Botschaft aus dem Zwielicht (ein Staffelstab Schreibspiel)

Es gibt 16 Antworten in diesem Thema, welches 717 mal aufgerufen wurde. Der letzte Beitrag (31. Mai 2026 um 17:30) ist von Mymm.

  • Botschaft aus dem Zwielicht (ein Staffelstab Schreibspiel)

    Hallo allerseits, lasst uns mal versuchen, ob wir zusammen eine Geschichte schreiben können. Ich gebe ein paar Sätze vor, jemand ergänzt es und dann fügt der/die Nächste einige Sätze an und so weiter. Ich mache ein paar Vorgaben. Der Schauplatz ist ein Friedhof und es gibt zwei Protagonisten

    Titel: Botschaft aus dem Zwielicht

    Plot wird von uns entwickelt

    Prämisse: Auf dem Friedhof ist die Grenze zwischen den Welten der Lebenden und der Toten durchlässig.

    Genre: Fantasy/Horror

    Setting: Auf dem Friedhof

    Protagonisten: Helen (21), Greta (23)


    Wenn der Mond sich zwischen den Wolkenfetzen zeigte, warfen die greisen Eichen am Friedhofsrand dunkle Schatten. Greta kramte eine Bierflasche aus ihrem Rucksack, öffnete den Kronkorken mit dem Haustürschlüssel und reichte das Bier ihrer besten Freundin. Helen griff zögernd nach der Flasche, nahm einen vorsichtigen Schluck und blieb stehen.
    „Was … hast du Angst?“, fragte Greta mit dem für sie so typischen Spott in der Stimme.

  • Wenn der Mond sich zwischen den Wolkenfetzen zeigte, warfen die greisen Eichen am Friedhofsrand dunkle Schatten. Greta kramte eine Bierflasche aus ihrem Rucksack, öffnete den Kronkorken mit ihrem Haustürschlüssel und reichte das Bier ihrer besten Freundin. Helen griff zögernd nach der Flasche, nahm einen vorsichtigen Schluck und blieb stehen.
    „Was … hast du Angst?“, fragte Greta mit dem für sie so typischen Spott in der Stimme.

    Helen verzog das Gesicht, mehr wegen der Bitterkeit des Biers als wegen der Frage. „Vor dem Friedhof? Nein.“ Sie wischte sich mit dem Ärmel über den Mund. „Vor dem, was du wieder für eine Scheisse geplant hast? Vielleicht.“

    Greta grinste schief. Der Mond blitzte für einen Moment durch die Wolken und liess ihre Augen silbern aufleuchten. „Ach komm. Ein bisschen über die Mauer klettern, nach der alten Gruft suchen und wieder abhauen. Früher nannte man sowas Abenteuer.“

  • Helen musterten die abweisend in die Nacht ragende Umfriedung. Sie war alt, vielleicht sogar älter als das Totenfeld selbst. Fahles Mondlicht schob sich durch eine Lücke in den Wolken, enthüllte scharfe Kanten und schwarze Löcher dort, wo Steine fehlten. Auch dem Übersteigschutz im Mauerkranz hatte die Zeit zugesetzt. Einst ein Meisterstück des Schmiedehandwerks, war es mit Rost überzogen. Lücken klafften in der Phalanx seiner nach innen ragenden Dornen, was ungebetenen Besuchern den Einstieg erleichterte. Das einstige Bollwerk hatte seine Trutz verloren.

    .. ich bin klein und gemein und ich mag mich, wenn ich so bin .. :evil:

  • Das Mondlicht enthüllte einen kleinen hellen Schemen auf eine schiefen Grabstein. "Sieh mal dort drüben, auf dem Grabstein", flüsterte Greta und zeigte in die Richtung.

    Helen wandte sich in die entsprechende Richtung. "Sehr witzig, da sind eine menge Grabsteine", entgegnete Helen. Sie quietschte erschrocken auf, als sie das Wesen entdeckte. "Das, ist bestimmt eine Eule. Oder?"

    lg Werluchs


    Ich bitte darum meine Texte oder Kommentare nicht in eine KI einzugeben - auch nicht anonymisiert oder mit Widerspruch zur Verwendung als Trainingstext!

  • Ich hab es ergänzt und zusammengefasst!

