Beiträge von Der Wanderer

    Man korrigiere mich, wenn ich damit falsch liege, aber ich würde mal sagen, das war mit abstand das kürzeste Gestspiel eines Users dieses Forums, an dem ich jemals teilnehmen durfte.

    Ja, das Forum ist echt prima, hier kann ich als großer Tolkienfan bestimmt viele interessante Stunden verbringen

    Donnerstag.

    Also auf Nimmerwiedersehen, ich finde bestimmt ein Forum, in dem die Leute weniger vernagelt sind als hier.

    Sonntag.


    Chapeau.

    Heyho Ihr alle hier.

    Ich darf, nach gründlicher Recherche, eine neue Folge der Serie "Adel damals und heute" präsentieren.

    Los geht's...

    "Das Rätsel der Schalotten - Charlotte 1 & 2)"


    Jennagon

    Deine Charlotte war tatsächlich Königin von England.

    Geboren am 19.Mai 1744 in Mirow (Mecklenburg) als Sophie Charlotte, Herzogin von Mecklenburg[-Strelitz], Tochter des Herzogs Karl (Ludwig Friedrich) von Mecklenburg[-Strelitz]. Die hat tatsächlich 1761 König George III. geheiratet, was sie zur Königin von England machte.

    Sophie Charlotte starb am 17.Nov 1818 im Kew Palace (England).


    GaladrielOfLorien80

    Deine Charlotte war dagegen Charlotte Georgine Luise Friederike Prinzessin zu Mecklenburg-Strelitz, geboren am 17.Nov 1769 in Hannover, gestorben am 14.Mai 1818 in Hildburghausen. Ihr Vater war Karl II. (Ludwig Friedrich) Herzog von Mecklenburg[-Strelitz]. Sie wurde durch ihre Heirat mit Friedrich von Sachsen-Hildburghausen als Herzogin von Sachsen-Hildburghausen bekannt.


    Sollte sich jetzt jemand fragen:

    "Warum macht der Wanderer sich diese Arbeit? Spielt doch letztlich keine Rolle!"

    dann muß ich darauf antworten: Doch, tut es. Es ist sogar eigentlich essentiell bei Debatten wie den unseren hier. Darüber hinaus ist es mir ein persönliches Anliegen, weil ich die Diskussionen in diesem Forum, in diesem glücklicherweise geschützten Raum sehr schätze.

    Und ich möchte gerne zu erklären versuchen, warum ich das so sehe.

    Bei dem Disput der beiden Schalotten fing's damit an, das keiner der Streithähne bei seiner "Recherche" dazu gemerkt hat, das es gar nicht die gleiche Person war, über die man sich zankte.

    Was war das also für eine Recherche?

    Eine mehr als oberflächliche: "Das gehe ich mal eben googlen und dann kann's weiter gehen mit der Debatte!"

    Und was war das für eine Debatte?

    Eine überflüssige, weil die Basis, anhand derer die "Argumente" ausgetauscht wurden, von Beginn an gar nicht vorhanden war.

    Ich hatte jetzt auch nur 10Minuten, um das irgendwie zu recherchieren, [...]. Und es gibt bei vielen Theorien oder Vermutungen immer Historiker, die sagen, so war etwas, und andere, die sagen, dass das nicht so war. Ohne Zeitmaschinen können wir das wohl nicht alles immer beweisen. :pardon:

    Da bin ich mir jetzt nicht sicher, ob es Zeitmaschinen braucht, um eine Beweisführung anzutreten. Im Falle der Schalotten habe ich (...mal eben zusammenrechnen...) ungefähr 3 Zeitstunden benötigt. Was nicht wirklich viel ist.

    Aber - und das ist der Unterschied: Ich habe mich damit von meiner Emotion verabschiedet, die mir beim Lesen gesagt hat:

    "Jennagon hat recht! - Ne! Galadriel hat recht! - Da muß ich jetzt was zu sagen! - Das kann die nicht sagen! - Hä?!? Wieso hat Charlotte zweimal Geburtstag!!!"

    Das war dann der Augenblick, wo ich mir dachte: Schlaf mal 'ne Nacht drüber...

    Daher ebenfalls meinerseits :pardon:

    Wenn ich etwas nicht beweisen/belegen kann, sollte ich es auch nicht als Argument verwenden.

    Daß das in einer hitzigen Debatte selten gefragt ist, weiß ich aus eigener Erfahrung. Den Fehler habe ich früher auch gemacht. Es sorgt aber letztlich für viel mehr Mißverständnisse als es hilfreich ist.

    Versteht mich bitte richtig:

    Ich war früher mal in Chats unterwegs und hab' den einen oder anderen Raum auch mal moderiert, als alles nur Text war als Kommunikationsmittel. Und da gab's auch immer wieder genau so wie heute Mißverständnisse bei dem, was der eine schrieb und der andere verstanden hat.

    Allerdings gab's da auch noch keine Smartphones wie heute, wo sich jeder irgendwelche "Informationen" mal eben kurz von sonstwo herbei "recherchieren" konnte, um seine Argumentation zu untermauern.

    Da wurde dann oft eine überhitzte Debatte mal eben dadurch beendet, daß der größte Schreihals für den Abend rausgekickt wurde, die berühmte "Nacht drüber schlafen" von demselben wutentbrannt dafür genutzt wurde, für seine Meinung durch Recherche bis tief in die Nacht hinein am Rechner nach Argumenten zu suchen, mit denen er dann am folgenden Tag wieder in die Arena trat.

    Wem das Thema am Herzen lag im Chat, der hat's witzigerwese genau so gemacht. Was den folgenden Abend dann immer sehr produktiv werden ließ...


    Lange Rede, kurzer Sinn:

    Da wir, menschlich wie wir nun mal sind, immer zuerst emotional auf gegensätzliche Meinungen reagieren, sollten wir uns hier im Forum, wo wir uns ja fast immer nur rein textlich (keine Mimik, Gestik, Modulation der Stimme etc.) in unseren teils gegensätzlichen Meinungen austauschen können vielleicht in hitzigen Diskussionen einfach mal "zurücklehnen".

