Was lest ihr gerade? (Fantasy)

Es gibt 1.217 Antworten in diesem Thema, welches 352.607 mal aufgerufen wurde. Der letzte Beitrag (6. August 2026 um 12:49) ist von kalkwiese.

  • Tanith Low - Die ruchlosen Sieben von Derek Landy. Das spielt zwischen den Bänden 7 und 8 der Skullduggery Pleasant-Reihe. Tanith Low, besessen von einem Restanten (also jetzt eine Böse) sucht sich ein Team zusammen, um vier göttertötende Waffen zu stehlen, bevor die Guten das schaffen. Plötzlich kommen wir einigen Schurken sehr nahe, was zuerst ganz merkwürdig ist, aber auch verdammt unterhaltsam. :D

    Das Buch ist natürlich, wie Skullduggery Pleasant auch, als actiongeladene Urban Fantasy geschrieben. Viele Dialoge, die bei Landy gerne ins Klamaukige kippen; wenig Beschreibungen, die dafür geraderaus geschrieben sind, ohne Schnörkel oder weitere Ebene, die man im Hinterkopf noch mitbearbeiten kann oder sollte. Das Ergebnis liest sich problemlos weg, und das ist bei dieser Art Buch ein Qualitätsmerkmal. Es ist von Anfang bis Ende spannend und in 240 Seiten fertig.

    Für die ein oder andere Figur hätte ich mir mehr Hintergründe gewünscht, einfach um sie besser zu verstehen bzw. was genau sie eigentlich sind, aber gut, das hat die SP-Reihe ja noch nie gemacht. Es kommen immer wieder Figuren hinzu, um das Kanonenfutter des vorigen Bandes zu ersetzen. Es war eigentlich sogar besonders, dass manche Bösewichte hier noch etwas Rampenlicht bekommen haben, weil die in den vorigen Büchern einfach etwas kurz kamen. :)

    Hat Spaß gemacht und weckt die Neugier auf Band 8 von Skullduggery Pleasant.

    Häupter auf meine Asche!

  • Ausgelesen:

    Schön ausreichend für drei Pausen auf der Arbeit: Drei kurze Geschichten von Tolkien, die mal nichts mit LotR zu tun haben, sondern einfach nur witzig sind, weil in einem locker-luftigen Stil geschrieben (wohl eher: übersetzt"):

    "Bauer Gil von Ham"(1937), in dem ein gewitzter Bauer im Verlauf durch seine Taten zum König eines sehr kleinen Landes aufsteigt, "Der Schmied von Großholtzingen", eine Feengeschichte von 1967, in der sich leichte Anklänge zu den Elben finden und "Blatt von Tüftler"(~1943), eine Allegorie auf Geburt, Leben und Sterben.

    Nicht nur für die Pause empfehlenswert...;)

  • Ausgelesen:

    Band zwei von Ben Aaronovitch's Reihe über Detective Constable Peter Grant, der als Lehrling vom letzten bei der Londoner Polizei offiziell angestellten Zauberers Thomas Nightingale gegen alles ausgebildet wird, das in der Kapitale die Leute entgegen den Realitätsregeln ums Leben bringt.

    Diesmal geht es gegen die "Jazzvampire" - drei seeehr langlebigen Schwestern, durch die so einige durchaus talentierte Musiker ihr Leben verlieren. Mit involviert ist Peters Vater "Lord Grant", seine Begleitband "die Hilfstruppen" und das Lied "Body and Soul" in diversen Interpretationen.

    Body and Soul

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    (Muß man beim Lesen nicht hören, macht aber Spaß!).^^

    Wie ich bei Wikipedia erfuhr, gibt es mittlerweile zehn Bände der Reihe, von denen die ersten neun bisher über 1 Million mal verkauft wurden. Ich hab also mal wieder einen Hype verpasst...

