Beiträge von Skadi

    Huhu!

    Selber huhu!


    der wirkt neben deinen anderen Freaks so herrlich normal

    Niall ist der Freak unter den Freaks, weil er vom Charakter her kein Freak ist *g*

    Und man glaubt gar nicht wie entspannend es ist, wenn man zwischen all den extremen jemanden wie Niall schreibt. Man fühlt sich voll als würde man Pause machen.


    ich finde es sehr bemerkenswert wie viel Fingerspitzengefühl Niall da beweist - aber gut, als Papa und Ehemann lernt man das wohl auch xD

    Vor allem als Ehemann einer Kreatur, die einem die Kehle ausbeißt wenn sie wütend wird *hust* #EsgibtNixAngsteinflößerendesAlsEineWütendeWölfin


    Danke für's Feedback ^^

    „Danke, dass du für mich einen Umweg fährst.“ Ein rhythmisches Klacken setzte ein, als Niall den Blinker aktivierte. Die Straße in die er gerade einbog führte ihn von seiner eigentlichen Strecke herunter und Scotts großer Bruder würde einmal im Kreis fahren müssen um zurück auf den direkten Weg zu seinem Elternhaus zu gelangen. Moira nahm den extra Aufwand, den Niall ihretwegen betrieb keineswegs als selbstverständlich hin, wohingegen der Wolf gelassen abwinkte.

    „Kein Problem. Die zehn Minuten bringen meinen Zeitplan nicht durcheinander. Außerdem warst du auf einmal so blass um die Nase als ob es dir nicht gut geht. Da lasse ich dich bestimmt nicht erst durch die Stadt laufen.“

    Ertappt rieb Moira die Knie gegeneinander. Ihr abruptes Stimmungstief war Niall also aufgefallen? Na ja, ein guter Beobachter hatte schon immer in ihm gesteckt und ihre Emotionen zu kontrollieren fiel Moira seit je her schwer, zudem man der Empathie eines Vaters von insgesamt vier Kindern wahrscheinlich eh nur schwer etwas vormachte. Ebendieses Einfühlungsvermögen hielt Niall in diesem Moment vermutlich auch davon ab nach der Ursache für Moiras Unwohlsein zu bohren und der Banshee kam es sehr entgegen. Sie wusste ihre Reaktion ja selbst kein bisschen einzusortieren. Moira verbrachte gern Zeit mit Gwen, sie verbrachte gern Zeit mit Colin. Wieso setzte es ihr da trotzdem immer so zu, wenn sich beide gleichzeitig in ihrer Nähe aufhielten?

    Nachdenklich betrachtete Moira ihre Schuhe. Im Fußraum des Beifahrersitzes rollte ein glitzernder Gummiball umher und Butterkekskrümel hingen in der Matte – eine kleine Hinterlassenschaft von Nialls Welpen für ihren Papa. So etwas würde Colin niemals zulassen. Er ranzte Abby bereits an, sobald sie mit etwas Erde unter den Sohlen in seinen Wagen stieg. Im Gegensatz zu seinem kleinen Bruder trieben Niall allerdings wichtigere Verpflichtungen herum, denn seinen Familienvan in einem Zustand zu halten, in dem man vom Fahrzeugboden essen könnte und so gesehen sorgte ja sein Nachwuchs schon dafür, dass man bei Bedarf eine Kleinigkeit fand.

    „Es freut mich übrigens, dass du wieder mehr Zeit mit uns verbringst“, wechselte Moira das Thema und wurde dafür von Niall angelächelt.

    „Ich bin auch froh darüber. Mama und Papa sei ihr Urlaub gegönnt aber die Kinder bei ihren Großeltern abliefern zu können ist für Kate und mich eine große Entlastung. Wir konnten uns seit Ostern kein einziges Mal mit Freunden verabreden und versuch mal einen Termin mit deinem Steuerberater wahrzunehmen, während vier Welpen an dir kleben. Kate und ich haben uns teilweise sogar darum gestritten wer in den Supermarkt rennen und Milch nachkaufen darf, weil das die einzige Möglichkeit für uns war, dem ganzen Familientrubel zu entkommen.“

    Oh ja, das glaubte Moira ihm sofort. Ähnlich erging es ihr schließlich mit ihrer Wohnung und den Treffen, die sie mit ihren Freunden darin abhielt – nur mit dem Unterschied, dass Moira keine Berge an Wäsche bewältigen, Essen für mehrere hungrige Mäuler kochen oder die Unordnung ihrer Mitbewohner aufräumen musste.

    Vor ihrem geistigen Auge flackerten spontan Scott uns Koljas Gesichter auf.

    ...

    Okay, in einer Hinsicht teilte Moira doch dasselbe Los wie Niall.

    Der Wolf erzählte weiter: „Und den Kindern macht es Spaß im Garten meiner Eltern herumzutoben und sich von Mama verhätscheln zu lassen. Sie sind außerdem ziemlich von Kolja begeistert. Zuerst hatten sie Angst vor ihm, aber sie haben sich auch schnell an ihn gewöhnt und finden ihren neuen Onkel jetzt total super. Er kann echt gut mit Kindern umgehen.“

    „Das ist schön“, meinte Moira in aller Ehrlichkeit. Kolja mochte Kinder nämlich wirklich sehr und das letzte was erreichen wollte war, jemanden in irgendeiner Weise Furcht einzujagen – sowohl Kindern als auch Erwachsenen.

    Niall schmunzelte. „Manchmal muss ich ihnen sogar sagen, dass sie Kolja bitte in Ruhe lassen sollen. Sie würden ihm sonst nur an den Beinen hängen und Abby hätte überhaupt nichts mehr von ihrem Freund.“

    Ja … damit sprach Niall einen wunden Punkt in dem Liebesverhältnis zwischen seiner kleinen Schwester und dem Bärenpoly an. „Kolja hat erwähnt, dass er sich mehr Privatsphäre mit Abby wünscht“, vertraute Moira Niall an. „Die beiden müssen wohl selten die Gelegenheit bekommen miteinander allein zu sein, weil immer jemand um sie herumschwirrt. Bei Abby sind es ihre Eltern und Kieran und wenn sich die beiden bei uns verabreden, sind entweder Scott oder ich gleich nebenan.“

    Kurz konzentrierte sich Niall darauf an der vor ihnen liegenden Kreuzung die Vorfahrtsregeln einzuhalten; danach sagte er verständnisvoll: „Ich kann mir vorstellen, dass das ihre Beziehung belastet. Einem erwachsenen Mann wie Kolja dürfte es zudem ziemlich unangenehm sein, unter den Augen seines Schwiegervaters in Abbys Zimmer zu verschwinden wie ein Teenager. Ich befürchte, dieses Problem lässt sich aber nur dadurch lösen, indem sich Abby und Kolja entweder eine gemeinsame Wohnung suchen oder einer der beiden allein lebt. Das oder unsere Eltern müssen nochmal für ein paar Monate verreisen.“ Er lachte, allerdings meinte Moira trotzdem ein bisschen Verzweiflung aus seinen anschließenden Worten herauszuhören. „Nur ein Scherz. Bitte bring meine Eltern nicht auf diese Idee.“

    „Das mache ich nicht, keine Sorge“, versprach die Banshee ihm. Wo sie einmal über Beziehungen plauderten … . „Weißt du zufällig ob Colin und Gwen ein Paar sind?“

    Leider erwies sich Niall im Hinblick auf die Romanze seines Bruders genau wie Moira als völlig ahnungslos. „Das kann ich dir auch nicht sagen. Du weißt ja wie Colin ist. Der einzige mit der er über seine Gefühle redet ist Scott. Du wirst also ihn fragen müssen, solange du Colin oder Gwen nicht direkt darauf ansprechen möchtest.“

    Moira sollte mit Scott über Colins Liebesleben reden? Das … nein, das konnte sie unmöglich tun; am Ende erzählte er Colin von ihrer Neugierde und das durfte auf keinen Fall passieren! Wenn Colin davon erfuhr, dass Moira Interesse an seinem Beziehungsstatus zeigte, dann … dann … na ja, dann wusste er, dass Moira Interesse an seinem Beziehungsstatus zeigte.

    Das anhaltende Schweigen der Banshee veranlasste Niall das Gespräch fortzusetzen. „Wieso willst du das denn überhaupt wissen?“

    Wieso Moira das … ? Nun, weil sie … . Also … . Weshalb fiel ihr denn nur partout keine legitime Begründung ein? „Ich möchte vermeiden, mich irgendwie unangemessen zu verhalten“, sog Moira sich spontan eine Antwort aus den Fingern und puzzelte dafür die ersten wahllosen Gedankengänge zusammen, die ihr durch den Geist schossen. „Wir verbringen schließlich viel Zeit miteinander und das Letzte was ich will ist unwissentlich etwas zu tun oder zu sagen womit ich einen der beiden auf die Füße trete.“

    „So-so.“

    Das klang nicht danach als ob Niall ihr diese Erklärung abkaufte. Zwar verzichtete er auf zusätzliche Kommentare und fokussierte sich auf den Straßenverkehr, aber aus irgendeinem Grund beschäftigte Moira seine Reaktion. „Glaubst du mir nicht?“

    „Oh, doch. Ich glaube dir“, räumte Niall ihre Befürchtung aus dem Weg ohne sein Augenmerk von der Fahrbahn abzuwenden. Nach einer kurzen Sprechpause ergänzte er: „Mir kam es bloß vor als steckt noch mehr hinter deiner Frage“

    „Ach ja?“

    Mit nach vorn gerichtetem Blick nickte Niall. „Ein bisschen hat es danach geklungen, als wolltest du deine eigenen Chancen ausloten.“

    Wie bitte? Auf was für absurde Ideen Niall da kam! „Ich wollte meine Chancen bei Colin nicht ausloten“, wies Moira die Behauptung des Wolfes strickt zurück, woraufhin dieser amüsiert die Lippen kräuselte. Damit verwirrte er Moira vollends. „Was ist so lustig?“

    „Entschuldige, ich lache nicht über dich“, stellte Niall klar. „Ich finde es nur süß, dass du Colin direkt ins Spiel gebracht hast obwohl ich seinen Namen gar nicht erwähnt habe.“

    Plötzlich stieg der Banshee eine siedende Hitze zu Kopf und ihr Gesicht fühlte sich deswegen an als würde es jeden Augenblick schmelzen wie ein Zinnsoldat in der Esse. Oh Gott, hatte sie das getan? Hatte ihr Gehirn bei der Andeutung, Moira könnte eine Vorliebe für eine Person entwickeln tatsächlich automatisch die Assoziation zu Colin hergestellt? Warum?? Das ergab keinerlei Sinn! Über ihre eigene, verquere Denkweise erschrocken starrte Moira Niall an; dieser versuchte sie zu beruhigen:

    „Das muss dir nicht peinlich sein. Niemand kann etwas für seine Gefühle und wenn es dir hilft: Ich denke nicht, dass Colin, Gwen oder einer der anderen eine Ahnung hat, dass du ihn magst.“

    „Das interpretierst du falsch“, wehrte die Banshee seine Unterstellung ab. Das hieß, natürlich besaß Colin in Moiras Augen besondere Qualitäten, mit denen er einer Frau wie ihr mühelos den Kopf verdrehte. Sein Humor war großartig, er nahm die Dinge in die Hand und außerdem strahlte Colin diese entspannte Aura aus, dank der in seiner Gegenwart jegliche Unruhe von Moira abfiel. Davon abgesehen fand Moira seine Züge wirklich attraktiv und sein Kleidungsstil schmeichelte seiner schlanken, hochgewachsenen Statur, die Moi-… Halt, welche Richtung schlugen ihre Überlegungen da gerade ein?! Rasch scheuchte Moira sie auf die richtige Spur, bevor die Banshee noch selbst der Schnapsidee erlag in Colin verknallt zu sein. „Ich mag Colin, aber nicht so wie du denkst. Wenn ich Gefühle für ihn hätte, dann wäre mir das doch schon vor einer Weile bewusst geworden oder nicht?“

    Niall zuckte mit den Schultern. „Vor einer Weile musstest du noch keine Angst haben, dass er mit Gwen durchbrennt.“

    Vertraute Wohnhäuser schoben sich hinter den Seitenscheiben in Moiras Sichtfeld. Ein letztes Mal lenkte Niall seinen Wagen um eine Kurve und dann hielt er an – direkt vor Moiras Haustür. „Da wären wir. Tut mir leid, wenn ich dir zu nahegetreten bin, Moira. Du weißt am besten darüber Bescheid was in dir vorgeht“, sagte er und Moira zwang ihm zuliebe ihre Mundwinkel nach oben.

