Beiträge von Cory Thain

    Unabhängig davon, dass in Deinem Beispiel Feron das ton-farben klein geschrieben werden müsste, sehe ich keinen gravierenden Fehler.


    Allerdings habe ich bereits mit Ton gearbeitet und weiß daher, dass Ton sehr viele verschiedene Grundfarbigkeiten aufweisen kann. Deshalb bekomme ich auch kein wirklich klares Bild von der "wahren" Farbe seiner Haut vor mein geistiges Dingsda... äh Auge. Sorry.

    Ich hab schon Liebes"romane" geschrieben... nachdem ich die Groschenhefte von Hedwig Dingsda und Rosamunde Blubs durch hatte (Omi hat immer "sowas" gelesen und mir ihre Sammlung verehrt.)

    Ich denke, mit ein bißchen Versenkung und Vertiefung in ein Genre kann man einiges.

    Ob man es dann auch möchte, ist dann mal zweitens.


    Ich persönlich würde kein (!) Schreib-Genre für mich ausschließen. Was weiß ich, welche innere Entwicklung meine blaue Blitz-Maschine unter der Schädeldecke noch nimmt? Und wie gesagt: Wer mit Worten umgehen kann, kann selbst das bluttrünstigste Massaker noch als Schmonzette rüberbringen.

    Herzlichen Glückwunsch bigbadwolf zum verdienten Sieg. Deine Geschichte hat auch meine Stimme erhalten. Gratulazione! :nummer1:



    Ich habe ehrlich gesagt das Ende nicht ganz verstanden. Haben die anderen Glocken geklungen und die von Sankt Mareien nicht. Oder hat diese auch geklungen?

    ... nun, zumindest die Besucher der Aussegnung sind sich sicher, die Glocke von Sankt Mareien gehört zu haben. Was wirklich geschehen ist? :pardon:

    Herzelisch willgekommen hier im Paradies der schreibenden Fantasten... :pleasantry:


    Fühl Dich wohl und wennsde Fragen hast: Her damit!:hi1:

    Einer meiner Deutschlehrer hat das mal aufgedröselt.


    Korrekt heißt es "das Dunkel" , wenn man die Finsternis meint. Also käme jemand, der sich nächtens anschleicht, leise aus dem Dunkel.

    "Das Dunkle" wird eher gebraucht, wenn man die Substantivierung des Adjektives möchte: Was steht mir besser, das Helle oder das Dunkle? - Das Dunkle, Darling!

    "Im Dunkeln" ist eher landschaftlich geprägt und hat fast nur in der Phrase "Im Dunkeln ist gut munkeln" überlebt.


    Im Allgemeinen kann man sagen, dass Bösartigkeiten und Geheimnisse fast immer aus dem "Dunkel" kommen. Aus dem Dunkel der Nacht, aus dem Dunkel der Zeit, aus dem Dunkel meiner Seeele *ups*

    Ich muss mich grade mal als unbedarft outen:

    Bei der Aufzählung der Autoren - gehört da nicht rein theomeretüsch hinter jeden Namen ein slash? Auch am Zeilenende? Es wird ja hier quasi als Komma-ersatz in einer Aufzählung genutzt... hm? hm! :schiefguck:



    Ansonsten: Hübschelig! *mög*

    Fragment

    Der Fluß


    Geba stand am Bergfluß und sah seinem Plätschern zu. Weit hinten vom Meer kommend, floß das Wasser durch den Wald, auf den Feuerberg zu. Es war schon verwirrend, Wasser bergan fließen zu sehen, aber Geba wußte den Grund: Das Wasser war eisenhaltig und im Berg gab es einen magnetischen Ring unter der Oberfläche. Er war nur schwach, kein Schwert bliebe an den Felswänden kleben. Für die einzelnen Teilchen im Wasser in der Nähe des Berges jedoch reichte die Kraft. Und weil der Berg ein vulkanisches Herz hatte, verdampfte das Wasser, das Eisen blieb am Berg und die Wolken zogen zum Meer zurück, wo sie sich abregneten. Irgendwann, in tausend oder hunderttausend Jahren, würde dieser Kreislauf enden. Dann nämlich, wenn das Meer kaum noch Eisen barg, weil das alles am Berge geblieben war...

    Geba musste nur dem Fluß folgen und würde am Berg die Eisen-Schmiede finden, die aus dem Metall des Meeres Waffen fertigten. Dorthin wollte er, um die Kunst des Waffenschmiedens zu lernen. Das war es, wozu die Göttin ihn bestimmt hatte... da war er ganz sicher.

