Die Ballade vom König Gernegroß und dem tapferen Ritter Friedrich

Es gibt 3 Antworten in diesem Thema, welches 187 mal aufgerufen wurde. Der letzte Beitrag (11. Juni 2026 um 21:13) ist von McFee.

  • Die Ballade vom König Gernegroß

    und dem tapferen Ritter Friedrich

    War einst ein König Gernegroß,

    saß oft auf seines Thrones Schoß

    und dachte dann an Geld und Macht,

    nicht nur am Tag, auch in der Nacht.

    Er war ein Mann, der auf sich hält,

    verdarb es gern mit aller Welt,

    denn ging´s nicht seiner Nase nach,

    wurd er gemein und schlug gleich Krach.

    Er führte auch sehr gerne Krieg.

    Doch dann errang er keinen Sieg.

    Der fremde König hatt´ auch Macht,

    viel mehr, als jedermann gedacht.

    Und landesweit erscholl sein Ruf,

    des Gernegroß, zu dem Behuf

    der Kämpferwerbung weit und breit,

    um Mannen, welche kampfbereit.

    Er zahle gern und auch nicht schlecht

    für starkes Pferd und tapfren Knecht. –

    Das hörte auch ein Rittersmann,

    der gerne eine Schlacht gewann.

    Es war der Ritter Friederich,

    für jeden Feind ein Wüterich.

    Sein Ross war stark und kühn sein Mut,

    das Hauen lag in seinem Blut,

    so hoch zu Ross mit Schwert und Schild

    für viele gar ein Sehnsuchtsbild.

    Er ritt davon durch Moor und Heid,

    der kühnste Ritter weit und breit.

    Doch dann erzählte man die Mär,

    dass Gernegroß mit seinem Heer

    die Feinde schlug aus Übermut.

    was nie ein rechter König tut.

    Als Ritter Friedrich dies vernahm,

    da wurde ihm die Schwerthand lahm.

    Er kehrte um mit Knapp und Knecht,

    und dacht bei sich: Das wäre schlecht,

    wenn ich dies Königs Feinde schlag,

    hab dann nicht Ruh all meine Tag.

    Denn noch ist Ehr mehr wert als Geld

    und rascher Ruhm, der schnell verfällt.

    Er kehrte heim als Ehrenmann

    und kam als Held zuhause an.

    Besiegt war nicht der Feinde Zunft,

    doch dieses Königs Unvernunft.

  • Hi, ich mag das Gedicht sehr! Geschichten bzw. Balladen von Rittern sind ohnehin meine Liebsten :thumbsup:. Ein paar Sachen sind mir aber aufgefallen, die man noch ein wenig verbessern könnte (nichts Weltbewegendes):

    denn ging´s nicht seiner Nase nach,

    wurd er gemein und schlug gleich Krach.

    Nach und Krach reimen sich nicht so toll. Nach versuche ich eigentlich genau deswegen immer zu vermeiden, es gibt kaum gute Reime. "denn ging's nach seinem Willen nicht" wäre vielleicht besser. Nicht hat mehr Reime.

    Das finde ich toll.^^

    tapfren

    tapf'ren

    Es war der Ritter Friederich,

    für jeden Feind ein Wüterich.

    Wüterich hätte ich nicht genommen, eher sowas mit "-lich" (Schrecklich, fürchterlich, etc). ABER das ist eher Geschmackssache

    das Hauen lag in seinem Blut,

    Wieder wie oben, Kämpfen oder Streiten (im alten Kontext von Kämpfen) gefiehle mir besser, weil spezifischer. Ist aber wieder Geschmackssache

    Denn noch ist Ehr mehr wert als Geld

    und rascher Ruhm, der schnell verfällt.

    Das finde ich gut.^^ (Ehr mit Apostroph, wenn's auch nur eine Kleinigkeit ist.)

    Besiegt war nicht der Feinde Zunft,

    doch dieses Königs Unvernunft.

    Auch sehr schöner Reim, gefällt mir. Vielleicht ja noch die Reaktion des Königs miteinbauen.


    Allgemein fand ich die Ballade gut, wenn ich auch den Teil mit der Rekrutierung zweimal durchlesen musste. Ich hoffe, mein Feedback ist zufriedenstellend:D

  • Nach und Krach reimen sich nicht so toll.

    Heyho, da muß ich korrigieren. Das reimt sich sogar hervorragend. Es kommt nur auf die Art an, wie gereimtes vorgetragen wird. Modulation ist alles. Nun ist McFee meines Wissens nach "etwas" Oldschool, also schon länger auf diesem Planeten und kennt daher seinen "Erhardt". Falls Dir das/oder der nichts sagt:

    Ritter Fips

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    Hör's Dir mal an!^^

  • Hallo , 

    ich komme aus verschiedenen Gründen erst jetzt dazu, mich für eure Kommentare zu bedanken. Die Anregungen nehme ich gerne auf. Dies ist keine reine Ritterromantik, sondern eine Politsatire im antikisierendem Gewand (renne ich hier offene Türen ein, so bitte ich um Entschuldigung). Der König ist ein gewisser amerikanischer Präsident, und der Ritter ein gewisser deutscher Bundeskanzler. Mir kam die Idee zu diesem Gedicht, als sich Merz weigerte, am Irankrieg teilzunehmen. Ich dachte, dafür solltest du ihm ein bescheidenes Denkmal setzen ...

    Betr. Apostroph: Mir schrieb mal Jemand, ich solle sie doch weglassen, dadurch gewinne der Text an Leserlichkeit.

    LG, McFee