Beiträge von ErikVanEden

    Ich finde es schön dass es Menschen gibt die sich in solcher Märchenwelt wohlfühlen. Als ich Deinen Beitrag gelesen habe, musste ich lächeln. NIcht aber aus Hohn oder Spott. Mir fiel ein wie verschieden wir Menschen auf Geschichten reagieren und welche Unterschiede damit zusammenhängen. Genau das ist der Grund, warum es so viele Geschichten und Märchen gibt. Zwar habe ich auch allerhand Märchen gelesen, dass ist aber schon eine ganze Weile her. Heute ziehen mich andere Fantasywelten in den Bann.
    Liebe und Happy End etc. sind aus meiner Sicht die klassischen Klischeefakten, auf die ich gut verzichten kann. Nach dem Motto "Was muss rein damit sich der Brain-AFK Zuschauer von heute das reinzieht?", wird dann aus jedem Scheiß eine Serie oder ein Film gebastelt, in der alles an Stoff drin ist. Gewalt, nackte Frauen und Action für den testosterongesteuerten Mann, Liebe, Fürsorge und Zärtlichkeit für die sensible Hausfrauenseele und eine belanglose Story, die durch die eben genannten Dinge eh in den Hintergrund gedrängt wird und man sie trotzdem lahm findet, selbst wenn man nur die Hälfte der Handlung mitbekommen hat. In den meisten dieser Filme/Serien gibt es nur die "geleckten Schönlingscharaktere", die in mir eine Art Unbehagen hervorrufen. "Twilllight" ist ein gutes Beispiel. Diese aalglatten Charaktere bringen mich fast zum kotzen. Fast auf Kommando sagen sie ihren toll auswendig gelernten Text auf. Meistens sind dann die "Bösen" immer hässlich und ungepflegt, während die "Guten" glattrasiert und a la David Beckham daherkommen. Diese miese und lächerliche Visualisierung der Gesinnung habe ich einfach satt. Mir kann man sowas nicht mehr verkaufen. Sorry, für meinen "Anfall", aber es musste raus :D Zugegeben schaue ich auch gelegentlich Serien, schalte das wenig Hirn was ich besitze aber dann auch tatsächlich ab. ;)

    Scheint ja ein echt sensibles Thema zu sein...


    Ich für meinen Teil seh das etwas pragmatischer: Tiere sterben nunmal und gelegentlich auch bei Dreharbeiten. Wie unser Schlachtvieh gehalten wird oder die Hühnerfarmen etc. ist schon recht hart und jeder muss für sich selbst wissen ob und wie er damit umgeht. Ich esse nach wie vor mein Geflügel, grille mir mein Holzfällersteak und schaue auch "Der Hobbit". Einziger Kritikpunkt gegen den Menschen im allgemeinen Umgang mit Tieren: Sie bzw. wir sind für die Tiere verantwortlich. Wir als Menschen stehen weit über den Tieren und leider müssen sie es auch immer wieder auf brutale Weise spüren. Was da nun bei den Dreharbeiten genau geschehen ist kann niemand von uns sagen, weil niemand dabei war. Es sei denn ich habe hier etwas überlesen. Ich könnte den Spieß auch umdrehen und behaupten, dass Jackson bloß der Sündenbock von ein paar hetzerischen, militanten Tierschützern ist oder wahnsinnigen Komparsen, denen eine feste Rolle im Film abgesprochen wurde :D


    Ich habe andere, persönliche Probleme die ich bewältigen muss, da kümmere ich mich nicht um ein paar Tiere, die vermutlich aus Fahrlässigkeit ihr Leben gelassen haben. Am Ende des Jahres kommt "Der Hobbit" in die Kinos und ich werde ihn auch genau dort genießen. ;)

    :crazy: Also bitte, Thoran! So eine geringe Selbsteinschätzung bezüglich Online-Shootern habe ich selten erlebt. Übung macht den Meister. Es kommt dann auch gar nicht immer auf das Spiel selbst an, sondern mit wem man es spielt. Online macht es in der Gruppe richtig Fun. Vorrausgesetzt man hat einige Pappenheimer in seinem Freundeskreis und verfügt über die technischen Möglichkeiten einer guten Kommunikation untereinander. Ich bin nun schon 36 und gehöre, laut der Shooter-Community, zu den Opas. Das stimmt teilweise auch. Mein Reaktionsvermögen hat nachgelassen, trotzdem aber spiele ich Unreal Tournament III immer noch auf "Göttlich" (in diesem Schwierigkeitsgrad ist die KI richtig gnadenlos eklig :D ) und habe meine Erfolge. Da UT III ein sehr schnelles Game ist, fürchte ich mich auch nicht wirklich vor meiner Leistung bei "Titanfall". Spaß sollte man schon irgendwie haben, ansonsten macht es ja auch keine Sinn.

    "Herr der Ringe" und "Der Hobbit" sind epische Geschichten, besonders auf der Leinwand. So kann man während des Kinobesuchs mal eine Weile dem Alltag entfliehen und in eine märchenhafte Welt abtauchen. Zumindest die Leute, die kein Pen&Paper-Rollenspiel betreiben :) Zwar mag ich Tolkiens Mittelerde, doch stehe ich mehr auf die Bad-Ass-Fantasy a la "Game Of Thrones", "Solomon Kane", "Conan", "Black Death" oder eben Filme wie "Alatriste", welcher eher ein Historiendrama darstellt. Es ist halt dreckiges und brutales Mittelalter. Aus diesem Grund liebe ich auch die Warhammerwelt. Als Gutling lebt man nicht lang. Mit Glück aber so lange um festzustellen, dass man manchmal Böses vollbringen muss um sein Ziel zu erreichen :D


    Hier mal ein Game, welches vielleicht an der Krone von Call Of Duty zerrt. Das Genre ist genau mein Ding :) Ich spiele immer noch gerne SciFi-Shooter, momentan wieder Unreal Tournament 3.
    Bei Titanfall handelt es sich um einen Online Shooter, der jedoch auch Elemente von Singleplayer Spielen, wie eine Geschichte, Charakter und NPCs, beinhaltet. Entwickelt wurde Titanfall auf der Source-Engine und wird sich der Microsofts Cloud-Computing für Multiplayer Server, Physiken und künstliche Intelligenz, bedienen. Gespielt wird der Shooter entweder zu Fuß oder im Inneren von Mechs, den sogenannten "Titans".
    Das Spiel kommt für Xbox 360, Xbox One und Windows PC und wird von den Respawn Studios Mitgliedern entwickelt, die früher einmal für die CoD Shooterreihe verantwortlich waren. Titanfall soll im Frühling nächsten Jahres erscheinen.



    Offizielles Gameplay Demo

    Also großer Zombiesurival-Fan erwarte ich mit Spannung den Arcadetitel "State Of Decay". Dabei handelt es sich um ein Sandbox-Survival Titel, in dem man mit einer Gruppe spielbarer NPCs in einer postapokalyptischen Welt ums Überleben kämpft. Im Fokus steht ganz klar das Überleben der Gruppe. So kann man sich eine "Festung" bzw. ein Basislager (aus-) bauen, von dem man anschließend aufbricht um Lebensmittel, Medikamente oder Rohstoffe zu besorgen. Dabei sind die Fähigkeiten der Gruppenmitglieder ausbaubar, wie in einem guten Rollenspiel. Der Effekt "learning by doing" sticht hervor, denn alles was der einzelne Charakter an Fähgikeiten wiederholt, verbessert er auch. So ist es am Spieler das Geschick der Charaktere in die Richtige Bahn zu lenken. Eine ganze Gruppe Überlebender, die hervorragend schleichen können mag ja ganz toll sein, doch hat der Spieler dann versäumt dass auch andere Faktoren wichtig sind. Beispielsweise Nahkampf, Fernkampf, Ausdauer etc. Man sollte schon eine flexible Gruppe "heranzüchten". Wie bereits erwähnt sind die Zombies der "Störfaktor" im Spiel. Diese kann man entweder umgehen, mit dem Auto (ja, man kann hier Autos fahren :D ) über den Haufen fahren oder sich mit allerlei Gegenständen und Waffen von ihnen befreien.


    Die Technik des Spiels ist momentan der härteste Kritikpunkt des 20€ teuren Spiels. Grafikbugs, Tearing und Kollisionsprobleme haften an dem Spiel. Für das kleine Geld wird einem aber dennoch ein interessantes Gameplay geboten, welches aus meiner Sicht Seinesgleichen sucht. Es ist eine Mischung aus DayZ und GTA.


