Beiträge von Amafiori

    Ich habe schon als Kind kleine Geschichten geschrieben, wenn mir "die Seele überlaufen wollte". Aufsätze in der oder für die Schule habe ich weniger gerne geschrieben, weil mir entweder zu dem vorgegebenen Thema nichts einfallen wollte oder zu viel eingefallen ist. Ich werde nie vergessen, was mein Deutschlehrer einmal unter einen meiner Aufsätze, auf den ich sehr stolz gewesen war, geschrieben hat: "Weniger wäre mehr gewesen."

    Ich habe auch immer sehr gerne Briefe geschrieben. Kennt hier noch jemand das Buch "Daddy Langbein" von Jean Webster? Das war mein "wake up call", woraufhin ich mir ganz viele Brieffreundinnen gesucht habe. Mit einigen davon korrespondiere ich heute noch.

    Während der ersten Jobs, meiner Berufsausbildung und der Zeit, in der ich meinen Mann kennenlernte und meine Kinder bekam, habe ich hin und wieder eine kurze Erzählung geschrieben und dann, als die Kinder groß genug waren und ich wieder mehr Zeit für mich hatte, zwei Romane begonnen und wieder aufgegeben. Einmal wurde ein Gedicht von mir in einer Anthologie beim Heyne-Verlag veröffentlicht.

    Irgendwann, beinahe gleichzeitig, schickten mir zwei meiner (Brief-)Freundinnen ihre (Fantasy-)Romane, und ich begann mir zu sagen: "Was die beiden können, kannst du doch auch!". Gleichzeitig hatte ich zu dem Browsergame Arthoria gefunden, das ich inspirierend fand und in dessen Welt ich mir eine Romanhandlung vorstellen konnte. Und auf einmal lief es! Den ersten Arthoria-Roman habe ich innerhalb eines Jahres geschrieben. Er war weit davon entfernt, "gut" zu sein. Die heutige Version davon habe ich mindestens fünfmal überarbeitet. Und noch immer, wenn ich ihn einmal wieder lese, finde ich Stellen, die ich ändere. Aber das war mein Durchbruch, denn von da an konnte ich schreiben. "Konnte" im Sinne von: Mir fiel etwas ein, und ich fand die Zeit, diese Ideen niederzuschreiben, es lief, wie man so schön sagt. In dieser Zeit kaufte ich mir den Ratgeber "Wie man einen verdammt guten Roman schreibt" von James N. Frey. Er steht bis heute originalverpackt in meinem Schrank. Ich wollte eigentlich gar nicht anders schreiben. Ich wollte weiterhin so schreiben, wie ich es eben tue. Kleinigkeiten verbessern, echte Fehler ausmerzen - kein Ding, aber mein Schreiben , meine Herangehensweise von Grund auf ändern? Niemals!

    Warum ich dann hier bin? Ich war und bin neugierig, wie meine Geschichten, meine Ideen, meine Protagonistinnen und Protagonisten und mein Stil bei Testlesern und Testleserinnen ankommen, die mich nicht persönlich kennen und mir in keinster Weise verpflichtet sind. Ihr könnt euch nicht vorstellen, wie aufgeregt ich war, nachdem ich meine erste Erzählung hier gepostet hatte und auf die Reaktionen wartete. Daran, dass ich immer noch da bin, seht ihr, dass mich niemand gefressen hat. Und vielleicht nehme ich ja doch das eine oder andere mit für künftige Projekte.

    Habe ich jetzt das Thema verfehlt? Schnell noch einen (haha) Satz dazu! Also, wie habe ich schreiben gelernt? Ich würde sagen, indem ich etwas Anregendes gelesen, daraufhin geschrieben, beides miteinander verglichen und gelegentlich auf Kritik reagiert habe.

    Hallo MissJanewrites ,

    inzwischen habe ich einige deiner Kommentare zu Texten hier im Forum gelesen und denke mir, gegen einen solchen hätte ich nichts. Du schreibst freundlich und objektiv. Wenn dir also einmal eine meiner Geschichten unterkommt, nur zu. 👍🏻

    Was bei mir ankommt:

    Vero ist und Urd war Teil einer Abenteurer-Gruppe. Diese hat einen Kampf mit einer anderen ausgetragen, bei dem alle außer einem Feigling, der geflohen ist, getötet wurden. Bei diesem Kampf ist Urd gestorben. Vero scheint der einzige der Gruppe zu sein, der um Urd trauert. Oder zumindest derjenige, der am meisten um ihn trauert, weil diese beiden eine besondere Beziehung verbunden hat. Freund, Kamerad, Waffenbruder. Veros Trauer ist immens. Es genügt ihm nicht, um den verlorenen Freund zu weinen oder ihn zu begraben, sondern er fügt sich eine schmerzhafte Wunde zu, die ihn für immer an den Freund erinnern soll und an das Versprechen, das er ihm gibt, den geflohenen Feigling zu finden und Urds Tod zu rächen.

    Was bei mir auch noch ankommt:

    Du als Spielerin hinter Vero bedauerst außerordentlich, dass der Charakter Urd, zu dem dein Vero eine besondere Beziehung hatte, nicht mehr im Spiel ist. Veros Handlung soll dem Spieler oder der Spielerin hinter Urd verdeutlichen, wie groß deine Betrübnis darüber ist. Wäre ich die Spielerin hinter Urd, wäre das bei mir zumindest so angekommen.

    Dieses Mal irritiert mich nur eine Kleinigkeit: Jenifer antwortet am Ende des Kapitels mit "Okay". Nun wäre interessant zu wissen, wann diese Geschichte spielt. Waffen, Fackeln, Kleidung und noch einiges mehr lassen auf eine mittelalterliches Setting schließen. Oder haben wir eine Dystopie in ferner Zukunft, wenn moderne Technik und Strom wieder von der Erde verschwunden sind? Dann passt "okay". Auf jeden Fall würde aber im Mittelalter wohl niemand mit "okay" zustimmen.

    Ich äußere mal die Vermutung, dass die gerettete Frau in Kapitel 1 die Schankmaid sein könnte. Das würde ihre Anwesenheit stimmig erklären. Wobei ich als Wirt einer solchen Spelunke für diese Arbeit eher keine Frau einstellen würde. Was ich aber eigentlich anmerken möchte: Für mich spielt es keine Rolle, warum sie da ist, das hinterfrage ich nicht. Sie dient dazu, den finsteren Wächter und seine Fähigkeiten vorzustellen.

    Jetzt wird er mir allmählich doch sympathisch, der dunkle Unbekannte. Und jetzt gefällt mir auch deine Geschichte, deren Fortgang ich gerne verfolgen werde.

    Dieser Anfang ist viel versprechend und toll geschrieben.

    Ich frage mich, wieviel Zeit zwischen Kapitel 2 und 3 vergangen ist. Wann hat der Mann seinen Mantel wieder an sich genommen? Zu Beginn von Kapitel 2 sieht Jenifer in der Finsternis die Wolfsaugen leuchten. Demzufolge ist Nacht. Zu Beginn von Kapitel 3 wird es wieder dunkel. Sind die beiden den ganzen Tag über gelaufen? Vielleicht kannst du mit einem Satz erklären, was an dem (mir) fehlenden Tag geschehen ist? Darüber hinaus habe ich nichts zu bemängeln.

    Hallo Semideus,

    Danke, dass du uns so bald schon einen Teil deiner Geschichte anvertraust.

    Du siehst mich mächtig beeindruckt. Ich weiß noch nicht, ob mir die Geschichte gefällt, aber dein Schreibstil gefällt mir definitiv. Sehr bilderreich, atmosphärisch und (in diesem Fall düsetere) Stimmung erzeugend.

    Du hast mich auch neugierig auf das im Prolog erwähnte bedauernswerte Mädchen und auf den "Schattenwächter" gemacht. Letzterer, ich nehme zumindest an, wir haben ihn gerade kennengelernt, handelt allerdings für meinen Geschmack zu brutal, um ihn sympathisch zu finden. Vom Retter einer Frau in Nöten wird er zu einem Schlächter. Du wolltest uns gewiss mit seinen Fähigkeiten vertraut machen. Vermutlich braucht er diese, um dem Mädchen gegen wen oder was auch immer beizustehen, aber gegen diese einfach nur menschlichen Banditen hätte es für meinen Geschmack etwas weniger Grausamkeit auch getan. Ich kann in Fantasy-Geschichten eigentlich ganz gut auch Gewalt und Grausamkeit verkraften, aber ich mag eine Geschichte nur dann, wenn ich mindestens einen ihrer Protagonisten mögen darf. Dieser macht es mir jedoch ziemlich schwer.

    Zwei Kleinigkeiten noch:

    Eine Bande Banditen

    Wiederholung

    riss die Flammen der Fackeln fast aus ihren Haltern.

    Ich denke eher, die Fackeln selbst wurden beinahe aus ihren Haltern (Halterungen?) gerissen. Die Flammen können allenfalls erloschen sein.

    Wirst du uns weiter an dieser Geschichte teilhaben lassen? Ich würde sie mit Interesse weiter verfolgen.

    Wenn ich schreibe,

    muss ich allein sein, und das am liebsten absehbar für mehrere Stunden (mit einer halben Stunde kann ich nichts anfangen, mit einer Stunde fast nichts). Mit allein meine ich nicht nur allein in einem Raum, sondern allein im Haus.

    muss es still sein: keine Musik, möglichst keine Geräusche, schon gar kein gesprochenes Wort

    Ich sitze entweder an meinem Schreibtisch (PC) oder am Esstisch (Notebook). Eine Flasche Mineralwasser oder ein Becher Kaffee oder Tee darf gerne in erreichbarer Nähe stehen, wird aber unter Umständen vergessen, wenn das Schreiben gerade gut läuft.

    Zum Einfluss von KI empfehle ich immer wieder gerne eine Hörfunk-Sendung von SWR Kultur, das Wissen: "Bücher von der KI - wie sich der Buchmarkt verändert", ein Feature von Ernst-Ludwig von Aster. Der Podcast dauert ca. 29 spannende Minuten. Man kann sich aber auch das Manuskript zur Sendung herunterladen.

    Ihr seht mich etwas irritiert über den Anlass dieser im Grunde sehr spannenden Diskussion. Warum? Ich dachte, hier im Forum posten Autoren und Autorinnen ihre Texte, und andere Userinnen und User lesen diese und schreiben, sofern sie etwas dazu sagen möchten, ihre "Kritik" dazu. Diese kann sehr subjektiv beschreiben, welche Gefühle, Emfpindungen, Gedanken der betreffende Text in ihm oder ihr ausgelöst hat, sie kann Stil- oder Fehlerkorrekturen enthalten, oder sie kann auf sehr hohem Niveau eine fast schon literaturwissenschaftliche Auseinandersetzung damit sein.

    Hier aber wurde kein Text, sondern eine Kritik kritisiert. Führt das nicht zu weit?

    In diesem neuen Thread mag Platz sein, darüber zu diskutieren, wie ausführlich eine Kritik grundsätzlich sein soll, aber vielleicht nehmen wir besser Abstand von den konkreten Beispielen, welche die Diskussion ausgelöst haben?

    Zum Thema „verdorbenes Blut“ war mir leider nichts eingefallen außer einem Dr. Acula, der einem jungen Vampir helfen muss, der sich damit den Magen verdorben hat. So eine Art Persiflage auf die Schwarzwaldklinik, oder so ähnlich. Aber die Idee allein war leider nicht tragfähig genug, und meiner Wortverstopfung konnte der gute Doktor leider nicht abhelfen. Dann verliere ich halt mal ein paar Worte zu den Texten von euch anderen, die zu lesen ich wieder sehr spannend fand.

    Bärensmart

    Keine Fehler, ansprechender Stil, und doch hat mich die Geschichte nicht gepackt. Weder konnte ich mit dem Eisbären mitfühlen, noch mit Helga. Da ist einfach zu viel Distanz. Immerhin kann ich Helgas Entscheidung und ihr Weggehen nachvollziehen. Bei Björns Entschluss „zurück zur Natur“ fehlt mir dann aber doch das Motiv. Sein Gewissen war nicht ausgeschaltet, und dennoch folgt er seiner Bärennatur. Ich verstehe zwar seine innere Zerrissenheit, aber nicht, wieso er sich gegen sein Gewissen, gegen seine menschliche Seite entscheidet.

    Böse Geister

    Hier sind mir ein paar Fehler aufgefallen, die Geschichte jedoch ist spannend aufgebaut. Lyraes Ankunft, das menschenleere Dorf, der Nebel, die Bemerkung des Wirts, und dann in der Nacht der Entführungsversuch und ihre Gefangennahme während sie die Schwarzmagier und die Reisenden durch das Fenster beobachtet. Doch dann geht mir alles ein wenig zu schnell. Mich verwirrt auch ein wenig, dass Lyrae gerettet wird, nicht jedoch die beiden Reisenden. Ihretwegen wird sie schließlich gefangen genommen. Außerdem fehlt mir irgendwie das Motiv der Schwarzmagier. Warum versklaven sie die Menschen und wozu?

    Die letzte Einladung

    Eine gut erzählte gruselige Geschichte. Élise ganz in rot: Rotes Kleid, rote Haare, rote Lippen – das schreit gleich zu Beginn „Gefahr!!“ Antoine, der die Gefahr spürt, kaum dass sich die Türen hinter ihm schließen. Aber er stellt keine Fragen, bleibt, beobachtet. Er ekelt sich und fürchtet sich, aber er bleibt. Warum? Er folgt seiner Gastgeberin – jeder normale Mensch an seiner Stelle hätte das Weite gesucht. Sein Mut (oder lähmt ihn die Angst?) wird belohnt, indem er Élises Motiv für ihre Tat erfährt. Warum ich der Geschichte keinen Punkt gegeben habe? Sie war mir letztendlich zu eklig. Und Élise zu radikal. Wären die anderen Gäste einfach nur tot umgefallen, hätte sie mir besser gefallen.

    Skyclad

    Nun ja, für gewöhnlich lese ich Geschichten solchen Inhalts nicht. Zwar hat sie eine gewisse Faszination geweckt, auch muss ich zugeben, dass ich beim Lesen sehr, sehr nah an Araceli war. Gut geschrieben, aber leider nicht mein Geschmack. Und erinnerte in einigen Details (fast zu) sehr an „Succubus“ von Thorsten.

    Der Beginn der Plage

    Kurz und mit einem Ende, das man in etwa kommen sieht (ab da, wo von dem Versprechen an die Kumpels die Rede ist) und das dann doch überrascht. Schön makaber.

    Zeit verwundet alle Heiler

    Noch eine grausame Geschichte, die sehr gut geschrieben ist. Ich sehe den Raum und die Frau vor mir, leide mit ihr – und mit dem obskuren Arzt. Ich lese und beobachte, was geschieht, aber ich hätte auch gerne den Grund dafür verstanden. Meine Phantasie schlägt Purzelbäume und ergeht sich in Vermutungen. Das sind die Geschichten, die in Erinnerung bleiben.

    Dämonenaugen

    Ich mag diesen Karn. Und ich mag an der Geschichte die Ungewissheit: Wäre er tatsächlich zu einem Dämon geworden oder nicht? War Adrens' Opfer zu Beginn überhaupt ein Dämon? Diese Geschichte lehrt aber auch, wohin es führt, wenn „der König“ einen Befehl ausgibt, der definiert, welche Menschen als Dämonen zu betrachten sind und was mit ihnen zu geschehen hat. Alles schonmal da gewesen. Nehmt euch in Acht! Für mich der Spitzenreiter unter den Teilnehmenden.

    Keine Ruhe den Verderbten

    Ich hätte mir ein anderes Ende für Toby und somit für diese allegorische Geschichte gewünscht, an der ich sonst nichts auszusetzen habe. So ist sie eben doch, trotz Fantasy, leider realistisch.