Beiträge von Skadi

    Innerhalb desselben Wimpernschlags kam der dazugehörige, schwarzhaarige Wirbelwind herbei gerauscht und las den Feen gehörig die Leviten: „Sechs gegen einen! Soll das euer Meinung nach fair sein?! Was für Feiglinge seid ihr eigentlich?“

    Abigail... . Was trieb sie da?! Fassungslos gaffte Kolja die Wölfin an, die sich wie ein Schutzwall vor ihm aufbaute und ihn vor den Zudringlichkeiten des Schwarms abschirmte. Sie beschützte ihn.

    Sie beschützte ihn.

    Niemand dachte je daran, Kolja zu beschützen. Normalerweise war er es, hinter dessen respekteinflößender Statur Deckung gesucht wurde. Selbst Scott bot ihm immer Seite an Seite seinen Beistand und sprang niemals direkt zwischen Kolja und eine Gefahr – im Gegensatz zu seiner Schwester. Hatte sie den Verstand verloren? Zum Kuckuck, sie wies gerade die Feen zurecht! Diese Typen suchten ständig neue Opfer und Abigail servierte sich ihnen praktisch selbst auf dem Silbertablett.

    „Abby, lass den Quatsch!“, pfiff Colin seine kleine Schwester zurück aber die Feen nahmen sie bereits ins Visier. Das Zebra unterzog Abigail einer herabwertenden Musterung.

    „Noch so 'n Kläffer. Hat jemand die Zwinger im Tierheim offengelassen oder was? Was will die denn jetzt?“

    Die will euch ordentlich den Kopf waschen! Wofür haltet ihr euch?! Für die Könige von Irland höchstpersönlich? Aufgeblasene Straßentyrannen seid ihr, das ist alles! Kolja grundlos zu schikanieren – sucht euch ein Hobby, wenn ihr Langeweile habt!“

    Weder die Feen vermochten Abigail einzuschüchtern, noch der harsche Befehlston, mit dem Scott die Wölfin bei Fuß beorderte. „Halt die Klappe und kommt her, Abby!“

    „Nein!“, widersetzte sie sich der brüderlichen Anweisung. „Ich gucke bestimmt nicht dumm dabei zu, wie diese Rowdys Kolja drangsalieren!“

    Sprachlos verfolgte Kolja, wie Abigail seinetwegen ihren hübschen Hals riskierte. Das war … unglaublich lieb von ihr. Und unglaublich dumm. Sie sollte auf Scott hören, herrje! Sogleich zogen Regenbogenhaar und Pelzjäckchen ihren Einsatz ins lächerliche. „Oh nein, der große Junge hat seine Mami geholt!“

    „Nun bekommen wir den Hintern versohlt!“

    „Hätten eure Mütter das nur mal getan, dann müssten sie sich heute nicht dafür schämen, wie ihr euch in der Öffentlichkeit benehmt“, schimpfte Abigail. „Was eure Erziehung angeht, haben sich eure Eltern wahrlich mit keinem Ruhm bekleckert! Als wärt ihr von Primanten aufgezogen worden!“

    Kolja schluckte schwer. Denn damit verging den Feen das Lachen.

    Von jetzt auf gleich erstarb ihr hämisches Amüsement und etwas Grausames ließ ihre Züge erhärten. Nicht gut, gar nicht gut! Abigail hatte es gewagt, Kritik an den Eltern der Feen zu üben und durch ihren Vergleich stellte sie für die Feen ihre ganze, angeblich perfekte Abstammung in Frage. Auf ihre Herkunft empfanden diese Möchtegernhochwohlgeborenen einen fast schon krankhaften Stolz; so wenig Respekt sie anderen gegenüber aufbrachten, desto mehr erwarteten sie, dass man ihn ihnen zollte. Und Abigail bearbeitete den fragilen Glasthron, von dem aus sie auf andere herabsahen, mit deftigen Kopfnüssen – denen, eines Rammbocks!

    „Was...“

    „hat sie...“

    „gesagt?!“

    „Ich sagte, eure Mü-... .“

    „Rhetorische Frage!“ Beinahe hätte Abigail den Fehler begangen und ihre Aussage wiederholt, doch Kolja fiel ihr rechtzeitig ins Wort. Die Frau redete sich noch um Kopf und Kragen! Er griff ihren Arm und zwang sie nach hinten. Bloß raus aus der Reichweite der Feen! Aber der Schaden war angerichtet.

    „Was nimmt die…

    „sich…“

    „raus?! Wer glaubt…“

    „sie, wer…“

    „sie ist…“

    „solche Reden zu…“

    „führen?!“

    Besorgt registrierte Kolja das Fläschchen Feenstaub in den Händen der Zebrafee.

    „Wir müssen ihr…“

    „wohl das…“

    „Maul stopfen! Am…“

    „besten sorgen…“

    „wir dafür, dass sie…“

    „nie wieder in…“

    „der Lage ist, ihre…“

    „Lügen zu…“

    „…“

    „…“

    „…“

    Da… fehlte noch was, oder?

    Anhand des Kontextes konnte Kolja auch ohne den Schluss des Satzes die Drohungen der Feen interpretieren, dennoch verwirrte ihn der vorzeitige Abbruch des sonst perfekten Staccato. Und nicht nur ihn. Abigail sah fragend zu Kolja auf, worauf er einzig mit den Schultern zu zucken wusste. Er suchte bei Scott und Colin Erleuchtung, aber dem jüngeren der beiden stand ein größeres Fragezeichen auf der Stirn geschrieben, denn Kolja selbst und Scott schien noch nicht einmal begriffen zu haben, niemals das Ende dieser Kampfansage zu hören zu bekommen. Moira hob ebenfalls unwissend die Brauen und zur Vervollständigung der allgemeinen Ratlosigkeit, blickte nunmehr sogar der Schwarm reihherum einander völlig verdattert an: Das Zebra schaute zu Schottenrock, dieser zu Pelzjäckchen, die ihr Augenmerk auf Regenbogenhaar richtete, welche ihrerseits Haargel-Johnny ins Auge fasste und der wiederrum die androgyne Fee, die… .

    Die geistesabwesend auf ihr Smartphone stierte. „Hehe, die Katze ist zu fett für ihre Katzenklappe“, gluckste sie belustigt.

    Mit einem Hieb gegen die Schulter brachte Schottenrock die digitale Traumblase des World Wide Webs zum Platzen, in der die androgyne Fee feststeckte. Wie aus einem Sekundenschlaf, schreckte sie hoch. „Huh? Was?“ Der übrige Schwarm rollte genervt mit den Augen.

    So ging das nicht weiter. Irgendetwas musste passieren. Kolja wünschte wirklich, die Feen würden einfach gehen, bevor noch ein Unglück geschah und er… .

    Vor ihm bildeten die Feen eine undurchdringliche Front, während Scott und Colin in seinem Rücken wütend um die Wette knurrten und auf diese Weise das Biest anpeitschten, das Kolja im Nacken saß. Die einzige Beteiligte, die augenscheinlich keinen inneren Kampf mit dem eigenen Raubtier führte, war Abigail – und ausgerechnet sie kippte literweise Öl ins Feuer! „Fasst euch erstmal an die eigenen Nasen! Wenn sich hier jemand im Ton vergreift, dann seid das ja wohl ihr.“

    „Sei still“, raunte Kolja streng. In ihrer Leichtfertigkeit ritt sich Abigail so tief in den Ärger hinein, dass ihr sinnbildliches Pferd bereits unwiderruflich im stinkenden Morast versank. Wollte sie das denn nicht erkennen? Dann öffnete Abigail ihren Mund und Kolja trug seine naive Hoffnung auf eine gewaltfreie Beendigung dieses Konflikts vollends zu Grabe.

