Beiträge von Asni

    aber man muss dabei auch aufpassen, dass es nicht zu unübersichtlich wird

    Ja, da stimme ich zu. Ich hoffe aber, dass man, wenn man sich für verschiedene personale Erzählperspektiven entscheidet, sich auch Gedanken darüber macht, was die einzelnen Erzähler jeweils ausmacht. Um mal ein schnelles Beispiel zu konstruieren: Nehmen wir an, Erzähler A ist ein erfahrener Söldner, der schon in gefühlt tausenden Scharmützeln und Schlachten aller Art gekämpft hat. Er nimmt z.B. die Landschaft um sich herum ganz anders war als Erzähler B, der Gelehrter ist und vor allem eines hat: einen unfassbaren Schatz an Detailwissen über Planzen, Tiere und Geologie (nur Beispiel), den er sich über Jahre des zurückgezogenen Klosterlebens angelesen hat. Wenn diese beiden Erzähler an einer Reise beteiligt sind und sich der Weg z.B. durch ein bewaldetes oder von Büschen übersätes Tal schlängelt, dann müssen beide das jeweils entsprechend ihrer Eigenschaften auch darstellen. Wenn man das gut einhält, dann denke ich nicht, dass es zu so großer Verwirrung bei den Lesern kommt.
    Natürlich spricht nichts dagegen, immer ein Kapitel einem Erzähler zuzuordnen und vielleicht auch die Anzahl der Erzähler überschaubar zu halten. Sonst vermartint.... äh... verzettelt man sich noch ;)


    Im Moment sehe ich einen großen Vorteil dieser Erzähltechnik(en) darin, dass ich selbst gezwungen werde, mehr und genauer über die Charaktere nachzudenken. Das verhindert (hoffentlich) ein Stück weit, dass sehr platte Charaktere entstehen, die z.B. durch junger, elternloser Auserwählter der Prophezeihung, die am Ende den Drachen töten und die Prinzessin heiraten vollständig beschrieben sind.

    Ich denke, ich würde es so machen wie @Windweber empfohlen hat. Das klingt jedenfalls nach einer effizienten Arbeitsstrategie.


    Spricht etwas dagegen, den Erzählcharakter mitten ins Geschehen treten zu lassen und als erste einmal unbeteiligter / sich zurückhaltender Beobachter sich selbst erschließen zu lassen, was bisher geschehe sein musste? Er / sie könnte auch jemanden / alle nach Details fragen. Das würde es dir erlauben, die vorher beteiligten Charaktere aus Sicht des Erzählers zu charakterisieren, denn er / sie würde sich bei der Rekonstruktion natürlich auf ihr Wissen / ihre Einschätzungen der beteiligten Charaktere verlassen. Also wenn jemand als fies und hinterhältig wahrgenommen wird, dann wird der Erzähler die Situation als Resultat eben diesen Verhaltens interpretieren. Damit hast du auch die Möglichkeit, einen Charakter bewusst für die Leser "falsch" darzustellen. Manchmal kann das ja von Vorteil sein.


    Etwas allgemeiner: Ich finde Perspektivwechsel eigentlich eine tolle und spannende Sache, weil man eine Situation / Szene eben aus verschiedenen Blickwinkeln mit verschiedenen Beurteilungen / Wahrnehmungen erzählen kann.


    Ziemlich cool finde ich "Staffellauf" (hab ich mal so genannt, wird wohl kein bestehender Ausdruck dafür sein). Ein Charakter beginnt (die erste Runde), übergibt dann an den zweiten (zweite Runde) etc. Dabei sollten sich die Charaktere natürlich schon auch treffen, um den "Erzählstab" weiterzugeben. Ich hab diese Technik bewusst das erste Mal bei Joe Abercrombie (The Heroes) gelesen und fand es richtig cool. Der "Erzählstab" wird dabei in einer Schlacht auch zwischen den Seiten übergeben und die Erzählcharaktere tauchen als Erzählcharaktere teilweise nur dort auf und sterben (manchmal wegen des nächsten Staffelläufers). Die Folge dieser Erzähltechnik ist mMn eine schnelles Tempo mit vielen verschiedenen Eindrücken (wenn man es entsprechend beschreib). Genau passend für eine Schlacht.


    Eine weitere Idee kam mir gerade, während ich den oberen Absatz geschrieben habe. Die würde ich mal "Ping-Pong" nennen. Die Idee ist wahrscheinlich schon klar: ein Charakter beginnt damit, seine Sicht zu erzählen. Bei einem wichtigen Satz (oder auch nicht) spielt er den "Erzählball" an sein Gegenüber und der erzählt solange weiter, bis er den Ball wieder zurückspielt... Ob das funktioniert, weiß ich nicht. Aber ich könnte mir vorstellen, dass das unter Umständen auch gut funktionieren kann, um aus zwei Beobachterperspektiven ein eher langsameres Geschehen wie einen Turniertag, eine Hochzeit oä. zu erzählen. Den Kontakt zwischen den Erzählern könnten dabei ganz verschiedene Dinge sein, wie etwa Blicke, die sich treffen. Man könnte auch einen Fanfarenspieler als erzählenden Beobachter verwenden, der solange erzählt, bis er wieder ein Signal geben muss. Die Perspektive wechselt dann zu einem, der - warum auch immer - zu dem Trompetenspieler geblickt hat.

    Das ist mal ein schöner Anstoss für mich, mal zu sichten, was ich noch alles lesen möchte und schon besitze! Danke dafür @Miri!


    angefangen, aber noch nicht fertig:
    Patrick Rothfuss - The wise man's fear (das lese ich gerade aktiv)
    H.P. Lovecraft - Chronik des Cthulu-Mythos II
    Aravind Adiga - The white tiger (non-fantasy)
    Kai Mayer - Nibelungengold (vier Romane in einem Band - zwei oder drei davon hab ich schon gelesen)
    Paul Archer & Johno Ellison - Drei Freunde, ein Taxi, kein Plan... aber einmal um die Welt
    Gayatri Devi - A princess remembers: The memoirs of the maharani of Jaipur
    Greg Graffin - Population Wars: A new perspective on competition and coexistence (eher Sachbuch)
    Margaret Atwood - The Handmade's Tale (der Titel steht schon am längsten auf dieser Liste...)
    Paul Hoffmann - The Last Four Things



    noch zu lesen:
    Andrzej Sapkowski - Das Erbe der Elfen
    Ulrike Sosnitza - Novemberschokolade
    Stuart Macbride - In Blut verbunden
    Jim Butcher - Small Favor
    Frederik Hetmann - Im Haus der gefiederten Schlange
    China Melvill - ? (finde ich gerade nicht...)
    Guy Deutscher - Through the language glass: why the world looks different in other languages
    Mary Higgins Clark - Schlangen im Paradies
    Auguste Lechner - Parzival / Die Nibelungen / Dietrich von Bern
    Mary Higgins Clark - Denn niemand hört dein Rufen


    Was der Haufen über mich aussagt:

    • Ich unterbreche Bücher öfter als mir bewusst ist.
    • Ich lese viel verschiedenes, aber doch auch einiges an Fantasy.
    • Ich lese zu wenig, denn würde ich mehr lesen, wären die "Stapel"* kleiner!
    • Ich mag echte Bücher lieber als e-books.
    • Ich lese gerne auf Englisch und auf Deutsch (bei Lovecraft sogar in beiden Sprachen).
    • Eine ganze Menge Bücher scheint beim letzten Umzug einen anderen Weg genommen zu haben als ich... :hmm:
    • Die Liste derjenigen Bücher, die ich schon gelesen habe, aber UNBEDINGT nochmal lesen muss, wäre bestimmt mindestens so lange wie die Liste der Bücher, die ich noch lesen möchte, aber noch gar nicht gekauft habe!
    • * Ich bilde keine Stapel, sondern lege / stelle Bücher dort ab, wo gerade Platz ist.
    • Ich verwende zu viel Zeit, die Bücher zu sichten, anstelle sie zu lesen!

    Hm... ich hab mal "Wilde Reise durch die Nacht" gelesen (oder so ähnlich). Das war ziemlich cool. Aber sonst geht es mir eher wie Alcarinque: Ich habe Moers eher weniger auf dem Schirm. Vielleicht sollte ich das bald einmal ändern...

    Zwielicht beherrschte den Raum; schwere Samtvorhänge verbargen die Fenster, ließen nur einen schmalen Streifen des schwindenden Tageslichts hindurch. Auf Boden und Kommoden verteilte Kerzen erzeugten auf den Wänden gespenstische Schatten.

    Jetzt fällt mir beim Hochscrollen und nochmaligem Überfliegen der ersten Zeilen auf, dass das Licht im gesamten weiteren Verlauf eigentlich keine Rolle spielt. Das ist zwar nicht auffällig oder störend, aber vielleicht liegt da noch mehr Potenzial was die Beschreibungen angeht.

    Ich selbst stand auf dem mir zugewiesenen Platz neben dem Bett und starrte zur nächstgelegenen Wand

    Du machst jetzt hier explizit, dass es sich um einen Ich-Erzähler handelt. In meiner Vorstellung blickt Ich an die Wand, um das, was du vorher geschrieben hast, nicht sehen zu müssen. Das beißt sich ein bisschen damit, dass du vorher visuell und eher genau beschreibst. Evtl. könntest du dir hier nochmal Gedanken machen. Alternativ, aber verwirrend, ginge auch, dass die Erzähler wechseln (auktorialer Er-Erzähler / personaler Ich-Erzähler).


    Früher hatte der Herr sich bewusst jene ausgesucht, um sie zu sich zu holen, die mir am Herzen lagen.

    Diesen Satz würde ich umstellen, so ist es schwieriger als nötig, ihn zu verstehen. "Früher hatte der Herr sich bewusst die ausgesucht, die mir am Herzen lagen, um sie zu sich zu holen." oder, da mir das auch nicht wirklich gefällt :) : "Früher hatte der Herr bewusst diejenigen zu sich geholt, die mir am Herzen lagen."


    Er fixierte mich regelrecht mit seinen gelblich-braunen Augen.

    An der Stelle finde ich es jetzt dann doch wichtig zu wissen, wo und wie genau Ich eigentlich im Raum und in Bezug auf das Bett steht. Dreht Mika ständig seinen Kopf? Oder steht Ich am Kopfende / Fußende und kann daher Mika ihn geradeaus anblicken?



    In diesem Moment gewährte ich mir den Wunsch, er würde seinen Zorn direkt gegen mich richten. Kunar jammerte und ich spürte das Ziehen in der Brust, das Kribbeln in den Fingern. Am Ende verharrte ich an Ort und Stelle und ließ das Schauspiel über mich ergehen.

    Du könntest ein bisschen genauer schildern, was Ich fühlt. Warum wünscht Ich sich, Ziel des Zorns zu sein? Möchte Ich einen Vorwand haben, den Herrn zu schlagen, evtl. sogar zu töten? Oder ist die Beziehung eher masochistisch und wünscht sich Ich, an Stelle von Kunar zu sein?
    Das Wort "jammern" finde ich nicht so passend an der Stelle, aber leider fällt mir auch nichts besseres ein. Evtl. "stöhnte schmerzerfüllt / verzweifelt"? Bei "Schauspiel" bin ich mir auch nicht so sicher, ob es passend ist. Ich dachte kurz noch an "Trauerspiel", aber das klingt zu dieser Situation eher lächerlich.
    Was passiert mit dem - so interpretiere ich das - Wunsch Ichs, Mika Gewalt anzutun? Wird er vergraben? Verebbt er einfach? Oder ist Ichs Herz schon so vernarbt, dass es Ich nicht eigentlich doch egal ist, wie es den Jungen geht?`


    Indes warf der Herr sich den Morgenmantel über die Schultern, schlüpfte in die weiten Ärmel und ließ den Samt lose um seinen Körper wallen. Genauso gut könnte er weiterhin nackt herumlaufen, dachte ich seufzend. Er tapste zu einer Anrichte, die ihm bis zu den Hüften reichte, und nahm seine Tabakpfeife auf, ehe er zurückkehrte.

    Das "Indes" wirkt etwas altertümlich. Aber das ist gewollt, oder? Das machst du vorher auch schon an einigen Stellen. Bei dem "ehe er zurückkehrte" finde ich es aber irgendwie im Satz unpassend. Aber ich kann nicht genau sagen, warum oder wie genau. Sorry. :-/


    das blinde Haar

    Das verstehe ich nicht. Was ist denn blindes Haar? Oder ist es nur ein Tippfehler... blondes Haar?



    Diese Art Zuneigung war selten bei ihm, selbst wenn ihm jemand so gefiel wie Kunar

    Das erste "ihm" bezieht sich meiner Meinung nach eher auf den Jungen und weniger auf Mika.


    Mika stellte sich auf Zehenspitzen und schlang die Arme um meinen Hals.

    Evtl. habe ich nicht genau genug gelesen, aber in meienr Vorstellung sitzt Ich noch im Schneidersitz auf dem Boden. Sooo klein ist doch der Herr auch wieder nicht, oder? ;)



    In der Mitte thronte ein gusseiserne Wanne

    "eine gusseiserne Wanne" - fehlt ein E an "ein".



    Es war eine Marotte des Herrn: erst kalt, dann warm, niemals umgekehrt und schon gar nicht, wenn er bereits drinnen saß.

    Ok, das erklärt, wieso Anru kaltes Wasser holen soll. Ich hatte mich ein wenig gewundert...


    Insgesamt finde ich die Geschichte sehr spannend. Sprachlich immer wieder etwas ungewohnt, aber nicht unbedingt schlecht. Die Handlung ist jetzt nicht wirklich schön, wirft aber mindestens die Frage auf, wie es weitergeht.
    Größte "Schwäche" ist meiner Meinung nach, dass ziemlich unklar bleibt, was genau Ich eigentlich gegenüber seinem Herrn fühlt. ich würde mir wenigstens ein explizites Nennen von Zorn oder kalter, hilfloser Wut oder ähnlichem wünschen. Ich bin auf mehr gespannt!

    Eure Ideen, @Windweber, @Xarrot, finde ich gut. Ich denke, wenn man sie kombiniert, dann kommt etwas dabei heraus, was absolut nicht typisch aussieht. Ich denke gerade an von Atzeken inspirierte Elfen, mit Obsidianschwertern, die gegen "neandertaler Orks" mit Knüppeln, Steinäxten und feuersteinbesetzten Speeren kämpfen.
    Jetzt muss man nur noch eine spannende Welt und eine gute Geschichte dazu schreiben :D

    Eigentlich finde ich die Übergänge zwischen den Epochen spannender. Letztlich hilft das ja auch der Geschichte viel, denn jeder Übergang wird durch irgendetwas motiviert, meistens technischen Fortschritt. Für das eigene Schreiben und World-Building gibt das einige spannende Ideen, zumindest kommt mir da gerade eine...


    Ansonsten würde ich nochmal zwischen "Lesen" und "Schreiben" unterscheiden. Zumindest ist das für mich ein kleiner Unterschied.

    Ich kann nicht sagen, dass ich eine Liebilngsrasse habe. Viele Wesen haben für mich spannende oder tolle Facetten. Und noch spannender finde ich, einen anderen Blick auf lieb gewonnene oder völlig ausgelutschte* Wesen zu werfen.
    Vielleicht ist das mein Punkt: Ich mag klischeehafte Wiederholungen ohne Überraschungen oder neue Facetten nicht.


    *Aus irgendeinem Grund muss ich dabei an Vampire denken, wobei die ja eigentlich eher diejenigen sind, die "auslutschen" :D .

    Ich denke nicht, dass alle, die Fantasy lesen oder in Filmen und (Computer-)Spielen konsumieren, per se Weltenflüchtler sind. Bestimmt gibt es einige, die sich so sehr darin verlieren, dass sie ihr "normales" Leben nicht mehr auf die Reihe bekommen. Aber das kann immer auch andere Gründe haben. Von daher sollte man Fantasy (und kein anderes literarisches Genre) per se als "schlecht" oder unnütze verdammen.


    Andersherum kann aber auch Fantasy dazu führen, bei Jugendlichen ein vorsichtig gesagt "ungünstiges" Weltbild aufzubauen (und bei Erwachsenen ein solches Weltbild aufrecht zu erhalten). Damit meine ich, dass bis vor einigen Jahren fast ausschließlich junge, weiße, heterosexuelle Männer die Helden der Geschichten waren, während Frauen entweder die böse Schwiegermutter... äh... Hexe oder die blonde Prinzessin waren, die keine andere Funktion hatten, als dem siegreich heimgekehrten Helden als Preis überlassen zu werden und die in diesem Schicksal (der Unterordnung unter den Mann) ihre Erfüllung fanden. Das ist heutzutage nicht unbedingt mehr zeitgemäß bzw. widerspricht irgendwo auch der Vernunft. Naja, es gibt ja doch auch mittlerweile viele Beispiele, die diese Muster aufbrechen und diese alten Weltbilder in Frage stellen.
    Aber auch hier gilt, dass diese Muster nicht auf Fantasy beschränkt sind, sondern auch in allen Spielarten der "Belletristik" (von Kino und Fernsehen ganz zu schweigen) häufig anzutreffen sind.


    Den Kurzfilm fand ich eigentlich nicht schlecht. Gut, die Botschaft halte ich für verfehlt, aber die Ideen waren schon gut... Federn von Engeln aus Käfighaltung!!! Es war eigentlich mehr ein "Was würde unsere Gesellschaft daraus machen, wenn plötzlich Fantasy real wäre". Und das war ein treffender Blick in den fantastischen Spiegel. Denn auch das kann Fantasy leisten: Unserer Gesellschaft einen Spiegel vorhalten, in dem man manche Dinge durch die fantastische Verfremdung klarer erkennt.

    Ich nutze verschiedene "Quellen" für Namen bzw. Inspirationsquellen für Namen. Klar, manchmal weiß man einfach, dass der Hauptcharakter Torvin heißt und dann passt das irgendwie schon. Und dann gibt es die Situationen, in denen man an einer unglaublich guten (gefühlt!) Geschichte sitzt und man braucht noch für diesen einen Charakter einen passenden Namen, aber er will einem nicht einfallen.


    Ich lese dann oft in Wörterbüchern anderer Sprachen, gerne auch schon "toter" Sprachen. Manchmal findet man da eine gute Idee, z.B. Vanapashtra (es könnte sein, dass ich mich falsch erinnere... sollte indisch sein und "Waldbewohner" bedeuten, so ungefähr ;) , meint damit aber auch Asketen & Einsiedler). Dabei ist mir nicht so wichtig, was die Wörter eigentlich bedeuten und was / ob das für die Geschichte eine Rolle spielt.


    Namensgeneratoren habe ich auch schon ausprobiert, mit mäßigem Erfolg. Meistens gefällt mir der Klang der Namen nicht. vor allem,weil ich eben keine "typischen" Elfennamen (oder was auch immer) haben möchte.


    Ich muss aber auch sagen, dass bei mir die Richtung meistens die andere ist: Ich habe einen Namen im Kopf und erfinde dann verschiedene Geschichten dazu. Vanapashtra könnte also vielleicht ein geheimes Land sein, ein männlicher Asket, der die Welt retten muss, oder ein junges Mädchen, das aus der Not der Eltern heraus mit einem grausamen Schurken zwangsverheiratet wird. Insofern ist es für mich nicht schlimm, wenn Namen nicht "originell" sind, in dem Sinne, dass ich der einzige bin, der sie verwendet. Wobei ich jetzt nicht unbedingt einen Gandalf, Conan, Harry Potter, Leia, etc. verwenden würde.


    Bei der Namensauswahl achte ich meistens auf den Klang, d.h. ich sage mir die Namen mehrfach in unterschiedlichen Betonungen vor oder nehme sie sogar auf. Besonders interessant ist auch, wenn man den Namen einem Freund / Freundin schreibt und sie / ihn bittet, das ein paar Mal auszusprechen. Da stellt man oft fest, dass die eigene Vorstellung davon, wie der Name klingen sollte, sich nicht so einfach auf andere überträgt (Das ist vielleicht jetzt, wenn man das liest, nicht überraschend, aber probiert's mal aus!).
    Der Klang ist auch das, was den Namen für mich mit den Kulturen der Fantasy-Welt verbindet.

    Ich habe mit Lovecrafts Geschichten irgendwann vor ca. 5-8 Jahren mal angefangen zu lesen. Damals hat mich das noch nicht so begeistert, weil der Stil sich schon sehr "von der Masse" abhebt (fand ich zumindest damals). Vor ca. 2 Jahren habe ich dann angefangen, die Storys auf Englisch zu lesen, muss aber sagen, dass ich in diesem Fall lieber auf deutsch lese. Bisher bewege ich mich hauptsächlich um die Großen Alten und den Cthulu-Mythos herum. Das liegt vielleicht daran, dass ich eigentlich über Wolfgang Hohlbein zu dem Stoff gekommen bin ("Der Hexer von Salem" etc.). Den habe ich als Jugendlicher viel gelesen.
    Jetzt begeistert mich an H.P. Lovecrafts Geschichten vor allem die Sprache / der Stil. Das ist einfach eine ganz andere Kunstfertigkeit, die findet man so derzeit eigentlich bei anderen Autoren nicht. Oder ich kenne sie zumindest nicht. Für das eigene Lernen / Üben des Schreibens lohnt es sich meiner Meinung nach, mal selbst eine Geschichte im Lovecraftschen Stil zu schreiben. Dann lernt man auch aktiv neue Adjektive kennen und nutzen ;) .

    The Name of the Wind von Patrick Rothfuss liegt gerade auf meinem Nachttischchen. Bin irgendwo zwischen Kapitel 20 und 30, also quasi am Anfang. Bisher finde ich es angenehm zu lesen, noch nicht unglaublich spannend, aber auch kein bisschen langweilig. Irgendwas dazwischen.


    Tja, jetzt nähere ich mich langsam den letzten Seiten und muss sagen, dass ich ehrlich erstaunt von dem Buch bin. Einerseits ist nichts davon wirklich neuartig (junger Schüler, der an eine im weitesten Sinne Magieschule kommt, natürlich unglaublich gut ist, eine Fehde mit einem Mitstudenten hat, daher immer wieder vor den "Professorenrat" muss, ein Mädchen, in das er sich verliebt, etc. pp.), andererseis ist das nie langweilig zu lesen und irgendwie doch anders als man es sonst so kennt.
    Das Tempo der Erzählung ist meinem Empfinden nach ziemlich schnell, es wirkt manchmal so, als wäre das Buch eher eine Sammlung von klassischen Weird-Tales-Erzählungen (oder einem vergleichbaren Magazin).


    Insgesamt brenne ich darauf weiterzulesen!

    „Hört auf zu quatschen und konzentriert euch gefälligs aufs Ziehen!“, knurrte ein Aufseher, der an dem hohen Zaun lehnte, der sich um das gesamte Feld zog.

    Mein erster Eindruck bei dem Satz war, dass er nicht zu meiner Vorstellung passte. Im Geiste sehe ich Maks und Paavo auf dem Feld irgendwo in der Mitte am Pflug zerren. Wenn die beiden nicht sehr laut miteinander reden oder das Feld winzig ist, dann müsste der Aufseher eher neben ihnen herlaufen. Dass er am Zaun lehnt und zwanzig Meter weit weg (willkürliche Zahl meinerseits :) ) ein gemurmeltes Gespräch hört, ist da eher unlogisch. Zweiter Punkt dazu: "knurrte". Meiner Meinung nach ist Knurren eher leise, das würde auch dafür sprechen, dass der Aufseher eher näher an den beiden dran ist. Für mich wäre ein Grund dafür, dass er knurrt, dass er nicht möchte, das ein Oberaufseher (?) das mitbekommt, denn dann müsste er die beiden mit der Peitsche bestrafen. Warum er das nicht möchte...


    Deine Erklärung, dass jede Arbeitskraft gebraucht wird, ist aber auch gut.


    Dort erstreckte sich jenseits des Zauns ein weites Meer aus nadeligen Baumspitzen. In der Ferne war eine Kirchturmspitze zu erkennen, die wie eine einsame Insel aus dem Meer herausragte.
    Ein Blitz durchzuckte seine linke Schulter, keuchend zog er sich das Seil auf die andere Seite. Diese Krämpfe waren lästig.
    Nun fiel sein Blick auf den Strand aus Feldern. Jeder Acker auf dem Land des Gutsherrn war eingezäunt, war ein Käfig.

    Diese Stelle, vor allem das Bild Meer-Strand, finde ich schon gut, ist aber noch ausbaufähig. Und evtl. auch lohnenswert. Der "Strand aus Feldern" kam mir zuerst etwas seltsam und ungewöhnlich vor, daher wäre es vielleicht gut, das Bild noch etwas zu vertiefen. So könnten sich die Bäume im Wind wiegen, so dass es aussieht, als wären es Wellen, die gegen den Strand brandeten.
    Und du könntest den Gegensatz "Freiheit auf dem Meer" (ergänzt evtl. durch Kirchturm und Glockengeläut) vs. "Sklaverei am Strand" (durch die Käfige etc.) ausbauen. Evtl. würde es sich auch anbieten, das Meer in Maks Augen als wild und chaotisch erscheinen zu lassen, dann wird verständlicher, dass er die Sklaverei wegen ihrer feste Struktur derzeit noch (?) bevorzugt.


    Und während sie mit diesen Klauen die Erde zerfetzten, beobachtete Maks einmal mehr die Landschaft zu seiner Rechten

    Ich finde "zerfetzten" etwas zu wild. "aufrissen", "aufgruben", "zerfurchten" wären vielleicht Alternativen.

    Das ist jetzt für mich so eine Ich-kann-es-leider-nicht-allen-recht-machen-Situation. Bitte versteh das nicht als stumpfes Totschlagargument

    Tue ich nicht :-). Im Grunde könnte es mir ja egal sein, was und wie du schreibst. Das ist es nicht. Trotzdem bin ich sehr weit davon entfernt, dir vorschreiben zu wollen, wie du zu schreiben hast. Ich schreibe meine Gedanken zu deinem Text auf, damit du das daraus machen kannst, was dir richtig erscheint. Wenn das klappt, bin ich zufrieden und du vielleicht auch.


    Ich werde nächste Woche mal weiterlesen und dann wieder kommentieren. Bis dahin hab ich leider zu viel zu tun.