Beiträge von Skadi

    Ich möchte am liebsten sofort wissen, wie es weitergeht

    Das würde ich dir liebend gern zeigen, aber leider ist mein Textvorat durch meinen Urlaub und Schreibhemmungen extrem geschrumpft :S Sonst war ich dir immer so 7 bis 8 Wochen voraus, jetzt sind es nur noch 3 :oops:

    Nächste Woche gibts aber wie gewohnt die Fortsetzung :pump:

    Hallo Lady ^^

    Du hast ja eine interessante Vorstellung von Feen xD

    Ich habe mich für meine Feen an den ganz alten Legenden orientiert, laut denen Feen echt gemeine Biester sind ^^ Die, die Kinder in den Wald locken, damit sie dort erfrieren oder denen Opfergaben in Form von Obst und Honig dargebracht wurden, damit sie Reisende in Frieden ziehen lassen. In der keltisch-irischen Mythologie sind sie sogar diejenigen, die frischgebackenen Eltern das Baby rauben und stattdessen ein Wechselbalg in die Wiege legen :D


    Vielleicht bezahlen Mama und Papa ja auch noch die Rechnungen

    Genau solche Typen sind das. Mit Influencer als Traumberuf xD


    Ich bin gespannt, wie es jetzt weitergeht und hoffentlich hat Abby den Flakon nicht gesehen - sonst kommt sie nur wieder auf dumme Gedanken und Kolja muss es dann bestimmt richten

    Da kannst du dich aber drauf verlassen! :rofl:

    Widerwillig drehte sich Kolja zu ihnen um. Man musste zu einem ganz besonderen Schlag Persönlichkeit gehören, um seine Respektlosigkeit gegenüber fremdem Eigentum derart stolz zur Schau zu tragen, wie der Schwarm es tat. Mitten auf der Motorhaube desselben Fahrzeugs, unter dem die Kinder zuvor ihren Ball verloren hatten, stand eine der weiblichen Feen, breitbeinig, die Nase arrogant gen Himmel gehoben und mit Sicherheit hinterließen die Absätze ihrer High Heels in Zebrafelloptik unübersehbare Schrammen im Lack. Außer ihren Schuhen gab es wenig Kleidung an ihr, die einem auffallen konnte. Ihr Minirock verdiente mit Fug und Recht mindestens ein zusätzliches 'mini' vorangestellt und ihr Oberteil bestand im Grunde aus lediglich einer knappen Bauchbinde mit im Nacken verknoteten Riemen. Neben ihr posierten zwei weitere Frauen für ein Selfie. Ebenfalls freizügig bekleidet, suhlten sich auf der Motorhaube und warfen dem Smartphone vor ihren Nasen amüsiert Kussmünder zu. Eine von ihnen trug eine sehr kurze Pelzjacke und Pentagrammohrringe und die Haarfärbung der anderen durchlief den kompletten Regenbogen. Keine der drei Feen störte sich am ständigen Schaukeln des Autos, ausgelöst von den zwei Kerlen, die mit allergrößtem Spaß johlend auf dem Fahrzeugdach auf- und abhopsten und somit die ganze Karosserie ins Wippen versetzten. Der größere der beiden steckte in Cargo-Shorts und einer Lederjacke, unter der seine unbekleidete Brust hervorblitzte, und sein Haar hatte er mit so viel Gel zurechtfrisiert, als wolle er für die Hauptrolle in einer Neuverfilmung von Grease vorsprechen. Typ Nummer zwei begnügte sich dagegen mit einer radikalen Vollglatze, kombiniert mit einem Achselshirt und einem rot-schwarz-karierten Kilt. Imposanter Weise schaffte er es bei seiner Herumturnerei, keinen Tropfen des Dosenbiers in seiner Hand zu verschütten. Außerdem stand am Heck des Wagens eine sechste Fee. Obgleich der sommerlichen Temperaturen hielt sie es für angemessen, mit Beanie und ärmellosen Kapuzenpulli in der prallen Sonne zu stehen und geistesabwesend auf ihr Smartphone zu stieren. Kolja wusste nicht zweifelsfrei zusagen, ob die dicke Kleidung den Körper einer Frau oder den eines Manns verhüllte. In Frage kam, von außen betrachtet, sehr gut beides.

    Von ihrem exzentrischen Kleidungsstil abgesehen, besaßen die Feen eine große, optische Gemeinsamkeit. Jeder einzelne von ihnen war von oben bis unten hin mit Tätowierungen bedeckt. Eines musste man ihnen lassen: Sie legten offensichtlich viel Wert auf Qualität, denn Kolja vermochte die Bilder selbst aus einigen Metern Entfernung klar und deutlich zu lesen. Ihm fielen die klassischen Motive ins Auge – Rosen, Totenschädel, von Dolchen durchstoßene Herzen und irgendwelche Vögel -, aber auch Porträts realer Personen, Kalligraphie, Figuren der gegenwärtigen Pop-Kultur, asiatisch angehauchte Tiger, Frösche und Drachen, sowie abstrakte Formen. Dazwischen stachen keltische Symbole und Runen hervor, deren Bedeutung im Gesamtkontext der Körperkunst Kolja verborgen blieb. Sie prangten auf den Armen, den Beinen, den Händen auf den Brustkörben, und in Schottenrocks Fall sogar auf ihren Schädeln.

    Kolja wollte ehrlich sein: Sein Wahrnehmungsvermögen wurde vom vielfältigen Erscheinungsbild der Feen restlos überfordert, sodass sie für ihn vor lauter Individualität zu einer einzigen, wuselnden Masse verschwommen, aus der jeder und irgendwie doch niemand besonders hervortrat. Mh. Keine unpassende Beschreibung für einen Schwarm.

    Man sollte annehmen, das Aufsehen eines halben Fußballplatzes besäße eine abschreckende Wirkung und würde die Feen dazu bringen, einen Gang zurückzuschalten. Falsch gedacht. Im Rampenlicht zu stehen kurbelte ihr Ego erst richtig an. „Was für ein Billo-Geschoss“, krakeelte der Aushilfs-John-Travolta vom Fahrzeugdach aus großkotzig herum. „Würd' ich mich schämen, in sowas rumfahren zu müssen.“

    „Du bist gemein.“ Die zwei Selfie-Feen hatten ihr Fotoshooting unterbrochen und inspizierten feixend die Ergebnisse. Es war Pelzjäckchen, die ihrem Kumpel zu bedenken gab: „Nicht jeder kann einen guten Geschmack haben. Der Typ, dem die Karre gehört, hat bestimmt 'ne geistige Behinderung oder so was.“

    „Genau,“ stimmte ihr ihre Freundin mit dem Regenbogenhaar zu und schlug dabei eine Lautstärke an, die ihren Worten spotte. „So ein Auto ist schon blamabel genug. Das musst du echt nicht in der Gegend rumgrölen. Die Leute sind ja nicht blind.“

    Von ihrer Position auf der Motorhaube aus warf die Fee in Zebra ein: „Wahrscheinlich hat der Kerl 'nen Tritt gegen den Kopf bekommen.“

    „Mehrmals!“, ergänzte Schottenrock hüpfend. Es fehlte bloß noch ein Kommentar der androgynen Fee, aber die wurde zu sehr von ihrem Smartphone vereinnahmt, um ihre Umwelt wahrzunehmen.

    Auf einmal schrie jemand ungehalten über den Platz: „Macht sofort, dass ihr von meinem Auto runterkommt!“ und ein Mann wetzte aufgebracht an Kolja vorbei und direkt auf die Feen zu. Der gepflegte, prächtige Vollbart ließ auf einen Schrat schließen und seiner Reaktion zu folge, gehörte ihm das Fahrzeug, welches von dem Schwarm gerade als Spielplatz zweckentfremdet wurde. Völlig mit sich selbst beschäftigt, ignorierten die Feen den heranflitzenden Freak. Alle, bis auf das Zebra. Etwas passierte, als sie ihn registrierte.