    „Ihr seid ein Haufen schlimmer Schaumschläger!“

    Leuchtend traten die Tätowierungen auf der Haut der Feen hervor.

    „Schaumschläger sagt...“

    „sie.“

    „Wir reden…“

    „ihr zu viel. Na…“

    „gut, dann genug gequatscht. Tun wir…“

    „ihr den Gefallen und…“

    „demonstrieren ihr…“

    „unsere…“

    „Mayonnaise!“

    Gleichzeitig drehten sich sämtliche Köpfe der androgynen Fee zu, deren Pupillen erneut am Display ihres Smartphones klebten. Na ja. Immerhin hatte sie dieses Mal ihren Einsatz nicht verschlafen. „Pack das Ding weg, Ailbhe!“, wurde sie von der Zebrafee angezischt.

    „Ich schau nur kur-…“

    „Pack es weg!“

    Kleinmütig leistete sie gehorsam und das Zebra konzentrierte sich wieder auf Abigail und Kolja. „Wo waren wir? Ach ja! Die Töle-…“

    „Hoppla, wo bin ich denn da hineingeraten?“ Aus dem Nichts tauchte Gwen neben Kolja auf. Sie spielte Naivität vor und umschloss, vermeintlich betroffen, mit den Handflächen ihre Wangen. Die Geste besaß unbestreitbar etwas Niedliches. Gwens Kleidung passte in keiner Weise zu einem Unschuldslamm, welches sie vorgab, zu sein aber Kolja musste zugeben, dass sie die notwendige Körpersprache mit dem dazugehörigen unbeleckten Tonfall erstaunlich überzeugend nachahmte. Wieso mischte sie sich ein? Was plante der Sukkubus?

    Zumindest die beiden männlichen Feen störte Gwens widersprüchliches Erscheinungsbild kein bisschen. Wenn sie sie weiter so liebestrunken angafften, nisteten sich noch Pixies in ihren weit offenstehenden Mundhöhlen ein. „Oh je, oh je! Was für ein Schlamassel“, säuselte Gwen ihnen vor. „Ich suche besser schnell das Weite.“ Schon während sie sprach, spazierte der Sukkubus davon. Betört verfolgten Schottenrock und sein stark frisierter Kumpel jeden ihrer Schritte, bis Gwen schließlich ihr Sichtfeld zu verlassen drohte und sie ihr hormonberauscht nachtapsten. Die Sukkubusaura hatte die zwei definitiv im Griff.

    Die verbleibenden Feen sah dem Dreiergespann irritiert nach. „Hey, wo geht ihr hin?“ Da sie keine Antwort bekamen, lief Regenbogenhaar den Männern hinterher. Pelzjäckchen tat es ihr gleich, doch sie stutze auf halber Strecke, weil Zebra an Ort und Stelle verharrte und kehrte zu ihr zurück – im selben Moment, in dem auch Regenbogenhaar einen Sinneswandel durchlebte und zu ihren Freundinnen ging. Allerdings setzte sich das Zebra just in Bewegung und ließ die Mädels einfach stehen. Sie folgten ihr, als das Zebra verunsichert eine jähe Kehrtwende und somit den Rückweg einschlug und geradewegs an ihren konfusen Geschlechtsgenossinnen vorbeimarschierte.

    „Was machen die da?“, fragte Abigail leise. Gute Frage… nächste Frage. Die Frauen rotierten planloser im Kreis, denn eine Kompassnadel am Nordpol. Irgendetwas raubte ihnen die Orientierung. Sogar die eingestochenen Runen auf ihren Körpern erloschen flimmernd wie ein absaufender Benzinmotor.

    Vor, zurück, um die eigene Achse herum und wieder vor - mit einmal standen sich Pelzjäckchen und Regenbogenhaar gegenseitig im Weg. Aber anstatt einander rechtzeitig auszuweichen, prallten die beiden Feen frontal zusammen und plumpsten rücklings zu Boden. Ächzend krochen sie über den Rasen hinweg in verschiedene Richtungen davon, derweil das Zebra ziellos durch die Landschaft irrte.

    Über ihre Schulter hinweg zwinkerte Gwen Kolja zu, bevor sie mitsamt ihrem Gefolge hinter dem Parkplatz verschwand. Ah! Jetzt begriff Kolja, was hier passierte. Gwen hatte das Schwarmdenken der Feen sabotiert. Wie raffiniert! Indem sie die Männer mithilfe ihrer Aura gefangen nahm, riss sie sie aus dem kollektiven Bewusstsein der ganzen Gruppe heraus und unfähig, die abrupt entstandene Lücke zu verarbeiten, verfiel der Rest des Schwarms in heilloses Chaos. Lediglich die androgyne Fee stand unbewegt in der Gegend herum und kroch tiefer in den Kaninchenbau an lustigen Tiervideos hinein, den das Internet ihr bot. Ein Sukkubus ließ sie offenbar kalt, also steckte unter dem Kapuzenpulli und der Mütze wohl eine Frau. Oder ein hoffnungsloser Fall von Social Media-Sucht. Auch möglich. So oder so – friedlich setzte sich die Fee ins Gras und durfte endlich in aller Ruhe ihr Katzenvideo zu Ende ansehen. Von ihr brauchte man keine Gefahr befürchten.

    Colin war der erste, der nach überstandener Krise das Wort ergriff. „Mann, was für Penner. Wird echt Zeit, dass O'Rourke sein Rudel auf die Reihe bekommt. Diese Feen-Pisser sind 'n echter Krampf im Arsch.“



    nächster Teil

    Der Zeichenshop meines Vertrauens bietet übrigens gerade eine InkTober-Box an, falls sich jemand noch eindecken möchte: Klick mich.

    Ab 15.09. ist das InkTober-Produktpaket übrigens wieder erhältlich, sollte jemand am InkTober mitmachen und sich dafür rüsten wollen ^^

    Ich habe nicht mal den Hobbit "geschafft", der war mir derart dröge, den hab ich schon nach zehn Seiten als Cory-unlesbar deklariert.

    Dieselbe Erfahrung habe ich mit dem ersten Teil der Herr der Ringe gemacht. Nachdem ich gefühlt 250 Seiten gelesen habe und die Hobbits an diesem Punkt immer noch nicht aus ihrem Auenland aufgebrochen sind, habe ich den Autoren für mich aufgegeben.

    Ich mein, wenn ich mich derart intensiv damit beschäftigen will, welcher Verwandter welches Silberbesteck vererbt bekommt und wieso oder wieso auch nicht, lese ich mir lieber das Testament von meiner Uroma durch :| Da sagen mir die aufgelisteten Namen wenigstens was :rofl:

    Hallo zusammen, ich habe für das Upcrate einen 15% Invite A Friend-Rabattcode für Neukunden bekommen. Weil in meinem Umfeld aber niemand Interesse an Zeichen-Abos hat, biete ich ihn hier an. Ich glaube, er gilt nicht nur für den Abschluss eines Abos, sondern auch für die Nachbestellung im Shop :hmm:


    Wer Interesse hat, kann sich ja kurz hier melden. Wer zuerst kommt und so ^^

    Die Feen regen mich auf... nur weil Kolja aus Russland kommt. Voll die Rassisten

    PS: Die Feen sind wirklich widerlich und ich will nicht wissen, wie oft das passiert, dass Ausländer wirklich auf so dämliche Weise angegangen werden, nur weil irgendwelche Flachzangen Streit wollen

    Ja, oder Mädels/Jungs, die Händchen halten :/ Ich muss gestehen, bei den Feen teilweise echt lang dran zu hängen, ihnen die Worte in den Mund zu legen, ohne dass es völlig klischeebhaftet klingt oder sich wiederholt. Ich kriege diese bösartige Intoleranz echt nicht in meinen Kopf rein. Na ja. Ich wurstel mich irgendwie durch.