    Hier mal ein Trailer im SPOILER:

    Vielleicht bin ich noch nicht ganz wach, aber die Geschichte wirkt auf mich etwas verwirrend. Im Prolog wird man mit allerhand Namen buchstäblich bombadiert, findet aber nicht wirklich Informationen zu den Figuren. Tidus, Ashley, Mifani, Phil etc. Den Namen Lala halte ich für einen völligen, sprichwörtlichen Griff ins Klo. Mir kommt es vor als wolltest Du so schnell wie mögich eine Geschichte erzählen, schreibst aber nur die Hälfte auf. Der Detailgrad bei einer geschriebenen Geschichte ist zwar nur zweitrangig, doch ist mir das hier etwas zu vage. Über die Umgebung erfährt man so gut wie nichts. Besonders das Haus in dem sie sich im Prolog befinden. Nur dass es eine Küche hat, erfährt man. Man erfährt nichts über das Aussehen der einzelnen Figuren usw. Die Dialoge sind lahm und ohne Tiefgang. Ich würde den Text mal überarbeiten und ihn so lesen bzw. behandeln wie jemand, der es eben zuvor noch nie gelesen hat. Dann der Ausruf: "Böse Monster greifen unsere Stadt an..." Die trockene und flache Dramatik in diesem Satz ist mehr als lächerlich. Merkwürdigerweise habe ich die ganze Zeit japanische Mangas im Kopf, wenn ich diese Geschichte lese. Oftmals sind diese auch verwirrend, werfen mit fremdartigen Namen herum, springen von einer Szene in die Nächste und wieder zurück usw. Sowas ist selbst in Filmform nicht nachvollziehbar. An Deiner Stelle würde ich mal etwas Atmosphäre aufbauen. Beschreib die Gegend, die Charaktere. Zieh den Leser in Deine Welt ;)

    Ehrlich gesagt hatte bzw. habe ich Probleme der Geschichte zu folgen. Die Satzbauweise kann viel schlimmer nicht sein, ebenso wie die miserable Rechtschreibung. Fehler mache ich auch. Ich denke die machen wir alle. Allerdings ist der Text den Du hier ablieferst sehr unverständlich. Es ist anstrengend ihm zu folgen bzw. ihn zu verstehen. Die deutsche Sprache ist nicht einfach zu meistern, auch ich erlebe das immer wieder. Dennoch aber sollte man, vorallem wenn man das Interesse hegt ein Buch zu schreiben, ein klein wenig mehr üben.

    Da es offenbar Probleme mit dem Öffnen der PDF Datei gibt, poste ich die Kurzgeschichte mal hier in altmodischer Form:



    WARHAMMER
    "Nie wieder Altdorf"




