Was lest ihr gerade? (Fantasy)

Es gibt 704 Antworten in diesem Thema, welches 108.537 mal aufgerufen wurde. Der letzte Beitrag () ist von kalkwiese.

  • Wenn ein Science-Fiction-Buch alt genug wird, wird es dann Fantasy?

    Ich habe nun das Hörbuch zu Die Reise zum Mittelpunkt der Erde von Jules Verne begonnen. Gelesen wird es von Karlheinz Gabor, von dem ich auch schon das Hörbuch zu Effi Briest gehört habe. :) Er hat eine tiefere Stimme, der sich sehr gut zuhören lässt, und einen Plauderton, der die Geschichte lebendig macht. Sehr, sehr schön, die Version kann ich so empfehlen.


    Es erzählt die Geschichte des deutschen Professors und Geologen Otto Lidenbrock, der ein Dokument eines isländischen Alchemisten findet. Es ist chiffriert und er schafft es nicht, das Rätsel zu lösen. Sein Neffe Axel jedoch findet die Lösung (ich bin mir noch nicht sicher, ob ich es missverstanden habe ... aber war es nach der Übernahme aus den Runen nicht etwas zu einfach? :rofl: ), und so reisen beide bald ab, um beide zeitnah Island noch zu erreichen.


    SciFi ist es bisher in der Hinsicht, dass damals die Frage nach dem Inneren der Erde noch nicht geklärt war und Jules Verne hier verschiedene, sich widersprechende, Hypothesen von damals gegeneinander abwägt. Und diese damalige Lücke wird dann wohl für den Roman genutzt. :) Und von da an biegt die Geschichte wohl ins Phantastische ab.


    Es ist bisher einfach sehr schön lebhaft, die Figuren fühlen sich schon sehr gut gezeichnet an, obwohl noch kaum etwas passiert ist, und ich finde es schade, dass ich sowas nicht mit der Muttermilch aufgesogen habe. Das muss ich jetzt nachholen. :)

    [Schlaue, tiefgreifende Lebensweisheit]

  • So, hab es zu Ende gehört. :) Die Geschichte ist eine Reisegeschichte (wer hätte es gedacht?), und besonders gefällt mir daran, wie der Professor und sein Enkel ihre wissenschaftlichen Kenntnisse benutzen, um sich zurecht zu finden. Die Reise ist teilweise in ihren Ereignissen so unglaublich, dass ich mich gerade am Ende frage, ob man sie mit den Geschichten vom Baron von Münchhausen vergleichen kann. :P Aber es war wirklich schön. Gerade Jugendlichen und Kindern könnte das gefallen, aber eigentlich ist das was für jedes Alter.

    Und es war auch gut vorgelesen von Karlheinz Gabor, aber der Plauderton war manchmal etwas zu ... eintönig. Besonders die emotionaleren Passagen wirkten eher kraftlos und hatten damit kaum Wirkung. Sehr schade, denn sonst ist mein Eindruck sehr gut. :hmm:

    [Schlaue, tiefgreifende Lebensweisheit]

  • Ich habe heute eine Kurzgeschichtensammlung von Gabriel García Márquez begonnen, mit Titel Die Erzählungen. Mit seinen phantastischen Elementen ist das ja quasi Fantasy. :pardon: Die erste Geschichte ist eher mäßig spannend und eher schwermütig. Sie handelt von einem toten Kind, das von einem Arzt als Toter am Leben gehalten wird. Im Prinzip lebt der Protagonist als Toter mit Bewusstsein weiter. Er wächst, er nimmt wahr, aber isst nicht (oder doch? kam jedenfalls nicht vor) und kann sich weder bewegen noch mitteilen.

    Ja, mal sehen. Da sollen auch Figuren drin vorkommen, die auch in "Hundert Jahre Einsamkeit" vorkamen. Da freue ich mich schon drauf. :)


    Ansonsten ist es jetzt Zeit für A Clash of Kings von George R. R. Martin. "A Game of Thrones" habe ich vor bald einem Jahr gelesen ... das wird also wirklich mal Zeit. ^^'

    [Schlaue, tiefgreifende Lebensweisheit]

  • "The Daevabad Trilogy"

    von S. A. Chakraborty

    Fantasy der etwas anderen Art: Eine Diebin im Kairo des 18. Jhdts trifft auf einen Djiin und beginnt die Reise zu einer geheimen Stadt in eine magische Welt die auf arabisch/persischer Mythologie basiert und lernt dort die Welt und ihre Schattenseiten kennen...