    „Ist schon in Ordnung. Komm gut nachhause, Niall, und nochmal Danke fürs Heimfahren.“

    „Jeder Zeit wieder.“ Sodann stieg Moira aus dem Auto und nachdem sie die Beifahrertür zugeworfen hatte, fuhr Niall davon.

    Für einen Augenblick schaute sie dem roten Leuchten seiner Rücklichter nach.

    Der Wolf hatte es erfolgreich zustande gebracht, dass sich Moira von ihren eigenen Gedanken überfordert fühlte. Wie um alles in der Welt gelangte Niall bloß zu der Annahme, sie himmelte seinen kleinen Bruder an? Dass die Banshee mehr für Colin empfand denn platonische Zuneigung, das funktionierte doch gar nicht! Colin und Moira kannten einander seit der Grundschule und in diesen fünfundzwanzig Jahren hätten sie ihr gegenseitiges, romantisches Interesse doch schon lange erkannt. Korrekt? Doch, so musste es sein. Mit Sicherheit ging Niall bloß einem Irrtum auf dem Leim und darüber hinaus: selbst wenn man annahm er liege richtig und Moira stand wirklich auf Colin … solange Colin dieses Gefühl nicht erwiderte, spielten ihre Empfindungen für ihn sowieso keine Rolle.

    Und Colins Hinwendung galt nun einmal Gwen.

    Trotzdem ließ eine Tatsache Moira ratlos zurück. Als sie Niall danach gefragt hatte, ob sein Bruder eine feste Beziehung mit dem Sukkubus führte, da hatte Moira insgeheim gehofft.

    Sie hatte gehofft, seine Antwort würde 'Nein' lauten. 'Nein, Colin führt keine Beziehung.

    Colin ist zu haben.'

    Man musste kein Paartherapeut sein um zu erkennen, dass sich die Beziehung zwischen Colin und Gwen verändert hatte. Seit einiger Zeit verzichteten die zwei darauf in Gegenwart ihrer Freunde miteinander zu flirten und es wäre geschwindelt zu behaupten, Moira würde die ständige Turtelei vermissen. Mitzuerleben wie Gwen und Colin einander zu jeder sich bietenden Gelegenheit schöne Augen machten, war wirklich nervig gewesen und des Öfteren hatte Moira insgeheim gewünscht, die beiden würden das Interesse am jeweils anderen verlieren.

    So ein für alle Mal.

    Nach Moiras Beobachtungen deutete das Verhalten der beiden auf zwei mögliche Entwicklungen hin: Entweder waren Gwen und Colin endlich zu der Einsicht gelangt, ja so gar nicht zusammenzupassen – oder ihre Balz war erfolgreich verlaufen und somit nunmehr überflüssig. Dass zwischen ihnen nach wie vor ein vertrautes Verhältnis herrschte, erkannte selbst ein Zyklop mit Bindehautentzündung, aber bisher hatte Moira nie einen Kuss zwischen dem Sukkubus und Scotts Bruder beobachtet oder andere Gesten aufgeschnappt, die ein Liebespaar in der Regel austauschte. Händchenhalten zum Beispiel. Das Fehlen von öffentlich ausgelebten Zärtlichkeiten ließ im Fall von Colin und Gwen jedoch keinen echten Rückschluss zu, da Gwen aus beruflicher Gewohnheit Diskretion wahrte und Colin … nun ja. Er behielt sein Gefühlsleben hartnäckiger unter Verschluss denn ein Krampus unartige Kinder in seiner Bütte und selbst Scott gewährte er nur in einen Bruchteil von dem Einblick, was ihn bewegte.

    Auf Scotts durchaus ernst gemeinte Frage antwortete Gwen: „Von wegen Pfütze. Ich komme gerade von einem Kunden, einem Wildkaterpoly der unbedingt einen Eindruck davon bekommen wollte, wie sich ein Blowjob von einer Meerjungfrau anfühlt. Wir sind also in seine Wanne gestiegen und kaum nimmt die ganze Sache Fahrt auf, hält dieser Mistkerl meinen Kopf unter Wasser gedrückt! Ich wäre fast ertrunken, nur weil er Angst um seine Erektion hatte! Dabei bin ich Profi, ich weiß was ich tun muss um nicht von vorn anfangen zu müssen, nur weil ich für drei Sekunden nach Luft schnappe.“ Empört stemmte Gwen die Hände in die Seiten. „Und dann hat dieses ergraute Fellknäuel auch noch die Dreistigkeit besessen sich darüber zu beschweren, wieso ich so herumzapple. Er kann froh sein, dass er seine Eichel noch hat, nachdem ich an seinem Penis hängen musste wie … .“

    „Wie ein Wurm am Haken?“ Colin beendete Gwens angefangenen Satz, woraufhin der Sukkubus ihn entrüstet korrigierte:

    „Eher wie der Fisch an dem mageren Würmchen, das am Haken hängt.“

    „Und du bist mit Klamotten ins Wasser?“, hakte Scott nach, denn Gwens Geschichte lieferte bisher keine Erklärung für das durchnässte Kleid.

    Sie sagte: „Natürlich nicht. Aber nachdem ich es endlich geschafft hatte mich freizukämpfen, bin ich sofort aus der Wanne geflohen und habe meine Sachen gegriffen, da packt mich dieses Ekelpaket am Arm und zerrt mich zurück. Ist das zu fassen!? Erst bringt er mich um ein Haar um und dann beharrt er auf Vertragserfüllung? So schnell wie er ist noch nie ein Kunde auf meiner schwarzen Liste gelandet, das kann ich euch sagen!“ Im nächsten Moment zuckte Gwens Nasenspitze. Ein Niesen folgte der subtilen Regung.

    „Gesundheit.“ Mit gerunzelter Stirn beäugte Moira Gwens eleganten, auf die Farbe ihres Kleides abgestimmten Bolero, dessen dünner Stoff die Schultern des Sukkubus' vor einer frischen Sommerbrise schützte aber die kühlen Temperaturen und die Windböen des Herbstes hielt er kein bisschen ab. Zudem die Feuchtigkeit in Gwens Kleidung praktisch den Nährboden bot, durch den sich die Kälte bis zu ihrer Haut durchfraß. Unter diesen Umständen musste sie sich ja zwangsläufig eine Erkältung einfangen! „Möchtest du meinen Pullover haben?“, bot Moira der bibbernden Gwen an. Zwischen ihr und der Banshee bestand kein gravierender Größenunterschied und darüber hinaus kaufte Moira ihre Kapuzenpullover wegen des Kuschelfaktors sowieso gern eine Nummer zu groß. Dankbar blickte Gwen sie auf dieses Angebot hin an.

    „Oh Mäuschen, du bist ein wahrer Schatz!“

    Sodann kroch Moira aus ihrem bordeauxroten Hoodie, offenbarte ihre darunterliegende Bluse im Schottenmuster und reichte das warme Kleidungsstück an Gwen weiter. Umgehend schlüpfte der Sukkubus hinein. Fein! Jetzt musste sie nicht länger frieren.

    Plötzlich spürte Moira Colins Augenmerk auf sich ruhen. Wes-... weshalb musterte er sie denn so gründlich? Seine Augen glitt eingehend an ihrem Oberkörper entlang und unerklärlicher weise regten seine Blicke Moiras Herzschlag an wie eine Truppe Taiko-Trommler ihre Instrumente. Ihre Wangen wurden warm.

    „Was machst'n du im Winter?“

    Moira brauchte einen Moment um zu begreifen, dass Colin mit seiner Frage auf ihre diversen Kleidungsschichten anspielte. Was meinte er? Ihre Garderobe bestand heute doch nur aus einem Hemd, einem T-Shirt, einer Bluse sowie dem Pullover, den Gwen am Leibe trug. Nun ja, und aus ihrer gelben Regenjacke aber die hing gegenwärtig zwischen den anderen Jacken am Kleiderständer neben der Eingangstür.

    Schon stahl Gwen Colins Beachtung. „Hast du mir meinen Mantel mitgebracht?“

    Der Wolf schob eine Braue hinauf. „Warum sollte ich deinen Mantel mit mir rumschleppen?“

    „Weil ich ihn heute Morgen in deiner Wohnung vergessen habe, als ich wegen des Termins so in Eile war.“

    „An der Garderobe hat vorhin nichts gehangen“, erklärte Colin und brachte Gwen dazu ihre ebenmäßige Stirn in Falten zu legen.

    „Colin, du weißt wie letzte Nacht gelaufen ist. Denkst du ernsthaft ich hätte mir Gedanken darüber gemacht, in welcher Ecke meine Klamotten landen?“

    „Hättest du es getan und deinen Mantel an die Garderobe gehangen, müsstest du jetzt nicht frieren.“

    … Gwen … Gwen übernachtete bei Colin? Aber ihre Wohnung lag doch nur fünfzehn Minuten Fußweg von seiner entfernt; warum schlief sie nicht einfach in ihrem eigenen Bett? Wie verunreinigtes Spülwasser durch den Abfluss gluckerte die Wärme aus Moiras Gesicht in ihren Bauch, verursachte darin Krämpfe und unweigerlich füllte Moiras Phantasie ungefragt die Lücken in dem angedeuteten Szenario aus. Von jetzt auf gleich wollte die Banshee nur noch eins: nachhause und weg von Colin und Gwen.

    Ihr Wunsch fand seine Erfüllung durch Niall. „Ich muss jetzt los und die Kinder von Mama abholen“, sagte er mit Fingerzeig auf die Uhr. „Soll ich dich vielleicht zuhause absetzen, Moira?“

    Darüber musste die Banshee keine Sekunde lang nachdenken. „Das wäre lieb von dir.“ Sogleich rutschte sie von ihrem Hocker herab und piepste ihren Freunden eine einsilbige Verabschiedung zu.

    Gwen rief ihr zwar noch nach: „Du bekommst deinen Pullover gewaschen von mir wieder“ aber Moira reagierte nicht auf den Sukkubus. Stattdessen floh sie an Nialls Seite aus dem Pub.

