Beiträge von Robert

    Erst mal vielen lieben Dank fürs lesen und die Zeit, die sich genommen wurde.


    Ich geh mal ein einige Punkte durch, wie ich mir das Gedacht habe. Sind auch gute Ratschläge dabei.


    War der Kiefer nicht schon halb zerstört? Da sollte man keine Reden meht schwingen

    - Absolut guter Punkt. Ich hab es einfach übersehen. Würde ich als gedanklichen Satz lösen, oder der Protagonist darf seinen Kiefer behalten.

    Verstehe ich immer noch nicht :)

    - Feuchtes Eisen flutete seinen Rachen. Find ich spannend, ich muss da vielleicht einen verständlicheren Weg finden. "Er schmeckte warmes Blut" zb. Ich denk mir halt bei so etwas sehr oft - dann kann es auch die AI schreiben. Versteh aber auch das Problem der Verständlichkeit.


    Immer noch im ersten Paragraphen. Die ersten beiden Sätze scheinen eine Rückblende zu sein, dann gelangen wir wieder die Gegenwart. Was mit der "Litanei der Verhüllten" gemeint ist, verstehe ich nicht und dann stürzt unser Protagonist offenbar.

    Das Geschehen wird dann wieder von einem Gedicht unterbrochen und es geht weiter

    - Ja habe auch den Fehler im Satz jetzt erst gefunden. "Denn, um zu entkommen, nutzte er den winzigen Augenblick, als sich die Kreatur auf seinen Waffenbruder stürzte." So einfach. :)

    Ich sehe, daß auch meine Vorposter etwas Schwierigkeiten haben, der Handlung genau zu folgen. Vielleicht die bildhafte Sprache noch etwas zurückschrauben

    - Siehe unten bei Sensenbach. Die Antwort überschneidet sich.

    schwerelos steht eigentlich im Gegensatz zu der ganzen Beschreibung zuvor, wie verletzt und schwerfällig er ist

    Da wäre das Wort "losgelöst" sicher passender. Schwerelos zu verharren - so könnte man den Kick bei diversen Substanzen beschreiben. Hab ich von einem Freund gehört.

    Das mit dem Ast ist als Metapher gemeint : Er greift zum letzten Mittel - quasi dem letzten Strohhalm, verfehlt diesen doch und so stürzt er in den Abgrund. Aber wenn es bremst - was es tut - schmeiß ich es raus.

    - Das Prinzip der Handlung ist, das diese Kreatur (aus Gründen), dem Protagonisten eine Psychose verpasst. Der Protagonist, hat den Kampfplatz nie verlassen.

    Verdeutlichen wollte ich dies mit den Sätzen wie:

    - Die Flamme bedeutet Stärke, doch auch ihre Macht unterlag klaren Grenzen und sein Verfall zeigte ihm die seinen auf. Wie konnte er überhaupt entrinnen? Das Ding war groß, schwer, voller Bosheit und Niedertracht. Wollte es ihn entwischen lassen? Genoss es die Jagd? Das dürfte eigentlich nicht möglich sein.

    - War er nicht mehr als ein weiteres totes Blatt auf der rutschigen Erde?

    - Zu seinem Verdruss schienen sie vor seinem verlorenen Arm zurückzuschrecken, geradezu angewidert wandten sie sich vor dem blutigen Stummel ab, wie sie auch tintenartige Rinnsale aus ihren Augen vergossen. Die Tränen ätzten Furchen in den einst makellosen Stein und erschwerend lag die Frage auf seinem Gemüt, weshalb er solch eine Missachtung verdiente?

    Der Protagonist ist so sehr verletzt, dass man sich genau diese Frage stellen soll, daher wird die gesamte Sequenz Schritt für Schritt abstrakter.

    Später verfolgt ihn eine Statue, deren Tränen ätzend wirkend. Sein Kamerad erscheint ohne Kopf. Er ist plötzlich im Burghof und die Kreatur erscheint. Er merkt es ja selbst an, nur noch ein wandelnder Kadaver zu sein.

    - Ein Gackern riss ihn aus seiner Ohnmacht. Er wirbelte herum und stellte erschrocken fest, dass die Kreatur ihm gefolgt war. Es saß am Eingang zur Halle und stellte voller Neugier das Blütenmaul quer.
    Sein Bein schmerzte und er ging in die Knie. Sein Rückgrat brach und es schnitt ihm die Luft ab. Sein Körper zog sich zusammen und wälzte sich krampfend auf dem Boden.
    Das Gackern wurde anfangs ferner, ehe es sprunghaft über ihn ausrief.
    Erneut fand er sich auf dem Waldboden wieder

    Gerade der letzte Satz, dass seh ich ein, könnte es präzisieren: Er war wieder am Platz des Überfalls. Die Kreatur war über ihm gebeugt und drückte ihn in den Morast.


    Was soll der Prolog sagen? Ich würde im laufe des Tages noch ein weiteres Kapitel einfügen, damit der Unterschied zu einer normalen Sequenz verdeutlich wird.

    Ich wollte die übergegreifende Bedrohung etablieren, Psychosen, Glauben (der physisch wirkt), Kameradschaft, Bestien und Worldbuilding.


    Vielen Dank. :)

    Okay vielen Lieben dank für die Einschätzung.

    Ja diese Kritik höre ich öffters, auch in Pen and Papers und Co.

    Dann hätte ich noch eine zweite Variante, die denke/hoffe ich, eure Kritikpunkte aufgreift. Ist auch gut 800 Wörter kürzer. Würde mich freuen wenn sich noch einmal die Zeit genommen wird.

