Beiträge von Stadtnymphe

    Es geht sehr interessant und einfühlsam weiter, liebe melli - hat mir gut gefallen! Ich hab eigentlich nichts auszusetzen! Tatsächlich begann ich mich auch in dem Moment, als Gembries die Frage stellte, zu fragen, wie alt Alastair denn sei.

    Es werden schon die ersten Andeutungen einer guten Freundschaft zwischen dem grummeligen Bärenmann und dem Fröschlein gemacht. Ich finde, dass das recht schnell geht, aber andererseits, wieso nicht? Manche Bücher entwickeln solche Freundschaften während einer Quest über ganze Bände, aber vielleicht verfolgst du ja einen anderen Weg mit den beiden und bist auf etwas Höheres hinaus.

    Ganz besonders hervorheben möchte ich, dass ich am Stil und Ausdruck hier wirklich nichts auszusetzen habe. Bei den meisten Threads hier im Forum lese ich mit dem innerlichen Lektorenauge drüber, aber hier vergesse ich automatisch, nach Fehlerchen zu suchen. Vielleicht, weil es mir einfach so gut gefällt.


    Bis bald!

    Stadtnymphe

    Ui, das sieht optisch schon mal beeindruckend aus. (Diese Rahmen...!)

    Inhaltlich bin auch jetzt schon Fan, habe die BBC-Serie damals ver-schlun-gen.

    Vom Stil und von der Form her bleibe ich gespannt, was du draus machst.


    Einzig hier:

    Dies verbirgt aber große Gefahren, denn Zauberer leben hier gefährlich

    *birgt klänge besser. :)


    Ich glaube, man muss auch immer den schmalen Grat entlangbalancieren, der Serie und ihren amüsanten Charakteren treu zu bleiben, sodass der Leser sie wiedererkennt, andererseits aber auch was Eigenes schaffen und nicht 1:1 nacherzählen. Daher bin ich neugierig, wie du das lösen wirst.


    LG

    Stadtnymphe

    Willkommen liebe Rune !

    Schreiben seit man denken kann hört sich für mich sehr bekannt an.:D Ich bin gespannt auf deine Geschichten! Viel Freude hier und viel Glück in der Ausbildung! :))

    Ich hoffe du weißt, dass ich dich schon immer gemocht habe und nie auch nur ein schlechtes Wort über dich verfasst habe :saint::saint::saint:
    Ich hatte irgendwie das Gefühl, dass mal sagen zu müssen :P

    Nun ja, Etiam - da spielt natürlich mehr als nur Sympathie ins Gewicht;););) Wie der Autor auch so schön meint: Der beste Mörder ist der, dessen Motiv man nicht erkennen kann. Und wenn ich kein Motiv habe, ist es auch nicht erkennbar... :P

    Hi melli !

    Ich bin ganz bei Charon , der Abschnitt hat mir sehr gut gefallen. Du schaffst es hervorragend, einen stilistisch niveauvollen Schreibstil mit trockenem Humor zu verbinden und genau darüber die Charaktere zu definieren - ganz unauffällig und trotzdem einprägsam. So kommt es, dass einem Eliazar jetzt schon sympathisch ist, obwohl man quasi nix über ihn weiß, und Pollok eher nicht so!


    Nur gestutzt hab ich hier:

    „Brauchst du noch etwas, Herr?“

    „Zur Zeit nicht, danke, Venia!“

    Das Mädchen knickste und entfernte sich lautlos. Eliazar blickte ihr nachdenklich hinterher. Der Hausmarschall würde ganz sicher heute noch vorbeischauen, um sich zu erkundigen, wie er mit dem neuen Mädchen zufrieden war.

    Erst jetzt fiel ihm auf, dass sie außer dem „Guten Morgen, Herr“ und der Frage eben nichts gesagt hatte. Er hatte schlicht nicht gemerkt, dass sie überhaupt da war.

    Sie hat doch "Brauchst du noch etwas" gesagt und nicht "Guten Morgen" ?

