Beiträge von Thorsten

    Das ist auch wieder sehr gelungen - die Prophezeihungen lassen ja interessantes ahnen.



    Auch die Szene nachher mit Klymera ist ziemlich gut - Muru kommt also eher in einen Zwiespalt.


    Und Klymera war eine nette und verständnisvolle Freundin.


    Naja, soo lange kennt sie die auch noch nicht, oder? Ein bisschen dick aufgetragen ist das schon...

    Jo, nachdem wir jetzt echte Spoiler haben...


    Gefaellt mir von der Stimmung ganz gut - ab und an wuerde ich mir ein bisschen mehr Beschreibung und Details wuenschen (wie schaut denn das Kloster aus? Wie sieht die Landschaft um das Dorf aus?), aber ueber weite Strecken liest es sich sehr angenehm - ab und an sind schoene Szenen drin die die Erwartung etwas brechen, etwa die Frage was man tun wuerde wenn man noch einen Tag haette.


    Hier ein paar Dinge die mir noch aufgefallen sind:



    Die Blume pochte, entzog Aya Kraft, um sich zur Wehr zu setzen


    Finde ich an der Stelle zu reflektiert - Aya bekommt vielleicht mit dass sie sich schwach fuehlt, aber dass sie in der Szene - in der sie ja panisch ist - noch rausbekommt warum die Blume ihr Kraft entzieht, das finde ich zu genau erklaert.


    Er legte die Hände aneinander, murmelte ein Mantra.


    Ich bin mir fast sicher dass es im Stil des Genres ein Sutra sein sollte (normalerweise werden die gegen Daemonen rezitiert und gelten als effektiv weil es die Worte Buddha's sind) - ein Mantra ist eine (oft bedeutungslose) Phrase die als Meditationshilfe immer wieder und wieder gesprochen wird um den Kopf leer zu bekommen.


    Ein Dorfmädchen wie du solltest eigentlich gar nicht von ihrer Existenz wissen.


    Ist aber bei einer leuchtenden Pflanze im Wald irgendwie auch schwer geheim zu halten, oder?


    Die Blume wächst nur alle einhundert Jahre, genau an der Stelle, an welcher du sie gefunden hast.


    Okay, das wirft fuer mich jetzt die Frage auf - wenn die Blume so essentiell fuer's Kloster ist weil der Baum sie braucht, und wenn sie so selten blueht - warum ist dann nur ein Novize vor Ort der sie noch nicht mal ordentlich bewacht, statt dass die Moenche da zwei Wochen im Wald campen, des wichtigen Ereignisses wegen?


    Irgendwie ignorieren sie das zentrale Ereignis im Klosterleben voellig...


    Vater Kenzo nickte.


    Ich wuerde denken dass 'Vater' eher in westliche Klostergemeinschaften gehoert - Zen-Moenche reden eigentlich eher von 'Meister' oder 'Lehrer' (Sensei haette ich im Original vermutet...)


    Verärgert stellte sie fest, dass ihre Hand leicht zitterte, als sie den Löffel anhob, um einen Bissen zum Mund zu führen.

    In Japan nimmt man sehr selten Loeffel, und wenn dann eher nur fuer Suppe - Reis wird mit Staebchen gegessen.


    Ich dachte, "schelten" sei ein deutsches Wort.


    Ist es auch - ich kenn' das schon auch. Es ist ein bisschen altertuemlich, kommt aber viel in Grimm's Maerchen vor - spezifisch schweizerisch ist das nicht.:)


    Okay, dann sehen wir mal wie Du die Geschichte aufloest...

    Das ist eine sehr gute Szene geworden - sowohl wie Muru da ganz verzaubert im Rausch ist als auch die Art wie ihre Gedanken immer wieder zu Turris zurueckdriften als sie spaeter ihre Besorgungen machen soll ist toll getroffen - das gefaellt mir richtig gut.:thumbsup:


    Auch die Vision spaeter gibt einen schoenen Einblick in die Welt und ist sehr stimmungsvoll.


    Turris ist schon so ein Fruechtchen - mal sehen was fuer Dreck der so am Stecken hat...


    Weiter so - das ist richtig schoen geworden!

    sanehat.png

    (Wahrlich bekannt dem Koenig, geschaetzt von ihm, sein Gefolgsmann Sanehat)

    - besser bekannt als Sinuhe der Aegypter - wahrscheinlich von ihm selbst.


    Ich habe eine kommentierte Ausgabe des Textes im Internet gefunden (mit Hilfe kann ich die Hieroglyphen einigermassen lesen...) und arbeite mich jetzt am ersten Roman der Weltliteratur ab.


    Mittelaegyptisch ist eine fuer unsere Verhaeltnisse recht bildhafte Sprache, ich habe keine Ahnung wie der Text damals ruebergekommen ist, aber Zeilen wie (Sinuhe in der Wueste)


    Durst ergriff mich, ueberwaeltigte mich, ich keuchte, mein Hals war trocken, ich sagte - das ist der Vorgeschmack des Todes der mein Herz und meinen Koerper bindet


    empfinde ich immer noch - nach so vielen tausend Jahren - als ziemlich stark.


    Die Story: Sinuhe ist der Vertraute des Koenigs, und mit seinem Sohn unterwegs auf Kriegszug - als der Koenig stirbt. Ein Bote ueberbringt die Nachricht, Sinuhe hoert zufaellig davon und flieht in Panik (Plothole - man weiss nie so richtig warum - fuerchtet er dass der Sohn Saeuberungen durchfuehren will). Er kommt zu Nomaden im Land Iaa und macht dort Karriere, wird mit der Tochter eines Stammesfuersten verheiratet und wird ein grosser Kriegsheld in Syrien - bis ihn in seinem Alter die Sehnsucht nach Aegypten packt und er zurueckkehrt - und vom neuen Koenig freudestrahlend und in allen Ehren empfangen wird (der ihn ja kannte) - und dann seine Tage in der alten Heimat zu Ende erleben darf.


    Fuer heutige Verhaeltnisse macht die Geschichte nicht so wahnsinnig viel her - aber hey - es ist der erste Roman der Literaturgeschichte... da kann man schon toleranter sein :D

    Ah, Du schreibst Magie jetzt also zum ersten Mal weniger 'technisch' und mehr als Vision - gefaellt mir vom Prinzip her gut, und auch die Schilderung ist ziemlich stark geworden.


    Wie Rainbow schon geschrieben hatte - das ist ein ganz schoener Trip fuer Penthesilea der da geschildert wird.


    Ich hab' eigentlich nur mit dem Kontext der Szene ein paar Probleme.


    Sowas


    Fehler *19: Zerstörte Flugbahn. Siehe Notfallplan, Spiritistisches Handbuch Band 7

    laesst mich jetzt leider mehr an eine Computersimulation denken als an Magie und reisst mich da wieder aus der Stimmung. Also - mit der ganzen Szene im Kopf - irgendwie bin ich nicht so Fan dieser Stichpunkte die abgearbeitet werden, das koennte man anders loesen...


    Der andere Kommentar den ich haette waere ein logischer Einwand. Sie arbeitet ja mit einem Handbuch/Lehrbuch das offenbar dafuer da ist, um den Zauber zu lernen.


    Da ist sowas


    Überwinde die Todesgrenze auf dem richtigen Weg.


    einfach nicht foerderlich - wenn ich weiss was der richtige Weg ist, brauche ich kein Lehrbuch, das brauche ich nur um mir zu sagen was der richtige Weg ist. Sowas in ein Handbuch zu schreiben waere irgendwie kriminell gegenueber dem Leser.


    Ich hab' schon das eine oder andere gefaehrliche Ding aus Buechern gelernt - da schreiben sie aber normalerweise ganz klar - darauf muss man achten, wenn das und das passiert ist das und das das Problem und man muss dann so und so machen.


    Jetzt kann Dein Konzept von Magie ja auch beinhalten dass nicht alles ausgesprochen werden kann was einem da so begegnet, oder dass das von Person zu Person verschieden ist, aber

    Es gibt auch Paukenschläge. Vielleicht bestehen die Flugbahnen aus Klängen? Aber wie sollte meine dann klingen?

    Wie ein Surren, natürlich. Ich habe doch den Zauber auf diese Weise gehört.

    liesse sich auch vorher beschreiben als 'Du wirst bei der Vorbereitung des Zaubers eine Empfindung haben - vielleicht eine Farbe, vielleicht ein Geraeusch, vielleicht ein bestimmtes Gefuehl - das Ziel ist es, diese Empfindung nachher wiederzufinden'.


    Will sagen - ich denke Du musst in die Geschichte einen Grund einfuehren warum Penthesilea den Zauber ohne ordentliche Information durchfuehrt - im Prinzip liegt der auf der Hand, weil sie es ja irgendwie heimlich macht und sich das Material dazu gekrallt hat - aber das muesste ausgesprochen werden, dass sie vorher vielleicht noch ueberlegt ob das doof ist, jetzt so ganz ohne Mentor zu arbeiten, und ob das was sie weiss ueberhaupt ausreicht, sie koennte sogar noch einen Moment ueber den richtigen Weg ueber die Todesgrenze nachsinnieren und sich dann 'scheiss drauf' denken - da ist eigentlich viel Raum fuer das Innenleben von Penthesilea, da koennte man was richtig gutes draus machen wie sie da ueberlegt finde ich.


    Aber - wie gesagt - so gefaellt mir die Magie in der Geschichte gut:thumbup:

    Atmosphaerisch sehr schoen, ich denke grade die Einbettung in die Zugfahrt finde ich gelungen, die gibt der Sache noch so einen traumhaften Hauch.


    Stilistisch mag ich anmerken - es sind ja zwei Ebenen, der kursive Text wird vom Zug-Erzaehler offenbar nach der Begebenheit erzaehlt oder aus dem Gedaechtnis aufgeschrieben - der ist also 'editiert' und kann sehr gedrechselt und poetisch sein. Der normal gesetzte Text aber soll ja direkt gesprochener Text des Freundes sein der erzaehlt. Und ganz oft denke ich mir da - so redet doch keiner?!


    Wir haben zum Beispiel


    Die Lindenblätter drückten schwer auf die Lehmpfade und die Bäume standen eng.


    Ich bin mir nicht sicher ob 'Pfad' in der gesprochenen Sprache noch zu viel verwendet wird, aber ich bin mir ziemlich sicher dass mir mein Leben lang noch nie jemand was von drueckenden Blaettern erzaehlt hat...


    Als sich bald die durch die Stämme vorbeiglimmenden Leuchten der Autos und der heimeilenden letzten LKWs vom Militärring abzeichneten

    Das 'vorbeiglimmende Leuchten' ist auch so ein poetisches Bild das eher in die editierte Erinnerung als in den direkten Text passt

    Natürlich wähnte ich, sie auf dem Gepäckträger mitnehmen zu dürfen,

    Und 'waehnen' ist auch mehr letztes Jahrhundert - heute hat man eher den Plan sie mitzunehmen...


    Okay - ich dachte fuer einen Moment vielleicht ist der Freund so ein Typ der so redet, immerhin schreibt er ja Gedichte. Oder der Zug-Erzaehler strickt ihn sich so hin dass der Text eben auch in der Erinnerung editiert ist - er ist ja eigentlich auch vom Zug-Erzaehler erzaehlt.


    Aber - dann kommen wieder die Dinger wo Du eindeutig versuchst, den Text als direkt gesprochen zu kennzeichnen


    wenn noch ein LKW unter uns durchbretterte


    Gefällts dir?


    aber ich wollte mir natürlich das Mädchen sichern



    Das 'durchbrettern' oder das zusammengezogene Gefällts oder 'Maedchen sichern' sind jetzt recht eindeutig keine Elemente der Schriftsprache, sondern so spricht man halt.


    Insofern bleibe ich mit dem Gefuehl zurueck, dass Dir der Text manchmal von einer Stilebene in die andere gerutscht ist - wo er vielleicht getrennt besser gewesen waere. Selbst wenn der Freund des Zug-Erzaehlers ein poetischer Romantiker ist, kann er ja Bilder verwenden, aber trotzdem reden wie man... halt redet.


    Ja, das waeren meine 2 Cents zu dieser Geschichte. Wie gesagt, von der Stimmung her fand ich sie richtig schoen aufgebaut und entwickelt, und auch das offene Ende passt gut:)

    Hm, ich weiss nicht - irgendwie kommt mir die Grundstimmung des Gespraechs nicht richtig vor. Elias ist eigentlich krank vor Sorge und sollte Schwierigkeiten haben sich wirklich auf andere Dinge einzulassen - so wie hier -



    Die Sorge um sie vermischte sich mit der Wut über ihre Unvernunft und der Fassungslosigkeit über ihre scheinbare Naivität, mit der sie die Bedrohung auf die leichte Schulter genommen hatte und Dagon somit direkt in die Hände gelaufen war


    - aber das ist erst auf der Haelfte des Textes. Micah sollte ja eigentlich 'mehr Engel, weniger Mensch' sein als Elias der ja in der Hinsicht besonders ist.


    Also wuerde ich erwarten dass Micah eher mit der 'heiligen Mission' beschaeftigt ist und Dinge toll findet wie dass Elias offiziell der Auserwaehlte ist, waehrend Elias davon eigentlich gar nichts mehr wissen will sondern das runterspielt, und dass es daraus eine Spannung gibt.


    So wie das Gespraech geschrieben ist, ist es aber so ein eher entspanntes 'ah, du hast die Menschen unterschaetzt' (mit Grinsen (!) von Elias - 'die haben mich nicht ernst genommen' - da fehlt die ganze Dramatik in der Situation drumherum - die Heerscharen sind bedraengt, Elias Freundin ist weg, jedes Gealbere kann nur an der Oberflaeche sein (wuerden Engel das dann ueberhaupt machen?) - das ist mir dafuer alles zu nett und zu entspannt... sorry...:(


    . „Lia hatte schon immer ein Talent dazu, sich in Schwierigkeiten zu bringen, aber diesmal hat sie sich wirklich selber übertroffen.“ Ein gequältes Lächeln huschte über seine Lippen, als versuche er, dem Ganzen etwas Lustiges abzugewinnen, was ihm aber offensichtlich nicht gelang.

    Das hier trifft genau den richtigen Ton - er probiert es, lustig zu sein, aber es geht schief und es kommt Galgenhumor raus :thumbup:

    Dabei spezifizierst du Logik-Fehler;

    Nur der Klarheit wegen - ich hatte mit einem Bild der Geschichte als 'realistisch' angefangen - in dem Bild gibt es logische Fehler. Nur aenderte sich das Bild dann zu 'surreal' - und an diesem Punkt macht es dann keinen Sinn mehr, logische Fehler zu finden.


    Ich hatte versucht Dir chronologisch den Prozess zu schildern mit dem ich durch die Geschichte durch bin - insofern, war vielleicht missverstaendlich.:?:


    Immerhin haben wir am Ende noch die hübsche Frau, was?

    :D

    Die "edlen Ritter" war ja tendenziell immer eher nutzlos in Schlachten

    Kannst Du so nicht sagen. Von der Zeit als die roemische Legion allmaehlich an Kampffertigkeit verloren hatte und es keine hoch disziplinierte Infanterie mehr auf dem Schlachtfeld gab (400 n. Chr. ) bis zu der Zeit als disziplinierte Landsknechte mit Piken und massiver Einsatz von Schusswaffen (Langboegen und Musketen) die Ritterheere in Schach halten konnten (1346 Crecy) war die Kavallerie die dominierende Waffengattung in Europa - einfach aufgrund ihrer Faehigkeit, die recht untrainierte Infanterie durch den Schock zu brechen.


    (Quelle: 'A History of Warfare' - Field Marshal Montgomery of Alamein)

    Okay, wenn Du in Deiner Vorstellung nicht von Germanistik geredet haettest, dann waere der Verdacht jetzt draussen. :D


    Das ist so eine Geschichte, mit der bin ich zwiegespalten. Beim Lesen (deine 6 Minuten sind bei mir - schneller Leser - recht akkurat, aber darauf wird hier nicht so viel Wert gelegt) hat es mit einer starken Stimmung angefangen - die ganze Atmosphaere war gut eingefangen, die Sprache ist ungewohnt poetisch, die Geschichte nimmt sich viel Zeit das Innenleben zu schildern.


    Diesen Abschnitt fand ich ziemlich genial


    Dazu erschien ihm die ganze Truppe überhaupt im Geheimen renitent. Er zweifelte nicht an ihrem Gehorsam, doch war es vielmehr so, als verstünden sie allesamt seine Befehle nicht und gaben sich zwar alle redliche Mühe, sie mit all ihren Kräften auszuführen, das Gehölz zu schlagen und abzusammeln, Wälle aufzuschaufeln, in Fahnen die Hügel abzupatrouillieren, doch scheiterten in ihrem dumpfen Eigenleben beständig daran, das gewünschte Ergebnis zu erzielen. Es war, als hielte er zwar alle Fäden in der Hand, doch diese liefen nur zu Strohpuppen, die er zwar nach Belieben drehen und wenden konnte, die sich aber dennoch nie von selbst in Bewegung setzen, geschweige denn, dass sich in ihre Sackleinköpfe ein Gesicht einprägen würde, das ihn ebenso kristallblau anlächelte wie einstmals ein anderes.


    Das duerfte die ganze Lage eines faehigen Kommandeurs mit einer unerprobten Truppe genau einfangen - die latente Frustration die sich daraus ergibt dass obwohl alles passiert wie's befohlen wird nichts passiert wie's soll. Das hat mir als Thema super gefallen, und auch die Bilder mit den Faeden zu Strohpuppen - grosse Klasse.


    An diesem Punkt hatte ich mich auf eine realistische Geschichte eingerichtet - es geht also um die Psychologie des Kommandanten (wie auch der Untertitel nahelegt).


    Aber kurz darauf faengt der Kommandant an, aus der Rolle zu fallen. Er verlaesst das Lager, er geht ins Buschwerk (nachts!) und kommt da auch einigermassen voran und kann sehen (ja, Mondlicht - aber im Wald ist das trotzdem ein ziemliches Gestolpere, und durch Unterholz?), tut dann voellig sinnlose Dinge im Gehoelz ohne irgendwie zu reflektieren warum er das tut - und begeht dann Selbstmord indem er auf die feindlichen Linien zulaeuft (ob die ohne Zuruf gleich auf einen einzelnen Mann feuern wuerden?) - es endet in einer traumartigen Sequenz.


    Also - im Rueckblick - doch keine realistische Geschichte ueber die Psychologie des Mannes, sondern eine surreale - die Geschichte bewegt sich langsam von Real zu Irreal und endet im magischen, wo das kristallblaue Laecheln irgendwie eine Rolle spielt.


    Aber was ist der Punkt - was will mir der Autor damit sagen? An diesem Punkt steige ich dann seufzend aus - die Vermutungen gehen ins Beliebige. Eine Parabel auf die Sinnlosigkeit des Krieges? Des Daseins? Auf eine verflossene Liebe? Liegt ueberhaupt Sinn darin, einen tieferen Sinn zu suchen - reicht es nicht, dass die Form gelungen ist, die Sprache und die Bilder schoen ist, muss auch noch der Inhalt was profundes bedeuten?


    Am Ende - ja, fuer mich irgendwie schon - und wenn ich nach dem 6 Minuten lesen und nach den 60 Minuten drueber gruebeln nicht auf den Knackpunkt gekommen bin was mir die Geschichte zu sagen hat - dann ist sie vermutlich einfach nicht fuer mich und erreicht mich so nicht - und hinterlaesst mich nicht hungrig auf mehr sondern vage unzufrieden.


    ***


    Nach diesem philosophischen Erguss - es sind ein paar Anachronismen drin, hier zum Beispiel


    die führungslosen Widerstandslinien brachen wie verkohlte Streichhölzer und wurden überspült.


    Streichhoelzer gab's erst im 19. Jahrhundert - Schwefelhoelzer wuerden funktionieren.


    Ebenso die Weihnachtsbeleuchtung mit der das gegnerische Lager verglichen wird - das Bild ist glaube ich sehr modern und reisst so ein bisschen aus der Stimmung raus.

    Ich hatte zuerst die Argumentation, sie lernt den Seelenzauber, um damit ihre Tochter in Amazonia zu beschützen, aber fand das noch viel schlechter. Es sollte schon für den Krieg sein, weil das ja ihr Hauptziel ist. Vielleicht kann ich argumentieren: Sie probiert es zuerst selber und will den Zauber allgemein einführen, wenn sie ihn für gut befindet?

    Das meine ich nicht... Dass sie den Zauber ausprobiert um den Krieg zu gewinnen ist kein schlechter Twist, da geh' ich mit.


    Nur: Der Zauber ist nichts neues. Sie lernt den ja aus einem Handbuch. Also - wieso hat den vor ihr noch keine Koenigin im Krieg verwendet?


    So zum Vergleich - nach 15 Jahren Krieg hat Caesar echt Probleme mit seinem Feldzug im Norden Galliens, und seine letzte Legion sieht gegenueber den Feinden unterlegen aus. Also geht er ins Depot der Artillerie, marschiert an Katapulten und Speerschleudern vorbei bis er zu einem gut geoelten Maschinengewehr mit Munition kommt das da seit 200 Jahren lagert - und beschliesst, das gegen die Gallier einzusetzen.


    Da fragt sich auch jeder - warum jetzt erst? Und warum sind die ganzen Generaele vor ihm auf die Idee gekommen, das verstauben zu lassen?

    Das Problem ist aber, Penthesileas Problem sind nicht allein diese drei Spiritistinnen, die sie aufgedrückt bekommen hat, sondern sie hat schon seit Jahren ständig Probleme mit den Spiritistinnen insgesamt in Amazonia. Deren oberste Anführerin ist die Hohepriesterin (die habe ich bei der Verkündigungszeremonie vorgestellt, SIE hat das Zielland verkündigt) und in Amazonia hat die mehr zu sagen als Penthesilea.

    Okay - das ist gut - wuerde ich klarer rausarbeiten (vielleicht war da schon vorher was, was ich nicht im Kopf habe?) - als Thema jedenfalls sehr vielversprechend.:)

    Klingt sehr spannend was Du da ueber Deine Geschichten schreibst - bin gespannt was wir von Dir lesen!

    Le Morte dArthur von Sir Thomas Malory


    Eine recht detaillierte Version der Sagen von Koenig Arthur und den Rittern der Tafelrunde von 1485 - wegen verschiedener Szenen mit Zauberei von Merlin und Morgan LeFay gruppiere ich das jetzt einfach mal unter Fantasy ein.


    Der Stil ist fuer moderne Ohren ein bisschen gewoehnungsbeduerftig, das Augenmerk liegt oft an Aufzaehlungen von Rittern und ihren Taten und ist nicht so sehr nah am Charakter, und irgendwie spielt auch die Konsistenz keine so grosse Rolle (mal wird das Schwert das Arthur aus dem Stein zieht Excalibur genannt, mal das Schwert das der von der Lady in the Lake bekommt). Aber hey - ich bin mit dem ersten Buch fertig, und Arthur hat schon zwei Kinder von drei Frauen (nicht von der, mit der er verheiratet ist):D und es tobt ein grosser Krieg gegen die 11 Koenige des Nordens.


    Das Englisch ist priceless - ich begeistere mich sinnlos ueber Perlen wie he is a passing good man of his body, as few be living, and a passing proud man, and Sir, doubt ye not he will make war on you with mighty puissance oder and King Arthur set his love greatly upon her, and so she did upon him, and the king had ado with her, and gat on her a child ('have ado with a woman' war mir jetzt als Sexmetapher neu...) und wenn man sich mal eingelesen hat, ist es eigentlich ganz gut zu verstehen.

    Okay, das ist ein schoener erster Blick in die Unterwelt geworden (mit dem Himmelsmoos hatte man sich ja schon irgendwie sowas gedacht).


    Dann warten wir mal ab, was sich hier unten so tut:D

    Ich ahne, dass ihr darauf hinfiebert, die Welt in Flammen stehen zu sehen.

    Okay, ich hab' jetzt schon ein bisschen mehr Einblick - aber trotzdem - nee. Fuer mich war das von Anfang an eine Geschichte ueber... Menschen haette ich jetzt spontan gesagt, aber das trifft Elias ja eher nicht, also... Personen und ihre Beziehungen.


    Fuer mich ist das aeussere Geschehen nur der Aufhaenger um eben zu sehen wie die Personen mit der Situation umgehen und wie sich ihre Beziehungen veraendern. Ich fiebere eher mit Emilia und Silas mit, weil das eine total interessante Konstellation ist, als dass ich jetzt seitenweise Apokalypse lesen mag.

    Okay - konzeptionelles Problem zu dem Du vielleicht irgendwann was schreiben musst: Penthesilea macht jetzt den Seelensprungzauber, weil sie damit im Alleingang den Krieg zu gewinnen hofft.


    Aber - ist da vorher niemand draufgekommen? Warum machen sie sich die Muehe, eine Armee auszuheben, wenn eine Handvoll Spiritistinnen das sonst auch hinbekommen wuerde?


    Und... warum waehlt sie ihr Ziel so aus, dass sie eines ihrer eigenen Maedels nimmt?!



    „Wollte mich nur vergewissern, dass alles läuft wie es soll.“


    Zu schwach - das klingt als wuerde sie sich entschuldigen und hat den Drang sich zu erklaeren - sie ist die Anfuehrerin hier, sie kann schon darauf bestehen dass die anderen springen wenn sie pfeift.


    Bei meiner Rückkehr werde ich das thematisieren.


    Zu spaet - wenn es jetzt Rebellion gibt, dann muss sie auch jetzt damit umgehen.


    „Nein!“, ruft sie angstvoll. „Das ist wahnsinnig! Hast du den Verstand verloren? Lass d...“


    Auch das finde ich ziemlich respektlos von einer eigentlich untauglichen Soldatin gegenueber der Oberbefehlshaberin. In einer Befehlskette so was zu fragen finde ich grenzwertig. Wuerde ich vielleicht mindestens dazu schreiben dass sie nur als Halbschwester damit durchkommt oder so.


    Ansonsten spannend - schoen aufgebaut. Ob ich das mit der Liste wirklich so woertlich mit Stichpunkten machen wuerde weiss ich nicht so richtig - aber vielleicht passt das ja. Muss ich abwarten...:)