Endlich. Endlich ausgelesen (dank kalkwiese, der mir den fehlenden 4.Band zugeschickt hatte - das Buch geht so rasch wie möglich an Dich zurück. Danke! 

) :
Die Eragon - Saga (C.Pasolini - (2002-2011)
Der oftmals zu lesenden Kritik, die Geschichte wäre nicht viel mehr als ein schwacher Abklatsch von Tolkiens "Herr der Ringe" möchte ich mal folgendes entgegenhalten: Der Autor war bei der Veröffentlichung des ersten Bandes schlappe 15 Jahre alt - was hatten die Kritiker denn erwartet?
Da habe ich schon Bücher von Leuten gelesen, die mehr als doppelt so alt waren und eine deutlich schlechtere Vorstellung abgeliefert haben. Und das die Geschichte aufgrund ihrer "einfachen" Erzählweise nur für ein Publikum zwischen 9 - 13 Jahren passend sei, beweist mir lediglich mal wieder die Hochnäsigkeit und Arroganz s.g. "Kritiker". Und für die habe ich seit langem eine viel zutreffendere Bezeichnung: Es sind Eunuchen - sie wissen, wie man's macht.
Summa summarum wird in Eragon die klassische Geschichte eines Nobodys erzählt, der im Verlauf seiner Reise an seiner Aufgabe wächst, bis er sie schließlich mit Hilfe seiner Freunde zu einem glücklichen Ende bringen kann.
Es ist richtig: Neu und innovativ ist das nicht. Aber ich habe mich trotzdem keine Sekunde gelangweilt gefühlt beim Lesen. Paolinis Erzählfluß hat so gut wie keine Längen, er schweift nicht in Nebenhandlungen ab, die die Hauptgeschichte ausbremsen oder von ihr ablenken. Bei einer durchschnittlichen Länge von 800 Seiten pro Band finde ich das beachtlich.
Und ja: Der Stil könnte durchaus eleganter sein. Bei vielen Formulierungen merkt man doch, daß sich da jemand angestrengt hat, eine Situation plastisch zu beschreiben, daß ihm aber vielfach die Reichhaltigkeit der Worte fehlten.
Aber das finde ich im Ganzen nicht sonderlich störend. Irritiert hat mich jedoch die Entscheidung des Verlages, nach drei Bänden den Übersetzer zu wechseln. So kommt es im letzten Buch in auffälliger Häufung zu Seltsamkeiten, bei denen das Auge "stolpert", was in den Büchern davor nie der Fall war. Hier mal ein paar Beispiele:
"Nach dem Gemetzel erfüllte ein grässlicher Gestank nach den widerlichsten Substanzen, die man sich nur vorstellen konnte, den Raum... "(Seite 225)
"Dutzende braune, mit Gänsefedern gefiederte Pfeile..." (S.228)
"Die herabsausende Klinge war für ihn allerdings fast nicht zu sehen, sodass er sie in seiner Hast verfehlte." (S.234)
"Der Kreis der übrigen Elfenreiter löste sich auf und alle Elfen wandten sich in unterschiedliche Richtungen, während sie versuchten, ihre Reittiere zu beruhigen, und sich um die feindlichen Soldaten vor ihnen kümmerten." (S.768)
Daß Eragon jedoch, nachdem er den Tyrannen Galbatorix getötet hat, bis zum Ende der Geschichte als "Königsmörder" angeredet wird, fand ich mehr als nur befremdlich. Da haben dann nämlich sowohl Übersetzerin als auch das Lektorat völlig versagt.
Denn das jemand, der einen Köng tötet, im englischen als "Kingslayer" (Königsmörder) bezeichnet wird, ist völlig richtig (und ich nehme an, im Original wird dieses Wort auch benutzt). Nur ist ein "Königstöter" im englischen ebenfalls ein "Kingslayer". Braucht man in jedem Onlineübersetzer nur zweimal hin und her zu übersetzen.
Und ich finde, man sollte schon beim Übersetzen wie auch beim Gegenlesen spüren können, welches Wort positiv und welches negativ konnotiert ist.
Aber gut. Vielleicht bin ich ja auch nur ein dummer Korinthenkacker.
Der Eragonzyklus kriegt von mir jedenfalls eine
7/10.
Nuff said.