „Das wollen wir definitiv nicht!“

    Ist es das, was ich vermute, wenn ich an einen Hund denke und ans Gassi gehen? :hmm: Ist das der eigentliche Grund, warum man mit einem Hund Gassi geht? :hmm: Ich frag für nen Freund. :doofy:

    „Also, Makreatus ist einer der drei Höllenhunde des Hades, dem Herrscher der Unterwelt“, erklärte ich weiter und sah auf Buds Gesicht nur weitere Verwirrung. (Auch hier wieder, keine Ahnung woher diese Informationen stammen, aber sie sind mMn nicht korrekt. Wenn du auf schon vorhandene Mythologien zurückgreifst, sollten die Informationen dazu korrekt sein.)

    Irgendwie muss ich Sikadian in gewissem Maße zustimmen. :hmm: Aber hätte mir gewünscht, dass er es etwas detailierter erläutert, warum er das als "nicht korrekt" ansieht.

    Fakt ist: Makreatus ist (soweit ich es mit oberflächlichen googlen herausfinden kann) nirgends erwähnt und kein bekannter Höllenhund.

    Unter der Annahme, dass deine Geschichte in unserer Welt spielt und deine (menschlichen Normalo)-Charaktere eben nur das wissen können, was sie wissen können (höhöhö :rolleyes: ), würden sie ja eigentlich nicht wissen können, dass Makreatus ein weiterer Höllenhund des Hades ist.
    Und da stelle ich mir jetzt die Frage, inwieweit Rina es dem Cheriff erklären wollen würde. Sollte er dann nicht zumindest (oder maximal) Zerberus kennen und diesen ansprechen?
    Ich meine, sie versucht ihm etwas als Wahrheit zu verkaufen, was er nicht nachweisen kann und nirgends geschrieben steht. Hätte sie es nicht einfach ihm nicht erklären können und es eben nur dem Leser zukommen lassen? :hmm:

    Wenn dein Charakter 700 Jahre alt ist dann sollte sie Dinge wie: „Okay" oder "Teenager" nicht sagen. Die Ausdrücke sind zu neu.

    Soll das heißen, dass ein 90 Jähriger dann auch keine Begriffe wie "Babo" "Goonen?" oder "Six Seven" sagen dürfte, weil sie nicht zu seinem Alter passen? :huh:
    Ich weß, nicht unbedingt bester Vergleich, aber trotzdem finde ich dein Argument sehr fadenscheinig Feron ! :pupillen:
    Ich wage mal die steile These, dass auch noch in 700 Jahren ein Teenager ein Teenager ist oder Okay ein Okay. Sind die dann immer noch zu neu?
    Ich würde mich mehr wundern, wenn Rina immer noch so sprechen würde wie vor 700 Jahren. Dann würde niemand sie verstehen.

  • Zarkaras Jade ich danke dir für deinen ausführlichen Kommentar. :) ich habe ja beim off treffen mit Chaos Rising auch schon darüber gesprochen bzw. Hinweise bekommen wie ich Formulierung und Wiederholung vermeiden kann was ich auch definitiv umsetzen werde. Gerade auch was den Anfang betrifft 😉

    Runzelte sie jetzt die Stirn, weil sie sich wunderte oder weil die Anzeige so weit hinten in der Zeitung steht? Was stand denn auf der Titelseite, dass sie meinte, dass die Anzeige eine viel bessere Schlagzeile gewesen wäre? :hmm: Irgendwie fehlt mir da die Vergleichsmöglichkeit. Wäre halt auch eine gute Möglichkeit, Rina besser zu charakterisieren. :hmm:

    Rina runzelt hier tatsächlich deswegen die Stirn weil eine Entführung eines jungen Mädchens soweit hinten in der Zeitung ist und nicht auf der Titelseite wie es oft der Fall ist.

    Vielleicht sollte ich da noch mit anbringen das die erste Entführung auf der Titelseite gelandet ist :hmm: das würde ihre Gedanken vielleicht noch etwas besser unterstreichen 😊

    Ich könnte mir jetzt auch die Frage stellen, warum Kisa überhaupt diese Sache erwähnt hat. Wollte sie es als Aufhänger für etwas verwenden? :hmm: Und warum war die Anzeige NICHT auf der Titelseite? Und warum merkte Rina das überhaupt an? Vielleicht doch ein Hauch von Mitgefühl? :hmm: :pardon:

    Jaaaaa! Alles davon 😁


    Ich werde den Anfang jetzt noch einmal überarbeiten und dann noch einmal online stellen. Dabei werde ich auch die umstrittene Szene mit dem Sheriff ändern. Nur soviel dazu es gibt in der griechischen Mythologie mehr Höllenhunde als zwei die jeder kennt. Man muss sich damit nur tief genug auseinandersetzen und die Namen müssen aufgrund der kreativen Freiheit auch nicht immer übereinstimmen . Es wird nicht jedes Detail was die griechische oder römische Mythologie angeht hundert prozentig passen, was man bereits aus hundert anderen Geschichten kennt....😊


    Phantasie ist die schönste Blüte der Wirklichkeit


    -Thomas Romanus-

  • Zarkaras Jade & Kisa

    Warum dann Mymm meint, dass sie es genauso sieht wie Feron (also dass Rina herzlos wäre etc.) erschließt sich mir dann nicht ganz.

    .. das ist so nicht gemeint gewesen. Ich verstehe nur die folgenden beiden Sätze so, dass der Fokus auf dem Täter, nicht auf den Mädchen (bzw. deren Schicksal) liegt:

    Ich hoffte inständig, dass keiner von uns an dieser Geschichte beteiligt war. Das wäre wirklich unschön und würde ein riesiges Problem werden.

    Damit ist Rina nicht herzlos, unsympathisch oder von zweifelhaftem Charakter bzw. Moral, das habe ich nicht gemeint. Wenn es so rübergekommen ist, dann tut es mir leid Kisa !

    LG

    Mymm

    .. ich bin klein und gemein und ich mag mich, wenn ich so bin .. :evil:

  • Damit ist Rina nicht herzlos, unsympathisch oder von zweifelhaftem Charakter bzw. Moral, das habe ich nicht gemeint. Wenn es so rübergekommen ist, dann tut es mir leid Kisa !

    Danke für die Klarstellung denn ich habe es tatsächlich also verstanden, dass rina eine herzlose und unsympathischw Figur ist.

    Aber dann ist es ja gut das Zarkaras Jade das noch einmal aufgegriffen hat und dass das geklärt werden konnte 😊


    Phantasie ist die schönste Blüte der Wirklichkeit


    -Thomas Romanus-

  • Leute ich schreibe nicht vor jede meiner Anmerkungen: „Meiner Meinung nach…“ bin ich der Auffassung das ergibt sich von selbst. Mein Problem mit dem Satz:

    Zitat

    „Ich hoffte inständig, dass keiner von uns an dieser Geschichte beteiligt war. Das wäre wirklich unschön und würde ein riesiges Problem werden.“

    …ist der fehlender Kontext. Dieser Gedanke kann genauso gut von einer normalen Person kommen (wenn sie Grund zur Annahme hat das man sie grundlos verdächtigen könnte), aber auch von einem absoluten Monster das kein Problem mit dem Verschwinden von Menschen an sich hat, sondern bloß nicht erwischt werden will. Das zeigt außerdem klar das sie nicht ausschließt das es eben doch „einer von uns“ gewesen sein könnte. Sie drückt also indirekt Misstrauen gegenüber ihren Leuten aus. Das ist was bei mir ankommt, wenn ich den Absatz ohne Erklärungen lese. Ich weiß auch nicht auf welcher Seite der Zeitung im realen Leben eine Vermisstenanzeige stehen würde. Wenn das also relevant ist geht das an mir vorbei. Sorry.

    Nur als Beispiel:

    Ich blätterte geistesabwesend durch den Politik-Teil der Zeitung und überflog welche neue Studie zum zwanzigsten Mal festgestellt hatte das Softgetränke zu viel Zucker enthalten. (Hier könnte man beliebiges Wordbuilding einfügen. Was steht den in diesem Setting in der Zeitung?). Ich stoppte auf der sechsten Seite. Jemand war vor zwei Tagen nicht vom Cheerleader-Training nach Hause gekommen. Weiblich, sechszehn Jahre, welliges blondes Haar, roter Hoodie aus Boston. Die Art Mensch die es meistens trifft. „Scheiße…“ murmelte ich leise vor mich hin. Die Polizei-Präsenz in unserem Viertel würde für eine Weile zunehmen. Ich hatte nichts zu verbergen, aber die Idee von wütenden Menschen die sich das Recht nehmen meine Räume und Schränke zu durchsuchen stieß mir sauer auf.

    So setzt die Protagonistin entmenschlichte Eckdaten aus der Zeitung im Kopf zu einer Person zusammen ohne dabei übermäßig traurig über das Verschwinden einer Fremden zu sein. So ist auch klar das sie unschuldig ist, sich aber Sorgen macht verdächtigt zu werden. Der ursprüngliche Satz ist in Ordnung du solltest dir nur bewusst sein das es eben doch über die Protagonistin informiert, wenn ein Aspekt der Anzeige ihre Aufmerksamkeit hat, der andere aber nicht.