    Knall auf Fall stoppten die anderen in ihren Tätigkeiten und drehten kollektiv die Köpfe dem Schrat entgegen. Sogar die androgyne Fee riss ihr Augenmerk vom Smartphonedisplay los und nahm Teil an der absolut synchronen Neuausrichtung ihrer Aufmerksamkeit. Unweigerlich erinnerte das Bild Kolja an eine Herde Erdmännchen, deren Späher angesichts eines Fressfeindes Alarm schlug. An Stelle einer Flucht in das sichere Höhlensystem untertage, traten sie jedoch den Gegenangriff an. Wie in einer einstudierten Tanzeinlage, sprangen sie in ausladenden Bewegungen vom Wagen herab und kamen simultan mit den Füßen auf dem Erdboden auf. Eigentlich fehlte nur noch, der Möchtegern-Danny würde damit anfangen, zu schnipsen. 'Halt, nein', korrigierte sich Kolja in Gedanken. Das tat ja der Protagonist in West Side Story.

    Unerwartet sah sich der Schrat vom Schwarm umzingelt. Obwohl das Zebra in der dritten Person redete, zischte sie ihm mitten ins Gesicht: „Spricht der etwa mit uns?“

    „Natürlich spreche ich mit euch“, pflaumte der Schrat sie an. „Ihr seid hier die einzigen Primanten, die sich wie im Affenhaus aufführen! Verschwindet von meinem Wagen, oder ihr erlebt euer blaues Wunder!“

    „Was denkt der sich, wie der mit uns spricht?“ Regenbogenhaar fand Unterstützung durch Schottenrock:

    „Ist der so grenzdebil, dass er keine Fee erkennt, wenn sie vor ihm steht?“

    „Der sollte froh sein, auf demselben Gelände sein zu dürfen, wie wir“, stellte Pelzjäckchen fest. „Durch uns hat seine Karre mal Klasse erlebt. So was Undankbares!“

    Der Schrat zeigte sich unbeeindruckt. „Den Zirkus könnt ihr euch sparen, ihr Clowns. Zieht endlich ab! Und wenn ich an meinem Wagen auch nur einen Kratzer finde, hetze ich euch die Bullen auf den Hals.“

    „Hat er uns gerade allen Ernstes gedroht?“, wollte das Haargelopfer seinen Ohren misstrauen.

    Das Zebra murmelte: „Armer Irrer“ und Regenbogenhaar erklärte:

    „Das ist das Problem, mit diesen niederen Wesen.“

    „Sie wissen einfach…“

    „nicht wo ihr…“

    „Platz…“

    „ist.“

    Verwirrt wechselte der Blick des Schrats von Fee zu Fee, welche dazu übergingen, die Sätze ihrer jeweiligen Vorredner zu beenden. Kolja suchte vergeblich nach einem System oder einer erkennbaren Reihenfolge, in der sie dabei vorgingen, allerdings fielen sie trotz der augenscheinlichen Willkür zu keiner Gelegenheit einander ins Wort. Sie bedrängten den Schrat:

    „Vielleicht muss man…“

    „ihn daran…“

    „erinnern, weshalb Feen…“

    „die überlegenen Freaks sind und er…“

    „nur ein…“

    „erbärmlicher, …“

    „lächerlicher…“

    „Witz.“

    Für ihn musste das Maß damit voll sein, denn er spie den Feen einige wüste Schimpfworte zu. Obendrein beging er den Fehler, einen unüberlegten Schritt auf die Zebra-Fee zuzugehen. Der Rest war Sekundensache.

    Mit einem Satz nach vorn löste sich Pelzjäckchen aus dem Feenreigen und versetzte dem Schrat aus dem Hinterhalt einen groben Stoß. Überrumpelt stolperte er nach vorn, indessen Regenbogenhaar gickelnd mit den Fingern ein Symbol in die Luft zeichnete. Kolja befürchte, seine Sinne würden ihm einen Strich spielen, doch aus dem perfekten Fußballrasen sprossen tatsächlich toxischbunte Pilze hervor, bildeten einen nahezu idealen Kreis um den Schrat herum und als er endgültig den Halt verlor, schien ihn eine unsichtbare Barriere zurück in das Zentrum des Pilzringes zu schleudern. 'Ein Bannkreis…', wurde Kolja klar. In dem Moment bemerkte er das Leuchten.

    Die keltischen Runen auf der Haut der Feen glommen in einem kalten Gelb; dasselbe Gelb, welches sich in Form von Tupfen und Äderchen auf den Hüten der Pilze abbildete. Als Kolja zurück zu den Feen sah, entdeckte er in der Hand des Zebras eine kleine, bauchige Glasflasche – unter welcher inexistenten Falte ihrer knappen Kleidung sie die auch immer versteckt gehalten hatte. Darin schimmerte es abwechselnd in Lila, Grün und Gold. Kolja erkannte den Flakon wieder; ein gleichartiges Fabrikat wollte Abigail aus Hayes' Büro entwenden. Die Fee warf dem Schrat eine Ladung des Feenstaubs entgegen. Dieser schrie, weil ihm das Zeug wie die Hölle auf den Schleimhäuten brannte. Sein Schmerzensschrei verstummte abrupt und das Gesicht des Schrates nahmen eine ungesunde, grünliche Färbung an. Alsdann fiel er auf alle Viere und erbrach den kompletten Inhalt seines Magens, bis er schlussendlich, nervlich und körperlich am Ende, als ein zitterndes Häufchen Elend zwischen Pilzen, Gras und Erbrochenem kauerte. Armer Kerl. So was wünschte man echt niemanden.

    „Was für 'ne...“

    „lahme Nummer“, diffamierten die Feen den Schrat. Hatten sie ihn denn nicht schon genug gedemütigt? „Da mussten wir...“

    „uns ja nicht mal...“

    „Mühe...“

    „geben.“ Wie über einen krummen, im Wege liegenden Stock stieg der Schwarm gelangweilt über ihr Opfer hinweg. Das Glimmen ihrer Tätowierungen erlosch und die Feen handelten wieder als eigenständige Individuen. Schottenrock trank einen Schluck seines Biers, während die androgyne Fee abermals am Smartphone hing und der Rest nach dem nächsten bemitleidenswerten Teufel Ausschau hielt, dem sie das Leben schwermachen konnten. Ein paar andere Freaks eilten dem Schrat zur Hilfe. Kolja hätte sich ihnen angeschlossen, doch in seinem Fall war es klüger, unter dem Radar der Feen zu bleiben – insofern dazu die Möglichkeit bestand, wenn man die umstehenden Personen um mindestens einen ganzen Kopf überragte. Ehe er also in den Fokus des Schwarms geriet, kehrte Kolja ihm in der Hoffnung, die Feen würden ihn ohne den Wiedererkennungswert seines Gesichts übersehen, den Rücken zu.

    Vergeblich.

    „Guckt mal, wer da ist! Unser slawischer Schmarotzer aus Kommunismustan!“



    nächster Teil

    Hallo Lady,


    Dieser Part war ja mal echt tiefsinnig - das war echt schön zu lesen und mal was anderes :D

    Manchmal kann ich auch mehr, als nur stumpfsinnig sein, ja :rofl:


    Colin hat echt keine Ahnung X( Er soll sie mal ein bisschen besser behandeln!

    :hmm: Mich beschleicht eine Vorahnung, du wirst Colin am Ende dieser Episode hassen :D xD

    Was spräche dagegen?

    Die Tatsache, dass ihr das nicht wollt? ^^


    Worauf AFG hinauswill, ist weniger eine Symmetrie an für sich, sondern Bildkomposition. Der Betrachter eines Bildes sucht sich automatisch Punkte, an denen sich sein Blick festhalten kann. So funktioniert unser Gehirn. Die Komposition nutzt diesen Fakt aus, diese Aufmerksamkeit gezielt zu lenken. Dominante Wegweiser sind dabei Blicke, richtungsweisende Gesten, Schriftzüge und jede Form von Rahmen. Übersetzt: deuten die Figuren im Motiv alle nach rechts, guckst du unweigerlich solange zuerst nach rechts, bis ein neues Bildelement deinen Blick greift und in eine andere Richtung umlenkt.