    Die Offenbarung

    Prolog

    Er hastete durchs Dickicht. Feuchtes Eisen flutete seinen Rachen, während der Wald selbst ihn an seiner Flucht zu hindern versuchte. Der Regen klang ungewöhnlich verfälscht, schier verzerrt von dem Laubwerk, dröhnte dieser wie ein Trommelfeuer in seinem Schädel. Stetig wechselten sich die Bilder des angreifenden Ungetüms, mit dem stechenden Schmerz gebrochener Rippen.
    Die Bilder waren schlimmer. Denn um zu entkommen, nutzte er den winzigen Augenblick, in dem sich sein Waffenbruder auf die Kreatur stürzte, um zu fliehen. Noch immer hallte das keifende Gackern zwischen den Bäumen des Pasviks. Selbst eine Litanei der Verhüllten vermochte es nicht, dieses beschämende Gefühl zu verdrängen. Letztlich griff er bei seinem tiefen Sturz einfach nur nach einem rettenden Ast.


    »Mein Gelübde ist mein Schleier.
    Mein Schleier ist meine Kraft.
    Meine Kraft Geschenk der Ahnen.
    Meine Ahnen gebieten meine Pflicht.
    Meine Pflicht dient der Flamme.
    Meine Flamme vertreibt die Nacht.«


    Den Ast verfehlt, hielt ihn sein Körper an Ort und Stelle. Dabei schien es geradezu höhnisch, dass Wolken von Raureif aufstießen und sein Bein unter der Last zitterte. Vehement schlug er auf die taube, verklebte Stelle ein, riss die Schiene von den Riemen und nahm seiner Rüstung somit die letzte Würde. Das gläserne Kettenhemd wurde von dem Angriff zerschnitten, die Wucht presste ihre Glieder in sein Fleisch.
    Die Flamme bedeutet Stärke, doch auch ihre Macht unterlag klaren Grenzen und sein Verfall zeigte ihm die seinen auf. Wie konnte er überhaupt entrinnen? Das Ding war groß, schwer, voller Bosheit und Niedertracht. Wollte es ihn entwischen lassen? Genoss es die Jagd? Das dürfte eigentlich nicht möglich sein.
    Bemüht versuchte er, die Gedanken zu verdrängen.
    Er musste glauben, er musste den Glauben an die Flamme wahren, musste dem Vater seinen Wert beweisen. Feigheit würde geächtet, womit Gnade verwehrt und das Leben verwirkt wäre. Seine Furcht verurteilte ihn, die Abwesenheit des Vaters würde ihn verdammen.
    Mehr eines Trunkenbolds gleich, mühte er sich zähnefletschend voran. Die gelobte Klinge legte mahnend ihren kalten Stahl auf seine Schultern. Er schlug sich durch das Verhau der Bäume, als ihm ein Schmunzeln über die Lippen geriet, da ihm letztlich ein entzweigerissener Spalt zur Rettung eilte. Es schien, als würde das Wurzelwerk selbst seine Rettung begünstigen. Er würgte die Brocken aus roter Galle herunter und eilte zur Zuflucht, während das gefrorene Laub ihn taumeln ließ. War er nicht mehr als ein weiteres totes Blatt auf der rutschigen Erde?
    Ein Donnerhall schreckte ihn auf, gefolgt von, aus den Wurzeln gestemmte Bäumen, brechendem Stein und jaulendes Gackern. Seine Flamme allerdings schlug eine winzige Lohe Antwort.
    Er spürte seinen Vater, er konnte die helfende Hand fühlen, die sich seiner bemächtigte, um dem Totengräber der Menschheit die Stirn zu bieten. Das letzte Aufbäumen der schlafenden Flamme.
    Er wandte sich dem verzerrten Geschöpf zu, das sich wie Gewürm aus einer Wunde zwischen die Bäume presste. Es war schwer, so schwer zu erfassen, eine Sinnestäuschung, denn so etwas durfte eigentlich nicht existieren.
    Mehr und mehr Kerzen entzündete, und langsamen Schrittes zog er sich mit Bedacht zum rettenden Spalt zurück.
    Sein Kopf schmerzte, als das gewaltige blütengleiche Maul, verzerrt zusammengesetzt aus unterschiedlichem Getier ihn ansah. Die Bilder seiner Flucht griffen nach ihm. Der zerfetzte Leib seines Kameraden beschämte ihn.
    Nein. Der Vater ist bei mir. Wir Verhüllten fliehen nicht!
    Das Ding presste sich vollends zwischen dem Gestrüpp hindurch, präsentierte von einer finsteren Woge begleitet den massiven Leib. Sehnen trieben aus dem Körper, die als miasmatisches verfilztes Haarkleid als verstorbenes Gewebe nachzogen.
    Wieder gackerte es. Wieder lachte es.
    Du verhöhnst mich nicht, du Mistvieh!
    Auch wenn ihm der Anblick Übelkeit bereitete, seine Chance schwinden gering war, würde er nicht kampflos aufgeben, nicht dieses Mal.
    Allmählich erreichte er den Spalt, das Getier folgte ihm auf dem Schritt. Ihm blieb nicht viel Platz zwischen dem Fels, jedoch genug um den Nachteil in einen Vorteil zu verwandeln. Er zog sein Schwert, und dank des Vaters schlug er es als Anker tief in den Fels hinein, er würde es ohnehin nicht mehr brauchen. Die andere Hand zog die obsidianische gläserne Klinge hervor und reckte sie der Kreatur entgegen. Seine Augen verfärbten sich. Ein blutroter Schwall verschlang Pupille samt Iris, wie auch die Flamme seinen Körper weihte und Kraft spendete.