    Ich habe soeben den perfekten Ratgeber gelesen. Für alle, die diese Recherche auch schon länger mal anstrebten:


    Gerhart Honigs "Morden ohne Risiko - Ein Leitfaden für den perfekten Mörder zum häuslichen Selbststudium"



    Ja, was soll ich sagen? Ich bin nun ideal vorbereitet. Ich kenne mindestens 300 verschiedene, kurz angerissene Fälle, in denen der Mörder eben nicht perfekt handelte, weil er der Nachwelt mittlerweile bekannt ist. Ich weiß dank dieses wunderbaren Handbuchs, das in feiner, verständlicher und amüsanter Sprache verfasst wurde, was das Problem von Alibis ist, welche fünf Methoden es gibt, damit der schnüffelnde Inspektor niemals einen Mord und erst recht nicht einen selbst als Verantwortlichen vermutet. Eine Leiche verschwinden zu lassen, dem Mord den Hauch von Selbstmord verleihen, keine Spuren hinterlassen, sich nicht selbst durch auffälliges Verhalten überführen, den glaubhaftesten Unfall vortäuschen und die allgemeinen Regeln, die ein Mörder zu beachten hat, damit sein Handwerk auch gut gelingt. Ich bin begeistert!

    Natürlich wird sich auch mit den ethischen Theorien und Praxen der heutigen Gesellschaft, allein angefangen beim fünften Gebot der Bibel, auseinandergesetzt. Und wie gut, dass Herr Honig, wahrscheinlich eine Koryphäe auf dem Gebiet des Mordens, hierbei eine erleichternde Lösung präsentiert. Das Gebot "Du sollst nicht töten" bezieht sich nicht auf den Tötungsvorgang generell (denn dann könnten wir nicht mal ein Salatherz essen; Salat ist schließlich auch ein Lebewesen), sondern sollte heißen: "Du sollst nicht töten ohne Grund." Wie einfach! Dass ich das bisher noch nicht selbst erfasst habe!

    Das Büchlein fasst nur 115 Seiten. Ein genialer Griff ins Regal also, um sich zuhause, unterwegs oder auf dem Sofa seiner wohlhabenden Anverwandten weiterzubilden. Und danach kann die praktische Ausübung auch direkt losgehen.

    Klare Empfehlung! Fünf von fünf Sternen!



    ---verfasst vom Sofa meiner reichen Uroma aus------

    Hey McFee !

    Ich warte ja immer darauf, dass du "Petersilius Pilzschnitzel" irgendwann übertrumpfst, und hier bist du schon ganz nah rangekommen:

    Laubdach-Schneuzheim

    Umso mehr schade, dass du den Rest der durch- und erlauchten Herrschaften dann wieder abgekürzt hast:

    Herr*, Jungfer**, Ritter von***; Monsignore de****, Doktor beider Rechte*****, seine Ehren Geiler von******, Gerichtspräsident*******, die Damen******** und *********, Graf**********, Baron***********. Sollte ich jemanden vergessen haben, melde er oder sie sich; weitere *** stehen zur Verfügung.


    Auch das hier fand ich wieder sehr amüsant:

    Seine Korpulenz

    Genau wie das:

    Man wartete noch auf den Herzog, der nach der Devise lebte:


    Aufstehn früh – na gut, wer´s mag,

    trinken früh, das ist mein Schlag!,


    Ich frage mich immer, wie du auf diese Ideen kommst.^^

    LG

    Stadtnymphe

    Allerdings dass man dich so leicht ins Schwirren bringt, hätte ich auch nicht gedacht ^^

    das MUSS an meinem Wein gelegen haben:alien: !


    Im nüchternen Tageslicht hab ich nun noch mal drübergeschaut, die Fragezeichen von gestern sind aber überwiegend geblieben.

    Allerdings, alles was du an Erklärungen hinzufügtest, nützt natürlich nicht viel, da es mir hier nur als Paratext angeboten und nicht im eigentlichen Text erklärt wird. Die Idee, den Auserwählten erst mal als Randfigur erscheinen zu lassen, ist reizvoll, wirft aber ein paar Probleme auf. Nämlich zum Beispiel das, dass ich die ganze Zeit während des Lesens dachte: "Häh? Und was ist jetzt mit dem Jungen? Hat er ihn vergessen?" Dadurch traue ich der Erzählinstanz nicht mehr --- bis zum Ende wieder der Schlenker kommt, aber noch mehr Fragen auslöst.

    Naja, da ist wahrscheinlich eine elegante Zwischenlösung gefordert.

    Und ja, definitiv: den Raum und den Erzählort klarer beschreiben. :)



    LG

    Stadtnymphe

    Hi Jota !

    hab ich unlängst mal wieder an meinem Jugendbuch weitergearbeitet. Es soll eine Abenteuergeschichte für die Altersgruppe 12 (+-2 Jahre :P ) werden.

    Sehr gut! Bin dabei. Und deshalb auch nicht traurig, erst mal von Heldrik nichts zu hören.^^



    Das also sollte der Junge sein, von dem die ganze Stadt seit seiner Ankunft sprach?

