Was lest ihr gerade? (Fantasy)

  • Ich hab mir heute endlich "A little hatred" von Joe Abercrombie vom Buchhändler meines Vertrauens abgeholt! Und ab sofort lese ich das natürlich... hoffentlich bin ich nicht morgen nach einer schlaflosen Nacht damit fertig :D

    Mit einem Tag Verzögerung beim Start (vielleicht waren es auch zwei oder drei :whistling: ) hab ich "A little hatred" jetzt bis auf das letzte Kapitel durch und darf sagen, dass ich es liebe! Die POV-Charaktere sind wieder wunderbar menschlich-komplex und sympathisch. Das ging mir bei Abercrombies anderen Büchern nicht so. Da gab es immer mindestens einen Charakter, den ich eher anstrengend fand. Hier möchte ich am liebsten zu jedem Charakter ein eigenes Buch lesen. Zum Glück kommen in der Trilogie ja noch zwei weitere Bücher ^^
    Zu den Charakteren: Es gibt einen jungen, aufstrebenden Helden, Leo dan Brock, "the Young Lion", der im Kampf gegen die Northmen unter Black Calder und Scale Ironhand (zwei alte Bekannte, wer "The Heroes" gelesen hat) sich natürlich einen Ruf, besser noch eine Legende erkämpfen möchte. Ruhm und Ehre und so... Das unterscheidet ihn auch überhaupt nicht von seinem Erzfeind auf der anderen Seite Black Calders Sohn Stour Nightfall aka The Great Wolf (allerdings / zum Glück kein POV-Charakter).
    Ebenfalls ein POV-Charakter ist Orso dan Luthar, der Thronfolger, der noch nutzloser zu sein schein als sein Vater Jezal. Das Sympathische an ihm ist für mich, dass er überhaupt nicht königlich-abgehoben ist, sondern eher ein netter Typ, der irgendwie versucht, eine echte Bedeutung für sein Leben, eine wirkliche Aufgabe für sich zu finden.
    Bull Broad dagegen versucht nur, jeglicher Gewalt aus dem Weg zu gehen. Der aus dem Kriegsdienst ausgeschiedene Veteran verliert seine Farm dank neuer Gesetze an seinen Grundherren und flieht mit seiner Frau und seiner Tochter in eine aufstrebende Industriestadt. Wer Abercrombie kennt, ahnt schon, dass nichts sich so hoffnungsvoll entwickelt, wie man eben gehofft hat... Broad ist für mich eine etwas tragische Gestalt, mit der ich gut mitfühlen kann.
    Das waren die männlichen POV-Charaktere. Kommen wir zu den weiblichen, die tatsächlich alle irgendwie schlauer wirken als ihre männlichen Kollegen.
    Savine dan Glokta... ja, der Name klingt schon wie ein Lied, das mit dem Versprechen auf Laszivität und Lust beginnt und mit unbeschreiblichen Horror im House of Questions endet. (Anmerkung: auch wenn letzter Satz ziemlich schwachsinnig ist, mir gefällt er so gut, dass er hier stehen bleibt). Savine ist Unternehmerin, Investorin und dezent kriminell. Sie nutzt alle Mittel, um zu gesellschaftlichem Ansehen, Macht und Reichtum zu kommen. Sie erinnert mich an eine bildhübsche, weibliche Version von Sand dan Glokta, der immer noch als Arch Lector im Hintergrund manche Fäden zieht. Gerade frage ich mich, was sie sympathisch macht... nun, würde ich sie in der echten Welt kennen lernen, fände ich sie vermutlich abstoßend karrieregeil, charakterlich langweilig aber trotzdem irgendwie aufregend attraktiv. Die Geschichte aus ihrer Sicht zu sehen allerdings, macht richtig Spaß, vielleicht auch, weil sie gegen Männer und Frauen triumphiert, die genauso handeln wie sie.
    Das absolute Gegenteil zu Savine ist Rikke, die Tochter des Dogman. Sie wird von epileptischen Anfällen geplagt, was wohl mit ihrem Long Eye zusammenhängt, also der Fähigkeit, in die Zukunft zu blicken. Rikke ist bodenständig, offen, ehrlich... einfach ein netter, leicht verrückter Mensch. Dass sie auch mal auf Bayaz trifft, lässt hoffen, dass sie auch im nächsten Teil der Trilogie eine große Rolle spielen wird.
    Vick dan Teufel klingt auch vom Namen her schon gut... wer The First Law gelesen hat erinnert sich vielleicht an Sepp dan Teufel, einen des Verrats beschuldigten und verurteilten Widersacher (oder zumindest Spielfigur) Gloktas... Vick ist seine Tochter, die nachdem sie Jahre in Straflagern in Angland überlebt hat, sich nun unter die sog. Breaker mischt. Die Breaker stehen der beginnenden Industrialisierung und ihrer sozialen Konsequenzen kritisch gegenüber und wollen eben mindestens für gerechte Löhne und anständige Arbeitsbedingungen kämpfen bzw. daher kommt auch ihr Name die Maschinen zerstören. Durch ihre Geschichte is Vick ein bisschen wie der alte Glokta, mental durch Folter etc. zerstört und ein bisschen unfähig, soziale Bindungen zu anderen Menschen einzugehen. Aber dennoch versucht sie es. Darüber hinaus macht sie noch einiges mehr, aber ich möchte nicht spoilern ^^