    »Bei Fandril, du wirst brennen! Komm her! Na los, komm her!«

    Sein Schmerz verging, seine Muskeln spannten und straften sich, sodass die schwarze Klinge schwellend erwachte, gleich einem Tropfen Blutes im klaren Gewässer.
    Das Blütenmaul der Kreatur zuckte begierig, die unterschiedlichen Kiefer fletschten ihr übriges Gebiss. Gackernd bäumte es sich auf. Schlamm und Erde stießen unter den mächtigen Läufern auf, als es auf den Spalt zustürmte. Die Kreatur setzte zum Sprung an und noch bevor es den Spalt zerschmetterte, entsprang ein Funke aus der geheiligten Waffe. Lächelnd nahm der Verhüllte das tosende Urteil des Vaters entgegen. Es riss ihn von den Füßen und seine Wahrnehmung verging in den heiligen Flammen.
    Wie viel Zeit verging, konnte er nicht sagen. Langsam öffneten sich seine Lider und er fand sich auf dem nassen Boden inmitten des zerrütteten Spalts wieder. Ein monotones Pfeifen penetrierte seinen Schädel, trüb war seine Sicht als er die aufgerissene Kluft betrachtete, wie auch die glühenden Partikel des zerstörten Schwertes. Sein Gegner war fort.
    Nur mit Mühe drehte er sich auf den Rücken, roch Ruß und spürte den fallenden Eisregen auf sich niederprasseln.
    Allmählich lichtete sich seine Welt, worauf er es riskierte aufzustehen, was ihm nur mühsam gelang, zumal sich seine Verletzungen nun lauthals bemerkbar machten. Die Hand samt Unterarm war fortgerissen, sein Gesicht wie Teile seines Körpers schändlichst verbrannt.
    Das war wohl der Preis für seinen Sieg, das war es, was geschieht sollte man das Ehjalir so rücksichtslos verwenden. Ein gerechter Preis, wie er fand.
    Schwer atmend stemmte er sich auf, drehte dem Schauplatz den Rücken zu und kroch auf die andere Seite der Kluft wieder hinaus. Wie in Trance schleppte er sich voran. Es schien ihm, als würde er sich von außen betrachten, darüber zweifelnd wie er überhaupt noch laufen, geschweige stehen könne.

    »Ich muss nur ... aus dem Wald raus, ich muss ... zum Bernstein.«

    Er konnte es kaum fassen, wie nah der Vater ihm sei, dass er seinen Kadaver noch über so eine lange Zeit schleppte. Doch nun stand er hier, vor sich der sich lichtende Pasvik, die Geöffnete rode Fläche vor dem Tafelberg der Feste. Der Regen schreckte die Seelandschaft auf, pellte gegen die niedergefallenen Bruchstücke der spröden Mauer, welche die Landschaft säumten.
    Du hast mich wirklich nicht vergessen. Ich danke dir, Vater!
    Eine warme Umarmung führte ihn weiter voran, dabei verlor er sich im trägen Dunst des aufsteigenden Berges, dessen Feste sich schüchtern im Nebel verborgen hielt. Als er die Überreste eines gesäumten Pfades erreichten, folgte er den steinernen Abbildern der Amacuras, deren weibliche Figur den verlorenen Krieger mit offenen Händen willkommen hießen.
    Diese Frauen symbolisierten Halt und Stärke, und ihre Schönheit bannte ihn. Zu seinem Verdruss schienen sie vor seinem verlorenen Arm zurückzuschrecken, geradezu angewidert wandten sie sich vor dem blutigen Stummel ab, wie sie auch tintenartige Rinnsale aus ihren Augen vergossen. Die Tränen ätzten Furchen in den einst makellosen Stein und erschwerend lag die Frage auf seinem Gemüt, weshalb er solch eine Missachtung verdiente?
    Er hatte doch Mut gezeigt, er hatte die Kreatur vertrieben, wenn nicht sogar getötet, also ... weshalb?
    Sein Kopf dröhnte, stetig selbige Stelle wurde mit einem Druck beharkt, gleich eines festgezogenen Korsetts.
    Die Frau zurückgelassen, kehrte er auf den Pfad zurück, stand nach wenigen Schritten vor der schwindelerregenden Höhe des Berges, dessen Eingang einem Abgrund glich. Die Amacura war ihm gefolgt, bot ihm einen Platz zum rasten und zerrüttete durch die Tränen ihr einst makelloses Antlitz zur Unkenntlichkeit.

    »Was willst du denn noch von mir?«

    Als er sich umsah, erkannte er seinen Kameraden. Kopflos und mit verschränkten Armen, war dieser an einer weiteren Statue angelehnt, der einstige gelbe Stoff seiner Kluft in Rot getränkt.
    Seine Stimme lag geschlagen am Boden. »Tut mir leid Artis. Hätt dich gern gerettet.« Ein weiterer Schlag zementierte seinen Schädel und etwas griff in seinen Kopf. Für einen Moment fühlte er eine Regung seines Gehirns, ihm war, als würde dessen Gewebe selbst die Zähne fletschen. Er wurde panisch, fand sich jedoch augenblicklich im Hof der Feste wieder.
    Er sah sein Ziel, er spürte die Flamme zu seiner Rechten, er spürte sie im Innern des zerschlissenen bracken Rathauses. Eilig nahm er die paar Stufen, kehrte durch die offene Doppeltür ein und ignorierte auf seinem Weg alle Nebenräume. Mit schweren Schritten erreichte er die überschaubare vereinsamte Halle.
    Seine Augen schlossen sich, sein Körper fiel ebenso wie sein Mut in sich zusammen, zerrüttet vom Anblick eines leeren Sockels, denn die Flamme ließ ihn alleine zurück.
    In der Hoffnung einer Einbildung zu unterliegen, schüttelte er den Kopf, doch es war zwecklos. Einzig sein Schluchzen hallte durch die Halle, doch es blieb nicht gänzlich ungehört.
    Ein Gackern riss ihn aus seiner Ohnmacht. Er wirbelte herum und stellte erschrocken fest, dass die Kreatur ihm gefolgt war. Es saß am Eingang zur Halle und stellte voller Neugier das Blütenmaul quer.
    Sein Bein schmerzte und er ging in die Knie. Sein Rückgrat brach und es schnitt ihm die Luft ab. Sein Körper zog sich zusammen und wälzte sich krampfend auf dem Boden.
    Das Gackern wurde anfangs ferner, ehe es sprunghaft über ihn ausrief.
    Erneut fand er sich auf dem Waldboden wieder. Eine Pranke des Ungetüms drückte ihn wie ein überflüssiges Spielzeug zu Boden, zerquetschte seinen Arm, wie auch ein Hinterläufer eines seiner Beine zertrümmerte. Sein Aufschrei erstickte im eigenen Blut.
    Flehen, Drohungen und Gnadengesuche verblieben ungesagt als panische Gedanken.
    Der Schlund aus klingengleichen unrhythmischen Pfeilern weitete sich wie erblühendes Gewächs, dabei schnitten sich die Pfeiler rücksichtslos ins eigene Fleisch. Blut und Galle trieften der Kreatur aus dem Schlund und den selbst zugefügten Wunden. Der klaffende Kiefer überspannte sich, zerrte und brach den eigenen Kiefer in einem kakofonischen Laut.
    Er wollte den freien Arm heben, bemerkte, dass dieser wieder voll genesen war. Seine letzte Möglichkeit witternd ergriff er abermals die schwarze Waffe an seinem Gürtel. Das Biest ahnte dies und nagelte mit einigen der dicklichen Sehnen den Arm am Boden fest.
    Sein Verstand raste und verlor jede Fassung.
    Warum?Warum?Warum?
    Du weißt, warum.
    Sein Kopf wirbelte hin und her, worauf er den kopflosen Leichnam seines Kameraden in den Morast des Waldbodens gepresst erkannte.
    Ich war doch in Sicherheit! Ich war beim Splitter!
    Sein Blick richtete sich gen Dunkelheit, als das Biest seinen Magen eindrückte. Starre fesselte ihn, als die Blüte seine Welt begrub. In seinem Ohr knackte es. Der Faden der Vernunft entglitt. Zähne brachen unter dem Druck, wie auch Flüssigkeit sich durch seine Nasenflügel drückte. Seine Augen platzten, sein Hirn zerbarst und die schlafende Flamme ließ ihn enttäuscht und alleine in der Dunkelheit zurück.