    Den ersten Satz finde ich --- hammer. Anders als derart platt kann ich's gar nicht ausdrücken. Es kommen geradezu Harry-Potter-Vibes auf: Alle reden nur noch von einem auserwählten Jungen, der so besonders aber gar nicht aussieht. Sehr beliebt in den Jugenddomänen. Und der erste Satz macht direkt Lust auf mehr.

    so vertrieb er wenigstens für ein paar Stunden das Gespenst des Hungers,

    und diese Personifikation ist dir auch sehr gut gelungen.. Hut ab.

    Generell, ich mag deinen Schreibstil wahnsinnig gern!!!


    Danach geht für mich die Verwirrung aber erst los. (Ich habe allerdings auch ein Gläschen Wein getrunken...:wein:)


    Zunächst war mir das Setting und der Ort völlig unklar. Comte, das beschwor für mich venezianische Illusionen herauf. Dann geht es um Matrosen, aber befinden sie sich auf einem Schiff im salzigen Wind? Was ist mit dem Jungen, der erwähnt wird, dem angeblich Gehör geschenkt wird --- er wird irgendwie im Laufe des Kapitels kaum noch erwähnt und dadurch der erste schöne Satz völlig irrelevant? Ich lese weiter und erfahre, nein, kein Schiff, sondern irgendein Lagerfeuer, aber wo befindet es sich? Irgendwie wird kein Kartenspiel praktiziert, also doch kein Wirtshaus? Ich erfahre etwas über Kautabak, empfinde dies aber nicht als wichtig für das, was ich gern verstehen würde, nämlich das ganze Drumherum der Story.
    Auch hätte ich gern erfahren, wer genau der Erzähler ist. Ist er auktorial, kein Problem, aber das ist ja hier nicht der Fall, also wer schildert uns das Ganze?

    Tage vergehen so langsam, wenn man zum Nichtstun und Abwarten gezwungen ist.

    Dies ist ein schöner allgemeiner Floskelsatz, mag ich gern. Finde es daher auch absolut okay, dass er im Präsens ist. Natürlich ist die Neugier geweckt, worauf die Matrosen denn warten.


    Als wäre das ein vereinbartes Kommando gewesen, wandte die Gruppe ihre regennassen Köpfe in Richtung des geschlossenen Hafenschotts, hinter dem die Wogen des Grünen Meeres unablässig in Richtung der Kaimauer anrollten. Zwar hemmte der Regen die Sicht und die Wolken eines salzig schmeckenden Dunstes vernebelten die Luft, aber trotzdem waren sich alle gleichermaßen sicher, weit hinten, fast an der Bruchlinie des Horizonts, zwei bedrohlich schwarze Schemen erkennen zu können, die vor der Insel Patrouille fuhren

    Hui, was für Schachtelsätze. Mir schwirrt der Kopf!


    Die Schlinge zog sich zu.

    Den Satz mag ich. (Ist nämlich der erste in meiner Geschichte.:P)

    Der Comte hatte per Befehl die Wachen verdoppeln lassen

    Hier stellt sich mir wieder die Frage, wer dieser Comte ist. Arbeiten die Matrosen für oder gegen ihn? Und bin ich eventuell schwer von Begriff??(



    Denn selbst wenn es tausend Matrosen, Soldaten, Frauen oder Kindern ins Verderben reißt, gibt ein Comte nicht auf. Wenn ich in all den Jahren eins gelernt habe, dann, dass wir kleinen Leute denen da oben völlig egal sind“, er schoss einen feindseligen Blick in Richtung des Schlosses mit seinen vier prachtvollen Türmen ab und deutete mit dem ausgestreckten Arm nach den hell erleuchteten Fenstern in der prunkvollen Fassade.

    Hier würde ich einen Punkt nach der Wörtlichen Rede machen, um den ellenlangen Satz etwas einzukürzen, ich kam nicht mehr hinterher. Habe die Stelle mal grün markiert.


    „Abwarten und den Jungen machen lassen?“, kam es entgeistert zurück.

    Aha. Nun endlich wird der geheimnisvolle Junge (wo befindet er sich denn während des gesamten Gesprächs? Ist er anwesend?) wieder thematisiert. Für meinen Geschmack etwas zu spät. Soll heißen: Ich bin irre neugierig, was zur Hölle er denn "machen" soll.:D So eine Seeblockade ist ja nicht ohne, eine Hungersnot auch nicht.