    Hat mir sehr gut gefallen, sodass ich die drei Bände am Stück gelesen habe. Ein paar typische YA-Elemente die mich aber nicht wirklich gestört haben, da Story, Worldbuilding und Charaktere interessant und vielschichtig sind.

    Falken haben doofe Ohren

  • Hey!

    Also ich lese derzeit den zweiten Teil der Sumpfloch-Saga von Halo Summer.

    In der Reihe geht es um eine magische Welt namens Amuylett, in der verschiedene Charaktere in einer Schule für magisch begabte Kinder aufeinandertreffen, die "Sumpfloch" heißt. Wir verfolgen Skarlett, eine Cruda (Hexe bösen Blutes), die gegen ihre innere Boshaftigkeit ankämpfen muss sowie Maria, Lissandra und Thuna - drei Erdenkinder, die aus Versehen als Baby in die Welt Amuylett gepurzelt sind und seitdem damit zu kämpfen haben, dass sie nicht zaubern können in einer ganz und gar zauberhaften Welt.

    Die Autorin ist vor allem im Bereich des Selfpublishings tätig. Ihre Bücher haben einen ganz eigenen Charakter, der unheimlich witzig ist. Ihr Schreibstil hat eine ganz besondere Note! Allerdings richtet sich die Reihe eher an Jugendliche, da es unter anderem um das Erwachsenwerden mit einer Prise Magie geht. Dennoch sollte man die Geschichte nicht unterschätzen, da sie alles parat hat, was gute Fantasy ausmacht - eine spannende, einzigartige, facettenreiche Welt; authentische Figuren und eine interessante Handlung. Wer mag, kann es sich ja mal anschauen :) Ich für meinen Teil bin ein kleines Fangirl geworden...

  • Ich habe jetzt vor ein paar Tagen mit Fire and Blood von George RR Martin begonnen. Das Buch erzählt die Geschichte der Targaryens in Westeros und bleibt dabei dem Stil eines Geschichtsbuchs teilweise treu. Oder anders gesagt: Der Stil variiert sehr subtil und deckt verschiedene Charakteristika historischer Geschichtsschreibung ab. So wird immer wieder darauf hingewiesen, dass verschiedene Quellen unterschiedliches berichten und dass man manche Berichte als "frei erfunden" oder "übermäßig ausgeschmückt" betrachten muss. Auch der Erzähler (bzw. Geschichtsschreiber) selbst tritt manchmal in Form von "wir" und "uns" in Erscheinung. Die Erzählung will grob 300 Jahre Geschichte abdecken, d.h. entsprechend großzügig wird erzählt. Details, Dialoge, Beschreibungen von Schauplätzen etc. fehlen häufig. Zumindest verglichen mit A Song of Ice and Fire ist es schon eher trocken.

    Spannend finde ich es trotzem. Und gut geschrieben, d.h. gut lesbar, ist es auch. Natürlich kommen manche von Martins Negativpunkten noch deutlicher zu Tage, etwa dass sich sehr vieles immer wieder wiederholt. Ganz offensichtlich wird das in den Namen, die, wenn sie auch nicht immer identisch sind, sich doch so sehr ähneln, dass man nicht mehr weiß, wer nun eigentlich wer nochmal war. Aber auch das passt ja zu den historischen Vorlagen ^^

    Auch was die politischen Entwicklungen, die Motive und Fehler von Charakteren etc. angeht, alles wiederholt sich in der ein oder anderen Form, zum Glück ohne dass es allzu sehr stören würde.


    Kurz und knapp: Mir gefällt's ganz gut, aber es würde es nicht auf die "Liste der 50 Fantasy-Bücher, die ich jeder und jedem empfehlen würde," schaffen.