    Hagen lugte über das zertrümmerte Fass, welches ihm zuvor über den
    Schädel geschlagen wurde und ihn in die Bewusstlosigkeit beförderte. In
    einer Gasse liegend erwachte er nun. Seine Sinne noch nicht ganz
    beisammen, tastete er sich ab. Nichts fehlte, außer der Geldbörse. Die
    Geldbörse. Seine liebste Geldbörse, in der seine Initialien eingestickt waren.
    Das Geld war ihm fast schon egal, doch die Börse selbst war ihm wichtig.
    Sein Schädel brummte und sein Atem stank nach billigem Rum. Als er sich
    umsah, bemerkte er, dass er zweifelsohne in einer der zahlreichen Gassen
    lag, die man in Altdorf lieber meiden sollte. Der Gestank von Fäkalien und
    verottenden Lebensmitteln bissen sich in seiner Nasenwand fest. Mühsam
    erhob der dickliche aber kräftige Hagen sich. Er suchte seinen Hut, den er
    schließlich im Dreck liegen sah. Überall lag schmieriger Abfall. Alte Kisten,
    Wagenräder und Scherben, Kleiderfetzen und zahlreiche Kadaver kleinerer
    Tiere, die hier und dort vor sich hinrotteten.
    Hagen war überfallen und ausgeraubt worden. Er hätte es besser wissen
    sollen. Oft wurde er gewarnt, er solle nicht allein in die Taverne "Blutende
    Jungfer" gehen. Hagen trat aus der Gasse und sah sich um. Es war immer
    noch Nacht. Von überall her dröhnte feierliches Geschrei aus den
    Gasthäusern und Tavernen. Trinklieder wurden gegrölt und käufliche Frauen
    kreischten künstlich erheitert. Hagen sah an sich herab. Seine rot-weiß
    gestreifte Hose war löchrig und völlig verdreckt. Von den einst so teuren
    Kampfstiefeln löste sich bereits die Sohle, so dass sie auf und zu schnappte,
    wenn er einen Schritt machte. Das weiße Hemd mit der Lederweste darüber
    passte zum Rest. Kaputt und voller Schmutz. Hagens Gesicht rundete das
    Gesamtbild ab. Unrasiert und vernarbt. Ihm fehlte ein Stück seiner
    Nasenspitze, die er bei einem Kampf in Praag verlor. Sie würde irgendwo auf
    einem Schlachtfeld in Kislev auf ihn warten. Seit dieser Verwundung musste
    Hagen sich von seinen Kameraden viel Spott anhören. Er solle seine Nase
    nicht in die Angelegenheiten anderer stecken. Hübsch anzusehen war er
    nicht gerade. Das war also der Dank dafür, dass er sein Leben riskierte und
    in zahlreichen Söldnerregimentern seinen Dienst verrichtete, um das
    Imperium und seine Bürger zu verteidigen. Man hatte ihn zum Dank eins
    übergezogen und ihn seiner Geldbörse erleichtert. Aber er verglich die
    Brutalität der Banditen und Gauner der Großstadt gar nicht mit der
    Vorgehensweise seiner Kameraden auf dem Schlachtfeld. Dem Vergleich
    würden sie nicht standhalten, dass wusste Hagen genau. Ebenso würde er
    die Täter nicht wiederfinden, geschweige denn erkennen. Zu den
    Stadtwachen laufen um Anzeige zu erstatten käme einer Komödie gleich.
    Wer würde ihn schon ernst nehmen? Angetrunken und verwahrlost würden
    sie ihn eher in den Reik werfen als ihn anzuhören. Gesellschaftlich stand er
    auf der tiefsten Stufe. Ohne Arbeit, ohne Heim und nun auch ohne Geldmittel.
    Hagen wägte kurz ab wieviel in der Börse war. Er konnte sich nicht erinnern.
    Viel war es bestimmt nicht. Trotzdem ärgerte es ihn, dass irgendwo Gauner
    saßen und sich von seinem Geld betranken. Seine in Praag erhaltenen
    Verdienstorden für besondere Tapferkeit hatte er schon Tage zuvor veräußert,
    um mit einem gefüllten Magen eine Prostituierte zu beglücken. Für diese
    Dienstleistung bekam er mehr als gewollt - die kleinen Plagegeister
    hinterließen einen unerträglichen Juckreiz.
    Hagen trat aus der Gasse auf die Straße. Links und rechts von ihm stand
    jeweils eine Straßenlaterne, von der nur die eine einen Lichtkegel auf die
    Häuser gegenüber warf. Eine Weile starrte Hagen angestrengt auf den
    Schein des Lichts. "Na, toll. Jetzt regnet es auch noch", bemerkte er
    sarkastisch. "Danke Mannan. Kannst du damit nicht warten bis ich irgendwo
    untergekommen bin?!" Hagen schlug seinen Hut auf und setzte sich ihn auf,
    dann marschierte er die Straße entlgang. Die schlechte Beleuchtung der
    Gegend trug nicht gerade zur guten Orientierung bei. Hagen war hier völlig
    fremd. Erst ein paar Tage zuvor erreichte er, nach einer wochenlangen
    Odyssee durch das Imperium, das gelobte Altdorf, welches er jetzt sofort
    gegen ein Zelt in der Wildnis und einen Krug Bier tauschen würde. Zehn
    Minuten des Gehens und einige Flüche auf Altdorf später, erreichte Hagen
    eine weitere Spelunke. Neugierig spähte er durch die Fenster in das Innere
    des Schankraums. Alle Tische waren besetzt. Einige der Gäste standen
    sogar schon auf der Bühne und drängten sich eng an die Musikanten, die
    auch schon mehr als nur einen Krug Bier innehatten. Hinter dem
    heruntergekommenen Tresen schwangen drei hässliche Frauen und ein
    dürrer Mann hektisch ihre Arme und verteilten Krüge an die Gäste. Der Lärm,
    ausgehend von dieser Spelunke, hielt sich im Rahmen des Erträglichen.
    Hagen sah nach oben. Das hölzerne Ladenschild, in Form einer barbusigen
    Meerjungfrau, war alt und die goldene Farbe war schon fast überall
    abgeblättert. Das passte zum Kundenstamm, dachte Hagen und marschierte
    weiter. Kurz bevor er das letzte Fenster passierte, entdeckte er im Inneren
    einen Mann, der dem Gastwirt zuwinkte und auf die Tür zusteuerte. Der
    Mann war klein und schmächtig und trug eine große Geldbörse mit sich.
    Hagen würde keine Probleme haben sich dieser zu bemächtigen, seine
    körperliche Überlegenheit würde dafür sorgen. Er überlegte, rannte dabei
    schnell weiter und versteckte sich in einer kleinen Gasse. Der Regen
    verstärkte sich und Hagen lugte um die Ecke zur Eingangstür der Spelunke.
    Sollte er zum Kriminellen werden? Wieder sah er an sich herab. Sein Magen
    knurrte und sein Schädel dröhnte immer noch im Rhythmus seines
    Herzschlags. Zu allem Übel begann er nun auch noch zu frieren. Aufgeregt
    sah sich Hagen Häuser und Fenster an um mögliche Zeugen auszumachen.
    Nichts. Alles war ruhig. Sollte der Mann hier entlang gehen, würde Hagen ihn
    überrumpeln. Genau. Hagen machte seine Entscheidung von diesem
    Gedankenzug abhängig. Er würde nicht hinterherlaufen, ginge der Mann in
    die andere Richtung. Dann, nach einer kleinen Unendlichkeit des Wartens,
    öffnete sich die Tür zum Schankraum. Der Mann trat heraus, zog sich seinen
    Kragen nach oben und starrte mit zusammengekniffenen Augen auf den
    Himmel. Er machte einen Schritt in Hagens Richtung, welcher aufgeregt in
    der Gasse wartete. Dann stapfte der Mann in die andere Richtung davon.
    Hagen, der sich innerlich schon auf ein Handgemenge eingestellt hatte,
    ärgerte das. Er schaute dem Mann hinterher. Die Geldbörse baumelte am
    Gürtel. "Was solls", flüsterte Hagen und rannte los. Schnell holte er den Mann
    ein, packte ihn an beiden Armen und warf ihn in eine breite Gasse. Der Mann
    landete auf dem Rücken und hielt schützend seine Arme vor sein Gesicht.
    "Was wollt Ihr, Herr?", stöhnte er ängstlich. "Deine pralle Börse will ich oder
    du stirbst auf der Stelle", drohte ihm Hagen, während er auf ihn draufsprang.
    "Nehmt sie und lasst mich am Leben, Herr Gott", flehte der schmächtige
    Mann. Hagen riss die Geldbörse vom Gürtel des Mannes und öffnete diese.
    Seine Freude über ein paar Goldkronen ließen ihn gierig grinsen. So schnell
    sich seine Mundwinkel auch nach oben bewegten, so zügig wanderten sie
    wieder nach unten als er bemerkte was sich im Inneren der Lederbörse
    befand. Fragend nahm er ein paar Zettel heraus und ließ sie in die Pfützen
    fallen, die sich durch den starken Regen gebildet hatten. "Was soll das denn
    sein?", fragte er den Mann. Nebenbei leerte er die Börse. "Kein Geld? Nur
    Briefe? Willst du mich auf den Arm nehmen?" Der Mann stotterte eine
    Antwort. "Herr, das sind Schuldbriefe." Hagen stand auf und der Mann tat es
    ihm vorsichtig gleich. "Ich habe kein Geld bei mir", versicherte ihm der Mann.
    Hagen warf ihm die Börse zu. "Dann geb mir deine Hosen und deine Jacke!"
    Erschrocken starrte der Mann in Hagens Gesicht. Ihm wäre lieber gewesen
    er hätte Geld bei sich gehabt. "Aber Herr, Eure Statur überragt meine doch
    bei weitem..." "Mir egal, gib sie mir!" Hagen setzte ein boshaftes Gesicht auf.
    Ihm war die ganze Sache so peinlich, dass er zumindest nicht mit leeren
    Händen davonkommen wollte. Er hatte einen Steuereintreiber überfallen von
    denen man wusste, sie haben nie Bargeld bei sich, um sich auf diese Weise
    vor Überfällen zu schützen. Ängstlich entkleidete sich der Mann. Eine Minute
    später stand er da, ohne Hose und mit nur einem Leinenhemd bekleidet im
    Regen. Hagen sah sich um. Er hatte noch nie zuvor einen Mann überfallen.
    Das war was völlig anderes als einem Tiermenschen den Schädel zu
    zertrümmern, dachte er. Dann entdeckte er ein Fass, welches ein paar Meter
    weiter in der Gasse stand. "Los, da rein!", befahl Hagen dem Mann und
    zeigte auf das Fass. "Da rein?", fragte der Mann und starrte verwirrt auf das
    Fass. "Rede ich nicht deutlich genug?", knurrte Hagen und biss die Zähne
    zusammen um nicht loszubrüllen. Der Mann eilte zum Fass und öffnete es.
    "Es ist bis zum Rand mit Dreckwasser gefüllt", flüsterte er und warf einen
    Blick in Hagens Richtung. "Ich hab nicht gefragt was sich in dem Fass
    befindet, sondern dir gesagt, dass du da reingehen sollst", fauchte Hagen.
    "Kann ich zumindest meine Schuhe vorher ausziehen?", bat er Hagen. "Rein
    da!", brüllte Hagen. Langsam verlor er die Geduld. Der Mann überwindete
    seinen Ekel und kletterte hinein. Er hielt sich mit den Händen am Rand fest
    und beobachtete Hagen, wie er sich die viel zu kurze Hose und die Jacke
    anzog. "Du bleibst da drinnen bis ich...", Hagen überlegte. Er ging im Kreis.
    "Bis ich..." "Ich werde eine halbe Stunde hier warten", unterbrach ihn der
    Mann, obgleich er sich zwar noch fürchtete, zunehmend aber die Angst vor
    Hagen schwand. "Ja, genau. Sonst erschlage ich dich", sagte Hagen und lief
    um die Ecke auf die Straße.
    Hagen rannte durch die Straßen. Es war Mitternacht und er hatte immer noch
    Kopfschmerzen und Hunger. Nach minutenlangem Rennen durch die Gassen
    und Wege Altdorfs, hielt er einen Moment an. Wieder sah er an sich herab.
    Die Hosenbeine endeten weit über seinen Knöcheln. Darunter steckten die
    abgetragenen Stiefel, die sein Erscheinungsbild weit ins Lächerliche hoben.
    Die kleine Jacke, die er nicht einmal zuknöpfen konnte, da sie zu klein war,
    setzten seinem kriminellen Fehltritt die Krone auf.
    So ging es keineswegs weiter, dachte er sich. Hagen war zweiundzwanzig
    Jahre alt und hatte schon viel Erfahrung auf dem Schlachtfeld sammeln