    Die Braut des Prinzen


    Prinz Finin stand hinter dem Thron seines Vaters. Sein Blick war gespannt auf die große Saaltür gerichtet, die sich gerade öffnete. Gleich... gleich würde dort das Mädchen hereinkommen, dass ihm seit 20 Jahren zur Braut versprochen war. Und das er garantiert nicht heiraten würde.


    Schritte. Überlaut erklangen sie in der Stille der Halle. Ein Mann und eine Frau. Finin erkannte in ihnen König Mallon, Herr des Südreiches und seine Gattin Nedisra. Und hinter ihnen ging ein verschleierter Mensch. Halb durch das Königspaar verdeckt, konnte man nicht einmal entscheiden, ob es nicht doch ein Mann war.

    Doch dann traten der König und die Königin beiseite und ... Finin erstarrte. Was immer dort in das rituelle Brautkleid der Südlande gepresst war, war übermäßig ... dick. Die Person presste sich förmlich durch die eigentlich dezenten roten Schmuckfalten des Oberteiles und ließ das Kleid dadurch wie zerrissen wirken, die Ärmel des Kleides spannten bedenklich um die allzu üppigen Schultern und die Schleife des Gürtels war fast unsichtbar klein, weil das Band kaum um den Körper der Person reichte.

    Im Gegensatz dazu wirkte der Schleier, der über dem Kopf der Person lag, nahezu filigran und Finin argwöhnte, dass er wohl ein recht häßliches Gesicht verbarg. Vor seinem inneren Auge sah er eine rote knollige Nase und Pickel auf der Stirn.


    Finin beugte sich zu seinem Vater hinunter. "Das kannst Du nicht wollen, Vater. Ich werde dieses... Ding nicht heiraten", flüsterte er aufgebracht. Sein Vater bedachte ihn mit einem strengen Blick: "Dann wirst DU das König Mallon und seiner Frau mitteilen! Ich habe diese Ehe für dich arrangiert, weil dieses... Ding, wie du sie zu nennen beliebst, das reichste Mädchen dieser Welt sein wird, wenn Ihr Vater stirbt."

    "Reich! Reich", zischte Finin aufgebracht. "Du denkst nur an Geld! Das ist so widerwärtig."

    "Nein" , sagte der König ruhig "ich denke an Frieden. Wenn wir diesen Vater vergrämen... und das wird Deine Absage bestimmt erreichen, überzieht er uns mit dem schrecklichsten Krieg, den wir uns vorstellen können."

    Finin schluckte und starrte auf das fette Mädchen hinab. Sie zitterte. Sie hatte Angst? Finin sah genauer hin und erkannte, dass das Mädchen weinte. Sie versuchte zwar, es zu verbergen, aber das Beben ihres gewaltigen Körpers war eindeutig: sie war genauso wenig freiwillig hier wie er selber.

    Unerwartet spürte er Mitleid. Diese vorgegebene Hochzeit war für dieses Mädchen wahrscheinlich die einzige Möglichkeit überhaupt, einen Mann zu finden. Und er, Finin, würde auch diese einzige Chance für sie vernichten. Er konnte sie nicht heiraten. Selbst wenn sie bildhübsch gewesen wäre: Sein Herz gehörte bereits einer anderen! "Darf ich mit ihr reden, Vater?" fragte er, ohne das dicke Mädchen aus den Augen zu lassen. Der alte König nickte: "Sie ist deine Braut. Rede solange du willst."


    Finin ging die wenigen Stufen hinunter und auf die drei Menschen zu. Und obwohl König Mallon und seine Frau weit über ihm standen, verneigten sich die beiden tief und ehrerbietig. "Nun ja, bei dem, was sie feilboten..." dachte Finin bitter.

    Er hielt dem Mädchen seine Hand hin: "Ich möchte mit Dir sprechen. Geht das?" Das Mädchen war gar nicht so groß, wie es von oben ausgesehen hatte. Finin war einen halben Kopf höher.

    Finin spürte die Hand des Mädchens in der seinen und stellte verwundert fest, dass sie sich nicht teigig und fett anfühlte. Eher knochig, trocken und warm.

    "Dort drüben", sagte Finin und wies auf eine Fensternische, in die eine Bank eingelassen war. Mit einer Geste winkte er die Bediensteten von dort weg und geleitete das Mädchen dorthin. Wieso hatte er geglaubt, sie würde trampeln wie ein Bulle? Er hörte ihre Schritte gar nicht.


    "Setz dich und nimm den Schleier ab!" Erst als es heraus war, bemerkte Finin den herrischen Ton, den er angeschlagen hatte und fügte eilig ein "bitte" hinzu. Das Mädchen setzte sich, behielt aber den Schleier auf dem Kopf.

    "Den Schleier. Finin sagte das jetzt sehr viel leiser, vorsichtiger und das Mädchen antwortete mit einem fast unmerklichen Kopfschütteln: "Ich habe geweint, ich bin häßlich."

    "Ich weiß, wie ein verweintes Mädchen aussieht", erwiderte Finin und tatsächlich fasste das Mädchen nach dem Tuch und hob es vom Kopf.


    Finin schnappte nach Luft. Dieses Mädchen war alles andere als häßlich. Strohfarbenes Haar umrahmte ein rundliches, freundliches Gesichtchen, in dem graue Augen leuchteten. Ja, die Nase war etwas gerötet von Weinen und auch die Augen glänzten noch verdächtig, aber dieses Mädchen, diese Prinzessin war hübsch. Nicht so herrlich schön wie seine Leralind, befand Finin, aber durchaus ansehnlich.


    Finin beschloß, nicht lang drumrum zu reden: "Ich kann dich nicht heiraten." Das Mädchen nickte, als habe sie das erwartet. "Ich liebe eine andere", sagte Finin. Wieder nickte das Mädchen. "Stört dich das gar nicht?" fragte Finin verblüfft und auch ein wenig verärgert über die Teilnahmslosigkeit seines Gegenüber.

    Die Prinzessin lächelte wehmütig: "Nein, warum sollte es das? Es steht mir nicht zu."

    Finin schwieg. Das hatte er nicht erwartet. Aber was hatte er erwartet? Ein Bitten? Ein Flehen? Drohungen? Hemmungsloses Schluchzen? Er wußte es selber nicht recht.


    "Wirst Du dieses andere Mädchen heiraten, wenn ich gegangen bin?" Die Frage der Prinzessin irritierte Finin. "Was meinst Du mit "gegangen"?" Das Lächeln der Prinzessin wirkte fast belustigt: "Nun, ich werde wohl kaum im Schloß bleiben, wenn Du mich abweist - Wirst Du sie heiraten?"

    Finin überlegte und entschloß sich zur Wahrheit: "Das geht nicht, sie ist von niederem Stand. Ich darf sie nicht heiraten."

    Die Prinzessin runzelte nachdenklich die Stirn: "Aber Du wirst König! Da kannst Du doch die Regeln ändern!" Daran hatte Finin auch schon gedacht, doch die Sache war nicht so einfach: "Ich kann erst König werden, wenn ich eine Gemahlin habe."

    "Oh!" machte die Prinzessin und schwieg einen Augenblick. Finin stellte fest, dass ihm ihre Stimme gefiel. Das irritierte ihn etwas und um das zu überspielen, sagte er: "Außerdem: wenn ich dich ablehne, erklärt uns Dein Vater den Krieg. Nicht wahr?"

    Die Stirn des Mädchens umwölkte sich und sie saßen eine Weile schweigend beieinander. Das musste seltsam für die Betrachter da im Saale wirken, dachte Finin.


    Auf einmal erhellte sich das Gesicht der Prinzessin und sie sagte halblaut: "Ich habs!" Das klang fast triumphierend. "Und was?" fragte Finin ernsthaft intressiert.


    "Versprich mir, nicht wütend zu werden, ja? Also: Du heiratest mich!" Finin setzte sich kerzengerade auf "Waaaas?" "Lass mich ausreden! Also: Du heiratest mich, wirst König und änderst die Regeln. Dann lassen wir uns scheiden und Du kannst Dein Mädchen heiraten... und alles ist fein."

    "Und dein Vater überzieht mein Land mit Krieg, weil ich seine Tochter verlassen habe", prophezeite Finin düster.

    Das Mädchen lachte fröhlich: "Nein! Denn unser Land hat auch Regeln. Bei uns geht das Königreich auf das Kind über, sobald es heiratet. Das heißt, die Südlande gehören mir, sobald Du dein Ja-Wort sagst und ich auch. Und das Reich bleibt mein, bis ich selber Kinder habe und das erste heiratet. Vater kann also keinen Krieg beginnen, wenn ich verheiratet bin... oder war. Er hat kein Königreich mehr. Unter uns... ", sie beugte sich vertraulich vor , "ich habe den Eindruck, er freut sich hauptsächlich deshalb auf meine Hochzeit."


    Finin starrte die Prinzessin erstaunt an. Ihr Plan war geradezu... genial! "Und du... du würdest in Frieden ziehen, wenn wir uns scheiden ließen?" fragte er vorsichtig. Sie lächelte nachsichtig: "Wenn ich Krieg wollte, Prinz Finin der Waldlande... dann bräuchte ich jetzt nur aufzuspringen und heulend aus dem Saale rennen. Du hättest ganz sicher innerhalb eines Augenblickes das Schwert meines Vaters zwischen den Rippen..."

    "Möchtest Du mir drohen?" fragte Finin, obwohl er spürte, dass es eben genauso nicht war.

    Die Prinzessin lächelte kapriziös: "Möchtest Du, dass ich dir drohe?"

    Finin lachte und stand auf. "Komm, meine Braut. Wir wollen dem Volke... und unsren Vätern die schöne Nachricht überbringen..."


    Finin brachte die Prinzessin zu ihren Eltern zurück. Der König erdolchte ihn fast mit seinen Blicken, bis er das Strahlen im Gesicht seiner Tochter sah. Man konnte förmlich sehen, wie er zu grübeln begann, was da wohl gesprochen worden war.


    Finin ging zu seinem Vater zurück und hob das Hochzeitsdiadem vom Kissen, das vorbereitet worden war. Der alte König runzelte verwirrt die Stirn: "Was? Ich dachte, du willst sie nicht...?"

    "Ich kann das Land doch nicht in einen fürchterlichen Krieg treiben...", grinste Finin.


    Er ging feierlich auf die Königsfamilie der Südlande zu, kniete vor dem Mädchen nieder und reichte ihr, unter dem erstaunten Raunen der Anwesenden, das Diadem: "Möchtest Du meine Frau werden, Prinzessin der Südlande?"

    "Mit großer Freude, Prinz der Waldlande!" Sie nahm das Diadem entgegen und schob es sich auf den Kopf. Die roten Diamanten glühten wie verzaubert in ihrem goldgelben Haar...


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    "Du kannst diese fette Kuh nicht heiraten! Du liebst mich!" Leralind stand herausfordernd vor Finin und funkelte ihn böse an. "Mich! Nur mich!"

    "Nenn sie bitte nicht fett," sagte Finin, erschüttert über diesen Ausbruch seiner Geliebten. Dass sie nicht sofort erfreut sein würde, war ihm klar gewesen, aber seine Fee solche Worte sagen zu hören... er hatte vergessen, dass er ähnlich über die Prinzessin gedacht hatte. Bevor er sie kennengelernt hatte.

    "Ach? Soll ich nicht? Sie ist aber eine fette Kuh!" Leralind lachte bösartig und stemmte die Hände in die Seite. "Fett und häßlich! - Bist Du schon auf ihr herumgeklettert? Sie kann sich bestimmt kaum bewegen im Bett, hä?"

    "Leralind, bitte! Hör auf. Die Prinzessin will uns helfen!"

    "Helfen? Indem sie sich den Prinzen schnappt und sein ganzes Reich dazu? Schöne Hilfe!" keifte Leralind und Finin fragte sich, wie er diese Stimme jemals als lieblich hatte empfinden können.

    Finin trat einen Schritt zurück: "Sie braucht mein Reich nicht, sie hat ein eigenes", sagte er leise, aber Leralind lachte nur hämisch: "Ja, und dann bringt sie Dich um und hat zwei Reiche! Raffiniertes fettes Ding. Bestimmt erdrückt sie Dich beim Beischlaf... ups, hab ich nicht gesehen!"

    Finin trat noch weiter zurück. Jeder Satz aus Leralinds Mund, jedes höhnische Gelächter erdrückte seine Leidenschaft für dieses so wunderschöne Wesen. Eine Fee mit dem Herzen einer Hexe...


    "Ich würde sagen, Du gehst jetzt, Leralind. Beruhig dich ersteinmal und wenn du wieder normal bist..." "Normal?", kreischte die junge Frau empört "normal? DU bist hier nicht mehr normal! Diese fette Zauberin hat dich verhext! Verhext, hörst du? Du wirst neben ihr aufwachen und tot sein!"

    Leralind drehte sich auf dem Absatz um und stürmte aus dem Raum. Dabei rannte sie eine Dienerin um, die Wein brachte, den Finin vorhin bestellt hatte. Leralind schlug dem Mädchen wütend die zu Krallen gebogenen Finger ins Gesicht. "Tot!" schrie sie triumphierend "tooooooooooooooooot!" Schockiert blickte Finin der Frau hinterher. Das war nicht seine Leralind gewesen. Das war irgendein besessenes Wesen, das nur entfernt ausgesehen hatte wie Leralind.


    "Ist alles in Ordnung? Ich hab Geschrei gehört", die Prinzessin stand in der Tür zu Finins Raum.

    Sie sah das Dienstmädchen mit dem zerkratzen Gesicht und eilte heran: "Du armes Hascherl. Was ist denn hier passiert?" Ohne zu fragen, ergriff sie die Kanne mit dem Wasser auf Finins Tisch und begann, der Magd das Blut von Gesicht zu tupfen. Die Dienerin war fast noch ein Kind und schluchzte herzzerreißend.

    Das holte Finin aus seiner Starre. Er eilte hinaus auf den Gang und winkte zwei Wächter heran, die schon sehr neugierig schauten: "Du, hol den Arzt und du... sorg dafür, dass diese Frau nie wieder das Schloß betritt." Die zwei Männer nickten eifrig und rannten los.


    Finin ging zurück in sein Zimmer und betrachtet seine Braut, die beruhigend flüsternd der Dienerin das Gesicht reinigte.

    Sie war gar nicht so fett, wie sie unten im Saal gewirkt hatte. Ja, sie war üppig, jedoch genau an den richtigen Stellen, fand Finin. Es war das furchtbare Kleid gewesen, das aus diesem Mädchen ein gräßliches aufgeblasenes Monster gemacht hatte. Jetzt trug die Prinzessind einen langen Überwurf und dessen Gürtel reichte mit beiden Enden zum Boden. Sie wirkte elegant und fraulich.

    Finin bemerkte gar nicht, dass der Arzt das Zimmer betrat, so vertieft war er in den Anblick der Prinzessin. Erst als der alte Mann ihn fast umstieß, weil er im Wege stand, erwachte er aus seinem Sinnieren.

    Finin setzte sich auf die Kante seines Bettes und zog seine Braut neben sich. Gemeinsam sahen sie zu, wie der Arzt das Dienstmädchen versorgte. "Das wird wieder", brummte der Alte."wenn Du wenig heulst und nicht dranrumkratzt, bleiben auch keine Narben", "Das hat die Herrin auch gesagt!" strahlte das Mädchen. "Hat sie das?" brummte der Alte und schenkte der Prinzessin einen anerkennenden Blick. "Komm, Kindchen, Du solltest Dich jetzt ausruhen. Und wenn du irgendwo eine Reißwurz-Salbe findest, kannst Du sie dünn auftragen..." Der Arzt half dem Mädchen hoch und beide verließen grußlos den Raum des Prinzen.

    Die Prinzesin wandte Finin ihr Gesicht zu, doch plötzlich weiteten sich ihre Augen vor Schreck und sie sprang auf. "Was ist?" fragte Finin verwundert. Sie erötete: "Ich darf noch nicht auf Eurem Bett sitzen, wir sind noch nicht..." "Vorhin waren wir schon beim Du", unterbrach sie Finin und streckte ihr die Hand hin: "Mein Zimmer, meine Regeln!" Zögernd legte sie ihre Hand in die seine und setzte sich wieder zu ihm.

    "Warum trägst Du das Diadem nicht?" wollte Finin wissen. Sie lachte leise: "Ich war auf dem Weg ins Bett, als ich das Geschrei hörte." Finin strich ihr durchs Haar: "Sieht aus wie Stroh...", befand er und ihr Blick verdunkelte sich. "... fasst sich aber an wie Seide!" setzte er hinzu und bekam dafür ein Lächeln.

    "... und deine Augen sind grau. Außer wenn du lachst, dann sind sie grün!" Sie lachte hellauf: "Das denkst Du dir aus!" "Nein!" beharrte er, "ich sehs ganz deutlich... und Dein Mund..."

    Sie presste die Lippen zusammen. Er legte den Kopf schräg und tat verwundert: "Deine Lippen sind weg." Sie lachte wieder. Er beugte sich rasch vor und gab ihr ein winziges Küßchen. Sie erstarrte.

    "Du schmeckst gut", sagte er, und er sah sie schlucken. Er legte erneut seine Lippen auf die ihren.

    "Du schmeckst wirklich gut..."

    Der Wanderer

    Tariq

    Thorsten

    Iskaral


    Vielen lieben Dank für Eure Löbserer.


    Dies ist wieder mal so eine Schnell-Schuß-Geschichte von mir. Ich geh ins Bett, es rumpelt in meinem Hirnchen, ich steh wieder auf und muss schreiben. Das ist eine ziemlich unangenehme Angewohnheit. :D


    Und ich weiß immer nicht recht, ob es okay ist oder nicht... Deshalb freu ich mich über jede positive Meinung.^^ <- *froi*

    Die große Halle von Bejdraa



    Die Legenden sagen, es führen viele Wege nach Bejdraa, doch nur einer ist der richtige. Hat man den gefunden, begegnet man der Hohen Priesterin der Halle und ist gesegnet bis ans Ende seiner Tage...



    Sie saß auf den Stufen am Brunnen und wartete. Sie wußte nicht, worauf genau. Nur, dass es Änderungen geben musste. Bald. Aller hundert bis zweihundert Jahre, so sagten es die Legenden, bekam Bejdraa eine neue Priesterin. Wie und auf welche Art, verschwiegen die Legenden. Also wartete die schmale, schwarzhaarige Frau geduldig im lichten Zentrum der Halle auf die neue Zeit. Doch nichts geschah.


    Sie wußte nicht, wie lange sie schon wartete. Wochen? Jahre? Manchmal erhob sie sich und ging durch die Halle. Jedes einzelne Detail kannte sie im Traume, ohne zu stolpern, würde sie blind durch die Gänge laufen können, sie wußte genau, wie sich welches Dekor anfühlte. Und immer wieder verharrte sie mehrere Augenblicke lang im Bogen des weit geöffneten güldenen Tores, sah hinaus auf die Wiesen und die Bäume, die man von hier aus sah. Wann hatte sie Bejdraa das letzte Mal verlassen? Sie wußte es nicht mehr.


    Und so erschrak sie ein winziges bißchen vor sich selber, als sie eines Tages auf die Schwelle des Tores trat, sich einen weiteren Schritt hinaus wagte und noch einen. Gras. So fühlt sich also Gras an? Hatte sie das je gewußt? Noch ein Schritt und noch einer... und ehe es ihr wirklich bewußt geworden war, stand sie am Rand der Lichtung, auf der die große Halle stand. Bäume ragten über ihr in den Himmel, höher noch als die Kuppelspitze der Halle. Staunend sah sie nach oben. Noch ein Schritt. Und noch einer...


    Sie wandte sich nicht um, spürte, dass dies die Änderung war, auf die sie gewartet hatte. Sie selber war die Veränderung.


    Früher waren oft Leute zu ihr gekommen. Sie hatten gelacht und geschwatzt miteinander. Doch seit langer Zeit kam niemand mehr. Also ging sie zu ihnen. Zu den Leuten, die hier irgendwo sein mussten.


    Sie ging lange, quälend schwer wurden ihre Schritte, aber sie ging immer weiter. Und dann wurde sie belohnt: Menschen. Ein paar Bauern, gebückt in einem Feld, sie rafften Getreide-Halme zusammen und stellten sie zu seltsamen kleinen Hütten auf. Ordentlich aufgereiht standen die goldgelben Halme. Sie sah eine Weile zu, ehe sie einer der Männer bemerkte. Freundlich winkte er sie herbei und sie trat ohne Furcht zu ihnen. Sie wurde gefragt, nach ihrem Woher und Wohin. Doch sie hatte das Gefühl, die Bauern verstanden sie nicht. Als sie von der Halle von Bejdraa sprach, blickten die Männer nur ratlos. Diese Ratlosigkeit gab ihr das Gefühl, als falle ein großer Zauber von ihrer Halle. Die Männer kannten den Bau nicht. Sie hatte geglaubt, jeder im Lande wüßte davon und würde davon träumen. Und nun dies...


    Eilig verabschiedete sie sich und ging weiter. Irgendwo, das war sicher, gab es Menschen, die sich an Bejdraa erinnerten, sich danach sehnten und es suchten.


    Sie traf noch viele Leute. Arme und Reiche, Dumme und Schlaue, Liebenswerte und weniger Liebenswerte. Aber keiner, nicht einer von ihnen, wußte, wovon die junge Frau sprach. Eine Halle? Mitten im Wald? Was war das denn für ein Märchen?


    Sie versuchte, zu erklären, zu beschreiben, den Zauber von Bejdraa in die Herzen der Leute zu legen, doch die wandten sich nur achselzuckend ab. Und mit Schrecken stellte sie fest, dass mit jeder Erklärung, jedem Wort das Bild in ihrem eigenen Kopf blasser wurde, durchsichtiger, fader. So, als ob jede Erklärung ein Teil des Bildes verwischen würde. Und wenn sie noch gar viel redete, würde das Bild vollends aus ihr gelöscht werden und sie wäre wie die Menschen hier.


    Also schwieg sie fortan auf die Fragen und ging weiter, nicht wissend, wohin sie sollte und nicht wissend, wie sie den Rückweg finden sollte. Große Sorge machte sich in ihrem Herzen breit und sie ging gesenkten Hauptes vor sich hin. Tagelang. Und irgendwann war sie einfach nur noch müde. Der Wald, durch den sie gerade ging, war anders als der in Bejdraa, aber es war ein Wald. Ein kleiner tröstlicher Gedanke. Auf einer Lichtung mit einem kleinen lehmigen Tümpel ließ sie sich nieder.


    Träumend und sehnend blickte sie in das klare Wasser, als sich ihr Schritte näherten. Ein Mädchen, sechs oder sieben Jahre alt, trat auf die Lichtung. Es lächelte unsicher, kam vorsichtig näher und hockte sich dann, die Frau beobachtend, an die andere Seite des Wassers.


    Nach einer ganzen Weile des stummen Hin-und-Herblickens begann das Mädchen, im Lehm des Ufers zu buddeln. Sie häufte ihn auf, strich ihn glatt, gab mehr dazu und formte das Material mit geschickten Händen. Eine kleine Figur entstand, eine Frau, die mit untergeschlagenen Beinen auf dem Boden hockte. Selbst über den Teich hinweg konnte die Frau sehen, dass sie selbst das war, die dort aus Lehm geformt am Wasser saß.


    Ohne zu wissen, warum, begann die Frau, dem kleinen Mädchen von Bejdraa zu erzählen. Jedes Wort, das sie aussprach, löschte das zugehörige Bild in ihrer Erinnerung, aber sie sprach und sprach und sprach. Denn das Mädchen hatte begonnen, die Worte in Lehm zu formen, jedes Einzelne erwuchs am Tümpelufer. Und je prachtvoller die Frau ihre Worte setzte, um so prachtvoller wurde der Lehmbau des Mädchens. Als es dunkelte, erhob sich ein dreistufiges Podest mit grazilen Verzierungen, auf dem ein achteckiges Brunnenbecken stand.


    Das Mädchen erhob sich, kam um den Teich herumgelaufen und umarmte die Frau. "Ich bin morgen wieder hier!" sagte es "Du auch?"


    Die Frau legte sanft die Arme um das Kind und nickte.


    Tatsächlich war das Kind am nächsten Tag wieder da, früh schon, die Sonne stieg gerade erst über den Horizont. Die Frau hatte nicht schlafen können, die ganze Nacht hatte sie das Brunnenpodest betrachtet und dabei abwechseld das Gefühl unsagbaren Verlustes gehabt und auch des Feuers unbändiger Freude.


    Und wieder erzählte die Frau, sorgsam ihre Worte wählend, und das Kind baute. Mit großem Eifer errichtete es rund um den Brunnensockel halbhohe Säulen, fertigte kunstvolle Krüge, die sie auf den Säulen ausrichtete, begradigte den Boden zwischen den Säulen und ritzte komplizierte Muster in den feuchten Lehm.


    ... und so erschufen sie ein Bauwerk aus dem Lehm des Tümpels, dessen Vorrat unerschöpflich schien. Mit großem Geschick errichtete das Mädchen Gerüste aus Ästen und Zweigen, um die Mauern hochziehen zu können, nutze Stämmchen, um Fensterbögen abzustützen.


    Was immer das Mädchen auch errichtet, war zu klein, als das ein Erwachsener darin hätte stehen können, doch jedes Mal über Nacht schien sich das Lehmwerk zu bewegen und auszudehnen und am Morgen danach war alles gewaltig und groß. Nicht mal ein Riese könnte noch die hohen Kanten des Dachaufbaues berühren.


    Die Frau war nicht darüber verwundert und auch das Kind schien diese Tatsache als völlig normal zu empfinden. Sie arbeiteten zusammen, die Frau erzählte und das Kind baute. Über Wochen und Monate. Oft wollte die Frau helfend zugreifen, doch das Kind wehrte sie lächelnd ab. Sie solle erzählen, das andre werde von selbst. Tatsächlich erwuchs auf der Waldlichtung eine große Palasthalle, mit Wandelgängen, kunstvollen Säulen und Wandstelen und lauter kleinen Skulpturen entlang der Wände.



    Die Erinnerungen der Frau jedoch wurden immer leerer und trostloser. Das einzige, was sie dazu brachte, weiter und weiter zu erzählen, war der Bau vor ihren Augen. Was aus ihrem Geist entschwand, wogte über die Augen als wahrhaftiges Bild zurück in ihren Kopf. Sie entdeckte jeden Tag neu, was ihre Worte sie vergessen gemacht hatten. Und dann, eines Tages, hatte die Frau nur noch zwei Worte im Kopf. Mehr war nicht übrig geblieben von den prachtvollen Bildern ihrer Erinnerung. Die Worte waren leer und staubig. Die Frau sprach auch diese Worte aus und Bejdraa hörte auf zu existieren.


    Das Mädchen jedoch nahm auch diese zwei Worte. Sie formte leere ungeschmückte Wandflächen zwischen die prunkvollen Säulen, dann nahm sie das staubig und warf es hoch in die Luft. Dort löste sich das Wort auf, fiel sacht wie Schnee auf den gesamten Innenraum nieder und bedeckte alles mit einem samtigen Glanz.



    Die Frau, die nicht mehr wußte, wer sie war und woher sie gekommen war, betrachtete die Pracht um sich herum mit staunenden Augen. "Wie schön das alles ist hier!", sagte sie ehrfürchtig. "Wie heißt dieser Ort?"


    Das Mädchen sah sich um, als prüfe sie abschließend ihre Arbeit, dann nahm sie die Frau in den Arm: "Das ist die große Halle von Bejdraa, Mütterchen!"





    Die Legenden sagen, es gibt nur einen richtigen Weg nach Bejdraa. Doch das stimmt nicht. Kein Weg ist richtig oder falsch.


    Die einen suchen Bejdraa und laufen blinden Auges daran vorbei.
    Die anderen suchen etwas ganz anderes und stehen dann staunend vor den güldenen Toren.
    Und wieder andre suchen gar nicht und gehen um des Gehens willen, ohne zu ahnen, dass sie schon da sind.


    Manchmal sehen wir Wunder und erkennen sie nicht.
    Manchmal sehen wir Alltägliches und begreifen beglückt das Wunderbare dahinter.


    ... und manchmal führt uns unser Weg auf eine Waldlichtung mit einem kleinen lehmigen Tümpel.

    Darf ich ne Anmerkung anmerken? Ich weiß, geht mich nüscht mehr an, aber ich würde die Worttrennungen im Klappentext rauswerfen. Gerade das erste Vi- ist irgendwie irritierend.

    Dadurch wird der Text zwar (wahrscheinlich) 'ne Zeile länger, aber es macht die Sache übersichtlicher...


    Wie gesagt, geht mich nix an. Wollt Euch nur 'n Gespräch anne Bagge nageln...:D

    Hallihallo!


    Ich bin grade in einer Phase des "Schreibenwollens" und stelle fest, ich bin genauso grade irgendwie nicht kreativ genug. Deshalb erbitte ich Eure Hilfe.


    Ich habe eine Textstelle, in der mein Protamädel erkennt, dass sie mit ihren Gedanken gängen ziemlich falsch liegt, was den Prota-Jungen angeht. Ich habe flüssig-flockig drauflosgeschrieben: "Oh je, da hatte sie völlig daneben getippt"


    Das "daneben getippt" bekomme ich gut ausgebügelt, allerdings hänge ich an dem "Oh je!" fest. Welchen gedanklichen Ausruf könnte man verwenden, da ja "Oh je" eine Ableitung von "Oh Jesus" ist und der Kerl in "meiner Welt" nicht existiert. Bei mir existiert eine Göttin, die allerdings im Alltag sehr viel weniger präsent ist als Jesus und Gott in unserem. Goddl nee...


    Hilfe? Hilfe hilfe hilfe?:| Ich hab grade nur Sieb, Korngröße 37 Mü im Kopf.