    Hallo Novize ,


    also im dritten Teil der KG werden echt ganz schön viele Blicke geworfen und es wird viel umhergeblickt *g*


    Deine Änderungen der ersten zwei Teile habe ich mir noch nicht angeguckt, deswegen bezieht sich mein Kommentar nur auf den Abschluss der Geschichte. Ich hatte beim Lesen ein bisschen das Gefühl einer DnD Runde, die ihr Ziel aus dem Augen verloren hat. Es werden Dinge beschrieben, wie z. B. Moes Verschnaufpause auf dem Hügel oder dass Moe mit der Wirtin aushandelt, gegen Essen den Stallauszumisten, obwohl das am Ende keine Relevanz für die Handlung hat - bzw. nicht so sehr, dass diese breite Erzählung meiner Meinung nach nötig/gerechtfertigt wäre. Ich will damit sagen, dass sich die Erzählung in meinen Augen in Angelegenheiten verrennt, die man kürzer fassen könnte oder vlt sogar weglassen ^^

    Ich muss auch zugeben, Juu-Kas Kommentar nach einer Auflösung der Pointe durchsucht zu haben. Interpretation und Elementdeutung ist eigentlich voll mein Ding, aber was nun die Moral der Geschichte ist, das konnte ich mir ohne Starthilfe nicht so recht zusammenreimen :hmm: Mir erschließt sich auch jetzt noch nicht, worin nun die Notwendigkeit in dem komplizierten Handel mit dem Banditen bestand.


    Wurde vorher im Text schon mal erwähnt, dass Moe ein Interesse für Gesteine hat? Falls ja, dann habe ich das scheinbar vergessen oder überlesen, mir kam es nämlich "praktisch" vor, dass in dem Moment, in dem Moe die Höhle betritt, erwähnt wird, dass er ja Hobbygeologe ist. Vielleicht könnte man diesen Fakt weiter vorn in der Handlung erwähnen oder einbauen, dann hat das weniger von Batmans Anti-Hai-Spray? Nur ein Vorschlag ^^


    Also für ein Märchen im klassischen Sinne ist mir persönlich die Handlung nicht straight forward genug :hmm: Ich denke, um diesen Effekt zu erreichen hätte einiges gekürzt oder vereinfacht werden können :pflaster:

    Guten Morgen ^^ Wow, das ist mal ein schneller Kommentar xD


    Ich bin gespannt, ob Neros "Es ist ein Wasserschaden" etwas mit Gwens Nässe zu tun hat

    Ähm, nein ^^ Der Wasserschaden bezieht sich darauf, dass ein Teil des Pubs abgefackelt ist und Hayes es irgendwie geschafft hat, der Versicherung den Schaden als Wasserschaden zu verkaufen. Ich schlage an dieser Stelle den Bogen zurück zu Ep1 und Neros Einruf soll eigentlich nur als zusätzliches Detail dienen, damit es einem leichter fällt sich die entsprechende Stelle ins Gedächtnis zu zurufen:


    Zitat von Episode 1

    „Eigentlich überflüssig, dass Hayes uns in den Pub bestellt“, dachte Scott laut. „Er schiebt alle Schäden eh auf den Einbruch und betrügt die Versicherung. So, wie beim Brand letzten Sommer.“

    Hazel hob ratlos die Hände. „Frag mich nicht. Mir ist es bis heute ein Rätsel, wie er damals an diesen Phönix gekommen ist und welcher Teufel ihn geritten hat, mit ihm Hahnenkämpfe im Büro zu veranstalten.“ Nicht nur die absurd hohen Schmiergelder an den Zoll, die Hayes für die Einfuhr bezahlen musste – sein Phönixhahn erwies sich als riesige Pfeife und ging beim ersten Kampf über den Jordan. Am Ende musste selbst Hayes einräumen, dass ein sterbender Phönix in einem mit holzverkleidetem Büro nicht unbedingt zu seinen besten Ideen gehörte. Vom Büro des Tír na nÓg war danach jedenfalls ein Haufen Asche übriggeblieben und irgendwie hatte Hayes es geschafft, der Versicherung das Ganze als Wasserschaden zu verkaufen. „Diese Versicherungstypen geben sich einfach keine Mühe mehr ...“, stellte Scott fest.


    Und ungeachtet dessen wäre der Wasserschaden ja sowieso im Pub gewesen und Gwen kommt durch die Eingangstür in den Pub, also von draußen.

    In einer synchronen Bewegung drehten Moira, Colin und Niall ihre Köpfe in die Richtung, in die die zwei Freunde blickten – und mit einmal fühlte sich Moira beobachtet. Auf dem Whiskeyregal hockte ein Vogel zwischen den Flaschen und stierte mit tiefschwarzen, starren Pupillen auf die Gruppe herab. Hätte Moira es nicht besser gewusst, wäre sie davon ausgegangen einem Kakadu gegenüber zu sitzen, bloß dass die Federn seiner Haube im Vergleich zu denen seiner Artgenossen statt gelb oder weiß in einem dezenten Rot schimmerten. Die Aufmerksamkeit des Tierchens klebte regelrecht an Scott und Kolja und als die beiden wort- und regungslos verharrten, neigte es neugierig das befiederte Haupt.

    „Habt ihr etwa Bammel vor 'nem Vogel?“, spottete Colin, dabei ging zumindest aus Moiras Perspektive durchaus eine gewisse Gefahr von ihm aus. Immerhin besaß er beachtliche Krallen sowie einen scharfen, kupferfarbenen Schnabel mit dem er auf jeden einhacken konnte, der ihn lang genug provozierte. Und Feuer spuckte er zuweilen auch.

    Ob Freak oder Mensch – ein jeder kannte den Mythos vom sagenumwobenen Phönix, dem mächtigen Feuervogel, der mit einem einzigen Schlag seiner Schwingen den Himmel in Brand zu stecken vermochte. Voller Stolz und Schönheit galt dieses prächtige Geschöpf seit je her als ein Symbol von Regeneration und Erneuerung, ging es in seinem Tod doch lichterloh in Flammen auf, um hernach aus seiner eigenen Asche aufzuerstehen. Könige und Ritter erkoren sein Ebenbild für ihre Wappen aus und die Gelehrten wie Philosophen fanden Inspiration in der Analogie seines Lebenszyklus'.

    Jedenfalls bis vor rund eintausend Jahren.

    Heutzutage wurde das Sinnbild der Phönixe hauptsächlich für die Titel diverser oberflächlicher Make-Over-Formate im Fernsehen adaptiert, wobei dieser Trend für Moiras Verständnis in gewisser Weise perfekt die Entwicklung der Spezies widerspiegelte, da man irgendwann auf die Idee kam Phönixe zu domestizieren und sich die nachfolgenden Bruten während dieses Prozesses immer weiter von ihrer genetischen Ursprungsform entfernt hatten. Und der schräge, leicht pummelige Kakadu neben Mister Hayes' bestem Single Malt nistete sozusagen auf den jüngsten Ast dieses Stammbaumes. Na ja, nicht jede Evolution konnte einen vorteilhaften Verlauf einschlagen und letztendlich blieb ein Huhn schließlich auch nur ein kleiner, gackernder Dinosaurier.

    Natürlich sprang Scott auf Colins Spott an. „Schwachsinn!“ Er fletschte die Zähne. „Aber dieses Mistvieh schnappt jeden Scheiß auf und plappert ihn dann gegenüber Hayes nach. Neulich hab' ich zu O'Maley gemeint, dass Hayes' Kopf aussieht wie ein eitriger Pickel auf einer Kartoffel wenn er sich aufregt und kaum latscht der Alte in den Pub, krächzt Nero ihm das brühwarm zu. Alter, ich hab' noch nie so kurz davor gestanden meinen Job zu verlieren wie an diesem Tag!“ Bei der Erwähnung seines Namens zwinkerte der Phönix Scott unschuldig an, welcher in der Folge drohend die Faust schüttelte. „Richtig verstanden. Ich rede von dir, Federvieh!“

    „Federvieh!“, äffte Nero Scott heiser nach und spreizte im Anschluss fast schon herausfordernd die Fittiche, als würde er sich von dieser Bezeichnung in seiner Ehre verletzt fühlen und deswegen Wiedergutmachung von Scott verlangen. Dieser knurrte den Vogel an:

    „Willst du Ärger?“

    Alsdann wippte Nero einige Male auf und ab und trieb seine Provokation auf die Spitze, indem er Scott großschnäbelig anbellte. „Rawuff! Rawuff!“

    „Na warte!“ Scott machte einen aufgebrachten Schritt auf den Vogel zu, doch der stieß ein stimmloses „Oh-oh“ aus und bevor Scott ihm tatsächlich etwas antun konnte, hüpfte Nero vom Regal herunter und segelte über den Schopf des Wolfes hinweg zu einer der Deckenlampen über der Bar. Dort krallte er sich am Stromkabel fest und wenn Moira die Gedanken des Phönix' lesen sollte, dann wägte er in diesem Moment vermutlich ab, ob Scott ihn an diesem Ort auch wirklich auf keinen Fall erreichte. So schnell war Nero sein loser Schnabel also abhandengekommen.

    „Hoffentlich wird er nicht seekrank“, sagte Niall mit nach oben gerichtetem Blick auf die hin und her schwingende Lampe, „sonst übergibt er sich euch noch auf das Parkett.“

    Kolja schaute ebenfalls hinauf. „Ich bin mir nicht sicher ob Vögel das können.“

    „Was macht'n das Vieh überhaupt hier? Ich dachte das wäre beim Brand im Büro zum Brathähnchen geworden“, wollte Colin wissen und spielte damit auf den Zwischenfall von vor etwa einem Jahr an, bei dem Nero bei einem improvisierten Hahnenkampf den Kürzeren gezogen und sich entsprechend seines Wesens mitsamt der Einrichtung in Asche verwandelt hatte. Zurückgeblieben war lediglich ein Ei und eine Menge Klärungsbedarf gegenüber der Versicherung.

    Von oben krächzte es herab: „Es ist ein Wasserschaden! Ein Wasserschaden!“

    „Angeblich ist die Nervensäge schon vor einem dreiviertel Jahr geschlüpft“, erklärte Scott und funkelte den ausgewachsenen Phönix feindselig an. „Bisher hat Hayes ihn aber nie hier runtergelassen.“

    „Mich wundert, dass er ihn noch nicht weggegeben hat.“ Ein großer Tierfreund steckte nach Moiras Urteilsvermögen nämlich auf keinen Fall in dem Leprechaun und damit es einem so intelligenten Vogel wie Nero gut ging, bedarf es sicher enormer Zuwendung und Pflege. Undenkbar, dass ausgerechnet Mister Hayes die Geduld dafür aufbrachte – geschweige denn die nötige Tierliebe.

    Scott zuckte mit den Schultern. „Was soll er mit ihm anstellen? Im nächsten x-beliebigen Tierheim kann er ihn schlecht abliefern und wenn er versucht ihm den Hals umzudrehen, fackelt er den nächsten Teil des Hauses nieder. Soweit ich weiß hat Hayes schon mehrfach versucht Nero irgendwo auszusetzen aber laut den Papieren vom Züchter steckt zu fünfzehn Prozent eine Brieftaube in ihm. Das Vieh findet deshalb immer zurück.“

    „Vielleicht hat er ja gelernt wie man die Tür von Mister Hayes Wohnung öffnet“, spekulierte Niall, wie der Phönix von heute auf morgen seinen Weg in den Pub gefunden hatte.