    können. Das beinhaltete aber nicht im Geringsten die Lebensweise in einer
    Stadt wie Altdorf. Hier war er der Neue. Weder hatte er eine Ahnung vom
    Arbeitsleben in der Stadt, noch wie man an sie herankommt. In Altdorf gab es
    viele Möglichkeiten für Diebe und Halunken sich zu verstecken. Unzählige
    Gassen und wahre Massen an Hinterhöfen boten jedem Kriminellen eine
    schnelle Zuflucht. Hagen hingegen kannte sich hier so gut wie gar nicht aus.
    Der Regen ließ nach und langsam trat Leben auf die Straßen. Unbeirrt
    gingen die Menschen an Hagen vorbei, der zwar ziellos war, sich aber auch
    nichts anmerken ließ. Selbst ein Straßenwächter, der zu Pferd auf ihn zu
    kam, interessierte sich nicht für ihn. Wäscheleinen waren von einem Haus
    geradewegs über die Straße zu einem anderen Haus gespannt. Hunde
    bellten wachsam, wenn Hagen an den dementsprechenen Häusern
    vorbeikam. Die Achitektur war vielschichtig. Vom klassischen Fachwerk bis
    hin zu verputzten Wänden, die von der Optik her fast schon Marmor
    gleichkamen. Auch die Straßen waren fast durchgehend befestigt.
    Pflastersteine auf den Hauptstraßen und fester Sandboden in den Gassen.
    Hagen war sich fast sicher, dass er im südlichen oder mittleren Teil der Stadt
    war, eine Brücke hatte er nämlich nocht nicht passiert. Die Seeluft hingegen
    war allgegenwärtig. Auch Möwen kreisten, trotz der Nacht und dem
    Regenwetter, über ihm. Dann bog er in eine Straße ein die durchweg zum
    Hafen führte. Schiffsmasten tanzten im Wind und Gegröle von Seemännern
    drangen in sein Ohr. Am Hafen schien es keinen Tag- und Nachtzyklus zu
    geben, hier wurde offenbar immer gearbeitet. Hagen beobachtete, wie eine
    Ladung nach der anderen gelöscht wurde, trotz der miesen Beleuchtung.
    Riesige Kisten wurden verladen und Fässer von Bord gerollt. Dann entdeckte
    er eine gigantische Lagerhalle und einen Seemann wie er die Tür zwar
    schloss aber nicht verschloss. Der Mann fluchte, spuckte auf den Boden und
    griff in seine Jackentasche. Es war eine Flasche mit Rum, da war sich Hagen
    sicher. Nachdem der Mann einen Schluck genommen hatte, brüllte er etwas
    Unverständliches zu einem seiner Kameraden. Dann stiefelte er zum Hafen.
    Dicht an dicht lagen die Schiffe am Kai. Diese Gelegenheit ließ sich Hagen
    nicht entgehen. Eilig rannte er auf die Lagerhalle zu, öffnete die Tür und
    verschwand im Inneren der Halle. Es war stockdunkel. So dunkel, dass
    Hagen die Tür wieder einen Spalt öffnen musste um überhaupt etwas sehen
    zu können. So brachte das nichts, dachte er und lugte vorsichtig um die Ecke
    zum Hafen. Zwar waren hunderte von Kisten in dieser Halle, doch musste er
    ja was sehen können um sie zu öffnen und um den Inhalt zu bestimmen. Er
    trat wieder heraus und machte sich ein Bild von der Lage. An einem Haus vor
    ihm hingen zwei sehr große Laternen, befestigt an einem losen Haken. Eine
    davon würde unbemerkt an sich nehmen können, dachte er und schlich
    hinüber. Sie würde ihm genug Licht spenden um die Kisten in der Halle zu
    öffnen. Wie gesagt, so getan. Zügig huschte er mit leeren Händen zu der
    Hausfassade, hob die Laterne über den Haken und schlich in gebückter
    Haltung wieder zum Eingang der Lagerhalle. Einen Moment lang wartete er
    mit dem Reingehen ob ihn nicht jemand vom Hafen gesehen hatte. Da alles
    ruhig blieb, öffnete er die Tür und betrat die Halle erneut. Dieses Mal
    allerdings mit einer exzellenten Lichtquelle in Form einer großen Laterne.
    Hagen stellte sie auf einer der Kisten ab und machte sich hektisch daran eine
    andere Kiste zu öffnen. Es dauerte nicht lange und er hatte es geschafft. Der
    Inhalt überraschte ihn. Positiv. "Na, das sieht doch gut aus", flüsterte Hagen
    zufrieden und zog ein Kleidungsstück nach dem anderen aus der Kiste. Zwar
    konnte er aufgrund der schlechten Lichtverhältnisse nicht genau erkennen
    um was für Kleider es sich handelte, doch nahm er an, dass sie ihm passen
    würden. Schnell entkleidete er sich und warf die viel zu kleinen Sachen vom
    Steuereintreiber ab. Sekunden später stand er völlig neu bekleidet in der
    Halle. "Neue Stiefel", murmelte er. "Die wären jetzt toll." Hagen rannte zur
    Laterne, nahm sie in die Hand und stellte sie auf eine der größten Kisten um
    den Lichtkegel zu optimieren. Dann öffnete er eine Kiste nach der anderen.
    Krüge und Teller aus dem Mootland hier, Teppiche und Gardinen aus Arabia
    dort. Felle aus Norsca in der einen und Gewürze aus Cathay in der anderen
    Kiste. In einer etwas besser verschlossenen Kiste waren unzählige
    Schachteln mit leuchtend grünen Steinen, die Hagen aber wieder schloss.
    Schließlich, nach dutzenden geöffneten Kisten, wurde er fündig.
    Massenproduzierte Stiefel und Schuhe aus Nuln. Gierig suchte Hagen die
    richtige Größe. Lächelnd zog er sich die Stiefel über seine müden Füße.
    "Passt", flüsterte er und stand auf. Die Freude währte aber nicht lang.
    Draußen tat sich etwas. Hagen hörte Stimmen. Ein Mann stritt sich offenbar
    mit einem anderen. "Nein, Matthias. Ich bin mir sicher alle Laternen in der
    Halle gelöscht zu haben", versichterte der Mann einem anderen. Hagens
    Herzschlag wurde stärker. Er blickte zu der Laterne, stand auf und wollte sie
    nehmen um sie zu löschen. Dabei geriet er ins Stolpern. Sein Fuß verfing
    sich in einer der Gardinen. Hagen strauchelte umher und riss dabei die
    Laterne um, die anschließend in der Kiste mit den Fellen aus Norsca landete.
    Sofort fingen sie Feuer. Mit einem klirrenden Geräusch zerbrach die Laterne
    und der Inhalt der benachbarten, offenen Kisten fingen ebenfalls Feuer. Kurz
    darauf öffnete sich die Eingangstür und ein Mann sah panisch in die Halle.
    Hagen machte sich klein und tauchte hinter den Kisten in Deckung. "Feuer!",
    brüllte der Mann in der Tür. "Hierher!", schrie er und kam bedrohlich nahe an
    Hagen vorbei. Der nutzte die Gelegenheit und schlich zur Tür. Dann
    beschleunigte er seine Gangart und rannte los. Panik brach aus und die
    gesamte Halle stand kurz danach in Flammen. Viele Meter weiter hielt Hagen
    mitten auf der Straße an und drehte sich um. Lichterloh brannte es und
    Menschen eilten vom Kai herbei. Schreie hallten durch die Straßen und eine
    Feuerglocke wurde geläutet. Unbemerkt und im Besitz neuer Kleider konnte
    Hagen problemlos entkommen.
    Er war immer noch hungrig und durchgefroren. Mit zunehmender Anzahl von
    Lichtern innerhab der Häuser wurde ihm bewusst, dass bald der Morgen
    graute. Die ersten Menschen verließen die Häuser und machten sich auf den
    Weg zu ihrer Arbeitsstelle. Höflich und respektvoll grüßten viele der Altdorfer
    den neu eingekleideten Hagen, der sich seit der Katastrophe in der Halle
    tatsächlich wohler fühlte und sich fragte warum die Menschen auf einmal so
    nett zu ihm waren. Unbeirrt wanderte Hagen auf ein kleines Zollhaus zu,
    welches sich auf einer Brücke befand, von denen es viele in Altdorf gab. Die
    Brücke führte über einen Kanal und in ein anderes Viertel der Stadt. Viele
    Leute passierten das kleine Haus und jeder ließ eine Münze in die Hand des
    Zöllners fallen. "Verdammt", zischte Hagen, der auch über die Brücke wollte,
    sich aber den Wegzoll nicht leisten konnte. Als er sich überlegte wie er
    ungesehen in das andere Viertel kommen könnte, sprach ihn einer der
    Zöllner an. "Hey du. Komm mal her!" Der Zöllner klang unfreundlich und
    bestimmend. Hagen machte sich langsam auf den Weg zu ihm. Um ihn
    herum waren alte, von Zwergen und Menschen gleichermaßen erbaute
    Häuser. Der Baustil war grandios. So vereinte sich zwergische Perfektion mit
    der Vielfalt der Menschen in einem Gebäude. "Zu welcher Einheit gehörst
    du?", wollte der Zöllner wissen und zeigte dabei auf Hagen. Dieser schaute
    an sich herunter. "Verdammter Mist", fluchte er leise. In all der Hektik hatte er
    nicht bemerkt, dass er eine Altdorfer Soldatenuniform trug. Ein Hosenbein
    war blau, das andere rot. Das Oberteil wies, zusätzlich zu dem Blau und dem
    Rot das Wappen der Stadt auf. Hagen musste sich etwas einfallen lassen
    und zwar schnell. "Ich bin Edelbert Jammel", sagte er schließlich und ärgerte
    sich über den albernen, erfundenen Namen. Der Zöllner kam näher, während
    sein Kollege die Leute am Zollhaus abfertigte. "Aha. Edelbert also." Hagen
    blieb ruhig. "Jawohl Herr. Edelbert." Der Zöllner musterte ihn. "Welche
    Einheit?", fragte er schließlich. Hagen überlegte. Dann hob er seinen
    behandschuhten Zeigefinger. "Zweiundsechszigste Infanteriedivsion",
    antwortete Hagen geradeheraus. Der Unglauben des Zöllners ließ ihn die
    Augenbrauen zusammenkneifen. "So ein Blödsinn. Komm mal mit!", befahl er
    Hagen. Dieser dachte gar nicht daran sich in die Hände des Gesetzes zu
    begeben. Hagen trug eine Uniform der Soldaten Altdorfs, die ihn ohnehin
    schon Ärger einhandeln würde. Der Glaube er hätte dafür vielleicht sogar
    einen Soldaten umgebracht, würde ihm seinen Kopf kosten, ginge er jetzt mit
    dem Zöllner. Schnell schätzte er die Lage ab und malte sich einen Fluchtplan
    aus. "Soll ich dir Beine machen oder kommst du jetzt her?", brüllte der
    Zöllner, drohend mit seiner Hellebarde und erweckte nun auch die
    Aufmerksamkeit seines Kollegen, der sich langsam einige Schritte vom
    Zollhaus entfernte. Hagen holte tief Luft und rannte los. "Halt", brüllte der
    Zöllner und folgte dem falschen Soldaten, der geradewegs in eine Gasse lief.
    Der Zöllner, athletisch und flink, folgte ihm in die Gasse. Dabei ließ er seine
    Hellebarde fallen um besser laufen zu können. Hagen drehte sich beim
    Laufen ständig um. "Ich hasse Altdorf", brummte er, während er an einem
    Balkon hinaufkletterte und ein Fenster eintrat. Der Zöllner kletterte ihm
    hinterher. Hagen befand sich in einer unaufgeräumten Wohnung, trat dabei
    auf eine Frau, die offenbar noch schlief, vor Schreck und Schmerz nun
    aufwachte und zu kreischen begann. Sie hatte sich noch nicht annähernd
    beruhigt, da trat der Zöllner auf sie drauf. Offenbar war es ein schwerer
    Fehler ihrerseits gewesen, das Bett direkt vor das Fenster zu plazieren.
    Weinend blieb sie liegen, während Hagen bereits im Treppenhaus auf dem
    Weg nach unten war. Der Zöllner folgte ihm. Vor der Tür fiel Hagen über
    einen Korb voller großer Pilze, die nun rollend ihren Weg in eine tiefe Pfütze
    fanden. Schnell sprang er auf und rannte weiter. Einige Leute, die neugierig
    herumstanden, schüttelten nur den Kopf. Der Zöllner hetzte durch die Tür und
    rutschte auf einigen der Pilze aus, so dass er mit dem Gesäß in der Pfütze
    landete. Das bemerkte Hagen und trotz der Verfolgungsjagd blieb er kurz
