Wikkas Rückkehr

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    • Wikkas Rückkehr

      In der bernsteinfarbenen Flüssigkeit fingen sich Lichtreflexe. Farbnuancen angefangen von Dunkelbraun bis hin zu hellem Ocker. Julia nippte an ihrem Glas. Der unangenehme pelzige Geschmack auf ihrer Zunge, wurde von dem wunderbar runden Geschmack des Brandys weg gespült.
      Sie schluckte und mit einem leichten Brennen wurde es wollig warm in ihrer Körpermitte. Sie genoss den Geschmack mit geschlossen Lidern. Diesen Drink hatte sie sich redlich verdient. Wieder ein Tag ohne Ergebnisse. Sie war nicht weiter gekommen mit ihrer Suche und irgendwie hatte sie das verdammte Gefühl, sich auf der Stelle zu drehen.
      Der Tipp, denn sie erhalten hatte war eine Sackgasse gewesen und sie hatte all ihre Hoffnungen darauf gesetzt. Das Gefühl der Frustration war ernüchternd. Julia wurde sich wieder ihrer Umgebung bewusst. Den Pubs im Süden von London, hatte sie durch Zufall entdeckt. Jetzt saß sie am Tressen und spülte ihren Frust hinunter.
      Um diese Zeit waren die meisten der Tische noch unbesetzt, das würde sich in den nächsten Stunden ändern. Der Pub war angesagt und ein beliebter Treffpunkt. Die dunklen Balken unterteilten den Raum in mehrere Bereiche und gaben ihm ein rustikalen Flair. Umso mehr fielen die vier freistehenden Tische, modern und glänzend, auf. Sie wirkten irgendwie fehl am Platz. Wie Lückenbüßer, nachträglich eingefügt. Deswegen waren auch die Tische im hinteren Teil des Pubs umso begehrter.
      Ihr Blick schweifte zu der gedimmten Beleuchtung. Sie passte zum Rest der Einrichtung. Weder Modern noch neu. Das honigfarbene Glas zeigte eine dicke Staubschicht von innen wie von außen. Sie wusste, wenn sie hingehen und es näher betrachtete würde, wären auch Spinnweben an der Aufhängung zu sehen.
      Julia strich sich die langen roten Strähnen nach hinten und seufzte resigniert. Sie musste überlegen wie sie jetzt weiter vorgehen würde. Die Suche abzubrechen und unverrichtete Dinge nach Deutschland zurück zu kehren, kam für sie nicht in Frage. Dafür steckte sie schon zu tief drin. Zu viele Fragen würden unbeantwortet bleiben. Außerdem gab es nichts mehr was sie in Deutschland erwartete. Weder Familie, noch Freunde. Ihre Arbeitsstelle hatte sie gekündigt, die Wohnung aufgegeben, das Elternhaus verkauft. Alles was ihr wichtig war, passte in zwei schwarze Reisetaschen. Sie hatte alles hinter sich gelassen um neu anzufangen. Doch erst wenn ihre Suche zu einem Ergebnis geführt hatte. Doch das, lag nach wie vor in weiter Ferne.

      Ein Luftzug in ihrem Rücken kündigte neue Kundschaft an. Das Gemurmel um sie herum verstummte für wenige Augenblicke, bis es wieder einsetzte. Schritte von mehr als eine Person näherten sich der Theke, an der Julia saß. Sie unterdrückte den Wunsch sich umzudrehen, stattdessen nippte sie erneut am Brandy.