    „Alice, man darf sein Leben nicht nach anderen richten. Du allein musst die Entscheidung fällen.“ [Alice im Wunderland]

  • Thomas Ziegler, Stimmen der Nacht


    Eine alternative Realität. Bis 1944 ist alles so wie bekannt. Dann aber …

    Der zweite Weltkrieg endet, indem die USA mit einer Atombombe Berlin und den "Führer" vernichten. Der Morgenthau-Plan tritt in Kraft. Alle grossen Städte Deutschlands werden geschleift und das "Reich" zu einem Agrarstaat umgestaltet. Die deutsche Elite flieht nach Südamerika und errichtet ein Naziregime unter Bormann, der den Krieg überlebt hat.


    Der Fernsehshowmoderator Gulf hört die Stimme seiner toten Frau und auch die Geister der Vergangenheit kommen nicht zur Ruhe. Das ehemalige "Reich" ist eine offene Wunde in Europa und der kalte Krieg zwischen den USA und dem neuen Reich in Südamerika glimmt. Die Situation eskaliert, als sich die Stimmen der toten Hitler und Göbbels in den Trümmern des Kölner Doms erheben.



    Jeder, der eine Trennung zwischen ernsthafter Literatur und Science Fiction propagiert, wird durch dieses Buch eines Besseren belehrt. Das ist ganz großes Kino. Beklemmend und erhellend. Lest das!

  • Ich habe "Königsfeuer" von Jörg Benne gelesen. Nein falsch, ich habe es verschlungen. Selten hat mich ein Buch so gefesselt, dass ich (dank der Kindle-App auf dem Handy) in jeder freien Minute weiterlesen musste.

    Zur Handlung: Der Autor stellt anfangs mehrere Protas in ihrer jeweiligen Situation vor und der Leser merkt recht schnell, dass sich diese am Ende der Geschichte wohl irgendwie begegnen werden. Es sind viele ungewohnte Namen, die mich aber nicht in Schwierigkeiten gebracht haben. Jeder Prota bekommt seinen eigenen Erzählstrang und lässt so den Leser an seinen Gedanken teilhaben. Da die Erzählstränge ständig wechseln, wird dieser zeitgleich mit jedem Prota auf das wirklich grandiose Finale hingeführt. Dass er die Gedanken und Pläne jedes einzelnen von ihnen kennt, macht das Ganze um so spannender, denn es zeichnet sich beizeiten ab, dass es nicht für jeden Charakter gut enden wird.

    Ich fand diese Art des Aufbaus der Geschichte schlichtweg nervenzerfetzend und war froh, als ich das letzte Wort gelesen und mich wieder darauf besonnen habe, dass man ab und zu mal atmen sollte, um weiterzuleben.

    Dieses Buch empfehle ich jedem, der auf spannenden Lesestoff steht. Ich selbst habe es beim Stöbern in den Kindle-Vorschlägen gefunden und werde mich jetzt mal auf die Suche nach weiteren Werken von diesem Autor machen. Ich bin nämlich ein Leser, der nicht auf Bestseller, sondern auf eher Unbekanntes steht. :D

    Wenn wir wüssten, wie kurz das Leben ist, würden wir uns gegenseitig mehr Freude machen.
    (Ricarda Huch)



    :cookie:


    ___________________

  • Ohje, wir haben ja bald Oktober! Da bekomme ich Lust auf Gothic-Ästhetik, möchte also auch sowas lesen, aber ... ich bin ja erst bei einem Drittel bei A Clash of Kings! Dx Und die Kurzgeschichtensammlung Gabriel Garcia Marquez habe ich ja auch erst halb durch! Oh, oh, oh ...


    Okay, ich habe also die Kurzgeschichten erstmal pausiert. Die rennen ja nicht weg und haben keinen größeren Plot. Stattdessen setze ich jetzt meine Lektüre von der Locked Tomb Tetralogie von Tamsyn Muir fort, mit dem zweiten Buch Harrow The Ninth, Fortsetzung von Gideon The Ninth. (A Clash of Kings läuft dann so nebenher weiter, von dem Buch habe ich noch eine Weile etwas.)