    Wenn der Mond sich zwischen den Wolkenfetzen zeigte, warfen die greisen Eichen am Friedhofsrand dunkle Schatten. Greta kramte eine Bierflasche aus ihrem Rucksack, öffnete den Kronkorken mit dem Haustürschlüssel und reichte das Bier ihrer besten Freundin. Helen
    griff zögernd nach der Flasche, nahm einen vorsichtigen Schluck und blieb stehen.
    „Was … hast du Angst?“, fragte Greta mit dem für sie so typischen Spott in der Stimme.
    Helen verzog das Gesicht, mehr wegen der Bitterkeit des Biers als wegen der Frage. „Vor dem Friedhof? Nein.“ Sie wischte sich mit dem Ärmel über den Mund. „Vor dem, was du wieder für eine Scheisse geplant hast? Vielleicht.“
    Greta grinste schief. Der Mond blitzte für einen Moment durch die Wolken und liess ihre Augen silbern aufleuchten. „Ach komm. Ein bisschen über die Mauer klettern, nach der alten Gruft suchen und wieder abhauen. Früher nannte man sowas Abenteuer.“
    Helen musterten die abweisend in die Nacht ragende Umfriedung. Sie war alt, vielleicht sogar älter als das Totenfeld selbst. Fahles Mondlicht schob sich durch eine Lücke in den Wolken, enthüllte scharfe Kanten und schwarze Löcher dort, wo Steine fehlten. Auch dem Übersteigschutz im Mauerkranz hatte die Zeit zugesetzt. Einst ein Meisterstück des Schmiedehandwerks, war es mit Rost überzogen. Lücken klafften in der Phalanx seiner nach innen ragenden Dornen, was ungebetenen Besuchern den Einstieg erleichterte. Das einstige Bollwerk hatte seinen Trutz verloren.
    „Also was sagst du? Räuberleiter?“, fragte Greta rhetorisch, denn sie stand bereits an der Mauer und verschränkte die Finger ineinander, um eine Kletterhilfe für Helen zu schaffen. „Na, was ist? Mann oder Meme?“
    „Meme!“, sagte Helen und musste grinsen. Greta würde nicht nachgeben, bis sie ihr Abenteuer bekommen hatte. Wegen solchen Dingen war sie schließlich ihre beste Freundin. Sie musterte das Mauerwerk. „Hier sollte es gehen!“ Helen legte den rechten Fuß in Gretas Kletterhilfe, stütze sich an ihrer Schulter ab und griff nach der Mauerkrone. Das rostige Eisen des Überkletterschutzes fühlte sich rau unter ihren Fingern an, aber es war nicht so scharf wie befürchtet. Keuchend schwang sie ihre schlanken Beine hinauf und hockte sich auf die Mauer.
    „Jetzt du“, sagte Helen und reichte Greta die Hand.
    „Erst das Bier!“
    Helen nahm den Rucksack entgegen, dann half sie ihrer Freundin auf die Mauer.
    „Und jetzt? Springen?“
    „Nee. Langsam herunterlassen … so!“ Greta nahm die Fugen in der Mauer beim Klettern zur Hilfe und kam unbeschadet unten an.
    Helen folgte vorsichtig. Dann gingen sie einen Kiesweg entlang tiefer in den Friedhof hinein.
    Das Mondlicht enthüllte einen kleinen hellen Schemen auf einem schiefen Grabstein. "Sieh mal dort drüben, auf dem Grabstein", flüsterte Greta und zeigte in die Richtung.
    Helen wandte sich in die entsprechende Richtung. "Sehr witzig, da sind eine Menge Grabsteine", entgegnete Helen. Sie quietschte erschrocken auf, als sie das Wesen entdeckte. "Das ist bestimmt eine Eule. Oder?"

  • "Ja! Eine Wer-Eule!" kicherte Greta belustigt "du bist so ein Schisser!"

    "Daran erinnre ich dich beim nächsten Bergausflug", erwiderte Helen und bemühte sich, ihren Puls durch tiefes Atmen wieder runterzuholen. "Das Vieh hat mich einfach nur erschreckt, okay?"

    Helen wandte sich wieder zu ihrer Freundin um. Doch die war verschwunden...

    Der Unterschied zwischen dem, was Du bist und dem, was Du sein möchtest, liegt in dem, was Du tust.
    -------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------
    Was würdest Du tun, wenn Du keine Angst hättest?

  • "Greta?" Helen blieb stehen und blickte suchend umher. "Greta! Hey, wo bist du? Das ist nicht witzig!"

    Helen lauschte in die Nacht, doch außer ihrem eigenen erregten Herzschlag hörte sie nichts. Allmählich überlagerte Zorn auf die Freundin ihre Furcht. Lauter als zuvor rief sie noch einmal. "Wenn du nicht sofort deinen Hintern hierher zu mir bewegst, bin ich weg, dass du's nur weißt!"

    Wieder blieb alles still.

    Beinahe erleichtert, dass sie diesen gruseligen Ort verlassen durfte, knurrte sie "Also gut, ich gehe. Du wolltest es so", und wandte sich um, als ihr Blick noch einmal auf den schiefen Grabstein fiel. Sie erstarrte. Die Eule, oder was auch immer die Erscheinung dort war, schien gewachsen zu sein und reflektierte das Mondlicht jetzt sehr viel heller als zuvor.

  • Sie kniff die Augen zusammen. Täuschte sie sich, oder bewegte es sich?

    Fasziniert beobachtete sie den tanzenden Schimmer. Die Ränder zerfaserten, leckten an der Dunkelheit, drehten sich um sich selbst. Tentakelgleiche Schwaden flossen aus der sich auflösenden Mitte, fahle Finger erhoben sich, griffen nach dem Mond. Fühler aus Licht mäanderten über den Stein, wuchsen, breiteten sich aus und schoben sich auf sie zu. Unfähig, sich zu rühren, starrte Helen auf die sich windenden Arme.

