Die Ballade vom König Gernegroß
und dem tapferen Ritter Friedrich
War einst ein König Gernegroß,
saß oft auf seines Thrones Schoß
und dachte dann an Geld und Macht,
nicht nur am Tag, auch in der Nacht.
Er war ein Mann, der auf sich hält,
verdarb es gern mit aller Welt,
denn ging´s nicht seiner Nase nach,
wurd er gemein und schlug gleich Krach.
Er führte auch sehr gerne Krieg.
Doch dann errang er keinen Sieg.
Der fremde König hatt´ auch Macht,
viel mehr, als jedermann gedacht.
Und landesweit erscholl sein Ruf,
des Gernegroß, zu dem Behuf
der Kämpferwerbung weit und breit,
um Mannen, welche kampfbereit.
Er zahle gern und auch nicht schlecht
für starkes Pferd und tapfren Knecht. –
Das hörte auch ein Rittersmann,
der gerne eine Schlacht gewann.
Es war der Ritter Friederich,
für jeden Feind ein Wüterich.
Sein Ross war stark und kühn sein Mut,
das Hauen lag in seinem Blut,
so hoch zu Ross mit Schwert und Schild
für viele gar ein Sehnsuchtsbild.
Er ritt davon durch Moor und Heid,
der kühnste Ritter weit und breit.
Doch dann erzählte man die Mär,
dass Gernegroß mit seinem Heer
die Feinde schlug aus Übermut.
was nie ein rechter König tut.
Als Ritter Friedrich dies vernahm,
da wurde ihm die Schwerthand lahm.
Er kehrte um mit Knapp und Knecht,
und dacht bei sich: Das wäre schlecht,
wenn ich dies Königs Feinde schlag,
hab dann nicht Ruh all meine Tag.
Denn noch ist Ehr mehr wert als Geld
und rascher Ruhm, der schnell verfällt.
Er kehrte heim als Ehrenmann
und kam als Held zuhause an.
Besiegt war nicht der Feinde Zunft,
doch dieses Königs Unvernunft.