    So... jetzt hab ich doch mehr geschrieben als ich wollte, aber nicht zu allem, zu dem ich etwas schreiben wollte :huh: . Aber es hat einfach Spaß gemacht ^^ Kurzum: ein geniales Buch, das einfach Spaß macht zu lesen. Vorausgesetzt vielleicht, man mag die eher düsteren, zynischen, von intrigen geplagten Spielarten der Fantasy.

    „Alice, man darf sein Leben nicht nach anderen richten. Du allein musst die Entscheidung fällen.“ [Alice im Wunderland]

  • Ich lese gerade die Verlobten des Winters von Christelle Dabos.
    Es ist der erste Band der Spiegelreisenden-Saga und einfach der Wahnsinn!
    Der Titel klingt fast nach einer Liebesgeschichte, aber es ist KEINE!
    Die Welt ist so spannend und genial gestaltet! Und es ist definitiv eines meiner Jahreshighlights und das obwohl ich erst auf Seite 170 bin :rofl:


    Klappentext:


    Am liebsten versteckt sie sich hinter ihrer dicken Brille und einem Schal, der ihr bis zu den Füßen reicht. Dabei ist Ophelia eine ganz besondere junge Frau: Sie kann Gegenstände lesen und durch Spiegel reisen. Auf der Arche Anima lebt sie inmitten ihrer riesigen Familie und kümmert sich hingebungsvoll um das Erbe der Ahnen. Bis ihr eines Tages Unheilvolles verkündet wird: Ophelia soll auf die eisige Arche des Pols ziehen und einen Adligen namens Thorn heiraten. Was hat es mit der Verlobung auf sich? Wer ist der Mann, dem sie von nun an folgen soll? Und warum wurde ausgerechnet sie, das zurückhaltende Mädchen mit der leisen Stimme, auserkoren? Ophelia ahnt nicht, welche tödlichen Intrigen sie auf ihrer Reise erwarten, und macht sich auf den Weg in ihr neues, blitzgefährliches Zuhause.


    Ich lege euch allen dieses Buch sooo enorm ans Herz!!


    Und nochmals für alle, es klingt nach einer kitschigen Liebesgeschichte, aber es ist keine! Sondern einfach ein absolut geniales Buch! Mit so viel Liebe zum Detail! Genialen Einfällen und einer Welt, wie man sie noch nie in einem Buch gelesen hat! Einzigartig!

  • Ich hab vorgestern mal wieder "Wachen! Wachen!" von Terry Pratchett angefangen zu lesen. Ich erinnere mich nur noch grob, worum es geht. Deswegen gibt's heute keine Zusammenfassung. Aber es ist ein schönes Gefühl, mich mal wieder in die Scheibenwelt entführen zu lassen.

    „Alice, man darf sein Leben nicht nach anderen richten. Du allein musst die Entscheidung fällen.“ [Alice im Wunderland]

  • Ich bin ein riesen Fan von Marion Zimmer Bradley (Nebel von Avalon). Mein erstes Buch von ihr das ich gelesen habe war die Herrin der Falken. Ich habe es mir mit 12 Jahren oder so gekauft und lange Zeit gebraucht bis ich es das erste mal durch hatte. Ich glaube da war ich dann 14 oder so. Aber sie hatte einen Schreibstil in dem ich mich immer gerne verloren habe.
    Das beste Buch von ihr vondem ich heute noch schwärme ist "Die Teufelsanbeter". Es geht um eine Frau die von Teufelsanbeter bedroht wird. Super realistisch und extrem spannend geschrieben.
    Ich sammle ihre Bücher und habe von glaube 66 Fantasy so an die 54 Bücher jetzt zusammen. Die Highliths darunter "Der Luchsmond", "Das Haus zwischen den Welten" und "Das Drachenamulett". Sie hat schon sehr früh meine Fantasie beflügelt und konnte bisher auch von keinem Topbestseller wie ein Steven King, J.R. Rowling und Co getopt werden. Wobei Harry Potter echt gut war. Aber man liebt es oder man hasst es. Ich mag den einfachen Schreibstiel den sie hat und vor allem das sie sehr bildlich schreibt.


    Vor einiger Zeit habe ich "Drachenbrut" von Naomi Nomak oder so, gelesen. Ich habe die nächsten 4 Bände da liegen, komm aber vor selber schreiben kaum dazu.

    Fantasy ist ein Werkzeug der Magie,
    wer sie beherrscht,
    besitzt die Kunst
    andere zu verzaubern.
    c Antke 2013

  • @Drachenlady2001


    Bei MZB finde ich die Qualitaet sehr stark schwankend - mich hat insbesondere der Darkover-Zyklus als Jugendlichen gepackt, und da gibt es richtig geniale Sachen wie 'Die Schwarze Schwesternschaft' oder 'Die zerbrochene Kette' wo ich voll in die Stimmung und die Welt eintauchen konnte - und dazwischen aber auch immer wieder mal eher lieblos hingeworfene Geschichten. Anscheinend hat sie manchmal einfach Geld gebraucht.


    MZB hat mich auf jeden Fall sehr bei der Art wie ich Weltenbau empfinde beeinflusst grade die Art wie sie Sprichwoerter oder 'Durraman's Esel' in in den Zyklus eingeflochten hat, oder wie sie mit den Sprachen ihrer Welt umgeht.


    MZB ist tatsaechlich eine (von zwei) Autoren denen ich einen Teil meiner Website gewidmet habe (der andere ist JRR Tolkien) - wenn Dich Sprachen von Darkover interessieren, guckst Du hier :)

  • Als Betaleser von Myrtana hab ich vor Kurzem Die Schatten der Magie beendet. Die Details und Anmerkungen dazu berede ich noch mit Myrti, aber so viel sei gespoilert: Er hat gute Arbeit geleistet. :thumbup:


    Ansonsten habe ich Total Verhext vom Terry Pratchett angefangen. Hatte jetzt eine relativ lange Pause von meinem Projekt alle Scheibenweltromane zu lesen, wird also mal wieder Zeit. Ein anderes Buch von Precht hat gerade zwar Vorrang, aber nach einem Kapitel davon nehme ich das hier zur Hand. Sowas ergänzt sich ganz gut. :)
    Es stirbt mal wieder jemand zu Beginn, also fängt es ziemlich klassisch an. Das Buch handelt wieder von den Hexen der Spitzhornberge, die habe ich recht gern, also freue ich mich schon. :) Und es soll dieses Mal eine Hommage an Märchen sein. Ich habe bei sowas dann immer eine Erwartung, dass die Hommage auch entsprechend deutlich sein soll, was bei Eric ja eigentlich kaum der Fall war. Eric fand ich aber allgemein eher uninteressant und das hier ist kein Rincewind-Buch, also sieht es ja erstmal gut aus. :)

    [Schlaue, tiefgreifende Lebensweisheit]


    Nachdem ich jetzt schon einige Jahre hier bin, kann ich ja auch mal meine Geschichte in die Signatur setzen, oder? :D Mit Geschichten bin ich dann doch geschickter als mit Signaturen.
    Himmelsjäger [Neufassung]

  • Nach ungefähr 25 Jahren mal wieder "Urshurak" von Gebr.Hildebrandt/Jerry Nichols. Eine Srory, die ich durchaus noch weiter ausgeschmückt hätte. Aber vielleicht isses ja auch nur so, daß ich die Story im Original nie lesen konnte.

  • Lieber @Der Wanderer.
    Habe Urshurak mal gegoogelt. Sieht interessant aus. Worum geht es da so grob?

    Es ist das Eine, aus dem wir kommen und in das wir wieder eingehen. Vor dem Einen war nichts und danach wird nichts sein. Das Eine ist nichts, und indem das Eine nichts ist, wird das Eine offenbar.


    Meister Muoti von Aramea. Im Jahre 102 nach der Divergenz

  • @MZB: Zu Darkover habe ich den kompletten Zyklus, auch auch meiner Jugendzeit wo mit der sehr sehr mitreißen konnte.
    Denn wollte ich schon lange mal wieder lesen... da ich aber irgendwie keine Lust habe den auf Deutsch zu lesen, habe ich da noch nichts gemacht... :/


    Ansonsten habe ich endlich ein Buch über irische Mythen und Sagen wieder ausgegraben und bin da wieder drin. (Habe das vor Jahren im Irlandurlaub gekauft und nie fertig gelesen)
    Und ja, das habe ich bewusst hier bei Fantasy gepostet, da für mich die Schnittmenge schon recht groß ist....

  • @Thorsten
    Ich mag MZB, aber die Darkovergeschichten haben mich nicht so Fazeniert. Aber ich gebe dir in dem Punkt recht das sie Schwankend war, was die Qualität der Bücher angeht. Man merkte immer gleich auf den ersten seiten ob sie es geschrieben hat weil sie es wollte oder vielleicht musste.
    Die von mir genannten Bücher finde ich persönlich waren ihre besseren auf jeden Fall.

    Fantasy ist ein Werkzeug der Magie,
    wer sie beherrscht,
    besitzt die Kunst
    andere zu verzaubern.
    c Antke 2013


  • Feuer der Leere
    Robert Corvus, Piper Verlag


    Planeten sind gefährlich, denn sie stellen weitgehend unbewegliche Ziele in den Weiten des Alls dar. Die Erde ist seit Jahrhunderten zerstört und die Überlebenden ziehen in einem Schwarm von Großraumschiffen nomadenhaft durch die Galaxis. Dabei werden sie von den giftatmenden Giats gejagt, die es auf die Vernichtung der Menschheit abgesehen haben.
    Auf der SQUID, einem lebenden Raumschiff des Schwarms, werden Kräfte erweckt, die zum Untergang der Menschheit führen könnten oder zu ihrer Befreiung …


    Robert Corvus Science-Fiction kennt keine künstliche Schwerkraft und keine Teleportation. Seine Welt ist fantastisch und wirkt doch außergewöhnlich echt. Niemals habe ich so eine packend „realistische“ Schilderung eines Kampfes im Weltraum gelesen, als in der Eingangssequenz, wo wir die junge Pilotin Rila bei ihrem Angriff auf die Giats begleiten.
    Jedes Großraumschiff des Schwarms folgt einem anderen Gesellschaftssystem. In ihrem Kampf ums Überleben stellen sich den Menschen Fragen der Moral, genauso wie die Frage, was es eigentlich heißt, ein Mensch zu sein.


    Zum Autor
    Robert Corvus ist 1972 geboren. Er lebt und schreibt in Köln.
    Corvus ist Autor bei „Battletech“ und „Perry Rhodan“. 2016 war sein Roman Grauwacht für den Kurd-Laßwitz-Preis nominiert.
    Zudem hat er mehrere Fantasy-Romane verfasst und schreibt zusammen mit Bernard Hennen an der Phileasson-Saga.
    Ich bin durch die „You-Tube“ Videos zur Literatur und zum Schreiben auf Robert Corvus aufmerksam geworden. Bei seinen Lesungen lässt er das Publikum singen und auf Conventions verteilt er Süßigkeiten.


    Es ist das Eine, aus dem wir kommen und in das wir wieder eingehen. Vor dem Einen war nichts und danach wird nichts sein. Das Eine ist nichts, und indem das Eine nichts ist, wird das Eine offenbar.


    Meister Muoti von Aramea. Im Jahre 102 nach der Divergenz