    Bin gespannt!


    LG

    Stadtnymphe

    Mein Name ist Gembries,

    Hah! Das hab ich mir beim Auftauchen des "Bärenmannes", der so unwirsch daherkam, schon ein bisschen gedacht, aber nicht gewagt, diese Vermutung in den Raum zu werfen.


    Sehr solides Kapitel. Diese Begegnung zwischen Gembries (grummelig, unwirsch, pragmatisch) und Alistair (schüchtern, unerfahren, hilflos) birgt auf jeden Fall viel Potential und ich bin gespannt, was du daraus machst. Vermutlich muss ich aber den Anfang nochmal lesen --- ich habe in der Zwischenzeit z.B. den märchenhaft anmutenden Prolog inhaltlich schon wieder vergessen.

    Nach wie vor bin ich ein Fan von Gembries, mal schauen, ob diese Einschätzung auch tragbar bleibt.


    LG

    Stadtnymphe

    Hallo McFee !

    Dein trockener Humor scheint keine Grenzen zu kennen. Umso besser.

    Die amüsantesten Stellen für mich waren:

    Um nicht gierig zu wirken, begann ich die Mahlzeit mit einem Dutzend gebratener Tauben, zehn geräucherten Schinken, zwei Schock Ochsenzungen, einer Wagenladung Blut- und Leberwürsten und dergleichen Kleinigkeiten mehr.

    und

    Ich tat es, worauf die Hunde im Zwinger in eine derartige Raserei fielen, dass sie eingeschläfert werden mussten.


    Ein paar kleine Rechtschreibfehler sind dieses Mal dabei; wird dir Word sicher anstreichen. Auch komme ich langsam mit den vielen Anmerkungen gar nicht mehr hinterher. Jedesmal nach unten zu scrollen, um den jeweiligen Kommentar zu lesen, ist recht anstrengend, weil ich dann nicht mehr weiß, bis wohin ich gelesen hatte, mir aber alle Begriffe bis dahin zu merken, krieg ich kognitiv nicht auf die Reihe.

    Der Spoiler in der letzten Überschrift war fast ein bisschen mies - klar hätte ich Mundburt mal einen Erfolg gewünscht, aber irgendwie war dann tatsächlich logisch, dass er es nicht schafft.

    Dein detailliertes Wissen ist Gold wert. Authentizität pur.


    LG

    Stadtnymphe

    Hey Etiam !


    Zuk!“

    Hier fehlt nicht nur ein Anführungszeichen, auch hab ich mich sofort gefragt, was das sein soll. Klar, es wird gleich später aufgeklärt, aber es schafft zunächst Verwirrung, und das dann auch noch so unvermittelt am Anfang...

    Straßen und Gassen der Stadt hetzte. Er sprang über Zäune und Mauern

    In diesem Abschnitt (also dem ganzen Post) fiel mir immer wieder auf, dass du Dopplungen wie diese benutzt. Straßen und Gassen, Zäune und Mauern, das ist jeweils dasselbe. Der Prägnanz zuliebe würde ich hier auf das Wesentliche kürzen.

    Sein Herz hämmerte wie wild in seiner Brust, und die Panik, welche er in diesem trug,

    Diesen Satzteil empfinde ich ein bisschen als Stilbruch, da er so geschwollen daherkommt. Ich würde "welche er in diesem trug" wegkürzen. Jeder weiß, dass man Panik ja in sich hat.

    Die Straße, die auf geradem Weg zum Platz führte, an dem auch die Kirche Stand war, gesäumt mit Leichen.

    Huch! Was ist das?:D Korrekt müsste es heißen:

    Die Straße, die auf geradem Weg zum Platz führte, an dem auch die Kirche stand, war gesäumt von Leichen.

    Ihm wurde erst jetzt klar, dass die Stadt um ihn herum so totenstill war, dass ihm gar nicht aufgefallen war, dass er wieder Töne hörte.

    Warte, was? Die Stadt ist totenstill - aber er hört Töne? Das ist widersprüchlich, ich würde es treffender formulieren. Ich kann mir schon denken, was du sagen willst, nämlich dass das Kampfgemetzel abgeflacht ist und er nun die kleinen Laute wieder wahrnehmen kann? So wie es da steht, finde ich es ein kleines bisschen paradox.

    Ein Licht, das durch den dichten Nebelvorhang schimmerte

    Seehr seeeeehr schön!!!!:love:

    Es fühlte sich an, als würde das Blut in seinen Adern sieden und seine Muskeln waren bis zum äußersten gespannt. Er war benebelt und berauscht zugleich. Ein unbändiger Kampfeswille kam in ihm auf und beflügelte ihn.

    Hier haben wir wieder ein Beispiel für das "Zäune und Mauern"-Prinzip, dem du in diesem Abschnitt folgst: alles doppelt schreiben. Wir haben Blutrauschen in den Adern und Muskelspannungen. Benebelung und Berauschung. Das steht ja alles für dasselbe. Für eine treffende Aussage: Nämlich, sein Körper signalisiert ihm Angriffsbereitschaft und Kampfwille - benutzt du jede Menge Metaphern. Ich würde hier sagen, weniger ist mehr.;)



    Ansonsten hab ich nix zu meckern. Inhaltlich bin ich wieder gespannt, wie es weitergeht. Hut schon mal ab wegen Erik. Das macht nicht gleich jeder. Falls du es gern wissen magst, ich hatte beim Lesen nicht irgendwie Trauergefühle o.ä., ich war zu fasziniert von Tjelvars Reaktion. Allerdings glaube ich, dass seine "Trauer" etwas zu früh kommt. Im Prinzip hat er für eine derartig tiefgehende, reflektierende Emotion wie Trauer ja noch gar keine Zeit, eigentlich müsste er unter Schock stehen und könnte sogar etwas wie kurze Gefühllosigkeit spüren, bevor er sich dann wutentbrannt in den Kampf stürzt - was du ja hervorragend umgesetzt hast.


    Liebe Grüße!

    Stadtnymphe

    Runde 12. :)

    (Er)kennt jemand was?


    Ein Harvard-Absolvent muss erkennen, dass er seinen Traumjob bei der Mafia angefangen hat.

    Eins von fünf Kindern stellt sich bei einer Fabrikbesichtigung intelligent an und wird prompt zum Erben.

    Eine Schriftstellerin, ihre Kinder und ihr kränklicher Geliebter machen Urlaub fernab von Luxus.

    Ein Nichtschwimmer treibt sich an verrufenen Orten herum und erleidet viel Pech.

    Die Suche nach einem Schatz wird durch die Intrigen eines einbeinigen Schiffkochs erschwert.

    Ein Greis, der durch Zufall fast alle politischen Größen des 20. Jahrhunderts kannte, bricht aus dem Altenheim zu einem neuen Abenteuer auf.

    Hey Etiam !

    Gleich vorneweg: Ich weiß nicht, ob du diese Szene nun mit Absicht nahbarer und dramatischer geschrieben hast, aber das ist zumindest mein Eindruck. Ich finde sie um WEITEN besser als den Teil vorher.^^

    Gleich mal hier:

    Nochmal setzte sich Tjelvar in Bewegung. Wenn dies das Ende der Stadt war, musste er zumindest seinen Freund vor den Armeen des Todes bewahren.
    Mittlerweile sah er, dass es sich eindeutig um den Jarl handelte, wie er gegen ein oder zwei Draugar kämpfte. Aber Tjelvar kamen immer wieder Zwerge in den Weg, als er zu ihm stoßen wollte.
    Für einen Kampf hatte er jetzt keine Zeit. Er duckte sich unter den Angriffen hinweg oder schubste die Untoten zur Seite. Zwischendurch hielt er immer Mal Ausschau, doch von seinem Freund fehlte jeder Spur.

    Wir sind im Geschehen drin, wir erleben Tjelvars panische Gedankengänge und seine unmittelbare Sicht. Sehr schön. ("Nur würde ich nicht "schubsen" schreiben, klingt unelegant.)


    Was auch für Spannung mittendrin sorgt, ist natürlich die Unterhaltung:

    Er erkannte Tjelvar sofort und zusammen kämpften sie gegen den verbliebenen Draugr. „Raikson, euch schicken die Götter. Wir dachten sie hätten euch erwischt.“
    Der Jarl nutzte die erzeugte Ablenkung durch Tjelvar und trat seinen Gegner zu Boden. Ohne zu zögern, jagte er ihm die Spitze seines Schwertes durch das Auge.
    „Wo ist Erik?“, japste Tjelvar außer Puste.

    Du schaffst es hier sehr gut, einerseits die Knappheit des Dialogs, die Panik/Unübersichtlichkeit, und andererseits gleichzeitig das unmittelbare Kampfgeschehen aufrecht zu erhalten. Ist auf jeden Fall ein super Stilmittel, um mehr Dramatik (also das heißt Unmittelbarkeit statt Nacherzählen (Epik)) reinzubringen.