    Das sind Männer. Sollen sie sie einfach ausziehen XD

    :grinstare:


    Aber der Part hat mir seeeeehhhhrrr gut gefallen.

    Super, das freut mich zu lesen :D


    Aber gut, da kommt ja unerwartete Verstärkung

    andere Hilfe ist ja unterwegs

    Los geht's! :pump:

    Ich hab zwar noch nicht ganz verstanden, warum Scott so komplett ignoriert wird, aber seine reaktion darauf war Zucker

    Also aus Hazels Sicht ist die Ignoranz ein fetter, ausgestreckter Mittelfinger ins Gesicht, weil Scott sie schon die ganze Zeit mit ein und derselben Leier zuquatscht :D Und Abby findet Hazel einfach viel cooler als ihren Bruder und will ihr helfen xD Ne Quatsch. Hazel lenkt sie einfach ab ^^


    aber ich glaube man fav ist irgendwie Colin

    Colin ist auch mein Baby :love: <3

    Vielen Dank für das Lob, Eti :love: *saugt es auf wie ein trocknes Schwämchen*


    Für mich wird Hazels Gefühlsausbruch auch noch durch weitere Faktoren beeinflusst. Erst Mal ist sie ja ein recht konfrontationsfreudiger Charakter und teilt aus, wenn sie angepisst ist - siehe zum Beispiel ihren Umgang mit Betawolf Sulley oder (in milder Form) im Pub mit Scott. Außerdem darf man ihre romantische Enttäuschung nicht vergessen. Scott ist Ewigkeiten nicht zu Potte gekommen, also wieso sollte Hazel annehmen, dass er es jetzt wird? Meiner Meinung nach fühlt sich Hazel in diesem Moment zurecht von ihm verarscht, zumal sie ja gedanklich angedeutet hat, den Umzug nach Deutschland als Chance zu sehen, endlich emotional von ihm wegzukommen.


    Wie lange ich für den Teil gebraucht habe, kann ich dir leider nicht sagen. Aber ich kann mich nicht erinnern, dass er zu meinen Problemparts gehört hätte, also werde ich ihn in etwa in meiner Durchschnittszeit geschrieben haben :hmm: Was auch immer das bedeuten mag.

    'Гавно', fluchte Kolja stumm. Wie hatte er auch Gegenteiliges erwarten können? Eine Auseinandersetzung mit dem Schwarm gehörte zu den allerletzten Dingen, mit denen er sich heute – nein –, mit denen er sich generell herumschlagen wollte. Vielleicht zogen die Feen ja angeödet von dannen, wenn Kolja nur lang genug vortäuschte, keine Notiz von ihnen zu nehmen.

    Die hohe Stimme Regenbogenhaars gellte auf, gefolgt von Pelzjäckchens Gezeter. „Deine Visage haben wir ja ewig nicht mehr gesehen. Haben gefeiert, du seist endlich dorthin zurück, von wo du herkommst.“

    „Was für 'ne Enttäuschung. Was hast du die ganze Zeit getrieben? Warst' etwa damit beschäftigt, noch mehr Leuten ihre Jobs wegzunehmen?“

    Stur hielt Kolja ihnen seine Kehrseite zugewandt und streifte dabei Moiras sorgenvollen Blick. Er atmete schwer aus. Denselben oberflächlichen Hohn musste er schon vor Jahren ertragen und die Sprüche der Feen reiften weiß Gott wesentlich schlechter, denn ein Billigwein aus der Rabattkiste im nächstgelegenen Discounter.

    Seine konsequente Ignoranz trug faulige Früchte. „Hallo?! Wir reden mit dir!“, ging den Feen die Geduld aus. „Bist du schwerhörig oder einfach nur zu dumm, um 'ne vernünftige Sprache zu verstehen?“ Weder noch. Kolja verharrte unbewegt, allerdings ließen die Feen immer noch nicht locker; im Gegenteil: dass er ihnen seine Beachtung verwehrte, schienen sie als regelrechte Beleidigung aufzufassen. Verärgert blafften sie hinter ihm los: „Der Penner will uns wohl verarschen!“

    „Denkt der, wir sind bescheuert?“

    „Hey!“

    Plötzlich riss Moira ihre Augen auf.

    „Kolja, Vorsicht!“, versuchte sie ihn warnen, aber zu spät. Etwas Hartes knallte gegen seinen Hinterkopf und sofort jagte ein stechender Schmerz durch Koljas Schädel. Au!! Verfluchter Mist! Was sollte das?! Reflexartig griff sich Kolja an die schmerzende Stelle. Er fühlte Feuchtigkeit in seinem Haar; blutete er etwa?! Puh, nein. Die Brühe, die ihm an den Fingern klebte, war kein Blut. Das war Bier.

    Entgegen seines Vorsatzes, drehte sich Kolja nun doch zu den Feen herum. Schottenrock senkte gerade den Wurfarm, um mit seinem jubelnden Musical-Kumpel auf ein triumphierendes High-Five einzuschlagen. Das entsprechende Geschoss lag zu Koljas Füßen: eine halbvolle Bierdose, deren Inhalt sich gurgelnd auf den Rasen entleerte. „Klasse Wurf!“, applaudierten Regenbogenhaar und Pelzjäckchen. „Das war 'n Volltreffer!“

    „Schaut mal, wie blöd der jetzt guckt! Zum Totlachen!“ Gemeinsam brachen die Feen in schrilles Gelächter aus. Die hohe Frequenz ätzte sich durch Koljas Trommelfell und scheuerte ihm wie ein Stück rostige Stahlwolle den Gehörgang wund. Sämtliche Nackenhaare stellten sich ihm auf.

    Eiskalte Nadeln in seinem Genick... .

    „Ich habe kein Interesse an einem Streit mit euch“, richtete Kolja erstmalig das Wort an den Schwarm. Ihm war bewusst, dass die Feen einen Pfifferling auf seinen Wunsch nach Frieden geben würden, doch irgendwie musste er diese Typen loswerden.

    Er erntete ihren Spott. Unter Darbietung überspitzter Gesten, äffte Pelzjäckchen Kolja nach. „'Ich habe kein Interesse an einem Streit mit euch.'“

    „Das hätte er sich überlegen sollen, bevor er einen Fuß auf unsere Insel gesetzt hat“, hisste Zebra ihn in der dritten Person an, wie zuvor den Schrat. „Scheiß Sowjet. Von so was wie dem müssen wir unsere schöne Heimat verpesten lassen.“

    'Десять...'

    Zehn.

    Kolja fing an, zu zählen.

    „Ja, Mann. Wäre für alle das Beste gewesen, er wäre bei der Überfahrt hierher ersoffen.“

    'Девять...'

    Neun.

    „Bist du doof? Schwimmt nicht schon genug Müll in unseren Meeren rum?“

    'Восемь...'

    Acht. In Koljas Wirbel entwickelten sich unheilverkündende Zuckungen.