    Zur altersgerechten Sprache:

    Ich spiele viel Vampire die Maskerade. Klar ist es legitim das ein Vampir bemüht ist seine Sprache an zu passen und jung klingt obwohl er es nicht ist. Aber ich finde das nicht annähernd so interessant wie die Unterschiede zwischen Jahrhunderte alten Vampiren und brandneuen. Ich würde einen Kompromiss versuchen. Lass sie sie die meisten Zeit normal sprechen aber benutzte vielleicht ab und zu veraltete Wörter wie „Kleinod“ oder „Kraftfahrzeug“ um eine Idee von ihrem Alter zu vermitteln. Ich würde es sehr schade finden, wenn ich weiterlese und feststelle das ihr Alter nur in den Notizen eine Rolle spielt und in der Geschichte selbst niemals zum Tragen kommt.

    Strahd van Zarovich is dead! Also: Stop starring at the sun!

  • Ich würde es sehr schade finden, wenn ich weiterlese und feststelle das ihr Alter nur in den Notizen eine Rolle spielt und in der Geschichte selbst niemals zum Tragen kommt.

    Ihr alter wird eine Rolle spielen da es geschichtliche Hintergründe gibt auf die ich eingehen werde aber eben nicht im ersten Kapitel.... Das wird man im weiteren Verlauf der Geschichte merken bzw. verstehen


    Phantasie ist die schönste Blüte der Wirklichkeit


    -Thomas Romanus-

    • Offizieller Beitrag

    Nur soviel dazu es gibt in der griechischen Mythologie mehr Höllenhunde als zwei die jeder kennt.

    Hast du dazu eine Quelle? Weil ich kenne nichtmal 2 Höllenhunde:rofl: Und ich finde auch nichts, was über Kerberos hinausgeht :hmm:
    Abgesehen von Orthos. Der ist zwar ein zweiköpfiger Hund, aber hat nix mit Hades zu tun. Der bewacht Rinder :rofl:
    Meinst du dessen Geschwister? Da ist Kerberos auch dabei, aber die anderen haben noch weniger damit zu tun (Chimäre, Hydra etc)

    Man muss sich damit nur tief genug auseinandersetzen und die Namen müssen aufgrund der kreativen Freiheit auch nicht immer übereinstimmen

    Das stimmt, aber es ist iwie schwierig zu sagen "stammt aus der griechischen Mythologie", wenn das einfach nicht so ist :D
    Natürlich kannst du es trotzdem einbauen, aber dann is es halt "nur" inspiriert und nicht übernommen. Der Unterschied ist imo aber wichtig, weil es Leute sonst verwirrt.
    Du forderst die Suspension of disbelief damit sehr heraus :hmm:

  • Vorschlag: Schreib doch einfach nur "stammt aus der Mythologie" oder erfinde eine "xxx-ische Mythologie". Es ist Fantasy, was du schreibst (und alle hier). Ob dieser eine Hund nun in irgendwelchen realen Quellen belegt ist oder nicht, spielt für mich als Leserin keine Rolle, wenn ich aus der Geschichte weiß, dass es eben diesen Höllenhund, den man sich böse und gefährlich vorstellt, mit diesem Namen gibt, der deiner Protagonistin, nicht aber dem Sheriff geläufig ist.

  • Es ist Fantasy, was du schreibst (und alle hier). Ob dieser eine Hund nun in irgendwelchen realen Quellen belegt ist oder nicht, spielt für mich als Leserin keine Rolle

    Also, da muss ich jetzt widersprechen. Es ist eine Geschichte die in die reale Welt eingebettet ist, wir lesen von der recht realen Stadt Boston etc.

    Wenn man sowas macht, spart man sich viele Dinge beschreiben zu muessen - der Leser kennt die Gesellschaft im Prinzip schon,er weiss etwa was ein Sheriff macht und wie man sich eine Bar vorzustellen hat (bei einer komplett erfundenen Fantasywelt weiss der Leser halt nicht unbedingt was eine Tugendwache tut oder wie man sich einen Abend im Wegehaus vorzustellen hat und der Autor muss das beschreiben). - aber davon dann einzelne Elemente ausnehmen ist heikel.

    Es kann effektvoll sein eine Welt zu beschreiben die in vielen Details grade neben unserer ist (etwa wenn die Protagonisten in Washington D.C. unterwegs sind und dann am Hexagon aussteigen) - das muss aber sehr gut gemanaged werden. Und ich hatte nicht den Eindruck dass das hier der Plan ist.

