Beiträge von Charon

    Hi AFG ,


    ich bin schon sehr gespannt darauf zu erfahren, was der kleine wohl so zu erzählen hat. :thumbsup:

    Ganz besonders frage ich mich auch, wie Angelo ihm das sprechen beibringen wird. Okay du versuchst es über die Gen-Schere, um den Achtarmigen genetisch darauf vorzubereiten, aber hast du auch Überlegungen dazu, wie er es dann richtig lernt? Ein Baby muss das ja auch mühsam lernen. Ich lass mich da mal überraschen.

    Ich bin aber mindestens genauso aufgeregt wie du ....(Ich hoffe, er behält sich dieses dämliche gerede nicht) ....

    Ehm wie passt denn das da in Klammern darein? Sieht mir fast wie eine Regieanweisung aus. :D

    Hallo liebes Forum, hier noch das Ende von Kapitel 2. Ich hoffe sehr, dass sich noch jemand hierher verirrt und mir Feedback gibt, das könnte ich wirklich gut gebrauchen. Ich glaube, an einigen Stellen könnte ich vielleicht noch etwas bildhafter sein, statt nur zu erzählen. Aber von außen könnt ihr das bestimmt besser einschätzen als ich.


    Tag 2

    [Teil 2]


    Er zeigte ihm mit der rechten Hand die Richtung und ging voran. Nur wenige Meter kurz um das Haus herum blieb er stehen und zeigte auf seine Mutter, die, wie vermutet, in den Blumenwiesen stand und einzeln ausgewählte Blumen pflückte. „Hallo Sannia“, rief der Mann erfreut Samuels Mutter zu. Sie sah auf und lächelte zurück. „Hallo Sam, du bist bestimmt hier, um die Gestecke abzuholen?“ Der Mann zuckte mit den Schultern. „Ich bin nur schon hier, weil mich meine Frau geschickt hat. Naja... und um etwas Luft zu bekommen, sie macht schon wieder alle verrückt wegen heute Abend, du weißt ja wie sie ist.“ „Leider bin ich aber noch nicht fertig. Ich habe eben erst angefangen, die Blumen zu pflücken, sie sollen ja möglichst frisch sein, um möglichst lange ihre Pracht zu präsentieren. Aber Samuel kann mir jetzt dabei helfen und dann schicke ich ihn nachher, um sie euch zu liefern.“ „Ich denke, das wird kein Problem sein. Dann mache ich mal wieder auf den Weg, eventuell kann ich meiner Frau ja noch anders behilflich sein. Also dann bis später und grüße Erik von mir.“ Samuels Mutter verabschiedete sich ebenfalls, dann drehte sich der Mann um, warf Samuel noch ein kurzes Lächeln zu und machte sich wieder auf den Weg ins Dorf.


    Als der Mann am Haus vorbei war, wandte Samuel seinen Blick von ihm ab und sah zu seiner Mutter. „Diesen Auftrag hatte ich fast vergessen, er ist mir vor kurzem erst wieder in den Sinn gekommen, dabei brauchen wir jeden Auftrag, den wir bekommen können, zumal die Zeit für unsere Sommerblumen nicht mehr lange anhält.“ „Kann ich dir helfen?“, unterbrach Samuel sie knapp. „Ja, da drüben steht der rote Mohn, bitte pflücke mir davon 20 Stück. Suche dir die schönsten Exemplare aus. Danach kannst du mir den kleinen Handwagen aus der Scheune bringen.“ Ohne ein weiter Wort ging Samuel zum Mohn herüber und begann zu pflücken, dass er um etwas gebeten wurde, war selten. Eigentlich schade drum. Hier könnten die Pflanzen noch eine Weile stehen und den Insekten ein Zuhause bieten. Doch dann komme ich und rode eine Blume nach der anderen, damit diese in einem Gesteck in einer Vase enden, um dann spätestens nach eine Woche auf den Mist geworfen zu werden, wo sie niemand mehr auch nur eines Blickes würdigt. In Gedanken strich er einen Käfer von einer der gerade gepflückten Blume und zuckte anschließend zusammen, als er die Stimme seines Vaters vernahm. „Sannia, ich bin wieder da und ich habe eine gute Nachricht mitgebracht.“ Er sah nur kurz zu Samuel herüber und wandte sich gleich wieder zu seiner Frau, als hätte er keine Lust, sich jetzt seine Freude durch seinen missratenen Sohn verderben zu lassen. „Im Frühjahr bekommen wir drei neue Kälber für ein gutes Angebot.“ Samuel wollte da nicht länger bleiben, seine Nackenhaare stellen sich auf und ihn überkam eine gewisse Übelkeit. Schnell knipste er noch die letzte Blume ab und legte seinen Bund neben die anderen Blumen bei seiner Mutter. Während seine Eltern sich weiter über den Preis unterhielten und wie sein Vater es geschafft hat, eben jenen niedrig zu halten, schlich Samuel sich an ihnen vorbei. Immerhin hatte er ja eh noch die Aufgabe, den Handwagen zu holen.


