Beiträge von Eegon2

    Ich glaube, hier liegt ein Missverständnis vor. Ich meinte, mit Änderungen des ersten Postings eine Überarbeitung des ursprünglichen Textes durch den Autor und des Wiedereinstellens. Daran würde man auch sehen, ob die Ideen und Vorschläge der Leser hier irgendwie und irgendwo gefruchtet haben.

    Denn, würde die Geschichte von Beginn an mit Fokus auf Jon liegen, würde der Text bis zur Hälfte ein völlig anderer. Inhaltlich und in der Form.

    Und, ich habe nie an Deiner Redlichkeit gezweifelt.

    Aus meiner Sicht macht es wenig Sinn, immer wieder Fortsetzungen der Geschichte hier reinzustellen. Niemand weiß, ob und wie die Impulse aus dem Forum überhaupt ankommen. Denn, aus meiner Sicht, ist es durchaus möglich, dass bereits durch Änderungen des ersten Postings, sich einiges in den nachfolgenden Texten ändert.

    Fragen über Fragen:

    Was passiert, wenn es mehr Rückkehrwillige als "Beiboote" gibt?

    Was passiert, wenn das Schiff auf seiner Reise in Gefahr gerät und keine Beiboote mehr vorhanden sind?

    Erst war der Platz abgeschirmt, jetzt sind Passagiere "zufällig" in einem Raumschiff gestrandet?

    Die herrschende Kaste hat riesige Anstrengungen unternommen, um zu entkommen und sind im Finale vollkommen außen vor?

    Der Kapitän behauptet, die Erde sei unrettbar im Eimer, Lea will zurückkehren, um den Verrat der Regierung publik zu machen. Macht das die Erde wieder bewohnbar?

    Wie hören die Passagiere den Funkverkehr der Erde ab?

    Fragt euch doch mal selber: würdet ihr ein Buch kaufen, das null Rezensionen hat? Ich glaube nicht, oder?

    Natürlich! Zum einen: Wie hat der Buchverkauf die letzten 600 Jahre funktioniert?

    Zum anderen: Wenn mich ein Autor, ein Thema oder ein Klappentext anspricht, warum sollte ich dann auf jemand anderes warten, dass er seine subjektive Meinung abgibt?

    Zum Thema Amazon: Egal, welches Produkt - ich lese ausschließlich die negativen Bewertungen, denn Lobhudeleien helfen niemandem.

    Für einen Text, der aus den 1990ern Jahren zu stammen scheint, ist es schwierig Gegenvorschläge zu machen.

    (Anders lässt sich der Begriff "mutierter Aidsvirus" für mich nicht erklären)


    Zum Titel: Dieser bezieht sich einzig auf die ersten drei Abschnitte. Eine wirkliche Zusammenkunft wird nur kurz beschrieben, danach folgt ein Infodump über vergangenen Ereignisse und kommende Pläne.

    Die Handlung setzt ein, welche mit

    Man liebte es als Parlamentarier nicht, so direkte Konflikte auszutragen ...

    völlig unpersönlich gehalten wird. Wer ist "man"?

    Dann kommt für einen Satz ein Dr.Jareau ins Spiel, der daraufhin sofort wieder verschwindet.

    Ich gehe davon aus, dass der Protagonist der Geschichte, Jon aus der Konstruktionsabteilung sein soll.

    Falls ja, wäre es besser gewesen, mit ihm die Geschichte zu beginnen. Dadurch hätte der Autor mehrere Fliegen mit einer Klappe geschlagen:

    Durch eine Beschreibung Jons und seines momentanen Lebens, wäre der Leser viel dichter in die Geschichte gezogen worden. Wie war das Leben früher? Welche Veränderungen hat er miterlebt? Was sind seine Ängste und Sehnsüchte?

    Als nächstes folgte für mich ein Logikloch: Das Parlamentsgebäude ist abgeschottet, man wartet auf die Raumschiffe.

    Wo landen diese? Wie gelangen die Eingeschlossenen zu ihnen?

    Falls die vor dem Gebäude landen, macht das Abriegeln keinen Sinn.

    Worauf sich die nächste Frage anschließt: Jon geht aus Neugier dorthin? Angeblich ist das Virus überall und er sucht eine Menschenmenge auf?

    Danach kommt ein Punkt, wie ich ihn eigentlich nur aus Sci-Fi-Bücher von vor 1945 kenne: Der unbedarfte Prota setzt sich in ein Raumschiff und fliegt einfach davon.

    Um den Bogen zum Anfang der Geschichte zu schlagen: Es ist ein unbekanntes Ziel, welches auf eine unsichere Weise erreicht werden soll und man hat im Grunde keine Ahnung, was man machen soll, falls man ankommt.

    Womit ein weiteres Logikloch auftaucht: Ursprünglich sollte/wollte die Führungskaste mit einer Handvoll Untergebener ins All starten. Hätten, falls überhaupt Gerätschaften an Bord, Regierungschefs und Industriebosse den fremden Planeten urbar gemacht?


    Was mir in diesem Text grundsätzlich fehlt, sind Fragen, die der Autor dem Leser aufwirft, um Neugier zu erzeugen und Emotionen, die den Leser mitfühlen lassen.


    Auf der Plusseite: Rechtschreibung und Grammatik sind sehr gut und auch der Lesefluss ist durchaus gegeben. Inhaltlich ist der Text aber nur eine erste Rohfassung.

    Nett, aber aufgrund einer komplett aus überraschungslosen Klischees bestehenden Geschichte, empfinde ich den Text als belanglos. Besonders

    Von gelbem Regen war hier die Rede; und von entsetzlich entstellten Fehlgeburten bei Mensch und Tier. Zuletzt bestätigte sich der schrecklichste Verdacht: Ein mutiertes Aidsvirus war in Umlauf geraten. Für eine Infektion genügte Hautkontakt beziehungsweise der Austausch von Atemluft, zum Beispiel bei einem Gespräch.

    Der Ernst des Autors?

    Sorry, das war kein Lesevergnügen.

    @Stadtnymphe glaube ich, meinte der Selbstmord wäre nicht so ganz plausibel. Dazu kann ich nur anmerken: Der Bruder eines Freundes, feierte noch mit uns eine Party, lachte, riss Witze, zog andere auf. Er ging kurz um sich zu erleichtern. Was er auch tat, danach ging er in die Scheune und erhängte sich. Keiner wusste von seiner inneren Zerrissenheit, seiner Zukunftsängste. Bis heute gibt uns sein dahinscheiden Rätsel auf.

    Kurzer Einwurf von mir: Wahrscheinlich war er deshalb so gut drauf, weil er für sich mit all dem abgeschlossen hatte. Ein oft beobachtetes Phänomen bei Suizidgefährdeten, die froh sind, endlich eine Entscheidung getroffen zu haben und mit sich im Reinen sind. Nicht jeder bringt sich in todtrauriger Stimmung um.

    Hallo :)

    Ich vermute einfach, dass ich nicht zur Zielgruppe gehöre, denn für mich liest sich das alles sehr jugendlich, fast weiblich. Mehr als die Hälfte des Textes werden für die Beschreibung der Umgebung, so wie Gefühle und Träume genutzt und am Ende steht der Wunsch nach einem Naturerlebnis.

    Das nimmt mich überhaupt nicht mit, denn vorher wurden mir im Prolog so viele Dinge versprochen, die hier überhaupt keine Rolle mehr spielen, sondern noch zu den ganzen anderen Themen aufgepfropft werden.

    Sehnsüchte, Vorstellungen sowie der Vorgang der Körperreinigung in der Zukunft mögen wichtig sein, allerdings sollte irgendwann mal eine Handlung einsetzen. Sorry, aber hier hast Du mich bereits verloren.

    MfG

    Hallo :)

    Das liest sich insgesamt sehr flüssig und zeigt viel Übung im Kreieren von Bildern und Atmosphäre.

    Für meinen Geschmack hätten die ersten Sätze zusammengezogen werden können, dadurch wäre der Eingang fließender.

    Das Worts "Cloudscraper" wird etwas zu oft genutzt und das Worldbuilding in der zweiten Hälfte bremst die charaktergetriebene Handlung aus. Und hat im Grunde nichts mit dem Ende zu tun.

    In diesen kurzen Text werden Dystopie, Total Recall, das Thema Überbevölkerung und Suizid gestopft und zumindest das zweite davon halte ich für zu viel.

    Ist aber nur meine subjektive Meinung.

    MfG

    Nur ein ganz kleiner Einwurf von mir: Selbst in dieser Vorstellung/Zusammenfassung ist der roter Faden einer Geschichte kaum zu finden. Erschwerend kommen die Namenswechsel der Figuren und Orte hinzu.

    Lauro bringt Leokari die französischen Sitten bei und macht aus ihm einen Adligen.
    Dafür tötet der Vampir den Bürgermeister und Lauro lässt sich selbst zum Bürgermeister seiner Heimat erklären.

    Leider wird die Geschichte schon an dieser Stelle für mich wackelig, hingegen die Ideen mit Rahiki und Leokari genügend Potenzial bieten.

    Der Text könnte Bilder in Hitchcock-Manier auslösen- schafft er aber leider nicht. Asni hat es schon sehr gut angestoßen und auch ich bin der Meinung, dass man bei so wenigen Zeilen viel tiefer in Gefühle und Metaphern eintauchen könnte. Zum anderen stört mich eine sehr einfache Sache: Die Flasche (nur ein paar Zentimeter groß und dickwandig) fällt auf einen Teppich und zerbricht. Gemerkt? Auf Fliesen hätte ich das sofort gekauft, hier geht das nach hinten los.

    In einem Text von kaum mehr als 2000 Worten, wimmelt es nur so von Personen und Namen.
    Würde es nicht Sinn machen, zu ergründen oder festzulegen, was in der jeweiligen Szene dem Leser erzählt werden soll?
    Wenn sich dieses "Kapitel" in einem Satz zusammenfassen ließe, würde sich zeigen, ob wirklich alle Figuren auftauchen MÜSSEN, obwohl sie teilweise überhaupt keinen Satz sprechen, geschweige denn an der Handlung teilnehmen. Sie sind einfach da, weil ...?
    Zwischendurch erzählen sich die Figuren noch mit Jahreszahlen von ihrer Vergangenheit, die sie aber im Grunde schon kennen müssten. Das führt wieder zu dem Punkt: Muss der Leser das an dieser Stelle wissen? Bringen diese Informationen die Geschichte voran?
    Das Problem für mich ist, dass das ganze Drumherum so umständlich und schwierig geschrieben ist. Das Gleiche gilt für die Dialoge. Es gibt Ansätze, bei denen sich ein Lesefluss einstellen möchte, der aber mit dem nächsten Satz schon wieder versenkt wird. Vieles klingt gestelzt und ist an der Grenze, lächerlich zu wirken.
    Ich bleibe bei meiner Meinung, dass bei der Textgestaltung weiterhin Defizite in den Grundlagen vorherrschen.

    Meine unmaßgebliche Meinung ist als Spoiler verpackt :)

    Nett, meinen Senf habe ich in den Spoiler gepackt :)

    Ganz kurz meine Meinung :)

    :)
    Alfons hatte wieder seinen Platz am Fenster im Büro eingenommen und lutschte ein Minzbonbon aus einer brandneuen Plastikdose, die fast widerstrebend gekauft und noch keines eingehenden Blickes gewürdigt hatte. Fast wehmütig dachte er an das kleine Kaviarbehältnis, welches ihm auf fast dreiste Weise genommen worden war.
    Draußen brach die Dämmerung über die Stadt herein, aber er hatte kein Licht eingeschaltet. Dafür gingen auf der Straße die gelben Lampen der Laternen an und spiegelten sich vereinzelt in kleinen flachen Pfützen. Die Schaufenster der Geschäfte waren hell erleuchtet und er beobachtete die Fußgänger. Manche hasteten, einige gingen allein, Paare schlenderten, obwohl die Temperatur nur wenig über zehn Grad betragen konnte. Die meisten Menschen trugen Mäntel, manche einen bunten Schal oder ein Tuch um den Hals. Sehr viele Hüte oder Mützen.
    Alfons‘ Gedanken kreisten um Gregor Fischer. Beide kannten sich noch aus der Schule, waren Nachbarskinder und eigentlich so etwas wie beste Freunde gewesen. Rein äußerlich hätten beide Brüder sein können, denn eine körperliche Ähnlichkeit war nicht von der Hand zu weisen. Diese Verbindung hielt noch weit bis ins Erwachsenenalter hinein und führte schließlich zur „F & F Detektei - Vertrauen gegen Vertrauen“.
    Anfangs lief es ganz gut. Hier ein untreuer Ehemann, da eine weggelaufene Tochter. Einmal waren sie mehrere Monate damit beschäftigt gewesen, Erben für eine Testamentsvollstreckung ausfindig zu machen. Allerdings stellte sich dann heraus, dass im Prinzip nur Schulden vererbt worden waren und dieser Fall nicht nur den Anwalt an den Rand der Existenz brachten. Auch F & F blieben auf einem Teil der Kosten sitzen und das führte zu ersten Spannungen.
    Im nächsten Fall wurden beide von einem Firmenbesitzer in dessen Betrieb eingeschleust, um Lagerdiebstähle aufzuklären. Sie fanden Zutritt zu einem Verbrecherring, der sich darauf spezialisiert hatte, Toiletten, Waschbecken und Badewannen auf eigene Kosten zu vertreiben. Leider hatte Alfons das Gefühl, dass die meiste Arbeit an ihm hängenblieb, während Gregor damit beschäftigt war, mit der Tochter des Chefs anzubandeln. Dieser hatte ihr solche Kontakte zu seinen Angestellten ausdrücklich untersagt, was umso herausfordernder war. Nachdem der ungesetzliche Handel mit der Sanitärkeramik aufgeklärt worden war und der Auftraggeber in bester Laune schien, überkam es Fischer, die heimliche Beziehung öffentlich zu machen.
    Was erneut zu einer Auftragsflaute führte, denn offensichtlich hielt der Fabrikant Detektive für seine Tochter eher ungeeignet und wollte in Zukunft nichts mehr mit F & F zu tun haben. Dabei wurde er nicht müde, dies auch in seinem Bekanntenkreis kundzutun.
    Da die Beziehung für die Tochter schnell jedes Prickeln des Verbotenen verloren hatte, war dann in kurzer Zeit Schluss. Und im Streit über unprofessionelles Verhalten sowie deshalb ausbleibende Aufträge, ging F & F kurz danach den gleichen Weg.
    Inzwischen war es dunkel geworden. Der Verkehr hatte zugenommen und die Scheinwerfer des vorbeifahrenden Autos rissen die Passanten für Sekunden aus dem Schatten. Alfons‘ Gedanken wanderte zu dem Glasauge, sein Blick folgte. Es lag offen in seiner Dose einsam auf dem Schreibtisch.
    Leicht reflektierte das Glas den einfallenden Lichtschein.
    Die Iris starrte als großer dunkler Kreis zurück. Alfons versuchte sich, die Einzelheiten der Begegnung mit der Frau nochmals vorzustellen. Wie aus dem Nichts war sie aufgetaucht. Eine Studentin vielleicht?
    Vom Alter her keinesfalls, eher die Mutter eines Studenten. Die schwarzen, gescheitelten Haare. Mittelgroß, normale Figur. Saubere Hände, kein Nagellack. Der Mantel schien zu dünn. Warum?
    Sie hatte nicht arm ausgesehen, also war das eine bewusste Wahl?
    Oder sie kam irgendwoher, wo es wärmer war und hatte die falschen Sachen dabei? Die helle Strumpfhose und die Schuhe mit niedrigem Absatz gaben keinen Hinweis.
    War es ihr Glasauge? Er hatte nur das unbedeckte, offenbar echte sehen können. Was erwartete sie in seiner Dose? Was war klein genug und konnte von Wert sein? Geld? Diamanten? Auf jeden Fall keine Minzbonbons.
    Vielleicht noch ein Glasauge? Gab es so etwas wie einen Tauschhandel? Suche blaues Auge biete braunes?
    Das tat er als Quatsch ab. Sie würde mit der Dose irgendwohin gehen und dort ihren Irrtum bemerken. Wenn es um einen Wert für sie ging, war sie leer ausgegangen. War sie eine Art Kurier, steckte sie jetzt in Schwierigkeiten.
    Warum die Bibliothek? Er hatte dort nur durch Karin Zutritt bekommen. Ansonsten dürfen da nur Studenten und Lehrkräfte verkehren. Dass er und sie Jaques Tati kannten, war wohl der größte Zufall gewesen. Auf jeden Fall war dies ein Erkennungscode und er hatte den Test bestanden. Gedankenverloren drehte er den Glaskörper vorsichtig zwischen den Fingern hin und her. So leicht, dachte er. Und wenn sie morgen wieder da wäre und versuchte, das Missgeschick zu beheben?
    Seine Gedanken wurden von leise gegen die Scheiben schlagenden Tropfen unterbrochen. Durch dieses Geräusch wie aufgeweckt, legte Alfons das Auge zurück, schloss die Dose und schaute wieder aus dem Fenster.
    Durch den beginnenden Regen begannen sich die Menschen da unten schneller zu bewegen.
    Er stutzte. Diesen hellen Mantel da hatte er heute schon mal gesehen. Er riss das Fenster auf, spürte den Niesel im Gesicht, der Wind griff ihm in die Strähnen.
    Eben dieser Wind ließ einen Wust von schwarzen Haaren wehen, die über den Kragen jenes Mantels quollen. Die Frau eilte, ohne links und rechts zu schauen, die Straße entlang. Schon konnte Alfons sie nur noch von hinten sehen und er hielt es für zwecklos, sie zu rufen. Zwar stürzte er sogleich aus seinem Büro, die Treppe nach unten, aber dort stand er nach ein paar Schritten eher hilflos und regennass auf dem sich leerenden Bordstein.