    Macht aber nichts, weil die Geschichten mit viel Humor geschrieben (und/oder übersetzt) wurden. Wie das ganze weitergeht? Hier die Ideen von Peter Grant:

    "Ich hatte also eine Affäre mit einer Jazzvampirin gehabt. Auf verrückte Art ergab es irgendwie Sinn. Die Göttin eines kleinen Flusses in Südlondon, dann eine Jazzvampirin aus Soho. Was würde als nächstes kommen? Eine Werwölfin aus Chelsea, ein Sukkubus aus Sydenham? Ich beschloss, mir einen ganz persönlichen Regelkanon zu erstellen, einfach, um ihm eine brandneue Regel hinzuzufügen: Red nie schlecht über die Mutter von irgendjemandem, spiel nie Schach mit der kurdischen Mafia und geh nie mit einer Frau ins Bett, die magischer ist als du selber."

    Ich bin gespannt...:thumbup:

  • Zitat

    Heiße Hüpfer von Terry Pratchett. Es hat nicht so viel mit Sex zu tun, dafür eine Menge mit Australien (wo es heiß ist und viel rumhüpft). Oder viel mehr geht es um einen Ort, der stark an Australien erinnert, aber definitiv nicht Australien ist, so der Disclaimer zu Beginn. Der Originaltitel ist "The Last Continent". Rincewind wird am Ende von Echt Zauberhaft/Interesting Times auf diesen fremden Kontinent teleportiert und sein Dasein als Ewiger Feigling beginnt von Neuem. Es wird sogar der Ewige Held genannt (Michael Moorcock-Referenz!) und dass Rincewind dann eigentlich sein Gegenstück sein müsste.

    Parallel, denn bei Pratchett passiert immer was parallel, reisen die führenden Zauberer der Unsichtbaren Universität versehentlich auf eine tropische Insel, was nicht so schlimm wäre, wenn sie nicht gleichzeitig tausende Jahre in die Vergangenheit reisen würden. Dabei wurden bereits Themen wie Kreationismus und generell Zeitreisegeschichten aufs Korn genommen. :D

    Es macht wieder großen Spaß, weil Pratchett einerseits mit Worten einfach umgehen kann, aber andererseits auch ein verdammt guter Erzähler ist.

    Habe das Buch heute beendet. Meiner Vorfreude wurde das Buch leider nicht wirklich gerecht. Der Grund ist einfach: Ich mag die Rincewind-Romane nicht so sehr. Dass ich überhaupt höhere Erwartungen hatte, lag daran, dass der letzte Rincewind-Roman der beste mMn war, denn Rincewinds immermäandernde Storyline war mit einer sehr soliden ausbalanciert.

    Die Zauberer der Unsichtbaren Universität mäandern aber genauso herum - natürlich zieht Pratchett diesen ganzen Professoren-Studenten-Komplex wundervoll durch den Kakao, aber Satire ersetzt nur schwer einen Plot.

    Na ja, am Ende kommen beide Handlungsstränge zusammen und der Tag ist gerettet. Damit endet das Buch natürlich versöhnlich und ich freue mich auf das nächste Buch, dass hoffentlich wieder anderen Figuren wechselt. :)

    Häupter auf meine Asche!

  • Der Grund ist einfach: Ich mag die Rincewind-Romane nicht so sehr.

    Naja, und das ist auch meiner bescheidenen Meinung nach der schwaechste Scheibenwelt-Band ueberhaupt. Der Sinn scheint zu sein, Rincewind populaere Australien-Klischees erleben zu lassen und ihn so irgendwie zur Summe aller Nationalhelden zu machen, aber darueber hinaus vermisste ich bei diesem Buch jede Form eines Konzepts.:(

  • Naja, und das ist auch meiner bescheidenen Meinung nach der schwaechste Scheibenwelt-Band ueberhaupt. Der Sinn scheint zu sein, Rincewind populaere Australien-Klischees erleben zu lassen und ihn so irgendwie zur Summe aller Nationalhelden zu machen, aber darueber hinaus vermisste ich bei diesem Buch jede Form eines Konzepts. :(

    Das kann gut sein. Ich habe Der Zauberhut (Sourcery) und Eric auch als nicht sehr gut in Erinnerung. Und generell empfehle ich, Die Farbe der Magie und Das Licht der Fantasie zu überspringen ... Ja, ich mag Rincewinds Romane wirklich nicht xD Aber ich erkenne bei denen, wie du sagst, schon eher die Konzepte und kann sie auf dieser Ebene wertschätzen. Atomkrieg, Faust-Parodie und ... na gut, die ersten beiden Bände sind zu lange her, die habe ich nur als parodistischen Klamauk abgespeichert. :hmm:

    P.S. Wenn das wirklich der schwächste ist, dann bleiben nur noch bessere übrig. Und das ist doch was Schönes :D

    Häupter auf meine Asche!