      Der Wirt ein Mann Mitte Vierzig, mit dunkel blonden Haaren und einem unsympathischen Grinsen kam aus der angrenzenden Küche um nach den Neuankömmlingen zu sehen. Anhand seiner Miene konnte Julia erkennen, dass die Neuankömmlinge zu seinen Stammkunden zählten. „Connolly, der hintere Tisch ist noch frei. Drei Bier?“
      „Gerne!“ Eine Hand streckte sich neben ihr über den Tressen. Braungebrannt, feingliedrige Finger. Ob das Gesicht zu dieser Hand passte? Julia ertappte sich bei dem Gedanken. Ohne das es ihr eigentlich bewusst war, drehte sie leicht den Kopf. Seine kurzgeschnittenen blonden Haare waren ein krassen Gegensatz zu seiner gebräunten Haut. Er trug die Haare frech ins Gesicht gekämmt. Sein Profil von der Seite zeigte sein markantes Kinn. Willensstark, dachte Julia. Ihr Blick wanderte zu seinen Lippen. Seine Oberlippe war leicht geschwungen, die Unterlippe voller. In seiner Wange zeigte sich ein tiefes Grübchen. Seine Lippen verzogen sich gerade zu einem breiten Grinsen. Dann begegneten sich ihre Blicke. Blau, tiefes Blau. Umrahmt von dunklen Wimpern auf die jede Frau neidisch gewesen wäre. Seine rechte Augenbraue war leicht erhoben. Es war nur ein Sekundenbruchteil, ehe sie den Kopf abwandte doch anscheinend lang genug um sein Interesse zu wecken. „Und wenn haben wir hier?“
      Wenn dieser Kerl glaubte, dass sie ihm darauf antwortete, war er falsch gewickelt. Sie ignorierte ihn völlig und erreichte das Gegenteil von dem, was sie angestrebt hatte. Er setzte sich auf den Barhocker neben sie. Innerlich tief seufzend ergab sie sich der Situation und schaute ihn direkt an. Ruhig begegnete er ihrem kalten Blick. Sie hatte die Augenbraunen zusammen gezogen. Ihre grünen Augen zu schmalen Schlitzen verengt. Er ließ sich davon nicht abschrecken. Er schmunzelte und seine Grübchen vertieften sich auf beiden Seiten.
      „Darf ich Sie zu einem Drink einladen?“ Der Mann hatte Nerven! Sah er denn nicht, dass sie kein Interesse hatte ihn näher kennen zu lernen? „Dürfen Sie nicht!“ Gab Julia ihm zu verstehen, drehte sich wieder zum Tressen und nippte an ihrem Glas. Sie fühlte seinen Blick auf sich gerichtet. Sein Blick machte sie nervös. Nicht unangenehm, fast erregend.
      Dieser Mann ließ nicht locker und das gefiel ihr.
      „Woher kommen Sie?“ Der Wirt reichte ihm sein Bier und er nahm einen Zug ohne sie aus den Augen zu lassen. „Sie kommen aus Deutschland?“ Jetzt war sie überrascht. Er merkte es an ihrer Reaktion und lachte leise.
      „Welche Region?“ „Sie waren schon einmal dort?“ Er grinste noch breiter.
      „Öfters, also woher? Vielleicht sind wir uns schon einmal begegnet?“ Dieses Mal musste sie über seine Unverfrorenheit lächeln.
      „Sie geben wohl niemals auf?“
      „Wieso sollte ich?“ Er grinste so entwaffnend, das sie lachte. Seine blauen Augen hatten sich eine Idee geweitet. Ihm gefiel was er sah.
      Das ernüchterte Julia von einem auf den anderen Moment. Was zum Teufel tat sie hier? Flirten, noch dazu mit einem Wildfremden? Wie konnte sie nur vergessen weswegen sie hier war?
      Unentwegt ballte sie ihre Finger zur Faust. Nein, sie hatte nichts vergessen! Weder die Schreie, noch ihre eigene Hilflosigkeit, da sie ihren nicht helfen konnte. Noch einmal stand das Grauen jener Nacht im November ihr vor Augen. Zwei Jahre war es her und dennoch war keine Stunde vergangen in der sie nicht daran erinnert wurde.