    Da fiel Moira ein: „Gwen hat mal erzählt, dass sie Nero nach einem Termin mit Mister Hayes immer von der Türklinke scheuchen muss, weil er so gern darauf sitzt wie auf einer Vogelstange. Wahrscheinlich ist er irgendwann zu schwer geworden, sodass sie unter seinem Gewicht nachgegeben hat und die Tür aus dem Schloss gesprungen ist.“ Sie ergänzte: „Ich weiß nur nicht, wieso Mister Hayes seine Wohnung deswegen nicht einfach absperrt.“

    „Ich glaub' Hayes schert es sowieso einen Dreck was mit seinem Vogel passiert. Dem kommt es doch gerade Recht, wenn irgendein Trottel ihn einfängt und mit nachhause nimmt“, meinte Scott und lag mit seiner Einschätzung wahrscheinlich goldrichtig. Armer Nero. Im Herzen seines Herrchens zündelte kein noch so kleiner Funken Fürsorge für ihn.

    Dann trat jemand ins Tír na nÓg ein.

    Die Beschreibung 'eintreten' passte hierbei wie ein Troll unter seine Brücke, da die Eingangstür lediglich durch die beherzte Kollision mit einem Rammbock schwungvoller aufzufliegen vermochte und anhand der fasziniert dreinblickenden männlichen Freaks identifizierte Moira den eingetroffenen Gast noch bevor sie selbst ein Auge auf ihn warf. Pfennigabsätze hinterließen einen unüberhörbaren Stakkato auf dem Parkett; im Vergleich zu sonst klang er allerdings ungewöhnlich energisch, beinahe schon geladen und daher so gar nicht nach Gwens eigentlich bemerkenswert grazilem Schritt. Neben Colin kam der Sukkubus zum Stehen und knallte echauffiert ihr Handtäschchen auf den Tresen.

    „Gwen“, wurde sie von Colin begrüßt, „du bist echt feucht.“

    Mit einer hektischen Handbewegung wischte sie sich ein paar schwarze Haarsträhnen aus der Stirn. Oh je, was war ihr denn widerfahren? Alles an Gwen triefte vor Nässe: vom Schopf bishin zum Kleid, das ob der Feuchtigkeit in seinen Fasern sogar noch enger anlag als es das von sich aus schon tat. Hatte es etwa einen Wolkenbruch gegeben? Ungehalten schnappte Gwen nach Luft und zischte Colin alsdann an: „Nein Colin, ich bin nicht feucht. Ich. Bin. Nass! Klitschnass! Außerdem ist mir kalt und meine Klamotten kleben an meiner Haut fest!“ Als Gwen zum Beweis am klammen Saum auf ihren Oberschenkeln herumzupfte, ertönte von der Deckenlampe ein anzügliches Pfeifen. Sie schaute zu Nero hinauf. „Hat der Vogel mir etwa gerade nachgepfiffen?“

    „Bist du in eine Pfütze gefallen?“, fragte Scott und betrachtete Gwens durchgeweichte Statur. Jeder wusste, dass er weder ein romantisches, noch ein sexuelles Interesse an ihr hegte und keine Sukkubusaura der Welt dürfte es jemals schaffen, Hazel ihre omnipräsente Machtposition in seinen Gedanken streitig zu machen. Trotzdem, dachte Moira, sollte Scott es sich bis zur Rückkehr seiner Freundin abgewöhnen Gwen derart in Augenschein zu nehmen, denn obschon zwischen den beiden Frauen bloß eine flüchtige Bekanntschaft bestand, wurde Hazel schnell eigenwillig, wenn ihr Freund dem Sukkubus einen Augenaufschlag zu lang seine Beachtung schenkte.

    Und Colin passte das sicher genauso wenig in den Kram.



    nächster Teil

    Danke für den Kommentar, LadyK 🎀


    Mir ist klar, dass einem das Notizbuch unkreativ/nervig/faul vorkommt. Aber für den Zweck, den es in der Handlung erfüllen soll, existieren in unserem Zeitalter der Digitalisierung leider keine wirklichen Alternativen. Vielleicht macht es auch mehr Sinn, wieso es schon wieder ein Notizbuch sein muss, sobald ich mehr Handlungselemente einbringen konnte.


    Aber das wäre ja ziemlich langweilig :)

    Ich lese lieber deine Geschichte!

    Ich erfülle den Bildungsauftrag über Geschichte und die irische Gesellschaft #KeineÖffentlicheMüllabfuhr #23Uhr30IstSperrstunde #StädteMitWenigerAls300Einwohnern :panik:

    Also für mich las sich das so als würde er sie völlig ignorieren :hmm: Hab ich wohl missinterpretiert :pupillen: :pardon: Sorry O.O

    In diesem Moment hat er es auch getan, das ist richtig ^^ Aber das heißt ja nicht, dass er es grundsätzlich tut. So launisch ist Colin auch wieder nicht, dass er am nächsten Tag noch grummelig auf Moira ist nur weil er einmal ihretwegen unter Zeitdruck stand.


    Find ich auch gut, dass das auf echten Dingen basiert :>

    Das tut tatsächlich so einiges in der Geschichte aber das scheint nie jemand zu registrieren oder für erwähnenswert zu halten :rofl: Was jetzt nicht unbedingt viel heißt, da außer Lady bisher niemand die Geschichte bis zu diesem Punkt vollständig gelesen hat. Gwens voller Name ist z.B. auch nicht random gewählt und es gibt Teilhandlungen, die praktisch mithilfe der ersten Informationen aus dem Text vollständig gespoilert werden können, indem man einfach Wikipedia bemüht :rofl:

    Danke für die Rückmeldung, KruemelKakao ^^


    Mhh das war wieder ein schönes Stück "Lore" ... oder Hintergrundinfo?

    Mehr ein Fun Fact, den ich für meine Zwecke verwurstet habe ^^ Leprechauns wurden erstmalig in der Echtra Fergus mac Léti erwähnt, also einem Teil des Ulster-Zykluses, und der Text stammt vermutlich aus dem 8. Jahrhundert. Dem habe ich nochmal hundert Jahre draufgeschlagen, damit sich die Legende vom Leprechaun in den Köpfen der Menschen entfalten konnte und joah ^^ Hier sind wir.


    Nanu? Colin redet wieder mit ihr? Ich dachte der ignoriert sie noch?

    Wann wurde denn erwähnt, dass er sie komplett ignorieren würde?


    Keeeviiinn iiisst soooo laaannggssaammm :rofl: Maaann, mir würde die Geduld für Gespenster fehlen

    Er hat eben alle Zeit der Welt *g*

    Aber es wird eine Figur geben, die noch gemächlicher als er ist. Wenn auch aus einem anderen Grund.

    „Kevin, was ist das?“

    Das Gespenst senkte den Blick nach unten. Mit indifferenter Miene betrachtete der Kellner den Punkt unmittelbar zu seinen Füßen, den Moira ihm mit dem Finger wies, dachte kurz nach und schaute der Banshee hernach wieder ins Gesicht um ihr seine frisch gewonnene Erkenntnis mitzuteilen. „Dies ist ein Notizbuch.“

    Okay, falsche Fragestellung. „Wieso liegt es hier so herum?“, wollte Moira erfahren, woraufhin Kevin sein Augenmerk erneut auf das Parkett richtete und den darauf abgelegten Gegenstand eingehend inspizierte. Den Fußboden des Tír na nÓgs durfte man zu seinen besten Zeiten allerhöchstens als besenrein beschreiben; zwischen zertretenen Salzstangen, Erdnüssen und verschütteten Bier fiel ein intaktes Notizbuch dennoch ziemlich aus dem gewohnten Rahmen von dem, was einem nach einem Besuch im Pub üblicherweise unter den Schuhsohlen klebte.

    Schließlich hob Kevin die Augen und antwortete Moira: „Das entzieht sich meiner Kenntnis.“

    „Und du hast auch nicht zufällig eine Ahnung, wem es gehören könnte?“

    Alsdann nahm das Gespenst das Buch aufs Neue in Augenschein, gerade so als würde er es nicht zum mittlerweile dritten Mal begutachten und so resultierten seine Denkprozesse letztlich in folgendem Ergebnis: „Nein.“

    Daher hob Moira das Buch auf. „Jemand muss es verloren haben“, schlussfolgerte sie und drehte das Notizbuch in ihren Händen ein paar Mal hin und her. Von außen wirkte es sehr gewöhnlich auf sie; offensichtlich ein günstiges Exemplar, welches man für wenig Geld in der Schreibwarenabteilung des nächstbesten Supermarkts erwarb. Keine zehn Schritte trennte seinen Fundort von der Vordertür. Wahrscheinlich war es seinem Eigentümer beim Eintreten oder Verlassen des Pubs aus der Tasche gerutscht, ohne dass dieser seinen Verlust bemerkt hatte. Nun, Moira konnte das Notizbuch schlecht im Weg liegen lassen, denn am Ende trampelte noch jemand darauf herum und machte es auf diese Weise kaputt. Die Banshee überließ Kevin deshalb seinen Aufgaben und kehrte mit ihrem Fund zu ihren Freunden zurück.

    „Hat jemand nach seinen Notizen gefragt?“, sprach sie Scott und Kolja jenseits des Tresens auf das Buch an, während sie auf ihren Hocker zwischen Niall und Colin kletterte. Eventuell war sein Fehlen ja aufgefallen, weshalb man nun danach suchte. Doch die zwei Männer schüttelten geschlossen ihre Häupter und Moira registrierte, wie Scott zudem verächtlich den Nasenrücken kräuselte. Seit dieser Episode mit Hazels Bullet Journal vor einem halben Jahr hegte ihr Kindheitsfreund eine nicht ganz unbegründete Abneigung gegenüber Notizbüchern jeder Art aber Moira fragte ihn dennoch: „Ist es okay, wenn ich das Buch bei euch lasse? Dann sieht sein Besitzer es gleich, wenn er in den Pub kommt.“

    „Meinetwegen“, murrte Scott und Moira lehnte das Notizbuch aufrecht gegen einen Zapfhahn. So. Getan! Unterdessen klopfte neben ihr Colin mehrmals auffordernd mit seiner Schüssel auf den Tresen. Abgesehen von den bröseligen Überresten von Salzstangen, Erdnussflips und Pistazien herrschte gähnende Leere in der Keramik. Wie sollte es auch anders sein? Moira wäre ernsthaft besorgt gewesen, wenn Colin länger als eine halbe Stunde gebraucht hätte, um seine Snacks komplett aufzufuttern. Ungeduldig maulte er Scott an: „Was is'n nun mit dem Knabberkram?“

    „Bist du taub? Ich hab' dir gesagt es gibt nichts mehr“, erwiderte dieser zum großen Missfallen von Colin und dessen unstillbaren Appetit.

    „Seit wann seid ihr so geizig?“

    Scott wiegelte den Vorwurf seines Bruders ab. „Liegt nicht an uns, Mann. Hayes hat entschieden Einsparungen vornehmen zu wollen und der Knabberkram war das erste, was der Alte gekürzt hat. Zwei Packungen von jedem am Tag und wenn das nicht reicht: Pech.“

    „Einsparungen?“, wiederholte Colin. „Der Winzling is'n verdammter Leprechaun! Der hockt mit seinem breiten Arsch auf 'nem Topf voll Gold rum und das wörtlich. Wieso denkt der über Einsparungen nach?“

    „Mister Hayes hat damals viel Geld in den Kauf und in die Sanierung des Pubs investiert“, entsann sich Niall. „Auch wenn das Tír na nÓg gut läuft, große Gewinne wird er nicht einfahren. Außerdem sind Leprechauns schon lange nicht mehr so vermögend wie jeder annimmt, seit die Menschen im neunten Jahrhundert Wind von ihren Schätzen bekommen und deswegen aktiv Jagd auf Kobolde gemacht haben. Das hat ganze Generationen von ihnen in eine Finanzkrise gestürzt, von der sie sich bis heute nicht erholen konnten.“

    „Aber wieso muss er deswegen ausgerechnet am Futter sparen? Soll er doch lieber das Bier aus den USA von der Getränkekarte streichen, die Plörre will hier in Europa doch eh niemand saufen.“

    Normalerweise sprang Scott jedes Mal ziemlich bereitwillig darauf an, wann immer es darum ging über die Macken seines Chefs herzuziehen; heute verhielt sich der Wolf hingegen auffallend mundfaul. Moira maß dem vorerst keine große Bedeutung zu und schlug Colin vor: „Wenn du willst können wir uns wieder einen Korb Kräuterbrot teilen.“ Für ihr Magenvolumen fielen Koljas Portionen sowieso viel zu üppig aus. Der Wolf schien in Erwägung zu ziehen auf das Angebot einzugehen, lehnte schlussendlich allerdings doch ab.

    „Ne, lass mal. Ich muss grad' echt auf jeden Cent achten.“

    „Jetzt schon? Es ist doch noch nicht mal die Hälfte des Monats rum“, wunderte sich Niall, weswegen er von seinem kleinen Bruder erklärt bekam:

    „Ist halt schon viel zusammengekommen. Die Karten für das Konzert gestern und der Tierarzt will auch sein Geld haben. Mann, ich bin nur Schlosser und kein hochbezahlter Beamtenfutzi in irgendeinem schicken Amt.“

    „Müssen Ohlis Krallen etwa schon wieder gekappt werden?“ Es kam Moira vor als hätte Colin erst vor drei Wochen erwähnt zu diesem Zweck mit Ohli den Tierarzt aufsuchen zu müssen. Er nickte.

    „Ich würde es ja selbst machen aber das Monster hat so viel Kraft in seinen Läufen, dass es unmöglich ist ihn festzuhalten und gleichzeitig die Zange anzusetzen. Wenn ich nicht aufpasse, beißt der mir glatt den Finger ab.“

    „Die Prozedur muss wirklich unangenehm für ihn sein“, mutmaßte Moira aber Colin widersprach ihr.

    „Er ist nur kitzlig. Zum Glück ist der Tierarzt zu dem ich ihn immer bringe ein Freak. Welcher normale Veterinär hätte schon einen Panzerhandschuh im Schrank, um sich vor den Bissen von so einer Fellbestie zu schützen?“ Nach einer kurzen Pause fügte Colin hinzu: „Meine Hoffnung war eigentlich, dass sich Ohlis Klauen von selbst abnutzen, wenn ich ihn öfter in Papas Garten herum wetzen lasse aber die Dinger sind massiver als der Schädel von 'nem verdammten Gargoyle.“

    „Papa lässt dich auf sein Grundstück?“, hakte Scott ungläubig nach und Colin hob die Achseln.

    „Er hat ja was davon. Seit Ohli regelmäßig seinen Garten unsicher macht, traut sich keine einzige von diesen dämlichen Katzen ans Haus, die Papa ständig ins Erdbeerbeet scheißen.“ Ein amüsiertes Grinsen stahl sich auf Colins Züge. „Das war vielleicht 'n Spektakel, als Ohli mit gesenkten Hörnern diesem fetten Kater nachgejagt ist.“

    „Ich stelle es mir außerdem schwierig vor, einen Platz zu finden an dem du Ohli frei herumlaufen lassen kannst“, warf Moira ein. „Überall muss man damit rechnen, dass plötzlich ein Mensch vor ihm stehen könnte aber Ohli braucht einfach seinen Auslauf.“

    Mit einem Nicken symbolisierte Colin, Moiras Ansicht zu teilen. „Das kannst du laut sagen. Wenn sich dieses Höllenbiest nicht mindestens alle drei Tage so richtig auspowern kann, zerlegt er mir glatt die Bude.“ Dies gesagt, kehrte Colin zum ursprünglichen Thema zurück. „Jetzt stell' dich nicht so an, Scott. Hayes ist vorhin zur Tür rausgetrampelt, der kriegt doch gar nicht mit, wenn du noch ein paar Salzstangen rüberwachsen lässt. Außerdem pfuscht der mit seinen Wurstfingern doch eh in den Büchern rum und bescheißt das Finanzamt, also was soll der Terz von wegen Geld sparen?“

    Doch abermals blieben Scott die üblichen Lästereien über seinen Chef im Halse stecken, was inzwischen nicht nur allein bei Moira Skepsis hervorrief. „Sag mal, hast du dich auf 'nen Besenstiel gesetzt oder wieso bist in letzter Zeit so steif als hätte dir jemand 'ne Teleskopstange in den Hintern geschoben?“, konfrontierte Colin seinen Bruder mit dessen merkwürdigen Verhalten. Daraufhin schielten Scott und Kolja argwöhnisch zur Seite.



    nächster Teil

    Danke schön KruemelKakao ^^


    Höhö ich hatte recht :grinstare:

    Hattest du, höhö :grinstare:


    Ohh da musste ich an "Küss den Frosch" denken, falls dir das sagt. Fand ich sehr witzig.

    Ich habe den Film gesehen aber das ist so lange her, dass ich gerade nicht zu ordnen kann, auf welche Szene du dich im einzelnen beziehen könntest? xD Oder meinst du generell die Prinzessinnenfreundin?


    Achtet denn niemand auf die Mondphasen!?

    Denkt denn niemand an die Kinder?! :panik:

    Guten Morgen Novize,


    ich bin vom zweiten Teil weit weniger verwirrt als vom ersten :rofl: Ich habe auch bemerkt, dass du hier und da versuchst aus der Metrik auszubrechen, aber du verfällst rasch wieder in deinen gewohnten Vers. Ich weiß nicht welchen Stil dir für diese KG im Kopf schwirrt, mir persönlich kommt es vor als würdest du sie uns bloß erzählen wollen, ohne dass wir sie erleben. Damit meine ich, dass du die Eregnisse als Fakten abhandelst und uns nur sehr wenig von Moes Eindrücken schilderst. Ich als Landmensch finde es zum Beispiel jedes Mal seltsam, auf einem Boot / auf einem Floß zu stehen. Unter anderem an dieser Stelle hätte man dem Leser viel mehr die Überfahrt erleben lassen, in dem man auf das die Beschaffenheit des Untergrund eingeht im Hinblick darauf, dass unter einem Wasser fließt, die Wellen plätschern etc.

    Auch wenn es eher in Richtung Märchen gehen soll - selbst bei den Klassikern wird mit dem Empfindungen des Lesers gespielt ^^ "Und er hustete und prustete, und hustete und prustete, bis das Haus aus Zweigen einstürzte."


    dafür lastete eine umso schwerere Last auf seinem Gemüt.

    Eine Last lastete. Das ist doppelt gemoppelt ^^


    Während er darüber grübelte, wie er mit der neuen Situation umgehen würde, lichteten sich die Büsche am Wegesrand und machten die Sicht auf eine Ebene frei, auf der Moe das Ufer eines Flusses erkennen konnte, hinter dem sich schroffe Felsen erhoben.

    Ich bin ein Freund langer Sätze aber dieser ist doch sehr holprig zusammengesetzt. Daraus könntest du locker zwei machen.


    Die Überfahrt kostet damit einen halben statt einem ganzen Penny.“

    Hat nix mit der Geschichte zu tun, aber hier muss ich mir vorstellen wie die eine Münze zerbrechen, weil Penny für mein Empfinden bereits die kleinstmögliche Währungseinheit ist :rofl: "Und was mache ich jetzt mit der anderen Hälfe??"


    Ein Part kommt ja noch, wenn ich jetzt nicht völlig falsch liege. Zwar weiß ich noch nicht in welche Richtung die Pointe gehen könnte, aber ich lasse mich überraschen.

    Sofort blickte Moira zu ihrem Mitbewohner und dessen Neffen herüber und bekam große Augen. Oscar biss Scott nicht - er bohrte seine kleinen Zähnchen tief in den Unterarm seines Onkels hinein und hakte sich an seinem Opfer fest wie ein ausgehungerter Piranha!

    „Ich glaube Oscar möchte etwas zu Essen haben“, wagte Abby eine Interpretation von Oscars Verhalten, „oder er spürt die Gefahr durch Scotts Vaterinstinkte.“

    „Nimm ihn endlich weg von mir oder diese sogenannten Vaterinstinkte machen sich jeden Moment selbstständig!“ Dieser Aufforderung kam Abby mit größter Freude nach; sie löste das kleine Mäulchen ihres Neffen von Scotts Muskel und schloss den Welpen im Anschluss herzlich in ihre Arme.

    „Dafür, dass er erst ein knappes Viertel Jahr alt ist, ist Oscar wirklich weit in seiner Entwicklung“, stellte Moira fest. Nialls Sohn vermochte nämlich bereits ganz allein sein Köpfchen zu halten und das Vorhandensein eines funktionierenden Gebisses hätte er schwerlich anschaulicher unter Beweis stellen können.

    Niall meinte: „Das ist normal bei uns Polys. Am Anfang sind unsere Welpen immer etwas weiter aber irgendwann gleicht sich das an. Spätestens im Vorschulalter sind sie wieder auf derselben Entwicklungsstufe wie die meisten anderen Kinder.“ Mit den Fingern fuhr er an seinem schwarzhaarigen Scheitel entlang. „Irgendwann bekommt man auch das Beißen unter Kontrolle. Bis es soweit ist, muss man eben ein bisschen aufpassen.“

    „Hach, das kannst du laut sagen! Hase, erzähl den anderen doch mal was deiner Schwester passiert ist“, forderte Abby Kolja auf, doch ehe dieser dazu ansetzen konnte überhaupt eine Silbe hervorzubringen, plauderte seine Freundin schon sensationslüstern los: „Eines ihrer Kinder hat Nadeschda beim Stillen die Brustwarze abgebissen!“

    „Milana hat sie ihr nicht abgebissen“, korrigierte Kolja Abbys Auslegung der Ereignisse, „nur so stark ihre Zähne darin versenkt, dass Nadeschda geblutet hat.“

    Nun, aber das ging ebenfalls schnell recht schmerzhaft aus. Einmal hatte Moira unter der Dusche eine ungeschickte Bewegung mit einer frischen Rasierklinge unternommen und an Stelle den Haarstoppeln in ihrer Achsel ihre Brustwarze erwischt. Aus eigener Erfahrung kannte sie das unangenehme Gefühl, das mit einer Verletzung in dieser Region einherging. Wobei Moira gern einräumte unter sinnlicheren Umständen keinesfalls Nein zu ein paar zärtlichen Bissen zu sagen. Vor allem nicht, wenn Mann sie ihr in den Nacken setzte.

    Die Tür am hinteren Ende des Flurs klapperte und kurz darauf kehrte Colin ins Wohnzimmer zurück. „Abflug“, erteilte er den anderen den Befehl zum Aufbruch und trat direkt zu seinen Schuhen bei der Garderobe durch.