    Eine fremde Mythologie in ein Setting der fast realen USA zu erfinden - davon wuerde ich dringend abraten.

    Kisa - warum ist der Name des Hundes so wichtig? Ist der den Aerger wert dass er nicht einfach Kerberos heisst? (Ja, mich irritiert sowas auch kolossal...)

  • Kisa 28. Mai 2026 um 20:36

    Hat den Titel des Themas von „Aurelia Falls - Bis in alle Ewigkeit“ zu „Aurelia Falls - Todeskuss“ geändert.
  • Zarkaras Jade  Chaos Rising  Feron  Mymm  Sikadian  Amafiori Ich hoffe mal, dass ich jetzt niemanden vergessen habe, wenn doch... sorry :S Ich habe den ersten Part überarbeitet und auch bereits online gestellt. Und kann sagen, dass ich den Namen des Hundes in der Tat geändert habe, da dies nicht ausschlaggebend für den weiteren Verlauf der Geschichte ist. :)

    Ich bin mal gespannt, ob Euch dieser Part besser gefällt :) Viel Spaß damit


    Der Abend rauschte nun in dem weiteren wilden Treiben und der Feierlaune der Gäste wie im Flug da hin, dass ich keine weitere Minute Zeit fand mir über irgendwelche Dinge, die nicht wirklich wichtig waren, Gedanken zu machen.

    Als endlich die Mehrheit der Gäste gegen halb eins den Weg aus der Tür und in ihr kuscheliges Bett fanden, wurde es etwas ruhiger, sodass wir alle eine Verschnaufpause hatten.

    Jay machte sich daran unserem Chefkoch Sunny in der Küche zur Hand zu gehen und aufzuräumen. Während Lana Tanner, Jays Schwester und unsere Kellnerin, und Mandy Trannton, ebenfalls unsere Kellnerin, sich schon einmal daran machten die nunmehr leeren Tische abzuräumen und abzuwischen.

    Ich werkelte unterdessen hinter der Theke weiter, polierte abgespülte und abgetrocknete Gläser und wischte den Tresen ab, räumte vereinzelte Flaschen weg, als die Eingangstür zum Vance´s aufging.

    Zu so später Stunde kam selten noch neue Gäste herein. Deswegen überraschte es mich dann doch das eine junge Blondine herein kam. Sie hatte eine unglaubliche Ausstrahlung. Die blonde junge Frau hatte den Laden kaum betreten, als sich alle Köpfe zu ihr herumdrehten und sie mit offenen Mündern anstarrten.

    Ihre schlanke, fast schon zierliche Gestalt wurde noch durch die perfekt anliegenden Klamotten, die dem neusten Trend zu entsprechen schienen, betont. Als sie ihren Kopf hob und sich einmal in der Bar umblickte, konnte ich auch ihre feinen Gesichtszüge mit einer erhabenen, fast schon versnobt aussehenden Nase, ausmachen. Sobald ihre leuchtend blauen Augen auf mein Gesicht trafen, breitete sich auf ihrem Antlitz ein strahlendes Lächeln aus, das jeden Mann in die Knie zwingen konnte.

    Aus vereinzelten Ecken des Raumes konnte ich das hastige Schnappen nach Luft, leises Gestöhne und murmelnde Stimmen hören. Bei einem raschen Blick aus dem Augenwinkel konnte ich die Personen ausmachen von denen diese Reaktionen gekommen waren; alles Männer, welch Wunder.

    Typisch, meine beste Freundin.

    „Nika?“, fragte ich überrascht meine hexische beste Freundin hier zu sehen. „Was machst du denn hier?“

    Nika kam mit raschen Schritten an den Tresen geeilt, beugte sich hinüber und gab mir einen Kuss auf die Wange. „Ich hab dich vermisst“, gab sie schlicht zurück und zuckte lässig mit den schmalen Schultern, während sie sich auf den Barhocker direkt vor mir pflanzte.

    Die restlichen Gäste beäugten Nika. Einige misstrauisch, andere skeptisch, aber alle mit einem versonnenen Funkeln in den Augen und einem Lächeln auf den Lippen.

    Ich weiß bis heute nicht, wie sie das machte, aber alle liebten sie ohne sie wirklich zu kennen. Wahrscheinlich hatte sie irgendeinen Zauber ausprobiert und das war das Ergebnis gewesen, ob gewollt oder ungewollt. Es war merkwürdig, aber oft auch recht nützlich.

    Ich schaute sie skeptisch an. „Wir haben gestern zusammen telefoniert. Da warst du noch in New Orleans und hast im French Quarter Karten gelegt und den Leuten das Blaue vom Himmel heruntergelogen. Was machst du also heute Abend hier?“, verlangte ich misstrauisch von ihr zu erfahren.