      Neben ihr räusperte sich der Mann. Julia fuhr zusammen. Dabei begegneten sich ihre Blicke. Er hatte aufgehört zu grinsen, stattdessen war sein Blick besorgt auf sie gerichtet. „Alles in Ordnung?“ Sie unterdrückte ein bitteres Auflachen. „Das ist nicht Ihr Problem!“ Julias Stimme klang kalt und ablehnend. Sie hatte eine Aufgabe zu erledigen und dabei störten andere Gefühle. Mit einem Zug trank sie das Glas leer. Etwas zu laut setzte sie es auf dem Tressen ab. Der Wirt hinter der Theke machte eine eindeutige Geste.
      „Nein, die Rechnung!“
      „Sie haben mir noch nicht meine Frage beantwortet. Woher kommen Sie?“ Innerlich stöhnte Julia auf. Na gut, er wollte die harte Tour! Mit Wut im Bauch schaute sie ihn an.
      „Hören Sie Mister, vielleicht war ich noch nicht deutlich genug. Ich habe kein Interesse dieses Gespräch weiter zu führen!“ Sie maßen die Blicke bis Julia sich abwandte. Sie bezahlte die genannte Summe.
      „Sorry“, hörte Julia die mittlerweile bekannte Stimme. „Aber so leicht gebe ich nicht auf!“ Und wieder war sie gleichermaßen überrascht, wie auch fasziniert über seine Hartnäckigkeit.
      Mehr von mir gibt es an diesen Stellen im Form. Gefangen im High Fantasy. . Im Dark Fantasy Schatten der Nacht oder Gefallen Ein spannender Krimi wartet im No Fantasy :Bis zum letzten Schrei. Viel Spass :D

      Dieser Beitrag wurde bereits 5 mal editiert, zuletzt von Sabrina ()

    • Guter Anfang, Kopfkino läuft! :thumbsup: Bist du sicher, dass es in Non Fantasy gehört? ICh mein jetzt nur wegen der Überschrift.... ;)
      Die Phantasie tröstet die Menschen über das hinweg, was sie nicht sein können, und der Humor über das, was sie tatsächlich sind.
      Albert Camus (1913-1960), frz. Erzähler u. Dramatiker
    • Du hast einen sehr schönen Schreibstil. Die Wortgewandheit mit der du deine Beschreibungen formulierst, sorgen für detaillierte Bilder in meinem Kopf und alles lässt sich flüssig und angenehm lesen :thumbsup:

      Lg Alopex

      "Zweifel sind Verräter, sie rauben uns, was wir gewinnen können, wenn wir nur einen Versuch wagen."

      ~ William Shakespeare








      :fox:


      Besucht meinen Fuchsbau
    • Es gibt manchmal Tage, an denen man sich wünscht, nie aufgestanden zu sein. Wo alles was man anfasst daneben geht. Solch einen Tag durchlebte Johny gerade. Angefangen damit, dass er sich die Finger heute Morgen am Kaffee verbrühte. Der Tipp des Informanten, was die Lagerhalle betraf hatte sich als falsch herausgestellt. Und so hatte ihn das Pech den ganzen Tag verfolgt, bis jetzt. Mathew und Timothy hatten ihn am Abend in seinen Stamm Pub eingeladen und nicht locker gelassen, bis er zusagte.
      Wenn es nach ihm gegangen wäre, hätte er den Abend bequem auf dem Sofa verbracht. Gott sein Dank nicht! Seine Laune hatte sich Schlagartig verbessert. Genau ab dem Zeitpunkt, da er diese Frau entdeckt hatte. Sie saß auf einem Barhocker an der Theke, mit dem Rücken zu ihm. Sie trug einen Ärmellosen schwarzen Rolli und eine eng sitzende Lederhose. Obwohl sie nicht zu erkennen gab, ob sie ihr eintreffen bemerkt hatte, erregte sie Johnys Aufmerksamkeit. Johny wusste nicht woran es lag. Vielleicht war es ihre Reglosigkeit. Oder das lange rote Haar, dass sie hochgesteckt trug. Einige lange Strähnen hatten sich aus der Hochsteckfrisur befreit und ließen erahnen wie lang diese rote Lockenflut in Wirklichkeit war.