    MFG und freue mich auf Rückmeldung :)

    Guten Tag die Damen und Herren. Da ich unentwegt daran arbeite, wollte ich mal einen überarbeiteten Entwurf des Prologs präsentieren.

    Der Erste war hier schon vor knapp einem Jahr zu finden und somit wollte ich mir Kritik abholen und auch ein Lebenszeichen hinterlassen.


    Über Anregung würde ich mich freuen. Viel Spaß beim Lesen. 10 - 15 Minuten Lesedauer.


    Die Offenbarung


    Prolog


    Seine Wahrnehmung trübte. Warmes feuchtes Eisen flutete seinen Rachen. Instinkt und Training mühten sich am wirrenden Wurzelwerk des Waldes ab, das mit seinen knorrigen Fingern geradezu verzweifelt, ja schier nach Hilfe flehend, seine Beine zu ergreifen versuchte. Ein Trommelfeuer aus prasselndem Regen, chaotisch durch Blätterdächer verzehrt dröhnte in seinem Schädel, wie auch tosendes Wassergefälle gegen sein Trommelfell brandete.
    Wüst schnitten gebrochene Rippen in seine Innereien, erzwangen so das erneute Erbrechen von Blut. Klarheit rang mit den aufkommenden Bildern des Ungetüms, gleich spitzer Krallen haschten und verhakten sie sich in seinem Verstand.
    Noch vor wenigen Minuten lag er schmerzverzerrt zu Boden. Niedergerungen durch das anspringende Miasma, worauf manche seiner Knochen augenblicklich barsten. Es wütete unter ihnen. Jedoch gelang ihm die Flucht, nachdem sich es sich keifend und gackernd auf seinen Bruder stürzte. Ein beschämendes Gefühl, dem selbst das Einstimmen einer Litanei der Verhüllten nur wenig Einhalt gebot, letztlich griff er einfach nach dem rettenden Ast einer tiefen Schlucht.

    »Mein Gelübde ist mein Schleier.
    Mein Schleier ist meine Kraft.
    Meine Kraft Geschenk der Ahnen.
    Meine Ahnen gebieten meine Pflicht.
    Meine Pflicht dient der Flamme.
    Meine Flamme vertreibt die Nacht.«