    Die Dunkelheit verschluckte das Schauspiel, als sich Wolken vor den Mond schoben. Zurück blieben Helen, ihr wildschlagendes Herz und der Geschmack von Angst.

    .. ich bin klein und gemein und ich mag mich, wenn ich so bin .. :evil:

  • Jetzt wird es aber spannend!

    Wenn der Mond sich zwischen den Wolkenfetzen zeigte, warfen die greisen Eichen am Friedhofsrand dunkle Schatten. Greta kramte eine Bierflasche aus ihrem Rucksack, öffnete den Kronkorken mit dem Haustürschlüssel und reichte das Bier ihrer besten Freundin. Helen
    griff zögernd nach der Flasche, nahm einen vorsichtigen Schluck und blieb stehen.
    „Was … hast du Angst?“, fragte Greta mit dem für sie so typischen Spott in der Stimme.
    Helen verzog das Gesicht, mehr wegen der Bitterkeit des Biers als wegen der Frage. „Vor dem Friedhof? Nein.“ Sie wischte sich mit dem Ärmel über den Mund. „Vor dem, was du wieder für eine Scheisse geplant hast? Vielleicht.“
    Greta grinste schief. Der Mond blitzte für einen Moment durch die Wolken und liess ihre Augen silbern aufleuchten. „Ach komm. Ein bisschen über die Mauer klettern, nach der alten Gruft suchen und wieder abhauen. Früher nannte man sowas Abenteuer.“
    Helen musterten die abweisend in die Nacht ragende Umfriedung. Sie war alt, vielleicht sogar älter als das Totenfeld selbst. Fahles Mondlicht schob sich durch eine Lücke in den Wolken, enthüllte scharfe Kanten und schwarze Löcher dort, wo Steine fehlten. Auch dem Übersteigschutz im Mauerkranz hatte die Zeit zugesetzt. Einst ein Meisterstück des Schmiedehandwerks, war es mit Rost überzogen. Lücken klafften in der Phalanx seiner nach innen ragenden Dornen, was ungebetenen Besuchern den Einstieg erleichterte. Das einstige Bollwerk hatte seinen Trutz verloren.
    „Also was sagst du? Räuberleiter?“, fragte Greta rhetorisch, denn sie stand bereits an der Mauer und verschränkte die Finger ineinander, um eine Kletterhilfe für Helen zu schaffen. „Na, was ist? Mann oder Meme?“
    „Meme!“, sagte Helen und musste grinsen. Greta würde nicht nachgeben, bis sie ihr Abenteuer bekommen hatte. Wegen solchen Dingen war sie schließlich ihre beste Freundin. Sie musterte das Mauerwerk. „Hier sollte es gehen!“ Helen legte den rechten Fuß in Gretas Kletterhilfe, stütze sich an ihrer Schulter ab und griff nach der Mauerkrone. Das rostige Eisen des Überkletterschutzes fühlte sich rau unter ihren Fingern an, aber es war nicht so scharf wie befürchtet. Keuchend schwang sie ihre schlanken Beine hinauf und hockte sich auf die Mauer.
    „Jetzt du“, sagte Helen und reichte Greta die Hand.
    „Erst das Bier!“
    Helen nahm den Rucksack entgegen, dann half sie ihrer Freundin auf die Mauer.
    „Und jetzt? Springen?“
    „Nee. Langsam herunterlassen … so!“ Greta nahm die Fugen in der Mauer beim Klettern zur Hilfe und kam unbeschadet unten.
    Helen folgte vorsichtig. Dann gingen sie einen Kiesweg entlang tiefer in den Freidhof hinein.
    Das Mondlicht enthüllte einen kleinen hellen Schemen auf einem schiefen Grabstein. "Sieh mal dort drüben, auf dem Grabstein", flüsterte Greta und zeigte in die Richtung.
    Helen wandte sich in die entsprechende Richtung. "Sehr witzig, da sind eine Menge Grabsteine", entgegnete Helen. Sie quietschte erschrocken auf, als sie das Wesen entdeckte. "Das ist bestimmt eine Eule. Oder?"
    "Ja! Eine Wer-Eule!", kicherte Greta belustigt. "Du bist so ein Schisser!"
    "Daran erinnre ich dich beim nächsten Bergausflug", erwiderte Helen und bemühte sich, ihren Puls durch tiefes Atmen wieder runterzuholen. "Das Vieh hat mich einfach nur erschreckt, okay?" Helen wandte sich wieder zu ihrer Freundin um. Doch die war verschwunden ...
    "Greta?" Helen blieb stehen und blickte suchend umher. "Greta! Hey, wo bist du? Das ist nicht witzig!"
    Helen lauschte in die Nacht, doch außer ihrem eigenen erregten Herzschlag hörte sie nichts. Allmählich überlagerte Zorn auf die Freundin ihre Furcht. Lauter als zuvor rief sie noch einmal. "Wenn du nicht sofort deinen Hintern hierher zu mir bewegst, bin ich weg, dass du's nur weißt!"
    Wieder blieb alles still.
    Beinahe erleichtert, dass sie diesen gruseligen Ort verlassen durfte, knurrte sie "Also gut, ich gehe. Du wolltest es so", und wandte sich um, als ihr Blick noch einmal auf den schiefen Grabstein fiel. Sie erstarrte. Die Eule, oder was auch immer die Erscheinung dort war, schien gewachsen zu sein und reflektierte das Mondlicht jetzt sehr viel heller als zuvor.
    Sie kniff die Augen zusammen. Täuschte sie sich, oder bewegte es sich?
    Fasziniert beobachtete sie den tanzenden Schimmer. Die Ränder zerfaserten, leckten an der Dunkelheit, drehten sich um sich selbst. Tentakelgleiche Schwaden flossen aus der sich auflösenden Mitte, fahle Finger erhoben sich, griffen nach dem Mond. Fühler aus Licht mäanderten über den Stein, wuchsen, breiteten sich aus und schoben sich auf sie zu. Unfähig, sich zu rühren, starrte Helen auf die sich windenden Arme.
    Die Dunkelheit verschluckte das Schauspiel, als sich Wolken vor den Mond schoben. Zurück blieben Helen, ihr wildschlagendes Herz und der Geschmack von Angst.