    stehen und musste lachen. "Was für ein Trottel", grölte er und lief zügig
    weiter. Der Zöllner richtete sich wutentbrannt wieder auf und folgte dem
    Flüchtigen. Es war immer noch dunkel. Der Morgen war zwar nahe, doch sah
    man nicht allzu viel Licht. Nur Umrisse und Silhouetten von Gebäuden, die
    sich am anderen Ende der Stadt abzeichneten, waren auszumachen. Hagen
    rannte und hetzte von einer Gasse in die nächste. Er bekam mit, wie Alarm
    geschlagen wurde und ihn nun mehrere Leute verfolgten. Minutenlang jagte
    er von einem Hinterhof in den anderen. Dann, als er auf einer breiten Straße
    stehend und pustend eine Meute Verfolger hörte die sich ihm näherten,
    entdeckte er einen hohen Steinzaun. Einen wirklich hohen Zaun. Er glich
    mehr einer Mauer als einem Zaun. Hagens Kletterfähigkeiten waren zwar
    sehr gut, doch würde dieser Zaun eine echte Herausforderung darstellen.
    Nichtsdestotrotz kletterte er ihn hinauf, schwang sich auf die obere Kannte
    und verlor das Gleichgewicht. Hagen hatte zu viel Schwung geholt und
    sauste über ein kleines Vordach und anschließend am Mauerwerk wieder
    hinab. Schürfwunden und eine Prellung der Schulter waren das Resultat.
    Dann herrschte Ruhe. Nichteinmal die Meute von Verfolgern konnte er hören.
    Erstaunlicherweise hielt die Uniform dem Fall stand, was nicht für seine
    Schulter galt. Mit schmerzverzerrtem Gesicht lehnte er sich sitzend gegen die
    Mauer. "Ich hasse diese Stadt", fluchte er und sah sich um. Unwahrscheinlich
    viel Grün umgab Hagen. Exotische Sträucher und ein weicher Grasboden
    unter ihm machten ihn neugierig. Es war zumindest keiner der verdreckten
    und stinkenden Hinterhöfe, die er zuvor überwunden hatte. Hier herrschte
    eine Stille, wie Hagen sie nur von vor der Schlacht her kannte. Die berühmte
    Ruhe vor dem Sturm. Doch würden ihn in diesem Garten keine Tiermenschen
    angreifen, geschweige denn Skaven oder Orks. Leider war es zu noch zu
    dunkel um etwas erkennen zu können. Gebäude, Zäune und sehr viel Grün
    konnte Hagen ausmachen, das war aber auch alles. Gelegentlich ein
    Rascheln in den Ästen einiger Bäume oder ein Stöhnen vom anderen Ende
    des Gartens waren zu vernehmen. Aber es roch nach Tier. Hagen war sich
    sicher, es roch nach Tier. "Verdammte Stadt, wo bin ich hier nun wieder
    reingeraten", murmelte er und stand langsam auf. Als ihn plötzlich irgendwas
    am Arm packte, schlug er erschrocken um sich. Wieder und wieder
    prasselten seine Fäuste auf einen behaarten Kopf ein. "Ein Tiermensch",
    fluchte Hagen, schlug weiter und packte den Kopf des Wesens. Unter starker
    Kraftanstrengung brach er das Genick des vermeintlichen Tiermenschen,
    wenngleich es für solch ein Biest recht klein wirkte. Dann zog ihn etwas am
    Hosenbein. In der Dunkelheit erkannte Hagen einen kindgroßen, humanoiden
    Körper. Heftig trat und schlug er nach diesem. Leblos fiel dieser zu Boden
    und Hagen sprang zum Abschluss angewidert auf dessen Kopf. Dann
    beruhigte er sich und untersuchte die beiden Leichen. Zwar waren sie über
    und über mit Fell bedeckt, doch waren sie keineswegs das, wofür Hagen sie
    zuvor gehalten hatte. Kurz nach dem Ableben der beiden Wesen, öffnete sich
    quitschend eine schwere Metalltür und ein Mann mit einer Laterne betrat den
    Garten. Ein weiterer folgte ihm mit einer Karre. Sie hielten an und warfen
    einige Gegenstände in den Garten, von denen Hagen hätte schwören
    können, es wäre Obst gewesen. Da Hagen sich gut versteckt hielt, konnten
    die beiden Männer ihn nicht entdecken. Dann zogen sie weiter. Sie befanden
    sich auf einem erhöhtem Weg, ungefähr drei Meter über dem Garten. Einer
    pfiff einen stirländischen Marsch, während der andere sich darüber lustig
    machte. Sekunden später waren beide verschwunden. Hagen suchte nach
    den Gegenständen und wurde fündig. Äpfel und Möhren, Birnen und etwas
    Unbekanntes. Gierig biss er abwechselnd in die Äpfel und Birnen. Mit vollem
    Mund sammelte er die Möhren zwar auf, warf sie kurz darauf aber wieder
    weg. Hagen hasste Möhren. Nachdem er sich satt gegessen hatte,
    betrachtete er nun neugierig die ihm unbekannte Frucht. Sie war lang, gelb
    und krumm. Hagen biss hinein, verzog das Gesicht und spuckte sie wieder
    aus. Danach landete sie auf dem Haufen mit den Möhren. Gesättigt setzte er
    sich an den Stamm eines Baums und ruhte sich aus. Wieder tastete er die
    beiden Tiere ab. Es waren keine Tiermenschen, soviel stand fest. Die Sonne
    ging langsam auf und Hagen überlegte sich, wie er schnellstmöglich aus
    diesem Garten fliehen konnte. Als ihm ausreichend Sonnenlicht zur
    Verfügung stand, konnte er sich endlich ein Bild der Lage machen. Offenbar
    war der Garten gar nicht so groß wie er gedacht hatte. Aus dem
    vermeintlichen Garten wurde mit zunehmendem Licht eher ein Gehege. Vor
    ihm lagen die Kadaver zweier Tiere, mit rötlichem Fell und offenbar waren sie
    zuvor auf zwei Beinen gegangen. Sie glichen Menschen, wenngleich sie
    wesentlich kleiner waren. Hagen untersuchte sie nicht weiter. Vielmehr wollte
    er raus. Aus dem Gehege gab es nur einen Weg. An der Wand hinauf auf den
    Weg, wo die Männer zuvor mit der Karre entlang gefahren waren. Hagen trug
    Material zusammen, welches ihm für seinen Aufstieg hilfreich erschien. Eine
    halbe Stunde später, er war fast fertig, ertönten mehrere Stimmen. Die
    Metalltür öffnete sich und eine Gruppe gut gekleideter Personen betrat den
    Gang, der gleichzeitig Hagens Fluchtweg sein sollte. Er versteckte sich und
    wartete ab. Die Personen blieben auf dem Weg stehen und schauten
    neugierig in das Gehege. Stark geschminkte Frauen tuschelten miteinander
    und einige Männer schrieben sorgfältig Notizen auf ein Papier. Dann
    erschienen auch die beiden Wärter, die zuvor die Fütterung vorgenommen
    hatten. Hagen fühlte sich weitgehend sicher in seinem Versteck zwischen den
    Sträuchern. Das änderte sich, als eine ältere Frau auf die Leblosigkeit der
    beiden Tiere aufmerksam wurde. "Schlafen die noch oder haben die keine
    Lust sich zu bewegen?", fragte sie in die Runde. Eine andere Frau trat
    hervor. "Die sehen aus wie tot." Die Frauen kicherten und die Männer
    machten grinsend auch darüber Notizen. Die Wärter bemerkten ebenfalls die
    beiden leblosen Körper und gerieten zunehmend in Aufregung. Sie ließen
    eine Strickleiter zum Gehege hinab und einer der beiden Wärter kletterte
    hinunter. Hagens Hände schwitzten. Es war nur eine Frage der Zeit, bis ihn
    hier der Wärter entdecken würde. Wie in der Militärausbildung beigebracht
    bekommen, hielt er Angriff für die beste Verteidigung. Brüllend verließ er sein
    Versteck, schlug den Wärter nieder und sprang auf die Leiter zu, die er
    ungeschickt verfehlte und im Dreck landete. Erst der zweite Versuch war von
    Erfolg gekrönt. Die Gruppe Menschen auf dem Gang ergriff panisch die
    Flucht. Hagen kletterte die Leiter hinauf und stürzte auf die sich gerade
    schließende Metalltür zu, öffnete sie erneut und rannte einen weiteren Gang
    entlang. Dabei überholte er die vor ihm flüchtende Gruppe. Eine Frau sah
    Hagen ins Gesicht und kreischte vor Panik so laut, als hätte er vorgehabt sie
    zu umzubringen. Seine Flucht führte über ein weitläufiges Gelände, durch
    etliche Türen und über einige Zäune. Dann, nach etwa fünf Minuten stand er
    vor einer großen Gittertür. Zu seinem Glück war sie offen und führte auf die
    Straße. Hektisch machte Hagen einen Satz und befand sich auf eine der
    zahlreichen Straßen Altdorfs. Kurze Zeit später mischte er sich unter das
    Volk, welches nun, bei aufgegangener Sonne, den Tagesgeschäften
    nachging. Spazierend gelangte er nach einiger Zeit auf einen großen Platz.
    Hagen gönnte sich eine Pause, in der er einem Gaukler zusah, der Feuer
    spuckte, mit Messern jonglierte und ein Schwert schluckte. Dann bemerkte
    er, dass er sich auf einem der zahlreichen Marktplätze in Altdorf befand.
    Gewürzhändler, Schuhmacher und Schnapsverkäufer boten ihre Waren feil.
    Quacksalber priesen ihre Heilmittel an, Schneider ihre Kleider und Fischer
    ihren Fang des Tages. Es roch nach Brot und Bier. Hagen lief das Wasser im
    Mund zusammen als er einen braunhaarigen, kräftigen Zwergen mit einem
    Karren entdeckte, auf dem ein riesiges Fass montiert war. Der Karren war an
    den Rädern mit einem Keil fixiert, um nicht die abschüssige Straße
    hinabzurollen. Zweifelsohne war Bier in dem Fass. Einen weintrinkenden
    Zwergen hatte Hagen ohnehin noch nie zuvor gesehen, geschweige denn
    von einem gehört. Der Zwerg kam auf Hagen zu. "Tja, hättest du keinen
    Dienst gehabt, hätte ich dir einen ausgeben können, aber saufen während
    des Dienstes ist euch ja untersagt", brummte der Zwerg und machte sich
    über Hagens Uniform lustig. Die Uniform. Das hatte Hagen ganz vergessen.
    Die blau-rote Uniform der Soldaten von Altdorf. Blitzartig sah er sich um,
    überlegte kurz und antwortete dem Zwergen. "Pech für dich dass ich gerade
    Schichtende habe." Verdutzt starrte der Zwerg in Hagens Gesicht. "Sonst
    hätte ich wohl noch meine Waffen und wäre auch nicht alleine unterwegs,
    oder?", fügte Hagen hinzu. Grinsend nahm der Zwerg seinen langen Bart in
    die Hand und rückte ihn zurecht. "Ja, das war wohl etwas vorschnell von mir",
    lachte er und deutete Hagen ihm zu folgen. Immer noch nach
    Gesetzeshütern schauend, folgte er dem Zwergen. Dann standen sie vor
    dem Karren und der Zwerg zapfte ein frisches Bier. Hagen konnte es kaum
    erwarten. Lächelnd übergab er den Krug an Hagen, der kaum glauben
    konnte, etwas für umsonst zu bekommen. Er nahm einen kräftigen Schluck.
    "Wunderbar", flüsterte er dem Zwergen zu. Dieser stand lächelnd daneben
    und genoss das zufriedene Gesicht von Hagen als der den Krug in zwei
    Zügen leerte. Hagen gab den Krug zurück und der Blick des Zwergen änderte
    sich von freundlich in aufmerksam. Er sah an Hagen vorbei und hielt den
    leeren Krug in seine Richtung. "Suchen die dich?", fragte er. Hagen drehte
    sich um. Zwei Wachen entdeckten ihn und kamen zielstrebig auf ihn zu. "Halt,
    im Namen des Imperators. Ihr seid verhaftet", brüllte der eine. Der andere
    Wachsoldat blies in ein Horn und Hagen geriet in Aufregung. Sekunden
    später erreichten ihn die beiden Soldaten. Die Anspannung war nun auch auf
    dem Markt zu spüren. Der Zwerg hielt sich zwar aus dem Ärger raus, rückte
    aber auch nicht zur Seite als der erste Soldat mit der Hellebarde nach Hagen
    schlug. Mühelos entwaffnete Hagen den Mann und brachte die Waffe in
    seinen Besitz. Erschrocken machte der Entwaffnete einen Schritt zurück,