    „Am Ende fangen die Fische noch an, so dumm zu faseln wie er!“

    Wodka, Babuschka, Kaviar!“

    'Семь...'

    Sieben. Seine Schultermuskulatur schwoll an. Mit walkenden Handbewegungen versuchte Kolja, den heißen Krämpfen unter seiner Haut Herr zu werden, die von innen heraus mit Klauen und Zähnen bewaffnet ihren Weg an die Oberfläche metzelten. Die Nackenhärchen unter seinen Fingerspitzen wuchsen dichter.

    Nochmals lachten die Feen lauthals auf. Ihr aufdringliches Gegacker erreichte nunmehr die Fußballspieler auf dem Platz und aus den Augenwinkeln heraus fing Koljas Scotts alarmierten Blick auf. Kaum realisierte sein Freund Koljas Situation, wurde er aktiv. Er stieß Colin an und als dieser die Feen um den Bären herum bemerkte, eilten die Brüder zu Koljas Unterstützung herbei.

    „Verpisst euch!“, bellte Scott den Schwarm schon von Weitem unversöhnlich an. Ihre Zähne zur Warnung gefletscht und bereit, den Feen an die Gurgeln zu springen, bezogen die Wölfe links und rechts von Kolja Position. Auf den arroganten Schwarm machte das wenig Eindruck.

    „Igitt, Flohschleudern!“, echauffierte sich Regenbogenhaar über Scotts und Colins Ankunft. „Ist ja widerlich. Die sollen bloß weg von mir bleiben! “

    „Das müsste 'n echt dämlicher Floh sein, der freiwillig in die hässliche Clownsperücke springt, die du Frisur nennst.“ Wie gewohnt zeigte Colin wenig Zurückhaltung gegenüber Frauen. Über die Beleidigung ihres Äußeren empört, glotzte die angesprochene Fee den Wolf mit offenstehendem Mund an. Ihre Freundin in Pelz kam ihr zur Hilfe:

    „Mach das Maul zu, Dreckstöle. Der Gestank nach Straßenköter lässt mich sonst kotzen!“

    „Dann wasch einfach mal deine Fake-Nerz-Kutte und steig unter die Dusche, dann wirst du den Gestank los“, knallte Colin ihr retour an den Kopf.

    Entrüstet schnappte die Fee nach Luft. „Das ist echter Hermelin!“

    Ob echt oder nicht, kümmerte Scott so viel, wie das Tempolimit innerhalb von Ortschaften. Er forderte den Schwarm letztmalig auf: „Zieht ab, verdammte Scheiße! Wir wollen euch hier nicht haben!“

    „Wofür hältst du dich, uns Befehle zugeben?“, wurde er dafür vom Zebra angegiftet. „Ein erbärmlicher Poly. Als ob wir Angst vor niederen Freaks hätten.“

    „Das kann ich ändern.“ Ein tiefes Knurren grollte aus Scotts Kehle und als er vor dem Zebra die Zähne bleckte, schoben sich die Reißzähne eines Wolfes hinter seinen Lippen hervor. Schwelendes Gelb verdrängte das Braun seiner Iriden. Die spürbaren Aggressionen zwischen seinem Freund und den Feen fuhren Kolja direkt in die Nervenbahnen und provozierten sein unterjochtes Bärenwesen, als versetze man dem eingesperrten Tier qualvolle Stromschläge. Gefahr! Verdammt. Die Lage stand kurz bevor zu eskalieren, obwohl Kolja doch genau das verhindern wollte.

    „Scott... .“ Colin sondierte kritisch die Umgebung. Mittlerweile waren sie in den Brennpunkt des allgemeinen Geschehens gerückt und wurden von jedem auf dem Fußballplatz beobachtet, einschließlich der Schiedsrichter sowie den gegnerischen Spielern. „Wir tragen unsere Trikots. Wenn wir jetzt eine Schlägerei anfangen, schiebt man das dem Verein in die Schuhe. Dann sperren die uns für den Rest der Saison.“ Frustriert ballte Scotts Bruder die Fäuste. „Ich bin gerade erst diesen scheiß Maulkorb losgeworden.“

    „Jetzt kneifen sie die Schwänze ein!“ In ihrer Überheblichkeit ließen die Feen keine Gelegenheit für weitere Hänseleien ungenutzt. Sie deuteten mit den Fingern auf Scott und Colin und wieherten amüsiert: „Gleich fangen sie noch an zu winseln!“

    Identisch dem Gelächter der Feen, schwollen Scotts Knurrlaute erheblich an. Am liebsten würde Koljas Freund den Schwarm in seine Einzelteile zerlegen; Colins Einwand bezüglich der Konsequenzen für die Fußballmannschaft nagte hingegen ebenso an ihm. Scott war hin- und hergerissen zwischen seinem Pflichtgefühl gegenüber Kolja und den Interessen seines Teams. Also fällte Kolja die Entscheidung für ihn.

    Mittels einer Handbewegung gab er ihm zu verstehen, allein zurecht zu kommen und nach einem ersten Zögern nickte Scott, ehe er wider Willens gemeinsam mit seinem Bruder zurücktrat.

    „Ohh...“, heuchelte der Schwarm Enttäuschung. „seine Kumpel wollen nicht mehr mitspielen. Bleiben nur wir und das osteuropäische Monster.“

    Da legte unerwartet ein Mezzosopran sein vehementes Veto ein. „Dann habt ihr eure Rechnung aber ohne mich gemacht!“



    nächster Teil

    Ich möchte am liebsten sofort wissen, wie es weitergeht

    Das würde ich dir liebend gern zeigen, aber leider ist mein Textvorat durch meinen Urlaub und Schreibhemmungen extrem geschrumpft :S Sonst war ich dir immer so 7 bis 8 Wochen voraus, jetzt sind es nur noch 3 :oops:

    Nächste Woche gibts aber wie gewohnt die Fortsetzung :pump:

    Hallo Lady ^^

    Du hast ja eine interessante Vorstellung von Feen xD

    Ich habe mich für meine Feen an den ganz alten Legenden orientiert, laut denen Feen echt gemeine Biester sind ^^ Die, die Kinder in den Wald locken, damit sie dort erfrieren oder denen Opfergaben in Form von Obst und Honig dargebracht wurden, damit sie Reisende in Frieden ziehen lassen. In der keltisch-irischen Mythologie sind sie sogar diejenigen, die frischgebackenen Eltern das Baby rauben und stattdessen ein Wechselbalg in die Wiege legen :D


    Vielleicht bezahlen Mama und Papa ja auch noch die Rechnungen

    Genau solche Typen sind das. Mit Influencer als Traumberuf xD


    Ich bin gespannt, wie es jetzt weitergeht und hoffentlich hat Abby den Flakon nicht gesehen - sonst kommt sie nur wieder auf dumme Gedanken und Kolja muss es dann bestimmt richten

    Da kannst du dich aber drauf verlassen! :rofl:

    Widerwillig drehte sich Kolja zu ihnen um. Man musste zu einem ganz besonderen Schlag Persönlichkeit gehören, um seine Respektlosigkeit gegenüber fremdem Eigentum derart stolz zur Schau zu tragen, wie der Schwarm es tat. Mitten auf der Motorhaube desselben Fahrzeugs, unter dem die Kinder zuvor ihren Ball verloren hatten, stand eine der weiblichen Feen, breitbeinig, die Nase arrogant gen Himmel gehoben und mit Sicherheit hinterließen die Absätze ihrer High Heels in Zebrafelloptik unübersehbare Schrammen im Lack. Außer ihren Schuhen gab es wenig Kleidung an ihr, die einem auffallen konnte. Ihr Minirock verdiente mit Fug und Recht mindestens ein zusätzliches 'mini' vorangestellt und ihr Oberteil bestand im Grunde aus lediglich einer knappen Bauchbinde mit im Nacken verknoteten Riemen. Neben ihr posierten zwei weitere Frauen für ein Selfie. Ebenfalls freizügig bekleidet, suhlten sich auf der Motorhaube und warfen dem Smartphone vor ihren Nasen amüsiert Kussmünder zu. Eine von ihnen trug eine sehr kurze Pelzjacke und Pentagrammohrringe und die Haarfärbung der anderen durchlief den kompletten Regenbogen. Keine der drei Feen störte sich am ständigen Schaukeln des Autos, ausgelöst von den zwei Kerlen, die mit allergrößtem Spaß johlend auf dem Fahrzeugdach auf- und abhopsten und somit die ganze Karosserie ins Wippen versetzten. Der größere der beiden steckte in Cargo-Shorts und einer Lederjacke, unter der seine unbekleidete Brust hervorblitzte, und sein Haar hatte er mit so viel Gel zurechtfrisiert, als wolle er für die Hauptrolle in einer Neuverfilmung von Grease vorsprechen. Typ Nummer zwei begnügte sich dagegen mit einer radikalen Vollglatze, kombiniert mit einem Achselshirt und einem rot-schwarz-karierten Kilt. Imposanter Weise schaffte er es bei seiner Herumturnerei, keinen Tropfen des Dosenbiers in seiner Hand zu verschütten. Außerdem stand am Heck des Wagens eine sechste Fee. Obgleich der sommerlichen Temperaturen hielt sie es für angemessen, mit Beanie und ärmellosen Kapuzenpulli in der prallen Sonne zu stehen und geistesabwesend auf ihr Smartphone zu stieren. Kolja wusste nicht zweifelsfrei zusagen, ob die dicke Kleidung den Körper einer Frau oder den eines Manns verhüllte. In Frage kam, von außen betrachtet, sehr gut beides.

    Von ihrem exzentrischen Kleidungsstil abgesehen, besaßen die Feen eine große, optische Gemeinsamkeit. Jeder einzelne von ihnen war von oben bis unten hin mit Tätowierungen bedeckt. Eines musste man ihnen lassen: Sie legten offensichtlich viel Wert auf Qualität, denn Kolja vermochte die Bilder selbst aus einigen Metern Entfernung klar und deutlich zu lesen. Ihm fielen die klassischen Motive ins Auge – Rosen, Totenschädel, von Dolchen durchstoßene Herzen und irgendwelche Vögel -, aber auch Porträts realer Personen, Kalligraphie, Figuren der gegenwärtigen Pop-Kultur, asiatisch angehauchte Tiger, Frösche und Drachen, sowie abstrakte Formen. Dazwischen stachen keltische Symbole und Runen hervor, deren Bedeutung im Gesamtkontext der Körperkunst Kolja verborgen blieb. Sie prangten auf den Armen, den Beinen, den Händen auf den Brustkörben, und in Schottenrocks Fall sogar auf ihren Schädeln.

    Kolja wollte ehrlich sein: Sein Wahrnehmungsvermögen wurde vom vielfältigen Erscheinungsbild der Feen restlos überfordert, sodass sie für ihn vor lauter Individualität zu einer einzigen, wuselnden Masse verschwommen, aus der jeder und irgendwie doch niemand besonders hervortrat. Mh. Keine unpassende Beschreibung für einen Schwarm.

    Man sollte annehmen, das Aufsehen eines halben Fußballplatzes besäße eine abschreckende Wirkung und würde die Feen dazu bringen, einen Gang zurückzuschalten. Falsch gedacht. Im Rampenlicht zu stehen kurbelte ihr Ego erst richtig an. „Was für ein Billo-Geschoss“, krakeelte der Aushilfs-John-Travolta vom Fahrzeugdach aus großkotzig herum. „Würd' ich mich schämen, in sowas rumfahren zu müssen.“

    „Du bist gemein.“ Die zwei Selfie-Feen hatten ihr Fotoshooting unterbrochen und inspizierten feixend die Ergebnisse. Es war Pelzjäckchen, die ihrem Kumpel zu bedenken gab: „Nicht jeder kann einen guten Geschmack haben. Der Typ, dem die Karre gehört, hat bestimmt 'ne geistige Behinderung oder so was.“

    „Genau,“ stimmte ihr ihre Freundin mit dem Regenbogenhaar zu und schlug dabei eine Lautstärke an, die ihren Worten spotte. „So ein Auto ist schon blamabel genug. Das musst du echt nicht in der Gegend rumgrölen. Die Leute sind ja nicht blind.“

    Von ihrer Position auf der Motorhaube aus warf die Fee in Zebra ein: „Wahrscheinlich hat der Kerl 'nen Tritt gegen den Kopf bekommen.“

    „Mehrmals!“, ergänzte Schottenrock hüpfend. Es fehlte bloß noch ein Kommentar der androgynen Fee, aber die wurde zu sehr von ihrem Smartphone vereinnahmt, um ihre Umwelt wahrzunehmen.

    Auf einmal schrie jemand ungehalten über den Platz: „Macht sofort, dass ihr von meinem Auto runterkommt!“ und ein Mann wetzte aufgebracht an Kolja vorbei und direkt auf die Feen zu. Der gepflegte, prächtige Vollbart ließ auf einen Schrat schließen und seiner Reaktion zu folge, gehörte ihm das Fahrzeug, welches von dem Schwarm gerade als Spielplatz zweckentfremdet wurde. Völlig mit sich selbst beschäftigt, ignorierten die Feen den heranflitzenden Freak. Alle, bis auf das Zebra. Etwas passierte, als sie ihn registrierte.

    Knall auf Fall stoppten die anderen in ihren Tätigkeiten und drehten kollektiv die Köpfe dem Schrat entgegen. Sogar die androgyne Fee riss ihr Augenmerk vom Smartphonedisplay los und nahm Teil an der absolut synchronen Neuausrichtung ihrer Aufmerksamkeit. Unweigerlich erinnerte das Bild Kolja an eine Herde Erdmännchen, deren Späher angesichts eines Fressfeindes Alarm schlug. An Stelle einer Flucht in das sichere Höhlensystem untertage, traten sie jedoch den Gegenangriff an. Wie in einer einstudierten Tanzeinlage, sprangen sie in ausladenden Bewegungen vom Wagen herab und kamen simultan mit den Füßen auf dem Erdboden auf. Eigentlich fehlte nur noch, der Möchtegern-Danny würde damit anfangen, zu schnipsen. 'Halt, nein', korrigierte sich Kolja in Gedanken. Das tat ja der Protagonist in West Side Story.

    Unerwartet sah sich der Schrat vom Schwarm umzingelt. Obwohl das Zebra in der dritten Person redete, zischte sie ihm mitten ins Gesicht: „Spricht der etwa mit uns?“

    „Natürlich spreche ich mit euch“, pflaumte der Schrat sie an. „Ihr seid hier die einzigen Primanten, die sich wie im Affenhaus aufführen! Verschwindet von meinem Wagen, oder ihr erlebt euer blaues Wunder!“

    „Was denkt der sich, wie der mit uns spricht?“ Regenbogenhaar fand Unterstützung durch Schottenrock:

    „Ist der so grenzdebil, dass er keine Fee erkennt, wenn sie vor ihm steht?“

    „Der sollte froh sein, auf demselben Gelände sein zu dürfen, wie wir“, stellte Pelzjäckchen fest. „Durch uns hat seine Karre mal Klasse erlebt. So was Undankbares!“

    Der Schrat zeigte sich unbeeindruckt. „Den Zirkus könnt ihr euch sparen, ihr Clowns. Zieht endlich ab! Und wenn ich an meinem Wagen auch nur einen Kratzer finde, hetze ich euch die Bullen auf den Hals.“

    „Hat er uns gerade allen Ernstes gedroht?“, wollte das Haargelopfer seinen Ohren misstrauen.

    Das Zebra murmelte: „Armer Irrer“ und Regenbogenhaar erklärte:

    „Das ist das Problem, mit diesen niederen Wesen.“

    „Sie wissen einfach…“

    „nicht wo ihr…“

    „Platz…“

    „ist.“

    Verwirrt wechselte der Blick des Schrats von Fee zu Fee, welche dazu übergingen, die Sätze ihrer jeweiligen Vorredner zu beenden. Kolja suchte vergeblich nach einem System oder einer erkennbaren Reihenfolge, in der sie dabei vorgingen, allerdings fielen sie trotz der augenscheinlichen Willkür zu keiner Gelegenheit einander ins Wort. Sie bedrängten den Schrat:

    „Vielleicht muss man…“

    „ihn daran…“

    „erinnern, weshalb Feen…“

    „die überlegenen Freaks sind und er…“

    „nur ein…“

    „erbärmlicher, …“

    „lächerlicher…“

    „Witz.“

    Für ihn musste das Maß damit voll sein, denn er spie den Feen einige wüste Schimpfworte zu. Obendrein beging er den Fehler, einen unüberlegten Schritt auf die Zebra-Fee zuzugehen. Der Rest war Sekundensache.

    Mit einem Satz nach vorn löste sich Pelzjäckchen aus dem Feenreigen und versetzte dem Schrat aus dem Hinterhalt einen groben Stoß. Überrumpelt stolperte er nach vorn, indessen Regenbogenhaar gickelnd mit den Fingern ein Symbol in die Luft zeichnete. Kolja befürchte, seine Sinne würden ihm einen Strich spielen, doch aus dem perfekten Fußballrasen sprossen tatsächlich toxischbunte Pilze hervor, bildeten einen nahezu idealen Kreis um den Schrat herum und als er endgültig den Halt verlor, schien ihn eine unsichtbare Barriere zurück in das Zentrum des Pilzringes zu schleudern. 'Ein Bannkreis…', wurde Kolja klar. In dem Moment bemerkte er das Leuchten.

    Die keltischen Runen auf der Haut der Feen glommen in einem kalten Gelb; dasselbe Gelb, welches sich in Form von Tupfen und Äderchen auf den Hüten der Pilze abbildete. Als Kolja zurück zu den Feen sah, entdeckte er in der Hand des Zebras eine kleine, bauchige Glasflasche – unter welcher inexistenten Falte ihrer knappen Kleidung sie die auch immer versteckt gehalten hatte. Darin schimmerte es abwechselnd in Lila, Grün und Gold. Kolja erkannte den Flakon wieder; ein gleichartiges Fabrikat wollte Abigail aus Hayes' Büro entwenden. Die Fee warf dem Schrat eine Ladung des Feenstaubs entgegen. Dieser schrie, weil ihm das Zeug wie die Hölle auf den Schleimhäuten brannte. Sein Schmerzensschrei verstummte abrupt und das Gesicht des Schrates nahmen eine ungesunde, grünliche Färbung an. Alsdann fiel er auf alle Viere und erbrach den kompletten Inhalt seines Magens, bis er schlussendlich, nervlich und körperlich am Ende, als ein zitterndes Häufchen Elend zwischen Pilzen, Gras und Erbrochenem kauerte. Armer Kerl. So was wünschte man echt niemanden.

    „Was für 'ne...“

    „lahme Nummer“, diffamierten die Feen den Schrat. Hatten sie ihn denn nicht schon genug gedemütigt? „Da mussten wir...“

    „uns ja nicht mal...“

    „Mühe...“

    „geben.“ Wie über einen krummen, im Wege liegenden Stock stieg der Schwarm gelangweilt über ihr Opfer hinweg. Das Glimmen ihrer Tätowierungen erlosch und die Feen handelten wieder als eigenständige Individuen. Schottenrock trank einen Schluck seines Biers, während die androgyne Fee abermals am Smartphone hing und der Rest nach dem nächsten bemitleidenswerten Teufel Ausschau hielt, dem sie das Leben schwermachen konnten. Ein paar andere Freaks eilten dem Schrat zur Hilfe. Kolja hätte sich ihnen angeschlossen, doch in seinem Fall war es klüger, unter dem Radar der Feen zu bleiben – insofern dazu die Möglichkeit bestand, wenn man die umstehenden Personen um mindestens einen ganzen Kopf überragte. Ehe er also in den Fokus des Schwarms geriet, kehrte Kolja ihm in der Hoffnung, die Feen würden ihn ohne den Wiedererkennungswert seines Gesichts übersehen, den Rücken zu.

    Vergeblich.

    „Guckt mal, wer da ist! Unser slawischer Schmarotzer aus Kommunismustan!“



    nächster Teil

    Hallo Lady,


    Dieser Part war ja mal echt tiefsinnig - das war echt schön zu lesen und mal was anderes :D

    Manchmal kann ich auch mehr, als nur stumpfsinnig sein, ja :rofl:


    Colin hat echt keine Ahnung X( Er soll sie mal ein bisschen besser behandeln!

    :hmm: Mich beschleicht eine Vorahnung, du wirst Colin am Ende dieser Episode hassen :D xD

    Was spräche dagegen?

    Die Tatsache, dass ihr das nicht wollt? ^^


    Worauf AFG hinauswill, ist weniger eine Symmetrie an für sich, sondern Bildkomposition. Der Betrachter eines Bildes sucht sich automatisch Punkte, an denen sich sein Blick festhalten kann. So funktioniert unser Gehirn. Die Komposition nutzt diesen Fakt aus, diese Aufmerksamkeit gezielt zu lenken. Dominante Wegweiser sind dabei Blicke, richtungsweisende Gesten, Schriftzüge und jede Form von Rahmen. Übersetzt: deuten die Figuren im Motiv alle nach rechts, guckst du unweigerlich solange zuerst nach rechts, bis ein neues Bildelement deinen Blick greift und in eine andere Richtung umlenkt.

    In Drachenladys Skizze fehlt aktuell dieses neue Bildelement (Es ist halt nur eine Skizze, hat sie ja gesagt :pardon: ). Das Buch öffnet sich (logisch) nach rechts, die Blätter fliegen nach rechts und das Pferd sowie die Person deuten ebenfalls in diese Richtung, zudem durch die Figuren die Spannung und Dynamik zusätzlich nach rechts verlagert wird. Von der grundsätzlichen Balance, wäre das okay, wenn z. B. der Schriftzug auf den Buchdeckel steht aber solange nooch weiter rechts kein metaphorisches Bitte-wenden-Schild für den Betrachter auftaucht, gleitet sein Augenmerk aus dem Motiv hinaus und damit vom Buch weg. Das ist nicht der Sinn des Covers. AFG spricht dahingehend also einen durchaus wichtigen Punkt an.


    Fraglich ist natürlich, ob ein Motiv im Querformat für ein Buchcover geeingnet ist. Bücher öffnet man ja schließlich in der Regel im Hochformat. Aber ich hab eh keine Ahnung, also hin wie her :D

    „Wir sehen uns nach dem Spiel“, verabschiedete sich Scott von seinen Freunden. Gleich zwei Klapse gegen den Arm seines Bruders waren nötig, ehe dieser sich von Gwen losriss und ihm in die Umkleide folgte. So blieb Kolja mit den drei Mädels zurück. Aus dreien wurde ein einziges, als Abigail ihre neugewonnene Freundin auf einen Rundgang über das Gelände einlud: „Komm mit, Gwen. Ich führe dich herum.“ ...Was auch immer an einem Sportplatz dermaßen interessant sein sollte, um jemanden alle Ecken zu zeigen. Arm in Arm und in eine angeregte Unterhaltung über Gwens Schuhe vertieft, spazierten die beiden Grazien davon. Schnell befanden sie sich außerhalb jeglicher Hörweite, falls ihre Ohren überhaupt für etwas Anderes offenstanden, denn ihr reges Geschnatter.

    „Bitte nimm es dir nicht zu Herzen.“

    Hm? Was?

    Fragend schaute Kolja zu Moira herab, weil die Banshee ihn unvermittelt ansprach. Besorgnis dominierte ihr Minenspiel, derweil sie Koljas Züge musterte. Was meinte sie? Was sollte Kolja sich nicht zu Herzen nehmen? Zur Erklärung deutete Moira auf die drei Jungen von vorhin, die nun am anderen Ende des Platzes, weit entfernt von irgendwelchen Fahrzeugen oder Bärenpolymorphen, bolzten. „Das Verhalten der Kinder. So wie sie dich angeguckt haben, hätte man denken können, du würdest ihnen ernsthaft Gewalt androhen.“

    Moment…das… das hatte Moira mitbekommen? „Du hast uns beobachtet?“ Kolja spürte, wie ihm die Farbe aus den Wangen wich und sich dafür feige in seinen Ohren verkroch, sodass diese rotglühend wie eine Herdplatte auf voller Leistung strahlten. Wenn ihr seine Wirkung auf die Jungen aufgefallen war, dann womöglich auch Abigails Annäherungsversuch.

    Zu Koljas Beruhigung schüttelte Moira den Kopf. „Nein. Nicht wirklich“, antwortete sie auf seine Frage und, ohne es zu ahnen, zugleich auf seine unausgesprochene Befürchtung, aufgeflogen zu sein. „Mister Hayes hat angefangen, Colin und Scott wegen der Trikots zusammenzustauchen und… na ja. Du weißt ja wie schwer es ist, ihm nicht zuzuhören.“ Nach einer kurzen Gedankenpause redete sie weiter. „Aber ich denke, ich habe genug gesehen. Kolja, bitte glaub nicht, man müsste Angst vor dir haben. Jeder, der dich kennt weiß, dass du niemanden etwas zu leide tust. Die Reaktion der Kinder war echt daneben.“

    Hm. Abigails Nähe musste Kolja derart aus der Fassung gebracht haben, dass er den Vorfall mit den Jungen tatsächlich verdrängt hatte. Doch Moira demonstrierte ihren richtigen Riecher. Kein Wunder, schließlich bestand Koljas Freundschaft zu ihr fast so lange, wie die zu Scott. Mit der Wucht eines saftigen Boxhiebes mitten in die Leber, sorgten die bangen Mienen der Welpen für Krämpfe in Koljas Eingeweiden. Er nahm die Knirpse in Schutz. „Sie hatten keine bösen Absichten.“

    „Die hattest du auch nicht.“ Bekümmert zuckten Moiras Brauen zusammen. „Die Leute tun so, als wärst du eine Gefahr für sie, nur wegen deiner Statur. Das ist Unsinn. Du bist so friedfertig und duldsam und es gibt keinen Grund, dich vor den Kopf zu stoßen. Ich weiß ja, wie es dich jedes Mal mitnimmt, wenn jemand Furcht vor dir zeigt und ich möchte nicht, dass du denkst, diese Vorurteile über dich wären berechtigt.“

    Vorurteile. Wer kannte sich besser damit aus, denn Moira? Nur weil sie von kleinem Wuchs war, zart und zurückhaltend, hielten sie viele automatisch für einen Angsthasen, der niemals allein zu Recht kam oder man versuchte sie herum zuschubsen wie einen modrigen Kartoffelsack. In Wahrheit steckte die Banshee aber voller Wagemut, was gewissermaßen zu den Grundvoraussetzungen gehörte, um gemeinsam mit Scott aufzuwachsen, und nur ihr Harmoniebedürfnis hielt sie davon ab, Typen wie Colin ihre Meinung ins Gesicht zu klatschen. So gesehen kämpften sie und Kolja mit umgekehrten Problemen: Ihm traute man aufgrund seiner Erscheinung zu viel und ihr zu wenig zu.

    „Es ist zermürbend“, beichtete Kolja ihr.

    „Ist es. Lass dir aber bitte Nichts einreden, ja?“ Da schenkte Moira ihm ein aufmunterndes Lächeln. „Du bist doch unser Fels in der Brandung.“

    Ihr Fels in der Brandung? Überfragt kräuselte er die Stirn. „Wie meinst du das?“ Also klärte Moira ihn auf:

    „Mir ist klar, dass Scott und ich nicht gerade einfach sind. Wir sind Opfer unserer Launen. Wir lassen uns von unseren Gefühlen lenken, wenn wir eigentlich unsere Köpfe benutzten sollten und seit Hazel weg ist, dreht Scotts Stimmungs-Hoch-und-Runter komplett am Rad. Aber selbst, wenn für uns die Welt völlig verrückt zu spielen scheint, bewahrst du deine Ruhe und entschleunigst uns. Unsere Emotionen prallen an dir ab. Du störst dich nicht an ihnen und du nimmst es uns nicht übel, sollten wir über die Stränge schlagen. Deswegen funktioniert es zwischen dir und Scott so hervorragend. Deine Ausgeglichenheit kompensiert seinen unbeherrschten Charakter. Wir sind die aufgewühlte See und du der langmütige Felsen, um den wir herumtoben dürfen, bis uns die Energie ausgeht.“

    Kolja fehlten die Worte und dieses Mal lag es keineswegs an seiner einsilbigen Art oder eventuellen interlingualen Kommunikationsschwierigkeiten, zudem Moira ihr Soliloquium längst nicht beendet zu haben schien: „Scott und du, ihr habt euch gesucht und gefunden. Ihr kennt beide das miese Gefühl, in irgendwelche Schubladen gesteckt zu werden. Sei es nun wegen deiner körperlichen Erscheinung oder seiner Hitzköpfigkeit.“ Ertappt biss sich Moira auf die Unterlippe. „Jetzt bin ich irgendwie abgeschweift aber ich dachte, es ist angebracht, dir das alles mal zu sagen. In letzter Zeit bist du immer so oft in deinen Gedanken versunken und noch grüblerischer, als sonst. Das bereitet mir Sorgen.“

    Wieder trat Koljas Unfähigkeit hervor, zu Begebenheiten wie diesen die passenden Formulierungen zu finden. Anstelle von Anerkennung, quoll klangloser Atem aus seinem leicht offenstehenden Mund hervor. Vielleicht… vielleicht sollte Kolja Moira ins Vertrauen ziehen? Ihr offenbaren, dass der Grund für seine Grübeleien in Gestalt von Abigail tagtäglich um ihn herum hüpfte und seine, laut Moira, perfekte Freundschaft zu Scott gefährdete? 'Nein', entschied sich Kolja dagegen. Besser nicht. Ihr eigenes, holpriges Liebesleben hielt Moira genug auf Trapp, obwohl sie seit der Abweisung von diesem Ken keinen neuen Schwarm erwähnt hatte. Vermutlich wurde sie einfach zu sehr davon eingenommen, Colin wegen seines Porträtfotos nachzurennen. Daher versuchte Kolja, Moira zu beschwichtigen. „Es ist alles Ordnung. Danke für deine Fürsorge“. Ob dahinter die Wahrheit oder eine Lüge steckte, war ihm selbst unklar.