    „Sieh mal was ich hier habe!“, begrüßte Eldon Samuel harsch, als dieser den ersten Schritt zurück in die Scheune trat. Samuels Herzschlag setzte für einen Moment aus und Entsetzen machte sich ihn ihm breit. Eldon stand grinsend vor ihm und hielt in seiner Hand ein verängstigtes Wesen mit schwarzem Fell und weißen Pfötchen. „Lass ihn runter, sofort!“, preschte Samuel mit lauter Stimme hervor, doch sein Bruder überging dies, in der Gewissheit, überlegen zu sein. „Du hast doch nicht gedacht, dass du was vor mir verheimlichen kannst?“ „Lass ihn gehen!“, wiederholte Samuel und Wut machte sich in ihm breit, wo eben noch Entsetzen war. Sein Herz schlug wild, sein Puls stieg rasant. Ein beben zuckte durch seinen Körper. „Du hast mir gar nichts zu sagen. Dir scheint ja wirklich was dran zu liegen an diesem süßen Ding. Aber du weißt, was die Strafe ist? Die Strafe dafür, dass du es verheimlichst hast, deinen Freund“, verächtlich kam dabei das letzte Wort über seine Lippen und seine Freude stieg sichtlich an. Mit glänzenden Augen sah er zu Samuel, ein breites Grinsen offenbarte die protzige Überlegenheit. Wieder zuckte ein Beben durch Samuels Körper. Das Blut kochte nun in seinen Adern. Sein Atmen ging schwer. „Für das kleine Ding tut es mir ja fast schon leid, aber deine Strafe muss sein“, mit diesen Worten setze Eldon eine Hand an den Nacken des unschuldigen Tieres und ein Ruck durchzog seine Muskeln.


    Ein Knacken ertönte.


    Erneut blieb Samuels Herz stehen und ihm wurde kalt. Das Knacken halte in seinen Gedanken wieder. Eine gewaltige Kraft baute sich in ihm auf. Seine Wut übermannte ihn. Mit dem ersten neuen Herzschlag brüllte er seinen Bruder an. Er spuckte vor Zorn. Unbemerkt zog dunkler, in einem lila Ton gehaltener, Nebel auf. Samuels Adern traten hervor. Das hämische Lachen seines Bruders war das einzige, was er noch vernahm. Eldon verstummte jedoch, als er den Nebel bemerkte. Verwundert sah er sich um. Von der Umgebung war nichts mehr zu erkennen, sie waren beide fest Umschlossen. „Was... was machst du da?“, stotterte Eldon in die Finsternis, sich seiner Überlegenheit nicht mehr so sicher. Samuel schrie erneut auf und Nebelsäulen brachen auf Eldon nieder. Lautes Donnern und Krachen ertönte. Blitze lösten sich. Ein Schmerzensschrei nach dem anderen erhallte. Samuel entlud seine Wut, mit jedem Herzschlag zog eine weitere Welle von Schmerz durch den Nebel.