  • Sie blinzelte ein paar mal. Ihre Netzhaut hielt die Reflektion des gerade gesehenen verblassend noch fest, so daß sie die Fühler noch immer auf sich zukriechen zu sehen glaubte. Hektisch fuhr sich Helen mit dem Ärmel über die Augen und starrte erneut hinüber. Doch jetzt war dort nichts mehr zu sehen. Dafür wurde das raschelnde Geräusch vor ihr immer vernehmbarer, mit dem etwas - oder jemand - auf sie zubewegte.

    "Greta?!? Wenn du das bist, hör sofort damit auf! Das ist jetzt kein Spaß mehr!"

    Sie warf einen raschen Blick zum Himmel. Kein Mond. Zitternd begann Helen, vor dem dunklen Rascheln zurückzuweichen.

  • Sie wollte sich schon umdrehen und so schnell davonlaufen, wie sie nur konnte, als sie eine Berührung verspürte. An ihrer rechten Schulter. Ganz leicht. Wie von einer Feder. Oder einem kleinen, krabbelnden Tier. Einer Spinne vielleicht? Jetzt hörte sie auch etwas. Atem. Es war nicht ihr eigener.

  • Ich hab es zusammengefasst und einen Abschnitt hinzugefügt!


    Wenn der Mond sich zwischen den Wolkenfetzen zeigte, warfen die greisen Eichen am Friedhofsrand dunkle Schatten. Greta kramte eine Bierflasche aus ihrem Rucksack, öffnete den Kronkorken mit dem Haustürschlüssel und reichte das Bier ihrer besten Freundin. Helen
    griff zögernd nach der Flasche, nahm einen vorsichtigen Schluck und blieb stehen.
    „Was … hast du Angst?“, fragte Greta mit dem für sie so typischen Spott in der Stimme.
    Helen verzog das Gesicht, mehr wegen der Bitterkeit des Biers als wegen der Frage. „Vor dem Friedhof? Nein.“ Sie wischte sich mit dem Ärmel über den Mund. „Vor dem, was du wieder für eine Scheisse geplant hast? Vielleicht.“
    Greta grinste schief. Der Mond blitzte für einen Moment durch die Wolken und liess ihre Augen silbern aufleuchten. „Ach komm. Ein bisschen über die Mauer klettern, nach der alten Gruft suchen und wieder abhauen. Früher nannte man sowas Abenteuer.“
    Helen musterten die abweisend in die Nacht ragende Umfriedung. Sie war alt, vielleicht sogar älter als das Totenfeld selbst. Fahles Mondlicht schob sich durch eine Lücke in den Wolken, enthüllte scharfe Kanten und schwarze Löcher dort, wo Steine fehlten. Auch dem Übersteigschutz im Mauerkranz hatte die Zeit zugesetzt. Einst ein Meisterstück des Schmiedehandwerks, war es mit Rost überzogen. Lücken klafften in der Phalanx seiner nach innen ragenden Dornen, was ungebetenen Besuchern den Einstieg erleichterte. Das einstige Bollwerk hatte seinen Trutz verloren.
    „Also was sagst du? Räuberleiter?“, fragte Greta rhetorisch, denn sie stand bereits an der Mauer und verschränkte die Finger ineinander, um eine Kletterhilfe für Helen zu schaffen. „Na, was ist? Mann oder Meme?“
    „Meme!“, sagte Helen und musste grinsen. Greta würde nicht nachgeben, bis sie ihr Abenteuer bekommen hatte. Wegen solchen Dingen war sie schließlich ihre beste Freundin. Sie musterte das Mauerwerk. „Hier sollte es gehen!“ Helen legte den rechten Fuß in Gretas Kletterhilfe, stütze sich an ihrer Schulter ab und griff nach der Mauerkrone. Das rostige Eisen des Überkletterschutzes fühlte sich rau unter ihren Fingern an, aber es war nicht so scharf wie befürchtet. Keuchend schwang sie ihre schlanken Beine hinauf und hockte sich auf die Mauer.
    „Jetzt du“, sagte Helen und reichte Greta die Hand.
    „Erst das Bier!“
    Helen nahm den Rucksack entgegen, dann half sie ihrer Freundin auf die Mauer.
    „Und jetzt? Springen?“
    „Nee. Langsam herunterlassen … so!“ Greta nahm die Fugen in der Mauer beim Klettern zur Hilfe und kam unbeschadet unten.
    Helen folgte vorsichtig. Dann gingen sie einen Kiesweg entlang tiefer in den Freidhof hinein.
    Das Mondlicht enthüllte einen kleinen hellen Schemen auf einem schiefen Grabstein. "Sieh mal dort drüben, auf dem Grabstein", flüsterte Greta und zeigte in die Richtung.
    Helen wandte sich in die entsprechende Richtung. "Sehr witzig, da sind eine Menge Grabsteine", entgegnete Helen. Sie quietschte erschrocken auf, als sie das Wesen entdeckte. "Das ist bestimmt eine Eule. Oder?"
    "Ja! Eine Wer-Eule!", kicherte Greta belustigt, "du bist so ein Schisser!"
    "Daran erinnre ich dich beim nächsten Bergausflug", erwiderte Helen und bemühte sich, ihren Puls durch tiefes Atmen wieder runterzuholen. "Das Vieh hat mich einfach nur erschreckt, okay?" Helen wandte sich wieder zu ihrer Freundin um. Doch die war verschwunden ...
    "Greta?" Helen blieb stehen und blickte suchend umher. "Greta! Hey, wo bist du? Das ist nicht witzig!"