  • Die Festung der Perle von Michael Moorcock

    Das ist einer der Elric-Romane die ausserhalb der Reihe geschrieben wurden, ich glaube gut 10 Jahre nachdem er den Zyklus vollendet hat.

    Ich muss hier vorausschicken, dass ich Elric und die Welt um Melnibone und die jungen Koenigreiche ziemlich mag - Elric als Held hat fuer meinen Geschmach sehr angenehme Grauzonen, er ist nicht einfach der Gute sondern dient dem Chaos, er hadert mit seinem Schicksal und macht sich Entscheidungen nicht einfach, er versucht ein guter Freund zu sein, aber trotzdem enden alle seine Freunde irgendwie durch sein Daemonenschwert Sturmbringer,... und ich mag die Ideen hinter der Welt und die Beschreibungen die Moorcock davon liefert.

    Bei der Festung der Perle frage ich mich allerdings - warum?

    Elric muss in dem Buch in den Traum eines Maedchens eindringen und zusammen mit Oone, einer Traumdiebin, eine mythische Perle von dort finden.

    Die Traumwelten sind eigentlich nicht anders als die Ebenen des Multiversums, die Moorcock sonst beschreibt, Elric trifft Gefaehrten wie das sonst halt auch passiert, er besteht Abenteuer die nicht so anders sind, es gibt Ungeheuer und Kaempfe - irgendwie fehlt mir irgendwas, was das alles besonders machen wuerde, es wirkt wie yet another eternal champion Buch - das gar nicht so viel von Elric hat. Schlimmer noch, ich finde Elrics Charakter in dem Buch nicht besonders getroffen, nun ist er mal 100% der Gute.

    Warum Moorcock den Wunsch hatte, das Elric hinzuzufuegen, verstehe ich nicht so recht - fuer meine Begriffe ist die Geschichte schwach und traegt nichts richtig neues zum Zyklus bei:(

  • Die Traumwelten sind eigentlich nicht anders als die Ebenen des Multiversums, die Moorcock sonst beschreibt, Elric trifft Gefaehrten wie das sonst halt auch passiert, er besteht Abenteuer die nicht so anders sind, es gibt Ungeheuer und Kaempfe - irgendwie fehlt mir irgendwas, was das alles besonders machen wuerde, es wirkt wie yet another eternal champion Buch - das gar nicht so viel von Elric hat. Schlimmer noch, ich finde Elrics Charakter in dem Buch nicht besonders getroffen, nun ist er mal 100% der Gute.

    Warum Moorcock den Wunsch hatte, das Elric hinzuzufuegen, verstehe ich nicht so recht - fuer meine Begriffe ist die Geschichte schwach und traegt nichts richtig neues zum Zyklus bei :(

    Den Eindruck teile ich. In meinem Sammelband ist das die zweite Geschichte und ich habe mich dadurch fragen müssen, ob ich das wirklich weiterlesen möchte. Gerade die Mitte, in der sie durch die Traumebenen wandern, fand ich fade umgesetzt, wobei die Ideen natürlich cool waren. Zum Glück haben die folgenden Bände für mich gehabt. :hmm: Ich mochte den anderen späteren Band "Die Rache der Rose" deutlich lieber.

    Häupter auf meine Asche!

  • Revenge of the Rose (Die Rache der Rose) von Michael Moorcock

    Ich mochte den anderen späteren Band "Die Rache der Rose" deutlich lieber.

    Meh - nach 2/3 des Buches ist mein erster Eindruck - lieblos dahingeschrieben.