    während der zweite zum Schlag ansetzte. Er verfehlte Hagen nur um
    Haaresbreite. Der wiederum holte weit aus und unterschätzte beim
    Schwingen das Gewicht dieser Waffe. Einmal um sich selbst drehend knallte
    er die Hellebarde anschließend auf den Keil, der den Karren daran hindern
    sollte die Straße hinunterzurollen. Dieser setzte sich umgehend nach diesem
    Treffer in Bewegung bergab. Mit über den Kopf zusammengeschlagenen
    Händen rannte der Zwerg seinem Karren hinterher. "Mein Bier", rief er,
    obgleich er wusste, er würde ihn nicht einholen können. Dann krachte der
    Karren gegen einen gemauerten Brunnen. Das gigantische Bierfass löste
    sich von der Vertäuung, zerbrach und Holzteile landeten im Brunnen, was die
    Marktbesucher alles andere als amüsant fanden. Eine riesige Bierpfütze
    entstand und zwei Hunde begannen gierig davon zu trinken. Wutentbrannt
    drehte sich der Zwerg zu Hagen um, der immer noch den einen Soldaten in
    Schach hielt. Dann ertönte wieder ein Horn. Hagen beschloss eine altbewerte
    Taktik anzuwenden. Er ließ die Hellebarde fallen und rannte los. Der Zwerg
    gestikulierte wild, fluchte auf Khazalid und die Soldaten nahmen die
    Verfolgung auf. Nun, am hellichten Tage, konnte Hagen nicht mehr auf die
    schützende Dunkelheit hoffen. Zwar bog er gezielt in düstere Gassen ein,
    doch verließ er sie zwangsläufig auch schnell wieder. Die Hetzjagd ging also
    weiter. Mehr als zehn Stadtwachen und acht Soldaten waren hinter ihm her.
    Hagen schwor sich, diese Uniform sofort abzulegen, würde er die
    Gelegenheit dafür bekommen. Selbst die bewachten Brücken stellten nun
    kein Hindernis mehr dar. Er stieß die Zöllner beiseite und landete in der Mitte
    einer kleinen Brücke, die über einen Kanal führte. Nun stellten sich ihm drei
    Soldaten in den Weg, die den Ärger von der anderen Seite mitverfolgten.
    Hagen zog in Erwägung über den Brückenrand ins Wasser zu springen. Nur
    was würde ihm das bringen? Im Bruchteil einer Sekunde beschloss er seine
    Flucht auf Kampf umzustellen, denn das konnte er. Kämpfen. Hinter ihm zwei
    Zöllner und vor ihm drei altdorfer Soldaten, die ähnlich gekleidet waren wie er
    selbst. "Das wars, du Hurensohn. Ergieb dich oder stirb", drohte ihm der
    mittlere der Soldaten. Ruckartig drehte sich Hagen zu den Zöllnern und im
    Augenwinkel sah er, wie nochmehr seiner vorigen Verfolger auf die Brücke
    zueilten. Jetzt musste es schnell gehen, dachte Hagen. Er machte einen Satz
    auf die Soldaten zu, wirbelte herum und zog behände das Schwert aus der
    Scheide des linken Soldaten. In der gleichen Bewegung schnitt die scharfe
    Klinge am Hals des mittleren Soldaten eine tiefe Wunde. Gurgelnd und
    stöhnend hielt dieser sich seinen Hals, an dem nun das Blut hinunterlief und
    von seiner Kleidung aufgesogen wurde. Der linke Soldat wusste gar nicht wie
    ihm geschah, so schnell agierte Hagen, der ihm mit einem heftigen Tritt in
    den Kanal beförderte. Der rechte Soldat ließ die Hellebarde fallen und wollte
    sein Schwert ziehen. Hagen, der diese Aktion vorrausah, wartete genau den
    Moment ab, indem der Soldat seine Hand am Schwertknauf hatte. Zwei
    Hiebe später lag eine abgetrennte, behandschuhte Hand vor dem Soldaten,
    der vor Schock kreidebleich wurde und auf die Knie fiel. Hagen machte sich
    davon, flüchtend vor den anderen Soldaten und Zöllnern. Wieder ertönte ein
    Horn. Aus dem Kanal rief jemand um Hilfe und auf der Brücke hauchte der,
    von Hagen am Hals schwer getroffene, Soldat sein Leben aus. Nun rannte
    Hagen durch eine prächtige Grünanlage. Von überall her wurden Soldaten
    und Stadtwachen zusammengtrommelt. Es schien als würde ihm die halbe
    Stadt auf den Fersen sein. Völlig aus der Puste gönnte er sich eine
    Verschnaufpause. Dann sah er sich um. Aus dem Park schauend bemerkte
    er eine Reihe von dreistöckigen Fachwerkhäusern, die ebenfalls über große
    Hinterhöfe verfügten. Eilig huschte Hagen aus dem Park in eine der Gassen
    und auf einen dieser Höfe. Eine Hintertür stand offen und das Gelächter
    mehrerer Personen drang nach draußen. Eine Feier im Inneren des Hauses,
    dachte Hagen. Er bemerkte vor sich einen Mann, der offensichtlich in einen
    großen Eimer urinierte. Hagen musste dringend diese blutverschmierte
    Uniform loswerden. Der Mann war betrunken und fast so groß wie er selbst.
    Zielstrebig sprang Hagen auf diesen Mann zu und schlug ihn fest mit dem
    Schwertknauf. Offenbar aber nicht stark genug. "Aua, warum haust du
    mich?", erschrak der Mann und drehte sich schwankend zu Hagen um.
    Hagen schlug erneut zu, dieses Mal doppelt so hart. Der Knauf des
    Schwertes knallte auf den Kopf des Mannes. "Aua, jetzt reicht es aber. Was
    soll das? Na toll, jetzt blute ich auch noch", lallte der Mann und sah sich den
    Tropfen Blut an, der ihm von der Braue tropfte. Hagen sah fragend auf den
    Knauf des Schwertes. Er konnte nicht fassen dass der Mann immer noch
    stand. Ein drittes Mal schlug er zu und endlich sackte der Mann zusammen.
    "Bei Ulric, was kann der einstecken?", fluchte Hagen, während er den Mann
    in eine Ecke des Hofes zog. Eilig bemächtigte er sich der Kleider des Mannes
    und zog ihm seine Sachen an. Da es sich um eine altdorfsche Uniform
    handelte, ging auch das recht zügig. Immer noch liefen Wachen die Straßen
    auf und ab. Hagen überlegte kurz. Als der Mann langsam wieder zur
    Besinnung kam, drückte ihm Hagen sein Schwert in die Hand und rief um
    Hilfe. "Hierher, ein bewaffneter Mann", schrie er. Von drinnen würde man ihn
    nicht hören, der Lärm den die Feier verursachte überbot sein Geschrei bei
    weitem. Dann eilte er ins Innere des Gebäudes, welches sich kurz darauf als
    riesiges Gasthaus heraustellte. Hagen verschloss die Tür von innen und
    beobachtete das Geschehen auf dem Hof durch ein kleines Fenster. Vor
    Anspannung hielt er seinen Atem an. Der betrunkene Mann erhob sich und
    lallte etwas Unverständliches. Zwei Stadtwachen und drei Soldaten betraten
    den Hof. Der betrunkene Mann hob die Waffe und fuchtelte damit herum.
    "Wer...hicks...seid ihr denn?", murmelte er und trat auf die Uniformierten zu.
    Eine Sekunde später hallte ein Schuss über den Hof und der betrunkene
    Mann fiel in sich zusammen. Ein junger Adliger hatte ihn erschossen. "So,
    meine Herren, verrichtet man seinen Dienst", bemerkte er nüchtern, sah die
    Wachen an und schritt an den Soldaten vorbei auf die Leiche zu. "Werft ihn
    heute Nacht in den Reik", befahl er den herumstehenden Soldaten und
    Wachen. Dann drehte er sich um und ging. Zwei Soldaten sammelten den
    leblosen Mann auf und schleppten ihn vom Hof. Zufrieden atmete Hagen aus.
    "Das war knapp", flüsterte er und tastete seine neue Hose ab. Irgendetwas
    befand sich in der Tasche der Hose. Hagen zog es hinaus. Er lachte als er
    bemerkte was es war. Seine Geldbörse. Es war seine Geldbörse, und es war
    mehr Geld darin als zu dem Zeitpunkt als sie ihm gestohlen wurde. Die
    Initialen H B für Hagen Beck waren deutlich zu erkennen, trotz des
    schummrigen Lichts. Lächelnd schlich er auf die große Doppeltür zu, die sich
    vor ihm befand. Ein riesiger Festsaal in deren Mitte sich eine Tafel mit
    feinstem Essen befand, schob sich in sein Sichtfeld als er durch den Türspalt
    lugte. Es waren so viele Menschen anwesend, dass er nicht auffallen würde.
    Zumindest hoffte er das. Hagen öffnete die Tür und betrat den Festsaal. Der
    Grund der Feierlichkeit war eine Hochzeit. Die Braut tanzte mit ihrem Gatten
    zu lauter Dudelsackmusik. Einige klatschten im Takt, während sich andere
    dem Essen hingaben. Genau das machte Hagen auch. Unauffällig näherte er
    sich dem Buffet. Frikadellen, Bratenfleisch und Zwiebelbrot schlang er vor Ort
    und Stelle in sich hinein. Gierig spülte er das Essen mit Wein hinunter, der
    sich am Ende des Tisches befand. Dann, als er die Karaffe mit Wein wieder
    absetzte und sich seinen Mund im Ärmel abwischte, bemerkte er einen Mann,
    der ihm genau gegenüberstand. Nur die Breite des Tisches trennte ihre
    Häupter. Es war der Mann, dem Hagen zuvor die Kleider abnahm und ihn
    zwang in ein Fass zu klettern. "Du Bastard", rief der Mann und wirbelte
    herum. Hagen ergriff erneut die Flucht. Zumindest versuchte er zu flüchten.
    Der Mann hielt ihn am Ärmel fest und Hagen flog quer über die reichlich
    dekorierte Festtafel. Krüge flogen und Essen rollte über den Holzfußboden
    der Gastwirtschaft. Die Musik stoppte abrupt. Der Mann folgte Hagen,
    welcher unglücklich ausrutschte und sich leicht am Rücken verletzte. "Vater,
    wer ist das?", rief die Braut und starrte dabei auf den Mann. Hagen nahm die
    Gelegenheit wahr und warf den zu Boden gegangenen Bratenspieß auf den
    Mann um sich etwas Zeit zu verschaffen. Im gleichen Moment schaute der
    Mann wieder von seiner Tochter auf Hagen. Zu seinem Unglück landete die
    Spitze des Spießes genau im Auge des Mannes, der wie wild schrie.
    Niemand der anwesenden Gäste dachte auch nur im Traum daran Hagen
    aufzuhalten. Dieser machte sich auf den Weg zur Tür. Kurz bevor er sie
    öffnete, atmete er tief durch und verließ das Gasthaus. Drinnen tobte der
    Vater der Braut und die ängstliche Menge an Gästen rührte sich nicht vom
    Fleck. Hagen ging aufrecht und zielstrebig zum Stadttor, welches offen stand.
    Es war Nachmittag und Hagen wollte nur noch raus aus der Stadt.
    Er passierte die Technische Universität von Altdorf, welche im gesamten
    Imperium, ja sogar in der gesamten Alten Welt bekannt war. Den
    gigantischen Palast des Imperators Karl Franz I. von Holswig-Schliestein
    passierte er ebenfalls. Auch der riesige und gut bewachte Tempel Sigmars,
    dem Schutzpatron des Imperiums grub sich optisch in sein Gedächtinis.
    Hagen näherte sich dem Stadttor. Er schritt zügig hindurch, denn er wollte nur
    noch weg. Am Tor warteten viele Leute um in die Stadt gelassen zu werden,
    während man einfach so hindurchgehen konnte, wenn man sie verlassen
    wollte. Nach einigen Minuten drehte sich Hagen noch einmal um. "Nie wieder
    Altdorf", schwor er und machte sich auf den Weg. Eine Viertelstunde später
    rastete er an einem ausgebrannten Gehöft. Der Himmel war blau und klar.
    Nicht eine Wolke war zu erkennen. Plötzlich ertönte eine rauhe Stimme und
    eine Gestalt nahm ihm die Sonne. "Mein Bier, Bursche. Erinnerst du dich? Du
    schuldest mir noch was!", bemerkte die Gestalt. Hagen erkannte den
    Zwergen aus der Stadt wieder. Erneut wägte er zwischen Flucht und Kampf
    ab. Am rechten Bein lag ein großer, länglicher Stein. Hagen grinste und stand
    auf. "Ja, ich erinnere mich an dich, Zwerg."
    ENDE