    Abby reichte Niall seinen Sohn, damit er diesen in seine Babyschale schnallen konnte. „Wieso hast du es nur so eilig?“

    „Weil ich noch duschen will bevor Gwen und ich heute Abend zum Konzert gehen und da ich euretwegen ja erst mal noch durch die halbe Stadt kutschen muss, wird das eh schon 'ne scheiß Hetzerei.“

    „Wenn du unter Zeitdruck stehst hättest du uns ja einfach nicht herfahren brauchen“, konterte Abby und Moira registrierte Colins genervtes Augenrollen mit dem anschließenden Seitenblick in ihre Richtung. Schuldbewusst knetete die Banshee ihre Finger. Auf Moira zu warten hatte Colins Zeitplan offenbar völlig über den Haufen geworfen und sowieso kam sich Moira schrecklich dumm vor, ernsthaft in Erwägung gezogen zu haben, dass Colin ihretwegen bis jetzt geblieben war.

    Trotz aller Diskussion gaben Abby und Niall am Ende notgedrungen Colins Drängeln nach. Mit einem Kuss verabschiedete sich Abby von Kolja und wenngleich Scott mit verzogenem Gesicht reagierte, fand Moira die beiden unglaublich niedlich. Abby zeigte keinerlei Hemmungen in aller Öffentlichkeit ihre Zuneigung zu dem Bären auszuleben und dieser besaß genug Geduld, sich von der Anhänglichkeit seiner Freundin in keiner Weise bedrängt zu fühlen. Für Moira stellten die zwei das Ideal einer harmonischen Beziehung dar. So etwas suchte Moira auch.

    „Jetzt kommt.“ Colin stand bereits halb im Treppenhaus und durch die offenstehende Wohnungstür sah Moira die Möbelpacker von eben nach unten schlendern. Sie schienen ihre Arbeit erledigt zu haben und Scotts Geschwister zwängten sich nacheinander durch den viel zu kleinen Flur nach draußen. Eine Frau stieg ihnen die Stufen entgegen, die zumindest von Niall und Abby kurz durchgelassen wurde und damit war die Wohnung schlagartig wieder leer.

    Durch die plötzliche Leere wirkte es auf Moira als ob das Wohnzimmer zu Atem kommen würde. Um keinen falschen Eindruck zu vermitteln: Moira liebte es Zeit mit ihren Freunden zu verbringen und dank ihrer Zuwendung vergaß die Banshee bisweilen sogar, eigentlich gar kein Teil der Familie zu sein. Mittlerweile empfand es Moira aber selbst für drei WG-Bewohner schon viel zu eng, besonders seitdem Abby gelegentlich bei Kolja übernachtete und wenn demnächst Hazel nach Irland zurückkehrte und deshalb vorübergehend bei Scott lebte, würde die Situation keinen Deut entspannter werden.

    Die Frau im Treppenhaus schaute der Kolonne hinterher und hob ihre Augen hernach zu Scott und Moira. Mittelgroß und braunes Haar – Moira schätzte sie ungefähr auf das gleiche Alter wie Hazel. Mit etwas Zurückhaltung nickte sie den beiden Freunden höflich zu, zog sich letztlich jedoch wortlos in die Wohnung gegenüber zurück. „Es scheint eine neue Mieterin zu geben“, erwähnte Moira und schloss ebenfalls die Tür. „Ob sie ein Freak ist?“

    Scott meinte: „Hab' jedenfalls nichts gerochen. Sie dürfte also zumindest schon mal kein Poly sein. Hauptsache die ist kein Spürhund wie die alte Schachtel, die vorher gegenüber gewohnt hat. Das brauchen wir echt nicht nochmal.“

    Ein Spürhund … .

    So weit Moiras Erinnerungen reichten, konnte sie schwerlich behaupten jemals wegen eines Menschen in ernsthafte Schwierigkeiten geraten zu sein. Sicher, einige von ihnen verhielten sich aufdringlich, wurden unhöflich und dass die Menschen allen Ernstes die Existenz von etwas so Absurden wie einem Werwolf zurecht spannen, darüber schüttelte Moira nach wie vor den Kopf. Nein wirklich, bei all der farbenfrohen Vielfalt an Freaks erdachten die Menschen ausgerechnet eine blutrünstige Kreatur, die bei Vollmond hervorbrach und tollwütig mittels eines Bisses ihren angeblichen Fluch auf arglose Passanten übertrug. Was für ein Hirngespinst. Die einzigen Wölfe von denen Moira wusste waren Polymorphen wie Scott und Colin und von denen würde keiner Moira jemals beißen.

    Auf all die Negativbeispiele trafen nichtsdestotrotz mindestens ebenso viele positive Begegnungen und so wurden zumindest nach Moiras Erfahrungen unterm Strich weniger Freaks durch einen Menschen ans Messer geliefert, denn durch ihresgleichen. Spürhunde sah Moira deswegen seit je her eher als ein unliebsames Ärgernis; für eine reelle Bedrohung für Leib und Leben hielt sie sie hingegen nicht.

    Zugegeben, der Titel 'Spürhund' gehörte wohl kaum zu den versöhnlichen Bezeichnungen im Vokabular eines Freaks; aus Moiras Sicht erwischte sie den Kern der Sache allerdings ziemlich perfekt. Manche Menschen verfügten nämlich über das Talent – oder besser gesagt die lästige Unart – einen Freak zu erspüren sobald er vor ihnen stand. Sie nannten es Bauchgefühl, Intuition oder ironischer Weise Menschenkenntnis. Was ihnen ihr Unterbewusstsein damit allerdings klarzumachen versuchte, darüber tappten die Spürhunde in absoluter Finsternis. Zum Glück! Das letzte was jeder Freak gebrauchen konnte, war als ein solcher enttarnt zu werden, denn die Menschen verkrafteten es schließlich immer so furchtbar schlecht, ihrem Rang als Gipfel der Schöpfung streitig gemacht zu werden.

    Im Falle von ihrer ehemaligen Nachbarin resultierte dieses Bauchgefühl in einer unbegründeten Antipathie gegen die Mitglieder der WG. Na ja, zumindest was Kolja und Moira betraf. Für Scott gesprochen … so wie es in den Wald hinein kläffte, so schallte es eben zurück.

    „Irgendwie hat mich Missus Krueger immer an Miss Meyers erinnert“, dachte Moira laut. „Kannst du dich entsinnen, Scott? Unsere Musiklehrerin in der Mittelstufe?“

    „Du meinst die hässliche Schreckschraube, die dir beim Singen grundsätzlich eine schlechte Note reingedrückt hat, nur weil dir mal eine Fensterscheibe zersprungen ist.“

    Das wertete Moira als Ja. Sie ergänzte: „Und dich hat sie immer runtergeputzt und behauptet, dein Gesang wäre nichts als jämmerliches Rumgeheul.“

    Der Wolf hob die Achseln. „Brauchte sie sich überhaupt nicht drüber beschweren. Die hat das Vorsingen ja schließlich immer mitten in den Vollmondphasen angesetzt.“

    „Colin hat sie dafür umso mehr geliebt“, erinnerte sich Moira daran zurück, wie es Scotts kleinen Bruder dank seines Klavierunterrichts schnurgerade auf die Stufe des unangefochtenen Lieblingsschülers katapultiert hatte - was den Musikunterricht anbelangte. In anderen Fächern war Colin zwangsläufig dasselbe Schicksal wie Scott widerfahren und obwohl die zwei sich zumindest anfangs kein Fehlverhalten zuschulden hatten kommen lassen, waren sie trotzdem immer und immer wieder von den Lehrern wegen eben solches ins Büro der Schuldirektorin geschickt worden. Dabei hatten die Brüder weder, wie vorgeworfen, die Teilnahme am Sportunterricht verweigert, noch war Scott im Chemieunterricht eingeschlafen. Es lag doch einfach nur in der Natur der Wolfpolys, den Bällen beim Weitwurf nachzujagen und hätte ihr damaliger Chemielehrer Mister Sawyer eine so empfindliche Nase wie Scott, dann hätten die Dämpfe während der Experimente ihm mit Sicherheit ebenso das Bewusstsein geraubt. Kein Wunder, dass Colin und Scott irgendwann wirklich dazu übergegangen waren, sich wie die Hooligans aufzuführen für die man sie schon vor dem Stimmbruch abgestempelt hatte.

    Moira wurde nachdenklich. „Meinst du unsere Lehrer hätten uns fairer behandelt, wenn sie gewusst hätten was wir sind?“, fragte sie Scott. Im Grunde kannte sie seine Meinung bereits, da der Rüde dieselbe nachtragende Einstellung gegenüber den Menschen teilte wie seine Eltern. Seine Antwort folgte dementsprechend wie aus der Pistole geschossen.

    „Das glaubst du ja selbst nicht. Menschen sind Menschen und das werden sie immer bleiben. Offen mit denen zusammenzuleben wird niemals funktionieren. Diese Bastarde haben Atlantis im Meer versenkt, nur weil sie neidisch auf den technologischen Fortschritt waren und dann haben die griechischen Drecksäcke es auch noch so hingestellt, als hätten die Atlanter den Angriff gestartet. Dabei weiß jeder Idiot, dass die nicht mal Militär besaßen. Das war ein gottverdammter Genozid und genau dieselbe Scheiße haben die Menschen später auch noch mit den Skiapoden und den Panoti abgezogen. Und von Hazels Vorfahren brauch ich gar nicht erst anfangen. Nein, die Pauker hätten uns das Leben nur noch schwerer gemacht, wenn sie uns nicht direkt im nächsten Zirkus ausgestellt hätten. Menschen akzeptieren keine Freaks, das war schon immer so.“ Starrköpfig verschränkte Scott die Arme vor der Brust. „Und es wird auch immer so sein.“



    nächster Teil

    Hallo und <3 - lichen Dank für eure Kommentare, KruemelKakao  LadyK 🐇


    Das ist voll cool!! Echt, auf so eine Idee wäre ich nicht gekommen, aber das ist super logisch irgendwie und wieder so natürlich eingebaut ~*o*~

    Sollte Sott tatsächlich irgendwann Nachwuchs haben (bzw. weiß ich ja, ob es so sein wird oder nicht xD ) dann jagt der bestimmt auch andere Kinder über den Spielplatz, sobald sie seinem Kind die Schippe geklaut haben oder so. Go for them Scott, go!


    Oscar hat gemerkt, das Scott ihn nicht mag >:D

    Oscar hat die Persönlichkeit seiner Oma und seines Onkels xD Komm ihm dumm und der springt dir direkt an die Kehle.

    Mit seinen Milchzähnchen.


    ich kenne Moria noch nicht so gut

    Moira ist von ihrer Persönlichkeit her nicht so aufdringlich, als dass sie in den vergangenen Episoden so stark beleuchtet werden konnte wie zum Beispiel Colin oder Gwen. Aber dafür hat sie ja jetzt ihre eigene Episode bekommen ^^ Ihre Familienverhältnisse wurden aber immerhin schon mal erklärt.


    Aber ja, ich merke, da fehlt ... einiges an Vorwissen. ^^"

    Mhja, das wird auch nicht besser werden ^^° Wobei ich finde, dass der erste Part noch nicht mal so viel Vorwissen abverlangt.


    Colin ist gewohnt eklig zu Moira.

    Findest du? xD Ich finde ihn in diesem Part noch ziemlich harmlos.