    Sein Bein zitterte und zwang ihn zum Anhalten. Geradezu höhnend stießen Wolken von Raureif auf, während er mit geballter Faust auf die verklebte und taube Stelle hämmerte. Er riss die Beinschützer aus den Riemen und nahm der Ruine einer Rüstung somit die letzte Würde. Das gläserne Kettenhemd, einst prächtig schimmernd, wurde durch den Aufschlag ins Fleisch gedrückt und aus den Gliedern gerissen. Sein einst funkelnder Mantel, von Sicheln zerschnitten und Gallensäure durchsiebt, ein Sinnbild der Geißelung.
    Die Flamme bedeutete Stärke, doch auch ihre Macht unterlag klaren Grenzen. Spätestens sein herausquollender Darm würde diese vom Vater gespendete Macht auf eine harte Probe stellen.
    Wie konnte er überhaupt entrinnen? Weil er das Schicksal als solches verachtet? Seiner Einschätzung nach, hatte es keinen Bestand – eine Ansicht, für die ihn sein einstiger Freund stets zu tadeln wusste.
    Nein. Ich muss glauben. Nach der Flamme greifen!
    Das Ertasten der Glut und ihrer Entfachung zu einem Feuer wetteiferten gegen einen zweifelnden Willen. Hatte er überhaupt Absolution verdient? Hatte er sie verdient, als Feigling?
    Der Dienst und die Pflicht waren ihre einzige Doktrin. Feigheit würde geächtet, Gnade verweigert. Die Wahl der Flamme bestimmte schließlich das Leben seiner dunklen Brüder, ebenso nahm sie es bei Verfehlungen dieser Doktrin. Seine Furcht verurteilte ihn, die Abwesenheit des Vaters verdammte ihn.
    Die Erschöpfung schlug mit ihrer Klinge und legte mahnend den kalten Stahl auf ermüdete Schultern. Sein Verrat schmähte ihn. Er war ihm nicht mehr würdig. Er war der Macht der Flamme nicht mehr würdig.
    Unter dem bebenden Rest seines Kiefers zwang er sich voranzuschreiten, ein Trunkenbold, gelegentlich stürzend, keuchte er zähnefletschend, gleichwohl sich das Korsett um seine Innereien enger zog.
    Er wusste den verwunschenen Wald für sich zu nutzen, hoffte das etwaige Umwege und Abbiegungen vermochten es zu verwirren, wenn auch nur um Sekunden. Nach einem weiteren der hochgewachsenen Bäume, die wie ein Verhau wuchsen, bot sich ihm ein aufsteigender von Wurzelwerk entzweigerissener Kamm. Das gerade der Pasvik seine Feigheit zu schätzen schien, gewann ihm ein brüchiges ungläubiges Schmunzeln ab.
    Laub, rutschig wie Eis bedeckte die Fläche des zerfurchten Bodens. Behutsam stützte er sich an der Gesteinswand, wägte jeden Schritt sorgsam, scheiterte jedoch, da ein aufkommender Hustenanfall seine Kehle sprengte und ihn niederrang. Sein Rachen brannte, spie rote Flocken, ebenso wie blutender Rinnsal aus seiner Augenfalte floss. Der Lebenssaft zischte wie gelöschter Docht, nachdem es auf seinen halb zerstörten Kiefer traf.
    Einige Brocken würgte er herunter und wenigstens gelang es ihm, sich aus der Beugung zu erheben. Dennoch verharrte er schwerelos an Ort und Stelle, ein weiteres totes Blatt auf einer verwesenden Erde.
    Ein Donnern peitschte ihn auf. Klagende Stämme, brechender Stein und zerdrücktes Geflecht ertönten in einer Symphonie nahenden Unterganges. Als er über die Schulter sah, quellte ein schwaches Flämmchen des Vaters in ihm auf.
    Dieser reichte ihm die Hand, um gemeinsam dieser Gefahr, diesen Totengräber der Menschheit entgegenzutreten. Ein Tropfen Mut fiel in das Gefäß seines Geistes, entfachte die Letzte verbleibende Kerze in der sonst verlassenen Halle.
    Sich unsicher des verzerrten Geschöpfes, dass sich gleich einer Made durch die Bäume presste, kniff er die Augen zusammen.
    Weitere Kerzen zündeten und dankbar griff er nach der rettenden Wärme.
    Flammen durchströmten seinen Körper, und kräftige Hände halfen ihm, sich aufzustemmen.
    Schritt um Schritt bahnte sich sein Weg rückwärts Richtung des Spalts, stets mit voller Aufmerksamkeit auf die Kreatur gerichtet.
    Hijakin fliehen nicht! Hallte es eine fremde Stimme in seinen Kopf.
    Er hielt inne. Das Bild seines Freundes gewann wieder an Einfluss, denn ihm wurde nicht einmal die Möglichkeit gegeben, sich zu verteidigen. Es passierte alles so schnell. Der Hieb einer scharfkantigen Peitsche – verwachsene von Sehnen geführte Knochen, die dem Vierläufer aus dem Körper platzten. Seinen Freund überließ er dem Verlangen der Kreatur nach Fleisch.
    Doch jetzt, holte ihn diese verachtende Tat ein. Es war genau vor ihm, spähte zwischen zwei beiseite gestemmten Weiden hindurch, während eine gar finstere Woge den Weg bereitete. Es gackerte, worauf sich die Woge beinahe präsentierend lichtete.
    Warum lachst du?! Was ist so verdammt witzig?!
    Der erste Vorderlauf trat vor, drückte förmlich den Boden unter seiner schieren Masse ein. Das Maul spreizte sich schüchtern, zuckend regten sich die verzerrten Oberkiefer aus verschiedensten Tieren, vereint als eine gemeinsame wahnwitzige Blüte. Vergilbte offengelegte Muskelstränge zuckten, wie auch Venen disharmonisch fauchten und Knochen bei jeder Regung schreiten. Es war eine von Leid und Hass diktierte Kakofonie, unter der sich etliche Augenpaare stritten, uneins darüber, wer den letzten Schlag vollführen, jedoch gebunden an der Vorfreude nahender Beute.
    Es verhöhnte ihn und er versuchte dieses Quäntchen Wut aufzugreifen, um es keimen zu lassen. Auch wenn seine Chancen schwindend gering waren, der Anblick ihn Übelkeit bereitete, so würde er nicht kampflos zugrunde gehen. Dies war es schließlich, was er einst lernte. Dies war es, was seine Pflicht doch verlangte und dies war es, was er verriet. Seine Flamme schlug abermals aus.
    Blutspuckend bedrohte er das Ungetüm, dabei ließ sein Hass auf diese Abscheulichkeit, der Hass gegenüber seiner Fahnenflucht, das Beben seiner Stimme versiegen.

    »Du Mistvieh hast dich mit dem Falschen angelegt! Du wirst verbrennen und für deine Tat büßen! Ich werde dich ins Inferno jagen du Stück Scheiße!«

    Er zog seine graue Waffe, eine Klinge mit tiefer Hohlkehle, verdrehter Parierstange und mit Leder umwickelten Griff. Er streckte dem Vieh die Spitze entgegen und zog sich zwischen der Felsspalte zurück.
    Das Ding folgte ihn fragend auf langsamen Tritt. Dank des Vaters vermochte er es die Klinge tief ins Gestein zu schlagen und nutzte den verhakenden zerstörten Stahl als Stütze. Er würde es ohnehin nicht mehr brauchen. Die andere Hand entließ seinen schwellenden Bauch, zog stattdessen das Ehjalin – das gläserne Schwert hervor.
    Die Glaskörper seiner Augen färbten sich. Ein blutroter See verschlang Iris und Pupille, wie auch die zerrende Flamme seinen Körper weihte.