      Er schüttelte über sein eigenes Verhalten den Kopf. Es lag nicht in seiner Natur wildfremde Frauen anzusprechen, besonders nicht nach seinen letzten Erfahrungen mit dem weiblichen Geschlecht... Noch dazu wenn sie überaus deutlich zeigten, dass sie die Aufmerksamkeit nicht wollten. Und Diese hier, zeigte es nur zu deutlich. Ihre mandelförmig geschnittenen Augen hatten sich zu Schlitzen verengt. Das intensive Grün erinnerte ihn an Katzenaugen. Er konnte goldene Funken darin erkennen. Schwarze, dichte Wimpern um schatteten diese außergewöhnlichen Augen. Sie hatte ein schmal geschnittenes Gesicht, mit ausgeprägten Wangenknochen. Ihr Kinn ließ auf viel Eigensinn schließen. Die Nasespitze war etwas nach oben gebogen. Eine scharfe Falte stand zwischen ihren zusammen gezogenen Augenbrauen. Er ertappte sich bei dem Gedanken, diese Falte mit seinen Fingern wegzustreichen. Was war nur los mit ihm? Von dieser Frau ging etwas aus, was ihn faszinierte, anzog,festhielt.
      Seine innere Stimme riet ihm am Ball zu bleiben, nicht locker zu lassen. Er hatte das sichere Gefühl, dass wenn er es nicht tat und sie aufstand und ging, dass er dann eine einmalige Gelegenheit verpasst hatte. Eine Gelegenheit, die niemals wieder kehren würde. Und da er gelernt hatte auf seine Instinkte zu hören, folgte er ihnen weiter.
      Er schenkte ihr ein verschmitztes Lächeln.„Kommen Sie, einen Drink mehr will ich nicht! Danach las ich Sie in Ruhe, versprochen. Vorausgesetzt, Sie wollen es dann immer noch.“ Er hielt die Luft an. Achtete auf ihre Reaktion, ihr Mienenspiel und wurde ein weiteres Mal von ihr überrascht. Sie gab ihre steife Haltung auf. Die Falte zwischen ihren Augenbrauen verschwand. Ihre Lippen verzogen sich zu einem leichten Lächeln. „Okay, ein Drink aber mehr nicht.“ Johny jagten ein Schauer über den Rücken. Er hatte einen Sieg errungen wenn auch nur ein kleinen.
      Ihr Lächeln verstärkte sich, ehe es wieder ganz verschwand. „Einen Drink!“ Es hatte etwas Merkwürdiges so wie sie es sagte. „Ich nehme einen Scotch auf Eis.“ Sagte sie zu Kenneth der ihren Wortwechsel gespannt beobachtet hatte. „Ich nehm dasselbe, Kenneth.“ Zu ihr gewandt stellte er noch einmal die Frage. „Also woher kommen Sie?“ „Sie lassen wohl nicht locker?“ Aus ihrer Stimme war schwer heraus zu hören ob sie noch immer ärgerlich auf ihn war. „Nein, das bringt mein Beruf so mit sich.“ Kenneth schob die Drinks zu ihnen herüber. Sie nahm einen kleinen Schluck. Er beobachtete sie fasziniert dabei. Alles an ihr strahlte eine Sinnlichkeit aus, die ihn sprachlos machte. Und sie schien sich dessen nicht einmal bewusst zu sein, was ihn noch mehr anzog. „Ich komme aus Hessen.“ Ihre grünen Augen richteten sich auf ihn.