    Würde meiner Meinung nach schon reichen, wenn man im Thread nochmal auf den ersten Post zurückgeht und alles nochmal durchliest. Sich also etwas Zeit läßt, um das eigene Gemüt abzukühlen, vielleicht noch etwas zu entdecken, das man beim ersten Mal nicht wahrgenommen hat, ehe man auf einen Post reagiert (...so wie in den Geschichten hier, wo das mit der Reflektion ja komischerweise funktioniert).

    Und vielleicht auch im Vorfeld mehr "recherchiert" im Netz, ehe man irgendwas, daß man irgendwo gefunden zu haben glaubt, in die Argumentation einbaut und die dann raushaut...


    Das wollte ich eigentlich nur noch loswerden zum Thema.


    Heil den Schalotten!!!

    ;)


    P.S.:

    Ich muß mich korrigieren:

    In reiner Textnachricht kann auch durchaus Emotion und damit Information stecken.

    Chaos Rising schreibt hier konsequentes Hochdeutsch. Aber immer dann, wenn er sich in seinem äußerst charmanten Augsburger Dialekt zu äussern beginnt weiß ich, das er ziemlich angesäuert ist... ;)

    Gleiches gilt für Cory Thain - nur anders herum. Fröhliche Sprachschwurblerin, die sie ist, ziehe ich immer dann den Kopf ein, wenn sie beginnt, hochdeutsch zu schreiben...dann ist sie echt sauer.

    ^^ ;) ^^


    Nuff said.

    Heyho Jennagon  GaladrielOfLorien80  Cory Thain


    ...wenn ich da vielleicht mal eben ganz männlich in diese überaus hitzige Debatte reingrätschen dürfte...???


    Tue ich einfach mal - ab und zu was Luft holen hat noch nie geschadet... ^^ ;) ^^ Lieben Dank.


    Irgendwie bin ich mir nicht sicher, ob der Ausgangspunkt des Disputes, nämlich die von Dir Jennagon angeführte

    Königin Charlotte

    Born 1744, Untere Schloss [Mirow, Germany]
    Died 1818, Kew Palace

    (Quelle:https://www.rct.uk/collection/…m-1744-1818#/type/subject)

    mit der identisch ist, die Du GaladrielOfLorien80

    Nee, Charlotte war weiß und deutschstämmig, wie kommst du auf die absurde Idee, die hätte schwarze Vorfahren gehabt?


    Charlotte of Mecklenburg-Strelitz - Wikipedia

    daraufhin in's Rennen geschickt hast.


    Da fand ich's beim nachlesen doch ziemlich seltsam, daß die "Queen Charlotte of the United Kingdom" nach der Angabe des Royal Collection Trust von 1744 - 1818 gelebt habe soll, "Charlotte von Mecklenburg-Strelitz auf Wiki jedoch von 1769 - 1818.


    Desweiteren war die "englische Charlotte" nach der einen Quelle (RCT) seit 1761 die Gattin von George III.,König von England und hatte mit ihm 15 Kinder.

    Während die "mecklenburgische Charlotte" nach der anderen Quelle (Wiki) seit 1785 Gemahlin von Friedrich, Herzog von Sachsen-Hildburghausen war und es mit ihm zusammen auf 12 Kinder brachte.

    Daß beide im gleichen Jahr verstorben sind, finde ich zwar irritierend, aber sowas kann ja mal passieren.


    Jetzt zweifele ich nicht an der Seriosität beider Quellen.

    Das bedeutet aber, daß es sich hier um zwei verschiedene Prinzessinnen handeln muß.

    Und das wiederum bedeutet, liebe Jennagon , daß Deine Argumentation bez. der Hautfarbe wie auch der Verweis auf den Blog Schwarze Königinnen leider jemand ganz anderen meint als die für Deine Argumentation, liebe GaladrielOfLorien80 .


    Und das bedeutet - leider, daß ihr die ganze Zeit aneinander vorbeigequatscht habt...


    Was mich an der ganzen Sache jetzt aber persönlich interessiert:

    Für die "Charlotte" von 1769 gibt es jede Menge Belege, für die von 1744 konnte ich bis jetzt noch keinen finden und bin deshalb, schon aus reiner Neugier, sehr an dieser Dame interessiert.

    Das mache ich mal morgen auf der Arbeit.


    Bis dahin Euch Kombattanden hier eine erholsame Nacht zugewünscht. :) :) :)

    Heyho GaladrielOfLorien80


    Das meiste zum Thema ist ja schon gesagt worden, aber ein bis drei Anmerkungen hätte ich dann doch noch...

    Wahre Tolkienfans...

    Auhauaerha!

    Immer, wenn ich sowas lesen muß, trete ich erstmal drei Schritte zurück, weil mir die Ohren klingeln*.

    Auf eine Definition Deinerseits, was den "wahren Tolkienfan" ausmacht, bin ich wirklich sehr gespannt, bezweifele jedoch, daß es eine gibt.

    Genausowenig, wie mir bisher irgendwer mal eine gute zum "wahren Gläubigen" hat zukommen lassen können. Den oder die "wahren Fans/Gläubige" etc. gibt's nämlich glücklicherweise nicht.

    Wer glaubt, die Wahrheit gepachtet zu haben, ist leider meistens schwer im Irrtum, ist bestenfalls lernfähig und im schlimmsten Falle einfach nur intolerant ohne Aussicht auf Besserung. Tolkien hat das übrigens mal selbst hervorragend formuliert:


    „Viele, die leben, verdienen den Tod. Und manche, die sterben, verdienen das Leben. Kannst du es ihnen geben? Dann sei auch nicht so rasch mit einem Todesurteil bei der Hand.“


    (Gandalf zu Frodo über Gollum) Der Herr der Ringe, Band 1 "Die Gefährten", Klett-Cotta, Stuttgart 1979, Erstes Buch, S. 82. Übers.: Margaret Carroux Original engl.: "Many that live deserve death. And some that die deserve life. Can you give it to them? Then do not be eager to deal out death in judgement." Der Herr der Ringe (1954-1955)


    Hier mußte ich schmunzeln:

    In den alten Sagen sind Elben und Zwerge immer weiß, da ist es totaler Schwachsinn, nur wegen der political correctness die künstlerische Freiheit zu unterbinden.