    In Drachenladys Skizze fehlt aktuell dieses neue Bildelement (Es ist halt nur eine Skizze, hat sie ja gesagt :pardon: ). Das Buch öffnet sich (logisch) nach rechts, die Blätter fliegen nach rechts und das Pferd sowie die Person deuten ebenfalls in diese Richtung, zudem durch die Figuren die Spannung und Dynamik zusätzlich nach rechts verlagert wird. Von der grundsätzlichen Balance, wäre das okay, wenn z. B. der Schriftzug auf den Buchdeckel steht aber solange nooch weiter rechts kein metaphorisches Bitte-wenden-Schild für den Betrachter auftaucht, gleitet sein Augenmerk aus dem Motiv hinaus und damit vom Buch weg. Das ist nicht der Sinn des Covers. AFG spricht dahingehend also einen durchaus wichtigen Punkt an.


    Fraglich ist natürlich, ob ein Motiv im Querformat für ein Buchcover geeingnet ist. Bücher öffnet man ja schließlich in der Regel im Hochformat. Aber ich hab eh keine Ahnung, also hin wie her :D

    „Wir sehen uns nach dem Spiel“, verabschiedete sich Scott von seinen Freunden. Gleich zwei Klapse gegen den Arm seines Bruders waren nötig, ehe dieser sich von Gwen losriss und ihm in die Umkleide folgte. So blieb Kolja mit den drei Mädels zurück. Aus dreien wurde ein einziges, als Abigail ihre neugewonnene Freundin auf einen Rundgang über das Gelände einlud: „Komm mit, Gwen. Ich führe dich herum.“ ...Was auch immer an einem Sportplatz dermaßen interessant sein sollte, um jemanden alle Ecken zu zeigen. Arm in Arm und in eine angeregte Unterhaltung über Gwens Schuhe vertieft, spazierten die beiden Grazien davon. Schnell befanden sie sich außerhalb jeglicher Hörweite, falls ihre Ohren überhaupt für etwas Anderes offenstanden, denn ihr reges Geschnatter.

    „Bitte nimm es dir nicht zu Herzen.“

    Hm? Was?

    Fragend schaute Kolja zu Moira herab, weil die Banshee ihn unvermittelt ansprach. Besorgnis dominierte ihr Minenspiel, derweil sie Koljas Züge musterte. Was meinte sie? Was sollte Kolja sich nicht zu Herzen nehmen? Zur Erklärung deutete Moira auf die drei Jungen von vorhin, die nun am anderen Ende des Platzes, weit entfernt von irgendwelchen Fahrzeugen oder Bärenpolymorphen, bolzten. „Das Verhalten der Kinder. So wie sie dich angeguckt haben, hätte man denken können, du würdest ihnen ernsthaft Gewalt androhen.“

    Moment…das… das hatte Moira mitbekommen? „Du hast uns beobachtet?“ Kolja spürte, wie ihm die Farbe aus den Wangen wich und sich dafür feige in seinen Ohren verkroch, sodass diese rotglühend wie eine Herdplatte auf voller Leistung strahlten. Wenn ihr seine Wirkung auf die Jungen aufgefallen war, dann womöglich auch Abigails Annäherungsversuch.

    Zu Koljas Beruhigung schüttelte Moira den Kopf. „Nein. Nicht wirklich“, antwortete sie auf seine Frage und, ohne es zu ahnen, zugleich auf seine unausgesprochene Befürchtung, aufgeflogen zu sein. „Mister Hayes hat angefangen, Colin und Scott wegen der Trikots zusammenzustauchen und… na ja. Du weißt ja wie schwer es ist, ihm nicht zuzuhören.“ Nach einer kurzen Gedankenpause redete sie weiter. „Aber ich denke, ich habe genug gesehen. Kolja, bitte glaub nicht, man müsste Angst vor dir haben. Jeder, der dich kennt weiß, dass du niemanden etwas zu leide tust. Die Reaktion der Kinder war echt daneben.“

    Hm. Abigails Nähe musste Kolja derart aus der Fassung gebracht haben, dass er den Vorfall mit den Jungen tatsächlich verdrängt hatte. Doch Moira demonstrierte ihren richtigen Riecher. Kein Wunder, schließlich bestand Koljas Freundschaft zu ihr fast so lange, wie die zu Scott. Mit der Wucht eines saftigen Boxhiebes mitten in die Leber, sorgten die bangen Mienen der Welpen für Krämpfe in Koljas Eingeweiden. Er nahm die Knirpse in Schutz. „Sie hatten keine bösen Absichten.“

    „Die hattest du auch nicht.“ Bekümmert zuckten Moiras Brauen zusammen. „Die Leute tun so, als wärst du eine Gefahr für sie, nur wegen deiner Statur. Das ist Unsinn. Du bist so friedfertig und duldsam und es gibt keinen Grund, dich vor den Kopf zu stoßen. Ich weiß ja, wie es dich jedes Mal mitnimmt, wenn jemand Furcht vor dir zeigt und ich möchte nicht, dass du denkst, diese Vorurteile über dich wären berechtigt.“

    Vorurteile. Wer kannte sich besser damit aus, denn Moira? Nur weil sie von kleinem Wuchs war, zart und zurückhaltend, hielten sie viele automatisch für einen Angsthasen, der niemals allein zu Recht kam oder man versuchte sie herum zuschubsen wie einen modrigen Kartoffelsack. In Wahrheit steckte die Banshee aber voller Wagemut, was gewissermaßen zu den Grundvoraussetzungen gehörte, um gemeinsam mit Scott aufzuwachsen, und nur ihr Harmoniebedürfnis hielt sie davon ab, Typen wie Colin ihre Meinung ins Gesicht zu klatschen. So gesehen kämpften sie und Kolja mit umgekehrten Problemen: Ihm traute man aufgrund seiner Erscheinung zu viel und ihr zu wenig zu.

    „Es ist zermürbend“, beichtete Kolja ihr.

    „Ist es. Lass dir aber bitte Nichts einreden, ja?“ Da schenkte Moira ihm ein aufmunterndes Lächeln. „Du bist doch unser Fels in der Brandung.“

    Ihr Fels in der Brandung? Überfragt kräuselte er die Stirn. „Wie meinst du das?“ Also klärte Moira ihn auf:

    „Mir ist klar, dass Scott und ich nicht gerade einfach sind. Wir sind Opfer unserer Launen. Wir lassen uns von unseren Gefühlen lenken, wenn wir eigentlich unsere Köpfe benutzten sollten und seit Hazel weg ist, dreht Scotts Stimmungs-Hoch-und-Runter komplett am Rad. Aber selbst, wenn für uns die Welt völlig verrückt zu spielen scheint, bewahrst du deine Ruhe und entschleunigst uns. Unsere Emotionen prallen an dir ab. Du störst dich nicht an ihnen und du nimmst es uns nicht übel, sollten wir über die Stränge schlagen. Deswegen funktioniert es zwischen dir und Scott so hervorragend. Deine Ausgeglichenheit kompensiert seinen unbeherrschten Charakter. Wir sind die aufgewühlte See und du der langmütige Felsen, um den wir herumtoben dürfen, bis uns die Energie ausgeht.“

    Kolja fehlten die Worte und dieses Mal lag es keineswegs an seiner einsilbigen Art oder eventuellen interlingualen Kommunikationsschwierigkeiten, zudem Moira ihr Soliloquium längst nicht beendet zu haben schien: „Scott und du, ihr habt euch gesucht und gefunden. Ihr kennt beide das miese Gefühl, in irgendwelche Schubladen gesteckt zu werden. Sei es nun wegen deiner körperlichen Erscheinung oder seiner Hitzköpfigkeit.“ Ertappt biss sich Moira auf die Unterlippe. „Jetzt bin ich irgendwie abgeschweift aber ich dachte, es ist angebracht, dir das alles mal zu sagen. In letzter Zeit bist du immer so oft in deinen Gedanken versunken und noch grüblerischer, als sonst. Das bereitet mir Sorgen.“