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    • Johny viel es schwer sich auf ihre Worte zu konzentrieren. Mit Sicherheit lag es an der Art wie sie ihn mit halb geschlossenen Lidern ansah. Erst langsam wurde ihm bewusst, dass sie auf seine Reaktion wartete. Sie hatte die rechte Augenbraue leicht nach oben gezogen. „Hessen, oh ja…“ Was Besseres fällt dir nicht ein, Johny? Diese Frau brachte ihn völlig aus dem Konzept. „Ja.“ Sie wandte für einen Moment den Blickab und er konnte wieder durch atmen. „In der Nähe von Frankfurt?“ Sie schenkte ihm eins dieser atemberaubenden Momente wo sie lächelte. Sie war schön. Nein, sie war mehr. Magisch, traf es eher. Eine Bewegung in seinen Augenwinkeln ließ ihn den Kopf drehen. Er konnte ein Aufstöhnen nicht unterdrücken. Timothy kam auf ihn zu mit einem breiten Grinsen im Gesicht. Dieser Gesichtsausdruck verhieß nichts Gutes. Er wollte ihn noch mit einer Handbewegung abwehren aber es war bereits zu spät. „Johny mein Schwerenöter! Willst du mir nicht deine Begleitung vorstellen?“ Johny sah wie „seine Begleitung“ zusammen zuckte. Toll gemacht Timothy! Ihre Haltung wurde abermals starr und abweissend. Johny seufzte tief. Von einem Moment auf den Anderen war seine Vorarbeit dahin. Ihre Hand ergriff das Glas und sie lehrte es in einem Zug. „Die Zeit ist um!“ In ihren Augen stoben goldene Funken. Sie war wütend, fragte sich nur auf wenn? Sein Instinkt ließ ihn blitzschnell zu handeln. Sie stellte das Glas zurück auf den Tresen gleichzeitig fing Johny ihre Hand ab. Für einen kurzen Augenblick berührten sich ihre Fingerspitzen, ehe sie die Hand wegzog. Johny hatte scharf den Atem eingezogen. Seine Finger kribbelten wie nach einem elektrischen Schlag. Sie war ebenso überrascht wie er. Für einen Sekundenbruchteil konnte Johny die Frau hinter dieser eisigen Maske erkennen. Verletzlich und voller Zweifel… Doch der Moment verging viel zu schnell um mehr zu erkennen. Ihr Blick wurde eisig. „Ich werde jetzt gehen!“ Es hörte sich ganz nach einer Drohung an. Alles Gold war aus ihren Augen verschwunden, stattdessen erkannte er nur noch silbrig schimmerndes Grün. Stimmungsaugen! „Sorry wenn ich euch gestört habe.“ Timothys Stimme erklang in Johnys Rücken. „Ich wollte eh gerade gehen!“ Fieberhaft versuchte er einen Weg aus der Situation zu finden, doch ihm viel nichts auf anhieb ein. „Sehen wir uns wieder?“ Sie hatte sich bereits zur Tür gewandt. Die einzelnen roten Haarsträhnen ringelten sich in ihrer Stirn, als sie den Kopf zu ihm umdrehte. „Vielleicht!“ Johny überkam ein seltsames Gefühl nah an Panik. Würde er sie je wiedersehen? Er unternahm einen letzten Versuch. „Ich weiß noch nicht einmal ihren Namen. Wie heißen Sie?“ Abermals war sie in der Bewegung erstarrt. Die Hand bereits auf der Türklinke. Johny konnte ihren inneren Kampf mit sich selbst fühlen. „Julia! Mein Name ist Julia!“ Ehe Johny den Namen aussprechen konnte war sie durch die Tür.
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    • Mit einem herzhaften Gähnen streckte er seine Glieder. Mit geschlossenen Augen blieb Johny auf seinem Bett liegen. Die Eindrücke seines Traums waren noch frisch und er musste breit grinsen. Schon lange hatte er nicht mehr so gut geschlafen wie letzte Nacht und der Grund dafür hatte rote lange Haare, war groß gewachsen und trug den Namen Julia!