    Ist'n kleiner Widerspruch in sich, finde ich.

    Gerade weil künstlerische Freiheit darin besteht, verkrustete Strukturen aufzubrechen ist sie nicht schwachsinnig, sondern eher nötig um herauszufinden, ob diese Strukturen noch sinnvoll sind oder nicht.

    "Political Correctness" dagegen ist tatsächlich totaler Schwachsinn, weil sie vorausgreifend etwas verhindern möchte, was noch gar nicht eingetreten ist und auch nicht unbedingt eintreten muß.

    Sowas nannte man früher mal "Schiß vor der eigenen Courage".


    Da möchte ich keine schwarzen Elben sehen, die durch Mittelerde wandern, nur um dann mit einer weißen Menschenfrau eine Liebesaffaire anzufangen.

    Daß DU das nicht möchtest, kann ich verstehen. Dadurch wird das ganze Bild ja gesprengt, daß in den Büchern erschaffen wurde.

    Trotzdem dürfen andere ihre ganz eigene Version von Mittelerde erschaffen, auch wenn die wenig bis fast gar nichts mit Tolkiens Werk zu tun hat.

    Ich mag sowas auch nicht, weil es den Urheber der Idee nicht fragt, was er darüber denkt und meistens auch nicht muß, weil der Betreffende bereits verstorben ist.

    Ändert aber nix dran, daß es bereits jetzt einen Haufen Leute gibt, die sich "Die Ringe der Macht" anschauen und für gut befinden.

    Die jetzt vielleicht zwischen 15 und 20 Jahren alt sind, Den "Herrn der Ringe" und den "Hobbit" vielleicht nur aus dem Kino kennen und nicht mal vom selber lesen.

    Finde ich komplett Scheisse, aber so ist das nun mal.


    Nur hat's ebenfalls keinen Sinn, hier drauf rumzureiten. Wird ja nicht anders dadurch...


    Heyho Namika

    Pfuuuh.

    Hab' mir gerade Post #5 durchgelesen, dann aber gemerkt, daß Du den in Post #9 noch mal umgeschrieben/ergänzt hast.


    Mir persönlich ist es nicht ganz so wichtig, ob ein Text in einem Rutsch "durchgeschrieben" wird, obwohl ich Kirisha zustimme, daß es mit Absätzen natürlich immer leichter ist - da kann dann Hirn und Auge mal 'ne Pause einlegen.

    Ebenfalls ist mir die äussere Form im Moment noch völlig wurscht...Du hattest ja zu Beginn angemerkt, daß Du mit einer leichten Schreib-/Leseschwäche unterwegs bist.

    Sowas lässt sich am Ende verbessern, erst mal geht's immer um die Erzählung.

    Da bin ich jetzt jedoch, auch nach Lesen der Zweitfassung, völlig überrollt.

    Besser ausgedrückt:

    Das geht zum einen alles viel zu schnell. Und ist zum anderen viel zu voll mit Infos.


    Erklärversuch:


    Erst mal ist da ein Handlungssprung zwischen dem Ende von Deinem Post #1

    Mick ging nach England um dort weiter seinen Dienst leisten. Beth zog Sam wie eine Hexe auf.

    ...und der Fortsetzung davon - egal in welcher Fassung:

    Sam sah ihren Vater das erste Mal nach dreizehn Jahren. Sie konnte sich nicht mehr genau daran erinnern, den zu dem Zeitpunkt, windete sie sich vor Schmerzen.

    Ein Riesenloch.

    (Ich unterstelle Dir jetzt einfach mal, daß Du gerade wieder "im Fluss" des Schreibens bist. Das ist gut.)


    Was Du dabei aber völlig ausser acht lässt:

    Woher weiß ich als Leser, daß Sam gerade als Vampir (oder ein Mischwesen aus beiden Welten) wiedergeboren wird? Der einzige Hinweis darauf findet sich in Post #1:

    Vampierkinder starben mit dreizehn, um dann wieder aufzuerstehen.

    Und auch da ist absolut nicht ersichtlich, daß Sam das selbst weiß. Ist ja eigentlich nur eine Aufzählung dessen gewesen, was die Zahl "13" magisch macht.

    Davon jetzt mal ganz abgesehen:

    Ich kann absolut nicht nachvollziehen, wie es eine Dreizehnjährige (die ist sowieso gerade mitten in ihrer menschlichen PUBERTÄTATÜTATA! - und die ist schon anstrengend genug) fertigbringen sollte, zu allem Überfluss auch noch die Verwandlung in einen Vampir/ein Mischwesen zu überstehen, daß ihr nicht nur magische Fähigkeiten über das "normale" Maß hinaus verleiht, sondern gleich auch noch ein komplett anderes Aussehen.

    (Ich meine...meine Matte trage ich seit über 40 Jahren - den Bart (beides s. Photo links) aber erst seit den Lockdowns. Und ich hab' echt 'ne Zeit gebraucht, um mich dran zu gewöhnen (an den Bart, nicht an die Matte :D .)

    Und Sam zieht ihre komplette Metamorphose in ein paar Sätzen mal eben so durch?


    Ihre Mutter hat sie nie irgendwann mal mit der Idee vertraut gemacht, daß ihr sowas widerfahren könnte? Sie darauf vorbereitet, ihr Tips gegeben, was geschehen könnte und wie sie damit am besten umgehen sollte? Die hat darüber nie mit Sam geredet? Die hat sich immer nur versteckt, ihre Tochter versteckt, aber nie mal drüber geredet, warum sie das so macht???


    Und weiter: Ihr Vater lässt sich 13 Jahre lang nicht blicken, ist aber bereits nach 15 Minuten mit seiner Tochter auf einem so vertrauten Level, daß man beim lesen glauben möchte, er wäre nur mal kurz dienstlich ein halbes Jahr weg gewesen?

    Sorry, aber da komme ich nicht mit.


    Wenn's nur die Rohfassung ist: Dann isses gut.

    Aber das Material musst Du noch deutlich differenzierter ausarbeiten. Fängt ja auch schon gut an...Post #10

    Sam überlegte, ob sie jetzt mal nachbohren sollte, sie hatte immer noch nicht ganz verstanden, warum so vieles Verboten war. ff.

    Die Grundstory ist vorhanden und ich mag sie.

    Fehlen tut nur die Struktur/der Aufbau.


    Gut's Nächtle. :)

    Heyho Sensenbach

    Der Geschmack der Masse muß bedient, soll bedient und wird bedient werden.

    Ich frage mich immer warum nicht aus frischen unverbrauchten Ideen Filme gemacht werden, der Sog der berühmten Originale ist wohl zu verlockend.

    Ist eine rein wirtschaftliche Frage und da habe ich sogar Verständnis.

    "Eragon" hat z.B. knapp 100.000.000$ gekostet, in den U.S.A. und Kanada aber nur brutto ca. 75.000.000$ eingespielt.

    Laß es Dir auf der Zunge zergehen: 25.000.000$ Verlust.


    Fantasyfilme sind nun mal brutal teuer in der Produktion.


    Das mußte ja schon Ralph Bakshi 1978 feststellen, als er den "Herr der Ringe" für 4.000.000$ mit Retuschiertechniken und Zeichentrick bis zu Helm's Klamm inszenierte. Hat ihn fast fünf Jahre Zeit gekostet.

    Und im Ganzen hat der Film (bis heute) 30.500.000$ brutto eingespielt, also knapp 550.000$ pro Jahr.

    Da überlegt sich jeder Produzent, wo er sein Geld investiert. Vor allem, weil's heute ja meistens Anlegefonds sind, die in die Filmindustrie investieren.

    Und da geht keiner mehr das Risiko ein, das Geld seiner Anleger zu versenken.


    Soweit, so schlecht.

    Wer sich daher "Die Ringe der Macht" antun möchte kann das gerne machen.

    Ich für meinen Teil verschwende an sowas weder meine Zeit noch mein Geld. (Auch wenn ich zugebe, daß ich die Trilogie "Der Hobbit" liebe!) ^^ ^^ ^^

    Heyho Namika

    Na das ist doch mal in guter Anfang.

    Wo ich Sensenbach recht gebe: Das ist ein Riesenhaufen Infos. Aber Du hast ja auch gleich zu Anfang gesagt:

    Also das ist meine Rohfassung. Ich schreibe wirklich gerade einfach nur runter wie sich die Geschichte in meinem Kopf abspielt.

    ...daher ist das für mich völlig okie.

    Wenn man einen Lauf hat, schreibt man wie blöde alles runter, was einem einfällt. Und das sollte man auch machen - schnell genug hat man einen Durchhänger, wo es nicht mehr weitergehen will...kennt hier wohl jeder. :D

    Wichtig ist dann nur, daß man sich hinsetzt und seine Ideen sortiert.

    Besser gesagt, sich aus der Fülle die Rosinen rauspickt und sich überlegt, was man draus machen kann für die Geschichte.


    Was mir aufgefallen ist:

    Doch der Rat der Magie hatte solche Verbindungen verboten. Wer sich widersetzte, wurde mit dem Tode bestraft. Vor zweihundert Jahren bestand der König darauf, dieses Gesetz zu erlasen.

    "Rat der Magie". Das muß mal ein Kapitel für sich werden. Aus wem besteht dieser Rat? Wer hat ihn begründet und warum? Wer sitzt drin und wie bindend sind für wen seine Entscheidungen???

    Du betonst ja die Lebendigkeit und Vielzahl magiefähiger Wesen

    Doch eine Tradition fand Sam spannend, junge Hexen, so um die 21 Jahren, gingen auf reisen. Sie besuchten ältere Hexen, um von diesen zu lernen. Das brachte immer mal wieder neuen Wind ins Haus, Hexen und Hexer kamen oft zu Beth.

    Und weiter in diesem Zusammenhang:

    Doch der Rat der Magie hatte solche Verbindungen verboten. Wer sich widersetzte, wurde mit dem Tode bestraft. Vor zweihundert Jahren bestand der König darauf, dieses Gesetz zu erlasen.

    Da würde mich echt interessieren, woher ein bis dato unbekannter König (bei dem bis jetzt völlig unklar ist, ob er selbst magiebegabt ist oder nicht) seine Authorität hat.

    Was ich meine: Ist er "nur" König, warum sollte sich ein Rat aus Magiern um seine Erlasse kümmern? Die könnten ja mal eben mit den Fingern schnippen und er wäre 'ne Maus... ;)


    Was mir weiter aufgefallen ist:

    Doch sie hatte nicht damit gerechnet zu sterben.

    Ouha. Das hätte ein Cliffhanger für eine wirklich heftige Szene sein können...aber den Grund dafür hast Du mir ja schon verraten:

    Vampierkinder starben mit dreizehn, um dann wieder aufzuerstehen.

    Ist aber ebenfalls okie - wir sprechen hier ja über Deine Rohfassung.

    Summasummarum gefällt mir das als Ausgangspunkt alles sehr - das lässt sich was draus machen.

    :thumbup: :thumbup: :thumbup:

    .

    Nur eine Bitte für die Zukunft:

    Doch der Mann schaute sie nicht ängstlich an, wie sie es gehofft hatte. Er schaute zu der Frau im Eisenkäfig. Sie schaut ihn aus ihren blaugrauen Augen verzweifelt an.

    Wortwiederholungen sind Bäh. Macht jeder am Anfang. Aber der Duden hat ja nicht für nix weit über 1.000 Seiten. Also: Nutze die Möglichkeiten der Variation. Man kann "sehen", "blicken", "starren", "schauen" und noch vieles mehr mit den Augen tun.

    Und damit z.B. der oben beschriebenen Situation und ihren Teilnehmern mehr Tiefe und Stärke nur durch die entsprechende Wortwahl verleihen. Hier mein Vorschlag:

    "...der Mann schaute sie nicht ängstlich an..." = also furchtlos: Er blickt sie an.

    "Er schaute zu der Frau im Eisenkäfig." = Hier hilft eine Angabe der Richtung: Er sah hinüber...

    "Sie schaute ihn [...] verzweifelt an." = Wer verzweifelt ist, dessen Blick "flattert" entweder hin und her. Oder er wird starr.


    Also würde ich alternativ vorschlagen:


    "Doch der Mann blickte sie nicht ängstlich an, wie sie es gehofft hatte. Er sah hinüber zu der Frau im Eisenkäfig. Sie starrte ihn aus ihren blaugrauen Augen verzweifelt an."


    Oder so ähnlich. Ist ja Deine Geschichte. :) :) :)

    Heyho Mephistoria


    Daß Deine Liebe den Vampiren gehört, habe ich ja mittlerweile begriffen. Hab' mich da mal hier und da reingelesen. Und einiges fand ich auch ziemlich gut.

    Aber mal ganz ehrlich:
    Zwanzig Protagonisten auf dreissig Seiten einzuführen, deren Stammbäume gleich auch noch mit reinzubringen, die einen "gut" die andren "böse" und dann haben sie schlimmstenfalls in der dreiundzwölfzigsten Generation mal quergeheiratet, so daß daraus dann auch noch was entsproß, wo weder die eine noch die andere Seite wußte, wozu DER sich jetzt entscheiden wird?

    Wäre ein Spannungsbogen, wenn man in diesem ganzen Gewusel wüßte warum/wer/weswegen.

    Dazu Glossare, ellenlange Listen von Haupt- und Nebencharakteren, Abschweifungen in der Handlung, die in's Nirgendwo führen. Gute Clans, böse Clans, neutrale Clans.

    Reisen in die Vergangenheit (glücklicherweise bisher noch nicht in die Zukunft...).

    Was soll das Ganze???

    Kommt mir vor wie ein Universum, in dessen Mitte Du stehst und mir als Leser mal hier ein Häppchen, mal dort eines zuwirfst.

    Eine Geschichte ist das nicht, zumindest keine, die ich lesen möchte.

    Oder, bildlich gesprochen:

    Dir alles Gute. Ich bin raus.

    Heyho Asni  Sensenbach  Thorsten  Rippersteak


    Ich hab' mir den Trailer zur neuen Serie gerade mal angesehen.

    Hhhmhhm.

    Tolle Bilder...und, dem Zeitgeist geschuldet, auch dunkelhäutige Hobbits, Elfen etc. Alles sehr nett und gefällig, allerdings auch nicht mehr als das.

    Ein Fantasyspektakel, daß sich finanziell wunderbar auschlachten lässt, bis irgendwann niemand mehr weiß, was des Erfinders Intention dazu war.

    Gene Roddenberry ereilte dieses Unglück bereits vor Jahrzehnten, als man entdeckte, daß sich "Star Trek" ganz hervorragend dazu eignete, über die Grundidee seines Schöpfers hinaus verwurstet zu werden.

    Mit dem "Lord of the Rings" wird es genau so gehen.

    Ob Tolkien heute seine Protagonistenriege vielfarbig darstellen würde ist rein hypothetisch. Möglich wär's.


    Ziemlich sicher bin ich mir jedoch, daß er nach den über zwölf Jahren des Herumfeilens am "Herrn der Ringe" was dagegen hätte, wenn sich heutige Geier über das Thema hermachen und es sich so drehen und wenden, wie's ihnen passt, Hauptsache, es bringt Geld rein.

    Da würde es mich auch nicht wundern, wenn uns Tom Bombadil demnächst als Dragqueen über den Bildschirm huscht...

    Heyho Rippersteak


    Ich bitte Dich hiermit darum, meine erste doch ziemlich grobe Replik auf Deine Anfrage zu entschuldigen.


    Da bin ich mal wieder wie der Bulle auf's Gatter losgestürmt. :dash:

    Tut mir leid.


    Trotzdem bleibe ich bei dem Eindruck, den ich beim Lesen hatte:
    Das liest sich wie das Logbuch des Kapitäns, der den Sarg Draculas mit seinem Schiff "Demeter" nach England bringt...obwohl das im Roman nicht so steht, wie Du es geschrieben hast.

    Wenn's aber für Dich von Interesse ist, im Buch ist die entsprechende Textstelle "Logbuch der Demeter". Im vorderen Drittel der Erzählung.


    Und nochmal meinerseits: Sorry.

    Heyho Rippersteak


    Was soll mich daran "packen"???

    Du erklärst mir im Vorfeld alles, was Dir wichtig ist und eigentlich im weiteren Dein Geheimnis sein sollte, das du mir im Verlauf deiner Geschichte nach und nach erst mal offenbarst. Und nimmst mir damit die Möglichkeit, unvoreingenommen darauf zu reagieren.

    Wenn ich das jetzt also so lese, würde ich sagen:

    Das ist eine gelungene Einleitung zu Bram Stokers "Dracula".


    War zumindest mein erster Eindruck beim Lesen.


    Sollte ich damit falsch liegen gib mir Deinen Text. Pur. Keine Erklärungen vorab.

    Heyho kalkwiese

    Ich möchte Dir ganz sicher nicht in's Bier reden - immerhin war die Idee zu einem Fantasy-Kanon ja Deine - aber nach 11 Posts zum Thema, bei denen einige sehr interessante Beiträge waren, allerdings auch einiges an Abschweifungen zu den einzelnen Werken - was ich gar nicht arg finde - (ich jedenfalls hab' schon wieder was gelernt... :) :) :) ), sollten wir vielleicht einfach mal gucken, was bisher zusammengekommen ist.

    Ich mach' mal einfach:


    1. J.R.R.Tolkien - Der Herr der Ringe (Da fehlt noch für mich die Angabe der Übersetzung...)

    2. Lord Dunsany - Die Königstochter aus Elfenland (1924, Lizenzausgabe Klett-Cotta, Übersetzung: Hans Wollschläger)

    3. H.P.Lovecraft - Die Berge des Wahnsinns (1990, Suhrkamp Verlag, Übersetzung: Rudolf Hermstein)

    4. Robert E.Howard - Conan ( ...)

    5. Fritz Leiber - Fafhrd and the Gray Mouser (Fafhrd und Grauer Mausling, Buchserie. Band 1: "Swords and Deviltry (1970)/Schwerter und Teufelei, Heyne Verlag 1972. Übersetzung: Thomas Schlück)

    6. Sir Terry Pratchett - Small Gods ("Einfach göttlich" 1992. Goldmann Verlag 1995, Neuübersetzung Gerald Jung)

    7. Frank Herbert - Dune (...)

    Ist doch für einen 3 - Tage Thread schon ganz ordentlich, auch wenn ich hier das schreibende Weibsvolk bisher vermisse.

    Aber da habe ich schon jemanden... bin nur gerade zu müde zur Präsentation.


    Nur eines noch:

    Ich wäre eher dafür, die Auswahl bei den vorgeschlagenen Schriftstellern auf deren Hauptwerk zu beschränken. Bei jemandem wie Sir Pratchett wird man sich sonst Cory Thain wohl nie drauf einigen können, was nun der "beste" Scheibenweltroman ist.

    Gilt ebenso für Mehrteiler wie Thorsten Fafhrd and the Gray Mousling oder die Geschichten von Conan. Und auch bei Asni H.P.Lovecraft habe ich da so meine Bedenken.


    Apropos Bedenken:

    Ich habe kein Problem mit Rippersteak Frank Herberts "Dune".

    Der liegt für mich irgendwo im Grenzbereich dessen, was ich für mich als Fantasy bezeichne. Kann man natürlich drüber zanken, aber ich denke doch, daß da genug phantastische Elemente drin sind. Isaac Asimov dagegen wäre für mich totales NoGo. ^^

    Aber das kann ja hier bei Bedarf noch besprochen werden...


    Mir macht der Thread jedenfalls gerade einen Mordsspaß und ich freue mich drauf, was da noch so alles an Vorschlägen reinkommt...

    Heyho Thorsten

    Haette ich mir denken koennen dass DU das kennst

    :D :D :D Was soll das denn bitte schön bedeuten...??? :D :D :D

    Man stelle sich meine Aufregung vor als ich eines Tages in einer antiquarischen Buchhandlung eine Ausgabe des Necronomicons in deutscher Uebersetung liegen sah.

    Aber wenn Du schon mal beim Thema bist - das kenne ich auch. Was die von Dir entdeckte Ausgabe betrifft, weiß ich natürlich nicht, welche es war, aber sowas wurde vor Ewigkeiten auch mal in esoterischen Buchläden angeboten. In meinem Fall gab's das Ganze sogar im Doppelpack: Necronomicon und die Ars Goetia in einem Band.

    Hat mich damals allerdings nicht wirklich vom Hocker gehauen...irgendwie kam mir das vor wie gewollt aber nicht gekonnt.

    Und was ich am dämlichsten dabei fand:

    Für so ein seltenes, unheimliches und in den Wahnsinn treibendes Buch (angeblich von einem ebenfalls wahnsinnigen Araber namens Abdul Alhazred = engl. "all has read"- hat alles gelesen) geschrieben war's mir einfach zu dumm, daß sowas für schlappe 80 D-Mark auf einmal zu kaufen war...


    Asni

    Für mich gehört jedenfalls H.P. Lovecraft auf jeden Fall mit zum Kanon

    Jepp. Meine Stimme hast Du da definitiv. Ich habe selten einen Schriftsteller gelesen, der eine solch dichte Athmosphäre der Düsternis geschaffen hat. Und, das ist für mich das faszinierende daran: Dem es gelungen ist, den Leser in keiner Zeile wieder rauszulassen.

    Ein einzigartiger Stil, den ich unglaublich bewundert habe und immer noch bewundere.

    Weshalb ich auch fast nichts mit

    ...viele Werke von August Derleth...

    anfangen kann, zumindest nicht, wenn man sie mit den Geschichten von Lovecraft in Verbindung bringt.


    "Nach Lovecrafts Tod im Jahre 1937 nahm er einige seiner unveröffentlichten Geschichten an sich und überarbeitete oder vollendete diese, um sie in Weird Tales oder in Buchform zu publizieren. Dabei verwendete er den Begriff des Cthulhu-Mythos, um eine Mythologie zu definieren, die hinter Lovecrafts Werk stand. Derleth fügte dem Mythos weitere Gottheiten und Geschöpfe zu, wandelte ihn teilweise ab und brachte ihn mehr in Zusammenhang mit seiner eigenen christlichen Auffassung vom Kampf Gottes mit dem Bösen."

    (Quelle: Wikipedia August Derleth)


    Was seine eigenständigen Texte betrifft, kann ich nicht mitreden, die von Lovecraft hat er jedenfalls komplett versaut.

    :assaultrifle: :fuck: :chainsaw:


    Ein Eisberg bewegt sich darum so anmutig, da sich nur ein Achtel von ihm über Wasser befindet.“

    – (E. Hemingway)

    Das ist aus Hemingways Essay "Tod am Nachmittag" (Eine seiner besten Stories, wie ich finde...) Ist mir nur nie aufgefallen, daß er da ein "Achtel" als Masse des über Wasser befindlichen Eisberges nennt. :pupillen:

    Immerhin ist's nach physikalischen Regeln ja nur ein Siebtel.

    Andererseits: Wenn sich jemand, depressionsgeplagt, die eigene Birne wegschiesst, ist Physik wohl das letzte, worüber er sich Sorgen macht.

    Heyho kalkwiese

    Du hast recht und ich hab's vergessen.


    Was mich beim Lesen gleich zu Beginn fasziniert hat, war die Aufteilung:

    Es gibt 34 Kapitel bei knapp 283 Seiten.

    Fand ich sehr ungewöhnlich, machte aber beim Lesen durchaus Sinn. Auch ein Kapitel von 6 Seiten kann ein Kapitel sein - man merke sich das für eigene Erzählungen.

    :) :) :)

    Für den Inhalt hier ein Link (nicht, weil ich zu faul bin, aber das Buch habe ich zuletzt vor 19 Jahren gelesen, was bedeutet:

    Es hat mich völlig gepackt, aber den genauen Inhalt könnte ich jetzt nicht mehr wiedergeben.

    Königstochter


    Ebenfalls vielleicht von Interesse:

    Im Deutschen heißt das Buch: "Die Königstochter aus Elfenland"


    Das Original jedoch heißt: "The King of Elfland's Daughter"


    Und da hakt's bei mir beim Versuch der Übersetzung kolossal!


    Ich krieg eine Übersetzung nicht hin. Kann's hier jemand anders???

    Heyho kalkwiese

    Über Tolkien diskutiere ich nicht mehr, das haben andere - und deutlich belesenere als ich - bereits ausgiebig getan.


    Was Deine Idee eines Kanons betrifft: Jederzeit gerne.


    Für wichtig halte ich dabei jedoch folgende Angaben in unser heute für mich literarisch eher sehr unlustigen Zeit, in der ältere Bücher gerne in vorauseilender Korrektur "verbessert" oder von heutzutage angeblich nicht mehr sagbaren Worten "bereinigt" werden.

    Was der jeweilige Autor (zumeist bereits verblichen) dazu zu sagen hätte, fände ich sehr interessant zu wissen...

    Also sollte hier stets auf die jeweilige Ausgabe verwiesen werden die man gelesen hat, um Irrtümer zu vermeiden.


    Mein Beitrag zum Kanon:


    "Die Königstochter aus Elfenland".

    (Lord DunsanyDunsany , 1924, Lizenzausgabe Klett-Cotta, Übersetzung: Hans Wollschläger)


    Genre: High Fantasy

    Heyho epochAal


    Bevor ich hier meine 10 Cent zu Deiner Frage dazugebe, hier noch mal die Frage selbst:

    Wie nennt man die Person, die auf dem Schafott steht und die Anklage sowie das Urteil verkündet?

    Gibt es da vielleicht sogar eine spezielle Amtsbezeichnung?

    Ein Herold des Königs ist ja eher jemand, der neue Gesetze und dergleichen verkündet, oder?

    Ich habe mich (schon aus Eigeninteresse) den halben Tag lang mit allen Texten, Erläuterungen und anderem beschäftigt, daß ich in die Finger bekommen konnte.

    Das für mich eher überraschende Ergebnis:

    Einen Namen oder eine Bezeichnung für eine solche Person gibt es nicht - weil es eine solche Person auch nicht gab.

    Zumindest konnte ich in keinem der Texte einen Hinweis darauf finden, daß im Falle von öffentlichen Hinrichtungen (egal in welcher Zeit) irgend jemand vor der Vollstreckung des Urteils dieses nochmal der versammelten Menge vorher verlesen hätte.


    Das warf für mich die Frage auf:

    Wenn eine solche Person nirgends erwähnt wird, woher stammt dann das Bild, das ich (und Du und die anderen hier, die versucht haben, Deine Frage zu beantworten) eigentlich haben?


    Die Antwort wäre peinlich, wenn sie nicht so naheliegend wäre: Aus Hollywood. :D :D :D


    Wir alle haben genug Filme gesehen, in denen irgendwer auf das Schafott klettert, bedeutungsschwer eine Schriftrolle entblättert, die Sünden der Delinquenten dem versammelten Volk noch einmal kundtut, woraufhin sich nach öffentlicher Verlesung des Urteils folgenschwer dumpfer Trommelwirbel hören läßt, der das dramatische Geschehen bis ins schier Unerträgliche steigert. Bis er abbricht, der Trommelwirbel.

    Und dann klappt die Falltür runter und alle hängen. Oder werden in letzter Sekunde gerettet.


    Ein gutes Beispiel dafür ist die Szene aus Kevin Costners "Robin Hood - König der Diebe":

    Alle denkbaren Klischees sind da versammelt. Unter anderem auch, daß die Hinrichtung im Beisein der judikativen Gewalt, vertreten durch den Sheriff von Nottingham und darüber hinaus noch im inneren seiner Burg stattfindet.

    Beides ist völliger Quatsch.

    Hinrichtungen fanden damals zwar stets im öffentlichen Raum statt, um die abschreckende Wirkung zu erhöhen. Jedoch nie innerhalb der Stadt - oder Burgmauern, die äusseres Zeichen der Gemeinschaft in dieser Zeit waren.

    Da sich der Delinquent aufgrund seines Vergehens nach damaliger Vorstellung ausserhalb der Gemeinschaft befand, war so etwas undenkbar. Es hätte das gesellschaftliche Gefüge völlig infrage gestellt.


    Diese Idee findet sich bereits in der Zeit des römischen Reiches:

    "Im Römischen Reich wurden vestalische Jungfrauen in Fällen von Unkeuschheit (crimen incesti) lebendig begraben. Während ihrer Amtszeit als Priesterinnen hüteten die Vestalinnen das Feuer der Stadt Rom. Ihre Keuschheit war religiöse Pflicht und versinnbildlichte die Reinheit der Stadt von göttlichem Unheil. Ein inszenierter Leichenzug begleitete die Vestalin nach ihrer Verurteilung zur Porta Collina, wo die Hinrichtung vollstreckt wurde. Der Vestalin wurden in ihrem Grab Nahrungsmittel beigegeben, vermutlich um die Gemeinschaft von dem Vorwurf der direkten Tötung freizusprechen."

    (Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Lebendig_Begraben)

    Das Schafott, Blutgerüst, Richtstätte oder wie man's auch nennt war stets eine erhöhte Stelle ausserhalb von Stadt oder Burg.

    Hinrichtungstätten mit hoher Frequenz wurden gemauert errichtet und bekamen im Volksmund die Bezeichnung "Rabenstein".

    Macht auch Sinn, Rabenvögel sind bekanntlich Aasfresser.


    Jetzt meinerseits ein bißchen was zur Begriffsklärung und Richtigstellung gewisser Dinge, die hier im Thread aufgeploppt sind:

    Ein Herold des Königs ist ja eher jemand, der neue Gesetze und dergleichen verkündet, oder?

    Jein.

    Ein Herold war, in der Tat, adeliger Herkunft.

    Seine Aufgaben waren diplomatischer Natur. Er vermittelte zwischen verfeindeten Königshäusern, genoß tatsächlich so etwas wie die heute bekannte "diplomatische Immunität".

    Herolde waren einem eigenen Ehrenkodex verbunden, der ihnen das Tragen von Waffen oder das Ausspionieren feindlicher Stellungen verbot.

    Darüber hinaus hatten Herolde im Mittelalter genaue Kenntnis der Wappen und Insignien der Ritter, was sie besonders in Turnieren zur Identifizierung der teilnehmenden Kämpfer wichtig machte.

    Auch hierbei bitte bedenken: Es ist nur Film.

    Ich könnte mir gut vorstellen, dass es keine generelle Bezeichnung für so eine Aufgabe gab. Während es für mich Sinn macht, dass der schmutzige Beruf des Scharfrichters irgendwann ausgelagert wurde, ist die Aufgabe der Urteilsverkündung ja schon durch die Richter geschehen

    Da sind wir schon nahe am Tatsächlichen.

    Der Scharfrichter (oder Henker) war der Vollstrecker des gesprochenen Urteils. Nicht mehr, nicht weniger.

    Tatsächlich war ein Scharfrichter in mittelalterlichen Zeiten Persona non Grata. Unerwünscht, jedoch nötig.

    Das führte z.B. dazu, das Scharfrichter ihre Wohnungen nur an der Stadtmauer nehmen konnten, in Kneipen gesonderte Plätze einnehmen mußten. Und ihre Kinder keine große Chance hatten, ausserhalb ihrer "Innung" zu heiraten. Was zu s.g. "Scharfrichterdynastien" führte.

    Die Sansons in Paris z.B. stellten die Scharfrichter der Stadt zwischen 1688 - 1847 in sechs Generationen.


    Der Scharfrichter war in der Regel auch derjenige, der Delinquenten zu foltern hatte.

    Dadurch - und das ist eher unbekannt - erlangten Scharfrichter im Laufe der Zeit gehöriges Wissen über die menschliche Anatomie (weil sie z.B. einzuschätzen lernten, welche Torturen ein Delinquent aushält, ohne daran zu sterben...). Und damit verbunden, vielfältige medizinisch nutzbare Kenntnisse, was ihnen, trotz ihrer gesellschaftlichen Ächtung, eine Menge Zulauf seitens des "gemeinen"(einfachen) Volkes und damit eine zusätzliche finanzielle Absicherung brachte.

    Ebenfalls interessant:

    Henker wurde man nicht eben mal so.

    Im Gegenteil durchliefen Aspiranten auf diesen Beruf eine Ausbildung, den "normalen" Handwerkern ähnlich. Ähnlich wie es heute noch im Zimmermannshandwerk gebräuchlich ist, sind wandernde Henker belegt.

    Ebenfalls belegt: Das Ablegen einer Prüfung, ohne die der zukünftige Scharfrichter sich nirgendwo um eine Anstellung hätte bemühen brauchen.

    (Quelle: Jutta Nowosadtko: Scharfrichter und Abdecker. Der Alltag zweier „unehrlicher Berufe“ in der Frühen Neuzeit. Schöningh, Paderborn (u. a.) 1994.)


    Worin der Inhalt dieser Prüfung bestand, kann sich wohl jeder denken.


    Daß in Hinrichtungshochzeiten (Französische Revolution) der Scharfrichter öfter lediglich die Aufsicht dabei führte, das die Köpfe rollten, änderte nichts an der Tatsache, daß er bei einer Hinrichtung durch Schwert oder Beil höchstselbst die Klinge zu führen hatte.

    Wie immer ein wenig anders tickten in dieser Beziehung die Japaner. Hier wurde das Wort "Henker" gegen das schönere "Schwertprüfer" getauscht, daß Ergebnis blieb das gleiche.

    So soll Yamano Nagahisa (山野 永久, gest. 1667) als Schwertprüfer in Edo (heute Tokyo) in seiner Zeit tatsächlich etwa 6.000 Verurteilte geköpft haben.

    Das nur mal am Rande... :)


    Zurück zur ursprünglichen Frage:

    Wer bei Wikipedia das Wort "Büttel" eingibt, bekommt zur weiteren Suche zumindest folgende Begriffe:

    "Scherge, Gerichtsdiener, Fronbote, Büttel, Bannwart, Ausrufer."


    Keiner dieser Namen erfüllt das Kriterium, nach dem gefragt wurde. Ich habe sogar noch den s.g. "Stadttambour" gefundenStadttambour , aber selbst der, obwohl am nahesten dran (inkl.Trommelwirbel) war dann zeitlich auch nicht wirklich passend.

    Ich fände es aber auch in allen Fällen nachvollziehbar und als schönen Ausdruck für eine staatliche ist-mir-egal-Haltung, wenn der Gehilfe des Scharfrichters das Ganze verliest oder eben der Scharfrichter liest, während der Gehilfe das Ganze erledigt.

    Da mußte ich denn doch schmunzeln. Auch wenn Johannes Gensfleisch (aka. Johannes Gutenberg) die Druckerpresse etwa um 1450 herum erfunden hat wage ich die Behauptung, daß weder Scharfrichter noch deren Gehilfen des Lesens mächtig gewesen sind...

    In der Szene, die ich gerade schreibe, geht es um eine öffentliche Hinrichtung mit politischer Bedeutung. Die Hinrichtung eines hohen Adligen wegen Hochverrats, allerdings soll der König selbst das Urteil nicht verkünden, sondern sich im Hintergrund halten.

    Das kann der König doch.

    Die Urteilsverkündung obliegt einem seiner Minister.

    Ist dein Szenario eher mittelalterlich, würde ich dann tatsächlich den eingangs erwähnten Herold verwenden.

    Denn der ist ja für adelige Zustände zuständig. ^^


    Ich hoffe, ich konnte behilflich sein.