Beiträge von Cory Thain

    Es geht bei derartigen Genre-Einteilungen nicht wirklich um den "Blickwinkel des Betrachters". Es sind einfach Schubladen definiert worden (von wem auch immer - it's a kind of magic?) Und diese Schubladen gehen von den Intentionen des Autors aus: Sind Deine Monster Ergebnisse von (mißlungenen) wissenschaftlichen Experimenten, ist es SF, sind sie monströs wegen eines Wunders, einer höheren Macht oder eben auch Magie, ist es Fantasy.


    Es liegt an Dir, die Ursprünge der "Mutationen" zu definieren... und zwar NUR an Dir! Es ist Deine Story, Dein Plot, sind Deine Monster... mach sie einfach spannend, dann fragt kein Aas mehr nach der Schublade. :thumbsup:

    Die von Dir beschriebene Grundstory ist einfach und schlicht gesagt: Science Fiction. Alle "Abartigkeiten " und besonderen Kräfte erklären sich aus rein wissenschaftlichen Vorgängen. Da ist in keinster Form "Magie" dabei... :)
    Beantwortet das Deine Frage?


    Aber unabhängig von der Genrefrage: Wer hindert Dich daran, diese Story zu schreiben? Wenn DU sie für schreibenswert hältst, ist sie es. Chaif auf Kategorien und Genre-Schubladen...

    "Mama? Mamaa!" der kleine Junge ruckelte nicht gerade zimperlich an seiner Mutter herum. "Wach doch bitte auf, Mama!"


    Doch Maria rührte sich nicht. Dorom Kar'shul beugte sich hinunter: "Junge, Deine Mama sollte ins Krankenhaus... "


    Der Kleine sah auf, mit Tränen im Gesicht: "Kannst Du sie dahin bringen?" Dorom begriff, dass der Junge die Abneigung seiner Mutter ihm gegenüber gar nicht mitbekommen hatte.


    "Natürlich, hilf mir mal!" Dorom benötigte die Hilfe des Jungen nicht wirklich, um die Frau hochzuheben. Maria Andergast war klein und zierlich und lag in seinen Armen wie ein kleines Mädchen. Dorom trug sie vorsichtig zum Taxi, bemüht darum, sicher und stark zu wirken. Er wußte zuwenig über diese Welt, um entscheiden zu können, ob der Junge clever genug sein könnte, den Notarzt lieber hierher zu rufen. Deshalb versuchte er, den Jungen durch Aktionen abzulenken: "Setz Dich zu ihr, Kleiner und pass auf sie auf!" Dorom schob die Frau auf den Rücksitz seines Wagens, wartete, bis der Junge ebenfalls eingestiegen war und schloß die Tür mit eingestellter Kindersicherung. Doch Niklas kam nicht mal auf den Gadanken, zu prüfen, ob er wieder aus dem Wagen herauskam...


    Dorom steig ebenfalls ein und fuhr los. Immer wieder sah er prüfend in den Rückspiegel, doch der Junge war so sehr mit seiner Mutter beschäftigt, dass ihm nicht auffiel, dass Dorom an einem Krankenhaus einfach vorbeifuhr.


    Doroms Ziel war der Ranki-Park, es war eine ziemlich kurze Fahrt. An einem Nebeneingang hielt Dorom, sah sich sorgfältig um und hob dann die noch immer bewußtlose Frau aus dem Auto.


    "Das ist aber kein Krankenhaus!" der kleine Junge sah sich kritisch um.


    Dorom Kar'shul holte tief Luft und hoffte auf sein Glück: "Nein, aber da hinten steht ein Zauberbrunnen, der macht alle Leute gesund..."


    Niklas überlegte einen Augenblick, dann nickte er und sagte fest: "Das versuchen wir! Das ist besser als Arzt! Ärzte haben Spritzen...!"


    'So ein kleines Kind' , Dorom fühlte sich fast schuldig, als er den Weg in den dämmrigen Park entlang ging, mit der Frau auf dem Arm und dem Jungen im Schlepptau. Es waren nur wenige Schritte bis zum Brunnen.


    Das Wasserbecken des Brunnens wirkte wirklich verwunschen, lauter kleine Fliesen in blau, grün und silber brachten das Wasser darin zum Glitzern, dieser Eindruck wurde verstärkt durch kleine Sprudel und verdeckte Leuchten im Rand... Ohne Zögern legte Dorom Kar'shul die leblose Frau in das flache Wasser: "Hilfst Du mir, Niklas?" Der Junge nickte. "Steig in den Brunnen! Du musst darauf achten, dass das Gesicht Deiner Mama nicht unter Wasser kommt, sonst ertrinkt sie!" Niklas hinterfragte diese merkwürdige Anweisung nicht mal und tat, wie ihm geheißen. Es fiel ihm nicht auf, dass Dorom sorgfältig darauf achtete, den Körperkontakt zu ihm und seiner Mutter immer aufrecht zu erhalten. Und als Dorom Kar'shul fragte: "Hast Du sie sicher, ja?" nickte er ernsthaft.


    Dorom ließ beide Menschen los und trat einen Schritt zurück: "Gute Reise, Maraja!" flüsterte er und sah zu, wie sich die beiden in einem hellen blauen Flirren langsam auflösten.


    Die erste Aufgabe war erfüllt. Nun war es Zeit, sich dem zweiten Artefakt zu widmen. Dorom Kar'shul starrte in das blaue Glitzern und überlegte, wie er vorgehen sollte...





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    Siehst Du, @Xerxes , so is das immer in der Welt: Den einen gefällts, den andren gefällts auch, aber sie nörgeln ä bissi. Deshalb (für den Hausfrieden) schlage ich vor, Du vergißt meine inhaltlichen Amerkungen und übernimmst nur die Rechtschreib-Korrekturen... :thumbup:


    Ich hab einfach versucht meine Schreibblockade zu überwinden... und da kommt dann sowas bei rum. <X


    Entschuldige, das hab ich nicht wissen können. Ich schaue eigentlich selten zuerst nach dem Autor: Ich lese den ersten Absatz. Sagt er mir zu, les ich weiter, tut er das nicht, mach ich den Text zu. Du brauchst Dir also keine Gedanken um mein Magen-Wohlsein zu machen... ;)


    Ich denke, wenn Du versuchst, der Story einen winzigen Dreher am Ende zu verpassen, wird das ganze überraschender enden... Stell Dir einfach irgendetwas völlig absurdes vor, was nie und nimmer in dieser Geschichte passieren könnte.... und dann lass es passieren!

    Welchen Rest jetzt?



    Okay:

    Wenn ein Gewitter aufzieht und jemand würde mir entsetzt entgegenkommen... ich würde es sehen.

    ... ja aber würde Dir auffallen, dass noch niemals irgendwann ever jemand soooooo entsetzt war wie der da? Die Leute haben bei aufkommendem Gewitter besseres zu tun. Einziger glaubhafter Grund wäre, dass der Kerl, der da rennt, eine absolute Bekanntheit in der Stadt ist und man sich quasi darüber wundert, was mit dem wohl los sei...



    Zitat von Xerxes

    Das die Frau die Wahrheit sagt is schon wichtig, wie ich finde.


    Es ist (sorry) völlig egal. Es war wichtig genug, in die "Akten" aufgenommen zu werden, daraus folgert man indirekt, dass zumindest die "Offiziellen", die Du oben benennst, ihr geglaubt haben. Aber wenn Du den Aspekt der Wahrheitsliebe so in den Vordergrund stellst bei einem Zeugen... kommt es ein bissle so rüber, als seinen alle andren unglaubwürdig.

    Interessanter Plot. Aber irgendwie... nun sagen wir: Vorhersehbar. 'Tschuldige bitte :/


    Ich mach mal n bissle Textarbeit, ja?

    Puh... ich mach hier kurz nen break, das ist doch ganz schön viel... soll ich weitertun?

    Thorsten Weber genoß die Fürsorge, die die niedliche Krankenschwester ihm angedeihen ließ. Wenn er zurückzuckte, weil das Desinfektionsmittel im Gesicht brannte, kicherte das Mädchen und veranlaßte Thorsten, das Wegzucken etwas zu übertreiben.


    "Und sie wissen wirklich nicht, warum man Sie zusammengeschlagen hat?" fragte das Mädchen plötzlich zusammenhanglos. "Hat es etwas damit zu tun?" Sie hielt ihm den kleinen braunen Zettel mit der Nachricht hin.


    Thorsten Weber hatte den Zettel schon wieder vergessen und nahm ihn etwas unwillig entgegen: "Ich fürchte, ja!"


    Das Mädchen sah ihn aufmerksam an: "Was werden Sie tun?"


    "Die Polizei informieren... vielleicht?" antwortete Thorsten Weber vage.


    "Und die Menschen? Es werden viele sterben, steht da!" Die Krankenschwester blickte ernst.


    Thorsten Weber zuckte unsicher mit den Schultern, doch dann stutzte er: "Sie... Sie können das lesen?" er fuchtelte mit dem Zettel vor ihrer Nase herum.


    "Sie doch auch!" konterte das Mädchen freimütig und wiederholte: "Was werden Sie tun?"


    Thorsten Weber hob wieder die Schultern: "Ich habe keinen Schimmer! Ich könnte draußen ein Taxi rufen und dem Fahrer den Zettel unter die Nase halten...!" Er hatte das ironisch gemeint, doch das Mädchen nickte: "Das ist gar keine so schlechte Idee... Ich geb Ihnen mal eine Taxi-Nummer..." Sie zog aus der Tasche ihres Kittels einen Notizzettel hervor. Er war leer, aber am oberen Rand stand eingedruckt

    Dorom Kar'shul
    Taxiruf 737373


    "Sie sollten jetzt gehen. Sie haben noch zu tun... " Die Krankenschwester wandte sich ab und verließ den Raum, ohne sich nocheinmal umzusehen. Thorsten Weber schaute ihr verdattert hinterher...




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    Das Taxi hielt vor dem Ranki-Park und Thorsten Weber stieg aus. Er hatte nicht die Nummer angerufen, die auf dem Zettel stand, sondern das erstbeste Taxi vor dem Krankenhaus herangewunken. Er fühlte sich unwohl bei dem Gedanken, dass die Krankenschwester diese fremde Schrift offenbar genauso mühelos lesen konnte wie er. Und dass sie ihm exakt und genau diesen Taxi-Fahrer empfahl, machte ich unruhig.



    Deshalb blickte er dem davonfahrenden beigen Auto auch lang hinterher, erst als er sich sicher war, dass es nicht zurückkehrte, betrat er den Park. Es war bereits dämmrig und die Bäume und Statuen am Weg verwuchsen zu unheimlichen Schatten-Wesen. Thorsten Weber ging den Hauptweg entlang... immer tiefer in das dunkler werdende verwunschen wirkende Parkgelände...





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    mein dunkler Diplomat. Lasse die Starken sich messen, zuletzt wirst du sie zertreten!
    *Bild des alten Mannes mit Krone auf dem Sterbebett, seine Augen schließen sich, ein böses Lächeln verharrt auf seinem Gesicht*
    Lord Dorom ist tot.
    Das Sterben beginnt.
    Dein Schicksal.

    Wärest Du bitte so freundlich, den Herren anders zu benennen? Ich finds gruselig, wenn ein Char meiner Geschichte zeitgleich in einer andren für Tot erklärt wird... Ich bin mir sicher, Du hast einen passenderen Namen auf Lager?!


    :hi1: Muchas Dankos (wie der geneigte Cardassianer sagen würde)

    Oh, ich denke, Mister Rhodan kann mit subtiler Werbung durchaus umgehen...


    Was mir zum Threadthema einfiel: In einem anderen Forum haben wir mal eine Pratchett-Style-Geschichte geschrieben, das war ganz amüsant. In der Art eines Rollenspieles, also mit festgelegten Persona, eine neue Geschichte, aber halt scheibenweltlerisch...


    Wäre das auch hier eine Option? :?:


    ^^

    Da ich nicht auf Fantasy geeicht bin, sondern generell gern lese, möchte ich auch den Erklärungsspielraum (für mich) erweitern.


    Fantasy, SF, Krimis, Märchen, Thriller, Belletristik: Alle "erfundenen" Geschichten sind in meinen Augen "was-wäre-wenn"-Szenarien. Wenn sich nur ein winziges Detail in unserer Realität verschöbe, welche Folgen hätte das: Ist es wichtig, ob da grad ein Kohlweißling oder ein Weinschwärmer vor mir auf dem Palettenstapel sitzt? Wie relevant ist es fürs Weltengefüge, dass Kollege XY eine fette Beule im Kotflügel hat (ICH wars nicht!) Erfundene Geschichten befassen sich mit den mehr oder minder großen Realitätsverschiebungen und den Möglichkeiten, die sie uns böten, den Gefahren, die sie uns brächten... Es ist quasi eine vorweggenommene Auseinandersetzung mit Dingen, die geschehen... könnten. Oder halt auch nicht.


    Erfundene Geschichten erweitern einem den Horizont, man kann auf spielerische Art erkunden, was man wie wo warum anders machen würde. Folgen von Entscheidungen werden dargestellt, unabhängig davon, ob wir als Person, als Volk, als Wesenheit je vor diesen Entscheidungen stehen würden. Wir sind irgendwie gewappneter gegenüber unvorhersehbaren Dingen, weil wir die "unmöglichen Szenarien" im Kopf mit Fantasie bearbeiten, nicht nur mit Wissen...


    ... obwohl, so ein bissle Wissen, wie Magie funktioniert, wär schon nicht übel... ^^

    Es war bereits spät. Der Sandmann war längst vorbei, aber Niklas plapperte noch immer wie ein Wasserfall. Maria versuchte vergebens, ihn zur Ruhe zu bringen.


    "... und dann hat der Marcel, ne, der hat gesagt, die Lisa ist ne doofe Bitsch... Mama, was ist eine Bitsch? Und die Lisa, die hat geweint, weil der Marcel doch sonst immer ihr Freund ist und nie so was sagt..."


    Mitten in den Redeschwall hinein klingelte es an der Haustür. Maria stand vom Bett ihres Sohnes auf: "Du bleibst liegen, hörst Du? Liegenbleiben...!" Niklas nickte und brabbelte weiter, als merkte er gar nicht, dass seine Zuhörerin das Zimmer verließ.


    Maria ging zur Tür und öffnete. Ein kleiner, untersetzter Mann blickte zu ihr auf: "Frau Andergast? Ihr Taxi ist da!"


    "Mein was?" fragte Maria verblüfft. Der Mann runzelte die Stirn: "Sie hatten ein Taxi bestellt...?!" Maria schüttelte den Kopf: "Hab ich nicht. Tut mir leid, da müssen Sie sich irren."


    Der Mann gab so schnell nicht auf: "Sie wollten zum Ranki-Park! Hier, sehen Sie! Ich denk mir das doch nicht aus!" Er kramte in seiner Jakett-Tasche und holte einen Notizblock hervor. Auf dem oberen Blatt stand: Maria Andergast, Große Straße 7, 24. September, 19:20 Uhr. "Das sind doch Sie, oder?"


    Maria nickte: "Ja bin ich! Aber ich habe wirklich kein Taxi..." Ihr Blick fiel auf den oberen Rand des Zettelblocks. Dort stand in steiler, gerader Schrift

    Dorom Kar'shul
    Taxiruf 737373


    Maria wurde blass: "Lassen Sie meinen Sohn in Ruhe! Hören Sie? Ich rufe sonst die Polizei!" sagte sie laut.


    "Bitte was?" der kleine Mann wirkte verwirrt. "Ich kenne ihren Sohn doch gar nicht!"


    "Mama? Wer ist das?" Marias Herz zog sich zusammen vor Angst, als sie ihren Sohn herantapern hörte. "Ich hab gesagt, Du bleibst im Bett! Hab ich das gesagt?" fuhr sie ihn an.


    "Ja, hast Du!" gab Niklas kleinlaut zu. "Aber ich hab noch Durst...!"


    Maria zog ihren Sohn beschützend in ihre Arme: "Schatz? War das dieser Mann, der in Dein Schreibheft geschrieben hat?" Niklas betrachtete den Mann eingehend: "Den kenn ich nicht! Wer ist'n das?" sagte er dann.


    Der Taxifahrer öffnete den Mund, um zu antworten, doch Maria fuhr ihn an: "Seien Sie still! Kein Wort! - Niklas, mein Schatz, hast Du ihn wirklich noch nie gesehen?"


    Niklas schien nochmal eingehend nachzudenken, Maria wartete nervös auf seine Antwort. "Nein, Mama! Echt nicht!" Niklas schüttelte entschieden den Kopf. "Kann ich noch etwas zu trinken haben, Mama?"


    Maria atmete tief ein. "Natürlich, aber dann gehts ab ins Bett! - Und Sie..." sie wandte sich wieder an den Taxifahrer : "Gehen Sie! Ich brauch kein Taxi. Und bleiben Sie von meinem Sohn fern!"


    Der Taxifahrer verstand offenbar noch immer nicht. Mit großen Augen blickte er Maria starr an. "GEHEN SIE!" Maria wandte sich ab...


    ... dann wurde ihr schwarz vor Augen. Das letzte, was sie vernahm, war der angstvolle Aufschrei ihres Sohnes "Mama? Mama was ist denn? MAMAAAAAAAAAAA?"


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    Irgendwo draußen krachte es ohrenbetäubend. Die hohen Gäste des Hauses sprangen auf und drängten wie neugierige Buben zu den Fenstern, sich gegenseitig wegschiebend. Auch die Dienerschaft im Raume reckte die Hälse, wagte jedoch nicht, die ihnen zugewiesenen Plätze zu verlassen.


    "Anrik! Geh hinaus und sieh nach, was geschehen ist!" Der Hausherr wandte sich nicht einmal um, sondern wedelte nur mit der Hand. Anrik gehorchte sofort. Froh, seine eigene Neugier stillen zu können, eilte er auf den Hof des Hauses. Über den Dächern im Osten konnte er das bedrohliche blaue Leuchten eines Eisfeuers erkennen.


    'Der Sehengar!' war Anriks erster Gedanke. Doch dann wurde ihm klar, dass der Sehengar viel weiter westlich im Dunkel lag. Irgendetwas anderes brannte dort den kalten Tod.


    "Ich weiß, was da brennt!" hörte Anrik jemanden neben sich sagen. Er wandte sich um und musste seinen Blick senken. Patno, der Sohn der Köchin stand verschmitzt grinsend neben ihm. Er war noch ein wenig atemlos, er musste gerannt sein.


    "Nun sag schon, Junge!" forderte Anrik gutmütig. Er mochte den kleinen Kerl.


    "Das Haus der Ri'el!" der kleine Junge rollte bedeutungsvoll mit den Augen.


    "Das.... waaaaas?" Jetzt war Anrik verblüfft. Das Haus der Ri'el war eines der bedeutungslosesten Gebäude der ganzen Stadt, nur die Barracken der Tagelöhner waren noch unwichtiger. Weshalb sollten die Eis-Wesen diese kleine halbkaputte Hütte abbrennen? Dass das Feuer ein Werk der dünnen blassen Personen war, schien eindeutig. Blaues Feuer beherrschten nur sie.


    "Woher weißt Du das?" Anriks Frage sollte seine Verwirrung überdecken.


    "Ich war dort, ich habe mit Chait gespielt..." Die Antwort des Jungen brachte Anrik auf einen Gedanken: "Ist jemand verletzt?" So arm die Ri'els auch waren, es waren gute, ehrenwerte Leute.


    Patno lachte, ein helles fröhliches Kinderlachen: "Die stehen alle vor ihrem Haus und guggen andächtig zu!"


    Anrik verstand nun gar nichts mehr... langsam, grübelnd, begab er sich zurück ins Haus, um seinem Herrn zu berichten...




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    Zur Erleichterung des Verständnisses: Ein Posting ist immer eine Szene... die allerdings durchaus in einem der nächsten Postings fortgeführt werden kann, jedoch mit höchster Wahrscheinlichkeit nicht im direkt anschließenden...


    Wie gesagt: Ich sammle die Fragmente in meinem Hirn auf und hoffe, sie in der richtigen Reihe aufzulesen... :huh:

    "Geht es Ihnen gut?"


    Die Stimme war eindeutig eine andere. Wärmer, weicher. Ohne eine Spur von Drohung. Thorsten Weber öffnete die Augen. Über ihm war Weiß. Ein grelles, unangenehmes Weiß. "Ouhhhh!" machte er und blinzelte.


    "Verstehen Sie mich?" die Stimme klang nun eindringlicher, aber noch immer weich und nicht bedrohlich.


    "Können Sie das Licht dimmen?" fragte Thorsten Weber, das heißt, er versuchte es. Das Nuscheln, das er herausbrachte, war nicht wirklich deutbar. "Hell!" versuchte er es erneut und hatte offenbar Erfolg damit: Ein Tuch wurde weit über seinem Kopf herangezogen und minderte so das Licht. "Danke!" brachte er hervor und fand, dass man das schon ziemlich gut verstehen konnte.


    "Wie heißen Sie?" die Stimme... wunderbar! Thorsten Weber versuchte, seinen Namen zu sagen, nur für diese Stimme. Doch es misslang. "Mifd!" Die Stimme lachte... oh, welch Lachen!


    "Versuchen Sies hiermit?!" Ein Tablet-PC schwebte vor seinen Augen und Thorsten Weber hob mühsam die Hand und tippte auf der eingeblendeten Tastatur seinen Namen ein: Thorsten Weber. Wo bin ich


    "Das ist das Diakonissen-Krankenhaus. Grother-Straße. Sie wurden im Ranki-Park hier in der Nähe gefunden..."


    Thorsten Weber streckte seine Hand nach dem Tablet aus: Ranki?


    "Ja, der Park, kennen Sie den nicht?"


    Doch, aber ich war nicht im Ranki!



    "Man hat Sie dort gefunden... erinnern Sie sich nicht, was Sie dort gemacht haben?"


    Ich war nicht im Ranki! Ich wurde auf der Grassauer Straße verprügelt! Gut, es war nur ein Schlag, aber der hatte offenbar gesessen. Thorsten Weber versuchte vergebens, sich an die Zeit zwischen Faustschlag und dem Erwachen im grellen Weiß zu erinnern. Doch außer der bedrohlichen Stimme wußte er nichts mehr...



    "Komm, sobald Du... kannst! Sonst bist Du schuld am Tod Tausender!"






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    Spät kommt'se


    Klingt schön mythisch, Dein "Gesang vom Raben", allerdings stolpere ich über die letzte Zeile, da bricht das Reimschema etwas aus.


    Rein klanglich gefiele mir besser:



    Zitat

    Ist nicht vergänglich, wie du es bist,
    denn im Wald wird frei gestorben.


    ... es ist allerdings möglich, dass Du diesen Bruch absichtlich gesetzt hast, dann verzeih meinen Einwand und vergiss ihn...



    (Mich tät allerdings auch intressieren, warum der Mann da so tot rumliegt. Ist ja nicht selbstverständlich, sowas. Gibts da eine Geschichte/Legende dazu?)

    "Mama? Was ist ein Dorom?"


    Maria blickte sich zu ihrem Sohn um. Der saß, gedankenverloren mit den Beinen baumelnd, am Küchentisch, vor sich sein Schreiblernheft.


    "Ich weiß nicht, Schatz. Wie kommst Du darauf?"


    "Das ist mir grad eingefallen, aber ich weiß nicht, was es ist!" Der kleine Junge streckte seinen Stift in die Luft: "Gugg, so war das!" Er kriekelte irgendwelche Zeichen in die Luft. Dann sah er auf sein Heft hinunter: "Ob die Lehrerin böse sein wird?"


    Maria kannte die komischen Gedankensprünge ihre Sohnes und trat an den Tisch. In seinem Heft war, leicht krakelig, eine Reihe kleiner L zu sehen, darunter eine Reihe kleiner E. Doch darunter, in der Zeile, in der sich Klein-L und Klein-E abwechseln sollten, stand in grader, völlig unkindlicher Handschrift "Dorom". Dreimal, exakt gleich aussehend, fast, als sei es gedruckt.


    "Warst Du das?" fragte Maria und ihr Sohn nickte, mit einem kläglichen Versuch eines Lächelns. "Es kam aus dem Füller! Ich kann nichts dafür!"


    Maria überlegte, was sie dazu sagen sollte. Es fiel ihr nichts ein, deshalb strich sie ihrem Sohn übers Haar.





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