    „Halt! Hör auf!“, durchdrang eine Laute Stimme die Nebelwand von außen. Samuel erkannte darin die Stimme seiner Mutter und das Bild von Ruku blitze vor seinen Augen auf. Die Nebelwand brach zusammen. Tränen rannen über Samuels Gesicht. Seine Eltern rannten zu Eldon, der am Boden lag. Dunkle Flecken zierten dessen Arme und Beine. Langes weißes Haar reichte ihm bis weit über die Schultern. Sein Gesicht war eingefallen und nur noch röchelnd lag er da. Dann stille. „Nein! Eldon, nein!“, schrie seine Mutter entsetzt und fassungslos kniete sein Vater neben ihm. Einen Moment später starrte er Samuel an. „Du verdammtes Monster“, er stottert, „was hast du getan?“ Erst jetzt begriff Samuel die Auswirkungen seiner Tat, seiner grenzenlosen Wut, die jetzt auch seinem Vater überkam. Dieser stand auf, mit hochrotem Kopf schimpfte er ihn weiter Monster. „Dafür wirst du büßen, jetzt reicht‘s, ich bringe dich um!“ Entschlossen Schritt er auf Samuel zu, der regungslos dastand. Kurz bevor er ihn erreicht hatte, kurz bevor seine Hände ihm am Hals packten und drohten ihn zu erwürgen, stand er still. Die Zeit hielt inne, Samuel hörte nur das Schlagen seines Herzen.


    „Komm zu mir, los beeil dich!“, sprach eine tiefe Stimme hinter Samuel. Wie in Trance drehte er sich um und erblickte einen alten Mann mit harten Kanten im Gesicht. Ohne Bart und mit ernstem Blick stand er da. Noch bevor Samuel Zeit hatte, einen weiteren Gedanken zu formulieren, wiederholte der Mann: „Mach schon, wir haben nicht viel Zeit, komm her“. Hinter im waberte eine Art Tor, es war nur leicht verschwommen wahrzunehmen. Wellen durchzogen seine Oberfläche, so wie Wellen, die Entstehen, wenn ein Stein ins Wasser geworfen wird. Samuel konnte nicht erkennen, ob er darin den Hintergrund, die Felder vom Hof, verzerrt sehen konnte oder ob es ein anderer Ort war. „Du hast jetzt zwei Möglichkeiten“, sprach der Mann mit bestimmter und kraftvoller Stimme, „entweder, du kommst mit mir und ich erkläre dir gleich alles in Ruhe oder du bleibst hier und siehst dem letzten Akt ins Auge, wie dein Vater dich gleich erwürgt. Entscheide dich, jetzt!“. Trotz der Dringlichkeit, die von seinen Worten ausging, wirkte er so sonderbar ruhig. Samuel sah wieder zu seinem Vater. Die kräftigen Arme zu ihm ausgestreckt, stand er noch regungslos vor ihm. Dann betrachtete Samuel seine Mutter, die ihre Stirn auf Eldons Schulter abgeleckt hatte. Daraufhin lief er los zu seinem Bruder, beugte sich und hob seinen regungslosen Freund auf, egal wohin er gehen würde, nie würde er Ruku hier zurücklassen. Dann kehrte er um und rannte zu dem Fremden zurück. Dieser packte ihn an der Schulter und zog ihn mit durch das nun strahlende Tor. In derselben Sekunde, in der sie verschwanden, griff Samuels Vater ins Leere.

    Hallo Kiddel Fee ,


    ja bitte eine Fortsetzung davon. ^^

    Die Geschichte bisher ist ja schon recht Wortgewaltig geschrieben und ich hatte sehr viel Freude dabei, diesen ersten Teil zu lesen.

    In wenigen Stunden würde die stille Schönheit am Boden von den Hufen galoppierender Pferde niedergetrampelt und vom Klang der Trompeten zerfetzt werden.

    Für mich der beste Satz überhaupt, der einfach so bildhaft ist.

    Wann immer er konnte, war er in den Wald gelaufen, wo er sein großes Geheimnis verborgen hielt - Ame, die letzte Silberschwinge, letzter Nachkomme alter Silberdrachen und deren Allianz mit den Greifenweibchen.