    Helen lauschte in die Nacht, doch außer ihrem eigenen erregten Herzschlag hörte sie nichts. Allmählich überlagerte Zorn auf die Freundin ihre Furcht. Lauter als zuvor rief sie noch einmal. "Wenn du nicht sofort deinen Hintern hierher zu mir bewegst, bin ich weg, dass du's nur weißt!"
    Wieder blieb alles still.
    Beinahe erleichtert, dass sie diesen gruseligen Ort verlassen durfte, knurrte sie "Also gut, ich gehe. Du wolltest es so", und wandte sich um, als ihr Blick noch einmal auf den schiefen Grabstein fiel. Sie erstarrte. Die Eule, oder was auch immer die Erscheinung dort war, schien gewachsen zu sein und reflektierte das Mondlicht jetzt sehr viel heller als zuvor.
    Sie kniff die Augen zusammen. Täuschte sie sich, oder bewegte es sich?
    Fasziniert beobachtete sie den tanzenden Schimmer. Die Ränder zerfaserten, leckten an der Dunkelheit, drehten sich um sich selbst. Tentakelgleiche Schwaden flossen aus der sich auflösenden Mitte, fahle Finger erhoben sich, griffen nach dem Mond. Fühler aus Licht mäanderten über den Stein, wuchsen, breiteten sich aus und schoben sich auf sie zu. Unfähig, sich zu rühren, starrte Helen auf die sich windenden Arme.
    Die Dunkelheit verschluckte das Schauspiel, als sich Wolken vor den Mond schoben. Zurück blieben Helen, ihr wildschlagendes Herz und der Geschmack von Angst.
    Sie blinzelte ein paarmal. Ihre Netzhaut hielt die Reflektion des gerade gesehenen verblassend noch fest, sodass sie die Fühler noch immer auf sich zukriechen zu sehen glaubte. Hektisch fuhr sich Helen mit dem Ärmel über die Augen und starrte erneut hinüber. Doch jetzt war dort nichts mehr zu sehen. Dafür wurde das raschelnde Geräusch vor ihr immer vernehmbarer, mit dem etwas - oder jemand - auf sie zubewegte.
    "Greta?!? Wenn du das bist, hör sofort damit auf! Das ist jetzt kein Spaß mehr!"
    Sie warf einen raschen Blick zum Himmel. Kein Mond. Zitternd begann Helen, vor dem dunklen Rascheln zurückzuweichen.
    Sie wollte sich schon umdrehen und so schnell davonlaufen, wie sie nur konnte, als sie eine Berührung verspürte. An ihrer rechten Schulter. Ganz leicht. Wie von einer Feder. Oder einem kleinen, krabbelnden Tier. Einer Spinne vielleicht? Jetzt hörte sie auch etwas.
    Atem.
    Es war nicht ihr eigener.
    Wenn du deine Freundin wiedersehen möchtest, dann folge mir“, flüsterte eine Stimme. Sie war kaum hörbar und doch gut zu verstehen. Helen schien es, als hallten die Worte in ihr selbst wider … in ihrem Kopf.
    Das Wesen schwebte jetzt vor ihr. Manchmal schien es, als hätte es die Form einer Eule, dann wieder wanden sich tentakelhafte Auswüsche und bildeten eine formlose Gestalt. Es schwebte voran, den bemoosten Kiesweg entlang. Helen wusste was in dieser Richtung lag. Dort vorne lagen die alten Gräber.