    Es geht los mit dem Ende einer epischen Schlacht die Elric geschlagen hat, die, genauso wie die Graefin Guye die da auf seiner Seite kaempfte, ist schon nach wenigen Seiten vergessen und unwichtig. Elric wird kurz in die Vergangenheit Melnibones entfuehrt, wir bekommen ein Kapitel interessante Infos ueber die Dracheninsel und die Drachen, der Geist seines Vaters gibt ihm einen Auftrag - und -zack - sind wir wieder in der Gegenwart, die ganze Info zu Melnibone und Drachen ist irrelevant und nichtmal die Suche nach der Rosenholzbox die die Seele von Sadric enthalten soll hat spaeter viel Raum.

    Statt dessen geht's irgendwie durchs Multiversum, wie in einer typischen Erekose-Geschichte treffen wir Menschen aus unserer Welt, Elric trifft 'The Rose', eine Kriegerin die er mal eben als Gefaehrtin akzeptiert, wir lernen die ewig rollende Gypsy-Nation kennen - es wird lang und breit die Philosophie dieser Staatsform diskutiert - bevor auch das Thema (buchstaeblich) schnell in der Versenkung verschwindet ('and now to something completely different').

    Spaeter sind Szenen die was hergeben wuerden, etwa die Fahrt durch die Riffs in das schwere Meer - aber die werden auch mal schnell runtererzehlt.

    Nach 2/3 des Textes vermisse ich einen Plot (worum, ausser dass Elric zufaellig von einer in die naechste Situation geworfen wird, geht's eigentlich hier?), eine Stimmung die den Text tragen kann (ich habe zur Probe 'Waehrend die Goetter lachen gegengelesen - Elric geht mit Shaarilla auf Suche nach dem Buch - die Geschichte bleibt bei ihren Themen, baut starke Stimmungen auf und leitet die sinnvoll ineinander ueber - finde ich dementsprechend stark).

    Vor allem finde ich Elric hier komplett austauschbar. Er tut eigentlich nichts ausser in die Richtung laufen in die irgendjemand ihn schickt, er handelt wie ein X-beliebiger Held und aergerlicherweise widerspricht sich Moorcock auch noch - die Praemisse war ja mal, dass Elric, solange er Sturmbringer hat, keine Drogen braucht um seine Kraefte zu regenerieren - scheint hier vergessen. Und wie kann er einen Drachen kennen, wenn die 100 Jahre schlafen nachdem sie einen Tag aktiv waren? Jeder Drache mit dem er in seiner Jugend trainiert haben kann, muesste noch gut ueber 80 Jahre Tiefschlaf vor sich haben...

    Nee, sorry Mr. Moorcock - ueberzeugt mich so gar nicht, das Buch...

  • Und wie kann er einen Drachen kennen, wenn die 100 Jahre schlafen nachdem sie einen Tag aktiv waren? Jeder Drache mit dem er in seiner Jugend trainiert haben kann, muesste noch gut ueber 80 Jahre Tiefschlaf vor sich haben...

    Das fand ich auch sehr ärgerlich, weil es so offensichtlicher Unsinn ist.

    Ich denke, ich hatte mich zu dem Zeitpunkt, als ich bei diesem Buch ankam, daran gewöhnt, dass die "Romane" über Elric eigentlich Novellensammlungen sind. "Während die Gotter lachen" fand ich auch ganz stark. Weil es aber Teil von "Der Zauber des Weißen Wolfes" ist, war es für mich eher eine Episode in einem Roman, der eigentlich keiner war. Mein Gefühl für den inhaltlichen Zusammenhang war dann wohl langsam erodiert, denn es passierte in meinem Empfinden ja dauernd plötzlich Neues aus dem Nichts. :hmm:

    Dass Elric eher passiv neben den anderen Figuren steht, ist mir damals auch aufgefallen. Es ging dann irgendwie eher um die Rose oder den Dichter als um ihn.

    Während ich das hier so tippe, frage ich mich, wo mein positiver Eindruck eigentlich herkam. Hm. Keine Ahnung. Wenn ich die Elric-Saga nochmal lesen sollte, würde ich mich wahrscheinlich auf die sechs relevanten Bücher beschränken.