      Ihr fein geschnittenes Gesicht mit hohen Wangenknochen umrahmt von wilden Locken, leicht schräg stehenden grünen Katzenaugen entstand aus dem Nichts. Das leicht vorgereckte Kinn, die schmale Nase, ihr lächelnder Mund… Sie lächelte ihn auf eine Art an, dass ein erregendes Kribbeln durch seinen Körper jagte. Diese Frau hatte etwas Besonderes an sich, was ihn fesselte, faszinierte... Es war nicht viel was er von ihr erfahren hatte. Ihren Vornamen, das sie aus Deutschland kam, aus einer Stadt Namens Neuhof. Ein Name der ihm nichts sagte, was bei seinem beruflichen Hintergrund durchaus ein Vorteil war. Genauso sagte ihm sein Instinkt dass Julia ganz sicher nicht in London war um Urlaub zu machen. Und damit war er am Ende seiner Informationen, dank Timothy.
      Die Wut auf seinen engsten Freund und Kumpel war noch immer nicht abgeflaut. Wie wäre das Gespräch mit Julia verlaufen, hätte Timothy sie nicht unterbrochen? Was hätte er noch über sie erfahren? Wäre sie wirklich nach dem einen Drink gegangen oder doch danach geblieben? Seufzend öffnete Johny die Augen. Es hatte keinen Zweck sich diese Fragen zu stellen. Vielmehr würde er alle Hebel in Bewegung setzen um mehr über sie zu erfahren und sie wiederzusehen.

      Eine halbe Stunde später war er auf dem Weg zum Frühstücksraum. Der „Raum“ war eher ein großer Saal im linken Flügel des Anwesens.
      Shadow, die Anführerin der Black Magics hatte es vor zwei Jahren als neuen Hauptsitz erworben. Hier war Platz für alle Mitglieder, Johny und seine gesamte Familie mit eingeschlossen. Seine Wohnung bestand aus einem Wohn- und Schlafzimmer mit angeschlossenem Bad, verbunden durch einen kleinen schmalen Flur. Er hatte die Zimmer nach seinem Geschmack eingerichtet. Sicherlich gab es Vor- und Nachteile bei der Art dieses Wohnstils. Aber Johny hatte es nie gereut hier eingezogen zu sein.
      In der langen Galerie von der immer wieder Wohnungen und einzelne Zimmer abzweigten hingen die Porträts der Vorbesitzer dieses Anwesens. Anhand der Kleidung der einzelnen Epochen zogen die Jahrhunderte an ihm vorbei. Die Galerie endete vor den halb geöffnete Doppeltür.
      Von drin hörte Johny Timothys ansteckendes Lachen. „Das hättet ihr sehen müssen!“ Erneut stieg Wut in Johny hoch, konnte sein Freund nicht einmal den Mund halten? Mit beiden Händen schob er die Flügeltüren noch weiter auf. „Guten Morgen! Was hätten Sie sehen müssen? Timothy?“
      Mit Genugtuung sah Johny das zusammenzucken des halb Elben. Doch dieser fing sich viel zu schnell. „Johny, alte Schlafmütze! Bist du endlich aufgewacht? Ich hab mich schon gefragt ob ich dich holen soll!“ Er lachte ihm entgegen und kam auf Johny zu. Während einer herzlichen Umarmung zischte Johny ihm ins Ohr. „Was hast du Ihnen erzählt?“ „Nur so viel mein Freund, wie sie wissen sollten!“ Für einen kurzen Augenblick war das Lachen aus den Augen des halb Elben verschwunden. Timothy spielte damit auf Johnys Erfahrungen mit dem weiblichen Geschlecht in der Vergangenheit an. Er hatte wirklich nur Pech gehabt in dieser Beziehung. Zwei Jahre war es her das Jane… Entschlossen verdrängte er die schmerzlichen Erinnerungen.
      „Johny mein Schatz! Hast du gut geschlafen?“ Seine Mutter Sheila Connolly umarmte ihn herzlich. Man sah seiner Mutter das Alter nicht an. Mit ihren Ende Vierzig wirkte sie zumindest zehn Jahre jünger. Sie trug das lange kastanienbraune Haar zusammen gebunden. Eine taillierte Bluse saß wie angegossen und zeigte ihre gute Figur. Ihre blauen Augen strahlten. „Morgen Mam! Was hat er dir erzählt?“ Mit dem Kopf nickte er in die Richtung seines Freundes. „Was soll er mir erzählt haben?“ Sie hielt seinem fragenden Blick nur für wenige Augenblicke stand.