  • Der Weg endete abrupt. Hier, im ältesten Teil des Friedhofs, kümmerte sich niemand mehr um die Grabstätten der vor Jahrhunderten Verstorbenen. Kniehoch wucherten Gras, Gestrüpp, sogar vereinzelte Bäume über die Ruhestätten, deren Steine schiefen Zähnen gleich in die Nacht ragten. In der Mitte des Totenackers stand das aus schwarzem Schörl errichtete Mausoleum der Familie von Wolff, deren letzter Nachfahre vor mehr als zweihundertfünfzig Jahren hier beigesetzt wurde. Dem Wahnsinn verfallen, hatte er mehrere junge Frauen entführt, bestialisch umgebracht und deren Blut getrunken, bevor er von einem aufgebrachten Mob erschlagen wurde. Und genau darauf hielt das Ding zu.

    .. ich bin klein und gemein und ich mag mich, wenn ich so bin .. :evil:

  • Geradezu zögernd schienen die Wolken am Himmel das Mondlicht wieder freizugeben, als die fahle Lichtgestalt auf das finster aufragende Grabmal derer von Wolff zuschwebte. Wie zuvor erhellten die blassen Strahlen des Nachtgestirns das amorphe Wesen, das sich stetig auf die finster aufragende Front des Grabmales derer von Wolff zubewegte, sich dabei ausdehnte, verzweigte und sich letzlich, vielfach verästelt, anschickte, das alte Gemäuer zu umfangen. Helen blieb unvermittelt stehen. Der schwarze Stein des Gebäudes veränderte seine Finsternis nicht. Vielmehr schien er das Licht des Wesens, selbst verstärkt durch den Mond, zu absorbieren.

    "Du mußt hinein..." erklang die Stimme erneut in ihrem Kopf und sie wurde umso leiser, wie daß Lichtwesen vor ihr schwächer und schwächer wurde.

    "Auch im Finstersten gibt es Licht..." erklang das Wispern. "Ich werde Dich zu finden wissen."

    Dann verwehte die Stimme, und was gerade noch die schwarzen Mauern umklammerte und zu brechen suchte, erlosch. Übrig blieb das hochaufragende Mausoleum derer von Wolff. Schwarz im Licht des Mondes liegend, schweigend. Unheilvoll.

    Helens Beine versagten ihr den Dienst.

  • Und weiter geht es in die Finsternis

    Wenn der Mond sich zwischen den Wolkenfetzen zeigte, warfen die greisen Eichen am Friedhofsrand dunkle Schatten. Greta kramte eine Bierflasche aus ihrem Rucksack, öffnete den Kronkorken mit dem Haustürschlüssel und reichte das Bier ihrer besten Freundin. Helen
    griff zögernd nach der Flasche, nahm einen vorsichtigen Schluck und blieb stehen.
    „Was … hast du Angst?“, fragte Greta mit dem für sie so typischen Spott in der Stimme.
    Helen verzog das Gesicht, mehr wegen der Bitterkeit des Biers als wegen der Frage. „Vor dem Friedhof? Nein.“ Sie wischte sich mit dem Ärmel über den Mund. „Vor dem, was du wieder für eine Scheisse geplant hast? Vielleicht.“
    Greta grinste schief. Der Mond blitzte für einen Moment durch die Wolken und liess ihre Augen silbern aufleuchten. „Ach komm. Ein bisschen über die Mauer klettern, nach der alten Gruft suchen und wieder abhauen. Früher nannte man sowas Abenteuer.“
    Helen musterten die abweisend in die Nacht ragende Umfriedung. Sie war alt, vielleicht sogar älter als das Totenfeld selbst. Fahles Mondlicht schob sich durch eine Lücke in den Wolken, enthüllte scharfe Kanten und schwarze Löcher dort, wo Steine fehlten. Auch dem Übersteigschutz im Mauerkranz hatte die Zeit zugesetzt. Einst ein Meisterstück des Schmiedehandwerks, war es mit Rost überzogen. Lücken klafften in der Phalanx seiner nach innen ragenden Dornen, was ungebetenen Besuchern den Einstieg erleichterte. Das einstige Bollwerk hatte seinen Trutz verloren.
    „Also was sagst du? Räuberleiter?“, fragte Greta rhetorisch, denn sie stand bereits an der Mauer und verschränkte die Finger ineinander, um eine Kletterhilfe für Helen zu schaffen. „Na, was ist? Mann oder Meme?“
    „Meme!“, sagte Helen und musste grinsen. Greta würde nicht nachgeben, bis sie ihr Abenteuer bekommen hatte. Wegen solchen Dingen war sie schließlich ihre beste Freundin. Sie musterte das Mauerwerk. „Hier sollte es gehen!“ Helen legte den rechten Fuß in Gretas Kletterhilfe, stütze sich an ihrer Schulter ab und griff nach der Mauerkrone. Das rostige Eisen des Überkletterschutzes fühlte sich rau unter ihren Fingern an, aber es war nicht so scharf wie befürchtet. Keuchend schwang sie ihre schlanken Beine hinauf und hockte sich auf die Mauer.
    „Jetzt du“, sagte Helen und reichte Greta die Hand.
    „Erst das Bier!“
    Helen nahm den Rucksack entgegen, dann half sie ihrer Freundin auf die Mauer.
    „Und jetzt? Springen?“
    „Nee. Langsam herunterlassen … so!“ Greta nahm die Fugen in der Mauer beim Klettern zur Hilfe und kam unbeschadet unten.
    Helen folgte vorsichtig. Dann gingen sie einen Kiesweg entlang tiefer in den Freidhof hinein.
    Das Mondlicht enthüllte einen kleinen hellen Schemen auf einem schiefen Grabstein. "Sieh mal dort drüben, auf dem Grabstein", flüsterte Greta und zeigte in die Richtung.
    Helen wandte sich in die entsprechende Richtung. "Sehr witzig, da sind eine Menge Grabsteine", entgegnete Helen. Sie quietschte erschrocken auf, als sie das Wesen entdeckte. "Das ist bestimmt eine Eule. Oder?"
    "Ja! Eine Wer-Eule!", kicherte Greta belustigt, "du bist so ein Schisser!"
    "Daran erinnre ich dich beim nächsten Bergausflug", erwiderte Helen und bemühte sich, ihren Puls durch tiefes Atmen wieder runterzuholen. "Das Vieh hat mich einfach nur erschreckt, okay?" Helen wandte sich wieder zu ihrer Freundin um. Doch die war verschwunden ...
    "Greta?" Helen blieb stehen und blickte suchend umher. "Greta! Hey, wo bist du? Das ist nicht witzig!"