    »Beim Vater! Du wirst brennen! Wenn es das Letzte ist, was ich tue!«

    Der Schmerz verblasste. Sein Fleisch loderte auf. Muskeln verengten und straften sich, sodass die schwarze Klinge schwellend erwachte, gleich eines Tropfen Blutes in klaren Gewässern.
    Die Augenpaare der Kreatur legten ihren Zwist beiseite, fixierten ihre Beute und abermals litt das Monster unter dem Anspannen seines eigenen Muskelgewebes. Blutschäumend, gackernd und erregt bäumte es sich auf, ehe es auf den Spalt zustürmte.
    Schlamm und Erde stießen unter den mächtigen Läufern auf, ehe ein Sprung mit knackendem Skelett über ihn hereinbrach.
    Ein Funke entsprang der obsidianischen Waffe, entlud sich in einer gleißenden Explosion, die Fleisch verbrannte und Knochen sprengte. Lächelnd nahm der Hijakin das tosende Urteil des Vaters entgegen, als es ihn von den Füßen riss und seine Sinne in heiligen Flammen vergingen.
    Er lag mit dem Gesicht auf nassen Boden, die Ohren taub, einzig ein monotones Pfeifen penetrierte seinen gebrochenen Schädel. Sein Keuchen klang verhohlen, panisch wie auch verloren, aber er lebte noch. Mit aller Mühe drehte er sich um, vernahm trübe versengte Partikel, die zwischen Ruß und dem fallenden Eisregen tanzten, wie auch den aufgesprengten Spalt, dem es nunmehr nicht als solchen zu bezeichnen gilt. Unter lauten Wehklagen stemmte er sich auf, suchte fieberhaft nach seinem Gegner, worauf Fassungslosigkeit sich auf einem fragilen Grinsen spiegelte. Er war tatsächlich alleine. Einzig verbrannte Erde und glühender Stein erinnerten an die Kreatur.
    Allmählich lichtete sich seine Welt. Fallender Regen ließ sich wieder von donnerndem Wasserfall und pfeifenden Wind unterscheiden. Für eine Zeit verweilte er schier regungslos.
    Wie das Adrenalin sich abbaute, brach auch er zusammen, das Ausmaß seiner Tat machte sich nun lauthals bemerkbar. Reflexartig griff er sich an den Bauch, um das Austreten weiterer Organe zu verhindern. Seine rechte Flanke war vollends verbrannt, Hand samt Elle vom Körper gerissen – ein Preis, den wohl die Flamme als Tausch für sein Versagen verlangte. Er atmete schwer, erhob sich und drehte sich ohne klaren Gedanken um, gefangen in Trance schleppte er sich von dannen.
    Ihm war nicht klar, ob er laut sprach oder leise dachte. Seine Welt verwob alle übrigen Sinnen zu einem gebrechlichen Verlangen. Es schien für ihn, als könne er sich von außen betrachten, um final Zeuge des eigenen Falls zu werden.

    »Ich muss ... nur aus dem Wald raus. Ich muss zum Bernstein.«

    Sein Gang strafte weiterhin mit gebieterischer Wucht. Der zerfetzte Leib, das hervorquollen des Blutes, die gebrochenen Knochen, sie alle sprachen selbiges Wort. Ob Minuten oder Stunden vergingen, wer konnte das schon genau sagen?
    Wie konnte er noch laufen? Er dachte nie, dass der Vater ihm so nah sei, dass der Tod selbst es nicht wagte, ihn zu holen. Doch nun stand er hier. Ein zerrissener, wandelnder Kadaver.

    Ein Fuß ... Ein Fuß ... den anderen ... Ein Fuß ... den anderen.

    Schließlich lichtete sich auch der Pasvik, eröffnete so eine gerodete Fläche, die übersät mit herabgefallenen Bruchstücken der alten Bergfeste war. Das spröde Mauerwerk versteckte sich auf einem Tafelberg, verborgen von Dunst und Nebel. Vom Regen aufgeschreckte Pfützen, malten eine Landschaft kleiner Seen, während Mulden aus Schlamm das nahende Wurzelwerk im grauen Morast versenkten.

    Du hast mich wirklich nicht vergessen? Danke ... »Danke, Vater!«

    Eine geliebte Umarmung wärmte seine Haut, worauf ein führendes Licht ihm Geborgenheit versprach. Er verlor sich im altersschwachen Dunst, fühlte das eingebettete Fragment hinter den Mauern der Feste. Dem Ruf folgend, hinkte er von einem moosbewachsenen Bruchstück zum nächsten. Die Überreste eines zurückgelassenen Pfades erleichterten seinen Weg, wie auch die steinernen Abbilder der wunderschönen possierlichen Amacuras ihn leiteten. Dieses Mal widerstanden sie dem Griff der Zeit, wehrten sich gegen die Verwilderung des Pasvik, so symbolisierten diese Frauen, Stärke durch Halt und ihre Schönheit bannte ihn. Er reckte die übrige Hand nach ihnen, jedoch strafte die Amacura mit Missachtung und er schreckte unbeholfen zurück. Die Frau ergoss tintenartige Rinnsale, die ihre Augenfalten hinunter über die Kanten des gemeißelten Gesichts, tiefe Furchen erzeugten. Der Anblick zementierte einen hämmernden Nagel in seinem Schädel, präzise beharkte er selbige punktuelle Stelle. Der Versuch, klare Gedanken zu formen, vergalt der Nagel grollend und ihm drohte der Schwindel zu übermannen. Sein Blick wandte sich von der Frau ab und er versuchte sich auf den porösen Weg zu besinnen.
    Warum bist du alleine?
    Die Erinnerung an einen Eid durchfuhr ihn. Einst gab er jemanden ein Versprechen. Doch was war es? Es war wichtig. Wichtiger als alles andere. Es ging um eine Frau, doch wer war sie?
    Zwei – drei Schritte, die Felswand vor ihm war lächerlich hoch und der schmale Durchgang zum Aufzug, verschlungen von einem bodenlosen Loch. Seine Kraft genügte nicht, so torkelte er zur nächstbesten Statue und ließ sich erschöpft an ihr nieder. Langsam hob er sein Haupt, blickte über die Schulter und fühlte sich verschmäht, da diese Amacura ihm ebenfalls ein tränendes Antlitz zuwandte.
    Ihr Frust war doch fehl am Platz? Er hatte überlebt und es vertrieben, wenn nicht sogar getötet. Er hatte doch Mut bewiesen? Die Flamme war bei ihm, das spürte er.