    Wieder trat Koljas Unfähigkeit hervor, zu Begebenheiten wie diesen die passenden Formulierungen zu finden. Anstelle von Anerkennung, quoll klangloser Atem aus seinem leicht offenstehenden Mund hervor. Vielleicht… vielleicht sollte Kolja Moira ins Vertrauen ziehen? Ihr offenbaren, dass der Grund für seine Grübeleien in Gestalt von Abigail tagtäglich um ihn herum hüpfte und seine, laut Moira, perfekte Freundschaft zu Scott gefährdete? 'Nein', entschied sich Kolja dagegen. Besser nicht. Ihr eigenes, holpriges Liebesleben hielt Moira genug auf Trapp, obwohl sie seit der Abweisung von diesem Ken keinen neuen Schwarm erwähnt hatte. Vermutlich wurde sie einfach zu sehr davon eingenommen, Colin wegen seines Porträtfotos nachzurennen. Daher versuchte Kolja, Moira zu beschwichtigen. „Es ist alles Ordnung. Danke für deine Fürsorge“. Ob dahinter die Wahrheit oder eine Lüge steckte, war ihm selbst unklar.

    „Ist gut. Sollte doch etwas sein… du weißt ja. Unsere Türen liegen direkt nebeneinander“, bot sie ihm ihre Hilfe an, die Mundwinkel nach wie vor zu einem sanften Lächeln angehoben.

    „Das ist lieb, Moira.“

    „Keine Ursache. Wir kümmern uns umeinander, so simpel ist das. Du und Scott seid eben meine Familie.“

    Ja.

    Ja, das waren sie wirklich. Gelegentlich verdrängte Kolja, wie viele, viele Jahre Moira mittlerweile als Vollwaise lebte. Um ihre Unterhaltung in eine heitere Richtung zu befördern, witzelte die Banshee herum: „Weißt du, Kolja? Manchmal versuche ich mir auszumalen, wie du wohl bist, sobald dir endgültig der Geduldsfaden reißt. Aber dafür reicht meine Phantasie nicht aus.“ Sie schmunzelte. „Und ich bin mir sicher, es niemals live erleben zu wollen.“

    „So?“

    „Hm-hm!“, bestätigte Moira munter nickend. „Ich glaube, man muss etwas echt Schlimmes anstellen, damit du deine Ruhe verlierst. Man steckt dann vermutlich richtig in der Patsche und das mag ich mir gar nicht erst vorstellen. Genauso geht es mir mit Abby. Früher hat Scotts Papa mich immer gewarnt, es gäbe nichts angsteinflößenderes, als eine zornige Wölfin. Ihr zwei seid euch in der Hinsicht sehr ähnlich.“

    Abigail. Die Wölfin fand ihren Weg in wahrlich jeden Aspekt seines Lebens. Kolja bemühte sich, möglichst gelassen auf die Gleichsetzung mit seiner heimlichen Liebe zu reagieren. „Findest du?“

    „Ja, irgendwie schon. Ihr geht auf unterschiedliche Weise sehr tolerant mit Anderen um und ich stelle es mir beängstigend vor, euch tatsächlich wütend zu erleben. Ich mein, ist dir aufgefallen, wie oft sich Colin gegenüber Abby im Ton vergreift? An ihrer Stelle hätte ich ihm längst eine Pfanne oder so hinterhergeworfen.“

    „Moira“, erinnerte Kolja die Banshee an ihren letzten gemeinsamen Fernsehabend, „du hast Colin eine Pfanne hinterhergeworfen.“ Konkret gesagt, sogar Koljas Lieblingspfanne. Die, in der weder Fleisch noch Teig je ansetzte.

    Selbstsicher stemmte Moira ihre Hände in die Seiten. „Und ich hätte ihn auch fast damit getroffen! Verdient hätte er es zumindest.“ Im Anschluss begann sie zu kichern und Kolja schloss sich ihr an.

    „Ja. Das hätte er auf jeden Fall.“

    Moira. Die tapfere, schlaue Moira. Was für ein Glück für Kolja, sie zu seinem Freundeskreis zählen zu dürfen. Die Banshee gehörte zu den wenigen Personen, welche in ihm entgegen seines Körperbaus zu keinem Zeitpunkt eine Bedrohung sahen. Sie, ebenso wie Scott, Abigail und… na ja, zu Koljas Leidwesen die Fee-… .

    Huh? Was war denn nun los? Schlagartig wurde Moira blass um ihre Stupsnase; noch blasser, als ihr heller Teint sowieso schon anmutete. „Oh nein“, hauchte sie, die Augen entgeistert auf einen Punkt hinter Koljas Rücken fixiert. Zeitgleich hörte Kolja die Stimmen.

    „Was ist das für 'ne Schrottkarre, Mann? Räumt mal jemand den Abfallhaufen hier aus dem Weg!“

    Und im Geiste wiederholte er Moiras Ausruf.

    Oh Nein… .

    Die Feen.



    nächster Teil

    Heho ^^

    in scharfer Schmerz an der rechten Halsseite ließ sie aufjammern und bewegungslos liegenbleiben.

    Ich mutmaße... ein Vampirbiss? :o Mich hat mal im Tierladen eine Ratte gebissen und das hat verdammt gebrannt :hmm: So ein Vampirbiss muss da gleich nochmal ein paar Level auf der Schmerzskala höher liegen.

    Oder Nellie leidet an einet echt üblen Verspannung im Hals. Die hab ich früh auch manchmal, wenn ich Halbschlaf meinen Kopf dumm drehe :hmm:


    Der Teil ist kurz, regt aber zum Spekulieren an, wie du siehst :D

    Immer komisch, wenn Held im richtigen Zeitpunkt prompt den richten Zauber lernt um GENAU aus dieser Situation zu kommen.

    Genau, oder wenn der Held aus seiner Tasche einen Zaubertrank zieht, der die ganze Zeit vorher nie erwähnt wurde, geschweige denn, dass der Held so was überhaupt besitzt ^^ "Robin, gib mir das Anti-Hai-Spray!"


    Vielleicht macht er ja den klassischen "Mein Hund hat meine Hausaufgaben gefressen"-move, wenn er das Bullet Journal findet, nur damit Hazel nicht geht

    Beziehungsweise wäre das in Scotts Fall "Ich habe ihre Hausaufgaben gefressen" :D


    Ich muss zugeben, seit dem es um das Bullet Journal geht, hat die Geschichte für mich noch mal viel dazu gewonnen. Vorher fand ich sie "nur" lustig und unterhaltsam.

    Also, mir ist bewusst dass sich meine Geschichte am Anfang wie Kaugummi zieht, wenn man eposale Action-Fantasy erwartet. Deswegen gebe ich ja auch immer wieder den Hinweis, dass meine Freakshow nicht in diese Kategorie fällt. Mir war es außderm wichtig, dass zwei Grundsteine gelegt werden, bevor es richtig losgeht: 1. Der Leser muss im Bilde sein, wie meine Welt funktioniert (was bei meinen Freaks ja jetzt nicht so kompliziert ist). 2. Mein Freak-Squad muss vollständig sein.

    Im Grunde geht die Haupthandlung ja schon damit los, dass Hazel ihr Bullet Journal in der Kasse versteckt und dem anschließenden Konflikt mit den Wölfen. Das weiß man als Erst-Leser natürlich nicht, deswegen macht die Handlung einen ziellosen, langweiligen Eindruck. Hätte ich direkt mit der Verwüstung gestartet, würde der Bezug zum Pub fehlen und dem Leser wäre es völlig egal, was dort passiert ist. Danach brauchen die Wölfe etwas Zeit, um überhaupt Schaden anzurichten und dann ist Scazel ja eigentlich schon mitten drin im roten Faden.


    btw fand ich das war eine sehr schöne Beschreibung^^

    Danke schön ^^

    Aloha Eti ^^


    Ah ok. Ich hatte sowas befürchtet. Dann liegt das an meiner langen Pause

    Ich denke, das wird auch noch das ein oder andere Mal passieren ^^ Ich baue gern Dinge ein, die zum Zeitpunkt ihrer Erwähnung nebensächlich sind aber später dann aufgegriffen werden. So spare ich mir später lange Erklärungen (die zum Beispiel Actionszenen verlangsamen könnten :hmm: ), beziehungsweise finde ich persönlich, dass die Geschichte dadurch in sich runder wirkt. Also ich meine, es wirkt weniger "für den Moment ausgedacht", in dem ich diesen Umstand brauche. Ich hoffe man versteht, worauf ich hinaus will.