    Ich kannte meine beste Freundin schließlich gut. Ein Freigeist wie er im Buche stand. War nie lange an einem Ort, ließ sich nichts vorschreiben und geriet immer in irgendwelche bedrohlichen Situationen aus denen sie sich wieder freizauberte mit viel Glück und wenig Verstand. Sie war der pure Adrenalin-Junkie. Deswegen nahm ich es ihr auch nicht so einfach ab, dass sie aus purer Langeweile in das kleine beschauliche Aurelia Falls kam in dem nie etwas Besonderes passierte.

    Nika druckste herum und gab sich nach einigen bösen Blicken von mir geschlagen und rückte dann endlich mit der Wahrheit heraus.

    „Gut, ich habe einen Job und brauche deine Hilfe.“

    Ich blickte Nika skeptisch an. „Meine Hilfe?“, fragte ich sie überrascht. Ich wusste zwar, dass sie ihre Hexenkräfte nicht nur für sich selbst nutzte, sondern auch für Aufträge. Diese wurden ihr meistens von Mitgliedern der magischen Gemeinschaft erteilt. Mit diesen brachten sie sich häufig in die besagten Schwierigkeiten. „Wobei?“

    „Ach, bei nichts Wichtigem“, gab Nika ausweichend zurück und machte eine wegwerfende Bewegung mit der Hand, um mir deutlich zu machen, dass es nur eine Banalität war und ich mir keine Sorgen machen sollte. Aber gerade deswegen machte ich mir Sorgen. Immerhin kannte ich meine Freundin. „Machst du mir einen Appletini?“

    Mit gerunzelter Stirn blickte ich Nika finster an. „So einen Quatsch mach ich dir nicht. Das kannst du zu Hause in New Orleans bestellen, aber nicht hier“, wies ich sie zurecht und schüttelte nur den Kopf über ihre neumodische Bestellung.

    „Warum?“, fragte sie empört und starrte mich mit großen blauen Augen an.

    „Weil ich dir so einen Schrott nicht zusammen mixe, darum“, gab ich barsch zurück und griff nach der Rumflasche und mixte ihr stattdessen einen ordentlichen Hurricane zusammen. „Bitte sehr“, sagte ich mit einem bereiten Lächeln auf den Lippen, als ich ihr den bunten Cocktail vor die Nase stellte.

    Zerknirscht nahm Nika ihren Drink entgegen, nippte daran und verzog das Gesicht. „Oh man! Der ist aber stark.“

    „Das hat ein anständiger Hurricane so an sich.“

    „Na, dann verzichte ich lieber“, grummelte Nika und schob mir den Cocktail wieder zu. „Den würde ich nirgendwo trinken. Viel zu stark.“

    Ich zuckte nur mit den Schultern. „Wenn du meinst“, erwiderte ich und trank den Cocktail dann selbst, bevor ich ihn wegschütten musste.

    Nach dem ich einen Schluck von der bunten zuckrigen Flüssigkeit genommen hatte, blickte ich Nika wieder an. „Dir ist schon klar, dass das Cocktail-Drama mich nicht hat vergessen lassen, dass ich keine Antwort auf meine Frage bekommen habe“, bemerkte ich mit gehobener Augenbraue, verschränkte die Arme vor der Brust, lehnte mich mit der Hüfte gegen den Tresen und ließ Nika keinen Moment aus den Augen.

    Sie schaute mich unschuldig an und klimperte mit ihren Wimpern. „Welche Frage?“, versuchte sie mich weiterhin abzulenken.

    Ich kniff die Augen zusammen und funkelte sie böse an. „Das weißt du genau! Verkauf mich nicht für dumm, Nika“, warnte ich sie mit leicht drohender Stimme.

    „Mach ich nicht“, brummte sie und machte dabei einen kleinen Schmollmund. „Ich will das nur nicht alleine machen. Deswegen musste du unbedingt mitkommen.“

    „Wenn du es nicht machen willst, warum hast du den Auftrag dann überhaupt angenommen?“

    „Er ist gut bezahlt“, erklärte sie schlicht und fixierte dann das Cocktail-Glas auf dem Tresen, während sie meinem fragenden Blick auswich und murmelte noch „außerdem konnte ich nicht nein sagen.“

    „Warum nicht?“

    „Das ist kompliziert“, gab sie zurück und vermied es dabei weiter mir in die Augen zu schauen.

    „Warum?“, fragte ich erneut und hasste es ihr jedes einzelne Wort aus der Nase ziehen zu müssen.