    Was wollt ihr denn noch von mir? WasWollenSieVonDir?

    Inzwischen waren seine Beine wie toter Fisch gestreckt, während roter Brei seinen Schoß wärmte. Sein Kopf neigte sich zur Seite, dabei sah er sich der Enttäuschung seines Kameraden ausgeliefert. Die Arme vor der Brust verschränkt, sah ihn sein enthaupteter Freund an. Der Mantel war zerrissen, die Rüstung derart zerdrückt, dass sich der Lebenssaft zwischen den Fugen und Gelenken presste. Er wollte seine rechte Hand heben, bemerkte jedoch erneut ihr Fehlen. An dessen Stelle verblieb einzig ein Stummel, ein stinkender, von Blut durchschwämmter Stummel.

    »Tut mir leid Artis. Hätt dich gern gerettet.« Seine Stimme war geschlagen und zu Boden geworfen, da selbst der Regen seine Wörter zu verschmähen schien.

    Wie lange er dort letztlich saß, wusste er nicht. Nach einer Weile ließ er seinen kopflosen Freund und die weinende Frau hinter sich, erhob sich zitternd und wankte unbeholfen erneut der Felswand entgegen.
    Ein weiterer Schlag durchstieß seine Schädeldecke und etwas griff in seinen Kopf.
    Er blinzelte und befand sich daraufhin im Innenhof der kleinen geschliffenen Burg. Zu seiner Rechten, die Ratshalle, groß genug für Versammlungen, doch ebenso zerfallen genug, um vergessen zu werden.
    Das war sein Ziel. Die kleine Treppe knarzte unter seinen schweren Stiefeln und er wunderte sich über die aufgeschlagenen Türen. Er ging hindurch, folgte dem verwaisten Gang und ignorierte die Torbögen zu beider Seiten. Nach der ersten Biegung eröffnete sich ihm die Versammlungshalle, indessen Mitte er sich plötzlich wiederfand. Seine Augenlider schlossen sich geschlagen, sein Körper fiel ebenso wie sein Mut in sich zusammen.
    Der rettende Sockel mit dem eingebetteten Fragment der Flamme war leer. Er schüttelte seinen Kopf in der Hoffnung, das vor ihm liegende Bild zu verdrängen, um es mit einem neuen ersetzen zu können. Der Sockel jedoch, blieb weiterhin leer. Seine Augen wurden feucht und sein Schluchzen war das Einzige, was in der verlassenen Kammer hallte.
    Bis ein Gackern ihn aus seiner Verzweiflung riss. Er wirbelte herum, das Monster war ihm gefolgt. Es stand am Eingang, direkt vor ihm die vielen Augenpaare nun eins, sahen sie ihn dieses Mal anteilslos an.
    Sein übriger Arm schmerzte. Sein Bein schmerzte. Sein Rückgrat knackte und es schnitt ihm die Luft ab.
    Er fiel zu Boden, betrachtete dabei das Ungeheuer, welches sich nur zu einem Schrägstellen des geschlossenen Blütenmauls herabließ. Abermals folgte ein fernes fahles Gackern und im nächsten Augenblick, fand er sich erneut auf dem Waldboden wieder, sich dem Angriff der Kreatur ausgesetzt.
    Sein Blick fiel in den endlosen dunklen Schlund des Dreifachkiefers. Die Pranken drückten ihn, wie ein überdrüssiges Spielzeug zu Boden, zerquetschten anteilslos seine Beine, wie den linken Arm. Sein Schrei wurde von einer blutverstopften Lunge erstickt. Flehen, Drohungen und Gnadengesuche verblieben als ungesagte panische Gedankenspirale.
    Der Schlund aus klingengleichen unrhythmischen Pfeilern weitete sich, die abgewetzt, unnatürlich gesprossen sich selbst ins Fleisch schnitten. Blut und Galle krochen aus dem Rachen und den sich selbst zugefügten Wunden empor. Die klaffenden Kiefer überspannten sich abartig, zerstörten mit einem festen Ruck das eigene Gelenk.
    Er wollte den anderen Arm heben, merkte, wie dieser wieder vollends genesen war. Seine letzte Möglichkeit witternd ergriff er abermals die schwarze Waffe an seinem Gürtel.
    Das Biest ahnte dies und drückte ihn mit einer Pranke die rechte Schulter ein, zersprengte so das Gelenk wie eine zu Boden geworfene Vase. Seine Gedanken rasten, verloren jeden Halt, jede Fassung.

    Warumbinichwiederhier?! Warum?!

    Der Mann wirbelte seinen Kopf hin und her und erblickte den kopflosen Leichnam seines Kameraden, im Morast des Waldbodens unter Schlamm begraben.

    Warum? Ich war doch in Sicherheit?!

    Sein Blick richtete sich gen Dunkelheit. Das Biest drückte seinen Magen ein. Starre fesselte ihn, als die Blüte seine Welt ins Nichts stürzte. Ein Knacken hallte in seinen Ohren, der Faden der Vernunft entglitt ihm, Zähne brachen unter gepressten Druck, wie sich Flüssigkeit durch seine Nasenflügel presste. Er sah nichts, doch die Sicht verschob sich, er roch nichts, doch klagte Übelkeit. Er atmete einen letzten Zug, ehe das eigene Gebiss in seinen Schädel gestemmt zerbrach und Augen unter dem Druck platzten und die Flamme ihn enttäuscht zurückließ.

    Eine sehr schöne Karte. Freue mich auf die Dazugehörige Geschichte.

    Was ich noch zuführen würde, besser gesagt mir gedacht habe ist das reichlich Flüsse fehlen.