    Ich hoffe ich nerve dich nicht langsam xD

    Nein, nein. Keine Sorge xD Wenn ich mal nicht zeitnah antworte, liegt das am Zeitfaktor und nicht an dir.


    Jo, das kenn ich. ICh bin nämlcih genau so xD

    Und ich bin da eher wie Hazel. Lieber zehn Minuten eher, als sich hetzen zu müssen ^^


    Ich glaube, es ist schon das wiederholte mal, dass Scott etwas erklärt, dass für einen Freak durchaus selbst verständlich wäre.

    Gut erkannt ^^ Auf diese Weise will ich dem Leser Dinge über meine Freaks erklären, die wichtig sind, um die Handlung zu verstehen. Weil es aber keinen Sinn machen würde, wenn meine Freaks dieses "Allgemeinwissen" bequatschen, wo doch eh jeder darüber Bescheid weiß, muss Hazel sich den Kram dann anhören ^^


    Kann es sein, dass er Hazel nicht ganz als Freak ansieht? Vielleicht, weil ihre Kräfte und typabhängigen Eigenarten nicht so offensichtlich sind, wie bei den anderen, die wir bisher gesehen haben.

    Du bist der erste, der mich darauf anspricht :D Richtig. Scott hat sich diesbezüglich sogar schon zu Anfang geäußert:


    „Du erklärst ihr ja auch immer Sachen, die jeder Freak weiß“, warf Kolja ein und begutachtete die Schalen mit dem Knabberkram, als müssten sie erst durch den kulinarischen TÜV, ehe man sie den Gästen vorsetzten durfte. Scheinbar war er zufrieden mit seiner Kreation. Zum ersten Mal seit zwei Minuten richtete er seinen Blick wieder auf Scott; genau in der Sekunde, in der der Wolf erwiderte: „Jeder Freak vielleicht, aber kein Mensch.“

    „Hexen sind keine Menschen, Scott. Das weißt du.“

    Da prustete Scott abschätzig und verschränkte die Arme vor der Brust. „Technisch gesehen sind sie das. Der einzige Unterschied zwischen einem Menschen und einer Hexe ist, dass Hexen sich mit Kräutern auskennen und müffelnde Tränke brauen können.“

    Ich möchte damit deutlich machen, dass meine Freaks keine große glückliche Gemeinschaft sind, sondern untereinander Vorurteile und die ganzen anderen schlechten Eigenarten einer Gesellschaft herrschen. Auch mein FreakSquad ist da keine Ausnahme.


    Vielen Dank für's fleißige Lesen ^^ :love:

    Hallöchen ^^

    Meiner Meinung nach, hätte man das noch ein bisschen ausreizen können ... Aber dann hätte nachher der gesamte Part nur noch aus diesem Witz bestanden ^^;

    Als ich den Part ausgearbeitet habe, wollte ich das auch länger ziehen. Allerdings musste ich bedenken, dass diese Geschichte aus 3 Episoden besteht und ich mein Pulver nicht gleich am Anfang verschießen sollte ^^ Es wird aber auf jeden Fall noch mehr Momente dieser Art geben.


    Hayes wird irgendwie auch immer bildlicher vor meinem Auge. Außerdem ist er derjenige, dessen Stimme sich irgendwie am genausten in meinem ... Ohr/Kopf abspielen lässt.

    Tatsächlich ist Hayes auch die Figur, bei der ich nie überlegen muss, was und wie er es sagt :rofl: Seine wörtliche Rede fließt praktisch von selbst aus meinen Fingern.


    Vielleicht war das aber auch schon vorher in den Parts so, und ich hab es einfach vergessen ^^;

    Es wurde erwähnt, ja. Gleich im ersten Teil aus Hazels Sicht wird beschrieben, dass er ihr Typ ist und sie Schmetterlinge im Bauch hat, wenn er Interesse an ihr zeigt. Die Eifersucht ist dann sozusagen das nächsthöhere Level, um deutlich zu machen, dass sich Hazel nicht mehr in einem Anfangsstadium luftiger Verknalltheit befindet, sondern sich schon ihrer Gefühle bewusst ist. Weshalb sie so krampfhaft versucht, sich zusammenzureißen, anstatt vor Scott eine Szene zu veranstalten, wird später erklärt.


    und lassen diesen armen Sukkubus hier zurück :( Naja, man kann ja nicht alles haben ...

    Hayes bleibt bei ihr, keine Sorge :ninja:

    Und du triffst sie bestimmt wieder ^^ ... Irgendwann :D

    J-Stuff.de veranstaltet gerade einen 50% Rabatt Sale auf ausgewählte Produkte. Unter Anderem bekommt man Brusho-Sets ( LadyK ) für die Hälfte des üblichen Preises im Shop.


    https://www.j-stuff.de/August-Sale


    EDIT: Auch sehr, sehr interessant für diejenigen, die sich durch klassische Malmedien probieren wollen: Kreativ.de bietet für knapp 18€ ein Multitechnik-Set an. Zur Orientierung eine prima Sache!

    https://www.kreativ.de/SENNELIER-Multitechnik-Test-Set.html

    Dein Prolog legt sprachlich eine Punktlandung hin, wenn du mich fragst ^^ Für so wenige Worte, schlägst du einen vielversprechenden Grundton und eine Thematik an, die mir gut gefallen könnte. Ich behalte die Geschichte also im Auge :D


    Wie viel Sinn es macht, nach 4 Sätzen Stilkorrekturen durchsetzen zu wollen - darüber lässt sich streiten denke ich. Nur kurze Anmerkungen meinerseits:


    Und: Wenn es aber nun der Stil des Autors ist, das Lachen oder Lächeln einer Person detailierter zu beschreiben? Du wirst nicht viel Freude an meinen Arbeiten haben, fürcht ich, bei mir lächeln die Leute eben nicht nur profan in die Gegend, sie giggeln, feixen, grienen fett, kichern, schmunzeln und grinsen. Und jedes Wort gebiert (zumindest in meinem Hirn) ein anderes Bild des Lächelns.

    Dito, da bin ich ganz bei dir. Ein Lächeln ist nicht gleich ein Lächeln und wozu bietet die deutsche Sprache so viele verschiedene Worte, wenn man sie nicht nutzen sollte? Vor allem in der Prosa :thumbup: Ich persönlich finde, es zeichnet einen Autoren gewissermaßen auch aus, zahlreiche Umschreibungen für eine Mimik zu finden und dann auch noch die vielen feinen Nuancen jeder einzelnen zu unterscheiden.

    Aber die einen mögen es so, und andere eben wie wir :hmm:


    Ich kenne etliche Leute, die ich ziemlich fix zum Schnurren bringen kann... Vielleicht kennst Du nur nicht die richtigen Leute?

    :grinstare:

    Davon abgesehen sehe ich solche Laute auch oft als eine Art Metapher. Mein Papa hat mir früher, wenn ich Husten hatte, immer zugerufen: "Du bellst wie'n Straßenköter!". War eine passende Beschreibung für die Laute, die ich rausgewürgt habe xD

    Ich denke, jeder weiß dass ein Mensch (in der Regel) keine wirklichen Schnurrlauter einer Katze imitiert. Aber jeder kennt das gleichmäßige Geräusch tiefster Zufriedenheit und das beschreibt das Seufzen postorgastischer Zustände eben ziemlich perfekt :D


    Ich habe die Tante Google gefragt und auch Leute meiner Umgebung.

