Beiträge von 20thcenturyman im Thema „Küssen verboten“

    Habe aufgeholt bis Kapitel 17. Dass endlich ein mächtiger Dämon auftaucht, macht die Geschichte interessanter. Der Rückblick in Lillys Kindheit, wo sie in der Hölle ums Überleben kämpfen musste, wirft natürlich Fragen auf. Was ist die Hölle? Sind Dämonen keine spirituellen Wesen, sondern eine Art Homininen, die Kinder bekommen genauso wie Menschen?

    Zu Lillys Energieproblem hätte ich noch einen Vorschlag. Könnte Lilly nicht, wie ein Taschendieb, ganz unauffällig Passanten anrempeln und ihnen auf diese Weise etwas Energie abnehmen, so wenig, dass die Engel nichts mitbekommen? Kleinvieh macht auch Mist. Sie könnte auch ganz kurz einen Hund streicheln. Der wäre dann wegen des Energieverlusts ein paar Tage müde, natürlich ohne langfristige Folgen.

    Zu Kapitel 13:

    Ich wundere mich darüber, wie gut Nemo, der Dämon, und die Engel miteinander zurechtkommen. Als Nemo mit dem kleinen Mädchen sich vom Umzug absetzte, dachte ich schon, es würde richtig ernst. Aber es passierte nichts Schlimmes. So etwas würde auch nicht zum humorvollen Grundton der Geschichte passen.

    Lilly wird immer menschlicher. Das ist sehr subtil und nachvollziehbar geschildert. Aber was wollen die Engel eigentlich? Lilly und Nemo in Menschen verwandeln?

    Nach kurzer krankheitsbedingter Pause habe ich jetzt Kapitel 12 gelesen. Sehr schön, wie Lillys fremdartige Dämonennatur dargestellt wird. Es kommt ihr gar nicht in den Sinn, dass man ihre Geschichte merkwürdig finden könnte. Ausgesetzt und auf der Strasse aufgewachsen. Ist das bei Dämonen so? Wie entstehen sie eigentlich. Die Kabbelei mit den beiden Engeln ist nach wie vor sehr lustig.

    Sehe zu, dass ich schnell aufhole.

    Zu Kapitel 11:

    Als der drogenumnebelte Blumenlieferant Max erscheint, verwendest du drei Mal hintereinander das Wort "freundlich".

    Da könnte man vielleicht an Synonyme denken.

    Ansonsten gefällt mir dieses Kapitel bislang am besten. Mein neuer Held ist Ed, der konservative Engel, der mit seinem asbachuralten Handy kämpft. Mit ihm kann ich mich gut identifizieren, denn mir geht es mit diesem ganzen modernen Zeug, Computer und Smartphone, ganz ähnlich. Als Engel würde ich auf all dies pfeiffen und meine übernatürlichen Fähigkeiten einsetzen. Aber vielleicht darf er das nicht? Womöglich haben die beiden etwas ausgefressen, wofür sie in die Verbannung geschickt wurden, in die Welt der Sterblichen? Das würde Sinn machen. Bin nach wie vor gespannt, wie es weiter geht.

    Ich warte ja schon darauf, dass es ein bisschen übernatürlicher wird. Als Lilly die alte Dame auf den Friedhof begleitete, dachte ich, jetzt ist es so weit. Aber nein, es blieb alles weltlich, wenn man das so nennen kann. Die Dame war einfach nur aus dem Altersheim entwischt, und da sie sich nicht mehr an den Namen ihres Mannes erinnern konnte, wurde der Blumenstrauss auf einem anderen Grab niedergelegt.

    So kann man das auch machen. Geschichten aus dem ganz normalen Wahnsinn des Lebens und das Übernatürliche nur sehr sparsam eingesetzt.

    Eine Horde Rentner, die über einen Blumenladen herfällt, ist ja auch schon Horror genug.

    Ist Ed ein mormonischer Engel? Kein Kaffee? Da würde ich auch rebellieren.

    Dieses Katz-und Maus-Spiel zwischen der Dämonin und den sauertöpfischen Engeln bleibt amüsant. Von denen einer Berichte schreiben muss. Für wen eigentlich?

    Von allen Geschichten, in die ich hier hineingeschaut habe, könnte ich mir die am ehesten verfilmt vorstellen. Als leichte, übernatürliche Komödie, so in der Tradition von "Verliebt in eine Hexe" oder "Bezaubernde Jeannie".

    Ein paar Fehler sind noch drin. Das Halsband ist kein Assessor, sondern ein Accessoire.

    Kommando zurück, mein Kommentar bezog sich auf das vorletzte Kapitel. Im letzten hat Lilly ja dann plötzlich ihre Liebe zum Putzen und Kochen entdeckt und regt sich sogar darüber auf, dass die Engel zu spät zum essen kommen und die Wohnung verschmutzen.

    Das war in der Tat eine der zwei möglichen Erzählrichtungen, denn ewig konnte dieser Schwebezustand ja auch nicht weiter gehen. Entweder wird Lilly, aus Trotz, dämonischer, oder sie passt sich den Engeln an, deren Mentalität in sie hineinsickert, ohne dass ihr das bewusst wird. Was übrigens sehr anschaulich geschildert ist, ohne Exposition. Es geschieht einfach. Fremdartig bleibt sie aber doch, wie man an der Sache mit dem Kind sieht. Das erinnert mich ein wenig an den Engel aus der Serie Supernatural, der stets große Schwierigkeiten hatte, die Menschen zu verstehen.

    Die Charakterisierung der Dämonin ist sehr stimmig. Es fällt ihr nicht im Traum ein, in der Wohnung irgendwie mitzuhelfen. Sie nimmt einfach nur. Eine ganz andere Weltsicht. Sie ist eben kein Mensch. Und erst recht kein Engel. Eine Art Clash der Kulturen. Gespannt bin ich auf die großen Dämonen, die die Engel nicht einfach so tolerieren können.

    Mich interessiert in dieser Geschichte in erster Linie dieser Konflikt zwischen den Engeln und den Dämonen. Was hinter der scheinbar großzügigen Aufnahme der Dämonin durch die Engel steckt. Ob sie vielleicht die Havarie in ihrer Wohnung selber verursacht haben,, um sie unter ihre Kontrolle zu bekommen, was sie mit ihr vorhaben, wann die gefährlicheren Dämonen auftauchen, wie es in Himmel und Hölle aussieht, und so weiter.

    In diesem Kapitel geht es eigentlich nur um eine sich vielleicht anbahnende erotische Beziehung, also quasi Romantacy, was ja gerade sehr in ist. Ist aber nicht mein Fall. Ist aber auch Geschmackssache, natürlich.

    Ich finde diese ganze Saunageschichte ein bisschen überdehnt. Sie ließe sich vielleicht besser lesen, wenn man sie etwas kürzen würde. Vielleicht auch ein wenig mehr Handlung und etwas weniger Dialoge.

    Es sind aber auch wieder ein paar originelle Ideen dabei. Sehr schön Lillys Junkiegefühl beim Kaffeeholen. Erinnert mich daran, dass sich Coca Cola mal in den frühen Jahren gegen den Vorwurf wehren musste, das Getränk enthielte Alkohol. Das stimmte nicht, sagte die Firma. Der Drink enthält nur legales Kokain! So war es tatsächlich. Die Zeiten ändern sich eben.

    Die Engel vertragen übrigens keine Hitze? Ist es im Himmel kalt? Dann möchte ich da lieber nicht hin.

    Mir scheinen deine Dämonen eher so eine Art unartiger Teenager zu sein, die versuchen, mit kleinen Sünden davonzukommen. Kaffee und Schnappspralinen! Einige können nicht mal lügen. Ich nehme mal an, dass es auch andere, gefährlichere Vertreter der Gattung gibt. Wäre interessant, wenn die auch ins Spiel kämen. Lilly ist ja auch seinerzeit aus der Hölle emporgeklettert. Ob man in einer Rückblende mal auf die Zustände da eingehen könnte? Bisher liest sich die Geschichte jedenfalls sehr nett und vor allem originell.

    Nett, wie die Engel charakterisiert werden. Sie trinken keinen Kaffee, sondern grünen Tee, beten vor dem Essen, haben eine Waschmaschine und können übers Wasser laufen und teleportieren.

    Die Dämonen hingegen vertragen keine Kälte.

    Dass diese Informationen erst nach und nach preisgegeben werden, macht sich besser als große Anfangserläuterungen.

    Die Beschreibungen finde ich völlig ausreichend.

    Zum Beispiel Harry Potter: Hermine wird in zwei Sätzen beschrieben. Sie hat wuschelige braune Haare und große Vorderzähne. Das ist alles. Trotzdem hat man sofort ein Bild vor sich. Als ich die Filme sah, hatte ich eher das Gefühl, etwas wiederzusehen, als etwas Neues zu erblicken.

    Man kann der Phantasie des Lesers viel überlassen.

    Übrigends gibt es einer Serie, in der es auch um eine übernatürliche WG geht. Ein Vampir, ein Werwolf und ein Geist. Sie heißt Being Human.

    Für jemanden mit einer Rechtschreibschwäche halten sich die Fehler in engen Grenzen und stören vor allem nicht den Lesefluss.

    Die Geschichte finde ich bislang originell und sehr lustig, vor allem:

    Eine Welt, in der Dämonen und Engel unerkannt leben. Sie sind den Tücken des Alltags genauso ausgesetzt wie Normalsterbliche. Ein Wasserrohrbruch kann einen Dämon aus der Wohnung vertreiben! Und er arbeitet in einem Blumenladen.

    Sehr schön geschildert sind die Engel als Spießer mit unerbittlicher Hausordnung. Inklusive Ruhezeiten und korrekt zu beschriftender Lebensmittel.

    Der arme Dämon. Bin mal gespannt, wie es ihm in dieser Horror-WG weiter ergeht.