    Die Idee mit den Straßenschildern ist eigentlich ein Plan von mir :ninja: In meiner Stadt sind jetzt noch Schlaglöcher vom Winter auf den Straßen, die die Stadt nicht flicken lässt und jedes Mal wenn ich über die löchrige Hauptstraße düse und die Warnschilder sehe, denke ich mir dass sie die eigentlich direkt unter die Ortseingangsschilder schrauben können. Im Gegensatz zu Colin und Scott besteht bei mir aber nicht die Gefahr, dass ich diese Idee tatsächlich umsetze xD

    Moira


    Moira hatte in ihrem Leben abertausende Fotos geschossen und kein einziges davon war perfekt. Das hieß … es gab viele Bilder, die sie ganz ohne Selbstgefälligkeit als gelungen bezeichnete. Einige verdienten in Moiras Augen sogar das Lob sehr gut zu sein und die Ergebnisse ihrer Imagekampagne für Scotts Fußballverein wurden immerhin von den meisten Leuten mit dem Prädikat 'echt klasse' gepriesen. Doch um der Jury eines offiziellen Wettbewerbs zu imponieren brauchte es mehr als ein 'echt klasse'. Die Mitglieder dieser Gremien widmeten in der Regel ihr ganzes Dasein ihrer Kunst, teilweise länger als Moira überhaupt lebte. Nein, ihre Anerkennung gewann man nur auf eine Art: durch Perfektion. Und die vermochte Moira nicht einmal mit der ausgestreckten Fingerkuppe anzukratzen, wenn wie sich auf die Zehenspitzen stellte.

    Daher wandte sie ihrem semitransparenten Spiegelbild den Rücken zu, das zwischen ihr und dem Plakat im Schaufenster schwebte wie ein Gespenst. Sie schob ihr Fahrrad bis zur Bordsteinkante des Gehwegs, schaute nach links und rechts und nachdem sie sicher sein durfte von keinem Auto erfasst zu werden, hopste Moira auf den Sattel und ordnete sich in den Straßenverkehr ein.

    Ein leichter Septemberwind wehte der Banshee um die Nase, indessen sie gedanklich all ihre Lieblingsfotografien durchging. Sogleich kam ihr der Schnappschuss von Scott in den Sinn, der den Wolf während eines Fallrückziehers zeigte. Ebenso dachte Moira an ein Bild von Colin, auf dem er einen Fußball auf der Stirn balancierte und an ein weiteres von ihm kurz vor einem Schuss auf das gegnerische Tor. Außerdem gab es da dieses schöne Foto von Abby und Kolja beim Eisessen, eines von Gwen auf einer Wiese und besonders mochte Moira die Aufnahme von Colin, als er Ohli neulich an den Hörnern gepackt und verspielt mit ihm gerangelt hatte. Wann immer sich Moira an den Anblick zurückerinnerte, huschte ihr ein Schmunzeln über die Lippen. Sie besaß zudem ein Bild von dem Moment, in dem Ohli einem verdutzten Kieran ein Stück Apfel aus der Hand klaute, von dessen übertölpelten Gesichtsausdruck sowie von Colins unbeeindruckter Reaktion auf den Schabernack seines Haustiers. Auf einer Fotografie kletterte Scotts Bruder geschickt einen Baum herab, auf einer anderen stritt er sich mit Scott um ein Frisbee und außerdem hatte Moira Colin dabei erwischt, wie er heimlich ein Stück Kuchen von Gwens Teller mopste. Jedes dieser Fotos stellte für Moira zweifelsohne etwas ganz Einzigartiges dar, trotzdem machte sie sich nichts vor. Für eine Dritt-, Zweit- oder womöglich eine Erstplatzierung im Konkurrenzkampf mit erfahrenen Fotografen musste sie das Niveau ihrer Bilder ein Stückchen höherschrauben. Und sowieso: wer wollte einen Sieg schon geschenkt bekommen? Moira tat das jedenfalls nicht.

    Weil der letzte Regenschauer erst vor einer Stunde versiegt war, glänzte der Asphalt und Pfützen standen auf der Straße. Eine besonders große Menge Wasser floss mitten auf der Fahrbahn in einer Senke zusammen. Solche Straßenschäden tauchten derzeit an verschiedenen Stellen in der ganzen Stadt auf aber über die Ursache für all die Schlaglöcher konnte Moira höchstens Vermutungen anstellen - wobei sie damit bei weitem mehr Interesse an der ganzen Problematik demonstrierte als die Stadtverwaltung. Anstatt die Löcher flicken zu lassen, hielten es die Entscheidungsträger im Rathaus aus unerfindlichen Gründen für ressourcensparender, großflächig an jeder Ecke entsprechende Warnschilder aufzustellen: 'Vorsicht Straßenschäden'. Irgendwie fand Moira das albern und Colin und Scott spannen wegen dieser ganzen Sache einen Plan zurecht, in einer Nacht- und Nebelaktion die Hinweiszeichen zu stehlen und einfach direkt an den Ortseingangsschildern zu montieren. Damit würden die zwei unbestreitbar eine gewisse Botschaft übermitteln, allerdings hegten Scott und Colin an dem politischen Statement ungefähr so viel Interesse wie ein Yeti im Himalaya an einer Klimaanlage. Die Brüder richteten schlichtweg unheimlich gern und auf vielfältige Weise Unfug mit ihrer Umgebung an.

    Von all dem einmal abgesehen gab es dennoch ein Gutes am reparaturbedürftigen Zustand der Straße Es bereitete unheimlich viel Vergnügen durch die Pfützen zu fahren! Moira wusste, dass das Schlagloch vor ihr zwar tief, jedoch keineswegs steil war und so trat sie ordentlich in die Pedalen, hielt darauf zu und dann preschte sie mitten hindurch. Geräuschvoll und im hohen Bogen spritzte das Wasser nach allen Seiten weg und Moira kicherte vergnügt. Was für ein Heidenspaß! Kurz bewunderte die Banshee noch die umherfliegenden Tropfen, die ob der tiefstehenden Herbstsonne in der Luft glitzerten wie bunte Glasperlen, ehe sie zu Boden rieselten und Moira ihre Aufmerksamkeit wieder dem Straßenverkehr widmen musste. An der nächsten Kreuzung bog sie in eine Nebenstraße ein. Somit erreichte sie ihr Wohnhaus.

    Sie bremste wenige Meter vor den Randsteinen ab und stieg vom Fahrrad. Auch wenn der Abstand zwischen Fahrbahn und Fußweg höchstens ein paar Fingerbreiten betrug, hob Moira ihr Rad lieber über die Schwelle hinweg und versuchte gar nicht erst mit einem Satz hinaufzufahren. Viel zu gut erinnerte sie sich an den Sturz von damals, als sie schon einmal die Höhe des Bordsteins unterschätzt und ihre Leichtsinnigkeit mit einem blaugeschlagenen Knie sowie einer schmerzenden Schulter gebüßt hatte. Sowieso schien es gerade keine gute Idee zu sein bis vor die Haustür zu radeln, da mehrere Männer in Arbeitskleidung einen Umzugstransporter entluden und deshalb ein reges Gewusel herrschte. Um niemanden in die Quere zu kommen geduldete sich Moira einen Augenblick und während sie wartete, entdeckte sie zwischen den parkenden Autos ein bekanntes Nummernzeichen. Da stand ja Colins dunkelgrauer VW Golf! Einerseits freute sich Moira, dass Scotts Bruder offenbar auf einen Sprung vorbeigekommen war; andererseits … ein bisschen frustrierte es Moira, wie Colin seine Besuche grundsätzlich zu Zeiten abhielt, in denen sie arbeiten oder andere Erledigungen unternehmen musste.

    Die Möbelpacker hievten ihre Ladung ins Gebäude, also nutzte Moira die Gunst der Stunde, schlüpfte rasch hinter ihnen in den Hausflur und stellte ihr Fahrrad in seiner gewohnten Nische ab. Auf dem Weg die Treppe hinauf machte sie noch einmal den zurückkommenden Arbeitern Platz, bevor sie schlussendlich vor ihrer Wohnungstür anhielt. Trotz der Unruhe im Flur hörte Moira von drinnen reges Geplauder und das in einer Lautstärke, die Colin allein schwerlich erreichte. Sie öffnete die Tür.

    Automatisch sprangen ihr die vielen Paar Schuhe ins Auge, die der kreuz und der quer vor der Garderobe verteilt lagen und unweigerlich rümpfte Moira unzufrieden die Nase. Was benötigte es damit zwei erwachsene Männer wie Scott und Kolja begriffen, dass sie ihre Treter bitte in einer Reihe nebeneinander an die Wand stellen sollten? Bereits vor Jahren hatte Moira es aufgegeben darüber Statistik zu führen, mit welcher Regelmäßigkeit sie über irgendwelche verstreuten Turnschuhe oder Rucksäcke ihrer Mitbewohner flog. Na ja. Zumindest respektierte der Rest ihrer Freunde Moiras Wunsch nach Ordnung. Colin hatte seine Schnürboots sogar akkurat im rechten Winkel zum Schuhschrank ausgerichtet. Von ihm durften die zwei anderen sich ruhig eine Scheibe abschneiden.

    Die Banshee kroch aus ihrer Jacke und den Sneakern, verstaute beides säuberlich dort wo es hingehörte und trat hernach ins Wohnzimmer durch, dem Zentrum des Geschnatters. „Oh, Moira Liebes, da bist du ja!“, wurde sie von Abby begrüßt, woraufhin die restlichen Anwesenden ihre Unterhaltung unterbrachen und ihre Beachtung auf den Neuankömmling lenkten. Im Gegenzug warf Moira ein allgemeines Hallo in die Runde, bestehend aus Abby, aus Scott und Kolja und nicht zu vergessen aus Colin, der es sich auf dem Sofa bequem gemacht hatte. Letzterem schenkte Moira ein Lächeln, doch wie jedes Mal wanderte Colins Augenmerk gleichgültig von ihr weg. Was hatte Moira auch anderes erwartet? Die einzige Frau, deren Lächeln Colin erwiderte, war Gwen.

    Und wie sollte Moira jemals mit einem Sukkubus mithalten können?

    Colins Desinteresse an Moiras Gegenwart ging so weit, dass er sich von der Sitzfläche erhob und ohne Moira auch nur aus der hintersten Ecke seines Augenwinkels anzulinsen an ihr vorbei in Richtung Badezimmer stapfte. „Ich geh pissen“, verkündete er. „Wenn ich fertig bin fahren wir endlich los. Ich hab' echt noch andere Dinge zu tun.“

    Er wollte aufbrechen? Aber Moira war doch gerade erst heimgekehrt; wenigstens ein halbes Stündchen würde er doch erübrigen können, oder? Sie fragte ihn deshalb: „Hast du heute noch einen Termin?“

    Colin ignorierte ihre Frage jedoch konsequent und verschwand schweigend ins Bad. Zu behaupten, Moira empfände darüber keine Enttäuschung wäre eine dicke Lüge gewesen. Na okay. Vielleicht musste er ja wirklich noch diversen Verpflichtungen nachgehen und in diesem Fall machte Colin sich wohl wirklich besser auf die Socken.

    So richtete Moira ihren Fokus auf einen anderen Wolf im Raum. „Na Oscar, unternimmt dein Vati einen Ausflug mit dir?“

    Braune Äuglein blinzelten die Banshee forschend an.