    Für "trieseln" habe ich jetzt nicht explizit nachgeguckt aber ich persönlich vetrete da folgende Einstellung: Steht es mit der Bedeutung, die du implizieren willst, im Duden? ^^ Dann ist es legitim, zu verwenden.

    Hallo Eti ^^

    Zweimal musste ich dann allerdings hinschauen, als Hayes dazu kam. (Gut, dass das nur geschrieben ist, sonst hätte ich ähnlcih wie Scott wahrscheinlich nirgend wo anders mehr hinschauen können :P )

    Sein vulgärer Ausbruch hat mich erst mal stolpern lassen, weil ich im ersten Moment dachte Scott sagt das xD

    Aber dann wurd es zum Glück direkt im nächsten Satz aufgelöst ^^;

    Für mein Verständnis macht es eigentlich schon der Zeilenumbruch nach Scotts Antwort deutlich, dass eine andere Person spricht und wie du selbst festgestellt hast, wird diese gleich im anschließenden Satz aufgelöst ^^ Dass man sich erstmal fragt, "häh, wer redet denn jetzt dazwischen?" ist in der Hinsicht gewollt, weil ich den .. naja, ich nenne es Mal Überraschungseffekt, auf den Leser übertragen wollte.

    Ich bin kein Fan davon, wörtliche Reden immer als Hayes kam dazu und sagte: "..." oder "So'ne Drecksscheiße!", warf Hayes plötzlich ein zu gestalten.


    Es ist tatsächlich mehr zerstört, als ich mir vorgestellt habe

    Nichts halbes und nichts ganzes :D Wenn, dann richtig!


    Das es eine Sukkubus ist, war mir relativ schnell klar. Aber ich wusste ja auch, durch ein Gespräch im Chat mit dir, dass irgendwann eine Sukkubus auftauchen wird. Das hatte ich dabei denke ich im Hinterkopf.

    Ja, da habe ich dich wohl unwissentlich gespoilert :rofl: Sorry!


    Aber es spricht dann ja für dich, dass ich diesen Gedanken direkt der Person zu Ordnen konnte.

    Schön C: Danke.

    Huhu Miri ^^ Danke für deinen Kommentar.

    :rofl: - ich feier Hayes ohnehin xD

    Ich auch :P

    :hmm: Vielleicht muss ich doch eine Hayes-Puppe einplanen, wenn ihr ihn so toll findet :D (Tu ich nämlich auch, hihi!)


    Ich verstehe ja, dass ihm seine Freundschaft zu Scott wichtig ist, aber er könnte ja auch einfach mal mit Abby REDEN und herausfinden, was sie wirklich will und von ihm erwartet/sich erhofft


    Das ist ja jetzt der Plan, hihi :D


    An der Seitenlinie warteten, gemeinsam mit Moira, Abigails Brüder und winkten die Wölfin hektisch heran. Keiner der drei schien den Beinahe-Kuss als solchen wahrgenommen zu haben. Vor allem Scott hatte das ganz offensichtlich nicht getan. Koljas Freund zupfte auffordernd am Kragen seines Trainingsoutfits herum und rief quer über den halben Platz: „Wird das heute nochmal was?“

    Unzufrieden legte Abigail die Stirn in Falten, eilte letztlich aber trotzdem zu Scott und Colin herüber. Kolja folgte ihr nicht sofort. Zuallererst musste er das Chaos an Gedanken, Emotionen und Hormonen entwirren, dass ihm, wie ein nasses Knäuel Haare den Duschabfluss der WG, die Gehirnwindungen verstopfte. Abigail wollte ihn küssen. Wieso? Sie hatte Monate verstreichen lassen, ohne einen Annäherungsversuch zu unternehmen. Weshalb also gerade jetzt? Was war passiert, dass sich Abigail ihm aus heiterem Himmel an den Hals warf? Gab es überhaupt einen Auslöser oder entsprang ihr Kuss bloß einer spontanen Laune? Als eine Auswirkung ihres sprunghaften Wesens?

    Unweigerlich kehrten Erinnerungen an die Zeiten zurück, in denen Kolja in Abigails Alter war. Damals hielt er seine Zauberin für die Frau seines Lebens, um sie gleich in den ersten Wochen seines Auslandssemesters praktisch zu vergessen. Wahrscheinlich durchlebte Abigail gerade dieselbe Illusion von Liebe. Ihre Zuneigung zu Kolja beschränkte sich auf reine Oberflächlichkeit und geriet ohne die passenden Anlässe in Vergessenheit. Eine Schwärmerei, mehr steckte schwerlich dahinter. Das genügt Kolja nicht. Er wollte keine kurzlebige Affäre sein. Niemals würde er sich mit einer temporären Romanze zufriedengeben können, unter deren vorhersehbarem Ende seine Freundschaft zu Scott litt.

    Somit blieb Kolja nur das übrig, was er seit langer Zeit tunlichst vermieden hatte: Er musste das Thema Gefühle auf den Tisch bringen. Ihm fehlte jedwede Vorstellung, welches Resultat aus dieser Konfrontation hervorgehen sollte; irgendetwas musste er jedoch unternehmen, wollte er rechtzeitig die Kurve kriegen, um nicht direkt in den massiven Berg aus Missverständnissen zu schlittern, der sich zwischen ihm und Scott aufzutürmen drohte.

    Aber nicht jetzt. Heute ging es um Scott und das Fußballspiel. Außerdem hielt Kolja es für klüger, Abigail unter vier Augen zur Rede zu stellen. Also trottete der Bär zu seinen Freunden herüber und schnappte beim Näherkommen den Rest des Gesprächs auf.

    „Na endlich“, nörgelte Scott gerade ungeduldig herum. „Ging das nicht schneller? Wir mussten uns schon von Hayes dumm anmachen lassen, weil wir immer noch nicht umgezogen sind.“ Die anderen Spieler flitzten in ihren farbigen Spielertrikots über das Spielfeld, wohingegen Scott und Colin ihre neutrale Trainingskleidung trugen und somit zwischen ihren Mannschaftskameraden herausstachen.

    „Entschuldigt bitte, ich war abgelenkt.“ Abigail kramte in ihrer Umhängetasche herum und förderte schließlich zwei Ballen fein säuberlich gefaltete Stoffe daraus zu Tage, welche sie den Wolfsrüden aushändigte. Mann… . Für so was herrschte neben dem ganzen anderen Krempel in ihrer Tasche noch Raum?

    Abigails Brüder teilten die Bündel unter sich auf und Kolja identifizierte nunmehr, worum es sich überhaupt dabei handelte: Trikots. Weiße Schrift auf grünem Textil wiesen die Spielernummern aus, sowie den Namen des Vereins, für den Scott und Colin antraten. Dass Abigail die Outfits der beiden wusch und ihnen anziehfertig vor die Nase schleppte, musste wohl eine weitere Eigenart geschwisterlicher Fürsorge sein, die für Kolja wohl auf ewig unbegreiflich bleiben würde.

    Colin fackelte nicht herum. Er entledigte sich an Ort und Stelle des Oberteils, das er am Leibe trug, und schlüpfte kurzerhand in sein Trikot hinein. Gerade streifte er das grüne Polyestershirt über seinen Bauch, als neben ihm unangekündigt der Auslöser einer Digitalkamera eifrig einen piepsenden Jingle anstimmte. Das sich mehrfach wiederholende, künstlich klingende Geräusch provozierte Colin. „Nimm die scheiß Kamera runter, bevor ich mit dem Ding Dribbeln übe“, knurrte er genervt.