    Beim letzten Teil bin ich allerdings etwas gestolpert: letzter nachkomme ... und deren Allianz. Ich bin der Meinung, dass das vom Satzbau her nicht so passt. :huh: Vielleicht Allianz vorziehen (letzter Nachkomme [aus?] einer Allianz aus alten Silberdrachen und Greifenweibchen)?

    Sie würden einen sinnlosen Angriff wagen gegen die feindliche Übermacht wagen

    Hier ist einmal "wagen" zu viel.

    Seine Aufgabe war entscheidend. Er sollte den Meister der Drachen finden und aufhalten.

    Da er es auch als seine eigene Aufgabe und seinen eigenen Willen ansieht, würde ich das "sollte" (wirkt fremdbestimmt, als hätte er den Auftrag dazu vorher erst erhalten müssen) durch ein "musste" (im Sinne von: ich muss/will) austauschen. Ist wohl aber auch Geschmackssache.


    Beste Grüße

    Charon

    Hallo Iskaral ,


    ein sehr schöner Text, gefällt mir außerordentlich gut. :thumbsup:

    Deine Wortwahl finde ich passend, die Einbettung von Erklärungen/Beschreibungen der Umgebung sind gut abgestimmt, die Namen sind ebenfalls wieder schön. Lediglich am Anfang sind ein paar wenige Sätze etwas lang geraten, das zieht sich beim Lesen leicht und steht damit etwas im Widerspruch dazu, dass wir uns gerade in einer Aktionsreichen Szene befinden.


    Er spuckte auf den Boden, nur Speichel wie er erfreut feststellte.

    Den Sinn von diesem Satz habe ich nicht so richtig verstanden, was hat er erwartet, wenn er spuckt?

    als sie beide den Gott Amon-Ghul getötet hatten.

    Das ist ein schöner Rückbezug, falls beim Lesen der Kapitel eine Pause war, sollte das ganz gut helfen, um die beiden, Munakil und Seda, einzuordnen.

    Hallo Iskaral ,


    das ist eine sehr schöne Geschichte. An vielen stellen schon sehr episch und äußerst bildhaft beschrieben. :thumbsup:

    Namen und Bezeichnungen klingen auch sehr gut, hast wohl ein Talent dafür.

    Hallo Etiam ,


    dann geht es gleich weiter. :D

    Teil 2 gefällt mir auch sehr gut.

    Hallo Faradim ,


    mich interessiert die Handlung sehr und ich möchte wissen, was da genau vor sich geht (Was ist Nethariels "Verbrechen" und wie steht er zu Aleria in Beziehung). Einige Stellen wirken jedoch etwas mechanisch, an anderen Stellen finde ich Brüche in der Erzählung etwas zu sehr hart.

    Ich packe mal paar Anmerkungen zu konkreten Stellen zwischen die zitierten Zeilen.


    Beachte übrigens das Komma nach einer wörtlichen Rede.


    Dann bis zum nächsten Mal und viel Erfolg und hoffentlich sind meine Anmerkungen irgendwie nützlich für dich :)

    Hallo Etiam ,


    du erzeugst ja mit dem 1. Teil von Kapitel 2 ganz schön Spannung, gefällt mir gut. :thumbsup:


    Hi AFG ,


    der Text liest sich gut und ist zum Teil sehr detailliert beschrieben. Bin sehr gespannt, was der geheime Raum so verbirgt. ^^

    Hi AFG ,


    Kapitel 1 gefällt mir sehr gut und es ist sehr interessant, auch so im Kontrast zum Prolog (Hat sich auch der Ort geändert, jetzt Deutschland?). Durch die korrigierte Rechtschreibung lässt es sich auch viel angenehmer lesen. :)

    Hallo Ivero L. , von mir auch noch ein herzliches Willkommen!


    doch erst durch das Spiel "Skyrim :dwarf: ", konnte ich zum ersten Mal voll in eine Fantasywelt eintauchen

    Yeah, Skyrim! :thumbsup:


    2 Jahren und nach 2 Wochenlanger puren Recherche und dem beiläufigen privaten studieren europäischer Mythologien und u.A. lateinischer Begriffe ausm Lexikon, mit meinem aktuellen Fantasyprojekt begonnen habe und nun nach 320< Seiten genügend Plot und Sidestories für wohl mindestens zwei weitere Bände habe.