      „Oh Johny! Ich bin ja so froh!“ Überschwänglich gab sie ihm erneut einen Kuss. „Er schaute sprachlos in das vor Freude leuchtende Gesicht seiner Mutter. Oh Timothy, wir haben nachher ein Hühnchen miteinander zu rupfen. „Er hat erzählt dass Ihr gestern Abend viel Spaß hattet.“ Er warf dem halb Elben einen vernichtenden Blick zu. Dieser zuckte amüsiert mit den Schultern. In der Zwischenzeit waren fast alle im Saal auf die Unterhaltung aufmerksam geworden. Innerlich stöhnte Johny auf. Hatte Timothy ihnen allen es erzählt? Nein oder vielleicht doch? Es war Zeit das Gesprächsthema zu wechseln. Johny sah sich im Saal um und fand auch das Gesicht was er suchte. „John? Entschuldige, ich muss was mit John bereden." Er gab seiner Mutter einen flüchtigen Kuss und steuerte auf seinen Patenonkel zu.
      Der saß mit seinem Vater Bill und einigen anderen Mitgliedern der Black Magics zusammen. Alle sahen hoch. Und dann sah Johny dasselbe breite Grinsen in Johns Gesicht. „Du nicht auch!“ Stöhnend schüttete Johny den Kopf. „Sorry, aber Timothy ist eine Plaudertasche wie es im Buch steht. Er kann sowas unmöglich für sich behalten.“ „Ich hab dich nicht umsonst gefragt ob du es dir gut Überlegt hast, mit einem Elben befreundet zu sein“, grinste sein Vater Bill. Auf munternd klopfte er auf die Schulter seines Sohnes. „Kopf hoch, Junge. Und jetzt“, er legte seinem Sohn den Arm um die Schulter. „Las dir nicht alles aus der Nase ziehen. Dafür sind wir alle viel zu neugierig. Wer ist Sie?“
      „Tja“, Johny rieb sich den Nacken. „Es ist nicht viel was ich über Sie weiß…“ Alle Anwesend hingen an seinen Lippen. Er verfluchte Timothy in die tiefste Hölle. „Aber du triffst Sie doch wieder?“ Fragte seine Mutter mit flehendem Blick. „Das weiß ich nicht!“ „Was soll das heißen? Timothy hat erzählt ihr seid euch näher gekommen?“ Johny verdrehte die Augen gen Himmel. Was für eine Übertreibung! „Es stimmt ich hab gestern jemanden kennen gelernt. Aber eigentlich wollte sie das gar nicht.“ „Sie wollte es nicht?“ Seine Mutter schüttelte leicht den Kopf. Für sie, als Mutter war es ein Unding das jemand ihn nicht wollte.
      „Naja Sie wollte eigentlich nur in Ruhe gelassen werden.“ „Und dann?“ „Ich hab Sie angesprochen!“ Ein aufatmen ging durch die Reihen. Jetzt verstand Johny die Welt nicht mehr. Er hatte sich die Reaktion seiner Eltern ganz anders vorgestellt. Besonders nach dem letzten Fiasko mit Jane. Anscheinend sah man ihm die Verwirrtheit an. „Johny wir hatten Angst um dich. Nach der Sache mit Jane hast du dich sehr verändert. Du bist ernster und stiller geworden. Du hast dich von allem zurückgezogen und dich in die Arbeit gestürzt. Johny es war nicht deine Schuld sondern es war Janes freie Entscheidung, die Seiten zu wechseln.“ Die Augen seines Onkels waren ernst auf ihn gerichtet, während er mit ihm sprach.