    Tatsächlich senkte Moira ihre Kamera. Pikiert verzog sie den Mund. „Wenn du mir freiwillig für dein Porträt Modell stehen würdest, müsste ich dich nicht so überfallen.“

    Wie vorauszusehen, fiel Colins Erwiderung darauf gewohnt unhöflich aus. „Ich hab' dir gesagt, ich hab' keinen Bock auf diese Foto-Scheiße, also lass mich in Ruhe. Schon mal was vom Persönlichkeitsrecht gehört?“

    „Auf das hast du doch verzichtet.“ Verwundert blinzelte Moira ihn an und als Colin verständnislos zurückblinzelte, wollte die Banshee wissen: „Hast du dir die Einverständniserklärung denn nicht durchgelesen, die du abgegeben hast?“

    „Was faselst du da? Was für 'ne Einverständniserklärung?“

    Auf seine Frage hin rief Moira Colin im versöhnlichen Tonfall die Umstände in Erinnerung. „Ich rede von dem Zettel, den du bekommen hast. Mister Hayes hat die ganze Mannschaft dafür unterschreiben lassen, dass ich im Rahmen der Spiele und des Trainings Fotos von euch machen darf.“

    „Du meinst doch nicht etwa den Wisch, den er uns mit den Worten hingeknallt hat 'unterschreibt gefälligst die Scheiße, oder ich schmeiß euch im so hohem Bogen aus der Mannschaft, dass der behinderte Regenbogen, der zu meinem Goldtopf führt, dagegen wie 'ne Erektionsstörung aussieht'?“

    Da nickte Moira. „Doch, den meine ich.“

    „Das ist doch Bullshit!“ Gereizt warf Colin die Hände in die Luft. „Warum sollte ich mir den Mist durchlesen?! Wer hat Zeit für so was?“

    „Tut mir leid, Colin“, erklärte Moira abschließend. „Mister Hayes erwartet Fotos und du hast mir das schriftliche Einverständnis gegeben, diese Fotos zu schießen. Das heißt, dass ich dich jederzeit und überall fotografieren darf.“ In einem Versuch, Colins Gemüt zu besänftigen, scherzte die Banshee: „Wenn ich wollte, dürfte ich dich sogar unter die Dusche verfolgen.“

    „Wag es und die glitschigen Bodenfliesen werden dein geringstes Problem sein.“ Tja, das durfte man dann wohl als Fehlschlag bezeichnen.

    Nach dieser Drohung nahm Kolja nicht an, dass Moira ihren Disput mit Abigails Bruder bis zum Schluss austragen wollte. Sowieso wurde Colin von Scott abgelenkt, wodurch das Gesprächsthema einen anderen Kurs einschlug. „Lass gut sein“, sagte Scott. „Wir müssen uns umziehen gehen.“

    Nickend willigte Colin ein. Ehe er Scotts Aufforderung folgte, blickte er suchend zum Parkplatz.

    „Wartest du auf jemanden?“, fragte Abigail und schaute ihrerseits zu den abgestellten Autos herüber. Mh. Dort drüben hielt sich niemand auf, der Kolja bekannt vorkam.

    „Er wartet auf Gwen.“ Scott grinste vielsagend und verpasste Colin einen leichten Stoß mit dem Ellenbogen. Dieser schlug den Arm seines Bruders beiseite.

    „Ich warte nicht auf sie. Ich hab' mich bloß gefragt, ob sie noch vor dem Anpfiff auftaucht.“

    „Ooh!“ Begeistert renkte nun auch Abigail ihren Hals dabei aus, den Sukkubus unter den Leuten ausfindig zu machen. „Gwen hat angekündigt, vorbeizukommen?“

    „Colin hat sie eingeladen“, verriet Scott seiner Schwester und das Grinsen auf seinem Gesicht wurde sogar noch ein Stück breiter. Damit feuerte er Abigails Neugierde tüchtig an.

    „Ist das wahr?“

    „Sie hat gemeint, sie interessiert sich für Fußball“, rechtfertigte sich Colin. „Es wäre echt mies von mir gewesen, es nicht zu tun.“ Hm-hm. Natürlich wäre es das. Weil Colin ja schon immer als ein Paradebeispiel für Höflichkeit und gutes Benehmen galt. So, so. Demnach stimmte also, was Scott erzählte. Colin entwickelte ein Interesse an der schönen Gwen. Wer sollte es ihm bei so einer Frau verdenken? Kolja schmunzelte vor sich hin, unterdessen Scott seinen kleinen Bruder noch etwas mehr triezte:

    „Ist klar. Und du glotzt sie auch nur an, als wäre sie ein frischgeräuchertes Schweineohr, weil du nett sein willst.“

    „Blödsinn“, wehrte Colin diese Unterstellung ab. „Warum sollte ich Gwen anglotzen? Sie ist gar nicht mein Typ. Immer trägt sie diese Kleider und hohen Schuhe. Ich steh echt nicht auf diese Schickimickischei-… heilige Scheiße.“ Mitten im Satz klappt Colin der Kiefer herab, als wolle er sich das stoppelige Kinn von den Grashalmen des Fußballfeldes kitzeln lassen. Was hatte er denn jetzt entdeckt, dass es ihm abrupt die Sprache verschlug? Automatisch wandte Kolja sein Augenmerk in dieselbe Richtung, in die der Rüde gaffte und… .

    Sapperlot.

    Da war Gwen.

    Und sie sah… anders aus.

    Statt den gewohnten High Heels und einem engen Kleid, trug Gwen schwarze Doc Martens, ziemlich ähnlich den Schnürboots, in denen Colins Füße meistens steckten, eine aus eindeutig modischen Gründen löchrige schwarze Strumpfhose und darüber dunkle Hot Pants. Ihr Bandshirt der Foo Fighters hatte Gwen sehr, sehr knapp unterhalb der Brust zusammengebunden und gewährte somit ungeniert freie Sicht auf ihren flachen Bauch. Immerhin blieb sie sich dahingehend treu: Ihre Kleiderwahl fiel genauso freizügig aus, wie Kolja es von ihr kannte. Freizügig, figurbetont, nur… nun ja. Eben anders.

    Vom Parkplatz aus schlenderte der Sukkubus den Weg zum Spielfeld entlang und der Faszination der umstehenden Männer, sowie den Blicken der Frauen an ihrer Seite nach zu urteilen, würde Gwen heute noch der Auslöser für viele, viele Ehestreits sein. Einer der Kerle ließ sich derart von ihrer Aura einnehmen, dass er geistesabwesend versäumte, wie sein Hund ihm das Eis aus der Hand wegfraß und ein anderer fuhr ungebremst mit dem Fahrrad gegen die Spielfeldbarrieren, woraufhin er im spektakulären Bogen einen Vorwärtssalto mit Bruchlandung auf dem Rasen vollführte. Tja. Der Anziehungskraft eines Sukkubus' konnte Mann einfach nichts entgegensetzen. Colin durfte davon wohl ein Liedchen singen.

    Zum ersten Mal im Laufe ihrer Bekanntschaft erlebte Kolja Gwen mit zusammengebunden Haaren und durch den seitlich gefassten Zopf trat ihr Sidecut besonders deutlich hervor. Mit einer grazilen Handbewegung warf sie die gebündelten Haarsträhnen über ihre Schulter, als sie schließlich bei ihren neuen Freunden ankam. „Ich grüße euch.“

    „Du siehst großartig aus, Gwen!“, sprach Abigail sie direkt auf ihr unübliches Outfit an. Wozu auch Zeit mit Begrüßungsfloskeln verschwenden? Jedenfalls freute sich Gwen über das Kompliment.

    „Danke. Heute ist mein freier Tag, also muss ich mich zur Abwechslung nicht für andere verkleiden.“

    „Bist du geschrumpft?“ Verwirrt betrachtete Scott den Sukkubus, weil ihr Gesicht unterhalb seiner gewohnten Augenhöhe hing.

    Sie klärte ihn auf: „Nein, Schätzchen. Ich trage keine Absätze.“ In der Tat wirkten sich die flachen Sohlen merklicher auf Gwens Körperhöhe aus, als Kolja vermutet hätte. Ohne High Heels überragte Gwen die zarte Moira gerade mal um eine Handbreite.

    Anschließend wanderte Gwens Aufmerksamkeit zu Colin. „Hi“, grüßte sie den staunenden Wolf und setzte für ihn ein besonders anziehendes Lächeln auf.