    Das klingt nach viel Arbeit, dann viel Glück noch dabei. :)


    Beste Grüße

    Charon

    Hallo AFG ,


    einen sehr interessanten Text hast du da geschrieben und so anders als beispielsweise beim Orden des Untergrunds. :)


    Das fasst es für mich schon perfekt zusammen:

    Die Dialoge sind cool und der Inhalt auch.


    ein kleines "Nebenprojeckt", durch das ich meine Schreibfähigkeiten verbessere, kann nicht schaden.

    Das ist immer eine gute Sache, jeder Schritt bringt einen weiter. :thumbsup:

    Da ich alles vom Handy aus machen muss

    Aber warum zur Hölle??? Da würde ich ja in Jahrzehnten nicht fertig werden....


    Ich weiß, lange ist es her, aber jetzt habe ich endlich wieder Zeit, um an meiner Geschichte weiterzuarbeiten und hier kommt ein neues Kapitel. ^^

    Etiam ich habe mal das mit den Gedanken in kursiv versucht, finde ich so auch besser, daher danke ich dir nochmal für die Idee.



    Tag 2

    [Teil 1]


    Eine kratzige Zunge leckte Samuel über das Gesicht. Die Sonne war schon vor Stunden aufgegangen und der entkräftete Junge erwachte nur widerwillig. „Ruku! Was machst du denn hier?“ Samuel lächelte seinem Freund zu, der die Frage wie gewohnt mit einem „Miau“ beantwortete. „Na komm her. Huch, du bist ja ganz schön groß und schwer geworden, das ist mir gestern gar nicht aufgefallen. Hmm. Weißt du, ich möchte dir Danke sagen! Danke, dass du auf mich aufgepasst hast.“ Er nahm Ruku auf den Arm und graulte ihn am hinteren Kopfansatz. Das war seine Lieblingsstelle, was Samuel daran merkte, dass er dann immer sofort mit einem sanften Schnurren begann. Dieses leichte Brummen schien wie Medizin für den Jungen zu sein, es tat ihm gut. So sorgte es immer wieder dafür, dass seine Schmerzen weniger wurden oder gar ganz nachließen. „Jetzt solltest du aber schnell wieder verschwinden, es ist nicht gut, wenn man uns hier zusammen findet.“ Ruku sah zu Samuel auf und beide sahen sich tief in die Augen. „Miau“, war erneut die Antwort und langsam löste sich Ruku von der Umarmung und sprang herab. Einen Moment sah er noch auf und nach einem Nicken von Samuel lief er aus der Scheune.


    Wenn ich doch noch mehr Freunde hätte wie Ruku oder wenigstens jemanden, der mich nur halb so gut versteht. Samuel sah sich um, neben ihm stand wie immer ein Eimer mit frischem Wasser und daneben lag ein Lappen zum Waschen. So genau wusste er nicht, wer ihm das immer brachte, aber vermutlich war es Mutter. Weder Vater noch Eldon würden so an ihn denken. Er nahm den Lappen, tunkte ihn in das Wasser und begann damit, sich zu waschen. Erst wischte er sich ein paar Mal übers Gesicht, danach wandte er sich dem Rücken zu. Zuvor überprüfte er aber, wie groß die Wunden dieses Mal waren. Zu seiner Überraschung waren aber keine auszumachen. Alles von letzter Nacht schien schon wieder im Begriff der Heilung zu sein. Endlich! Endlich dauert es mal nicht mehr solange, sprach Samuel erleichtert innerlich zu sich selbst. Ob das vielleicht etwas mit Ruku zu tun hatte, der offenbar die ganze Zeit über ihn gewacht hatte? Jedenfalls waren nur Kratzer und raue Stellen zu erfühlen. Das abgewaschene Blut war auch kein frisches mehr, sondern nur das eingetrocknete von letzter Nacht.