    Danach verlor das Baby in Abbys Armen die Kontrolle über seinen eigenen Mund, denn statt antwortender Laute drückte seine Zunge blubbernd eine Portion Speichel zu seinen Lippen hervor. Hoppla. Ob des Anblicks entfuhr Abby ein entzücktes Jauchzen und hingerissen streichelte die Wölfin ihrem kleinen Neffen über das flaumige Köpfchen. „Ist er nicht unglaublich niedlich? Da möchte man doch am liebsten auf der Stelle selbst ein Baby zeugen. Oder gleich zwei oder drei. Es wäre wundervoll, so ein süßes Geschöpf als mein eigenes bezeichnen zu dürfen. Huch?“

    Plötzlich stand Kolja vor ihr und nahm seiner Freundin das Kind vom Arm, um es dafür dem überrumpelten Scott in die Hände zu drücken. „Du hast ihn fürs Erste lang genug gehalten“, beschloss der Bär und Abby war sichtlich enttäuscht darüber, den putzigen Oscar im Moment ihres aufflammenden Kinderwunsches an Scott abgeben zu müssen. Mindestens genauso sehr wie ihre Miene sprach der Blick ihres großen Bruders Bände. Moira gab zu, dass das Bild von Scott und dem Säugling ziemlich bizarr wirkte und so recht wusste ihr Kindheitsfreund nichts mit dem kleinen Wesen anzufangen, welches er mit ausgestreckten Armen vor seiner Brust hielt. Eine Meerjungfrau würde ein Paar Wanderstiefel weit weniger irritiert betrachten, denn Scott das gurgelnde Baby.

    „Hihi, weckt unser Oscar etwa gewisse Gefühle in dir, Scott?“, wurde er von seiner Schwester geneckt.

    Nachdenklich betrachtete Scott den Welpen und eröffnete sodann tatsächlich: „Ehrlich gesagt habe ich den Drang ihn gegen die Wand zu klatschen.“

    Sein Geständnis ließ Abby hörbar nach Luft schnappen.

    Dann presste die Wölfin berührt die Hände auf ihr Herz und verwendete ihren frisch gesammelten Atem, ein zutiefst ergriffenes Seufzen auszustoßen. „Scott, das ist ja toll!“

    Genau wie Moira hob der Wolf ob ihrer Reaktion verwirrt die Brauen. Ähm, wie meinte Abby?„Ich glaube, du hast da was falsch verstanden“, wies Moira ihre Freundin darauf hin eventuelle Trugschlüsse zu ziehen aber diese schüttelte überzeugt den Kopf.

    „Nein, nein. Ich habe schon gehört was er gesagt hat. Scott, dieser Drang spricht dafür, dass du bereit bist eigene Welpen zu haben! Dein innerer Wolf betrachtet Oscar als Konkurrenz für deinen eigenen Nachwuchs im Kampf um Nahrung und Territorium, weshalb deine Beschützerinstinkte ihn aus dem Weg räumen wollen. Du willst die bestmöglichen Überlebenschancen für dein Fleisch und Blut schaffen.“ Abermals seufzte Abby. „Ist das nicht rührend?“

    Das … war keine Beschreibung, die Moira gewählt hätte. Sie musste allerdings gestehen, lediglich bedingt Ahnung von den Eigenarten eines Polymorphen zu besitzen und obwohl sie den Großteil ihres Lebens gemeinsam mit Scott und Colin verbracht hatte, lernte sie stets neue Fakten über die Körperfunktionen sowie das Denkverhalten ihrer Freunde. Abbys Erklärung überzeugte Scott jedoch kein Stück, da er erst skeptische Blicke mit dem schulterzuckenden Kolja und anschließend mit Baby Oscar austauschte.

    Um auf etwas anderes zu sprechen zu kommen: „Habt ihr auf mich gewartet?“, wollte Moira erfahren und bezog sich damit auf Abbys Begrüßungsworte von vor wenigen Minuten. Überraschenderweise lieferte weder Scott, noch Abby oder Kolja die Antwort auf diese Frage – sondern Niall. Huch! Moira hatte gar nicht realisiert, dass sich der älteste der Fitzpatrickgeschwister im Raum aufhielt. Natürlich war ihr klar, dass Niall seinen Säugling niemals allein in einer fremden Wohnung zurückließ aber irgendwie hatte die Banshee Scotts großen Bruder völlig übersehen. Dabei stach der Wolf mit seinen Bermudashorts, dem weißen T-Shirt und dem offenstehenden, knallroten Holzfällerhemd zwischen Colins und Scotts eher farblosen Kleidungsstilen regelrecht hervor. Er sagte: „Wir wollten nicht vorbeikommen und dann abhauen, bevor wir dir wenigstens Hallo sagen konnten.“ Lachfalten traten um seine Augen herum hervor während er redete und Moira bemerkte die ersten grauen Härchen in seinem Bart vorblitzen. Ein bisschen erschien er der Banshee deswegen wie eine leicht gealterte, kurzhaarige Version von Scott mit Brille – oder eben die eines jüngeren Fergus.

    Jedenfalls freute sich Moira sehr darüber von ihren Freunden bedacht zu werden. Bei insgesamt vier Brüdern und einer Schwester durfte es für Scott und die anderen schwer vorstellbar sein wie es sich anfühlte keinerlei Familie zu haben. Sie besaßen einander, ihre Eltern, Onkel und Tanten und in Nialls Fall sogar noch ihre Kinder. Moira dagegen … .

    Auf einmal schrie Scott auf. „Au!! Scheiße, er beißt mich!“



    nächster Teil

    Hallo,


    ich weiß gerade nicht, ob das bei den vorherigen Teilen auch so war oder ob es mir nur bei diesem so sehr aufgefallen ist, aber ich finde den letzten Teil ein bisschen monoton von der Satzstruktur. Die Sätze haben, mit ein paar Ausnahmen, die gleiche Länge und Metrik. Zum Beispiel hier:

    Er wusch sich und wechselte die Kleidung. Der schwarze Stoff seiner Robe schmiegte sich an seinen Körper. Mit einer gewohnten Bewegung zog er den Gürtel zu und schlüpfte in die Stiefel. Mit den Fingern zupfte er seine Haare zurecht und verließ den Raum.

    Er vermied es, einen weiteren Blick in die Bibliothek zu werfen, sondern stieg sogleich die Treppe ins Untergeschoss hinab.

    Der Eingangsbereich war recht klein, aber einladend. Die frischen Blumen auf dem Tisch, der in der Mitte des Raumes stand, versprühten einen angenehmen Duft. Die Bilder an der Wand zeigten unzählige Landschaften aus ganz Armakan.

    Es passierte dies und das. Jenes machte eben dieses. Damit tat er sowie als auch. Damit unternahm er dies und das.

    Und so weiter und so fort.

    Hatte deswegen den ganzen Part über den Eindruck, du wolltest erzählen was passiert, es aber nicht beschreiben ^^ Als würde dich deine eigene Handlung ein bisschen langweilen, was sich auf meine Leseerfahrung übertragen hat.


    Hier geht es demnächst mit der dritten und letzten Episode der Freakshow weiter. Um mithalten zu können, müsst ihr die Episoden 1 und 2 gelesen haben (und auch noch wissen, was darin passiert ist): Freakshow: Episode 1 | Freakshow: Episode 2.


    Wer das getan hat, liest den Disclaimer jetzt zum dritten und zum Glück auch zum allerletzten Mal:

    Das Ganze ist für mich ein just-for-fun-Projekt, also persönliches Entertainment des Schreibens Willen, um mich an überzeichneten Figuren und doofen Witzen auszutoben. Deswegen werde ich die Geschichte auch nicht überarbeiten, denn dafür hält sich mein schriftstellerischer Ehrgeiz zu stark in Grenzen. Ich werde nichts an den Figuren ändern, ich werde nichts an den Szenen ändern und auch nicht meinen Schreibstil. Rotstiftkommentare werden ignoriert. Diese Geschichte ist ein reines Spaßprojekt für mich und soll vorrangig mir selbst gefallen. Bitte respektiert das, genauso wie ich es respektiere, solltet ihr eure Zeit lieber in Texte investieren wollen, die Korrekturen und Verbesserungen wünschen.


    Ich habe lange gegrübelt, ob ich den Abschluss meiner Geschichte überhaupt hier veröffentlichen sollte und ehrlich gesagt bin ich nicht so ganz überzeugt, ob es das richtige ist. Deswegen ein kurzer Hinweis: Ich werde hier nichts zu tapezieren ^^° Sollten sich Multiposts anhäufen, werde ich es so interpretieren, dass keine Zeit, keine Lust oder kein Interesse daran besteht, mir Rückmeldung zu geben und ich setze das Posten neuer Teile aus. Das ist nicht böse gemeint, aber ich schreibe diese Geschichte für mich und nicht fürs Forum und mein Zustand™ ist wichtiger als Pseudotraffic zu erzeugen ^^°


    Also schauen wir mal, wie weit wir kommen :kiwi:




    Ein kaputtes Rücklicht und der evidente Mister Perfect, der Vorteil davon als Musiker seine eigene Musik nicht hören zu können, wie unsagbar lästig Menschen sind, vor allem wenn sie einem eine Videokamera vor die Nase halten und dass man besser den Schnabel hält, solange man sich nicht die Finger verbrennen will – inwiefern ein akuter Mangel an Vitamin D das alles unnötig kompliziert macht, was ein Bauchnabel über einen Mann aussagt und weshalb es manchmal die Mitbewohnerin seines großen Bruders braucht damit er begreift, dass jemanden zum Schweigen zu bringen keineswegs dasselbe ist wie jemanden die Sprache zu verschlagen:



    Freakshow



    Episode 3 – Viel Lärm um nichts

    Hallo Novize,


    erstmal: Ich mag den Namen Moe xD Irgendwie liest man den so selten, das macht ihn originell, finde ich, und er ist kurz und bündig dass man ihn sich gut merken kann.

    Clever ist er ja, wenn man sich ansieht wie er die Banditen bequasselt. Wobei ich zugeben muss nicht so recht verstanden zu haben, was seine verbalen Hakensprünge nun aussagen sollen, bzw. habe ich den Faden verloren wieso und was er den Räubern nun eigentlich mit den Skulputuren und der Stadt auftischen will. Also falls es verwirren sollte, das ist dir gelungen xD


    Im ersten Absatz fehlen mir persönlich ein bisschen die Emotionen. Moe wird überfallen aber der Text erzählt diese Begebenheit ziemlich nüchtern.

    Überhaupt verwendest du sehr viele Sätze der gleichen Länge und gleichen Aufbaus. Das lässt die Erzählung zumindest für mich recht monoton rüberkommen. Mal die Eingangssätze als Beispiel:

    Moe hatte befürchtet, dass so etwas passieren würde. Sein Magen verkrampfte sich, als er die Umrisse einer Person im Gebüsch einige Schritte vor ihm erkennen konnte. Rasch drehte er sich herum und stellte resigniert fest, dass sich auch am Wegesrand hinter ihm eine Gestalt aus den Sträuchern erhob. Instinktiv klammerte er sich an dem Beutel fest, in dem all sein Hab und Gut verstaut war.

    Er hatte befürchtet, dass ...

    Sein Magen verkrampfte sich, als ...

    Er stellte resigniert fest, dass ...

    Er klammerte sich an dem Beutel fest, in dem ...


    Du könntest also ruhig etwas mutiger und verspielter mit der Metrik umgehen ^^



    Wie hatte er so dumm sein können, auf dieser Route allein zu reisen?

    Weshalb dieser Satz kursiv geschrieben ist, erschließt sich mir nicht. Ein Gedanke kann es nicht sein, denn dann würde Moe ja von sich in der ersten Person denken.

    Die Leerzeile zwischen dem letzten und mittleren Part braucht meiner Meinung nach übrigens auch nicht zu sein, da Leerzeilen eigentlich einen harten Bruch der Geschichte andeuten - ein Zeitsprung etwa oder einen Szenenwechsel.


    Schauen wir mal, wohin sich das ganze entwickelt :hmm: Und ob Moe und die Räuber in der Stadt nun machen, was sie machen wollten, sollten (?).