Beiträge von kalkwiese

    Wie ich vorhin bereits in einem anderen Thread geschrieben habe, hat mich der Roman Der Meister und Margarita von Michail Bulgakov massiv an "Ein gutes Omen" von Neil Gaiman und Terry Pratchett erinnert! Wer sich humoristische, satirische Fantasy wünscht, der kann da mal ein Auge riskieren.

    Ist auch sehr angenehm zu lesen, der allwissende Erzähler erinnert ebenfalls stark an Pratchett, der ja erst Jahrzehnte später gewirkt hat. An skurrilen Figuren fehlt es nicht, beispielsweise einem schrulligen Kantor und einem großen, sprechenden schwarzen Kater, die zusammen Teile Moskaus in Schutt und Asche legen. :D Da ist eigentlich alles drin, was das Humoristenherz begehrt.

    Ich möchte hier einen Schriftsteller vorstellen, von dem ich vor einer Weile sein Hauptwerk gelesen habe und den man durchaus einen Helden der phantastischen Literatur nennen kann, denke ich. :)


    Es geht um Michail Bulgakov, bei dem ich mich vor allem auf seinen Roman Der Meister und Margarita beziehe.

    Grob gesagt besucht dort der Teufel unter dem Namen Woland Moskau, hat seine Gehilfen mit im Gepäck, unter anderem einen riesigen schwarzen Kater, und diese Truppe mischt die Stadt ganz ordentlich auf. Es gibt alles, was man braucht: nackte Hexen, Katzen und groteske Szenen.


    Zwei Personen scheint Woland aber durchaus liebgewonnen zu haben: Den in der Irrenanstalt lebenden, lebensmüden Schriftsteller, der nur "Der Meister" genannt wird, und seine einstige Geliebte Margarita.


    Bis zu seinem Tod überarbeitete Bulgakov den Roman immer wieder, der wegen der Zensur unter Stalin lange nicht oder nur in geringer Auflage veröffentlicht werden konnte. Heute gilt Der Meister und Margarita als Klassiker, der sich gegen die Zensur behaupten und der die Herzen der Leser erobern konnte. Bulgakov besticht mit Witz und liebenswerten Figuren. Und wer den geschichtlichen Hintergrund kennt, der fühlt auch den sinistren Einfluss von Stalins Russland immer mal wieder durchblitzen ...

    Wunderbar unterhaltsam!


    Das Buch ist erstaunlich leichtgängig zu lesen und erinnert mit seiner Satire und der allwissenden Erzählperspektive beispielsweise an Bücher wie "Ein gutes Omen" von Neil Gaiman und Terry Pratchett, in dem man sich teilweise auch mal fragen kann, wer eigentlich Protagonist ist.


    Andere Werke von Bulgakov möchte ich auch noch lesen. Beispielsweise "Hundeherz", das zu Sovjetzeiten auch lange verboten war.

    Daß Du Erhardts Gedicht nach Silben ordnest, ist völlig legitim.

    Ich bezweifele jedoch sehr, daß Erhardt das beim Schreiben auch getan hat. Weshalb auch hätte er sollen?

    Ob Erhardt das getan hat, können wir natürlich nur herausfinden, indem wir ihn fragen - und er ist tot. Ansonsten bleibt mir da nur zu sagen, dass er eben etwas von seinem Handwerk verstand, dein Beispielgedicht einen deutlichen Rhythmus hat (vierhebiger Jambus, also auf eine unbetonte Silbe folgt eine betonte, das viermal je Vers) und ein deutliches Muster, was die Kadenzen angeht (also das Versende, das mal betont oder unbetont ausfällt) und das dadurch einfach fließt wie Wasser. Das halte ich jedenfalls nicht für Zufall. Wenn man das ein paarmal gemacht hat, ist das auch nicht so schwierig. In meinem Gedicht hier waren manche Verse echte Selbstläufer, andere waren richtig Arbeit.

    Dass Dichter wie Erhardt ihre Werke unbewusst in Rhythmen verfassen, halte ich für naiv. :hmm: Schreiben ist ein Handwerk, das mal besser und mal weniger gut von der Hand geht. Homer wird seine Odyssee und seine Ilias nicht versehentlich in einem Hexameter verfasst haben; Goethe und Schiller sind ihre strengeren Gedichte sicher auch nicht einfach plötzlich in den Kopf geschossen. Schweiß gehört schon auch dazu.