    Auszuege und Schlagzeilen der Stadtzeitung "Altdorf Presse"


    Mann bricht in Altdorfer Zoo ein und erschlägt zwei Orang-Utan-Babys...]
    Aus unerklärlichen Gründen drang heute Nacht ein Fremder in den Altdorfer Zoo ein und erschlug
    zwei der vier kostbaren und seltenen Orang-Utan-Babys. Der Tiermörder ist flüchtig...


    Lagerhalle am Hafen mit wertvollen Gütern in Flammen aufgegangen...]
    Eine unbeaufsichtigte Laterne entfachte heute Nacht in der Lagerhalle "Aurich" am Abfertighafen
    einen verheerenden Brand. Der Verantwortliche Lagerist Wulfgart Hemmens wies jede Schuld von
    sich...


    Altdorfer Soldat auf Brücke getötet. Täter auf Hinterhof erschossen...]
    Ein in Altdorfer Uniform gekleideter und offenbar betrunkener Mann erschlug heute am frühen
    Morgen einen Soldaten der Reichsgarde zu Altdorf. Zuvor weigerte sich der Mann einer Kontrolle
    und griff die geheiligten Soldaten unserer Stadt auf brutalste Weise an. Nach einer wilden Jagd, die
    auf einem Hinterhof einer Gaststätte endete, erschoss ihn dann ein herbeigeeilter Baron mit Namen
    Berthold Hibstein...