    Helen lauschte in die Nacht, doch außer ihrem eigenen erregten Herzschlag hörte sie nichts. Allmählich überlagerte Zorn auf die Freundin ihre Furcht. Lauter als zuvor rief sie noch einmal. "Wenn du nicht sofort deinen Hintern hierher zu mir bewegst, bin ich weg, dass du's nur weißt!"
    Wieder blieb alles still.
    Beinahe erleichtert, dass sie diesen gruseligen Ort verlassen durfte, knurrte sie "Also gut, ich gehe. Du wolltest es so", und wandte sich um, als ihr Blick noch einmal auf den schiefen Grabstein fiel. Sie erstarrte. Die Eule, oder was auch immer die Erscheinung dort war, schien gewachsen zu sein und reflektierte das Mondlicht jetzt sehr viel heller als zuvor.
    Sie kniff die Augen zusammen. Täuschte sie sich, oder bewegte es sich?
    Fasziniert beobachtete sie den tanzenden Schimmer. Die Ränder zerfaserten, leckten an der Dunkelheit, drehten sich um sich selbst. Tentakelgleiche Schwaden flossen aus der sich auflösenden Mitte, fahle Finger erhoben sich, griffen nach dem Mond. Fühler aus Licht mäanderten über den Stein, wuchsen, breiteten sich aus und schoben sich auf sie zu. Unfähig, sich zu rühren, starrte Helen auf die sich windenden Arme.
    Die Dunkelheit verschluckte das Schauspiel, als sich Wolken vor den Mond schoben. Zurück blieben Helen, ihr wildschlagendes Herz und der Geschmack von Angst.
    Sie blinzelte ein paarmal. Ihre Netzhaut hielt die Reflektion des gerade gesehenen verblassend noch fest, sodass sie die Fühler noch immer auf sich zukriechen zu sehen glaubte. Hektisch fuhr sich Helen mit dem Ärmel über die Augen und starrte erneut hinüber. Doch jetzt war dort nichts mehr zu sehen. Dafür wurde das raschelnde Geräusch vor ihr immer vernehmbarer, mit dem etwas - oder jemand - auf sie zubewegte.
    "Greta?!? Wenn du das bist, hör sofort damit auf! Das ist jetzt kein Spaß mehr!"
    Sie warf einen raschen Blick zum Himmel. Kein Mond. Zitternd begann Helen, vor dem dunklen Rascheln zurückzuweichen.
    Sie wollte sich schon umdrehen und so schnell davonlaufen, wie sie nur konnte, als sie eine Berührung verspürte. An ihrer rechten Schulter. Ganz leicht. Wie von einer Feder. Oder einem kleinen, krabbelnden Tier. Einer Spinne vielleicht? Jetzt hörte sie auch etwas.
    Atem.
    Es war nicht ihr eigener.
    Wenn du deine Freundin wiedersehen möchtest, dann folge mir“, flüsterte eine Stimme. Sie war kaum hörbar und doch gut zu verstehen. Helen schien es, als hallten die Worte in ihr selbst wider … in ihrem Kopf.
    Das Wesen schwebte jetzt vor ihr. Manchmal schien es, als hätte es die Form einer Eule, dann wieder wanden sich tentakelhafte Auswüsche und bildeten eine formlose Gestalt. Es schwebte voran, den Weg entlang. Helen wusste was in dieser Richtung lag. Dort vorne lagen die alten Gräber.
    Der Weg endete abrupt. Hier, im ältesten Teil des Friedhofs, kümmerte sich niemand mehr um die Grabstätten der vor Jahrhunderten Verstorbenen. Kniehoch wucherten Gras, Gestrüpp, sogar vereinzelte Bäume über die Ruhestätten, deren Steine schiefen Zähnen gleich in die Nacht ragten. In der Mitte des Totenackers stand das aus schwarzem Schörl errichtete Mausoleum der Familie von Wolff, deren letzter Nachfahre vor mehr als zweihundertfünfzig Jahren hier beigesetzt wurde. Dem Wahnsinn verfallen, hatte er mehrere junge Frauen entführt, bestialisch umgebracht und deren Blut getrunken, bevor er von einem aufgebrachten Mob erschlagen wurde. Und genau darauf hielt das Ding zu.
    Geradezu zögernd schienen die Wolken am Himmel das Mondlicht wieder freizugeben, als die fahle Lichtgestalt auf das finster aufragende Grabmal derer von Wolff zuschwebte. Wie zuvor erhellten die blassen Strahlen des Nachtgestirns das amorphe Wesen, das sich stetig auf die finster aufragende Front des Grabmales derer von Wolff zubewegte, sich dabei ausdehnte, verzweigte und sich letztlich, vielfach verästelt, anschickte, das alte Gemäuer zu umfangen. Helen blieb unvermittelt stehen. Der schwarze Stein des Gebäudes veränderte seine Finsternis nicht. Vielmehr schien er das Licht des Wesens, selbst verstärkt durch den Mond, zu absorbieren.
    "Du mußt hinein..." erklang die Stimme erneut in ihrem Kopf und sie wurde umso leiser, wie daß Lichtwesen vor ihr schwächer und schwächer wurde.
    "Auch im Finstersten gibt es Licht..." erklang das Wispern. "Ich werde Dich zu finden wissen."
    Dann verwehte die Stimme, und was gerade noch die schwarzen Mauern umklammerte und zu brechen suchte, erlosch. Übrig blieb das hochaufragende Mausoleum derer von Wolff. Schwarz im Licht des Mondes liegend, schweigend. Unheilvoll.
    Helens Beine versagten ihr den Dienst.
    Sie wollte sich abfangen und griff nach vorn um am düsteren Mausoleum Halt zu finden. Doch ihre Hand ging ins Nichts. Und dann fiel sie durch den Stein selbst hindurch, in eine finstere Leere, die sie umfing, wie ein warmes Tuch.