    Samuel nahm das Stück Brot, dass neben dem Eimer lag und biss beherzt zu stand dann auf und ging langsam zum Eingang der Scheune herüber, um nach draußen zu sehen. Die Sonne schien und der Himmel erstrahlte in einem hellen Blauton. Kaum eine Wolke stand da oben. Es würde wohl wieder ein warmer Tag werden. Eigentlich ganz angenehm, aber es könnte mal wieder Regnen, sonst vertrocknen bald die Obststräucher. Sein Blick strich über die Felder. Etwa 50 m links von der Scheune gab es eine Erhebung, auf der vereinzelt einige Bäume wuchsen, bevor 100 m weiter der Landornwald anfing. Dort fällte er regelmäßig die Bäume, die er zu Feuerholz verarbeitet. Die Erlaubnis dazu hatte seine Familie vom Dorfältesten und statt dafür eine Pacht zu bezahlen, erhielt der Dorfälteste im Gegenzug kostenfrei Güter vom Hof.


    Unterhalb der Erhebung stand ein alter Apfelbaum, gegen diesen ist gestern noch der Karren gedonnert, nachdem Eldon dessen Sicherung gelöst hatte. Samuel verzog das Gesicht, immer diese Schikanen, wann würde das nur aufhören? Er wandte den Blick wieder ab und sah nach rechts zum Wohngebäude. Es war aus graubraunen Ziegelsteinen gemauert. Ein Vorbau war angeschlossen, der aber fast genauso groß war, wie der Rest des Gebäudes. Dort lagerten alle Werkzeuge und Arbeitsmaschinen, die in der Scheune keinen Platz mehr fanden, da dort nun wieder die Hühner und drei Milchkühe untergebracht waren sowie ein Großteil der Ernte. Die Kühe waren verdammt teuer, nur nach und nach konnte seine Familie die Tiere nachkaufen. Zehn Kühe besaßen sie noch vor diesem einen Vorfall. Alle samt gestorben an einer schweren Krankheit, die im Winter über sie kam. Zumindest behaupte das Vater immer, wenn er danach gefragt wurde. Aber Samuel wusste genau, dass es seine Schuld war und es tat im Leid. Was auch immer passiert war, das hatte er nicht gewollt.


    In nicht allzu weiter Ferne sah Samuel einen Mann kommen. Schnell lief er in die Scheune zurück und zog sich seine dicke Kutte über. Zwar waren seine Verletzungen nicht mehr so erkennbar oder zumindest hätte man diese als normale Arbeitsverletzungen erklären können, soweit Samuel sie beim Waschen erfühlt hatte. Aber sicherheitshalber sollten die Leute nichts davon erfahren, es würde sonst nur wieder zu einer weiteren Bestrafung führen, daher zog er sich diese Kutte über. Hmm momentan habe ich eh keine andere Sachen hier... Als er wieder nach draußen trat, stand der Mann schon vor der Tür des Wohnhauses. Er erblickte Samuel und rief ihn zu sich herüber. „Guten Tag! Du bist doch der Sohn von Erik?“ Samuel nickte nur. Es war einer dieser Männer, mit denen Vater einmal die Woche in der Taverne die Nacht durchmachte. Samuel war noch nie dort gewesen, nur mal daran vorbeigelaufen, als er im Dorf ein paar Sachen verkaufen war. Einer der wenigen Momente, in denen er mal vom Hof runter kam. Es waren schöne Momente. Das Verkaufen war zwar nicht seine Lieblingsbeschäftigung, aber sie war ihm dennoch um einiges lieber als die schwere Arbeit auf dem Hof. Zudem traf er auf andere Menschen, konnte sich mit ihnen unterhalten und war immer gespannt darauf, was die anderen Leute umtrieb. Manchmal beobachte er stundenlang das Treiben am Marktplatz.