    „Ist gut. Sollte doch etwas sein… du weißt ja. Unsere Türen liegen direkt nebeneinander“, bot sie ihm ihre Hilfe an, die Mundwinkel nach wie vor zu einem sanften Lächeln angehoben.

    „Das ist lieb, Moira.“

    „Keine Ursache. Wir kümmern uns umeinander, so simpel ist das. Du und Scott seid eben meine Familie.“

    Ja.

    Ja, das waren sie wirklich. Gelegentlich verdrängte Kolja, wie viele, viele Jahre Moira mittlerweile als Vollwaise lebte. Um ihre Unterhaltung in eine heitere Richtung zu befördern, witzelte die Banshee herum: „Weißt du, Kolja? Manchmal versuche ich mir auszumalen, wie du wohl bist, sobald dir endgültig der Geduldsfaden reißt. Aber dafür reicht meine Phantasie nicht aus.“ Sie schmunzelte. „Und ich bin mir sicher, es niemals live erleben zu wollen.“

    „So?“

    „Hm-hm!“, bestätigte Moira munter nickend. „Ich glaube, man muss etwas echt Schlimmes anstellen, damit du deine Ruhe verlierst. Man steckt dann vermutlich richtig in der Patsche und das mag ich mir gar nicht erst vorstellen. Genauso geht es mir mit Abby. Früher hat Scotts Papa mich immer gewarnt, es gäbe nichts angsteinflößenderes, als eine zornige Wölfin. Ihr zwei seid euch in der Hinsicht sehr ähnlich.“

    Abigail. Die Wölfin fand ihren Weg in wahrlich jeden Aspekt seines Lebens. Kolja bemühte sich, möglichst gelassen auf die Gleichsetzung mit seiner heimlichen Liebe zu reagieren. „Findest du?“

    „Ja, irgendwie schon. Ihr geht auf unterschiedliche Weise sehr tolerant mit Anderen um und ich stelle es mir beängstigend vor, euch tatsächlich wütend zu erleben. Ich mein, ist dir aufgefallen, wie oft sich Colin gegenüber Abby im Ton vergreift? An ihrer Stelle hätte ich ihm längst eine Pfanne oder so hinterhergeworfen.“

    „Moira“, erinnerte Kolja die Banshee an ihren letzten gemeinsamen Fernsehabend, „du hast Colin eine Pfanne hinterhergeworfen.“ Konkret gesagt, sogar Koljas Lieblingspfanne. Die, in der weder Fleisch noch Teig je ansetzte.

    Selbstsicher stemmte Moira ihre Hände in die Seiten. „Und ich hätte ihn auch fast damit getroffen! Verdient hätte er es zumindest.“ Im Anschluss begann sie zu kichern und Kolja schloss sich ihr an.

    „Ja. Das hätte er auf jeden Fall.“

    Moira. Die tapfere, schlaue Moira. Was für ein Glück für Kolja, sie zu seinem Freundeskreis zählen zu dürfen. Die Banshee gehörte zu den wenigen Personen, welche in ihm entgegen seines Körperbaus zu keinem Zeitpunkt eine Bedrohung sahen. Sie, ebenso wie Scott, Abigail und… na ja, zu Koljas Leidwesen die Fee-… .

    Huh? Was war denn nun los? Schlagartig wurde Moira blass um ihre Stupsnase; noch blasser, als ihr heller Teint sowieso schon anmutete. „Oh nein“, hauchte sie, die Augen entgeistert auf einen Punkt hinter Koljas Rücken fixiert. Zeitgleich hörte Kolja die Stimmen.

    „Was ist das für 'ne Schrottkarre, Mann? Räumt mal jemand den Abfallhaufen hier aus dem Weg!“

    Und im Geiste wiederholte er Moiras Ausruf.

    Oh Nein… .

    Die Feen.



    nächster Teil

    Heho ^^

    in scharfer Schmerz an der rechten Halsseite ließ sie aufjammern und bewegungslos liegenbleiben.

    Ich mutmaße... ein Vampirbiss? :o Mich hat mal im Tierladen eine Ratte gebissen und das hat verdammt gebrannt :hmm: So ein Vampirbiss muss da gleich nochmal ein paar Level auf der Schmerzskala höher liegen.

    Oder Nellie leidet an einet echt üblen Verspannung im Hals. Die hab ich früh auch manchmal, wenn ich Halbschlaf meinen Kopf dumm drehe :hmm:


    Der Teil ist kurz, regt aber zum Spekulieren an, wie du siehst :D

    Immer komisch, wenn Held im richtigen Zeitpunkt prompt den richten Zauber lernt um GENAU aus dieser Situation zu kommen.

    Genau, oder wenn der Held aus seiner Tasche einen Zaubertrank zieht, der die ganze Zeit vorher nie erwähnt wurde, geschweige denn, dass der Held so was überhaupt besitzt ^^ "Robin, gib mir das Anti-Hai-Spray!"


    Vielleicht macht er ja den klassischen "Mein Hund hat meine Hausaufgaben gefressen"-move, wenn er das Bullet Journal findet, nur damit Hazel nicht geht

    Beziehungsweise wäre das in Scotts Fall "Ich habe ihre Hausaufgaben gefressen" :D


    Ich muss zugeben, seit dem es um das Bullet Journal geht, hat die Geschichte für mich noch mal viel dazu gewonnen. Vorher fand ich sie "nur" lustig und unterhaltsam.

    Also, mir ist bewusst dass sich meine Geschichte am Anfang wie Kaugummi zieht, wenn man eposale Action-Fantasy erwartet. Deswegen gebe ich ja auch immer wieder den Hinweis, dass meine Freakshow nicht in diese Kategorie fällt. Mir war es außderm wichtig, dass zwei Grundsteine gelegt werden, bevor es richtig losgeht: 1. Der Leser muss im Bilde sein, wie meine Welt funktioniert (was bei meinen Freaks ja jetzt nicht so kompliziert ist). 2. Mein Freak-Squad muss vollständig sein.

    Im Grunde geht die Haupthandlung ja schon damit los, dass Hazel ihr Bullet Journal in der Kasse versteckt und dem anschließenden Konflikt mit den Wölfen. Das weiß man als Erst-Leser natürlich nicht, deswegen macht die Handlung einen ziellosen, langweiligen Eindruck. Hätte ich direkt mit der Verwüstung gestartet, würde der Bezug zum Pub fehlen und dem Leser wäre es völlig egal, was dort passiert ist. Danach brauchen die Wölfe etwas Zeit, um überhaupt Schaden anzurichten und dann ist Scazel ja eigentlich schon mitten drin im roten Faden.


    btw fand ich das war eine sehr schöne Beschreibung^^

    Danke schön ^^