      „Das ist das erste Mal wo man wieder den alten Johny erkennt. Und das ist alles andere wert. Wie ist Sie?“ Johny war so erleichtert, dass es ihm schwer viel stehen zu bleiben. „Julia ist Außergewöhnlich. Alles an Ihr! Die Art wie Sie einen ansieht. Ihre Augen…“ Johny konnte gar nicht aufhören von ihr zu schwärmen. „Wie hast du Sie überzeugt, wenn Sie nichts von dir wollte?“ Fragte May gespannt. „Ich hab Ihr versprochen Sie in Ruhe zu lassen wenn ich ihr zumindest einen Drink spendieren kann. Darauf ist Sie eingegangen!“ „Und? Johny na komm, mach es doch nicht so spannend. Wo kommt Sie her? Was macht Sie beruflich? Wie alt ist Sie?“ Sender einer von Tims Freunden rollte theatralisch die Augen.
      „Das ist ja das Problem…“ Dabei warf er Tim einen vernichtenden Blick zu. Alle Augen richteten sich jetzt auf Timothy. Abwehrend hob er die Hände. „Wie hätte ich den wissen sollen, das Sie weder was von Johny noch von mir will? Das ist mir bisher noch nie passiert!“ „Aha, diese Sache hast du also weggelassen? Und wie sieht es mit der Tatsache das du Sie vertrieben hast?“ Einige der Anwesenden begannen zu hüsteln um ihr lachen zu überspielen. Timothy war allgemein als unwiderstehlich bekannt und er prahlte wo er konnte mit dieser Tatsache.
      „Ich war gerade dabei mit Ihr ins Gespräch zu kommen, als Timothy seinen Elbenscharm spielen ließ. Und damit war alles vorbei! Minuten später war Sie weg.“ „Schaut mich nicht so an. Das war nicht meine Schuld!“ „Was weißt du von Ihr?“ Fragte John. „Sie heißt Julia, kommt aus Deutschland, aus einer Stadt namens Neuhof.“ Er wartete auf Johns Reaktion. „Dort war ich noch nie. Sorry, keine Ahnung wo diese Stadt liegt.“ „Sie sagte in Hessen. Das wars mehr Infos hab ich nicht.“ Die Umstehenden schwiegen. „Das ist mager, Johny. Mit den wenigen Informationen findest du Sie nicht. Nicht in einer Stadt wie London.“ Johny gab seinem Onkel mit einem Nicken recht. „Die einzige Möglichkeit die ich sehe ist heut Abend noch einmal ins Pub zu gehen um zu sehen ob Sie auch da ist.“ „Wäre eine Möglichkeit. John, allerdings glaub ich kaum, das Sie nach Timothys Auftritt dort noch mal auftaucht.“ Zustimmendes Gemurmel gab Johny Recht.
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    • *Räusper* - geschrieben ist es gut, Sabrina, aber nimms mir nicht übel, du hast zu dick aufgetragen. Johny hat also in einer Kneipe eine Frau getroffen, die ihm gefiel und sein Kumpel hat diese vergrault. Das dann allerdings zu einem bedeutungsvollen, zentralen Familienthema zu machen, ist etwas zu viel des Guten. Für einen flehentlichen Blick der Mutter ("Aber du triffst sie doch wieder?") war das Treffen der beiden viel zu banal, hier rutschst du ziemlich in Groschenromannähe.
      Da du aber auch Magier und Halbelben erwähnst (wird zusammengeschrieben), denke ich, es soll ein Fantasy Roman werden. Gib der Familie andere Schwerpunkte als "Johny hat sich vielleicht verliebt", wäre jetzt mein Tipp. 8)
      Die Phantasie tröstet die Menschen über das hinweg, was sie nicht sein können, und der Humor über das, was sie tatsächlich sind.
      Albert Camus (1913-1960), frz. Erzähler u. Dramatiker
    • Sei mir nicht böse melli aber das musste ich leider so dick auftragen! Johny steht im Mittelpunkt der Geschichte! Und dies ist ja No Fantasy Bereich. Also darf es sich auch mal um eine Liebesgeschichte außerhalb von Orks und Elben drehen.

      Viel Spass noch beim lesen
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