    Er tat es ihr gleich. „Hi.“ Hernach verbrachten die zwei einige Sekunden damit, sich wortlos gegenseitig anzuschmachten. Ohne jeden Zweifel fand Colin großen Gefallen an Gwens Freizeitgarderobe. Der Mann war schlichtweg von ihrem Anblick überwältigt.

    Nach einem Moment fand Colin seine Sprache wieder. „Freut mich, dass du es einrichten konntest.“

    „Wie sollte ich nicht?“, meinte Gwen. „Hätte ich gewusst, dass ihr regelmäßig spielt, hätte ich schon viel öfter vorbeigeschaut.“

    „Colin hat erzählt, du interessierst dich für Fußball?“ Zwar antwortete Gwen auf Abigails Frage, ließ ihre Liebäugelei mit Colin allerdings für keine Millisekunde abreißen.

    „Das kann man so sagen. Ich habe jahrelang selbst regelmäßig auf dem Platz gestanden.“

    „Du hast in einer Fußballmannschaft gespielt?“ Abigail staunte und auch Kolja musste zugeben, Gwen gedanklich nie in Kompressionsstrümpfen und mit Grasflecken auf den Knien gesehen zu haben. Das hieß… zumindest nicht in Bezug auf Sport.

    Colin teilte die Überraschung seiner Schwester. „Das hast du gar nicht erzählt“, worauf ihm der Sukkubus einen vielsagenden Augenaufschlag schenkte.

    „Mein Mund wollte eben andere Dinge tun, als Small Talk zu halten.“

    Puh. Das nannte Kolja zielorientiert. Dann hörte er jemanden unbehaglich nach Luft schnappen und stellte Blickkontakt zu Moira her. Die Banshee hatte das Pech, von den beiden Turteltäubchen eingepfercht zu werden, während diese über ihren hellhaarigen Schopf hinweg einander angurrten. Wäre es nicht ausgerechnet Moira gewesen, die zwischen Gwen und Colin stand, hätte Kolja eine gewisse Symbolträchtigkeit in die Szene hineininterpretiert, aber so tat seine Mitbewohnerin ihm einfach nur leid. Arme Moira. Sie war der ökologisch abbaubare Papiertrinkhalm in einem überquellenden Hormoncocktail.

    Entweder blendete die sprichwörtliche rosarote Brille auf Colins Nase Moira komplett aus, oder – und das kam Koljas Meinung nach gleichermaßen in Frage – ihre unangenehme Situation ging ihm grundsätzlich am Allerwertesten vorbei. Er grinste Gwen breit an und hätte es vermutlich auch noch für den Rest des Tages getan, doch sie wollte von ihm wissen: „Auf welcher Position spielst du?“

    Auf einmal schien Colin die Erinnerung an seine Versetzung kein bisschen mehr die Laune zu verderben. „Ich übernehme die Abwehr. Ab heute sogar wieder ohne Maulkorb.“

    „Wozu musstest du denn einen Maulkorb tragen?“, wunderte sich Gwen und bekam die Antwort von Scott geliefert.

    „Das war seine Strafe, weil er mitten im Spiel den Torwart gebissen hat.”

    „Du hast allen Ernstes den gegnerischen Torwart angegriffen?”

    „So'n Quatsch. Ich hab' nicht den gegnerischen Torwart gebissen”, wies Colin alle Behauptungen umgehend von sich. „sondern unseren eigenen.” Und wie er sprach, deutete er über seine Schulter hinweg auf einen der Marderpolymorphen des Teams, welcher Colin kurz anfauchte und folglich das Weite suchte. So viel zum Zusammenhalt unter Mannschaftskameraden.

    Gwen spielte Missbilligung vor, indem sie ein paar Mal mit der Zunge schnalzte, den Kopf schüttelte und Colin rügte: „Man beißt doch nicht seine Mitspieler. So was tut man nicht. Beiß' lieber mich. Ich beiße auch zurück.“ Uhrm, wie bitte? Sodann schlug Gwen den Bogen zurück zu dem, was sie eigentlich von Colin wissen wollte: „Hm, die Abwehr also. Nicht meine Lieblingsposition. Ich fand sie immer langweilig“, gab sie zu. Nachfolgend taxierte sie Colin intensiv. „Aber gerade gewinnt sie extrem an Attraktivität.“

    „Fitzpatrick!“ Hayes unverkennbares Grölen schalte vom Spielfeld herüber. Mit seinen kurzen Koboldfingern gab er Scott und Colin unmissverständliche Signale, endlich mit ihren Aufwärmübungen zu beginnen und ebenso unmissverständlich fielen die Gesten aus, die den Wölfen die Konsequenzen vermittelten, sollten sie noch weiter herumbummeln.



    nächster Teil

    Ich habe den letzten Teil ja schon vor einigen Tagen gelesen, aber noch nicht geschafft zu kommentieren :/

    So ist das manchmal ...

    Passt schon ^^ Durch deinen Like habe ich ja mitbekommen, dass du den Teil gelesen hast und bei einer so treuen Leserin wie dir, kann ich mir dann schon denken, dass es gerade am Zeitfaktor liegen könnte :) :love:


    die Stelle, so sich Abby vor das Auto hockt xD

    Ich könnte Koljas Gesichtsausdruck deutlich sehen

    Der Arme weiß gar nicht, wie ihm geschieht! Hihi :D


    Es hätte ja auch mal einfach sein können

    Hätte es, aber dafür macht es zu viel Spaß, die Figuren ein bisschen zu quälen :rofl:


    Ich könnte wetten, dass es Scott ist, der da jetzt stört

    Das löst sich morgen auf :D


    Vielen Dank für deinen Kommentar ^^

    Warum? Sie ist doch schon in dem Thread der abgeschlossenen Geschichten :hm:

    Ich mach mir da nichts vor. Dass jemand neues in die Geschichte einsteigt oder dass einer derjenigen, die sie abgebrochen haben, weiterliest, ist höchst unwahrscheinlich. Dafür ist meine Geschichte zu lang, qualitativ zu schlecht und an Spaßprojekten wollen sowieso die wenigsten hier ihre Zeit aufwenden. Im Friedhof wäre sie vor irgendwelchem Unfug sicher, denn mir liegt was an dem Text :hmm:


    Also, danke dafür^^

    Bitte, gern geschehen xD


    Und dann Hazel! OMG, was lernen wir da für Seiten von Hazel kennen :D

    Ich fand ihre Geschichten sehr interessant und ... anregend :grinstare:

    :grinstare:

    Hazel kann... außerhalb der Schubladen denken, ja :rofl:


    Trotzdem, bester Gag dieses Parts war der Erfolg von Hayes den Phönixvorfall als Wasserschaden zu verkaufen.

    Hayes hat's halt drauf :D

    Guten Morgen,


    Danke für deinen Kommentar, Eti! Ehrlich gesagt bin ich hart überrascht, dass es hierzu nochmal Rückmeldung gibt. Ich war eigentlich schon soweit, den Thread im Friedhof verschwinden zu lassen ^^


    Generell, wie er sich denkt, dass es komisch wirkt, sie hier in der eigenen Wohnung zu sehen. Das Gefühl hast du gut beschrieben, finde ich.

    Danke, das freut mich zu lesen. Meine Geschichte ist vorrangig eine Charakterdarstellung, deswegen lege ich Wert auf diese ganzen kleinen gedanklichen Momente des täglichen Lebens, die jeder erlebt, aber in der Regel selten aufgreift.


    Ich hab übrigens zwischendurch gedacht, Hazel und Scott gehen einfach zu Fuß los, weil ihnen das Geblubber auf die Nerven geht und eh zu nichts führen wird ^^;

    Das hätte auch sehr gut gepasst, besonders zu Hazel :D Wobei die Gute dann doch etwas zu lauffaul ist, hehe.

    Und um ehrlich zu sein: Ich hätte an ihrer Stelle auch keinen Bock, gegen 2 Uhr nachts oder so durch die Stadt zu latschen :rofl: