Beiträge von Sikadian

    Puh, was für eine starke Runde dieses Mal! Angst ist der kleine Tod hat euch wirklich zu kreativen Höchstleistungen inspiriert. Kleines Geständnis vorab: Ich habe nicht alle Geschichten rechtzeitig gelesen. Und als ich dann gesehen habe, dass schon genug Stimmen da waren, hab ich mir meine auch gespart.

    Trotzdem will ich euch mein Feedback nicht vorenthalten. Hier meine Gedanken zu den einzelnen Geschichten:

    Was übrig bleibt

    Die Geschichte war zunächst eine völlig andere, über einen Magier, der in der Todeszelle sitzt und einen letzten Besucher empfängt. Die habe ich dann aber komplett abgewandelt und innerhalb 24 Stunden neu geschrieben. Das merkt man dem Text mMn auch an. Er hat einige Fehler und zusammenhangslose Sätze. Fragmente aus der ursprünglichen Geschichte, die mir durchgerutscht sind. Wird in Zukunft sicherlich nochmals überarbeitet und dann hier in einem Kurzgeschichten-Thread erneut veröffentlicht.

    Ich fand deine KG vor allem mysteriös. Was genau ist da los? Die Kerze scheint eine Art Lebenslicht zu sein, denn sie erlischt mit Jorens Tod. Aber warum wird dem Gefangenen nicht die Schriftrolle abgenommen? Wer hält ihn überhaupt gefangen und warum? Es ist nicht, dass ich unbedingt Antworten auf diese Fragen brauche, aber sie machen sie eben so mysteriös. Das Ergebnis ist, dass ich die Geschichte eher wie ein Metapher lese, fast wie was von Kafka (siehe "Vor dem Gesetz"). Es scheint um jemanden zu gehen, der stirbt. Wofür steht die Schriftrolle, die in die falschen Hände gerät? Ist es die Seele, die an den Teufel geht?
    Ich bleibe aber bis zuletzt unsicher, ob die Geschichte wirklich so verstanden werden soll. Ich bleibe etwas verwirrt zurück.

    Danke für dein Feedback. Mit Kafka verglichen werden? Da wurde ich schon übler beleidigt. :ugly: Ja, die Geschichte hat noch ihre Schwächen, aber das mit dem "nichts erklären" ist eigentlich schon Absicht. Ich versuche aber, die Geschichte zu überarbeiten, denn momentan stimmt wohl die Balance noch nicht wirklich.

    Deine Geschichte erinnerte mich am Ende hin ziemlich stark an Diablo 2 :hmm: Ist jetzt vielleicht zuviel Insiderwissen, aber wer es kennt, weiß vermutlich, was ich meine.
    Die cinematischen Einschübe, die Szene mit dem Reisenden in seiner Zelle und dem fremden Besucher, den der Reisende anfangs falsch deutet als den Erzengel. :hmm:
    Ich weiß jetzt nicht, ob es das ist, was auf kalkwiese´s Analyse zutrifft. Am Ende war mir die Überraschung dann doch nicht überraschend genug. Ich kann jetzt aber schwer benennen, woran es in meinen Augen genau lag. War der Cut zu abrupt? Der Twist zu vorhersehbar?
    Ich fühlte mich zumindest nicht ausreichend befriedigt. Vielleicht, weil ich es mit ähnlichen Themen verglichen hab und es mir deshalb zu ähnlich vorkam? :/

    Joa, die Ähnlichkeit lässt sich nicht abstreiten. Marius war in dem Sinne das Vorbild, weil das eben eine glaubwürdige Darstellung eines gebrochenen und verängstigten Mannes ist. Nur schade, dass ich nicht auf demselben Niveau schreiben kann, wie Blizzard North damals seine Zwischensequenzen produziert hat. :)

    Die kleinen Tode des Bruder Simon kalkwiese

    Ich fand die Geschichte recht charmant. Sie ist leicht verdaulich und mit gutem Rhythmus geschrieben. Die Hexe-Mönch-Dynamik hat mir ebenfalls gut gefallen. Das ist mal ein Ansatz, den man nicht allzu oft sieht. Das offene Ende mit Edgar ist eine für mich nicht ganz befriedigende Entscheidung. Das Thema "kleiner Tod" wird (beinahe zu) wörtlich, aber auch spielerisch eingewoben. Das ist legitim, führt bei mir aber dazu, dass sich die Geschichte mehr wie eine Liebeskomödie denn als thematische Auseinandersetzung mit der Angst liest.

    Den Letzten beißt der Hund Tom Stark

    Eine Geschichte, die absolut nicht meinen Geschmack getroffen hat. Aber sie hat eine gute Erzählstimme, vor allem die "Oder auch nicht"-Repetition funktioniert als witziges Stilmittel und sie zieht sich konsequent durch die gesamte Handlung. Auf mich wirkte die Geschichte wie eine Pratchett-Hommage. Die Tod/RATTENTOD-Szene ist dabei besonders auffällig. Beim Thema Angst kratzt mir die Geschichte aber zu zimperlich an der Oberfläche eben jener: Vochs hat eigentlich keine Angst, sondern geht einfach taktisch vor - daher passte es für mich nicht ganz.

    Sieh hin Ruka

    Die emotionale Wucht finde ich bemerkenswert und die Themen-Kombo Schuld, Angst und Mutterschaft ist mutig gewählt. Auch die Traumsequenzen erzeugen echte Beklemmung, was nicht immer leicht zu erreichen ist. Ich muss aber auch meinen Vorrednern recht geben: Sprachlich wiederholt sich die Geschichte zu stark ("Sieh hin", die Schreie, die Nacht-für-Nacht-Struktur) und verliert dadurch an Wirkung. Auch die Auflösung mit dem Wesen war mir etwas zu erklärend - ich denke die Geschichte würde da von mehr Ambiguität profitieren. Insgesamt hat sie mich aber dennoch gut unterhalten.

    Hasenherz Amafiori

    Die Thematik wurde hier auf den Punkt getroffen. Nicht nur das, diese Geschichte transformiert sie auch noch auf elegante Weise: Angst verlieren ist selbst eine Form des kleinen Todes. Magnus' Kindheit ist greifbar geschrieben, und die Ironie, dass er sein "Hasenherz" gegen ein totes Herz tauscht, trägt die ganze Erzählung. Der zweite Teil mit dem erwachsenen Magnus verliert für mich etwas an Tempo. Das Ende ist dafür aber wohl der stärkste Moment der ganzen Geschichte. Hat mir wirklich sehr gut gefallen.


    Déjà-vu? Zarkaras Jade

    Die Grundidee ist clever und originell. Der innere Konflikt zwischen Neugier und Angst wird glaubwürdig vermittelt. Ich mag ja diesen Stream-of-consciousness-Stil und hier passt er wirklich gut zur Figur. Das Ende ist mir jedoch zu offen. Gerade weil so viel Aufbau in die Vorahnung gesteckt wurde - die Mythologie, die wiederholten Andeutungen, dass "es" schon einmal schiefgegangen sein könnte - hätte ich mir gewünscht, wenigstens einen kleinen Nachhall zu bekommen: Was war in der Box? Was passiert mit ihr? Selbst eine einzige Zeile danach hätte der Geschichte wenigstens das Gefühl eines Abschlusses gegeben, anstatt sie mitten im freien Fall enden zu lassen.

    Hallo zusammen,

    ich bin vor ein paar Tagen auf Facebook auf diese Website aufmerksam gemacht worden. Diese fasst Ausschreibungen von Verlagen zusammen, inkl. Direktlinks, mit denen man an den Ausschreibungen teilnehmen kann. Zusätzlich bekommt man auch noch eine Liste der deutschen Verlage, wo man sich ebenfalls austoben kann. Das wollte ich hier nur mal teilen, weil ich es für eine gute Sache halte. Viel Spass damit.

    Moderatoren Ich war mir nicht sicher, wo ich den Thread aufmachen sollte. Falls das Thema hier falsch ist, bitte verschieben.

    Wenn der Mond sich zwischen den Wolkenfetzen zeigte, warfen die greisen Eichen am Friedhofsrand dunkle Schatten. Greta kramte eine Bierflasche aus ihrem Rucksack, öffnete den Kronkorken mit ihrem Haustürschlüssel und reichte das Bier ihrer besten Freundin. Helen griff zögernd nach der Flasche, nahm einen vorsichtigen Schluck und blieb stehen.
    „Was … hast du Angst?“, fragte Greta mit dem für sie so typischen Spott in der Stimme.

    Helen verzog das Gesicht, mehr wegen der Bitterkeit des Biers als wegen der Frage. „Vor dem Friedhof? Nein.“ Sie wischte sich mit dem Ärmel über den Mund. „Vor dem, was du wieder für eine Scheisse geplant hast? Vielleicht.“

    Greta grinste schief. Der Mond blitzte für einen Moment durch die Wolken und liess ihre Augen silbern aufleuchten. „Ach komm. Ein bisschen über die Mauer klettern, nach der alten Gruft suchen und wieder abhauen. Früher nannte man sowas Abenteuer.“

    Ich möchte konstruktive Kritik haben. Ob es dir gefällt oder nicht, natürlich auch ob ich Logiklücken habe oder nicht etc. Ich möchte nicht ins kleinste Detail fünf Mal wiederholt haben, dass ich den Namen "Rina" als Widerholung zu oft drin habe. Das weiß ich an manchen stellen selbst... Es soll halt richtig kritisiert werden ohne dabei unter die "Gürtellinie" zu gehen, dabei überlasse ich es jedem selbst, wie sehr er da in die Tiefe gehen will oder auch nicht. Ich kann schließlich von niemanden verlangen hier ein Feedback abzugeben, für das man sechs Stunden benötigt und einen Abschluss in Lingoistik oder Germanistik. Es hat schließlich jeder von uns ein Privatleben ;) Sikadian ich überlasse es dir wie du es machen möchtest. Im übrigen finde ich, dass nicht ich festlege wie meine "Leser" kritisieren soll. Ich will eure Meinung dazu hören. Nicht jeder kann auf dem Niveau eies Lektors kritisieren und wenn dabei nur herumkommt, ob einem die Geschichte gefällt oder nicht und er die Szene gerade klasse oder mist findet, ist das für mich auch vollkommen okay. Manchmal finde ich sogar, dass weniger mehr ist ;)

    Ich packe meine Antwort mal in einen Spoiler.

    Spoiler anzeigen

    Kritik sollte immer konstruktiv sein. Ich finde schon, dass du als Autorin zumindest ein wenig die Leitplanken der erwünschten Kritik (im Sinne von: Was bringt mir etwas) setzen solltest. Aber gut, dein Comment enthält für mich genügend Hinweise darauf. Es wirkt nur ein wenig so, als ob du es selbst nicht genau wüsstest und darum den Ball an die potenziellen Feedbackgeber zurückspielst. Aber ich will mal nicht so sein und versuche es trotzdem.

    Erstmal das Positive: Das Kapitel ist leicht zu lesen und führt die Protagonistin gut ein. Der Rhythmus ist angenehm – nicht zu gehetzt, nicht zu schleppend. Die kleine Szene mit Antonia ist herzerwärmend und lockert die Exposition gut auf. Auch der Dialog mit Bud über den Hundenamen ist charmant und zeigt Rinas Charakter ohne viel Aufhebens. Einige subtile Hinweise auf Rinas Natur sind gut platziert. Man ahnt, dass sie nicht ganz menschlich ist, ohne dass es einem direkt aufs Auge gedrückt wird. Das alles fand ich gut. Weitere Hinweise weiter unten, direkt im Text.

    Ich konzentriere mich auf inhaltliche Kritik + ein paar Bemerkung zu Stil und Logik. Rechtschreibung ignoriere ich, da du das leicht korrigieren kannst. Anmerkungen in fett und in Klammern:

    Kapitel 1

    Ich eilte mit raschen Schritten durch den Flur vom Hauptraum der Bar in das Büro und schlug die Tür mit einem lauten Knall hinter mir zu. (hier schlägt sie die Tür zu, das merken wir uns mal)

    Endlich Ruhe!

    Seufzend ließ ich mich in den bequemen Schreibtischstuhl fallen. Hier im Büro konnte ich in aller Stille meine Pause verbringen und abschalten. Bevor ich wieder nach vorne in den Schankraum und den Rest meiner Schicht im Vance´s hinter mich bringen musste. Die Pause hatte ich dringend nötig. Ich war die ganze Zeit nur am hin- und her hetzen. Der Laden war brechend voll und Tammy Conner, eine meiner Kellerinnen, hatte sich heute auf den letzten Drücker krankgemeldet. So war mir keine Zeit geblieben für Ersatz zu sorgen, was an einem Donnerstagabend schon schlimm genug war. Aber zu meinem Glück (ironisch gemeint, aber das ist nicht eindeutig) hat das High School Football-Team heute am späten Nachmittag auch noch ein Spiel gehabt und gewonnen. Somit war die ganze Stadt auf den Beinen. Alle waren in Feierlaune und nicht gewillt nach Hause zu gehen. Was für das Geschäft natürlich gut war, aber für mich würde das heute ein sehr langer Abend werden. Vor allem mit dem Hintergrund das mir eine Kellnerin fehlt. (Das weiss der Leser schon, mir ist nicht klar, wieso du es nochmals erwähnst)

    Umso wichtiger war es, dass ich meine Pause genoss und mich entspannen konnte. Ich schloss die Augen, lehnte mich in dem bequemen Lederstuhl zurück, hob die Beine auf die Schreibtischkante und schlug sie über einander. Mit geschlossenen Augen kostete ich die Stille in vollen Zügen aus.

    Die nunmehr ruhige Geräuschkulisse (auch hier, der Text beginnt mit "Endlich Ruhe", diese Information wird hier nur wiederholt) tat auch meinem empfindlichen und heute wahrlich überlasteten Gehör gut.

    Ich griff blind nach dem Kaffeebecher (den Becher merken wir uns wieder), den ich mitgebracht und auf dem Schreibtisch abgestellt hatte, und trank einen großen Schluck von dem köstlichen und dampfenden Gebräu. Ich seufzte erneut genießerisch (genussvoll?), als mir die heiße Flüssigkeit durch den Hals ran (den Hals hinunter ran fände ich besser) und ich sofort einen weiteren Schluck von dem flüssigen Gold zu mir nahm. In diesem Moment war ich vollkommen zufrieden und konnte mir nichts Schöneres vorstellen.

    Erst in diesem Augenblick wurde mir so richtig bewusst, welche hämmernden Kopfschmerzen ich hatte. Ich stöhnte genervt auf und rieb mir die Schläfen, in der Hoffnung, das schmerzende Pochen vertreiben zu können. Doch nach mehreren Versuchen musste ich mir eingestehen, dass die Kopfschmerzen erst verschwinden würden, wenn ich irgendwann heute Nacht in meinem Bett lag und meinem empfindlichen Gehör eine Atempause gönnen konnte. (Das mit dem Gehör weiss der Leser bereits)

    Aus irgendeinem Grund, der sich mir noch nicht so recht erschließen wollte, reagierte ich heute besonders empfindlich auf die Geräusche, die in der Bar vorhanden waren. (Wieder das empfindliche Gehör erwähnt) Sonst setzten mir diese nicht so sehr zu, aber heute, war es anders. Ich grübelte über diesen Umstand nach, konnte aber keinerlei zufriedenstellende Erklärung dafür finden.

    Ich seufzte ergeben, setzte mich wieder vernünftig an den Schreibtisch und nahm einen erneuten Schluck aus dem dampfenden Kaffeebecher (Es ist immer noch ein Becher, das ist konsistent). Dabei fiel mein Blick unvermittelt auf die heutige Tageszeitung, die Aurelia-Falls-Gazette, die ordentlich zusammengefaltet auf der Tischplatte lag. Vermutlich war es Jay, meinem besten Freund und Mitbesitzer der Bar, gelungen vor seiner Schicht den Sportteil zu lesen. (Der Gedanke wirkt an der Stelle fehlplatziert. Wieso sollte sie das denken? Das mit dem "Mitbesitzer" wird später auch noch problematisch)

    Geistesabwesend blätterte ich die Zeitung durch, bis ich auf Seite 6 an der Vermisstenanzeige (hier Vermisstenanzeige, später wird es Artikel genannt, für mich nicht dasselbe) eines 16-jährigen Mädchens aus Boston hängen blieb.

    Ich runzelte die Stirn, weil ich mich wunderte, dass diese Anzeige so weit hinten in der Zeitung auftauchte und nicht direkt auf dem Titelblatt erschienen war. Ich trank den letzten Schluck Kaffee aus meiner Tasse (hier hat sich eine Inkonsistenz eingeschlichen, der Becher ist jetzt plötzlich eine Tasse) und vertiefte mich in den Artikel (und die Anzeige wird hier zum Artikel).

    Meine Augen huschten über die Zeilen der Annonce (und hier wird es zur Annonce, das setzt sich auch später fort, wo es wieder ein Artikel wird. Du solltest darauf achten, es konsistent zu halten). Mein Stirnrunzeln vertiefte sich bei jedem gelesenen Wort weiter.

    Je mehr ich las, desto mehr hatte ich das Gefühl eines Déjà vu.

    Vor geraumer Zeit hatte in der Gazette bereits ein ähnlicher Artikel gestanden. Wenn ich mich recht erinnerte, war dies vier Wochen her… (Wieso die ... ? Und "vor geraumer Zeit" deutet an, dass sie sich nicht genau daran erinnern kann, es wirkt falsch, dass sie einen Satz später den Zeitraum auf vier Wochen eingrenzen kann) Es schien so, als wenn die Geschichten zusammenhängen würden. Zwei vermisste 16-jährige Mädchen mit kurzen braunen Haaren und grauen Augen. Das schien mir kein Zufall zu sein. (Den letzten Satz würde ich weglassen. Ich würde den vorherigen Satz mit schien so ändern: "Es schien so, als ob die Geschichten in einem Zusammenhang stehen würden." Das genügt als Hinweis.)

    In mir machte sich Sorge und ein ungutes Gefühl breit. Ich hoffte inständig, dass keiner von uns (wer ist "uns"?) an dieser Geschichte beteiligt war. Das wäre wirklich unschön und würde ein riesiges Problem werden.

    Während ich noch darüber nachgrübelte, ob die Mädchen einem Vampir zum Opfer oder irgendwelchen perversen Menschen gefallen waren, wurde die Bürotür aufgerissen (Sie hat die Tür vorher zugeschlagen, jetzt reisst Jay sie auf, das ist inkonsistent) und Jay steckte seinen Kopf hinein.

    „Rina?“

    „Hmhm…“, machte ich bloß und hielt meinen Blick auf das kleine körnige Foto in dem Artikel gerichtet, welche das verschwundene Mädchen zeigte.

    „Rina?“, sprach Jay mich noch einmal an mit festerer Stimme und riss mich so aus meinen Gedanken.

    „Ja, was ist denn?“

    „Da ist jemand, der sich noch von dir verabschieden möchte“, erklärte er mir grinsend und verschwand wieder aus dem Büro nach vorne. (Das "nach vorne" würde ich streichen, er verschwand einfach, Rina kann nur mutmassen wohin)

    Mit gerunzelter Stirn und gedanklich noch ganz wo anders, folgte ich ihm aus dem Büro in den Flur. Ich lief durch den breiten Flur (Flur zweimal kurz nacheinander, ich würde eins streichen), vorbei am Lagerraum, den Toilettenräumen, der Umkleide und der Küche, bis ich nach vorne in den Schankraum gelangte.

    Rechterhand befand sich der Billardtisch sowie die Dartscheiben und zwei Automaten an denen man sein Glück auf den Jackpot versuchen konnte. Hinter einer halbhohen Trennwand befanden sich die Tische und Stühle des eigentlichen Barbereichs. Diese verteilten sich durch den ganzen Laden.

    Linkerhand befanden sich die Bartheke mit ihren vielen Regalen für Flaschen und Gläser, sowie die Durchreiche zur Küche. Auch wenn unsere Küche nur klein war, zauberte unser Küchenchef vorzügliche Gerichte, die in der ganzen Stadt beliebt waren. Man konnte sagen, dass das Vance´s nicht nur eine Bar war, sondern ein sehr beliebter Treffpunkt für alle Stadtbewohner. (Vielleicht: "Diese Kombination machte aus dem Vance's nicht nur irgendeine Bar, sondern auch einen lokalen Treffpunkt". So hättest du nicht "beliebt" zweimal aufeinander).

    Im Barraum angelangt, folgte ich Jay hinter die Theke. (Evtl.: Erblickte ich Jay hinter der Theke und begab mich zu ihm?) Er hatte sich bereits wieder an die Arbeit gemacht und lauschte den Worten von Bud Simmons, dem Sheriff, der sich einmal mehr über den ganzen Papierkram beklagte.

    Fragt mich mal. Eine Bar macht auch einen Haufen Papierkram, den ich noch zusätzlich zu meiner normalen Arbeit hinter der Theke bewerkstelligen musste. (Das gilt aber auch für den Sheriff. Nur weil er sich über den Papierkram beschwert, heisst das nicht, dass er nur diesen zu erledigen hat)

    Ich wandte meinen Blick von den beiden Männern ab und meinem Lieblingsgast zu, die bereits ungeduldig auf mich wartete. Als sie mich aus dem Flur kommen sah, hüpfte sie aufgeregt auf dem Barhocker auf und ab. Dann sprang sie herunter und rauschte wie der kleine Wirbelwind, der sie war, hinter die Theke und umarmte mich stürmisch. (Das passt nicht ganz. Vielleicht sollte sie Antonia gar nicht sehen und erst ihre Umarmung bemerken, dann folgt die Beschreibung des Mädchens. Denn vorher ist Rina auf Jay und den Sheriff fixiert.)

    „Rina!“, rief sie begeistert aus, als wenn (ob) wir uns Jahre (jahrelang?) nicht gesehen hätten und ich nicht nur gerade Mal 10 Minuten Pause gemacht hatte.

    „Hey, Antonia, geht es nach Hause?“, fragte ich das kleine sieben jährige (siebenjährige, aber ich finde die Info hier generell falsch. Wieso muss man ihr Alter kennen?) Mädchen, die daraufhin wild mit dem Kopf nickte.

    „Mama sagt, wir müssen noch mit Makreatus Gassi gehen“, erklärte mir der braune Lockenkopf.

    Makreatus? Ernsthaft? (Das deutet an, dass sie den Namen unpassend findet)

    „Ah ja, dass müsst ihr auf alle Fälle noch machen, sonst passiert ihm noch ein Missgeschick und das wollen wir doch nicht, oder?“

    „Nein!“, rief sie und verzog angeekelt das Gesicht, als wenn sie sich an ein solches Unglück erinnern würde. „Das wollen wir definitiv nicht!“

    Ich lächelte und umarmte sie ebenfalls noch einmal und hob meinen Blick von ihrem Scheitel. Ich schaute in die warm lächelnden Gesichtszüge ihrer Mutter, die vor der Theke stand (Steht sie erst jetzt da? Rina müsste sie eigentlich schon vorher gesehen haben) und auf ihre jüngste Tochter wartete. Livia Molina war eine hochgewachsene Schönheit mit kurzen braunen Haaren, gütigen braunen Augen und ein äußerst geduldiger Mensch, der unglaublich liebevoll und fürsorglich mit ihren Kindern umging. (Sie ist fürsorglich, schleppt aber ihre Kinder mit in eine Bar? Das wirkt seltsam.)

    Ihre beiden 14-jährigen Zwillinge (OK, das gibt der Erwähnung des Alters von Antonia zuvor einen Sinn), Luka und Meredith, warteten hingegen ungeduldig auf ihre kleine Schwester. Sie verdrehten beide die Augen, als Antonia auch noch zu Jay rannte und auch diesem mit einer wilden Umarmung drückte und sich von ihm verabschiedete. Der ehemalige Marine blickte etwas überrascht und hilflos auf sie herunter, lächelte dann aber freundlich und strobelte (dieses Wort kenne ich nicht) ihr durch ihre wilde Lockenmähne.

    „Toni, kommt jetzt endlich“, beschwerte sich Luka. „Wir wollen nach Hause.“

    „Ich bin schon da!“, rief Antonia zurück und hastete hinter der Theke hervor und stellte sich unschuldig lächelnd neben ihren großen Bruder. Sie schob ihre kleine Hand in seine Größere und wartete jetzt, dass es los gehen konnte. „Ich bin so weit.“ (Würde ein kleines Kind den zweiten Satz wirklich sagen? Würde ich streichen.)

    Meredith verdrehte erneut die Augen, packte dann ihre beiden Geschwister an der jeweiligen Schulter und beförderte sie nach draußen, ohne sich zu verabschieden.

    Teenager, schoss es mir durch den Kopf, während ich sie im Hinausgehen musterte.

    Die Zwillinge hätten sich äußerlich tatsächlich nicht unterschiedlicher sehen können. (Den Satz finde ich holprig. Vielleicht: "Die Zwillinge sahen einander äußerlich überhaupt nicht ähnlich.") Luka besaß die gleichen braunen Haare wie Livia, doch die stahlgrauen Augen seines leiblichen (Wieso leiblichen? Man erbt immer die Gene der leiblichen Eltern, das muss nicht extra erwähnt werden.) Vaters. Meredith dagegen besaß die braunen, warmen Augen ihrer Mutter und die langen schwarzen Haare, die denen ihres leiblichen (hier wieder, ich würde das streichen) Vaters so sehr glichen. Ich fand es jedes Mal, wenn ich die beiden sah, verblüffend wie sehr sie sich doch äußerlich Unterschieden und dennoch Spiegelbilder ihrer Eltern waren.

    Antonia hingegen, sah ihrer Mutter wie aus dem Gesicht geschnitten ähnlich (Vorschlag: War ihrer Mutter wie aus dem Gesicht geschnitten). Braune Augen und braune Locken, ebenso wie Livia in ihrer Kindheit und ein ebenso liebevolles wie friedfertiges Gemüt.

    „Bis die Tage, Rina“, verabschiedete sich Livia winkend von mir und folgte dann ihren Kindern nach draußen.

    Ich schaute den vieren nach (Das verstehe ich nicht, vorher schreibst du, dass Meredith ihre Geschwister nach draußen befördert. Müssten die Kinder dann nicht schon weg sein?) und freute mich, dass sie mittlerweile wieder eine so harmonische Familie waren und die Kinder, die schlechten Erfahrungen anscheinend alle sehr gut weggesteckt hatten, die sie mit ihrem Vater hatten erleben müssen.

    „Furchtbarer Name für einen Hund“, brummte Bud Simmons, der Sheriff von Aurelia Falls, vor sich hin, während er in sein Bierglas starrte.

    Jay schmunzelte vor sich hin und wandte sich dann Lana (Figuren die mit einem Namen eingeführt werden, sollten mehr als eine Zeile erhalten. Sonst kannst du auch einfach Kellnerin schreiben.) zu, die mit einer neuen Getränkebestellung an die Theke kam.

    Ungewollt riss mich Bud mit seinen Worten aus meinen Gedanken. „Findest du?“ (Hier fängt Rina an den Namen zu verteidigen, obwohl es vorher so wirkte, als ob sie ihn auch als unpassend empfinden würde. Das zieht sich dann so durch und ergibt für mich wenig Sinn.)

    „Ja“, gab er schlicht zurück.

    „Ich finde ihn ganz passend. Immerhin ist das ein Wolfshund und kein Golden Retriever“, bemerkte ich.

    „Stimmt. Ein riesiges Vieh von einem Hund, dass aber ja ganz lieb zu sein scheint. Ich habe dienstlich mit diesem Tier noch nie Probleme gehabt. Anders als mit diesen kleinen Kläffern von Miss Trudie“, erklärte Bud und trank noch einen Schluck von seinem Bier. „Dennoch der Name ist einfach grauenhaft, wenn du mich fragst. Mich würde mal interessieren, wer von den dreien auf diesen Namen gekommen ist“, erwiderte Bud und nippte (das "nippte" passt nicht zu einem beinahe leeren Glas) erneut an seinem Bier, womit er den letzten Rest aus seinem Glas hinunterschluckte.

    „Ja, mich auch. Ist schließlich kein Allerweltsname, sondern ein besonderer und doch äußerst ungewöhnlich“, (besonders + ungewöhnlich sind hier dasselbe) entgegnete ich mit einem Stirnrunzeln und machte mir nun auch so meine Gedanken, wie die Kids auf den Namen gekommen waren.

    „Besonders?“

    „Hm…?“ Ich blickte Bud fragend an.

    „Du sagtest, dass der Name besonders ist. Inwiefern?“, wollte der Sheriff nun doch interessiert wissen und schaute mich nun fragend an. Er schien ganz in seinem Element zu sein. Der Wahrheit auf der Spur.

    Ich lächelte entschuldigend. „Ach so“, sagte ich und schüttelte den Kopf. „Naja, der Name Makreatus ist mir bis jetzt nur ein anderes Mal untergekommen und das auch nur durch Zufall.“

    Der Sheriff seufzte. „Rina, mach es nicht so spannend“, beschwerte er sich und forderte mich auf weiterzusprechen.

    „Der Name stammt aus der griechischen Mythologie“, erwiderte ich erklärend und zuckte mit den Schultern. (Der Name stammt aber nicht aus der Griechischen Mythologie. Ich kenne nur Zerberus, oder Kerberos, den dreiköpfigen Hund, der den Eingang zum Hades - der griechischen Unterwelt - bewacht. Meintest du evtl. den?)

    „Griechische My… was bitte?“, fragte er vollkommen verwirrt.

    „Griechische Mythologie“, wiederholte ich. „Du weißt schon… griechische Götter. Zeus, Apollo, Poseidon? Schon einmal gehört?“

    „Hmhm“, machte Bud nur und blickte genauso bedröppelt drein, wie zuvor.

    Ich wusste ehrlich nicht, ob er was damit anfangen konnte oder nicht. Aber ich vermutete mal nicht. Vielleicht würde ich ja heute Abend den Horizont dieses Kleinstadt-Sheriffs erweitern.

    „Also, Makreatus ist einer der drei Höllenhunde des Hades, dem Herrscher der Unterwelt“, erklärte ich weiter und sah auf Buds Gesicht nur weitere Verwirrung. (Auch hier wieder, keine Ahnung woher diese Informationen stammen, aber sie sind mMn nicht korrekt. Wenn du auf schon vorhandene Mythologien zurückgreifst, sollten die Informationen dazu korrekt sein.)

    Hier ist Hopfen und Malz verloren. (Der Gedanke ist zwar gut, aber zu nahe an ihrer Hoffnung, ein paar Zeilen zuvor, den geistigen Horizont des Sheriffs erweitern zu können).

    „Sollte mir das jetzt irgendwas sagen?“, fragte er weiterhin verwirrt und hatte seine buschigen Augenbrauen fragend erhoben, sodass sie fast vollständig unter der Hutkrempe seines Sheriff-Hutes verschwunden waren.

    „Nein, muss es nicht“, gab ich lächelnd zurück und machte eine wegwerfende Handbewegung und suggerierte ihm damit, dass er das Thema vergessen sollte.

    (Hier wäre der Gedanke vielleicht besser platziert)

    „Gut, du machst mir Kopfschmerzen mit solchen komischen Dingen, Rina“, grummelte er zurück.

    Hinterwäldlerische Kleinstädte, ich seufzte im Stillen vor mich hin und schüttelte mit dem Kopf.

    „Okay, ich lass dich in Ruhe“, erwiderte ich und machte mich wieder hinter der Theke an die Arbeit, bevor sich Jay beschweren konnte (Jay wirkt hier fast wie Rinas Boss, vorher war er der Mitbesitzer), dass ich nur in der Gegend herumstehe.

    „Machst du mir noch ein Bier?“, fragte Bud noch schnell, bevor ich ans andere Ende der Bar ging.

    „Kommt sofort!“, gab ich zurück und dachte dennoch über die Namensgebung nach. Vielleicht sollte ich bei nächster Gelegenheit mal Antonia fragen, wer von den dreien sich den Namen ausgedacht hatte, überlegte ich mir und zapfte unterdessen für Bud das bestellte Bier und stellte es ihm vor die Nase. „Bitte schön.“

    „Danke, meine Liebe.“

    Ich nickte ihm zu und wandte mich dann den anderen Bestellungen zu, bei denen Jay hinterher hing.

    Hallo Kisa ,

    ich hätte da ein paar Fragen zu deiner Geschichte.

    Ich warne euch gleich vor, es geht um Vampire, Werwölfe, Hexen etc. wen das nicht interessiert, für den ist diese Geschichte nichts.

    Das macht mir nichts aus, diese Geschöpfe sind für mich einfach ein Teil von Fantasy.

    Was mich eher interessiert, ist welche Art von Rückmeldung du erwartest.

    Möchtest du ein allgemeines Feedback zum Gesamteindruck – also wie die Geschichte auf Leser wirkt, ob die Atmosphäre stimmt, ob man als Leser „reingezogen" wird? Oder wünschst du dir eher konkrete inhaltliche Kritik, zum Beispiel zu Charakterentwicklung, Plotlogik oder dem Worldbuilding? Und wären auch Line-Edits willkommen, also Anmerkungen direkt am Text zu Formulierungen, Satzbau oder Stil?

    Ausserdem würde mich interessieren, wie weit die Geschichte gerade ist – hast du bereits mehrere Kapitel fertig, oder steckt noch das meiste in der Planung? Du hast ja erwähnt, dass du fünf Teile geplant hast, aber ich frage mich, ob du dir vielleicht Rückmeldung vor allem für den Anfang wünschst, damit du weisst, ob du auf dem richtigen Weg bist – oder ob du lieber wartest, bis mehr steht.

    Es wäre schön, wenn du diese Fragen beantworten könntest, bevor andere hier mit ihrer Kritik loslegen.

    Denn grundsätzlich würde ich dir schon gerne etwas dazu schreiben, aber es soll dir ja auch etwas bringen, dafür bräuchte ich ein wenig mehr Informationen.

    KI kann keine gute Prosa schreiben. Wenn überhaupt, ist das nur möglich durch gezieltes prompten. Soll heissen, man passt seine Vorgaben gezielt an und gibt der KI auch Hinweise auf Logiklücken und Redundanzen. Dann kann man evtl. etwas sinnvolles von der KI erhalten, aber auch das kommt auf die Details der Angaben an. Zudem mag das bei einer 800 Wörter langen Kurzgeschichte, mit vergleichsweise simpler Thematik, noch einigermassen gut funktionieren. Je komplexer und länger jedoch eine Geschichte wird, desto unbrauchbarer werden die KI Modelle.

    Clark Ashton Smith hat mich auch immer fasziniert. Ich finde er ist ein wirklich talentierter Horror-Autor. Durch ihn bin ich auch auf die Horrorgeschichten Robert E. Howard gekommen, der Conan der Barbar Autor kann durchaus auch gute Horrorgeschichten erzählen. Ich könnte ansonsten noch ein paar Geschichten empfehlen: "Die Schrecken der Venus" (Der Film "Alien" hat einiges von diesem Konzept übernommen) von CAS oder "Der Grabhügel" oder "Garten der Furcht" von Robert E. Howard.

    Herzlich Willkommen!

    Buchempfehlungen wären bei mir alle, die in meinem Profil unter "Lieblingsbücher" stehen. Aber keine Ahnung, ob das deinen Geschmack trifft.

    Gerne hätte ich auch mitgemacht, aber das Thema war leider überhaupt nicht mein Fall. Zudem kommt das einfach nicht gut, wenn man selbst gerade einen schmerzlichen Verlust durchgemacht hat. Aber beim nächsten Mal bin ich wieder dabei.

    Ich habe ebenfalls für Schattenwacht gestimmt. Ich hatte auch vermutet, dass die Geschichte von Sensenbach kommt, was sich dann auch bestätigt hat. Es war für mich ein enges Rennen zwischen dieser Geschichte und "Die Seedrachin", wobei ich dann Schattenwacht aufgrund der kompakteren Form bevorzugt habe. Die dritte Geschichte, "Der Eid", fand ich aber auch gut geschrieben und sie lag nicht weit hinter den anderen zwei zurück.

    Auch noch von mir noch ein verspätetes Willkommen.

    Ich weiß nicht, wie es sich für euch anfühlt, wenn ein kompletter Neuling plötzlich Kommentare zu Texten von teils deutlich älteren und erfahreneren Forentieren abgibt. Ich selbst bin mir teilweise unsicher, ob oder wie detailliert Feedback gewünscht ist. :blush:

    Naja, wer hier was reinstellt, will offensichtlich Rückmeldungen. Mir persönlich ist es da relativ egal. ob jemand ein Neuling ist, solange die Kritik konstruktiv ist. Einfach bei jeder Geschichte den Eröffnungspost lesen, da schreiben einige schon genauer, welche Art von Feedback sie möchten. Und sonst, wenn das Feedback mal nicht den Wünschen entspricht, kann man das ja auch einfach im Thread besprechen. In der Beziehung gibt es hier wirklich keine Probleme, und es gibt keinen Grund deswegen unsicher zu sein.

    Hey Jennagon,

    habe die ganze Zeit auf den zweiten Teil des Kapitels gewartet, schön dass es nun endlich so weit ist:

    Ich finde, du hast hier eine wirklich interessante politische Konstellation aufgebaut. Die Dreiecksbeziehung zwischen Aldric, dem Zirkel und der Kirche funktioniert gut, und dass Aldric zwischen diesen beiden verfeindeten Machtblöcken vermitteln muss, ergibt absolut Sinn. Auch wie du Aldrics persönliche Belastung (kranker Sohn, verstorbene Frau, Altersmüdigkeit) mit den politischen Herausforderungen verwebst, macht ihn zu einer glaubwürdigen Figur unter Druck.

    Allerdings sind mir ein paar Dinge aufgefallen, die noch nicht ganz rund wirken. Die Timeline des Kapitels ist mir nicht ganz klar geworden. Du schreibst, der Morgen zerre bereits an Aldrics Nerven, und er lässt Georg ausrichten, am frühen Abend zu kommen. Dann findet die Ratssitzung statt, und danach kommt Georg. Aber wann genau ist nicht klar. Findet die Ratssitzung morgens statt und Georg kommt abends, oder ist das alles am selben Vormittag? Das sollte klarer werden.

    Auch bei Asha selbst gibt es einen kleinen Widerspruch. Aldric sagt zu Georg, sie habe "vor Tagen" lesen und schreiben gelernt, aber gleichzeitig beschreibt er sie als neugeborenes Kind. Irgendwie beisst sich das, den Neugeborenen, der so fix lesen und schreiben kann, will ich mal sehen. :)

    Was mich bei Georg stutzen lässt: Er hält bereits sehr spezifische Reden über Asha (zartes Wesen, Frau, mögliche göttliche Gemahlin für den König), hat sie aber nie gesehen oder mit ihr gesprochen. Woher nimmt er diese konkreten Interpretationen? Nur aus Gerüchten erscheint mir das etwas dünn, gerade wenn seine Argumentation so detailliert ist. Vielleicht könntest du zeigen, dass er Informanten hat oder dass bestimmte Details bereits durchgesickert sind?

    Bei der Ratssitzung selbst finde ich die verschiedenen Positionen der Magier gut differenziert. Serad will untersuchen, Lysandra plädiert für Behutssamkeit, Valon für strenge Bewachung. Alles ergibt aus ihren jeweiligen Rollen Sinn.

    Kleiner Zusatz zu Alfons: Er stellt die wichtigste Frage des ganzen Kapitels ("Was wenn sie göttlich ist?"), aber ansonsten bleibt er komplett blass. Wer ist er, welche Position hat er, warum hört man sonst nichts von ihm? Er wirkt wie eine Stimme der Vernunft, aber ohne klare Kontur.

    Die Rivalität zwischen Thoren und Valon finde ich prinzipiell interessant, aber sie wirkt noch etwas unmotiviert. Valon stichelt wegen Thorens Frauengeschichten, Thoren kontert mit Bemerkungen über Neid. Aber warum sich die beiden genau rivalisieren bleibt im Dunkeln. Nur weil sie verwandt sind? Da fehlt mir noch ein bisschen die Geschichte dahinter, damit es nicht wie generisches Geplänkel wirkt.

    Thorens Reaktion auf seine Ernennung zum Beschützer finde ich auch nicht ganz konsistent. Er "reisst die Augen auf", scheint also überrascht zu sein, aber dann steigt er direkt in den gewohnten Schlagabtausch mit Valon ein, als wäre nichts gewesen. Entweder er ist wirklich überrascht und protestiert vielleicht kurz, oder er akzeptiert es sofort, der Übergang fühlte sich einfach merkwürdig an.

    Ein grösserer Punkt zur Weltstimmigkeit: Du erwähnst nebenbei, dass die Kirche aus "einer Zeit vor der Magie" stammt. Das ist eine ziemlich fundamentale Info. Gab es Magie nicht immer in dieser Welt? Wurde sie entdeckt oder erfunden? Das hätte doch massive Auswirkungen auf die gesamte Gesellschaft und Geschichte. Das nur so en passant zu erwähnen, ohne es weiter zu erklären, wirft mehr Fragen auf als es beantwortet. Falls beabsichtigt ist es aber nicht schlecht. Ich wollte es nur erwähnen.

    Gleiches gilt für die anderen Königreiche. Gryndal hat sich für die Magier entschieden, Pistevar ist eine Theokratie. Aber wenn Asha tatsächlich ein göttliches oder magisches Wesen ist, würden diese Reiche nicht auch reagieren wollen? Momentan fühlt sich alles sehr lokal an, als würde nur Draemor sich damit beschäftigen. Vielleicht ist es noch zu früh, dass sich die Nachricht verbreitet hat, kann ich nicht wirklich beurteilen, aber das ist etwas das mir auch aufgefallen ist.

    Dramaturgisch finde ich es interessant, dass wir Asha selbst in diesem Kapitel gar nicht erleben. Ich schätze das ist eine bewusste Entscheidung. Wir sollen nur sehen, wie alle über sie diskutieren und spekulieren. Das funktioniert grundsätzlich, du musst aber darauf achten, dass nicht der Eindruck entsteht, dass alle über etwas reden, das vielleicht viel banaler ist als sie denken. Ein kleiner Einblick (vielleicht durch Magda oder Liora, oder eine ganz kurze Szene mit Asha) könnte die Spannung sogar erhöhen statt mindern, weil der Leser dann mehr weiss als die Diskutanten.

    Insgesamt: Die politische Komplexität und die verschiedenen Interessensgruppen funktionieren gut. Du musst nur noch ein wenig an der inneren Logik feilen. Timeline, Informationsfluss und Charakterreaktionen optimieren, damit alles maximal stimmig ineinander greifen kann.

    Als jemand der selbst viele Versuche mit KI gemacht hat, kann ich bestätigen, dass der Output sehr im Stile deiner Geschichte ist. Bindestriche, Kapitellänge, Inhalte vergessen, viele kurze Metaphern, sind alles Punkte die ich bestätigen kann. Kapitellänge lässt sich umgehen, je nach dem welches Modell man benutzt. Das mit dem geradlinigen Schreiben kam bei mir nie vor, lag aber vielleicht daran, wie ich geprompt habe. Ich will dir hier nichts vorwerfen, es kann auch dein Stil sein, aber diese Punkte sind einfach auffällig. Das war auch ehrlich gesagt der Grund, wieso ich die Geschichte bisher nicht kommentiert habe. Du sagst die Geschichte sei einfach alt, dann wäre es interessant, auch mal einen deiner neueren Texte zu sehen, dann kann man das gut vergleichen und du kannst damit auch den KI "Verdacht" entkräften.

    Ja, nur bin ich – auch, wenn dieser Thread bei Manchen eine andere Vorstellung erzeugen mag – kein bartzwirbelnder Ultrabösewicht, der sich nach dem Posten ein Glas Wein gönnt und etwas von wegen "Literatur, Liebe meines Lebens" vor sich hin murmelt, nachdem mein Beitrag offensichtlich von der Nutzerin, die ich zitiert habe, nicht so verstanden wurde, wie ich es beabsichtigt habe. Aus dem Grund bin ich dann noch einmal darauf eingegangen – in der Hoffnung, meine Intention als Reparationsakt in der Kommunikation besser zu erklären.

    Dieser Thread erzeugt diesen Eindruck – zumindest bei mir – keinesfalls. Deswegen habe ich es auch explizit auf den Comment im anderen Thread bezogen. Vielleicht wäre in dem Fall eine schlichte PN die bessere Lösung gewesen? Denn so, wie du es gemacht hast, drängt sich wieder eine Art Literatur-Muskel-Flex-Bild auf. Ich will dir damit auch nicht vorschreiben, wie du etwas kommentieren sollst oder an welcher Stelle das geschehen soll. Das ist nur der Eindruck, den ich persönlich davon habe.

    Ich finde durchaus, dass es unter ein paar sehr speziellen Prämissen, die ich nachher näher erläutern will, durchaus eine Skala gibt, an der sich Textkritik entlangbewegen und an der sie von "Meinungsstück" zu "handlungsorientiertes Feedback" rangieren kann. Diese Prämissen waren auch schon in meinem Erstbeitrag benannt, scheinen aber immer wieder unter den Tisch zu fallen :(

    Dann frage ich mich aber schon, wieso du daran scheiterst, das einfache "In diesem Thread gut / im anderen Thread eher nicht" nachzuvollziehen. Oder wie sonst soll man den letzten Satz im obigen Zitat deuten? Unsere Diskussion ist eben genau NICHT nur auf diesen Thread bezogen.

    Joa, das muss ich dann eben aushalten können :pardon: Mir ist es an dieser Stelle ehrlich gesagt auch nicht (mehr) wichtig, wie ich wahrgenommen werde. Ich bin ja nicht das erste Mal hier. Damals habe ich den Mund gehalten, mit den Schultern gezuckt, und den Modus der Feedbackgabe, den ich (unter – erneut – ganz bestimmten Prämissen) nicht optimal finde, schlicht zur Kenntnis genommen. Dieses Mal habe ich mich dazu entschieden, die ganze Sache einfach mal offen anzusprechen.

    Und diese Offenheit wird sicherlich von den passenden Usern geschätzt werden. Aber eben nicht von jedem. Diesbezüglich könnte man sich auch einmal Gedanken darüber machen, ob man sich – als Leser und Feedbackgeber – die richtige Geschichte vom passenden User ausgesucht hat. Ich lade dich gerne dazu ein, etwas zu meiner Geschichte zu schreiben, da ich einer derjenigen bin, die ihre Ambitionen klar mitgeteilt haben. Aber ich bin aktuell nur ein Hobbyautor, der zudem noch nicht lange schreibt. Dessen muss man sich bewusst sein. Es ist deshalb auch wahrscheinlich, dass du die Geschichte als "schwach" ansehen wirst, aber mir persönlich macht das nichts aus. Wenn das von jemandem kommt, der sich tief in der Materie auszukennen scheint, ist das umso besser. Ich sehe das dann eher als Ansporn in Richtung "Ich will ein besserer Autor werden".

    Ich beziehe mich explizit auf den Teil der Userschaft, der

    a) seit vielen Jahren schreibt,
    b) einen ernsthaften Veröffentlichungswunsch hat,
    UND
    c) Feedback geben will, das Manuskripte auf ein zum Veröffentlichen möglichst geeignetes Niveau anheben soll.

    Ok, dann fällt mein Geschreibsel wohl direkt wieder raus. :( Ich lösche diesen Teil des Comments trotzdem nicht, damit du eine möglichst authentische Sicht auf das hast, was mir in dem Moment durch den Kopf ging. Auch finde ich es nicht falsch, als unerfahrener Autor Ambitionen zu hegen. Alle Autoren haben als No-Names angefangen.

    Ich setze das mal in einen Spoiler, wegen der länge des Comments.

    Zunächst mal ein "Danke" für die äusserst detaillierte Erläuterung. Ich finde es durchaus interessant, diese Perspektive zu lesen. Aber auch mich "erschlägt" es eben teilweise. Beinahe so, dass ich mich nicht mehr als qualifiziert genug erachte, um konstruktiv darauf eingehen zu können.

    Entsprechend merkwürdig erscheint es mir, wenn dann (unter Prämissen a) bis c)) Rückmeldungen formuliert werden, die sich nicht mit der Makrostruktur des Textes befassen.

    Da fühle ich mich angesprochen. Und wenn ich ehrlich bin, habe ich mich dieses "Verbrechens" :) hier auch schon schuldig gemacht. Trotzdem habe ich auch schon viel Zuspruch für meine Rückmeldungen erhalten, ich sehe aber die negativen Anmerkungen auch als Chance dazu, bessere Kritik abzugeben. Ich bin aber – wie schon gesagt – kein Profi, und ich denke, dass ich auch nicht allein mit der Meinung bin, dass dieser Anspruch einfach einschüchternd wirken kann. Dabei schreibe ich nach wie vor Antworten hier in diesem Thread. Soll heissen, ich empfinde es aufgrund meines nicht professionellen Schreibens manchmal als anstrengend. Aber auch in dieser Hinsicht mit dem Gedanken, dass die meisten Ziele, die erstrebenswert sind, nunmal nicht leicht zu erreichen sind.

    Was ich sonst noch zu diesem Abschnitt sagen will, ist, dass mir da der Fokus ein wenig zu sehr auf "Veröffentlichung in einem Verlag" liegt. Heute gibt es auch viele Selfpublisher. Selbstverständlich ist auch bei denen der fachlich korrekte Weg zu maximaler Qualität eng verbunden mit den von dir aufgelisteten Prämissen. Aber ich fände es trotzdem falsch, alles zu 100 % darauf zu fokussieren. Manche gehen da einfach ihre eigenen Wege. Es kann z. B. auch ein Ziel sein, zu den besten (oder besseren) Selfpublish-Autoren zu gehören.

    Ich habe unter meinem alten Account öfter mal versucht, im entsprechenden Forenbereich ganz neutral theoretische Beiträge einfließen zu lassen. Der Effekt war ... überschaubar. In der Regel gab es Likes, aber sonst kaum bis keine Resonanz. Ich habe auch versucht, mit gutem Beispiel voranzugehen und Feedback in der Form zu verfassen, wie ich es (unter Prämissen a) bis c)) sinnvoll finde.

    Ich weiß allmählich auch nicht (mehr), wie man noch darauf zu sprechen kommen soll, dass konstruktives Feedback anders aussehen könnte, ohne den Elefanten im Raum denn auch mal zu benennen, sorry. Und mit "benennen" meine ich nicht "niedermähen" oder "beleidigen", sondern im Beispiel zu erläutern, aus welchen Gründen subjektive Werturteile ohne Quantifizierung am Text unter Prämissen a) bis c) sowie unter der Prämisse, dass der Autor ggf. keine grobe Markt- und Zielgruppeneinordnung, sondern einen Test des Textes auf Herz und Nieren haben will, nicht so konstruktiv sind, wie sie sein könnten, wenn man tatsächliche Textarbeit hinzunimmt.

    Ich kann mich nur wiederholen, die einfachste Möglichkeit ist wohl eine Vorselektion der Texte und Autoren, die man kommentieren möchte. Ich nehme jetzt mal Chaos und "Die Flammen von Narak" als Beispiel dafür. Er hat mir vorhin einen Comment zu meinen Rückmeldungen gegeben, wo ich leicht erkennen kann, dass ich öfters zu wenig über einige Ebenen der Geschichte nachgedacht habe. Mein Feedback ist teilweise unvollständig, aber ich fühle mich trotzdem geschätzt. Unter anderem auch, weil er das in einem freundlichen, nicht übermässig in Fachjargon verfallenden Ton geschrieben hat. Wenn ich das extrem betrachte, habe ich jetzt zwei Möglichkeiten:

    1. Ich sage mir "Mein Gott, der Typ ist ja völlig irre in seinen Ansprüchen". Als Folge dessen unterlasse ich es zukünftig, dort zu kommentieren und spare mir den Rest der Geschichte.

    2. Ich betrachte nicht nur diesen Eindruck (der, um das klarzustellen, überspitzt formuliert war), sondern schaue darauf, wie der Autor sich dazu geäussert hat. Ich nehme das als "konstruktiven Input" und versuche, das bei meinen zukünftigen Anmerkungen zu berücksichtigen, wobei ich aber nicht garantieren kann, immer auch alle Ansprüche erfüllen zu können.

    Davon entscheide ich mich für Option 2. Ich verstehe nicht ganz, wieso du diese (oder ähnliche) Erwägungen nicht einfach bei deiner Selektion von Geschichten/Autoren machen kannst. So könntest du dich voll austoben, ohne unnötig bei anderen anzuecken. Denn ich finde deine Kompetenz durchaus beeindruckend, und ich bin damit sicherlich nicht allein. Aber Leute wie eben besagter Chaos kommen einfach viel "zugänglicher" rüber. Wenn du verstehst, was ich meine. Und nochmals, das soll nicht heissen "Du bist scheisse, mache alles wie User XY, sonst bleibt das so". Also bitte nicht falsch verstehen. Ich hatte ja auch vorgeschlagen, diesen Thread zu eröffnen. Hier kannst du wüten und toben, wie du willst (literarisch gesehen), und niemand kann dir (zumindest nicht, solange du so anständig bleibst wie bis anhin) blöd kommen. Weil das der Sinn dieses Threads ist.


    Zurück zu meinem eigentlichen Beitrag: Ich hoffe, dass deutlich(er) geworden ist, dass ich eben keine Hobbyschreiberlinge oder Neulinge anspreche. Dass die vielleicht (noch) gar keine Ahnung haben, wie nuanciert man sich mit Texten befassen kann, versteht sich hoffentlich von selbst.

    Vielleicht ist die ganze Sache für sich genommen aber auch eine Zielgruppenfrage. Vielleicht bin ich hier im Forum ganz allgemein falsch. Vielleicht bin ich in den englischsprachigen Schreibcommunities, in denen ich sonst so unterwegs bin und in denen die Dinge anders (lies: mehr ans Schreibhandwerk orientiert) laufen, einfach besser aufgehoben :hmm:

    Das kannst nur du beantworten. Aber ich fände es schade, wenn du wieder gehen würdest. Ich würde es bevorzugen, wenn du einfach deine literarische Linse neu fokussierst und dort deine Gedanken hinterlässt, wo es für beide Seiten am meisten Sinn ergibt.