    Moorcock scheint mir jedenfalls in diesem Novellenformat ganz stark zu sein. Die "Romane" fand ich meistens eher künstlich zusammengeleimt.

    Häupter auf meine Asche!

  • Ich denke, ich hatte mich zu dem Zeitpunkt, als ich bei diesem Buch ankam, daran gewöhnt, dass die "Romane" über Elric eigentlich Novellensammlungen sind.

    Yep - bis auf 'Elric von Melnibone' und 'Sturmbringer' (der erste und der letzte der sechs), die haengen inhaltlich zusammen und die lese ich als Romane.

    Moorcock scheint mir jedenfalls in diesem Novellenformat ganz stark zu sein.

    Stimme ich zu - die Novellenteile gefallen mir eigentlich am Besten an dem Zyklus.:)

  • Nach "Reaper's Gale" bin ich nun mit "Toll the Hounds" beim 8. Buch der Serie "Spiel der Götter" bzw. "The Malazan Book of the Fallen" von Steven Erikson angekommen. Ich hab das Gefühl, dass ich da seit zwei Jahren dran lese... es sind aber auch einfach immer dicke Wälzer ^^

    „Alice, man darf sein Leben nicht nach anderen richten. Du allein musst die Entscheidung fällen.“ [Alice im Wunderland]

  • Nach "Reaper's Gale" bin ich nun mit "Toll the Hounds" beim 8. Buch der Serie "Spiel der Götter" bzw. "The Malazan Book of the Fallen" von Steven Erikson angekommen. Ich hab das Gefühl, dass ich da seit zwei Jahren dran lese... es sind aber auch einfach immer dicke Wälzer ^^

    Ich schrecke vor so langen Reihen noch zurück, denn dann liest man ja kaum noch was anderes. ^^ Andererseits entfalten sie in der Länge ja erst ihre Wucht :hmm:


    Gestern hat der Buddy-Read mit einem Kumpel gestartet. Wir lesen Empire of the Vampire von Jay Kristoff.

    Es geht in einem rotzigen Ton los. In einer Art Vorrede spricht ein verbitterter Ich-Erzähler in rotzigem Ton von seinem verlorenen Glauben und dem Bösen in der Welt, gegen das Gott nichts unternimmt. Welcher Gott das ist, wird hoffentlich noch erklärt.

    Dann kommt ein richtiges Kapitel mit dem Titel "Sunset". Vor 27 Jahren wurde die Sonne verdunkelt. Seither herrschen (wohl) die Vampire über die Welt. Der Protagonist ist Gabriel, der letzte "silversaint", der den Kaiser der Vampire getötet hat und jetzt auf seine Hinrichtung wartet. Vor seinem Ende soll dem Historiker (auch ein Vampir) noch seine Geschichte erzählen, die dieser übernatürlich schnell niederschreiben kann. Gabriel will nicht, aber der Vampir nutzt seine Drogenabhängigkeit aus ...

    Der Rest des Buchs wird dann also von Gabriel erzählt. Ich nehme an, dass dieser Stil sowohl Interview With The Vampire von Anne Rice und The Name of the Wind von Patrick Rothfuss Tribut zollen soll - diesen Kniff finde ich auch ziemlich attraktiv muss ich sagen. Es ist mit ein Grund, warum ich das Buch lesen wollte. Wahrscheinlich gebe ich mir dieses Jahr auch die beiden genannten Bücher zum Vergleich. :hmm:

    Es verspricht jedenfalls eine düstere Reise mit ziemlich miesen Leuten zu werden, und darauf habe ich Bock.

    Häupter auf meine Asche!

  • Ich hatte bei deiner Antwort sofort auch den Bezug zu "Interview mit einem Vampir". Das, was du aktuell liest, kenne ich bislang noch nicht. Englisch ist nicht gerade meine Stärke.

    Ja, ne? Dabei ist es ja irgendwie umgedreht: Ein Vampir interviewt/verhört einen Vampirjäger (oder so).

    Das ist auch ganz schön am Forum - hier habe ich auch schon die ein oder andere Sache kennengelernt, die ich später dann selber gelesen habe. :) Theoretisch gibt es das meiste auch in deutscher Übersetzung, wobei der Buchmarkt schnelllebig geworden ist. Die Übersetzungen sind auch schnell vergriffen, wenn es nicht der große Erfolg war. :hmm: Na ja, ich lese auch gerne auf Deutsch, aber mein Englisch profitiert auch gut davon, im Original zu lesen :thinking:

    Häupter auf meine Asche!

  • Der Seelendieb von Michael Moorcock

    Ich wuerde gerne hier diese Elric-Novelle vorstellen, weil sie fuer mich ganz gut zusammenfasst wie Moorcock at his best schreiben kann (und was ich da so faszinierend finde).

    An der Oberflaeche ist es eine Rachegeschichte - Elric hat die letzte Konfrontation mit dem Pan Tangischen Zauberer Theleb K'aarna (der schon in einigen Novellen vorher Gegenspieler war). Theleb K'aarna ist in den Diensten des reichen Kaufmanns Nikorn und Elric, sobald er davon erfaehrt, ist bereit in den Diensten von anderen Kaufleuten gegen Nikorn zu agieren.

    All das ist Teil des Dreiecks Elric - Theleb K'aarna - Yishana, die letztere ist Koenigin von Jharkor, in die Theleb K'aarna rettungslos verliebt ist, die ihrerseits Elric will, der sie aber als wenig mehr als einen Zeitvertreib betrachtet hat. Yishana hat einen Regenten ernannt und lebt bei Theleb K'aarna, aber nur weil sie Geruechte gehoert hat dass Elric in der Gegend ist.

    Zufaellig ist Elrics Jungenfreund Dyvim Tvar mit einer Einheit von melniboneischen Soldaten in der Gegend, die auf eigene Rechnung Kreig fuehren seit ihre Heimat Imrryr (von Elric, der eigentlich rechtmaessiger Herrscher ist) zerstoert wurde. Das Wiedersehen ist angespannt, aber Dyvim Tvar willigt ein, sich gegen einen gemeinsamen Feind zusammenzutun.

    Theleb K'aarna bekommt allerdings Wind von der Sache und beschwoert ein Wesen herauf gegen das Elric seine Magie einsetzen muss - und als Elric geschwaecht ist, schafft der Pan Tangier es, ihn gefangenzunehmen und ihm das Schwer Sturmbringer, ohne dessen Energien Elric koerperlich schwach und praktisch hilflos ist, abzunehmen. Theleb K'aarna paresentiert den hilflosen Elric Yishana, die sich von ihm abwendet.

    Nikorn, der ein anstaendiger Mensch ist, gibt Elric - der ihm zu dem Zeitpunkt ja nichts getan hat - frei gegen das Verpsrechen, nichts gegen ihn zu unternehmen.

    Elric auf der anderen Seite laesst seinen Freund Mondmatt nachts in Nikorns Zitadelle eindringen, Yishana kontaktieren und sie Sturmbringer stehlen lassen. Als Elric seine Waffe wieder hat, beschwoert er WIndgeister herauf, Theleb K'aarna kann nur Feuergeister zur Verteidigung aufbieten, die Melniboneer stuermen Nikorns Burg waehrend der magische Kampf tobt, Dyvim Tvar und Theleb K'aarna werden getoetet, der (zu Recht) wuetende Nikorn greift Elric an der ihn mit Sturmbringer erschlaegt und seine Seele raubt.

    Man folgt in der Geschichte Elric und versteht irgendwie seinen Drang, Rache zu nehmen und die Demuetigung zu ueberwinden - aber wenn man einen Schritt zuruecktritt, sieht man die ganze sinnlose Tragik. Theleb K'aarna ist vom Naturell her eigentlich eher ein Gelehrter als ein Krieger, nur seine unglueckliche Liebe zu Yishana bringt ihn dazu, die Konfrontation zu suchen. Eigentlich sind er und Elric keine Rivalen - Elric macht sich nichts aus Yishana, nur will sie das nicht wahrhaben.

    Der einzige der ehrenhaft agiert ist Nikorn - Theleb K'aarna hat eigentlich gewonnen, Elric kann die Situation nur dadurch drehen dass er sein Versprechen gegenueber Nikorn bricht und Yishana benutzt - der 'Held' der Geschichte handelt hier komplett unehrenhaft und unfair. Nikorn aber wird auf grausamte Weise fuer seinen Anstand bestraft waehrend die ganze Racheaktion sinnlos das Leben von Dyvim Tvar fordert.

    Ich finde hier sowohl das Anti-Helden Thema (Elric hat viele Grauzonen) als auch den Kontrast zwischen der emotionalen Wahrnehmung der Ereignisse aus Elrics Blickwinkel und der komplett anderen distanzierten Wahrnehmung was eigentlich passiert sehr reizvoll. Dazu kommt, dass ich die Magie in der Novelle sehr unaufdringlich und stimmungsvoll geschildert finde (und dass noch ein paar nette kleine Twists drin sind).

    Alles in allem ist die Geschichte gar nicht mal lang, aber sie liefert Spannung und Philosophie auf mehreren Ebenen, baut eine gute Atmosphaere auf und haelt sie durch und ist auch gut in den Rahmen der anderen Novellen eingebettet.

    Wenn Moorcock so erzaehlt, gefaellt mir das viel besser als seine wilden Trips durch's Multiversum wie sie Erekose erlebt oder in der Rache der Rose vorkommen...

  • Das Buch Corum von... Michael Moorcock

    Corum ist, neben Elric, Erekose oder Dorian Falkenmond, eine andere Inkarkation des Ewigen Helden, angesiedelt in einer keltischen Mythologie (wo er auch das eine oder andere Mal als Elfenprinz bezeichnet wird).

    Die Geschichten zerfallen klar in zwei Teile - der erste ist ein (fuer Moorcock) klassischer Multiversumpart in der Corum fuer de Lords der Ordnung gegen die des Chaos zu Felde zieht und dabei munter Existenzebenen wechselt und auch in England landet, der zweite Teil bleibt strikt keltischer und geht in eine Irische Richtung indem er den Kampf der Mabden (Menschen) gegen die Fhoi Myore beschreibt, fuer den Corum in jedem Buch eine Quest nach legendaeren Artefakten vollbringen muss (aber nicht die Ebenen wechselt).

    Der zweite Teil gefaellt mir deutlich besser - die Stimmung des frostigen Landes das vom kalten Volk besetzt wird ist gut eingefangen und vor allem sind die Brueche in der Stimmung und Geschichte wenn schon wieder Existenzebene gewechselt wird da nicht drin.

    Trotzdem kommt Corum fuer mich bei weitem nicht an Elric ran - einmal ist er halt der Gute der gegen die klar Boesen ins Feld zieht, mit Ambivalenz ist wenig, und zum anderen sind seine inneren Konflikte ueberschaubar - noch der schlimmste ist im zweiten Teil on er sich neu verlieben kann, nachdem er seine Frau Rhalina beerdigt hat und ein Jahrtausend in die Zukunft gereist ist (er kann, der Konflikt dauert nur weniger Seiten).

    Ich raetsle immer wieder ueber Moorcock - mit einigen der Elric Geschichten ist ihm fuer meine Begriffe was ziemlich herausragendes gelungen, aber viele der anderen Geschichten bleiben unter ihren Moeglichkeiten.

  • Abgeschlossen: Louie the Rune Soldier (Trial Arc Series, Bd.1-9 + "Band Zero") von Ryo Mizuno

    Abgeschlossen: Louie the Rune Soldier (Hero Arc Series + Sword of Farlam Arc Series, Bd. 1-8) von Ryo Mizuno

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    Hero Arc

    • Im Königreich der Schwerter
    • Im Königreich am Seeufer
    • Im Königreich des Sandstaubs

    Sword of Farlam Arc

    • Im Königreich der Weisen
    • Auf der Verfluchten Insel
    • Im Weideland
    • Im Königreich des Stahls
    • Auf der Insel der Götter
    • Im Meer der Stürme
    • Auf der Insel des Rauchfeuers
    • Im Königreich der Magie
    Zitat von Im Königreich der Magie, S. 316.

    „Aber diese Welt, „Forcelia“, ist für uns unersetzlich. Wir wollen sie so gut wie möglich bewahren .“ Als Parn dies sagte, warf er einen kurzen Blick auf Deedlit. Dann wandte er sich wieder Louie zu und fuhr fort: „Für mich ist diese Welt ein Ort der Begegnungen. Weil ich hier geboren wurde, konnte ich Deed und viele andere Gefährten kennenlernen. [...]“

    „Ein Ort der Begegnungen ...“, wiederholte Louie Parns Worte. „So habe ich die Welt noch nie betrachtet. Aber ich glaube, du hast recht.“

    Zitat von Mizuno, Nachwort, S. 345.

    Das Ende einer Fantasiegeschichte sollte lauten: „Und sie lebten glücklich bis ans Ende ihrer Tage“, oder?

    Mizuno schrieb an der Reihe von 1993 bis 2012. Louie, Melissa, Genie und Merrill waren Figuren, die er während seiner Studienzeit erfunden hatte. Er mochte sie so sehr, dass er sie nicht als Nebenfiguren in anderen Geschichten über Forcelia verwenden wollte. Rune Soldier ist deswegen für ihn zu einer besonderen Reihe geworden, was zum Teil auf diese Figuren zurückzuführen sei.

    Interessanterweise nimmt die (anfangs flapsige) Reihe aufgrund des Settings in Orphan neben Lodoss War eine bedeutende Rolle in Sword World Forcelia ein.

  • Ruhig Blut! von Terry Pratchett. Das ist Teil der Hexen-Reihe um Oma Wetterwachs. Der König von Lancre lädt die Fürsten der umliegenden Länder zu sich ein, weil er modern sein will. Dabei lässt er nicht die Vampire aus Überwald aus und ... die Hexen müssen das mal wieder ausbaden. :D Der Graf droht Lancre zu übernehmen und die Menschen zu laufenden Blutbeuteln zu degradieren ... Wie Oma Wetterwachs es nennt: Böse ist es, wenn man Menschen wie Dinge behandelt.

    Ich mag die Hexen, Oma Wetterwachs ist eine tolle Figur und Agnes Nitt mit ihrer zweiten Persönlichkeit Perdita ist auch sehr unterhaltsam. Der Roman versammelt alle möglichen Vampir-Klischees und zieht sie durch den Kakao, beispielsweise dadurch, dass sich die Vampire aus Überwald gegen Licht, Weihwasser, Knoblauch und religiöse Symbole abgehärtet haben. So langsam erkenne ich für mich, dass ich die Genre-Parodien aber eher nett finde und mich die sozialen und politischen Themen in den Büchern um die Stadtwache einfach mehr ansprechen. Pratchett bleibt aber natürlich Pratchett, dem macht so schnell keiner etwas vor, wenn es um gut gesetzten Humor geht. Er arbeitet mit viel Subtext, da wird eigentlich nie etwas übererklärt, und das macht die Bücher erst so schön. :D Für Fans ist das was, für Neueinsteiger würde ich eher auf Helle Barden, Einfach Göttlich oder Die Volle Wahrheit verweisen.

    Häupter auf meine Asche!

  • Ausgelesen.

    Zweimal H.G.Wells im letzten Monat.

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    Prophetisch und gleichzeitig dystopisch. Das ist H.G.Wells. In "Die Zeitmaschine" versetzt er einen Mann seiner Zeit in eine ferne Zukunft, in der die "Eloi" als Lichtgestalten zwar auf der Erde wandeln, trotzdem aber wenig mehr sind als blasse Abbilder von Menschen, während tief unter ihnen die "Morlocks", zumeist unsichtbar, trotzdem unübersehbar die Geschicke der Welt lenken.

    "Wenn der Schläfer erwacht" ist für mich jedoch deutlich gruseliger. Die Idee der besseren Welt, die sich auch nach zweihundert Jahren nur als eine Fortführung der alten Machtprinzipien herausstellt, 1899 so präzise zu beschreiben...whow!!!:pupillen::pupillen::pupillen: