Immer öfters stolpere ich bei Fantasyromanen darüber, das der/die AutorIn erwähnt das die Welt in der die Geschichte spielt, mit anderen zusammen erschaffen oder zumindest im Austausch mit anderen entstanden ist.
Ich selbst merke bei mir, das ich beim Weltenbau immer wieder an einen Punkt komme, an dem mir Rückmeldungen und Austausch sehr helfen würde um weiter zu kommen. In allen Weltenbau Communities ist aber jeder natürlich primär auf seine Welt konzentriert und kaum jemand taucht wirklich tief in die Welten der anderen ab für größeren Austausch. (Ich selbst ja auch XD)
Entsprechend bin ich mir immer wieder am Überlegen das es ja eigentlich echt spannend sein könnte, gemeinsam an einer Welt zu bauen, unter der Voraussetzung, das man sich grundsätzlich auf eine Basis einigen könnte und einigermaßen auf der selben Wellenlänge unterwegs ist.
Wie seht ihr das? Habt ihr schon Erfahrung damit, eine gemeinsame Welt zu erschaffen und weiter zu entwickeln? Könntet ihr euch das grundsätzlich vorstellen oder ist das etwas das ihr absolut nicht wollten würdet?
Gemeinsam eine Welt bauen
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Ich kann es mir vorstellen, wenn du Freunde hast die ziemlich genau denselben Geschmack haben, sonst arbeitet ihr gegeneinander und zieht in verschiedene Richtungen. Oder ein Teammitglied fokussiert sich auf die zwanzig verschiedenen Käse-Sorte der West-Inseln trägt aber nichts zur politischen Geschichte bei, sodass sich alles fragmentiert und inkonsequent anfühlt.
Ich finde ehrlich gesagt Wordbuilding auch nicht so schwer. Das ist alles nur Hintergrund-Deko, wenn es nicht Teil einer packenden Story ist. Leute interessieren sich für Mittelerde, weil Frodo den Ring nach Mordor gebracht hat und nicht anders herum.
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Oder ein Teammitglied fokussiert sich auf die zwanzig verschiedenen Käse-Sorte der West-Inseln trägt aber nichts zur politischen Geschichte bei, sodass sich alles fragmentiert und inkonsequent anfühlt.
Das ist die große Herausforderung aber auch die große Chance die ich darin sehe. Wenn sich jemand gerne mit Politik befasst und jemand anderes lieber Nahrungsmittel-herstellung/-vertrieb/Warenketten, kann man das doch perfekt kombinieren und bekommt eine Tiefe die man alleine nie erreichen würde, wenn man selbst vielleicht keine Ahnung hat aus welchem Teil der Kuh denn nun der Käse raus kommt. XD
Ich finde ehrlich gesagt Wordbuilding auch nicht so schwer. Das ist alles nur Hintergrund-Deko, wenn es nicht Teil einer packenden Story ist. Leute interessieren sich für Mittelerde, weil Frodo den Ring nach Mordor gebracht hat und nicht anders herum.
GUTES Worldbuildin ist alles andere als leicht. Eine wirklich konsistente in sich logisch funktionierende Welt zu bauen die weniger Logiklöcher hat als ein Schweizer Käse, ist eine sehr sehr große Herausforderung.
Mittelerde war damals die erste Welt die mich richtig in ihren Bann ziehen konnte, weil man das Gefühl hatte, in einer echten Welt unterwegs zu sein, mit einer langen Geschichte die immer wieder mal durchscheint ohne das das Priorität hat.
Das ist aus meiner Sicht eines der großen Probleme vieler Fantasyromane: Die Welt wird um die Geschichte herum gebaut. Wenn ein Monster als mythisch erwähnt wird, wird es irgendwann auftauchen, wenn man Ruinen von einer alten Zivilisation sieht, werden die noch relevant werden etc.
Die Welt ist eine reine Kulisse und an allen Ecken scheint nicht die Geschichte, Kultur oder Gesellschaft der Welt sondern die Leere dahinter durch. Genau diese blinden Flecken (die nun mal jeder hat) können mit mehreren Leuten viel leichter gesehen und verhindert werden.
(Und sorry wenn ich das etwas überspitzt formuliere, ist natürlich nicht so bös gemeint wie es klingt, ich beziehe mich primär auf die Fantasyromane die ich in den letzten Jahren gelesen habe und die halt teils wirklich faules Worldbuilding haben XD ) -
Alcarinque nur nochmal zur Vergewisserung für mich selbst: Geht es hier vorrangig (bzw. ausschließlich) darum, was wir davon halten, oder wäre auch bei Interesse ein solches Projekt geplant?
Denn abgeneigt wäre ich nicht. An meinen eigenen Welten kann ich jeder Zeit arbeiten und die sind dann ohnehin nur für meine persönlichen Projekte passend.
Aber eine Welt/ein Universum in einer Gruppe zu erstellen, finde ich auf eine anderen Ebene nochmal viel spannender und interessanter.
Ich glaube, grundsätzlich wäre das möglich und nicht zwingen viel schwerer, als wenn man es alleine macht. Ich denke, es kann sogar "einfacher" sein, wenn man sich selbst nur auf eine bestimmte Sache (Fraktion/Gebiet/etc.) fokussiert.
Und ich glaube, das ist auch eine Grundvoraussetzung bei einem solchen Projekt. Dass man eine gleiche Basis findet, die jedem zusagt und mit der man arbeiten will. Quasi "Grundgesetze", Parameter, die man einhalten sollte wie Physik etc.
Ich finde ehrlich gesagt Wordbuilding auch nicht so schwer. Das ist alles nur Hintergrund-Deko, wenn es nicht Teil einer packenden Story ist.
Ich denke, es kommt drauf an, wie sehr man das Worldbuilding betreiben möchte. Wenn man "nur" ein Land/Gebiet nimmt, das vielleicht sogar nur eine Klimazone hat, ist das natürlich weniger Aufwand, als wenn man einen ganzen Kontinent geschweige denn einen ganzen Planeten nehmen würde. Dann muss man Wetter und Klimazonen beachten, Flora, Fauna, Vegetation, Topographie, Geologie, Astronomie, Astrophysik (ist die Welt eine Kugel oder eine Scheibe?) ...

Und vor allem: möchte man vorrangig nur Worldbuilding betreiben und nicht gleich eine Geschichte dazu
Apropos Geschichte: Eine Weltgeschichte muss/kann man ja auch noch erfinden!
Evolution, Kultur! 
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Alcarinque nur nochmal zur Vergewisserung für mich selbst: Geht es hier vorrangig (bzw. ausschließlich) darum, was wir davon halten, oder wäre auch bei Interesse ein solches Projekt geplant?
Ja.

Also allgemeines Interesse was so die Meinungen/Einstellungen/Erfahrungen sind, aber grundsätzlich auch interessiert so einen Versuch noch einmal zu starten, sofern sich Leute mit ähnlichen Vorstellungen finden.
Für ein großes Forenprojekt sind die Vorstellungen aber vermutlich zu breit gefächert. XD -
So, hier mal mein BlahBlah dazu: Die Idee finde ich ziemlich gut. Das kommt meiner Art Worldbuilding stark entgegen.
Wenn so ein Projekt zustande käme, wäre ich gern dabei. Vorrausgesetzt, jeder Mitbauer darf dann auch Geschichten in dieser Welt entdecken und aufschreiben.
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- Offizieller Beitrag
Also ich kenne das nur so, dass man entweder mithilft bei dem Worldbuilding eines anderen oder andersherum. Was bei beiden der Fall ist, ist dass es einen Federführenden gibt. Einer bestimmt am Ende, wie es gemacht wird. Was ja auch Sinn macht, wenn Derjenige das zum Beispiel für seine Geschichte benutzen will.
Aber die Erfahrungen, die ich damit gemacht habe sind sehr gut.
Einmal habe ich das auch wirklich zu zweit gemacht, wo beide Builder "gleichberechtigt" waren.
Das war damals mit Chaos Rising zu einem Dezember Worldbuilding Event hier im Forum. Das hat auch sehr gut funktioniert, allerdings waren wir durch zahlreiche Durchführungen des oberen Beispiels auch schon ein eingespieltes Team und ähnlich wie Feron sagt, haben wir auch einen ziemlich ähnlichen Geschmack. Das Projekt ist dann nur aus Zeitgründen liegen geblieben, da die persönlichen Projekte doch mehr Priorität genießen. -
Ich hab damit nur insoweit Erfahrung, dass ich mich vor langer Zeit mal regelmäßig mit einem Kumpel über eine sich langsam weiterentwickelnde Idee für eine Fantasy-Welt ausgetauscht habe und wir das beide eben weitergesponnen haben. Allerdings haben wir nie etwas aufgeschrieben oder Geschichten in dieser Welt spielen lassen.
Ich kann mir verschiedene Szenarien vorstellen, wie das gut funktionieren kann. Wichtig wäre schon mal, dass sich alle einig sind, worum es gehen soll. Einen Hintergrund für spannende Geschichten zu entwerfen, ist für mich etwas ziemlich anderes, als die Folgen von bestimmten Entscheidungen für die Welt zu diskutieren, d.h. sich nur auf den Aufbau und die Mechanismen in der Welt zu fokussieren. Beispiel: Die Frage, wie in einer pseudo-mittelalterlichen Welt, in der es Zwerge, Menschen, Elfen und Orks gibt, sich die Menschen weitestgehend matriachalisch verwalten, legt den Fokus auf soziale und staatspolitische Fragen des Weltenbaus, aber es muss dabei überhaupt keine Geschichte entstehen. Für den Weltenbau könnte das Weltenbauerteam das sehr lange und tief diskutieren, während man für eine spannende Geschichte halt ein paar überzeugende Elemente braucht, die diesen Hintergrund plausibel rüberbringen.
Für den Weltenbau würde ich da verschiedene Schichten sehen:
- die unbelebte Welt -> Weltform, Geologie und Geographie
- Flora und Fauna
- kulturschaffende Wesen
- alles was Kulturen hervorbringen: Religion, Staaten, Architektur, Kleidung, Organisation der Bevölkerung, Geschichte, Sprache etc.
In jeder Schicht kann man sich beliebig lange austoben und seiner Phantasie freien Lauf lassen, daher ist da die Fokussierung vermutlich entscheidend, dass die Gruppe dann nicht aneinander vorbei arbeitet. Oder man nutzt das als Stärke und erschafft sich eine chaotische Welt

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Also als reines Experiment ohne die Erwartung dass eine brauchbare Geschichte dabei rauskommt finde ich das interessant.
Ich glaube, einige vorgegebenen Leitgedanken wären da hilfreich. Natürlich nicht verpflichtend, aber als Stütze, damit immer wieder Elemente vorkommen die wiedererkennbar sind, einer gemeinsamen Thematik dienen oder eine gemeinsame Tonalität schaffen. Also Stichworte wie "Entdeckergeist", "Zerfall", "Ehre" oder "Rule of Cool".
Ausserdem wäre hilfreich wenn wir eine vorgegebene Ausgangslage erhalten. Eine Szene, z.B. in einer Taverne, die mit Namen, Bezeichnungen und Anekdoten ohne weiteren Kontext gespickt wird. Von Dort aus können sich alle einzelne Elemente vornehmen, die wiederum die Basis für andere Elemente bilden.
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Ich darf in der eigenen Welt meines Spielleiters von der Dragon Bane Runde mit basteln. Es ist auch noch jemand anderes beteiligt und so wie diese Person, habe ich auch eine Gottheit (zu der es noch nichts festes Gab außer der Grundidee) mit meinen Rollenspielcharakter ausgebaut.
Mein Charakter ist eine Priesterin und da wäre es halt schon gut zu wissen, was diese Gottheit ist. Daraus sind dann Lore, Zauber, Rituale und anderes herausgekommen. Mir macht sowas auch immer Spaß und ich werd heute noch gefragt, wie ich das eigens gebastelte System zu der Welt finde (es ist noch nicht fertig).
Das Freut mich auch persönlich immer sehr, da ich ja offenbar doch gute Ansätze vorweisen kann und man mir in der Hinsicht auch vertraut. Ich hätt auch nichts dagegen hier, bei so einem Forumsprojekt was beizutragen (solange man Horror/Dark Fantasy in der Welt erlaubt).