    Daher könnte man das Shogunat noch als See und Flussland etablieren. Würde zu deinem Historischen Vorbild passen, zudem wäre das Land fruchtbarer, was einen Angriff auch aus Ökonomischer Sicht vertretbar macht.

    Über die Namensgebung kann ich wenig sagen. Auffällig find ich die Sinu - Mal und Alto - Mal, da sie sich doch Stark von den übrigen S. Königreich unterscheiden. Allerdings sind Namen ja auch an die Lore gebunden, demensprechend finde ich das sich Stättenamen erst dahingehend Sinnig sein müssen.

    Super Spät dran. Hab Anfang August die Geschichte begonnen und eben beendet.

    Da schon viel gesagt wurde, nur mein rückwirkendes Empfinden beim Lesen ... Hast genau meine Triggerpunkte getroffen, ich wollte schon wissen wie es weitergeht und was genau weitergeht. Die vierte Nacht war ein derber Trip und die Auflösung wirklich gelungen.

    Auch schön das es ein Dämon war, hat den Abstand gewahrt und verwischt so das Freund/Feind Bild, worauf man sich leichter darauf einlassen kann.

    Hatte nur gelegentlich das Gefühl, das du noch manchmal auf die Bremse getreten bist.

    Letztlich ... mir hats es gefallen, fand den Spannungsaufbau zu den Nächten und das geschehene sehr gut gelöst und hoffe das motiviert dich weiterhin.

    Hat mir auch sehr gut gefallen. Beginnt geerdet und entwickelt sich schleichend, was gut zu dem jungen Alter von Wim passt und ich muss sagen, ich hab ihn gefühlt in seiner Unangehnemen Situation.

    Positive Anmerkung ... Das mit dem Lenkrad und dem Spinnenbild, was auch im Kopf eines Jungen demensprechend wiederhallt, fand ich mega. Auch erstklassiger Szenenwechsel mit dem Unfall.

    Ich würde mal den Gedanken anregen, das genau dieser Kindliche Kopf mehr zum Einsatz kommt. (falls nicht sogar geplant)

    Viel Erfolg

    Ich benutzte mittlerweile auch viel AI zum Recherchieren und auch um Textpassagen zu korrigieren nach Grammatik ect.

    Wichtig bei der AI wäre halt das man mittlerweile Gesetztesentwürfe schafft, die jegliche Produkte mit der Zusammenarbeit von AI Kennzeichnen.

    Das Gute an Buchautoren ist ja das unser Kundenkreis recht Retro und Personenbezogen ist. Ich denke der Kunde will die Menschlichen Fehler, Ideen und Arbeit darin sehen, was mich zu der steilen These führt, das sich Komplett AI generierte Bilder, Filme und Bücher nicht komerziell lohnen werden für die Betreiber. Zumindest wenn der AI Hype mal mit der übernächsten Generation abgeklungen ist.

    Interessante Unterhaltung. Bisher habe ich noch nie eine solche "Triggerwarnung" auf irgendwelchen Büchern gesehen. Scheint aber wohl ein Thema zu sein ... wie es allgemein Trend ist, sich zu empören und da passt eine Marketing Triggerwarnung ja hervorragend zu.

    Ist es schlimm das es sie gibt? - Nein finde ich nicht.

    Ist es schlimm das es nur aus Marketing Gründen? - Absolut. Die Tiktok Gesellschaft muss ja mit Empörung abgeholt werden, da ist so eine ROT Markierte Warnung Gold wert. Die FSK 18 Plakete ist nicht umsonst Rot, die Farbe lockt an, der Mensch reagiert darauf.

    Was ich aus der Ganzen Diskussion jetzt rausgelesen habe ist; Man sollte begreifen, das es kein Schwein juckt, ob du von irgendetwas durch irgendein Trauma getriggert wirst. Sondern Verlag und Autor bedanken sich dafür, das dein Gehirn auf ähnliche Signale reagiert wie eine Motte auf Licht.

    Interessant fand ich das Argument in Bezug auf Kindern ... gibt es bei Kinderbüchern so eine Triggerwarnung überhaupt? Würde ja die Verkaufszahlen schmällern. Außerdem ... kann man sich ja selbst informieren was die Kids da lesen. Wobei Lesen ein Konzentrationsakt ist, demensprechend wird sich doch nur schwer ein Kind finden lassen, das sich freiwillig einen schlechten Dark Romance Band gönnt, nur weil es so toll triggert, oder ? Frage an die Eltern hier.

    Kommt natürlich darauf an, in welchen Bereich man Recherche betreibt, im Historischen Seeting stell ich mir das wahrlich super anstrengend vor und ablenkend.

    Mittlerweile ist KI ja ein guter Recherchepartner, der stets nebenbei mitläuft, daher simple Fragen beantworten kann und mich demensprechend nicht im Schreibfluss stört, da es nur ein "fixes Nachfragen" ist.

    Vor KI habe ich immer dann Recherchiert, wenn mir im Text eine Stelle begegnet ist, die dies vorderte. So konnte ich mir angewöhnen wirklich nur das zu überprüfen, was ich auch benötigte um weiterzuschreiben, demensprechend "Nutzloses Wissen" (Überspitzt gesagt) konnte ich so ausblenden.


    Das nervigste war die Artus Sage. Viel zu viele interpretationen, zig mal neu geschrieben und am Ende, weiß keiner wirklich was und jeder widerspricht dem anderen. :D

    Werte Lords und Ladies, ich grüße euch.


    Da ich mich seit ungefähr fünf Jahren mit dem Schreiben beschäftige und es letztlich geschafft habe einen Roman fertigzustellen, suche ich nun gleichgesinnte für einen Romantisch - literarischen Ausstausch. :)

    Begonnen hat meine Leidenschaft mit dem erstellen von Pen and Paper Geschichten. Die Folge daraus, die Arroganz zu denken das man etwas draufhat, gepaart mit der schieren Freude daran sich Geschichten auszudenken, zu schreiben und im besten Falle, diese zu veröffentlichen.

    Bin nun auf dieses Forum gestoßen und ehrlich gesagt ziemlich hyped.