    Bier im Wert von mehreren Hundert Goldkronen vergossen...]
    Auf dem Markt "Gantershof" zerbrach heute Morgen ein großes Fass gefüllt mit zwergischem Bier.
    Ein Krimineller widersetzte sich den Anweisungen der örtlichen Gesetzeshüter und zerstörte aus
    blanker Wut das Fass des Zwergen, der mit diesem Bier zu handeln gedachte...


    Wie immer gilt:
    Wer Fehler welcher Form auch immer im Text findet, kann sie behalten.

    Ich denke nicht dass die Games stumpfsinniger werden, sondern die Leute einfach nur anspruchsvoller. Mit einem Call of Duty lockt man mich nicht mehr hinterm Ofenrohr hervor. Auch sogenannte "Rollenspiele" sind nichts weiter als weitläufige HacknSlay-Spiele. Als ich mal jemand fragte ob er weiß was ein Rollenspiel ist, bejahte er und erwähnte gleich World of Warcraft. Danach habe ich ihn erzählt was ein richtiges Rollenspiel ist...

    Ich habe früher viel gespielt und war drei Jahre lang Leader eines Multigamingclans. Mit Unreal Tournament 3 habe ich in der Weltrangliste ordentlich mitgemischt und auch bei Battlefield Bad Company war ich unter den ersten zwanzig der Welt. Mit dem Fall des Clans habe ich zu spielen aufgehört und sitze nur noch selten vor der Kiste. Dann hat sich das Spielen auch vom PC zur Xbox gewandelt. Viele meiner Freunde spielen immernoch regelmäßig und lange. Ich habe noch einen Teamspeakserver, welcher ein Überbleibsel aus Clantagen ist. Zwar könnte ich mit meinem jetzigen PC (AMD Sixcore 16 GB RAM, Radeon 7770 HD) alles an Games zocken, doch sind die meisten Spiele nicht sonderlich tiefgängig bis langweilig. MMOs spiele ich auch nicht mehr, da sie immer den gleichen Einheitsbrei bieten. Ähnlich ist es mit Shootern. Früher oder später werde ich mir eine Xbox One kaufen.....

    Momentan klackere ich auf der X-Box 360 rum. Zwar habe ich einen leistungsstarken PC, doch ist das Spielen daran, wie auch an der Konsole, stark in den Hintergrund gerückt. Was die neue Konsolengeneration alles kann und was nicht warte ich einfach ab. An einen heutigen mittelklasse PC werden sie technisch vielleicht heranreichen, dass wird aber nicht mal ein halbes Jahr dauern, dann ist die Konsolentechnik wieder veraltet. Dann warte ich noch ein Jahr und kaufe mir entweder die PS4 oder halt die neue Xbox. Außerdem gibt es dann auch genug Spiele auf dem Markt.

    Ich habe bereits einige Geschichten an etliche (zwanzig werden es gewesen sein) Verlage verschickt. Nachdem ich ein positives Feedback bekommen habe, erzählte man mir, mein Schreibstil wäre toll und meine Geschichte bzw. mein Manuskript habe das Eingangslektorat durchlaufen und man würde sich schriftlich mit mir in Verbindung setzen. Dann bekam ich Verträge über Verträge zugesandt. Überall waren Eigenkosten und Eigenanteile zu entrichten. Die Summen beliefen sich zwischen 3.000 € und 15.000 € (Fernsehwerbung etc.) Schnell wurde klar, dass wenn ich ein Buch publizieren lassen wollen würde, ich tief in die eigene Tasche greifen müsste. So beschloss ich jedem Verlag darauf hinzuweisen, dass ich nicht gewinnorientiert bin, vielmehr meine Geschichten der Öffentlichkeit zugänglich machen möchte. Somit kam kein Vertrag zustande und ich bin auch ganz froh darüber.

    Altdorf ist die Hauptstadt des Imperiums und liegt in "Der Alten Welt", welches die Welt von Warhammer darstellt. Die Warhammerwelt ähnelt der unseren im sechzehnten und siebzehnten Jahrhundert. Allerdings gibt es in der Warhammerwelt sehr viel mehr Gefahren in Form von Orks, Rattenwesen (Skaven), dem Chaos etc.


    Oftmals erwähne ich den Dreißigjährigen Krieg in Verbindung mit den gängigen Fantasyelementen um Warhammer zu beschreiben.


    Wer sich für die Welt interessiert: Hier ein Link: http://www.altewelt.net/viewtopic.php?f=7&t=23




    Ansonsten gibt es mit dem folgenden Link eine von mir verfasste Kurzgeschichte.


    http://imageshack.us/photo/my-…hammerniewiederaltdo.pdf/






    Viel Spaß beim Lesen :D