    „Ist er nun da oder nicht? Hey hörst du mich?“, fragte der Mann mit betonter Stimme und riss Samuel damit aus seinen Gedanken. „Er wollte heute mit dem Tierhändler reden, um eine weitere Kuh für den Hof zu kaufen. Er sollte aber schon bald wieder da sein.“, antworte Samuel ihm. „Hmm ja, schlimme Sache das mit den Tieren. Kann bis heute nicht glauben, dass die alle in der selben Nacht verstorben sind.“ Samuel blickte zu Boden und versuchte nichts darauf zu antworten. „Also wir glauben ja, dass das nicht mit rechten Dingen zuging. Vermutlich war es einer dieser verfluchten Magier. Ich würde sogar wetten, dass es das Mädchen von den Tyrhuns aus dem Nachbardorf war. Vor drei Tagen wurde sie dabei überführt, irgend so einen scheiß Magiekram gemacht zu haben.“ Die arme, wenn so etwas herauskommt, dann ist jede Strafe von Vater nichts dagegen, dann droht schlimmeres. Samuel wusste nicht viel darüber, warum Magie so verachtet wurde. Es musste etwas mit einem Krieg zu tun haben, aber niemand wollte darüber reden, insbesondere nicht seine Familie und noch weniger mit ihm.


    „Gestern wurde diesem Abschaum der Prozess gemacht und noch am selben Tag wurde sie mit ihrer ganzen Familie über dem Feuer hingerichtet. Das geschieht denen recht, so jemanden zu verstecken gehört bestraft!“ Samuel schluckte. Er wusste, dass das auch die Konsequenz für ihn sein würde, sollte jemals jemand etwas über seine Fähigkeiten erfahren. Es wäre vermutlich einfacher, wenn er sie kontrollieren könnte, aber so könnte es jederzeit aus Versehen passieren und er wäre enttarnt. Dass bei so einem Prozess auch immer die ganze Familie leiden musste, war eine der wenigen Sachen, die man ihm mit Nachdruck erzählt hatte. Es sollte wohl die Strafe dafür sein, dass man einen Magier versteckte. Bei Familien ging es wohl aber auch primär darum, gleich die ganze Sippe auszulöschen, um damit zu verhindern, dass noch weitere geboren werden. Schon des öfteren hatte Samuel daran gedacht, wie es wohl wäre, nach einer Bestrafung einfach nicht mehr aufzuwachen? Doch bisher siegte immer das Verlangen danach, weiter zu leben.


    Schweiß rann Samuel übers Gesicht, den er schnell abwischte, um nicht weiter aufzufallen. Doch der Mann bemerkte es: „Geht es dir nicht gut?“ „Alles...“, Samuel stotterte, „alles gut. Es ist nur...“ „Hab kein Mitleid mit dem Gesindel, die haben es doch verdient. Warum trägst du eigentlich diese dicke Kutte? Noch ist Sommer und es ist doch viel zu warm dafür.“ Der Mann sah ihn skeptisch an. „Ich ehm, ich habe einen schuppigen Hautausschlag und wollte Ihnen den Anblick ersparen“, stammelte Samuel. Der Mann sah weiter skeptisch zu ihm, aber ihm schien es dann doch egal zu sein. „Ist denn wenigstens deine Mutter da? Ich wollte noch ein paar bestellte Blumengestecke abholen für heute Abend. Meine Frau feiert heute ihren Geburtstag.“ „Vermutlich ist sie hinterm Haus, bei den Blumenwiesen“, antworte Samuel erleichtert darüber, dass dem Mann seine Ausrede bezüglich der Kutte wohl reichte.

    Hallo freya.griffin ,


    bei Greifen denke ich immer zu erst an den Vogelteil und danach, wenn ich ein Bild sehe, wird mir immer erst wieder klar, dass da hinten ja noch sowas wie ein Löwe dranhängt. :D


    Von daher ergibt für mich das mit dem Ei am meisten Sinn. Aber ich hätte auch nichts dagegen, mal von der anderen Variante zu lesen, noch dazu, wenn sie logisch begründet wird.

    Hi Etiam ,


    es wird merklich besser und ich hatte richtig Spaß beim Lesen des 4. Teils. :thumbsup:

    Die drei passen wirklich gut zusammen und kommen so richtig gut rüber.

    Bin jetzt sehr gespannt, wie es weitergeht, so wie es gerade endet, habe ich schlimme Befürchtungen.