    Da das eine Fortsetzung ist, will ich nur bedingt über den Inhalt reden. Aber Muir nimmt einige Risiken in Kauf und ich bin sehr gespannt, was sie da in der Hinterhand hält. :D Da wäre einmal eine Erzählperspektive in der zweiten Person. Aber da das nur im ersten der beiden Prologe vorkommt (und dann im ersten Kapitel, bei dem ich jetzt bin), scheint das nicht zwingend die ganze Zeit die Perspektive zu sein. :hmm:

    Dann wird man, wie im ersten Teil auch, mit vielen Knochennamen konfrontiert, was bedeutet, dass ich viel Englisch googlen muss. :D Aber das macht den Reiz auch irgendwie aus.


    Außerdem eben als Hörbuch durchgehört: Die Box: Dunkelkammergeschichten von Günter Grass. Das ist das zweite Buch in seiner autobiographischen Trilogie. Ich steige gerade mit diesem ein, weil ich das Hörbuch in der Hochschulbibliothek gefunden habe.

    Grass erzählt den Lebensabschnitt vom Erscheinen der Blechtrommel bis zur Nobelpreisverleihung durch die Perspektive seiner acht Kinder (nicht alle leiblich). Vielleicht erlaubt ihm diese Perspektive ja die Distanz zu sich selbst, um dann auch ehrlich urteilen zu können, dass er seine Kinder durchaus auch vernachlässigt hat, um an seiner Kunst zu arbeiten? Könnte mir das gut vorstellen.

    Zusätzlich zieht sich durch das Buch die Figur der Marie mit ihrer Agfa-Fotobox, die den Krieg überlebt hat und seitdem keine ordentlichen Bilder mehr macht. Stattdessen zeigt sie die Wünsche der Fotografierten, die Vergangenheit der Orte, die Zukunft und vieles mehr. Diese Zauberbox von Marie nimmt dem Platz von Grass' Fantasie ein, er lässt Marie Dinge fotografieren, um bei seinen Recherchen voranzukommen, usw. So bekommt diese biographische Geschichte noch einen märchenhaften Anstrich, und das ist es, was mir bei Grass mit am besten gefällt.

    Das ganze Ding ist wahrscheinlich ein recht schmales Büchlein, und wer sich nicht für Grass interessiert, der hat da sowieso nichts von, aber ansonsten ist das ein wirklich schönes, kleines Ding, dass der späte Grass da nochmal abgeliefert hat. :)

    [Schlaue, tiefgreifende Lebensweisheit]

    Einmal editiert, zuletzt von kalkwiese ()

  • Ohje, wir haben ja bald Oktober! Da bekomme ich Lust auf Gothic-Ästhetik,

    I feel you, vorallem wenn man auf den social media mit "dark academia" nur so zugedröhnt wird :D


    Aber die ganze Zeit englische Begriffe bei der Lektüre googeln zu müssen, wäre nix für mich. Ich käme da voll aus dem Lesefluss raus... Geht es dir da nicht auch so?

    Das erste Buch dieser Locked Tomb Tetralogy hab ich jetzt mal gegoogelt, weiß aber nicht so richtig, ob das was für mich wäre. ?(

  • Aber die ganze Zeit englische Begriffe bei der Lektüre googeln zu müssen, wäre nix für mich. Ich käme da voll aus dem Lesefluss raus... Geht es dir da nicht auch so?

    Das erste Buch dieser Locked Tomb Tetralogy hab ich jetzt mal gegoogelt, weiß aber nicht so richtig, ob das was für mich wäre. ?(

    Jaaa, es ist natürlich Arbeit, aber da ich eh ein langsamer Leser bin, macht es für mich auf lange Sicht nicht wirklich einen Unterschied. ^^ Außerdem schreibt Muir wunderbar in Gideon The Ninth, ich kann es nur empfehlen. :)

    Allein die Nekromanten, die nach großer Anstrengung anfangen Blut zu schwitzen. :D Und die ganzen Knochen, die Orte, die alle langsam verfallen ... das ist toll! :D Und der Humor! Ja, ich liebe es. Ist wahrscheinlich nicht perfekt, irgendeinen Haken gibt es sicher, aber es machte mir einfach zu viel Spaß.

    Und außerdem bereichert es ja dann auch meinen Wortschatz etwas. ^^

    [Schlaue, tiefgreifende Lebensweisheit]

  • Jetzt bin ich gerade mit Fire and Blood fertig geworden. Ein bisschen mehr als einen Monat habe ich daran gelesen... 710 Seiten... ja, passt schon.

