Beiträge von Verraeter

    Was ist denn die "klassische" Struktur einer Geschichte?


    Akt 1:
    1. Protagonist befindet sich in "alltäglicher Situation"
    2. Ein wichtiges Ereignis findet statt, welches den Protagonisten aus seiner Situation stößt
    3. Der Protagonist, möglicherweise nach einigem Zweifel, begibt sich auf seine Reise entweder um den Status Quo wieder her zu stellen oder um ein durch #2 neu gerichtetes Ziel zu erreichen.
    4. Beginn der Reise, erste Erfolge, neue Verbündete, neue Feinde
    5. Ein Ereignis verändert den Status Quo komplett, Pläne geraten aus den Fugen
    6. Die Opposition wird deutlich stärker, Niederlagen müssen eingesteckt werden.
    7. Protagonist erlebt seine größte Niederlage, die Situation wirkt Hoffnungslos
    8. Protagonist erhält das letzte fehlende Teil zum Sieg, siegt über die Opposition
    9. Protagonist erkennt, dass er durch die Reise verändert wurde und nicht mehr zum Status Quo zurück kehren kann.


    Ob man das ganze nun in 3 oder 5 Akte aufteilt, Heldenreise nach Campbell oder sonst wie nennt spielt erstmal keine Rolle - nach diesem Grundprinzip ist erstmal nahezu jede Geschichte aufgebaut, von der antike bis heute.


    Aber wieso hole ich so weit aus und langweile alle mit den ollen Kamellen? Weil meiner Meinung nach das Ende einer Geschichte schon ab Punkt 1 fest steht. In einem Drama, in dem eben am Ende alles verloren ist, beginnt der Protagonist am Anfang an seinem höchsten Punkt. In den Geschichten wie du sie beschreibst, geht es dem Protagonisten am Anfang häufig sehr schlecht.


    Erzähle ich jetzt aber eine Geschichte nach dem Motto: "Prota wird von bösem System unterdrückt, Prota versucht etwas gegen das System zu unternehmen, Prota wird von bösem System zerquetscht. Ende." werde ich nur sehr wenige Abnehmer für meine Geschichte finden.


    So oder so, mein Protagonist muss eine Wandlung durchmachen.


    Fangen wir also an mit: "Protagonist ist verfechter des Systems, Protagonist erkennt die Probleme des Systems und versucht etwas daran zu verändern, Protagonist geht im System unter." Landen wir grob bei einer Geschichte wie District 9. Die funktioniert. Sehr gut sogar.


    Funktioniert meiner Meinung nach also eine Geschichte in der das Böse am Ende gewinnt? Nein.
    Zumindest nicht, wenn es "das Böse" von Anfang an ist und bleibt. Was auch immer des Protagonisten Problem ist, dieses Problem muss am Ende gelöst sein. Und wenn das Problem ein krankes System ist, muss es verschwinden.


    Wenn das Problem des Protagonisten ein völlig anderes ist, kann das kranke System sich auch am Ende durchsetzen, hauptsache es gibt einen Abschluss für die eine grundsätzliche Sache für die wir als Leser hier sind.


    Ok. Ich möchte bei meiner Geschichte nämlich kein klassisches Happy End, aber ich muss noch schauen was ich mache. Schon langsam habe ich nämlich von Büchern genug die nach diesem Schema ablaufen:

    • Irgendein krankes System
    • Unscheinbare Heldin
    • Wird auserwählt, weil nur sie alle retten kann
    • Wird Symbolfigur einer Rebellion
    • Am Ende wird das System besiegt

    Gibt es den Plot außerhalb von den gerade beliebten Jugend-Literatur Dystopien? Habe den schon lang nicht mehr gesehen und erst recht nicht gelesen.

    Sag der Person bitte, die dir sagte das könne auch gut alleine stehen, dass der Verräter aus dem Forum ihr nicht zustimmt, weil er wissen will wie es weiter geht.


    Da ich selbst keine Ahnung von Rechtscheibung habe, kann ich in diesem Bereich nicht weiter helfen.


    Was mir sehr gefällt: Du verbindest die gespenstische Aura des Hauses sehr schön mit dem Humor des Teams. Wenn Schmitti jetzt noch ein Troll wäre, könnte das Glatt als Shadowrun Geschichte durchgehen. (Und glaube ich stehle diesen Plothook für das nächste mal wenn ich Spielleitere) Auch der stetig steigende Spannungspegel ist sehr gut, mit der wachsenden Panik von Schmitti während der Protagonist gerade sein eigenes Geheimnis am lüften ist.


    Wenn du wirklich nicht vorhast hier weiter zu schreiben, dann ist das Ende bei weitem zu offen da nicht eine einzige aufgeworfene Frage beantwortet wird und ich mir immer noch nicht genau sicher bin, was die Gruppe dort eigentlich macht.

    Du scheinst einen Hang dazu zu haben, das wunderschöne Wort "schien" zu verwenden.

    Du hast vollkommen recht. Meine First Drafts bestehen prinzipiell aus genau 5 Wörtern die immer wieder wiederholt werden. Dann versuche ich sie zu ersetzen, übersehe nur immer mal wieder solche "cluster". Ich habe mich jetzt auf Bereinigungstour gewagt. "Schien" existiert nur noch 4x im Text und niemals häufiger als 1x im selben Absatz.


    Die anderen aufgezeigten Fehler sind korrigiert - bis auf zwei Ausnahmen (schwitze und verzaubern, Punkt 1 und 3 den du genannt hattest) da mir an diesen Stellen der Stil wichtiger ist.


    Den Thread über Komma setzung von Phi habe ich gefunden, bin mit diesem auch nochmal komplett über den Text gegangen. Allerdings befürchte ich mehr Fehler erzeugt als gelöst zu haben. Dieses Thema ist leider ein riesiges Fragezeichen in meinem Kopf.


    Vielen Herzlichen Dank für deine Mühen, die du dir mit dieser ausführlichen Korrektur gemacht hast.



    ein schönes Geschichtchen, das du dir da ausgedacht hast.

    Ich bin mir nicht wirklich sicher was das bedeutet, da ich das Wort Geschichte noch nie in der verniedlichungsform gelesen habe, aber vielen Dank für deine netten Worte.

    ob man das in einer gedruckten Version zweifarbig machen würde

    Gedruckt ist es glaube ich einfacher, kursive von normaler Schrift zu unterscheiden. Es wurde farbig, weil ich am Bildschirm nicht immer direkt den Unterschied gesehen habe als es noch nur kursiv war.

    Das, was er sah, spürte, erlebte, in für Menschen verständliche Worte zu packen schien nicht nur un schaffbar, es war gänzlich unmöglich.
    Der menschliche Horizont war für so etwas nicht gedacht, hatte weder Vokabular, noch Verständnis für die sich gerade abspielenden Ereignisse. Niemals hätten sie ihm nachfühlen können.

    Und da sagt doch noch mal einer "beschreibe nichts mit den Worten unbeschreibbar!" - hier hat es auf jeden Fall funktioniert. Bravo dazu. :)


    Mir persönlich ist das Ende zu offen - der Text an sich liefert nicht wirklich die Antworten auf die Fragen die du im Leser aufwirfst. Aber das liegt an mir - mag eben keine Prologe.


    Ich mag auf jeden Fall deinen Schreibstil. Liest sich sehr flüssig und ist erstaunlich spannend.

    Jetzt wo du es erwähnst ... da sind tatsächlich Parallelen.


    Werther habe ich damals in der Schule gelesen - und während alle aus meiner Klasse es gehasst haben - war ich ganz fasziniert vom Text. Klar, es ist letztlich eine unerträglich rosane Schnulze, aber ich kannte vorher die Idee eines Briefromans noch nicht. Ich weiß nicht mehr in welchem Zusammenhang genau, aber irgendwann erzählt er wie schwierig es war immer wieder neue Geschichten für ein paar Kinder erfinden zu müssen und daraus habe er gelernt "Für das Erzählen jeder Geschichte nur eine einzige Chance zu haben". Irgendwie so. Der Moment hat mich schwer getroffen.


    Ich lese im Moment Maus von Art Spiegelman. Wurde mir im lokalen Comicshop empfohlen als ich gefragt habe "Angeblich sind Graphic Novels ziemlich beliebt. Was gibt es in dem Genre so lesenswertes?"


    Mit dieser Frage habe ich wohl eine Leidenschaft des Verkäufers angesprochen, denn was folgte waren 45 Minuten begeisterte Reden über dies Werk und das Werk. Ich liebe es einfach Leuten zuzuhören, die ganz und gar von etwas begeistert sind. Hab den Laden dann auch mit einem halben Stapel verlassen. Das Buch ist nicht leicht zu lesen - wie bei Büchern über den Holocaust so üblich - aber wirklich gut. Wirklich ausgezeichnet!

    Vielen Dank für deine Antwort.


    Die fehlenden Leerzeichen wurden ergänzt, ebenso noch ein paar andere die mir dabei aufgefallen sind.
    Ursprünglich war es gar nicht als Horror Geschichte gedacht - aber ich glaube mit jeder Überarbeitung ist sie mehr und mehr zu einer geworden.


    Gruß,
    Der Verräter



    Prinzessin Strohhaar


    Als Ellis gerade zum ersten Wort ausholte, die Passanten des Marktplatzes für sich zu gewinnen, stockte ihr Atem. Ihr ganzer Plan verlor in diesem Moment an Bedeutung. Ihr ganzes Auftreten mit einem mal lächerlich. Sie nahm den Hut unter dem sie noch vor einem Moment schwitzte und warf ihn auf den Tisch.
    Was hatte sie sich eigentlich gedacht? Weshalb sollte gerade ihr jemand zuhören? Besonders wenn sie diesen dämlichen Hut trug. Es war ein gewaltiger Spitzhut, groß genug um noch ihre kompletten Schultern mit Schatten zu bedecken. Vorne ein gelber Stern, den sie selbst erst letzte Nacht angebracht hatte.
    Langsam sackte sie in sich zusammen während sie im Flüsterton einzelne Worte aus ihrer Kehle presste.
    "Seht her - alle miteinander - Groß und Klein, seht die Wunder von Ellis der Magischen Puppenspielerin."
    Gestern noch schien es eine brillante Idee sich hier mit ihren Holzpuppen auf den Markt zu stellen, mit dem unvergleichlichen Charme eines Zaubererhutes, und alle Leute um Sie herum verzaubern mit ihrer Geschichte. Sie würde einfach voller Selbstvertrauen ein wildes Feuerwerk mit ihrer Stimme in Gang setzen und alle - wirklich alle würden staunen.


    Sie nahm die kleine Puppe in ihre Hand und begann in bissigem Ton: "Weit sind wir nicht gekommen, oder Prinzessin?"
    Ihr Gegenüber schwieg.


    Mit jedem Schritt wurde es kälter. Der Gestank von Verwesung trieb ihr Tränen in die Augen. Mir ihren Händen tastete sich Ellis langsam die stock-finstere Höhle entlang. Es war nicht mehr weit. Man sah bereits das flackernde Licht von Feuer in der Ferne und erste Stimmen drangen leise bis zu ihr hervor. Nur noch ein kleines Stück. Nur noch ein paar Schritte, bis sie endlich das Geheimnis lüften würde.


    "Was hast du da?"
    Ellis schreckte herum. Starrte geschockt in die fragenden Augen des Mädchens. Für einen Moment versuchte sie die Puppe zu verstecken.
    "Das ist – nun – ", Ellis Worte verschluckten einander, "Prinzessin Strohhaar. Und sie ... sie ist auf einer gefährlichen Reise. Ich wiederum bin Ellis, eine magische Puppenspielerin."
    Das kindliche Gesicht verzog sich. "Aber an der Puppe sind gar keine Fäden, und ... und ...", sie zögerte, sah dabei auf Ellis‘ Arm, "man kann nicht mit nur einer Hand Puppenspieler sein."
    Ellis folgte dem Blick des Mädchens auf ihren rechten Arm, von dem nur noch ein Stumpf in verdreckten Verbänden übrig geblieben war. Für einen winzigen Moment spürte sie wieder den Schmerz in der Hand.
    "Ach! Fäden brauche ich keine und den Arm auch nicht.", sie lächelte gezwungen, "Ich zeige es dir."


    Mit einem Ruck sprang Ellis auf Ihre Beine, schloss die Augen und konzentrierte sich ganz auf die Melodie, die nur von den wenigsten gehört wurde. Es war der Wind, der ganz sanft durch die Fäden streifte von denen die gesamte Welt gehalten wurde. Als Ellis ihre Augen wieder öffnete konnte sie die silbernen Fäden schimmern sehen, umgriff sie bedächtig und zupfte an ihnen wie ein Harfenspieler. Die Holzpuppe begann langsam nach oben zu schweben, stellte sich auf den Tisch und verbeugte sich vor dem Kind.


    Ellis sah in glitzernde, noch ungläubige Augen.


    Entsetzt starrte Ellis in den Raum. Um die Lampen herum waren Schweinekadaver aufgetürmt. Schwärme von Fliegen schwirrten umher. Auf der anderen Seite blutverschmierte Betten in denen Menschen lagen.
    Lebten Sie noch? Als sie genau hinsah, konnte sie die Blasen auf den Gesichtern erkennen. Das Zeichen der Seuche. Ohne es selbst zu begreifen tat sich einen Schritt nach vorn.


    "Und so kam es, ihren geliebten Vater von der schweren Krankheit zu Heilen, dass die Prinzessin sich im dunklen Westwald wiederfand."
    Bäume aus Papier schwebten nun über den Tisch. Ellis stellte sie an ihre Plätze, ergriff vorsichtig die unsichtbaren Fäden und zog die Schatten der Bäume dunkel und bedrohlich über die Bühne, bis die Zuschauer kaum noch die kleine Holzpuppe sehen konnten.
    Mehr und mehr Menschen blieben nun vor Ellis' Schauspiel stehen.
    Doch nur das Mädchen starrte mit verängstigten Augen in die Schatten im verzweifelten Versuch die Heldin der Geschichte im Dunkel zu erspähen.
    Ellis senkte ihre Stimme. "Jeder Weg schien der Falsche. Und die Sonne fiel und fiel näher dem Horizont zu. Aber im Wald die Nacht zu verweilen wäre zu gefährlich für die Prinzessin."
    Mit nur einem Zucken ihrer Fingerspitzen ließ Ellis die Puppe durch die Schatten springen während sie sprach.
    "Aber dann - könnte dort das Ende sein?"
    Die Bäume wirbelten erneut herum, ließen diesmal einen Weg offen als sie sich wieder am Boden verwurzelten.
    "Ja!", rief Ellis laut aus, "Hier ging es aus dem Wald! Aber gerade als die Prinzessin die letzten Schritte tun wollte..."
    Mit einem Ruck griff Ellis in ihre Tasche und warf Blumensamen vor die Puppe. Sie schloss erneut ihre Augen und legte ihre Hand auf den Tisch.


    Der erste Schritt der Magie war es, die silbernen Fäden zu sehen. Der zweite Schritt, ihnen seinen eigenen Willen aufzuzwingen. Der letzte und gefährlichste war es, sich dem Willen der Magie zu unterwerfen.


    Die Fäden der Blumensamen krochen auf Ihre Hand zu und begannen langsam sie zu umschlingen, verloren ihren silbernen Glanz und wurden stattdessen schwarz während sie in ihre Haut eindrangen. Kälte kroch ihren Arm hinauf. Luft wurde aus ihrer Kehle gepresst. Aus den Fäden waren nunmehr feste Wurzeln geworden, die pulsierend alle Energie aus ihr saugten. Die magische Melodie kam näher, schien ihr direkt ins Ohr zu flüstern. Es waren keine Worte, sondern der direkte Wille des Rituals. Der Wille der Magie, die mehr immer mehr von ihr verlangte. Mehr Kraft. Mehr Leben. Nur nicht aufhören. Immer weiter. Weiter!


    Als schließlich ihr gesamter Arm von wilden, magischen Ranken umschlossen war ballte sie ihre Hand zu einer Faust und riss ihren Arm nach oben. Mit Energie zum bersten gefüllt zersprangen die Blumensamen, öffneten sich und aus ihnen sprossen gewaltige Rosensträucher empor. Als sie ihre Hand erreichten bebten die Ranken bis sie zersplitterten, unter ihrer eigenen Kraft barsten und sich schließlich in Rosenblüten verwandelten. Ellis stieß sie mit einem schnellen Windstoß nach oben. Ein tiefes Raunen ging durch die Menge, als sich ein Meer aus Rosenblüten über sie ergoss.


    Überall erhoben die Menschen ihre Arme. Das Mädchen sprang auf und ab um Blüten aus der Luft zu ergreifen.
    Die Puppe trat ganz sanft aus den Schatten der Bäume hervor. Ellis rang nach Luft. Schweiß strömte über ihr Gesicht während Sie vor Kälte zitterte. Ihre Knie gaben nach und doch konnte sie nicht anders als lächeln während sie ihre Zuschauer beobachtete, die noch immer vom Blütenregen gefangen waren.



    "Warum bist du hier?", die Frage kam wie ein Schrei der sie aus ihrer Starre löste. Direkt neben ihr stand der Arzt, voll mit Blut und einem Messer in der Hand. Aber sie sah nicht ihn sondern vielmehr die schwarzen Ranken, die verborgen vor Blicken zwischen ihm, den Kranken und den Tierkörpern wucherten und so mittlerweile den gesamten Raum für sich eingenommen hatten. Sie begriff dass dieser Mann nicht mehr selbst Kontrolle über sich hatte, sondern nur noch vom Willen des Rituals wie an Fäden gezogen wurde. Panik ergriff sie. Konnte sich nicht mehr bewegen. Die Klinge drang in ihren Arm.


    "Schließlich", sprach Ellis während alles außer der Puppe vom Tisch verweht wurde, "nach so vielen Prüfungen und beschwerlichen Tagen, gelangte die Prinzessin endlich an ihr Ziel. In die Höhle des Drachen Askarganis! Allein sein Atem im Schlaf füllte die Höhle mit fauligem Geruch und einem fast undurchsichtigen Nebel."
    Während sie sprach bedeckte sich der Tisch mit grauem Rauch. In ihm ließ sie einige Lichter flackern die ihrem Schauspiel eine gespenstische Aura verlieh. Einige der Zuschauer kamen näher, andere traten einen Schritt zurück.
    "Ganz langsam, ganz leise, wie eine Maus setzte die Prinzessin einen Fuß vor den nächsten. Sie wusste, das Kraut würde nur dort wachsen wo der Drache schläft und genau dort konnte sie es nun erspähen."
    Ellis ließ nun den Rauch Konturen annehmen. Es schien, als könnte man einen schuppigen Schwanz sehen, der geräuschlos an der Puppe vorbei schwirrte.
    "Schritt um Schritt, nach jedem ein Atemloser Moment ob sie die Bestie nicht doch geweckt."
    Hörner drangen nun direkt hinter der Puppe aus dem Nebel.
    Ellis holte Luft und bereitete alles für den nächsten Trick vor, bekannt bei Magiern unter dem Namen "Echokammer".
    Und dann sprach sie wie ein ganzer Chor inmitten einer Kathedrale: "WER WAGT ES MEINE HÖHLE ZU BETRETEN?"


    Wieder und wieder raste das Messer in ihre Richtung. Schnitt tiefe Wunden in ihren Körper. Zurückgedrängt versuchte sie Fäden zwischen sich und ihrem Angreifer zu spannen, doch jedes mal wenn sie gerade einen ergriff traf sie schon der nächste Schlag.
    "Ich kann sie retten", rief der Arzt, "Ich kann sie alle retten!"
    Ellis spuckte Blut, "Ihr seid wahnsinnig!"
    Er sprang nach vorn, sie stieß sich von der Wand ab in Sicherheit. Der Arzt prallte mit ganzer Wucht gegen die Steine.
    "Das Ritual hat von euch Besitz ergriffen.", sie hoffte in ihm existierte noch Menschlichkeit, "Ihr müsst dem Willen widerstehen!"



    Die Puppe wirbelte herum während der Nebeldrache immer wieder nach ihr schnappte. Ellis hatte die Zuschauer vor der Bühne und längst ihr eigenes Spiel vergessen, folgte nur noch instinktiv den Fäden die an ihr zogen.
    Die Klinge blitzte erneut im flackernden Licht der Lampen auf, rammte in ihren rechten Arm und wurde direkt wieder herausgerissen. Blut schoss aus der Wunde, ein Fleischfetzen fiel zu Boden.
    Das Maul des Drachen schloss sich um die Prinzessin herum, die im letzten Moment noch heraus springen und ein kleines Stück des Krauts ergreifen konnte.
    Ellis rannte zum Ende des Raums. Schwarze, gierige Ranken zogen sich entlang ihres Blutes, krochen langsam aber unerbittlich auf sie zu.
    Sie ließ den Tisch beben während kleine Flammen von oben auf den Drachen und die Prinzessin herunter fielen. Die Puppe wich grazil aus, der Nebeldrache windete sich unter dem Feuer.
    "Arrgh! Arrgh!", rief sie noch in der bedrohlichen Stimme des Biestes aus.


    "Du darfst das Ritual nicht stören!", die Stimme des Doktors war nun nicht mehr seine eigene, sondern dunkel und gurgelnd, während er langsam auf sie zu stapfte. Jeder Schritt nur getragen durch die Magie die ihn kontrollierte.
    Auf Knien und vor Schmerzen wimmernd starrte Ellis auf die Ranken, die sich vom Boden gelöst hatten und sich nun um ihre Hand schlu
    ngen, in ihre Haut eindrangen. Sie entzogen ihr alle Wärme aus ihrem Körper. Luft wurde auf ihrer Kehle hinaus gepresst. Die Welt verschwamm um Ellis herum. Und dann begriff sie. Verstand was sie tun musste.

    Der Drache verschwand wieder zu dem Nebel aus dem er gekommen war, Ellis musste jetzt nur noch die Puppe aus dem Rauch bringen. Sie umschlang die Fäden, aber gerade als sie versuchte diese nach oben zu ziehen entglitten sie ihrem Griff. Ellis versuchte sie noch zu halten doch es war bereits zu spät.
    Sie ließ los. Unterwarf sich dem Willen des Rituals, das wie eine Armee auf sie ein brüllte. Sie spürte nun die wahre Kraft, die sich hier im Raum befand. Die Kranken, die Kadaver, der Arzt – sie alle waren bis zum letzten ihrer Energie beraubt, die zwischen ihnen zitterte.
    Den Kreislauf unterbrechen. Sie musste ihn nur für einen Moment unterbrechen und der zum bersten geladen Kern würde in sich zusammen fallen und mit ihm das gesamte Ritual. Ellis sah an ihrem rechten Arm hinab. In ihm wie ein Tier verbissen die Ranken.
    Ihren Atem anhaltend umschlang sie einen verbliebenen Silberfaden, legte ihn um das was von ihrem Arm noch übrig geblieben war und zog.
    Schmerz durchdrang sie als sich der Faden in ihr Fleisch schnitt, bis ihr Arm schließlich von den dunklen Ranken abgerissen wurde.

    Die Fäden, plötzlich frei von der Gewalt der Magierin, rissen die Puppe auseinander. Holzstücke flogen durch die Menge.
    Ellis fiel zu Boden. Ihre ganze Welt war erneut in Blut getränkt, der Atem stockte. Angst zog sich über Ihren Geist wie ein Schleier.
    Energie strömte in alle Richtungen. Die Ranken pulsierten, Flammen stießen aus ihnen heraus. Der Arzt schrie ein letztes mal auf, bevor das Feuer auch ihn verstummen ließ.
    Vor ihren Augen wurde es schwarz.


    Einen Moment, eine Ewigkeit, sah sie nichts außer den Splittern auf dem Boden.
    "Hier.", die Stimme des Mädchens riss Ellis aus ihrer Trance. Das Kind hielt seine Stoffpuppe vor ihr Gesicht, "Kannst du mit meiner Puppe die Geschichte weiter erzählen? Die Prinzessin muss doch noch nach Hause kommen."


    In die Augen des besorgten Kindes starrend brach Ellis in Tränen aus, während sich ihr Gesicht gleichzeitig in ein breites Lächeln verzog.


    Ende


    Der Verräter

    @Layla Serien dienen einzig und allein dem Unterhaltungszweck? Da möchte ich aber so stark widersprechen wie ich nur kann. Serien - ebenso wie Literatur, Kunst, Film oder Musik sind Kunstwerke. Da haben natürlich nicht alle den selben "Gesellschaftlichen Wert" aber selbst die niederste Form ist Teil unserer Kultur und modernen Geschichte. Noch heute staunen wir über die Nibelungensage. Was Menschen wohl in 200/400/800 Jahren über unsere heutigen Geschichten denken werden? Und falls ja - welche würden am ehesten erhalten bleiben? Vielleicht nur eine einzige aus den gesamten letzten 80 Jahren. Vielleicht eine ganze Reihe. Aber völlig egal an wie viele man sich Erinnern wird: Heute haben sie einen sehr starken Effekt Millionen von Menschen den man niemals unterschätzen sollte.



    Ich möchte ein paar Worte zur Serie "The Killing" sagen, da mich die Serie in einen absoluten Bann gezogen hat den ich ehrlich gesagt nicht genau erklären kann.


    Und dazu muss ich beginnen eine Szene zu beschreiben - minimale Spoiler dabei mit eingeschlossen:


    Eins

    Eine Frau steht auf einer Brücke im wie üblich bewölkten Seattle. Im Hintergrund verschwommene Bäume. Ruhige Musikuntermalung. Zwei Junge Frauen gehen an ihr vorbei. Sie sieht ihnen mit traurigem Blick hinterher.


    Zwei


    Sie schließt ihre Augen und beginnt noch im Flüsterton zu zählen. Eins, zwei, ...
    Wir, die Zuschauer, erinnern uns an eine Geschichte. Als Ihre Tochter noch klein war, kaum älter als fünf, hat sie nie verstanden wie das Spiel Hide and Seek funktionierte. Immer wenn die Mutter die Augen wieder öffnete, starrte ihr Kind sie mit großen Augen an, direkt vor ihr.


    Drei


    In den letzten Jahren hat sie ihre Tochter kaum gesehen. Sie kam immer nur nach Hause wenn sie Geld brauchte und wenn sie keins bekam, hat sie es eben aus der Tasche ihrer Mutter gestohlen. Ihre Beziehung war, milde gesagt, nicht die beste. Aber nun ist sie seit fast 2 Wochen verschwunden, ohne jegliche Spur.


    Vier


    Die Polizisten können oder wollen ihr nicht helfen. Wieder und wieder wird sie nur vertröstet. Währenddessen wurden einige Mädchen im selben Alter - und alle ebenfalls auf der Straße lebend, tot aufgefunden.


    Fünf


    Als sie beim zählen bis 5 ankommt, versagt ihre Stimme. Sie öffnet die Augen, doch anders als damals steht ihre Tochter nicht vor ihr und starrt sie an. Sie steht noch immer allein auf der Brücke. Kurz bevor sie endgültig die Kraft verliert, endet sie Szene.



    Was wir hier also haben ist im Grunde genommen eine ca. 1 Minütige Szene in der eine Frau von 1 bis 5 zählt. Was normalerweise nichts wäre, was man seinen Brieffreunden voller Begeisterung schreibt, ist für mich die absolute "Essenz" von dem was "The Killing" so einzigartig macht. Es ist eine Krimi Serie im Stil von "Mystic River" (sehr empfehlenswerter Film btw.) d.h. die Frage "Wer war der Mörder?" nimmt eine eher untergeordnete Rolle ein und stattdessen liegt der Fokus im zwischenmenschlichen Drama währenddessen die Welt der Protagonisten immer weiter zerfällt.


    Als Beispiel: In den meisten Krimi Serien haben wir einen Fall pro Folge (typisches CIS Format) oder einen Serienkiller pro Staffel (Dexter, Die Brücke) - in The Killing haben wir einen einzigen Mordfall der sich über 2 Komplette Staffeln zieht. Jeder Zuschauer, der nur wegen des Krimi-Teils eingeschaltet hat, hat im Laufe dieser Zeit längst die Geduld verloren und aufgegeben. Freunde der gut gemachten Dramen allerdings werden hier definitiv fündig.


    Schon unsere beiden Protagonisten sind eher unüblich:


    Sarah Linden ist alleinerziehende Mutter und Workaholic - und das soweit, dass sie regelmäßig ihre "Mütterlichen Pflichten" vernachlässigt, bis das sie unter ständiger Beobachtung des Jugendschutzes steht der ihr jederzeit ihren eigenen Sohn wegnehmen könnte. Besonders angetan hat es mir, als ihr irgendwann im Laufe der Zeit eine einfache Frage gestellt wird: "Do you know where your son is?"
    In diesem Moment musste ich pausieren und mir wurde klar, dass wir ihn seit knapp 2 Episoden nicht mehr gesehen haben. Die Leistung der Schauspielerin ist hier definitiv nicht zu unterschätzen, wenn man ihr ansieht dass sie antworten will aber nicht kann. Und dann verfinstert sich ihr Gesicht als sie die Konsequenzen begreift, die diese nicht-antwort mit sich zieht.


    Und in einer Welt, in der der vorpreschende "Better ask for forgiveness than permission" charismatische Supercop in Krimis aller Art der Status Quo ist, ist die sehr ruhige, vorsichtige und bedächtige Linden ein absoluter Genuss.


    Ihr Partner hingegen ist nahezu das exakte Gegenteil. Ehemaliger Junkie, jahrelang undercover für Drogenfahndung, fühlt sich eher auf der Straße als im Revier wohl. Dazu Hitzköpfig, voreilig und bricht alle Regeln wenn sie ihm gerade nicht passen.


    Und im guten alten "Buddy Cop"-Formular hassen sich die beiden. So hart. So schön mitanzusehen.


    Die anderen beiden genauso großen Teile der Serie handeln zum einen um die Familie des Opfers herum, die Langsam aber sicher unter dem Druck und der scheinbaren Inkompetenz der Polizei zerbricht und zu immer drastischeren Mitteln greift um im Zweifel selbst den Täter zu fassen. Und auf der anderen Seite haben wir die Geschichte des Politikers, mitten im Wahlkampf für den Bürgermeister der Stadt, dessen Siegeschancen plötzlich rapide fallen als in einem Wagen seiner Kampagne das Opfer gefunden wird. Und er, der sich geschworen hatte eine saubere und ehrliche Kampagne zu fahren, steht plötzlich im politischen Fadenkreuz.


    Jedes dieser Einzelteile ist für sich genommen einzigartig und fantastisch umgesetzt - zusammen ergeben diese "The Killing", eine Serie die niemals die erhofften Zahlen des Senders erreicht hat, aber deren Fans treu genug waren das Netflix sie aufgekauft und der Serie mit der vierten Staffel ein passendes Ende verschaffte.


    Man sollte nur keinen spannenden Krimi erwarten, denn der Teil wird immer wieder in den Hintergrund geschoben. Eher ein persönliches und politisches Drama im Gewand eines Krimis.

    Damals gehörte Quad, Kassos Heimat und östlichster Teil besagten Nordens, was in der alten Sprache soviel wie „Land der Felsenmenschen“ bedeutete, noch zu besagtem Königreich Krysa und der Handel mit der Hauptstadt und den blassen Westmenschen, vom Kontinent über dem Wasser, die mit ihren Schiffen vor Quads Küste ankerten, florierte.

    Ein Verbesserungsvorschlag der auch mir des Öfteren gegeben wurde: Deine Sätze sind zu lang.
    Ich habe mal einen von ihnen zitiert. Hier sind zu viele Informationen in einen Satz gepresst, dabei hat es jede Information durchaus verdient selbst im Rampenlicht zu stehen.
    Sie gehörten einst zum Königreich. Seine Heimat trägt einen besonderen Namen. Es gibt regen Schiffshandel mit der Hauptstadt.


    Dann sind die ersten Absätze sehr objektiv geschrieben und mit sehr vielen Informationen, die so gern ich sie auch gelesen habe, am Ende der Geschichte bereits vergessen waren. Ich merke mir solche Sachen viel besser, wenn sie mit einer Emotion gekoppelt sind.


    Wie denkt den Kasso über den Namen der Stadt? Wünscht er sich seine Heimat würde noch zum Königreich gehören, oder ist es ihm ganz recht, dass es nicht so ist? Ist der Schiffshandel gut, oder bringt er Probleme mit sich?


    All diese Infos stärker im Bezug zu deinen Charakteren zu schreiben bedeutet zum einen, dass sie mir eher im Kopf bleiben und zum anderen dass ich mir die innere Gedankenlage deines Charakters besser nachvollziehen kann - er wirkt also lebendiger für mich.


    Aber bitte lass dich von dem was ich schreibe nicht demotivieren. Das ist alles Jammern auf sehr hohem Niveau. Deine Wortwahl ist makellos, Ton & Stimmung haben in dem Text keinen einzigen Bruch, der Beginn wirkt sehr einladend und macht Lust auf mehr.

    Hmm ... ich beginne mit normalen Worten und ändere Sie dann solang ab, bis ich etwas habe was mir gefällt.


    Häufig genügen minimale Änderungen - so ist aus dem Wort "Basar" die Stadt "Basal" geworden, aus "Savage" wurde der Name des Charakters Savar. Sein Gegenspieler Arman kommt simpel aus "a man" (Ein Mann/Mensch).


    Die Protagonistin der Kurzgeschichte die ich derzeit schreibe "Ellis" ist ganz einfach eine leicht abgewandelte Form der Abkürzung für Elisabeth, hat aber den Vorteil dass man es wie den englischen Namen Alice aussprechen kann.


    Bei anderen Namen ist der Ursprung nicht mehr ganz ersichtlich, wie z.B. Storrum => Strohhaar oder Rathar = Reiter.


    Die Hoffnung letztlich ist, dass die Namen einfach und einprägsam bleiben, dennoch aber "Fantasy-artig" klingen und durch die Ähnlichkeit mit existierenden Worten die ein oder andere Intention mitklingen lassen.

    Lovecraft ist mir vor allem durch seine Gabe aufgefallen, die erste hälfte seiner Geschichten unfassbar langweilig zu gestalten um danach mit seinem Schreibstil zu beeindrucken.


    Ich habe aber nur sehr wenig von ihm gelesen, eigentlich nur Shatten über Innsmouth, der Fall des Dexter Ward und Der Ruf des Cthulhu - wovon ich tatsächlich nur den letzten wirklich von Anfang bis Ende interessant und spannend fand.


    Mir wurde gesagt wie Berge des Wahnsinns seien sehr gut, und ich weiß dass del Toro seit fast einem Jahrzehnt versucht eine Verfilmung davon finanziert zu bekommen.
    Kann mir hier jemand mehr dazu erzählen, ob das Buch gut ist? :)

    Guten Morgen alle zusammen,


    ich habe in diesem Jahr ein neues Hobby für mich entdeckt. Nein, eigentlich mein Hobby nur um ein weiteres Genre erweitert:
    Drehbücher!


    Gut ... bis jetzt habe ich nur ein einziges gelesen: Inglorious Basterds von Quentin Tarantino. Aber auch wenn ich den Film bereits mehrfach gesehen habe, hat mich dieses kleine Buch doch voll und ganz mitgerissen. Ich habe noch das ein oder andere Drehbuch angefangen, kam aber noch nicht bis zum Ende.


    Eine Sache ist mir aber klar geworden:


    Im Drehbuch befindet sich nur das absolute Skelett einer Geschichte, geschrieben nicht um besonders schön sondern effektiv zu sein. Sie eignen sich damit ausgezeichnet bei der Frage "Wie sieht die Struktur der Geschichte aus?" die mich, wie vermutlich jeden anderen Hobby-Schreiber immer wieder beschäftigt.


    Insofern finde ich sie sehr lehrreich. (Ähnlich wie die Texte zu Theaterstücken sind, siehe Shakespeare) Sie zeigen eine Welt, in der nichts zählt außer dem direkten Dialog - der zu jedem Zeitpunkt sitzen muss, die Struktur ist Glasklar zu sehen und trotzdem fehlt es nicht an Spannung. Und sie verbinden perfekt 2 Leidenschaften miteinander: Film & Text.


    Und als nächstes les' ich Whiplash - vor allem weil ich unbedingt wissen will wie der Finale Akt geschrieben wurde.


    Wie steht ihr zu Drehbüchern?

    Haltet davon was ihr wollt - aber "Badass: A Relentless Onslought of the Toughest Warlords, Vikings, Samurai, Pirates, Gunfighters, and Military Commanders to Ever Live" von Ben Thompson - IST ein Sachbuch!


    Genauso wie seine beiden Nachfolger "The Birth of a Legend: Spine-Crushing Tales of the Most Merciless Gods, Monsters, Heroes, Villains, and Mythical Creatures Ever Envisioned" und "Ultimate Deathmatch: Skull-Crushing True Stories of the Most Hardcore Duels, Showdowns, Fistfights, Last Stands, Suicide Charges, and Military Engagements of All Time"


    Kurzum, der Autor hat sich gefragt wie man Geschichte vermitteln kann, ohne dass sich Leser irgendwann versuchen mit dem nächsten Bleistift ihre eigenen Augen aus purer Langeweile ausstechen wollen. Und das hat er definitiv geschafft !


    Ansonsten alles was ich von Watzlawick greifen konnte, ziemlich viele IT Handbücher - die meisten davon veraltet - und noch das ein oder andere Buch über Kommunikation, Poker und Schreiben.


    "Schulbuch-artige" Sachbücher sammle ich persönlich gar nicht und habe derzeit auch wenig Interesse an ihnen. Dokus im Internet und Wikipedia haben denen an vielen Stellen den Rang abgelaufen.

    Übersetzungen sind gefährlich... sehr gefährlich.


    Ich habe vor einiger Zeit Save the Cat gelesen und eine Sache, die Blake Snyder anspricht ist, dass in einem Dialog jeder Charakter eindeutig von jedem anderen Unterscheidbar sein muss, ohne die Namen zu lesen. Darüber hatte ich mir zuvor noch gar keine Gedanken gemacht, aber er hat recht. Bei den meisten guten Bücher die ich kenne ist das genau so der Fall - ich wusste nur nicht genau wie viel Arbeit da eigentlich drin steckt.


    Nun, ein Autor setzt sich jetzt also über sein Werk und versucht in seiner Sprache jeden Charakter durch Wortwahl/Betonung/Satzlängen/Abkürzungen/Slang einzigartig hervor stechen zu lassen.


    Und jetzt haben wir zum Beispiel eine Person die sich dadurch auszeichnet, im Gegensatz zu allen anderen, niemals Worte im englischen Abzukürzen. Versuch das mal in eine Sprache wie das Deutsche zu Übersetzen, in der grundsätzlich gar nichts abgekürzt wird. Spricht sie plötzlich bayrisch? Kürzen alle anderen plötzlich deutsche Begriffe ab?


    Wie also übersetzt man nicht nur den Inhalt, sondern auch den Stil eines Autors in eine Sprache in der dieser Stil technisch nicht funktioniert.


    Ich hab darauf natürlich keine Antwort. Bin kein Übersetzer. Aber da ich viele Sprachen selbst nicht beherrsche (ja fast sogar die allermeisten) muss ich eben wie jeder andere auf Übersetzungen zurück greifen. Und es ist sehr schön, wenn Übersetzer diese Kluft überspringen. Vielleicht nicht genau so wie im Original, aber zumindest mit ähnlichem Effekt.


    Was Namen betrifft: NIEMALS NIE ÜBERSETZEN ! Ich mag nicht von den Graufreuds lesen, oder von John Schnee. Und lasst uns erst gar nicht über Kings Landing reden, was plötzlich zu Königsmund wurde. Das ist beleidigend. Beleidigend gegenüber dem Original. Beleidigend gegen über den Lesern. Einfach nur eine Katastrophe.


    Mein schlimmstes Erlebnis mit einer Übersetzung? Das passierte als ich mir dachte "Hey, Verräter, du solltest mal einen Klassiker lesen. Schnapp dir Schöne Neue Welt aus dem Regal und lies!"
    Ich bin bis zum Vorwort des Übersetzers gekommen, in dem er kurz und knapp erzählt dass die Handlung jetzt nicht mehr in London sondern in Berlin spielt, der Protagonist ab sofort Michel heißt und noch ein paar andere Namen verändert wurden und ganz nebenbei erwähnt der Übersetzer noch wie die Geschichte ausgeht (Nun gut, dafür ist sie alt genug). Danke auch! Jetzt hab ich keine Lust mehr es zu lesen.

    Vaiana


    süßer Film :)
    ist wirklich goldig gemacht. Wie man es von Disney eben gewohnt ist ^^
    Auch wenn in dem Film noch mehr gesungen wird, als in den anderen 8|


    Meiner Freundin und mir ist dabei aufgefallen, dass es kaum Disneyfilme gibt, wo ein Kerl die Hauptrolle hat ... Nur Tarzan und Mogli, aber Mogli haben wir nur halb gezählt, weil Kind ^^

    Den habe ich gestern auch gesehen. War schon lange nicht mehr von einem Disney Animation Film komplett enttäuscht. Naja, dafür hab ich ja jetzt Vaiana.


    Irgendetwas muss da beim Drehbuch mächtig schief gelaufen sein. Oder man hat einfach die erste grobfassung genommen und hatte danach keine Lust mehr weitere Revisionen vorzunehmen.


    Also mein persönlicher Liebling was Indie Spiele betrifft - und auch eins meiner Lieblingsspiele überhaupt - ist To The Moon.


    Auch wenn es eher in die Richtung "Visual Novel" geht, da sich Spielmechaniken zurück halten oder bisweilen erst gar nicht vorhanden sind.


    Es geht um zwei Ärzte die sterbenden Menschen ihren letzten Lebenswunsch erfüllen. D.h. sie schreiben die Erinnerung des Patienten um, sodass er sich in seinem letzten Moment daran "erinnert" sein Traum wäre Zeit seines Lebens in Erfüllung gegangen.


    Im Fall von To the Moon möchte der Patient zum Mond geflogen sein. Dafür reisen wir dann als die beiden Ärzte durch die Erinnerungen des Mannes um herauszufinden weshalb er zum Mond möchte - denn das kann er uns aus irgendeinem Grund nicht sagen. Der Plan ist dann dieses Verlangen in die jüngsten Erinnerungen einzupflanzen, sodass die "Maschine" alternative Erinnerungen generieren kann.


    Dabei ist natürlich wie immer nichts im ersten Moment so wie es scheint. Daraus entsteht ein wunderbarer Mix zwischen Drama, Buddy Comedy, Mystery und Slice of Life.

    Wirklich? Ich fand Hail Caesar sehr, sehr merkwürdig...wir haben den im Urlaub in London geschaut, weil es noch einer der am interessantesten klingenden war, aber wirklich verstanden, was uns der Film eigentlich sagen wollten, haben wir nicht...

    Es ist ein Tag im Leben von Eddie Mannix der alles und gleichzeitig nichts verändert. Er ist ausgebrannt von seinem Job, weiß nicht mehr weshalb er sich das alles jeden Tag aufs neue gibt und ist bereit für einen besser bezahlten Job in der Flugbranche alles aufzugeben.


    Und dann beginnt ein riesiger Clusterfuck von großen und kleinen Problemen aller Art die ihn bis an den Rand seines Verstandes bringen. Aber am Ende hat er etwas erreicht. Am Ende ist er stolz auf seine Arbeit. Wenn dann am Ende der Headhunter beginnt Filme und ihren Wert schlecht zu reden, trifft Mannix seine Entscheidung seinen Posten nicht zu verlassen.


    Der ganze Film ist seine persönliche Katharsis. Viel mehr brauche ich nicht als Sinn oder Aussage des Films. Gerade wenn das ganze mit einer solchen Liebe für den Moment gedreht ist die Hail Caesar. Mein persönliches Highlight: Die Szene in der unser Western Schauspieler vollkommen im Drama versagt und der Regisseur von Moment zu Moment tiefer in Panik verfällt. In dem Moment bin ich einfach geschmolzen.

    Ich LIEBE "The Big Lebowsky"! xD Ein Film in dem am Anfang alles ist wie am Ende und sich einfach NIX verändert. Sieht man selten

    Die Coen Brüder sind in gewissen Sachen einfach unschlagbar. Ihr letzter Film "Hail Caesar" von letztem Jahr war ähnlich und genauso verrückt wie genial. Für mich die zweitbeste Komödie letzten Jahres direkt hinter Nice Guys. Der übrigens tatsächlich der letzte Film ist, den ich gesehen habe. Zum vierten mal.

    Wir leben gerade in einer Hochzeit der Serien - vermutlich die beste Zeit die es für Serien jemals gegeben hat. Seit ca. ~10 Jahren jetzt schon übertreffen Serien die Qualität von Filmen regelmäßig. Die größten Namen in Hollywood stehen immer häufiger ganz oben auf der Liste für Serien. Und die Qualität nimmt einfach nicht mehr ab.


    Ich find eine Auflistung der Serien die ich mag ziemlich nutzlos aber ich würde schon ganz gern zu der ein oder anderen etwas schreiben. Wie ist das hier im Forum? Lieber hier ein Beitrag oder einen Thread eröffnen? Wie ist das hier lieber gesehen?