Beiträge von Maxwell

    Ach jetzt verstehe ich das Problem! :rofl:


    Er will sich nicht in Ketten legen lassen, sondern sich in die Ketten legen, sprich, sich dagegen werfen. An ihren zerren, ziehen, reißen. Sich mit aller Kraft dagegen stemmen. So klarer? Schätze, wenn das Wörtchen "legen" beispielsweise durch so etwas wie "werfen" ersetzt würde, wäre die Irritation dahin, oder? ;)

    Hiho @Windweber, schön, dich an Bord zu wissen!



    Meine Güte, ihr habt eine düstere und gealttätige Welt erschaffen!

    Ich werte das mal als Kompliment, auch wenn es nicht explizit konnotiert ist xD



    Aus Interesse, habt ihr Infos, die ihr im Eigene-Welten-Unterforum posten könntet? Es würde mich interessieren, wie ihr all die Bestien, Vampire und was weiß ich so interpretiert.

    :hmm: Ist bislang eigentlich nicht geplant. Es gibt eine Karte, ja. Auch Hintergründe zu den Wächter, Teufeln, der Orden etc. Aber bislang ist es eher so angedacht, dass sich der Leser die nötigen Informationen aus dem Text ziehen muss. Und unsere Aufgabe ist es, ihm diese im angebrachten Umfang zu liefern.



    Ich würde Satzzeichendopplungen lassen. Also DInge wie ?! Man kann auch ohne bemerken, dass der Typ unfreundlich ist.

    Hach ja, ich habe einen Faible dafür. Dadurch wird einfach glasklar und unmissverständlich ausgedrückt, auf welche Weise der Charakter diese Aussage tätigt und wie sie gemeint ist. Hat mit unfreundlich ja nichts zu tun, geht eher um Rhetorik.



    Meinst du "dem Drang, sich NICHT erneut in die Ketten" - warum und wie sollte er gerade wenn er in Ketten liegt, Leute in Stücke reißen?

    Jetzt musste ich kurz überlegen, woher diese Stelle stammt. Haben die Zeilen drum herum nochmal gelesen und muss dir sagen, es ist genauso gemeint, wie es da steht. Er versucht zu widerstehen, sich IN die Ketten zu legen, damit diese nicht aus ihren Verankerungen gerissen werden. Dann wäre er durchaus dazu in der Lage, die Magistra und ihre Büttel zu zerreißen.
    Warum? Da verweise ich auf die vorangestellten Textzeilen. In Gedanken war er gerade auf einem Schlachtfeld der Vergangenheit und die Blutlust steckt noch in seinen Gliedern, auch wenn es nur "ein Traum" gewesen ist.



    Viel Spaß auch weiterhin und besten Dank für deine Anmerkungen!


    Gruß!

    Caspar


    Das Gut schlief im Dunkel der Nacht. Dank einer zerfaserten Wolkendecke blieben dem Mond und den Sternen der Blick darauf weitestgehend verwehrt. Es wehte ein lauer Wind, durchzogen von erster Winterskälte. Caspar schlug seinen alten Mantel enger um sich, als er über die verwaiste Straße lief.
    Der Hof tat sich einem Hufeisen gleich vor ihm auf, wobei das Haupthaus dessen Schenkelpunkt markierte. Zur Linken gesellte sich ein kleiner Anbau hinzu, in dem wohl Arbeiter während der Saison untergebracht waren. Rechterhand prunkte eine breite Scheune und an ihrer Seite duckte sich ein schmaler Schuppen.
    Schnüffelnd kroch ein Hund aus seiner Hütte, abgerichtet um Eindringlinge bellend und zähnefletschend fern zu halten. Caspar zauberte er jedoch nur ein müdes Lächeln auf die blutleeren Lippen. Der Junge stolzierte zu dem Tier, tätschelte es zwischen den Ohren und hauchte ihm: „Guter Junge. Und jetzt schlaf…“, entgegen, worauf sich der Rüde winselnd in seine Hütte zurückzog und sich die ganze Nacht und den darauffolgenden Tag nicht blicken ließ.
    Mit dem Selbstbewusstsein eines Landbesitzers schritt Caspar an den leeren Beeten und Feldern, den schlafenden Hühnern und Schweinen vorbei auf das größte Gebäude des Guts zu. Kurz bevor er es erreichte, bückte er sich um etwas Dreck vom Boden aufzuheben. Damit schmierte er sich Hände und Gesicht ein. Dann setzte er seinen Weg in einem humpelnden Gang und leicht vornüber gebeugt fort. Sein Geist flog voraus um zu erfassen, mit wie vielen Leuten er es in dieser lauen Spätsommernacht zu tun haben würde.
    Tatsächlich befanden sich in dem großen Haus nur drei Personen. Zwei ältere Semester im ersten Stock. Mann und Frau, die Herren des Hauses lagen im Bett und schliefen. Im Erdgeschoss schnarchte eine jüngere Dame, wohl eine Haushälterin. Sie brauchte nicht geweckt zu werden. Die besten Chancen rechnete sich Caspar bei der Hausherrin aus und ihr schickte er einen stummen Gruß in ihre Träume. Sie würde aufwachen und nicht wissen, weshalb. Dann wäre ihr, als käme ein Klopfen von unten und ohne ihren Mann zu wecken, würde sie aus dem Bett schlüpfen, sich eine Kerze anzünden und nach unten schleichen.
    Und so geschah es.
    Als sie vorsichtig die Türe öffnete mimte Caspar den verlotterten Waisenjungen. Frierend, hungernd, allein gelassen. Noch nie hatte jemand dem armen Jungen je die Tür vor der Nase wieder zu geschlagen.
    „Bitte, gute Frau“, stammelte er krächzend. „Nur etwas Wasser. Ich bin schon so lange unterwegs und allein und…“ Die Stimme brach ab und er sank ein wenig in sich zusammen. Sofort waren ihre helfende Hände da um ihn zu stützen.
    „Oh, bei den Göttern“, hauchte sie.
    „Es geht schon wieder, verzeiht mir. Es geht schon wieder.“ Er schluckte hart und ließ die Unterlippe zittern. „Es ist nur… ich weiß nicht, wann ich das letzte Mal etwas gegessen habe. Bitte. Gute Frau. Nur etwas Wasser, wenn…“
    „Ach papperlapapp! Nichts da!“, meinte sie bestimmt. „Komm herein! Wärme dich auf. Ich werde dir etwas vom Abendbrot warm machen. Und heute Nacht bleibst du. Komm schon, komm herein.“ In ihrer Warmherzigkeit und Güte gab sie jegliche Vorsicht auf und ließ ihre mentale Deckung, wenngleich unwissentlich, fallen. Somit flog Caspar beinah spielend ein Name zu: Tanner.
    „Vielen Dank, gute Frau. Vielen Dank!“ In ihrem Arm folgte er dem schwachen Kerzenschein durch eine großzügige Diele in eine nicht minder beachtliche Küche. Tanner führte ihn an einem langen massiven Tisch entlang und bot ihm den Stuhl an der Stirnseite an. Zitternd wie Espenlaub bedankte er sich ein weiteres Mal und nahm Platz. Rasch huschte sie von einer Kerze zur anderen um ein wenig Licht in den dunklen Raum zu bringen. Dann machte sie sich am Ofen hinter ihm zu schaffen.
    „Keine Sorge, junger Mann“, plapperte Tanner drauflos, während sie mit irgendwelchem Geschirr schepperte. „Frida kocht immer viel zu viel, da bleibt genug übrig um die gesamte Garnison Klingenstadts zu versorgen. Für drei Tage!“ Sie kicherte ob ihres kleinen Scherzes und Caspar öffnete derweil seinen Geist, um den ihren zu empfangen. Es kamen kleine Bruchstücke. Eine Rauschsäule in der Ferne. Angst vor der Vergangenheit. Die Hexe…
    „Wenn du gegessen hast, werde ich dir ein Bett zurecht machen. Hätte nicht gedacht, so schnell wieder jemand fremdes zu beherbergen, wenn ich ehrlich sein soll.“
    Da war ein Name: Maven. So hieß die Feuerhexe.
    Von dem Klappern und Scheppern aufgeweckt trat ein kleines, etwas untersetztes Persönchen herein, die ihre ungekämmten Haare rasch unter eine Haube stopfte.
    „Frida“, rief Tanner halblaut. „Komm her und hilf mir mit dem Feuer. Wir wollen unseren Gast nicht verhungern lassen.“
    Caspar widmete der Haushälterin keinen Blick, doch ihr Misstrauen war deutlich zu spüren. Nur sehr zögerlich setzte sie sich in Bewegung. Bald darauf loderte ein hübsches Feuer im Ofen und der Kessel oben auf verströmte blubbernd den Geruch deftigen Eintopfs.
    „Tanner, was soll der Lärm? Haben wir etwa Gäste?“, murrte der ältere Herr, der am Stock gestützt in seinem Schlafrock hereintrat. „Oh“, machte er beim Erblicken Caspars und wurde von seiner Frau kurz und bündig aufgeklärt. „Na, wenn das so ist“, antwortete er und lächelte milde. Humpelnd bewegte er sich am Tisch entlang und ließ sich schwer atmend neben dem Jungen nieder. „Wie ist dein Name, Junge?“
    „Caspar.“
    „Sehr schön, Caspar. Ich bin Reynard. Das ist meine Frau Tanner und hinter dir am Ofen steht Frida, unsere gute Seele. Du hast Glück, den Lobholdts über den Weg gelaufen zu sein. Wo kommst du her?“
    „Alamir.“
    Der Alte machte große Augen. „Von der Insel? Unglaublich, mein Großvater hat dort seine zweite Frau kennengelernt. Tanner, hol den Wein! Und ein paar Krüge! Der Junge ist so etwas wie ein entfernter Verwandter!“ Er gluckste und alle um ihn herum verfielen in eine redselige Betriebsamkeit, die ansteckend schien. Mit ausschweifenden Gesten, sich den Schlaf austreibend, plapperte der Alte den gesamten Stammbaum seiner Familie rauf und runter. Seine Frau ergänzte, wo ihn das brüchige Gedächtnis verließ, während sie eine staubige Flasche Wein hervortat und Becher verteilte. Selbst Frida gab ab und zu eine Anekdote zum Besten und schöpfte beiläufig Eintopf ab.
    Caspar lauschte, nickte und erlaubte seiner Figur, sich zu entspannen. Währenddessen schnappte er allerhand Informationen aus den weichgespülten Hirnen seiner Gastgeber auf, die er aufsog, wie ein Schwamm. Ganz nebenbei schickte er noch eine geistige Botschaft an Storges, der draußen wartete.
    Bald saßen die beiden Älteren mit am Tisch, aßen eine Kleinigkeit und tranken noch eine Menge. Auch Caspar genehmigte sich ein paar Löffeln der heißen Pampe, schmeckte jedoch schon seit Jahren nichts mehr. Einzig der Wein konnte sein Interesse erwecken und er schüttete sich einen Becher nach dem anderen hinunter.
    „Frida, du schaust so zerknirscht“, lallte Reynard. „Geht es dir nicht gut?“
    Sie schüttelte etwas zu übereifrig den Kopf, worauf ihr der Alte einen Krug anbot. Seine Frau erfasste die Situation etwas besser und erlaubte der Haushälterin, ins Bett zu gehen.
    „Ich räume hinterher auf, keine Sorge“, versicherte Tanner.
    Die junge Frau schien sehr erleichtert, deute einen Knicks an und wollte verschwinden. Kaum war sie aus der Tür, da ertönte ein spitzer Schrei aus ihrer Kehle und sie kam rückwärts wieder in den Raum.
    „Was ist los, Frida“, wollte Rey wissen. „Hast du es dir anders über…“ Jetzt trat Storges mit gezogenem Messer aus dem Dunkeln und schlagartig verstummten alle. Erst als die Haushälterin gegen die Wand stieß und ihr erneut ein spitzer Schrei entfuhr, erwachten die Lobholdts aus ihrer Starre.
    „Wer seid Ihr?“, wollte Tanner wissen.
    „Was wollt Ihr?“, setzte Rey nach und sprang auf. „Gold? Geschmeide? Seid Ihr ein gemeiner Dieb, der sich an älteren bereichert?“ Er spuckte verachtend zu Boden. „Das könnt Ihr meinetwegen haben. Für Eure Niedertracht, Eure Boshaftigkeit. Eine arme Frau mit dem Messer bedrohen. Welcher Mann tut so etwas? Hm? Seid Ihr stumm? Was wollt Ihr?“
    „Er“, schaltete sich Caspar ein, „will überhaupt nichts. Er hat nicht einmal mehr einen eigenen Willen. Ich hingegen….“, fuhr er fort, nahm die Kapuze ab und entblößte die scharfen Zähne, die im Schein der Kerzen blitzten, „will alles.“
    „Was… was… i-ich verstehe nicht. Rey?“, stammelte Tanner und sah sich hilfesuchend nach ihrem Mann um. Dieser fiel langsam auf seinen Sitz zurück und sein entsetzter Blick spiegelte die grausame Erkenntnis wider, welche ihn in diesem Moment traf.
    „Ihr seid ein Monster.“
    „Die einen sagen so, die anderen so“, erwiderte Caspar knapp. „Lasst uns doch lieber über wichtigeres reden. Diese Hexe zum Beispiel. Und das haarige Biest, Vaendur, war der Name? Ja, genau, über solche Dinge möchte ich sprechen. Und vergessen wir dabei bitte nicht den liebreizenden Sohnemann!“ Er nahm die Weinflasche und schwenkte sie über den Kopf. „Frida, komm zu uns und schenk ein. Die Nacht ist noch jung und wir haben viel zu bereden.“

    Hey @Xarrot!


    Kapitel 8: Kalln und Kallän wäre ein Vorzeigekapitel, mit dem man andere Leser anfüttern könnte. A la: das hat euch gefallen? Na, dann lest den Rest, denn genauso geht's weiter.


    Du spielst hier mal wieder die großen Stärken deiner selbst und der Geschichten im Besonderen aus: das Gebabbel unter den Gremlins macht einfach Laune. Man könnte meinen, wenn so viele Parteien zugleich agieren, könnte es schnell unübersichtlich werden, doch habe ich bei dir nie den Faden verloren und wusste immer ganz genau, was gerade los ist. Bravo!


    Dazu flechtest du weiterhin geschickt Hintergründe zu deiner erdachten Welt ein, wiederholst, ohne oberlehrerhaft zu wirken, kleine Details und erschaffst somit ein immer dichteres Gefühl für Land und Gesocks ;)


    Zugegeben, manchmal ist mit der genaue Unterschied zwischen Gremlin, Goblin, Borkling und Frak nicht ganz klar, aber da will ich mal nicht so sein und der Geschichte noch mehr Zeit geben. Ich glaube nämlich, du hast für jede Kreatur ein sehr genaues Bild vor Augen und mit dem weiteren Verlauf der Handlung werden auch wir Leser dahinter kommen.


    Abschließend nur noch Kleinigkeiten. Zum Einen schön, dass der Junge vom Anfang wieder auftaucht und du somit einen Bogen schlägst, den ich nicht erwartet habe.
    Zum Anderen fallen mir immer weniger Fehler auf, was mich zu der Entscheidung führt, erst wieder zu kommentieren, wenn ich endlich up-to-date bin. Auch um sinnlose "Toll gemacht, weiter so!"-Kommentare zu vermeiden.


    Bin mal wieder bestens unterhalten worden! :thumbsup:


    Gruß!

    Orte wechseln etwas sehr schnell und allgemein würde ich mir etwas mehr anschauliche Beschreibungen von Orten wünschen.

    Ah, da gebe ich dir völlig recht, da herrscht Ausbaubedarf. Ich glaube das "Problem" besteht hauptsächlich darin, dass wir uns sehr auf die Geschehnisse konzentrieren, die innerhalb des Nebels stattfinden werden. Alles davor war ursprünglich gar nicht so ausführlich angedacht. Da müssen wir noch mal rüber. Danke für den Hinweis!



    Gruß!

    Hallo @Rika!


    Einer Empfehlung folgend, habe ich mich auf deine Geschichte gestürzt, wenngleich der Titel mich schon früher hätte aufmerksam machen sollen ... sei es drum. Die erste Thread-Seite ist gelesen (klein Di hat endlich wieder seine geliebte Suki in die Arme geschlossen) und ich würde dir gerne ein erstes Feedback hinterlassen, wenn's genehm ist.


    Erst einmal: du kannst schön schreiben. Nein, anders: mitunter schreibst du wundervoll. Einige Formulierungen haben mich als Leser geradezu entzückt und als Autor grün vor Neid werden lassen. Deine Texte lesen sich im Großen und Ganzen sehr flüssig, es ist angenehm, deinen Worten zu folgen und ehe man sich's versieht, ist wieder ein Absatz zu ende gegangen.


    Leider ist das nicht immer so. Auf deine zahlreichen Schachtelsätze, die teils absurde Formen annehmen (bis zu fünf Zeilen - ja, bist du noch zu retten?!), wurdest du ja bereits angesprochen. Auch habe ich gelesen, du hättest deine Texte diesbezüglich überarbeitet, was nicht stimmen kann, denn da sind ja immer noch unfassbar viele, viel zu lange Sätze. Zu Einem führen die dazu, dass so unschöne Konstellationen mit den kleinen Wörtchen "diese", "dieser" und "dies", in hoher Zahl auftreten und das Lesevergnügen mMn unnötig trüben.
    Zu Anderen lässt du deinem Leser kaum "zu Atem" kommen, denn anstatt das Gelesene reflektieren zu können, steckt man noch mitten im Satz, wünscht sich den Punkt zum Verschnaufen herbei und versucht gleichzeitig alle eingeschoben Informationen zu verarbeiten. Als Leser fühlte ich mich regelrecht erschlagen.


    Apropos erschlagen: die schiere Informationsflut zu Beginn ist in deinem Falle wahrlich eine Untertreibung.


    Die zerbrochene Krone wurde dieser Teil des Ostkontinents genannt, nachdem sich die Nordspitze Namuns während des sogenannten Götterheulens in mehrere kleine Inseln aufgesplittert hatte. Das alte Adelsgeschlecht der Krysa hatte einst das komplette Land nördlich der toten Steppe für ihr Königreich erklärt, was insbesondere den mächtigen, uralten Regenwald mit einschloss, der sich ganz im Norden des Kontinents und westlich von hier befand. Damals gehörte Quad, Kassos Heimat und östlichster Teil besagten Nordens, was in der alten Sprache soviel wie „Land der Felsenmenschen“ bedeutete, noch zu besagtem Königreich Krysa. Der Handel mit der Hauptstadt Xemen sowie mit den blassen Westmenschen, vom Kontinent über dem Wasser, die mit ihren Schiffen vor Quads Küste ankerten, florierte.

    So ein kleiner Absatz und so viele Informationen. Statt den Leser sanft an deine Welt heranzuführen, wirfst du mit Namen um dich, als wären sie Konfetti. Ich frage dich: ist das wirklich nötig? Nie kann ich mir all diese Namen jetzt merken, was zu Frust führt und letztlich auch dazu, dass ich derartige Textzeilen (von denen leider noch weitere folgen) schlicht überfliege. Und das kann unmöglich in deinem Interesse sein. Also warum dieses Stakkato an Informationen und Namen?
    Ich stelle es mir so vor, dass dein Kopf voll ist mit allerlei Wissenswertem über deine Welt und du möchtest dieses Wissen teilen - MUSST es teilen, sonst platzt dir die Birne. Lass dir gesagt sein, das ist normal, aber lange kein Grund, den Leser mit allem, was dir gerade einfällt vollzustopfen. Getreu dem Motto: friss oder stirb!
    Füge die Informationen Stück für Stück ein, wenn sie gerade relevant sind. Lass sie organisch in die Handlung einfließen.


    Das kannst du.


    Damit komme ich auch gleich zum nächsten Punkt: den Charakterbeschreibungen.
    Auch hier setzt die Handlung für jeden neuen Charakter kurz aus, tritt zurück, und lässt eine Art Erzähler vor, der einen kurzen Steckbrief abarbeitet: Größe, Haarwuchs und -farbe, natürlich Geschlecht, Augenfarbe und sonstige Besonderheit. Alle verstanden? Dann kann es ja weitergehen.
    Unschön.
    Was interessieren mich denn die Haar- und Augenfarbe (nahezu) jedes Charakters? Ist das wirklich wichtig? Brauch ich das?
    An anderer Stelle schaffst du es wiederum exzellent, solche Äußerlichkeiten mit dem Text zu verweben, dass ich mich frage, ob das zwei Rikas dran schreiben.
    Es ist wirklich nicht vonnöten jeden Charakter en Detail zu beschreiben. Ganz anders ist das natürlich bei so Leuten, wie Spitzkinn, dem einige Besonderheiten anhaften. Da ergibt eine nähere Beschreibung durchaus Sinn.


    Zum Abschluss möchte ich noch auf den Inhalt eingehen:


    ich habe das Gefühl, dass du eine sehr genaue Vorstellung von so ziemlich allem hast, das du hier beschreibst. Vom großen Königreich über dessen Einwohner, ja bis hin zu jedem einzelnen Baum fühlt es sich an, als würde eine Geschichte dahinter stecken. Diese Tiefe transportierst du auf sehr faszinierende Weise. Chapeau! :hi1:
    Einzig das Konzept von Ober- und Unterwelt ist mir noch nicht ganz klar ... funktioniert das wirklich vertikal? Die einen über und die anderen unter der Erde?



    Also ... viel Geschwafel, aber ich hoffe mein Punkt wurde deutlich und ich konnte etwas helfen. ^^



    Gruß!

    Vaendur


    Dampfende Schwaden krochen über kahlen Fels. Von allen Seiten drangen sie auf ihn ein und Vaendur glaubte seinen Sinnen kaum – er war zurück. Heimat. Unter den Füßen spürte er schroffes Gestein, harten Boden mit nicht nennenswerter Fruchtbarkeit. Die Luft war klamm und der Wind stand still. Ein fernes Brummen ertönte, wie der Ruf aus tausend Kehlen. Schlagartig wurde sich Vaendur nicht nur bewusst, wo er sich befand, sondern auch wann. Er hechte einen nahen Hügel hinauf, vorbei an dürrem Gestrüpp, welches sich verzweifelt an den Stein klammerte. Ziegen begegnete er nicht. Die hatten die Gefahr schon lange gerochen und waren in den hintersten Teil der Insel geflohen.
    Sanfter Nieselregen setzte ein und der Nebel begann sich zu lichten. Einem Vorhang gleich bot er dem geneigten Zuschauer Blick auf die Bühne. Vaendur erreichte die Spitze und hier schlug ihm nun auch der Wind entgegen. Ein aufkeimender Sturm, der die weite Amnhor See, deren Fluten das kleine Archipel umgaben, aufpeitschte. Bis zum Horizont streckte sich das dunkle Meeresband, doch auf seinen wütenden Wellenkämmen tanzten unzählige Schiffe. Ungetüme aus Holz und Eisen, deren Mannschaften sich Mut zu riefen und ihre Feinde verfluchten. Ihre Lichter flackerten und setzten das Meer in Brand.
    Nein, sprach eine Stimme, die von überallher zu kommen schien. Dies ist nicht der richtige Zeitpunkt. Konzentriert Euch!
    Sie klang ungehalten und hallte unangenehm laut in Vaendurs Kopf wieder. Mit klopfendem Herzen sah er sich nach ihrem Ursprung um, da erhoben sich die Lichter von den Schiffen und flogen zu tausenden auf die Nebellande zu.
    Es wurde schwarz und gleich darauf fand sich Vaendur neben den Seinen wieder.
    Sie standen an einer Senke, die hinab zu den Ufern des Midgars führte. Der Fluss entsprang einer Quelle in den zerklüfteten Bergen der größten der sieben Inseln des Archipels. Seine dunklen Wasser führten sonst nur grauen Fisch, doch am heutigen Tage kämpften sich hunderte kleinerer Boote stromaufwärts. Tausende Nordmänner in ledernen und eisernen Rüstungen, bewaffnet mit Schild, Axt, Schwert und Speer ergossen sich aus den taumelnden Nussschalen auf die sandigen Ufer. Im Verlaufe der Schlacht hatte sich der Himmel schwarz gefärbt, schickte Regengüsse mit Blitz und Donner. Die Fackeln der Menschen ergaben einen flammenden Lindwurm, der mehr und mehr ins Landesinnere vordrang.
    Ein Brüllen ertönte, das dem Donner in Nichts nachstand. Vaendur und die anderen Skarne wandten sich um. Dort, am höchsten Punkt der Senke stand Ardan Torc, der Ebermann. Dicke, schwarzglänzende Hauer drangen aus seinem platten Schädel hervor und seine breite Brust wölbte sich, als er den Befehl zum Angriff gab. Über dem Kopf hob er dabei den riesigen Zahn einer längst vergangenen Bestie, die einst, wenn nicht hier lebte, so doch hier gestorben ist.
    Nein, nein, herrschte ihn wieder die Stimme an, die überall und nur in seinem Kopf zu sein schien. Noch nicht ganz. Es ist noch nicht soweit. Konzentriert Euch mehr!
    Und als die Skarne eine Lawine an Geröll auf ihre Angreifer hinabprasseln ließen, verschwand wieder alles im Dunkeln.
    Er öffnete seine Augen in einem Blutregen. Der Mann, den er sich mit beiden Klauen über den Kopf hielt, zappelte und schrie noch, bevor er in Stücke gerissen wurde. Vaendurs Gebrüll übertönte den Sterbenden jedoch bei Weitem. Mit blutbesprenkeltem Fell, rasendem Herzen und dem Wahnsinn im Blick wütete er weiter über das Schlachtfeld. Viele Skarne waren mittlerweile gefallen, dazu weitaus mehr Menschen. Zusammen lagen sie im Schlamm, den der stetige Regen geschaffen hatte, wo sie in Dreck und Blut ertranken.
    Den Streitkolben schwingend stapfte der nächste auf ihn zu, kletterte über seine gefallenen Kameraden und wurde vom Tod empfangen. Vaendur verpasste ihm einen Kopfstoß mit den Hörnern voran, was den Nordmann förmlich in den Boden stampfte. Ein Speer flog heran, Armbrustbolzen folgten und trafen. Der Skarne taumelte zurück, schaffte es aber dennoch seinem nächsten Gegner die Axt aus der Hand zu nehmen und ihm mit der freien Pranke das Genick zu brechen. Die Waffe war zu klein für seine Hände, weswegen er sie hinfort warf – einem weiteren Mann in die Brust. Schließlich grub sich etwas Scharfes in seine Kniekehle. Knurrend ging Vaendur zu Boden, wehrte mehr Feinde ab indem er sie beiseite wischte oder in den feuchten Grund drückte. Da wurde ihm plötzlich ein Schild mit unglaublicher Wucht gegen das Kinn geschlagen, sodass er seinen Körper mit einem Arm stützen musste um nicht zu fallen. Er schlug um sich, doch der Andere tauchte darunter hinweg und verpasste ihm einen Schlag mit dem Axtblatt. Vaendur landete jaulend auf dem Rücken. Schon war der Fremde über ihm – eine Hüne mit langem Bart und entsetzlich verzerrter Fratze. Sein Brüllen dröhnte in Vaendurs Schädel bis die blau leuchtende Axt auf ihn niederging.
    Nein!, rief die Stimme aus dem Nirgendwo.
    Es wurde schwarz um ihn herum.
    Nein! Nein! Nein! Wir sind noch nicht fertig! Nein! Bei den Göttern…


    Es war, als holte man einen Ertrinkenden an die Wasseroberfläche. Vaendur durchstieß die Barriere ins Bewusstsein und wurde von hundert Eindrücken gleichzeitig empfangen. Licht, Wärme, leichter Wind, harter Boden und Gerüche. Er wollte sich aufbäumen um der Axt zu entkommen, die nicht mehr da war. Er brüllte dem alten Feind entgegen, der seit Dekaden schon tot war. Ketten rasselten und hielten ihn an Ort und Stelle.
    „Beruhigt Euch“, herrschte ihn jemand an. „Um Armenias Willen, so beruhigt Euch doch!“
    Endlich nahm Vaendur die zierliche Person vor sich wahr, die ihn auf etwas wackligen Beinen zu Ruhe gemahnte. Doch sein Körper war noch im Rausch des Kampfes. In seinen Erinnerungen hatte er soeben die größte Schlacht seines Lebens nachempfunden und die hing ihm noch in den Knochen, Muskeln und Sehnen nach. Er wollte um sich schlagen, beißen, treten, wüten. Die Ketten an seinen Hand- und Fußgelenken knirschten, die Verankerungen in der Wand hinter ihm gaben ächzende Laute von sich.
    „Genug jetzt!“, donnerte die Fremde – eine Frau, die ihm knapp über die Knie reichte. Unter ihrer langen dunklen Robe schoss ein Arm hervor und augenblicklich ertönte ein ohrenbetäubender Knall, der den Skarnen zurückwarf. Der Luftstoß zwang ihn in die Knie und wirbelte sogleich jede Menge Staub auf. Dabei gab ihr Gewand für die Zeit eines Wimpernschlags den Blick darunter frei und Vaendur erkannte, dass der rechte Ärmel ihres Kleides offenbar zugenäht war, als fehle ihr der Arm.
    „Ich dulde keine weiteren Ausbrüche dieser Art“, forderte sie. „Habt Ihr mich verstanden? Und nun…“ Sie richtete ihre Kleidung, strich einige losgelöste Strähnen silbrigen Haares zurück und ließ sich ächzend auf den Stuhl hinter sich nieder. Sofort rannten zwei Kinder, ein Mädchen und ein Junge, herbei, um ihr zu helfen. Sie winkte ab. „Erinnert Ihr Euch, wo Ihr seid?“
    Vaendur widerstand dem Drang sich erneut in die Ketten zu werfen um alles und jeden um sich herum in Stücke zur reißen nur mit Mühe. Nur allmählich sickerte die Gegenwart wieder zurück in seinen Verstand und vertrieb die Gedanken an Mord und Blut und Tod. Tatsächlich hatte er keine Ahnung davon, wo er war. Er befand sich offenbar im Hof einer Burg. Hohe Mauern umgaben ihn und zwischen den Zinnen lugten behelmte Männer mit grimmigen Gesichter hervor, in deren Händen gespannte Armbrüste ruhten. Der Boden war festgetretener Lehm und es roch nach Hund. Am Himmel zogen ein paar Schleierwolken dahin und die Schatten des Burgfrieds verrieten, dass die zweite Tageshälfte bereits vorangeschritten war.
    Er schüttelte den Kopf.
    Ein leichtes, kaum merkliches Zucken durchstreifte die tiefen Furchen der Fremden. Ihr Gesicht war eigentlich viel zu weich und könnte fast freundlich wirken, wenn der Blick nicht diese unnachgiebige Härte ausstrahlen würde. Die beiden Kinder hinter ihr warfen sich nervöse Blicke zu.
    „Und wie ist Euer Namen? Erinnert Ihr Euch daran?“
    Er nickte. „Ich bin Brons Vaendur. Skål meines Volkes.“
    Sie schien erleichtert. „Gut, gut. Das ist gut. Erinnert Ihr Euch auch noch an meinen Namen?“
    Vaendur setzte bereits zu einem Kopfschütteln an, da keimte eine zarte Erinnerung auf. Sie wuchs heran, wurde größer und blühte. „Magistra Nyra Alysseus Milevon…“, sprach er zögerlich.
    Jetzt leuchteten die Augen der kleinen Frau regelrecht auf und sie rutschte unruhig auf dem Stuhl, den die Kinder ihr hierher getragen hatten, hin und her. „Sehr gut. Ein leichter Gedächtnisverlust, aber das ist zu verschmerzen. Ihr befindet Euch in Silberstadt, genauer in der Hohen Feste – Herzog Adalrichs Sitz. Gestern seid Ihr hier angekommen und Erzmagier Ildesar hat mich beauftragt, Euren Wert im Kampf gegen den Nebel einzuschätzen. Versteht Ihr das?“
    Vaendur stöhnte. Ihm brummte der Schädel und noch immer glaubte er Kriegsgeschrei zu hören.
    Als keine Antwort kam erhob sich die kleine Frau schließlich und streckte ihren verbliebenden Arm nach ihm aus. „Wir sollten weitermachen solange Eure Erinnerungen noch frisch sind. Wir sind noch nicht zum Kern vorgestoßen, doch ich spüre, dass es nicht mehr weit ist, wenn…“
    Sie kam nicht zum Ende des Satzes, denn allein die Androhung ihn gleich wieder dorthin zurück zu schicken, wo er beinah jeden seines Volkes verloren hatte, reichte aus um Vaendur fast in Panik zu versetzen. Er wich an die Wand zurück und knurrte: „Nein! Nicht nochmal. Nein!“
    Magistra Nyra schaute verständnislos drein, dann wurde ihr Kopf rot und sie stieß verärgert hervor: „Versteht Ihr denn nicht, wie wichtig das ist? Versteht Ihr nicht die Lage, in der wir uns befinden?!“ Langsam, ganz langsam sank sie auf den Stuhl zurück, erneut flankiert von den Kindern, und während sie sich die Nasenwurzel rieb, sprach sie: „Der Nebel schreitet unaufhörlich voran und unsere Verluste sind bereits zu hoch. Wir haben nichts, rein gar nichts in der Hand. Ihr Skarne ward einst die Hüter des letzten Restes Nebel, der in der Übereinkunft zwischen Wächtern und Teufeln vor Äonen belassen wurde um den Frieden zu wahren. Nun breitet sich der Nebel auf Arenor erneut aus und Ihr seid hier. Glaubt Ihr etwa, das ist ein Zufall? In Eurer Erinnerungen liegt ein Schlüssel oder zumindest ein Hinweis darauf, was geschehen ist und was nun zu tun ist. Es muss einfach so sein!“
    Vaendur entging nicht, wie sich ein Hauch Verzweiflung gegen Ende ihrer Rede in ihre Stimme eingeschlichen hatten. Es verursachte bei ihm eine Gänsehaut.
    „Aber ich verstehe“, sagte sie weiter und klang nun wie die alte Frau, die sie war, „dass Ihr Ruhe benötigt. Nur drängt leider die Zeit. Ich werde Euch etwas zu Essen bringen lassen und Wasser. Und in ein paar Stunden fahren wir fort. Es muss sein. Glaubt mir, wenn ich sage, dass wir hier noch lange nicht fertig sind.“

    Hiho @Xarrot!



    Was soll ich denn jetzt lesen

    Ach, keine Sorge, dem kann Abhilfe geschaffen werden ;)


    Jetzt muss ich mir Valtr irgendwie als alten Pedo vorstellen ... ("Hallo Kinder!" )

    :rofl: Okay, ich muss darüber nachdenken, ob ich das so gut finde, oder nicht. Ganz verkehrt ist der Gedanke ja nicht ... :D


    Danke für's Lesen und Kommentieren.


    Viel Spaß auch weiterhin!


    Gruß!

    Bisher ist es eigentlich das Hauptziel, einfach nur die Berge zu überqueren und das Land der Helvetrin zu erreichen. Sollte ich eventuell öfters erwähnen

    Als Ziel der Menschen hatte ich das auch noch auf dem Schirm, bloß die Motivation der Gremlins ist mir irgendwie abhandengekommen. Werde zukünftig wieder mehr darauf achten. 8)

    Hi @Xarrot!


    Habe mir gerade Kapitel 7 -Sor Pirsak gegönnt.


    Ich wurde wirklich gut unterhalten und habe diesmal nahezu nichts anzumerken. Was wirklich gut ist. Das Gequatsche und Gerangel unter den Gremlins ist eine wahre Wonne und macht sehr viel Spaß. Klar, ich kann noch immer nicht auseinanderhalten, wer wer ist, aber immerhin kommen mir die Namen mittlerweile bekannt vor. Das ist doch was. :D


    Ganz nebenbei lässt du noch solche Geheimnisse einfließen, wie den untoten Fraug, die einfach so nebenher laufen und auf deren "Auflösung" ich mich jetzt schon freue.


    Ein schräger Trupp zieht da durch die Lande. Was mir fehlt, ist ein rechtes Ziel. Eine "wir-müssen-den-Ring-ins-Feuer-werfen" Art von Ziel, wenn du verstehst? Wo will die Geschichte eigentlich hin, so grob?



    Gruß!


    Caspar



    Heute war Markttag und Caspar, als ein Bursche von gerade einmal dreizehn Lenzen, streunte über den Platz. Seit Vater sich das Bein verletzt hatte, mussten er selbst und Mutter für die Familie sorgen. Sie boten selbstgeflochtene Körbe feil, einige Felle und Selbstgeschnitztes. Mutter behielt den Stand im Auge, pries ihre Waren an und feilschte. Caspar indes stahl sich davon. In der Menge war er schnell verschwunden und besah sich somit in aller Ruhe die Stände der Händler aus fernen Ländern.
    Hier gab es seltene Gewürze, bunte Stoffe zu teuren Kleidern und Teppichen verwoben. Dazu Tiere, deren Namen er nicht kannte. Allesamt aufgespießt, gehäutet und gebraten. Es duftete köstlich.
    An einem großen Wagen, der mit zahlreichen Ornamenten geziert war, bot ein breiter Kerl mit schwarzem Rauschebart exotische Früchte an, die in Körben unter einer vielfarbigen Plane im Schatten dümpelten. Der Mann war gebaut, wie ein Fass und auf seinem nahezu kahlen Kopf ruhte ein viel zu kleiner Hut, an dem eine goldene Kordel hing. Mit donnernder Stimme pries er die Frische, die Süße und das Wilde seiner Ware an, bis es auch der letzte Kunde auf dem Platze verstanden hatte. Und tatsächlich drängelten sich die Leute um ihn.
    Auch Caspar konnte nicht widerstehen. Geschickt schlüpfte er geduckt durch die Menschenmenge bis nach vorn zu den prall gefüllten Körben hindurch. Zahlreiche Hände griffen nach den roten, grünen, gelben und rosafarbenen Früchten, drückten sie, drehten sie und schnüffelten daran. Dabei fiel hin und wieder auch eine hinab, zerplatzte auf dem staubigen Boden und spritze zu allen Seiten. Einmal jedoch bekam Caspar ein fallendes Exemplar zu fassen und wollte schnurstracks damit verschwinden, da hatte sich die Lücke hinter ihm bereits geschlossen und er stieß gegen eine Wand aus Menschenleibern. Beinah im selben Augenblick wurde er am Handgelenk gepackt und rüde herum gerissen. Der Händler schrie ihn an. Er keifte regelrecht, wobei sich Speichelbläschen in seinem Bart verfingen. Hatte er bis eben noch die werte Kundschaft in ihrer Sprache umworben, so verfiel er nun in seiner Raserei in ein polterndes Gebrabbel, dem Caspar kein Wort entnehmen konnte. Was er sehr wohl verstand, war die gebogene Klinge in der freien Hand des Rauschebarts.
    „Er gehört zu mir“, sprach jemand in ruhigem Ton und zog Caspar an den Schultern zu sich heran. Zögerlich ließ der Händler von ihm ab, grummelte noch etwas Unverständliches in seinen Bart, doch als der Fremde ein wenig Geld springen ließ, waren die Wogen schließlich geglättet.
    Nachdem sie die Menschentraube hinter sich gelassen hatten, kniete sich der Fremde vor den Jungen und sprach: „Gerade noch einmal gut gegangen, nicht wahr? Man nennt mich Valtr, und dich? Wie ist dein Name?“
    Er trug einen Talar, dem der Schmutz weiter Reisen über schlammige Straßen anhaftete. Sein Gesicht war das eines Greises, sein Haar schütter. Es waren die Augen, die man nie mehr vergaß. Das eine mit sanftmütigen Blick, das andere starr und unbeweglich. Als würde es seinen Gegenüber durchbohren wollen.
    Caspar brachte den eigenen Namen nur mit Mühe zwischen den trockenen Lippen hervor. Mehr wagte er nicht zu sagen.
    Valtr nickte, hob die grell leuchtende Frucht an den Mund und biss so herzhaft hinein, dass der Saft in Strömen an seinem Kinn hinablief. Kleine schwarze Kerne quollen aus der weichen Schale hervor wie Ameisen.
    „Probier“, schlug er vor und reichte dem Jungen das Obst.
    Gierig nahm Caspar es entgegen und schlug die Zähne hinein, worauf die Süße ihm beinah den Verstand raubte. Nie zuvor hatte er etwas so Köstliches gegessen.
    „Gut, nicht wahr?“, wollte sein Gönner wissen, während das starre Auge den Kopf des Jungen aufzubrechen schien. „Hör mir gut zu, Caspar.“
    Und Caspar hörte ihm zu. Er kaute und schluckte und biss erneut hinein, schlürfte den Saft, leckte ihn sich von den Lippen und grunzte dabei wie ein Schwein. Er hörte dem Fremden zu, auch wenn es da diese leise Stimme gab, irgendwo ganz tief hinten in seinem Hirn, die ihn anflehte zu laufen. Wegzuhören, sich umzudrehen und zu laufen. Zu fliehen. Ganz weit fort.
    „Du wirst bald sterben“, sprach Valtr und wischte sich den Mund mit dem Ärmel ab. „Freust du dich auf den Tod?“


    Caspar erwachte unter dem dichten Blätterdach des Nordargs. Selbst am helllichten Tage ließen die hohen Kronen der eng beieinanderstehenden Bäume kaum einen Sonnenstrahl hindurch. Die Moose und Sträucher am Boden mochten dieses Halbdunkel und bildeten einen weichen Teppich, von dem sich Caspar nun erhob. Bei Tage schlief er meist, denn erst die Abenddämmerung weckte seine vollen Kräfte.
    Der Traum war immer der gleiche, zumindest in weiten Teilen. Hier und da gab es von Zeit zu Zeit Abweichungen. Kleine Veränderungen, wie die Farbe einer Frucht oder den Geruch eines Gewürzes. Andere Worte, gleicher Sinn. Es wirkte fast so, als wollte sich jemand einen Jux mit ihm erlauben. Als hätte Valtr ihm diese Erinnerungen absichtlich dagelassen und spielte mit ihr nach Belieben. Ganz ähnlich, wie bei dem Loch im Schädel. Caspar zweifelte nicht daran, dass es dem Magier möglich gewesen wäre, ihm diese Verletzung posthum zu nehmen. Zu heilen. Dennoch war dieser Zeuge der brutalen Tat des eigenen Vaters noch da, gut sichtbar, sofern nicht von einer Kapuze oder Hut verborgen. Auch hier hatte Valtr nach eigenem Belieben gehandelt und sich einen äußerst schlechten Scherz erlaubt.
    „Ihr seid ja noch da“, bemerkte Caspar schmunzelnd, als er den Söldnerhauptmann neben sich bemerkte. Storges hockte im Halbdunkel an einen Baumstamm gelehnt und hielt Wache.
    „Als hätte ich eine Wahl gehabt“, knurrte er. Und tatsächlich gab es für ihn keine. Das Blut, welches er gierig getrunken hatte, war Balsam für seinen geschunden Körper gewesen. Einer Wunderheilung gleich, hatten sich die Wunden geschlossen und neue Kraft flutete seine Muskeln. Im Gegenzug waren seine Seele und sein Wille an den Spender gebunden worden. Caspar genoss die unverhoffte Gesellschaft und wusste bereits, wie er seinen kräftigen Kompagnon mit dem Messer einsetzen konnte. Und nicht nur die schnöde fleischliche Hülle war ihm von Nutzen. Storges‘ Geist offenbarte allerhand Interessantes. Über eine Hexe und ein haariges Biest. Über silberne Ritter und einen abgebrannten Gasthof. Und über den Nebel, dem die Gilde Einhalt gebieten wollte.
    „Kommt schon, wir wollen weiter. Die Nacht verspricht interessant zu werden.“
    Seit Jahren suchte er nun schon nach Valtr. Dem Mann, den seine Mutter aufgesuchte hatte, damit er ihren totgeprügelten Sohn wiederbelebte. Dem sie alles anbot, was sie besaß und der sich alles nahm. Jetzt schienen sich die Wächter zusammen zu schließen um gegen den Nebelanzukämpfen. Und sollten die Magier des Zirkels der sieben Höllen, somit auch Valtr, nicht Seite an Seite mit den Wächtern kämpfen, so waren sie höchst wahrscheinlich deren Gegner. So oder so, es war die heißeste Spur seit Jahren.
    Wenn ich dich finde, alter Mann, dachte er, dann werde ich dir etwas weitaus Schlimmeres als den Tod bescheren. Verlass dich drauf.
    Sie erreichten den Waldrand und blickten über die Straße auf einen großes Gut.
    „Und hier leben die Leute, die die Hexe gefunden haben, ja?“, fragte Caspar seinen neuen Diener. „Die Ihr, als Ihr Euch feige, wie eine Ratte, in den Büschen versteckt habt, beobachten konntet?“
    Storges nickte knapp. „Ich denke schon. Die Familie kennt jeder hier in der Gegend. Zu reich um sich mit dem Pöbel abzugeben, zu unbedeutend um adelig zu sein.“
    Caspar ließ seinen Geist durch die Nacht vorausgleiten um eventuelle Gefahren auszumachen. Sie hatten einen Wachhund, sonst schliefen alle. Ein sachtes Lächeln umspielte seine dünnen Lippen. Dies versprach tatsächlich noch ein hochinteressanter Abend zu werden.

    Meinen Glückwunsch an die beiden verdienten Sieger @Arthurios und @Xarrot!


    Gibt's nix zu meckern, da gebe ich mich gern geschlagen. :D


    Klasse gemacht! :thumbup:


    Gruß!


    @Alopex Lagopus


    Wie es aussieht versucht ihr es diesmal mit mehr als zwei Protags

    Jupp, next Level. Wir erhöhen den Schwierigkeitsgrad und den Spaß. :P


    Super der Übergang bei den neuen Protas Bei Caspar erfährt man auch, wo dieser Ekel Storges abgeblieben ist - das Caspar ihn rettet macht das ganze echt interessant. Und bei eurem Auror habt ihr eine Verknüofung mit Maven. Auch wenn die beiden am Arsch der Welt (oder besser gesagt, gerade nicht dort, wo der Leser noch mit Maven und Vaendur war) sind, sind sie doch bereits irgendwie ins Geschehen eingebunden. Echt super raffiniert, davon kann ich mir was abgucken etwas lernen

    Klasse! Dann klappt ja alles so, wie wir es uns vorgestellt und gewünscht haben. Freut mich, dass es dir gefällt.



    @Xarrot Jupp, willst mir bekannt vorkommen. ;)

    Da die Stelle aus Sicht Vaendurs geschrieben ist, finde ich es etwas seltsam wenn er hier als "Biest" bezeichnet wird. Das klingt so undankbar. Wie wäre es mit der Skarne o.ä?

    Ah, I see. Da aus der dritten Person geschrieben ist, geht es mMn in Ordnung, aber ich verstehe deinen Punkt. Anderseits: er IST nun mal auch ein Biest, da gibt es nichts schön zu reden. :D Zudem gingen mir sonst die Synonyme aus ... :sack:8)


    Meine Güte, wie alt ist Vaendur eigentlich? Wurde das schonmal irgendwo erwähnt? Der hat ja schon einiges erlebt!

    Wurde glaube ich noch nicht explizit erwähnt, aber lass dir gesagt sein: er ist alt ...



    Vielen Dank für eure Anmerkungen und das Lesen!



    Gruß!

    @Alopex Lagopus, schön, dich weiterhin an unserer Seite zu wissen!



    Wäre an dieser Stelle vielleicht ganz gut. Ich fand die Sache mit den Söldnern/Rittern teilweise etwas unübersichtlich, das hat sich jetzt etwas gelegt, seit dem Part, in dem stand, dass die Ritter freie Magier rekrutieren wollen. Dass Storges einen Hinterhalt plante, war abzusehen, aber dass er Vaendur einfach so im Wald ohne auch nur eine Wache zurücklässt, nachdem ihn seine Leute mühselig eingefangen haben, hat mich etwas stutzig gemacht.

    Ja, darüber habe ich nachgedacht. In diesem Fall werde ich aber von einer weiteren Erklärung absehen, da es einfach nicht zu Vaendur passt. Die Parts aus seiner Sicht sind auch so gehalten, dass sie widerspiegeln, wie er denkt und worüber er sich Gedanken macht. Was mit diesen Typen ist, interessiert ihn einfach Null, da hat er gerade andere Probleme.
    Achso, und er wird allein gelassen aus purem Personalmangel seitens Storges. Zudem erscheint dem Söldner die Hexe samt dem Gold der Ritter wertvoller als Vaendur. Sollte das Biest türmen, wäre es dem Hauptmann herzlich egal.



    Zudem ging es da sehr drunter und drüber. Vaendur bekommt aufs Maul und wird bewusstlos, Maven bekommt auf Maul und wird bewusstlos. Und dann wachen sie wieder auf und als Leser weiß man gar nicht, wo sie üpberhaupt sind. Ich dachte zuerst, Maven sei bereits in Silberstadt, dann wurde sie irgendwie viel zu gut behandelt und plötzlich sind sie in Storges geplanten Verrat mittendrin und in einem Gasthaus. All das klärt sich nach und nach, war in dem Moment aber meiner Ansicht fast etwas viel Verwirrung

    Hachja ... *kopfkratz* das glaube ich dir gern und stört mich auch ein wenig. Sind etwas kopflos in diese Geschichte hineingestolpert und haben etwas mehr Zeit benötigt um unseren Rhythmus zu finden. Keine Sorge, später wird es klarer und strukturierter. Bloß der Anfang, ja... holprig würde ich es wohl nennen.



    Ihr lieb es, euren Figuren ordentlich aufs Maul zu geben und ihnen keine Ruhe zu geben, oder? Bereits in zwei Threadseiten, sind beide Protagonisten zweimal an die totale Erschöpfung herangekommen und einmal durch ein magisches Elixir und dasd andere Mal durch einen zwilichtigen Waldgeist aufgeputscht worden, damit es noch mal zur Sache gehen kann. Übertreibt es nicht, irgendwann kaufe ich euch die Erschöpfung eurer Leute nicht mehr ab - kenne das ja schon aus Starraider

    Same here. Wir überspannen den Bogen gern mal, galoppieren voraus und haben dann Schwierigkeiten, uns wieder einzufangen. Aber keine Sorge, auch daran arbeiten wir! ;)



    Der Waldgeist hat auch mich verwundert - er erinnerte irgendwie nicht an einen Skarnen. Was meint er also mit "wir sind gleich?" Dass er so wenig fordert und nicht sofort hilft, sondern erst verzückt herumtänzelt, lässt ihn etwas zwielichtig erscheinen. Das macht ihn sehr gefährlich - gefällt mir

    Hehe, keine Ähnlichkeiten aufgefallen, wirklich?^^ Na, lassen wir ihm mal etwas Zeit ...



    Allerbesten Dank für Lesen und Kommentieren!


    Gruß!

    Ey @Xarrot! Habe gerade mal etwas kostbare Zeit genutzt und mich gleich noch auf Kapitel 6 gestürzt!


    Den Handlungsverlauf finde ich hier gar spannender, als in der Schlacht. Galdors Schicksal in die Hände der Gremlins zu legen ist ein geschickter Schachzug deinerseits und lässt mich neugierig auf den nächsten Part schielen.


    Hier wurde auch gleich ein Mänkelpunkt aus dem vorangegangenen Part aufgegriffen: die Fraks. Du hast sie in ihrer Art von Gremlins etwas abgehoben. Davon gerne mehr.


    Ach und btw ... was zur Hölle ist mit Jurgl los? Der scheint ja schon länger komisch drauf. Bloß eine Macke oder ist da mehr? :hmm:


    Gruß!


    Aloha, @Xarrot!


    In Kapitel Fünf durfte ich nun Bekanntschaft machen mit Dog, dem Rog. Brachialer Typ und sorgt für ordentlich Rambazamba! Allgemein gefiel mir dieser Beitrag alles in allem recht gut. Vor allem stilistisch sehr sicher und gut geschrieben. Hier warst du richtig im Flow.


    Zwei kleinere Mankos würde ich gerne kurz zur Sprache bringen: zum einen war die Schlacht sehr ordentlich beschrieben, guter Spannungsaufbau, erstaunlich übersichtlich und ohne nennenswerte Längen. Leider war mir das Schicksal der Menschen, Gardrim und Fraks eigentlich völlig schnurz. Kaum einer von denen war in einem Maße charakterisiert, dass ich mich hineinfühlen oder mitfühlen konnte. Klar war ich mit Gedanken bei den Gremlins, aber auch da wollte sich keine wirkliche Bedrohung einstellen. Vielleicht auch, weil sie den Tod ihrer Genossen so leichtfertig hinnehmen. Irgendwie passt das auch und hat seinen Charme. Andererseits sagt man sich aber ebenso: pfft, was soll's?^^


    Das zweite Problem betrifft die Fraks. In dem kurzen Abschnitt, der aus ihrer Sicht geschrieben ist, konnte ich leider keinerlei Unterschied zu den Gremlins feststellen. Sie schienen auf dieselbe Art zu sprechen und zu denken. Tauschte man "Fraks" gegen "Gremlins" würde es nicht auffallen. Das ist schade, da sich die verschiedenen Nordervölker ja anbieten, sie auch unterschiedlich darzustellen. Verpasste Chance, mMn.


    Gruß!


    Hallo @Glimpsel!


    Schön, hier mal wieder was lesen zu dürfen. Allerdings lässt mich dieser Part, ähnlich wie meine Mitleser, mit gemischten Gefühlen zurück. Das Zusammentreffen mit den Ghulen wirkt irgendwie seltsam, wenngleich ich nicht genau greifen kann, woran das liegt. Frage mich, ob die Typen noch eine Rolle spielen und Gladio evtl vor der Kapelle auflauern oder ähnliches? So wirkt es etwas dünn, hätte gern mehr von den Ghulen.


    Gut gefiel mir der zweite Abschnitt. Eine alte, verwitterte Kapelle - längst vergessen und schwer zu erreichen.


    Dabei ist Breda an sich doch schon so alt. Ist dieser Ort vielleicht ein Splitter aus der Zeit, bevor Titanen und Menschen sich bekämpften?

    Ja, bei solchen kleinen Randbemerkungen läuft es einem wohlig warm über den Rücken. Mehr davon!


    Die Elfin mit ihrem Anliegen und dem kranken Bruder wirkt noch etwas willkürlich und generisch. Aber ich lasse mich da gern von dem überraschen, was sich daraus entwickeln mag. Zumindest gibt es jetzt zwei Ziele (zwei Quest um mal bösen Videospieljargon zu benutzen) für Gladio: den Blutmagier und Aureas Bruder.


    Achso...


    Dabei ist Breda an sich doch schon so alt. Ist dieser Ort vielleicht ein Splitter aus der Zeit, bevor Titanen und Menschen sich bekämpften?

    Was mich auch etwas skeptisch zurücklässt...dass die Geldsumme, die der Arzt verlang GENAU so groß ist wie das Kopfgeld, das auf dem Steckbrief stand. Das wirkt auf mich doch etwas gewollt, oder hat es wirklich einen Grund?

    Really? Ändere das irgendwie. verschiedene Summen. So ist es zu offensichtlich oder ein wirklich dummer Zufall. xD



    Alles in allem wirkt der Text an manchen Stellen etwas holprig und das große Ganze gerät gerade etwas aus dem Blick. Aber ich will dir mal die Zeit lassen, die Handlung in deinem Tempo zu entfalten. Freue mich auf mehr.


    Gruß!


    Hallo @Ippon!


    Vielen Dank für deine netten Worte. Jeder neue Leser freut uns hier sehr.


    Lass dich nieder, leb dich ein, erhalt dir den Spaß am Lesen und gib uns deine Meinung kund. Du bist herzlich willkommen!


    Bis nach dem Training. :P



    Gruß!

    Es kam mir nur ein wenig komisch vor, weil sich Reynard doch etwas sehr entspannt gegenüber Vaendur verhalten hat. Eventuell gehört es ja zu seinem Charakter oder der Geschichte, aber das er einfach so mir nichts dir nichts neben ihm einschläft. Das war eigentlich sogar schon alles xD

    Reynard erkennt zum einen, dass die Bestie offensichtlich eingekeilt ist, zum anderen erwähnt er darauf auch, dass er der Ansicht, dass der Skarne nicht für all die Toten ringsum verantwortlich ist. Hinzu kommt außerdem, dass seine Familie in der Vergangenheit offenbar mit Skarnen zu tun hatte, worauf er Vaendur auch anspricht. Das alles zusammengenommen plus die Tatsache, dass wir es hier mit einem mutigen und neugierigen Alten zu tun haben (den manchmal einfach die Erschöpfung übermannt^^) sollte seine "Gelassenheit" ganz gut erklären, hoffe ich ;)

    @Xarrot Helau, altes Haus!



    Der Satz war ein wenig verwirrend. Ich denke mal, dass Vaendur nicht begreift in wie fern der Begriff "Steinmenschen" zutrifft. Das könnte man vielleicht etwas mehr verdeutlichen.

    Hm, ne, eigentlich nicht. Es geht viel mehr darum, dass die Menschen nicht verstehen, wie sehr die Skarne, denen sie den Namen "Steinmenschen" gegeben haben, tatsächlich den Felsen (oder eben Steinen) ähneln. Gleich darauf lässt Vaendur seinen Verstand ja quasi zu Stein erstarren um die Schmerzen zu ertragen. Das sollte es erklären.



    Skål? Der "Prost" seines Volkes? xD (das bedeutet es übersetzt aus dem Schwedischen)

    Bei der nächsten Namensfindung muss ich echt öfter den Translator zurate ziehen xD Aber immerhin eines hab ich erreicht: die Namen wirken skandinavisch - Mission accomplished! :D



    Allerdings könntest du hier und da eventuell etwas mehr "erklären". So kam mir das Verhalten des alten Mannes doch etwas zufällig vor, wie er da so den Weg entlang kommt und einfach beginnt mit dem Skarnen zu reden. Da könnte man Vaendurs Gedanken etwas stärker zum Ausdruck bringen. Ich vermute nämlich mal, dass es auch für ihn nicht unbedingt eine ganz alltägliche Situation ist.

    Argh, genau das werde ich eben nicht. Gerade in Bezug auf Vaendur möchte ich eben nicht allzu viel erklären, nur das Nötigste. Der Leser wird zu dieser Figur nicht alles auf dem Silbertablett serviert bekommen, sondern muss selbst ein wenig investieren. Aufmerksamkeit und vor allem: Fantasie. Es widerspräche dem Wesen der Skarne, wenn Vaendur jeden Gedanken auswälzen und genüsslich darauf herumkauen würde. Siehe oben: Steinmenschen. Vielleicht ist bei dieser Figur auch nicht viel mehr zu holen, aber das sei mal dahingestellt. Also... nein, seine Gedanken werden nicht viel ausführlicher, da es nicht zu seiner Rasse passen würde. Vieles muss man sich hier eben selbst erarbeiten.
    Aber was meinst du mit der Zufälligkeit von Reynard? Magst du mir das bitte noch genauer erklären?


    Danke fürs Lesen und fleißige Kommentieren!


    Gruß!