    Es gibt natürlich auch freie Formen, hab ja auch schon sowas geschrieben, da ist der Improvisationsfaktor wahrscheinlich etwas höher. Aber auch das entschuldigt keinen Text, der über seine Füße stolpert, und darum braucht man auch da Handwerk ...


    Da hatte er eine Idee. Und die hat er aufgeschrieben.

    Kann man analysieren auf Metrik etc.

    Kann man auf entsprechende Betonung analysieren.

    Kann man alles machen...


    Nur bitte nicht, bevor man ein Gedicht schreibt.

    Also, erstmal sollte jeder so arbeiten, wie er gute Ergebnisse liefern kann. Ich denke, da sind wir uns sicher einig. :)

    Und dann denke ich, dass es hier vielleicht ein Missverständnis gibt. Es gibt beim Schreiben natürlich ein Davor, ein Währenddessen und ein Danach.


    Davor habe ich beispielsweise folgende Vision gehabt:

    - ein Gedicht in einer strengen Form

    - Paarreime

    - die Verbindung vom Schreiben mit einer Segelreise

    - ein balladenartiger Erzählansatz


    Währenddessen ergab sich dann:

    - Alexandriner als Form, nachdem andere Formen nicht so richtig gelingen wollten (hab ich also durchaus ausgejamt, wenn man so will)

    - 4 statt 3 Strophen, die ich erst geplant hatte

    - natürlich die Verse an sich, da ging es in penibler Arbeit von Zeile zu Zeile

    Spätestens ab da würde wahrscheinlich auch ein Heinz Erhardt sehen, auf was für eine Form sein Gedicht hinausläuft.


    Und danach wurde nochmal die Feile angesetzt, denn ich hatte in der ersten Strophe behauptet, eine Tintenspur zu radieren.


    Hat ja keiner behauptet, dass die Leute ihre Texte vorher fertigplanen sollen, aber Pläne mit Metaphern, Reimwörtern und Versmaßen zu machen - was ist daran abwegig?


    Sorry. Wenn Du was mit deinem Gedicht "möchtest" bist Du auf dem besten Wege, nichts mehr draus zu machen. Was ich sehr schade fände.

    Es ist nämlich ein gutes Gedicht, an dem man nichts mehr zu ändern braucht.

    Ich bin nicht sicher, was genau du damit meinst, aber ich sehe bisher nichts, wofür du dich entschuldigen musst. :)

    Von Anfang an war dies ein Gedicht, von dem ich viel wollte und mit dem ich viel gemacht habe, was für mich neu war. Deinem Urteil nach wurde es gut, und das freut mich. Ich bin der letzte, der etwas zu Tode korrigieren würde, nur um zu gefallen. Hier geht es eher um den Anspruch vor mir selbst, und der war hier ein leichtgängiges Gedicht mit festem Versmaß etc. zu machen. Dem gilt es gerecht zu werden. Daran sehe ich nichts, was etwas verhunzen könnte.

    "Leichtgängig" heißt nur nicht, dass es für mich einfach wird.

    Moin Wanderer! Ich habe mal den Thread überflogen und mich am Gedicht Mein Leben festgelesen :)


    Ich mache bei Gedichten auch immer eine mündliche Prüfung, indem ich sie laut lese. Das fließt sehr schön und einzelne Strophen haben einen deutlichen Rhythmus. Keine Ahnung, wie bewusst du das machst, aber es funktioniert gut. :thumbup:

    Inhaltlich ist es ja sehr gegenständlich, nicht abstrakt. Da lese ich neben der Tag- und Nachtbeschreibung einen geschlossenen Frieden mit der eigenen Sterblichkeit heraus, aber ohne Lebensmüdigkeit, sondern auf eine positive Weise.


    Ein kurzer Vorschlag, der einzige, der mir einfallen wollte:

    Wenn im Dunkel der Nacht

    meine Seele verzagt

    und in des Tages Dämmer (Vorschlag: "und im Tagesdämmer", passt besser zu Vers 1 der Strophe mMn)

    der Zweifel an mir nagt.