    Nika kaute auf ihrer Unterlippe herum und fuhr abwesend mit dem Daumen über den dünnen Stiel des Cocktail-Glases. Sie schien sich darauf zu fixieren. „Das verstehst du nicht“, gab sie zurück und spielte weiterhin mit dem Stiel des Glases.

    „Nika!“, fuhr ich sie an, griff über den Tresen und umfasste ihr Kinn, hob es an, sodass sie mir direkt ins Gesicht sehen musste. „Sag schon!“, befahl ich ihr und konnte dabei nicht verhindern meine vampirische Natur an die Oberfläche kommen zu lassen.

    „Deine Augen glühen“, murmelte Nika so leise, dass es niemand außer mir hören konnte.

    „Ich weiß“, raunte ich zurück. „Jetzt erzähl schon!“

    Sie seufzte und gab dann endlich nach. „Ich habe Mist gebaut und er hat mir aus der Klemme geholfen. Jetzt bin ich ihm was schuldig.“

    „Er?“, fragte ich sie misstrauisch. „Welcher er?“

    Sie schüttelte nur mit dem Kopf. Ich konnte ihrem zerknirschten und sturem Blick ansehen, dass sie mit dieser Wahrheit definitiv nicht herausrücken würde.

    „Okay“, gab ich nach und schaute sie dann forschend an. „Wenn du ihm was schuldig bist, warum bekommst du dann auch noch eine Bezahlung? Schließt das eine das andere nicht aus?“

    „Dies Mal nicht“, erwiderte sie und schüttelte leicht den Kopf, um ihre Worte zu unterstreichen, wobei ihre blonde Mähne ihr um die Schultern fiel.

    „Okay“, sagte ich langsam und gedehnt, während ich sie nicht aus den Augen ließ. Etwas nervös, weil ich bei der Sache ein ganz ungutes Gefühl hatte, fuhr ich mir mit der Hand durch meine offenen braunen Haare und blickte Nika noch einmal misstrauisch an. „War das alles, oder verschweigst du mir noch etwas?“

    „Nein.“

    Okay, das kam zu schnell, schoss es mir durch den Kopf. Irgendwas ist an der Sache noch dran, was sie mir partout nicht sagen will. Wenn ich das im Hinterkopf behalte, wird schon nichts schief gehen, redete ich mir selbst gut zu.

    „Gut, ich komme mit“, erwiderte ich auf ihre Bitte hin und sah ein glückliches Lächeln auf ihrem Gesicht erstrahlen. Es fehlte eigentlich nur noch das sie begeistert auf dem Barhocker auf und ab hüpfte. Ganz so wie Antonia dies vorhin getan hatte. „Aber ich muss hier erst alles fertig machen und abschließen.“

    „Kein Problem“, entgegnete Nika und schaute sich um.

    Während unseres Gespräches waren auch die letzten Gäste gegangen. Lana und Mandy hatten abkassiert und waren gerade dabei die Einnahmen und das Trinkgeld zu zählen. Während Jay und Sunny den Barraum fegten und wischten.

    „Ich würde sagen, dann können wir ja gleich aufbrechen, oder?“, wandte sich Nika wieder um und lächelte mich immer noch überschwänglich an.

    „Scheint so.“

    „Super!“, rief sie und klatschte begeistert in die Hände.

    Wie ein kleines Kind.

    Ich verdrehte die Augen bei ihrer Reaktion. „Wo müssen wir denn hin?“

    Nika schwieg einen Moment. Das breite Lächeln war in wenigen Sekunden von ihrem hübschen Gesicht gewichen und hatte einen vorsichtigen und argwöhnischen Ausdruck hinterlassen, als sie mich nun betrachtete und genau im Auge behielt. Anscheinend wollte sie meine Reaktion auf ihre nächsten Worte auf keinen Fall verpassen.

    „Nach Worcester“, sagte sie. „Wir müssen nach Worcester.“

    Im Nachhinein betrachtet, hätte ich ihren Worten mehr Aufmerksamkeit schenken sollen. Dann wäre ich vielleicht doch nicht mitgefahren, aber wie man so schön sagt, hinterher ist man immer schlauer.


    Phantasie ist die schönste Blüte der Wirklichkeit


    -Thomas Romanus-

  • Ich nickpicke ok? Der Text ist insgesamt gut und ich kann folgen, aber ein paar Dinge stören mich:

    Zitat

    Der Abend rauschte nun in dem weiteren wilden Treiben und der Feierlaune der Gäste wie im Flug da hin, dass ich keine weitere Minute Zeit fand mir über irgendwelche Dinge, die nicht wirklich wichtig waren, Gedanken zu machen.

    Als endlich die Mehrheit der Gäste gegen halb eins den Weg aus der Tür und in ihr kuscheliges Bett fanden, wurde es etwas ruhiger, sodass wir alle eine Verschnaufpause hatten.

    Den ersten Satz würde ich entfernen. Der ist unhandlich und wenn ein Gedanke unwichtig ist warum sollte man dann darüber nachdenken wie sehr man nicht darüber nachdenkt? Außerdem passiert genau danach ein Zeit Sprung bis nach der Öffnungszeit. Das Pacing wäre also besser wenn du gleich springst und nicht erst eine Szene etablierst in der wir sowieso nicht bleiben.

    Zitat

    Jay machte sich daran unserem Chefkoch Sunny in der Küche zur Hand zu gehen und aufzuräumen. Während Lana Tanner, Jays Schwester und unsere Kellnerin, und Mandy Trannton, ebenfalls unsere Kellnerin, sich schon einmal daran machten die nunmehr leeren Tische abzuräumen und abzuwischen.

    Das finde ich stilistisch nicht so toll, weil wir hier ausschließlich Namen und die Grundidee von Handlungen bekommen. Ich würde das hier nutzen im Charaktere zu etablieren. Anstatt: „Jay hilft Sunny in der Küche“ könntest du schreiben:

    „Sunnys Hände waren aufgedunsen vom Spülwasser, auch wenn er sich nicht beklagte. Ich war nicht der Einzige der es bemerkte. „Das ist dann wohl meins!“, scherzte Jay und zog einen Stapel Teller zu sich. „Lass nichts fallen, Bursche!“ brummte Sunny anstelle von Dank.“

    Es ist nicht viel aber diese Kleinigkeiten etablieren und festigen Persönlichkeit. So kann man sich auch besser merken über wen wir hier lesen.

    Mir fallen hin und wieder unnötige Füllwörter auf. „…unsere Kellnerin, sich schon einmal daran machten die nunmehr leeren Tische abzuräumen und abzuwischen.“ Die vorherigen Absätze erklären schon das die Bar leer ist. „…die leeren Tische abzuräumen“ wäre genug. „die nunmehr“ ist Füller. Oder das hier:

    „Zu so später Stunde kam selten noch neue Gäste herein. Deswegen überraschte es mich dann doch das eine junge Blondine herein kam“ Dies sind die Gedanken des Protagonisten. Wenn Gäste zu dieser Urzeit ungewöhnlich sind dann ist es redundant zu erklären das sie davon überrascht ist.

    Zitat

    Ihre schlanke, fast schon zierliche Gestalt wurde noch durch die perfekt anliegenden Klamotten, die dem neusten Trend zu entsprechen schienen, betont. Als sie ihren Kopf hob und sich einmal in der Bar umblickte, konnte ich auch ihre feinen Gesichtszüge mit einer erhabenen, fast schon versnobt aussehenden Nase, ausmachen. Sobald ihre leuchtend blauen Augen auf mein Gesicht trafen, breitete sich auf ihrem Antlitz ein strahlendes Lächeln aus, das jeden Mann in die Knie zwingen konnte.

    Das ist Geschmackssache. Ignorier mich ruhig, aber ich finde die Beschreibung eher generisch und uninteressant. Und warum interessiert die Protagonistin was ihr Anblick mit Männern macht?

    „Ein blonder Engel, segnete uns mit seiner Gegenwart. Ein schulterfreies, rotes Kleid aus einem französischen Designerlabel, klammerte sich an ihren zierlichen Körper. Sie reckte ihr Kin nach oben und spähte über meine Belegschaft. Jeder einzelne hielt inne. Der Blick der blauäugigen Sirene traf den meinen. Sie lächelte.“

    Zitat

    „… konnte ich das hastige Schnappen nach Luft, leises Gestöhne und murmelnde Stimmen hören.“

    Benutzt hier vielleicht was anderes als „Stöhnen“. ^^

    Beste Freundin wird viel zu oft erwähnt. Rascher Schritt UND eilen.

    Zitat

    „Die restlichen Gäste beäugten Nika. Einige misstrauisch, andere skeptisch, aber alle mit einem versonnenen Funkeln in den Augen und einem Lächeln auf den Lippen. Es war merkwürdig, aber oft auch recht nützlich.“

    Die Reaktion der Männer hier finde ich ziemlich übertrieben. Wenn das ein Zauber ist, sollte Rika ihr Personal davor schützen und das nicht einfach als gegeben hinnehmen. Besonders dann, wenn ihr die Wirkung nicht klar ist. Ich habe grundsätzlich nichts gegen Figuren die sowas nützlich finden, aber den freien Willen einfach mal weggezaubert zu bekommen ist nicht harmlos.

    Ich finde der Dialog zwischen Rika und Nika hat noch Luft nach oben. Da ist wieder eine Menge „Tell dont Show“ . Wie die Erklärung das sie gestern telefoniert haben und sie da noch in New-Orleans war. Das wissen doch beide. Warum es also nochmal erwähnen? „Solltest du nicht in New-Orleans sein und Quater-Karten legen?“ fertig.

    Dann wird uns erzählt das Nika ein Adrenalin-Junkie und Freigeist ist, davon sehen wir aber nichts. Im Gegenteil: der Drink ist ihr zu stark. Ich würde es konkreter machen. Vielleicht so:

    „Ich kannte Nika nur stinkreich oder bettelarm, gelangweilt oder in Gips-Verbänden. Immer extrem, immer alles oder nichts. Ich glaube sie konnte nicht anders. Adressen, Männer, Jobs, alles flüchtig und situationsbedingt. Meine Bar war viel zu langweilig für sie. Sie suchte etwas anderes.“

    Der Ausstauch ist zu langatmig. „Ich brauche deine Hilfe.“ Kommt vor „Meine Hilfe?“ das bremst das Pacing. Überspring die erste Frage und spring besser gleich nach „Wobei?“.

    „Ach nicht wichtig“ impliziert im Kontext der Szene bereits das sie lügt, weil sie zu viel Aufwand auf sich genommen hat um die Hilfe einer bestimmten Person zu bekommen. Eine wegwerfende Handgeste braucht auch keine extra Erklärung um zu verstehen das sie ihr Anliegen als unwichtig verkaufen will. Dann kommt aber auch noch: „sie will nicht das ich mir sorgen mache, deswegen tue ich es.“ Das ist einfach zu viel. Hier solltest du kürzen und nur drin behalten was wirklich die Handlung voran bringt.

    Das mit dem Apelltini kann man machen. Es ist aber nicht mein Geschmack.

    Apelltini bitte.

    Das mache ich hier nicht!

    Warum?

    Weil ich das nicht mache!

    *Serviert Hurricane*

    Das schmeckt mir nicht… (sonst hätte ich es bestellt..)

    Ist irgendwie kindisch… und zeigt auch das Rika eine schlechte Barkeeperin ist, weil sie rät was ihre Kundin will und falsch liegt. Vll könnte man es so schreiben das Rika ihrer Freundin etwas serviert das sie noch nicht kannte und sie feststellt, dass sie es mag. Das würde besser passen da sie sich ja angeblich gut kennen. Nur meine Meinung… Damit würdest du auch vermeiden das dem „Adrenalin-Junkie“ ihr Drink zu stark ist.

    Das mit dem „du hast meine Frage nicht beantwortet“ verstehe ich leider gar nicht. Die letzte Frage ehe es um den Drink ging war „Wobei?“ also Wobei soll ich helfen? Das ist aber etwas das sie beantworten muss, wenn sie Hilfe haben will. Warum drückt sie sich also?

    Danach sagt sie sinngemäß, dass sie es nicht alleine machen will. Was wieder unlogisch ist, weil sie andernfalls nicht dort wäre. Sie hält hier auch übrigens das Glas das sie vorher zurückgeschoben hatte.

    Die Frage warum sie angenommen hatte beantwortet sie zuerst mit „wird gut bezahlt“ was aber irrelevant ist, weil wir danach erfahren das sie keine Wahl hatte. Sie kann also genauso gut auch gleich sagen das es um Schulden geht.

    Die Antwort auf die Frage wobei Rika helfen soll kommt nicht. Versteh mich nicht falsch. Das kann man so schreiben, aber sie muss Motive haben warum sie Dinge verheimlicht oder ablenkt. Zum Beispiel sagt sie „Ich konnte nicht sein sagen“ und wenn Rika nachhackt blockt sie ab mit „ist kompliziert“ obwohl sie es war die das Thema angesprochen hat. Will sie die Info also teilen oder nicht? Und dann „das verstehst du nicht.“ Es tut mir leid, aber will diese Frau das die Protagonistin hilft oder nicht?

    Meine Empfehlung wäre das den Fokus änderst. Lass Nika klar und direkt erklären was sie will und erst dann geheimnistuerisch werden, wenn die Protagonistin nach Motiven und Hintergrundinformationen fragt, damit klar ist das sie unehrlich ist ohne, dass sie dabei ihrer eigenen Agenda im Weg steht.

    Strahd van Zarovich is dead! Also: Stop starring at the sun!