    Spannend finde ich es trotzem. Und gut geschrieben, d.h. gut lesbar, ist es auch. Natürlich kommen manche von Martins Negativpunkten noch deutlicher zu Tage, etwa dass sich sehr vieles immer wieder wiederholt. Ganz offensichtlich wird das in den Namen, die, wenn sie auch nicht immer identisch sind, sich doch so sehr ähneln, dass man nicht mehr weiß, wer nun eigentlich wer nochmal war. Aber auch das passt ja zu den historischen Vorlagen

    Ich hab mir mal durchgelesen, was ich damals geschrieben hab. Ja, das blau markierte passt absolut. Das Buch hört nämlich nach der Hälfte der Vorgeschichte auf (gemessen an den Königen), was nur bedeuten kann, dass ich auf noch ein weiteres Buch von ihm warten muss :/ (das sind mit The Winds of Winter und A Dream of Spring schon drei...). Ich muss da gerade echt sagen, dass ich ziemlich enttäuscht bin. Der leichte Kliffhanger am Ende erfüllt mich nicht mit Vorfreude auf das nächste Buch, sondern eher mit einem Gefühl des Herausgerissen-Werdens. Schon sehr schade.


    Jetzt steht als nächstes entweder Joe Abercrombies The Wisdom of Crowds oder P. J. Lehmanns Wiederkehr der Götter - Der Preis des Lebens an.

    „Alice, man darf sein Leben nicht nach anderen richten. Du allein musst die Entscheidung fällen.“ [Alice im Wunderland]

  • Ich habe gerade "Der weiße Kristall" (Florian Clever) fertig gelesen und war restlos begeistert. Ein mir bis dahin unbekannter Autor hat es geschafft, mich mit den beiden Bänden "Eisige Fehde" und "Eisige Kriege" derart zu fesseln, dass ich förmlich in jeder freien Minute am Handy hing (bin exzessiver Kindle-App-Nutzer).

    Erzählt wird die Geschichte von Molovin, Angehöriger eines Söldnerbundes aus den Sümpfen, der einen Auftrag im eisigen Norden des Landes zu erledigen hat. Und dieser bringt ihn nicht nur an seine physischen Grenzen, sondern auch in einen schweren Konflikt mit den Grundsätzen seines Bundes und seinen eigenen ethischen Richtlinien. Es war spannend, seiner Entwicklung zu folgen, während er ein Abenteuer nach dem anderen zu überstehen hat und dabei als hervorragend geschulter Kämpfer glänzt, aber auch ein Mensch mit Gefühlen und Werten bleibt, die sein Denken und Handeln zunehmend beeinflussen.

    Beide Daumen hoch von mir und absolute Leseempfehlung. :thumbsup:

    Wenn wir wüssten, wie kurz das Leben ist, würden wir uns gegenseitig mehr Freude machen.
    (Ricarda Huch)



    :cookie:


    ___________________

  • Ich befinde mich auf den letzten 100 Seiten von Harrow The Ninth. :) Ich habe auch nicht immer so viel Zeit zum Lesen und Englisch kann doch etwas anstrengender sein als Deutsch, aber ich liebe dieses Buch. Mehr dazu, wenn ich durch bin.


    Da Hörbucher ja immer gehen, wenn man kocht oder Sport macht, habe ich jetzt Tausendundeine Nacht in der Übersetzung von Gustav Weil begonnen. Ich höre das über die App LibriVox, wo es einige alte Bücher auf Deutsch gibt. Die Lesungen sind in der public domain. Die von Tausendundeine Nacht ist auch definitiv gut gelesen. Mir ist auch bereits eine Geschichte aufgefallen, die Walter Moers als Versatzstück in Der Schrecksenmeister verwendet hat :D ("Die Geschichte des Fischers mit dem Geiste").

    Überhaupt ist das eine wunderschöne Märchensammlung bisher. Und was mir besonders gefällt! ist, wie das Geschichten sind, in denen Geschichten erzählt werden, in denen Geschichten erzählt werden ... Das ist, als würde man Matroschken zuschauen, wie sie sich gegenseitig einkapseln und wieder auseinanderhüpfen. Wunderschön. :love:


    Natürlich sind das alte Texte. Untreue Frauen zu schlagen oder zu ermorden wird wie selbstverständlich hingenommen. Wer damit umgehen kann, der hat hier wirklich eine großartige Erfahrung vor sich.

    [Schlaue, tiefgreifende Lebensweisheit]

  • Demnächst kommt ja die Verfilmung von "Das Rad der Zeit" in den Stream.

    Die Bücher von Robert Jordan habe ich sehr gerne gelesen. Jordan kreiert eine einmalige Atmosphäre und schildert sehr detailliert, trotzdem ist es spannend.


    Jetzt habe ich ein Hörbuch entdeckt, dass die Vorgeschichte schildert. Es ist allerdings auf Englisch.


  • Fafhrd and the Gray Mouser von Fritz Leiber


    Die Geschichten sind - zu Recht - ein Klassiker der Fantasy. Die beiden Helden - der Barbar Fafhrd aus der Eiswueste, gefuerchteter Schwertkaempfer und ehemaliger Lehrling eines Skalden, und der Gray Mouser, ehemaliger Lehrling eines Magiers und geschickter Dieb, sind ein Team das die meiste Zeit entweder mit dem Stehlen oder dem Verprassen von Schaetzen beschaeftigt ist - wenn sie nicht von ihren magischen Mentoren, den Erzmagiern Sheelba und Ningauble, zu Auftraegen gezwungen werden.


    Der Grundton der Geschichten ist meistens heiter, einige ('Bazaar of the Bizarre') sind sogar humoristisch, mitunter werden sie aber auch ernst. Leiber schreibt meiner ansicht nach hervorragend, der Lesefluss ist toll, die Atmosphaere dicht, schnell wird ein Eindruck von der Gegend und der Szenerie aufgebaut und mit ein paar kleinen Details ausgefuehrt, und oft kann er einen interessanten Twist nach dem anderen praesentieren.


    Die bekannteste Geschichte, 'Ill met in Lankhmar', handelt davon wie sich die beiden treffen als sie - unabhaengig voneinander, aber zur gleichen Zeit und auf die gleiche Weise - zwei Diebe der Diebesgilde um deren Beute erleichtern wollen ('Wir scheinen die gleiche Idee gehabt zu haben' - 'Scheinen? Ganz sicher war es so!'). Auf Anhieb verstehen sie sich, und es stellt sich heraus dass beide erst seit kurzem und in weiblicher Begleitung in der Stadt sind. Beim Kennenlernen zu viert beharrt Vlana, die Freundin von Fafhrd, dass er die Rache an der Diebesgilde die er ihr geschworen hat nun endlich vollstreckt - und Ivrian, die Freundin des Mausers, beharrt darauf dass er als Gentleman helfen soll. Inmitten einer durchzechten Nacht brechen die beiden also auf um in die Diebesgilde einzudringen - nicht ohne sich vorher noch mit zwei Kruegen Brandy zu proviantieren - und ziehen einen haarstraeubenden Plan durch der um Haaresbreite nicht damit endet dass sie gefangen genommen werden. Aber die Geschichte nimmt einen tragischen Verlauf, und am Ende sind Vlana und Ivrian tot.


    Ganz grosses Kino.


    (Es gibt uebrigends auch einige recht gute Comicbaende dazu...)

  • Ich befinde mich auf den letzten 100 Seiten von Harrow The Ninth. :) Ich habe auch nicht immer so viel Zeit zum Lesen und Englisch kann doch etwas anstrengender sein als Deutsch, aber ich liebe dieses Buch. Mehr dazu, wenn ich durch bin

    Ich bin mittlerweile durch. Was für ein Buch! Tamsyn Muir geht hier ein großes Risiko ein, erhält die Geschichte über weite Teile in der zweiten Person, macht ein gigantisches Re-Framing des Universums, hat die ersten drei Kapitel erstmal gar keinen Schimmer, was abgeht, und hat eine späte Auflösung des Geschehens ... aber alles lohnt sich. Meine Fresse, die Locked-Tomb-Bücher sind jetzt meine Lieblingsbücher, die ich in diesem Jahr lesen durfte (zusammen mit Hundert Jahre Einsamkeit).

    Ich empfehle sie allen, die Fantasy aus einer wahrscheinlich mal ganz anderen Perspektive erleben wollen (und sich auch auf ein paar Experimente einlassen wollen).

    Alle Figuren machen sehr viel Spaß, weil sie alle einen Knall haben. Man ist so nah an den Protagonisten dran, dass man die Geschichte nicht ließt, sondern richtig erlebt. Sowas wünsche ich mir öfter.

    [Schlaue, tiefgreifende Lebensweisheit]

  • Ich habe über den letzten Monat meiner Freundin Der Schrecksenmeister von Walter Moers vorgelesen. Als Zeichnerin hat sie auch Interesse an den Illustrationen und die liebenswerten, aber grausamen Geschehnisse rund um die Kratze Echo und den gemeinen Schrecksenmeister Eißpin haben ihr sehr viel Freude bereitet. :D

    Wunderbar, ich liebe dieses Buch! All die skurrilen Einfälle, die sensorischen Eindrücke, die man bei den Geschichten und Gesprächen über das Essen bekommt, und vor allem, wie sich am Ende alle Fäden wieder miteinander verbinden, wenn aussichtslose Situation auf aussichtslose Situation folgt ... :D Das ist wirklich klasse.


    Worum geht's?

    Die Kratze Echo lebt auf der Straße und ist am Verhungern. Eines Tages kommt der Schrecksenmeister Eißpin vorbei, sieht Echo, erklärt ihm, wie toll Kratzenfett für alchimistische Anwendungen ist, und bietet ihm an, ihn einen Monat lang zu mästen und zu unterhalten, bis Eißpin ihm die Kehle durchschneiden und sein Fett auskochen darf. Aus seiner Not heraus sagt Echo zu.

    Ja, wie kommt er da nur raus? Das ist die Geschichte.


    Das Buch basiert auf der Novelle "Spiegel, das Kätzchen" von Gottfried Keller. Wer weiß, vielleicht gebe ich mir die mal demnächst.

    [Schlaue, tiefgreifende Lebensweisheit]

  • Ich bin nun wieder an A Clash of Kings dran, nachdem ich es im Oktober pausiert hatte. :) Sehr schön, wieder in Westeros zu sein, auch wenn es dort nicht gerade schön zugeht. #Krieg Und weil ein Buch über Krieg nicht genug ist ...


    ... habe ich mir das Hörbuch zu Der abenteuerliche Simplicissimus Deutsch von Hans Jacob Christoffel von Grimmelshausen ausgeliehen. :) Das ist die aus dem Deutsch des 17. Jahrhunderts ins moderne Deutsch übertragene Version, denn der Originaltext ist schon deutlich angestaubt. Durch diese Übersetzung ist das nun ein sehr lebendiges und auch sehr kurzweiliges Buch. :) Es ist erstaunlich lustig, ich meine, wer erwartet das schon von einem Klassiker? ;) Ja, blödes Vorurteil. Mir kommt es dadurch bisher erstaunlich modern vor und auch nicht langatmig, wie man vielleicht erwartet hätte.

    [Schlaue, tiefgreifende Lebensweisheit]

  • Teil 1 - und nach meiner Meinung der beste Teil - der Kultur Reihe von Ian Banks. Bedenke Phlebas. Unglaublich, wie zerlesen das Buch schon ist! Habe ich 1990 von einer Freundin zum Geburtstag geschenkt bekommen.


    Im Schnitt hat Banks alle 2,8 Jahre einen weiteren Teil herausgebracht. Gelesen habe ich sie alle. Teil 5 und 8 haben sich irgendwie selbstständig gemacht und sind verschwunden.


    Gerade habe ich überlegt, wie oft ich Bedenke Phlebas wohl schon gelesen habe. Schätzungsweise so alle zwei Jahre wieder. Das wären dann so um die fünfzehn mal. Aber auch jetzt fallen mir wieder Einzelheiten auf, die mir (nicht mehr?) bewusst waren. Es ist eine Komposition, vom ersten bis zum letzten Wort perfekt geschrieben.