  • Stille umfing sie. Grabesstille. In einem Mausoleum war ja auch nichts anderes zu erwarten. Dieser Gedanke hätte ihr beinahe ein Kichern entlockt. Langsam beruhigte sie sich. Da in der Finsternis nicht das Geringste zu sehen war, nicht einmal grobe Konturen irgendwelcher Gegenstände, kam es ihr sinnlos vor, aufs Geratewohl ins Unbekannte zu stolpern. Sie mußte nachdenken. Warum war es ihr so leicht gefallen, in das Innere des Monuments zu gelangen? Alte Geschichten kamen ihr in den Sinn. Hinter vorgehaltener Hand flüsterte man sich in ihrer Familie ein Geheimnis zu. Dass eine Verbindung existierte zum Hause derer von Wolf. Angeblich waren sie ausgestorben. Doch hatte es illegitime Kinder gegeben, so dass sich die Blutlinie fortsetzen konnte, wenn auch ohne kirchlichen Segen. Wenn das nun der Wahrheit entsprach? Und sie eine Nachfahrin dieser verrufenen Sippe war? Vielleicht konnte sie diesen Umstand zu ihrem Vorteil nutzen und sich und ihre Freundin retten.

  • Greta!

    Der Gedanke an ihre beste Freundin bewahrte Helen davor, den Verstand zu verlieren. Ihre Sinne überschlugen sich und nur mit Mühe gelang es ihr, die aufsteigende Panik zurückzudrängen. Sie musste Greta finden. Mit ausgestreckten Händen kroch Helen langsam vorwärts, bis sie auf Widerstand stieß. Ihre Finger ertasteten eine Fuge zwischen Stein, welcher sich feucht und kalt anfühlte. Eine Außenwand? Sie richtete sich auf, stieß sich den Kopf an der niedrigen Decke und fluchte stumm.

    .. ich bin klein und gemein und ich mag mich, wenn ich so bin .. :evil:

    Einmal editiert, zuletzt von Mymm (31. Mai 2026 um 19:37)