    Das würde die Strophe mMn aufwerten :D

    Ach Der Wanderer , ich verstehe schon, was du meinst. Bei Gedichten, der dichtesten Ausdrucksform, die ich mir so vorstellen kann, kann ich da aber nicht mitgehen. :hmm: Da sollte man schon danach streben, dass alles sitzt, also jede Silbe, jeder Reim, und dass das alles auch irgendwie zusammenpasst. Fünf gerade sein zu lassen, nur weil es mühselig ist, aber obwohl man es besser weiß, das wäre Faulheit. Und die ist die größte Feindin des Dichters mMn. :hmm:


    Überhaupt hat Heinz Erhardt sich auch bei diesen Zeilen wahrscheinlich viel Mühe gegeben, dass das rhythmisch so schön harmoniert und fließt. Man muss sich nur mal die Silbenanzahlen je Vers angucken und wo die Wörter betont sind. :) Das ist gutes Handwerk! Der Mann hat nicht geschlampt.


    Asni Tja, da muss ich wohl gucken, was ich mit dem Gedicht möchte. Wenn ich schon eine strenge Form möchte, gehe ich vielleicht am besten zum Paarreim zurück und lasse die Kadenzen einfach einen subtilen Hinweis für Detektive sein. :D Der Bruch im Reimschema ist einfach zu krass.

    Ich denke, der letzte Vers ist in beiden Versionen, also umschließender Reim ("Den Bildern muss ich nach | der Weg, der stimmt noch immer!") und Paarreim (Begrüßt den neuen Wind | begrüßt die reiß'nde See) eine gute Abschlusszeile. :)

    Cory Thain

    Huhu! Ja, also, der Gedanke war, dass die Struktur den Inhalt reflektieren sollte. Die offensichtliche Veränderung ist sicherlich das Reimschema in der vierten Strophe, wo ich statt einem Paarreim (aa bb) einen umschließsenden Reim genommen habe (ab ba). Ja, "Wirrwarr" soll sich da auf "immer" reimen :rofl: Die Änderung des Reimschemas ist ein harter Bruch, über deren Sinn ich auch immer noch nachdenke. :hmm:

    Die nicht ganz so offensichtliche Änderung ist, dass ab der dritten Strophe sich die Kadenzen verändern, also ob die Verse auf einer betonten oder unbetonten Silbe Enden. Strophe 1 und 2 enden auf betonten Silben, Strophe 3 auf unbetonten, und in Strophe 4 enden Vers 1 und 4 auf unbetonten Silben und Vers 2 und 3 auf betonten. 🤔 Ich wollte da eine noch größere Veränderung einführen, um die Änderungen im Schreibprozess mit darzustellen.


    Formschöner wäre es, wenn ich in Strophe 4 die Verse so vertausche, dass wieder Paarreime entstehen. Die Kadenzen bemerkt wahrscheinlich eh keiner. xD

    Ich weiß nicht, ob ich diesen bewussten Bruch lassen will, oder ob ich lieber für die Gefälligkeit den Paarreim haben will

    Ich bin jetzt selber mal gespannt, was ich hier schreiben werde. :hmm:

    Gibt es Themen, zu denen ihr automatisch immer wieder greift? (Hexen, nordische Mythologie, Drachen, Diebe, Ritter …)

    Kann ich so nicht feststellen.

    Achtet ihr stark aufs Genre oder habt gemerkt, dass es eine Sparte gibt, die euch sehr gefällt? (Völkerfantasy, Grim Dark, Dystopie, Weird Fiction, Steampunk …)

    Ich mag absurde, humorvolle Fantasy, also im Sinne von Terry Pratchett, Walter Moers, Douglas Adams, da aber lieber das Satirische als den reinen Klamauk. Bei aller Phantastik sollten Themen und Konflikte für mich schon noch echt und nachvollziehbar, und damit menschlich sein.

    Überhaupt stelle ich fest, dass Völker wie Elfen, Zwerge, Orks etc. mich nicht wirklich interessieren. Irgendwie muss ich da immer an diesen Satz aus Solaris von Stanislaw Lem denken: "Wir brauchen keine anderen Welten, wir brauchen Spiegel." So ungefähr geht's mir damit. Worldbuilding ist für mich auch sehr zweitrangig - wenn es da ist und interessant, dann nehme ich es gerne mit, aber ich lese kein Buch nur wegen der Welt.

    Auch Mittelerde und das Mittelalter interessieren mich nicht besonders, muss ich zugeben. :hmm: Von daher kann ich mit einer Welt im Disneymittelalter auch ganz gut leben. :)


    Was mich in letzter Zeit immer mehr reizt, ist das, was die Leute Surrealismus oder Magischen Realismus nennen, wo Magie im Alltäglichen passiert. Das ist nicht das gleiche wie Urban Fantasy, denn es halt auch durchaus sehr reale geschichtliche oder politische Inhalte. :hmm: Ich hoffe, dem kann man folgen. Eigentlich finde ich die Unterscheidung aber auch etwas dämlich, weil die Leute so tun, als sei das kein Fantasy oder so. Ne, es ist Fantasy, es ist nur keine Genre-Literatur ...

    Hat sich das in den Jahren bei euch geändert? Oder ist das sogar eine „Phasen“-Frage übers Jahr verteilt?

    Früher habe ich Pratchett und Moers gelesen und mich für einen riesen Fantasyfan gehalten. Heute bin ich mir bewusst, dass ich im Genre einige Lücken habe und dass ich einige davon niemals schließen werde. Beispielsweise überlege ich mir sehr gut, ob ich eine Reihe anfangen will, wo ich doch Einzelromane lieber mag.

    Ich stelle fest, dass ich in letzter Zeit mit Familiengeschichten interessant finde, wo die Geschichte also über einen langen Zeitraum spielt. Und auch Gothic finde ich spannend, mit morbider Ästhetik und lauter Figuren, die einfach nur furchtbar zueinander sind. :hmm:

    Der Wanderer

    Nabend! Also, ich habe selbst überlegt, ob ich die Kommata nicht lieber entferne. Den Trennstrich habe ich selbst entschieden zu setzen, den muss man gar nicht machen. Vielleicht sollte man den auch sein lassen. Aber ich wollte eben diese Zäsur etwas betonen, da ist das vielleicht nicht so doof. :hmm: Kommata kann man dann wahrscheinlich streichen.


    Bei Alexandrinern geht es, wie ich es verstehe, vor allem um die Zäsur nach drei betonen Silben (wobei jeder Vers sechs betonte Silben hat), und dass betonte und unbetonte Silben sich abwechseln. :hmm:


    Leider ist mir selbst schon ein inhaltlicher Fehler in der ersten Strophe aufgefallen: Eine Tintenspur kann man nicht radieren ... Da muss ich nochmal feilen.


    Ich bin sehr glücklich darüber, dass der Kiel aufgefallen ist. :D Auf die Stelle bin ich stolz!

    Habe neulich mit meiner Freundin Rumo und die Wunder im Dunkeln von Walter Moers beendet. :)

    Es ist immer noch so gut, wie es in Erinnerung habe. Kein Wunder, letztes Jahr habe ich ja erst das Hörbuch nochmal gehört. ^^

    Das schöne an Moers ist irgendwie sein Duktus. Man kann es wunderbar lesen, es fließt alles und anstrengend ist es nicht, aber es ist auch nicht so modern in dem Sinne, dass Sätze und Absätze künstlich kleingehackt werden, um auch ja keine Lesenden zu überfordern. :hmm: Schwierig zu beschreiben, man merkt es einfach in der Attitüde. Das entspricht einfach sehr meinem Schönheitsideal. Vielleicht habe ich das ja sogar von ihm?


    Ich empfehle es jedenfalls allen grundsätzlich, sofern man vor ein bisschen Blutrünstigkeit nicht zurückschreckt :)

    Der Seemann kreuzt die See | und schreibt mit seinem Kiel

    Das Boot zieht Tintenspur'n | und findet nie ans Ziel

    Er segelt ewig hier | in mir, auf dem Papier

    Auf Irrweg folgt ein Irrweg | und nirgendwo ein Pier


    Der Seemann segelt streng | nach hellem Sternenbild

    Er will geradeaus | folgt stur dem Plan der gilt

    Präzise, knapp und klar | es soll gefällig sein

    Penible Arbeit schafft | und wahrt des Simplen Schein


    Dann weht ein Wind geschwind | und rüttelt an den Sternen

    Er blättert Seiten laut | dass Sterne tanzen lernen

    Mit Rumba, Walzer, Twist | die Sterne schwingen lassen

    Vermischte Bilder woll'n | nach neuen Zielen fassen


    Der Seemann blickt empor | und sieht das Sternenwirrwarr

    "Den Bildern muss ich nach | der Weg, der stimmt noch immer!"

    Er lächelt breit und hell | begrüßt auch jede Idee

    Begrüßt den neuen Wind | begrüßt die reiß'nde See



    Ich hab neulich das Buch Kalmann von Joachim B. Schmidt für einen Buch-Club gelesen.


    Man würde es wohl einen Island-Krimi nennen, denn alles dreht sich um einen verschwundenen Hotelbesitzer in einem isländischen Dorf. Es ist ein sehr unaufgeregtes Buch mit einem geistig behinderten Protagonisten und Ich-Erzähler. Die Behinderung an sich wird nicht weiter spezifiziert, was wahrscheinlich eine gute Sache ist, so entgeht das Buch einem Zwang, einer realistischen Darstellung, mit der die Geschichte vielleicht nicht funktionieren würde. :hmm: Der zentrale Kunstgriff ist nämlich, das merkt der geneigte Leser schnell, das Kalmann ein Schlüsselereignis vergisst/verdrängt, weil es so viel Stress verursacht hat.

    Im Prinzip wird dem Leser so die entscheidende Information vorenthalten, man merkt immer mal, dass hier und da etwas seltsam ist, und am Ende kommt die Enthüllung. Der Geschichte fehlt es deswegen irgendwie an Dringlichkeit. Alles mögliche ist durchaus für den Fall relevant, das weiß man am Ende, aber davor fragt man sich durchaus zurecht, warum man manche Szenen jetzt unbedingt haben muss.

    Was mir am Buch gefallen hat war vor allem die naive Weisheit des Protagonisten und seine manchmal abdriftenden Gedankenströme. :) Das hat das Buch mMn getragen. Raufarhöfn und seine Bewohner sind mir ans Herz gewachsen. :)


    Ich empfehle es vor allem als Urlaubsbuch :)

    Sensenbach Danke, das hat mir wirklich weitergeholfen! Ich weiß noch nicht, ob ich meine Idee jetzt genau so umsetze, aber besonders die genaueren Ausführungen zu den einzelnen möglichen Sätzen hat mich auf eine Idee gebracht, die mir vielleicht noch besser gefällt. :)

    Direkter sollte es definitiv werden. Statt "in Brand setzen" wäre aber vielleicht "anfachen" eine Überlegung wert. Warum soll das Feuer erst entzündet werden, wenn es doch schon seit dem Pubbesuch vor sich hin schwelt? :D

    Hey Alex C. Weiss

    Ich musste noch eine Weile über dieses Gedicht nachdenken und warum ich finde, dass man daran noch einiges verbessern kann. :hmm: Ich hatte da lange nicht die richtigen Worte für, aber gestern hatte ich eine Eingebung. :)

    Ich denke, es liegt daran, dass ich viele Zeilen hier redundant finde. Im Prinzip sind die meisten Zeilen Variationen der gleichen Aussage, während die letzte die Hauptaussage zusammenfasst. Damit wird wenig in vielen Worten ausgesagt und das ist in wirklich den allermeisten Fällen keine gute Sache. Klar, man könnte argumentieren, wenn man will, dass das lyrische Ich sich beim Nachdenken um sich selbst dreht und nicht voran kommt - wie eben das Gedicht auch. Ich will aber nicht so argumentieren, denn bewusst uninteressant bleibt für mich leider uninteressant. ^^

    Die weißen Zeilen könnte man durch zwei von denen in lila ersetzen und den Rest löschen, denn ziemlich egal, welche man davon nimmt, in meinen Augen fügt keine weitere davon etwas zum Thema hinzu. Zwei reichen also mMn, damit die Reime bleiben. Bei dem was bleibt fällt dann auf, dass das Gedicht inhaltlich etwas mager ist. Die markierten Zeilen bleiben inhaltlich so allgemein, dass sie leider nichts mehr zum Gedicht beitragen und mir beim Lesen auch nichts geben, um das Thema anschaulich zu machen.

    Ich habe neulich mal von einem sogenannten "Paradoxon der Poesie" gehört. Im Prinzip wird ein Gedicht immer besser nachvollziehbar, je spezifischer man den Sachverhalt beschreibt.

    Also mich interessiert mehr, warum das lyrische Ich zweifelt und sich fragt, ob es gerecht ist oder richtig urteilt, als nur den Fakt zu erfahren, dass es sich das fragt. Ist im Prinzip eine einfache "Show don't tell"-Sache. :)


    Ich hoffe, dir hilft das weiter.

    Hey nochmal,

    ich denke noch immer über dieses Gedicht nach und über eine mögliche Änderung, möchte aber nichts verschlimmbessern, darum frage ich vielleicht lieber mal, was ihr davon haltet. :hmm:

    Das betrifft vor allem die letzten Zeilen der letzten Strophe.

    Zitat

    Die Geister tanzen ums Feuer.

    Sie feuern uns an.

    Meine Gedanken dazu sind folgende:

    Ja, die Geister tanzen ums Feuer, aber welches Feuer? Die Geister feuern etwas an. Das meine ich mehrdeutig, denn einmal kann man jemanden ermutigen, aber ein Lagerfeuer feuert man auch an, indem man es entzündet. Damit wird dieses Paar zu dem Feuer, um das getanzt wird.

    Diese Doppeldeutigkeit gefällt mir noch immer sehr, aber ich fürchte, dass sie vielleicht etwas zu subtil ist und man nur die erste Bedeutung versteht - und in dem Fall wäre diese Zeile einfach lahm, in meinen Augen.


    Meine Alternative wäre drastischer: "Sie setzen uns in Brand", oder ähnliches.

    Das besitzt überhaupt keine Doppeldeutigkeit und Liebe mit Feuer zu vergleichen ist auch ein sehr ausgetretener Pfad, macht als Schlusszeile aber durchaus was her. :hmm:

    Vielleicht hat ja jemand ein, zwei Gedanken dazu.

    Moin ofinkandpaper :)

    Willkommen bei uns. Neben dem Studium zu schreiben finde ich schon sehr schwierig als Hobby aufrecht zu erhalten, also viel Erfolg dabei. Also, ich wünsche dir viel Spaß beim Lesen, Kommentieren und beim Austausch hier :)

    Bin fertig damit. :) Es war grandios!


    "Der Meister und Margarita" ist ein Moskau-Roman und kommt über weite Teile ohne Protagonisten aus. Das Buch gliedert sich in zwei Teile. Teil 1 behandelt die Ereignisse um eine Vorstellung von schwarzer Magie von Woland (Satan) im Theater, wo die ganze intellektuelle und reiche Welt von Moskau versammelt ist. Kapitel behandeln einzelne Personen, die von Satans Schergen heimgesucht werden und sterben, den Verstand verlieren oder sonstwie gestraft werden. Da könnte man Woland nun als Protagonisten verstehen, aber er tritt selbst gar nicht so viel auf, viel eher seine Schergen Korowjew und der Kater Begemot. Das ist teilweise so grotesk, bizarr, absurd (sucht euch ein Wort aus), dass es von Terry Pratchett sein könnte, als dieser in der Blüte seines satirischen Schaffens stand. Und es liest sich so leicht und lesefreundlich, das ist ganz wunderbar! Das kann nur zum Teil an der Übersetzung von Alexandra Berlina liegen, denn ich habe das auch bereits über die anderen Übersetzungen gehört. Bulgakow lag nicht viel daran, dass seine Satire nicht von einfachen Lesern verstanden werden konnte. ^^


    Der zweite Teil nimmt dann Margarita und den Meister mehr in den Fokus, wobei Margarita viel mehr Kapitel und Aufmerksamkeit bekommt, wodurch sie für mich zu einer Protagonistin wurde. Sie sucht ihren Geliebten, den sie den Meister nennt, und der spurlos aus ihrem Leben verschwand. Um ihn zu finden, nimmt sie die Hilfe Wolands an ...


    Parallel zieht sich durch das Buch ein Roman über Pontius Pilatus, dessen Bedeutung zu erklären nur mit Spoiler möglich ist. Ist jedenfalls sehr cool. :)


    Übrigens ist das Buch zwar stark an Faust angelehnt, aber nicht direkt an den von Goethe, sondern an die Oper. :) Die wiederum lehnt sich wohl an Goethe an, aber solche Adaptionen sind ja durchaus sehr unterschiedlich.


    Im Nachwort wurde das Buch auch als der erste russische Fantasy-Roman bezeichnet. Ehrlich gesagt bin ich nicht mehr sicher, wie man Fantasy sinnvoll definiert, aber ich bei solchen Aussagen grundsätzlich skeptisch. Ich meine mal gehört zu haben, dass fantastische Elemente für satirische Zwecke in Russland durchaus Tradition haben.


    Leseempfehlung für Leute, die humoristische Fantasy mögen. :) Beim Lesen fühlte ich mich durch die christlichen Elemente und die Vielzahl an Perspektiven immer wieder an "Ein gutes Omen" von Nei Gaiman und Terry Pratchett erinnert. Wer das mochte, sollte dem Buch mal eine Chance geben.