    Hier nun noch was Stilistisches.

    Grün: Hier finde ich, dass du doch recht viele Metaphern für einige wenige Empfindungen Tjelvars in den Ring wirfst. Manchmal ist weniger mehr.

    Rot: Hier setzt du dreimal hintereinander mit so einer Nebensatzkonstellation an. Könnte man minimal umformulieren. Es ist mir beim Lesen aufgefallen, dass da immer so eine Einschiebung am Anfang kommt. Andere stört das aber vielleicht weniger :P

    Blau: Machen ist so ein oft benutztes Modalverb, klingt auch sehr mündlich. Wie wäre es mit tun? Vorgehen? Handeln? Etc.


    Übrigens könnte man, um eine kausale Kette herzustellen, noch ein "Denn" vor den Satz "Ein Teil von ihm wollte davonlaufen [...]" setzen.



    Sehr interessant finde ich die plötzlich einsetzende Stille, darauf hatte ich ja eigentlich schon die ganze Zeit bisschen gewartet :D Also bin ich gespannt, wer der schwarze Unbekannte ist.


    Bis bald

    Stadtnymphe

    Danke, liebe Leute Rika Sensenbach LadyK & Kiddel Fee :) Das war die erste Kurzgeschichte meines Lebens und schon allein deshalb war ich fest überzeugt, dass einer der anderen tollen Beiträge gewinnt. Ich finde es übrigens sehr interessant, dass wir dieses "Totem" alle ein bisschen unterschiedlich interpretiert haben und ihr anderen euch tatsächlich für eine mehr oder weniger eisige Umgebung entschieden habt ^^. Damit bin ich nämlich gar nicht zurechtgekommen (ich fand das gesamte Thema echt schwierig umzusetzen) und hab dann eine Art Mogelpackung zurechtgeschustert, ganz à la "Austern in Eis".

    Und jetzt bin ich nur noch unter Druck, weil ich mir ein neues Thema ausdenken muss... Hilfe!=O

    Bald kam ich an eine Hütte, vor der ein Esel stand. Er war klapperdürr, mit struppigem Fell und krummen Beinen, offenbar für die Salami bestimmt.

    Gab's da schon Salami? ?(

    Ich habe den Esel samt Inhalt gekauft. Der Dung gehört zum Esel wie sein Schwanz. Also gehört der Dung mir. Wenn Ihr ihn haben wollt, müsst Ihr bezahlen!'

    'Ihr spaßt, Herr', erwiderte der Alte, 'schaut doch mal genau hin! Wo ist der Schwanz? Am Esel. Wo ist der Dung? Er liegt auf der Straße. Also ist er Allgemeingut und jedem Bürger dieses schönen Landes verfügbar.'

    Ahhh, der alte Rechtsstreit. Erinnert mich an den klassischen Nachbarschaftskonflikt. Tatsächlich ist es so, dass Nachbar A, dessen Pflaumenbaum am Zaun steht und der Pflaumen auf das Grundstück von Nachbar B wirft, diese Pflaumen nicht für sich beanspruchen darf. Daran fühl ich mich grad erinnert.^^

    Ein paar florentiner Gulden&!

    Wird dann aber Florentiner nicht großgeschrieben?

    en Namen der Stadt weiß ich nicht mehr, nenne sie einfach Corruptia

    Herrlich!!


    „Allerhöchstes Gericht!', rief er, 'die Einlassungen der Gegenseite sind nicht einleuchtend, nämlich, dass der Dung eines Esels weder als ein wesentlicher noch außerwesentlicher Teil besagten Tieres anzusehen sei und vom Käufer dahero nicht vermutet werden könne, dass er diesen nicht stillschweigend mit jenem erworben habe; item halte ich dagegen, dass der Dung leibhaftigen Esels schlechterdings nicht für sich selbst, will sagen: ohne eröfterten Esel entstehen kann; ergo der Eselsdung als nichts anderes anzusehen ist als ein Dungesel; sequitur der Eigentümer besagten Esels sich mit gutem Fug auch als Eigentümer des Dungesels betrachten kann. Überdies – und wenn man auch concedieren wollte – dass der Dung nur ein acessorium besagten Esels sei, so kann doch dem Verkäufer dadurch noch kein Recht auf den Gebrauch des Dungs zuwachsen, item, indem durch mündliche Vereinbarung –'

    Sehr schön, die mittelalterliche Gerichtssprache. Schön unverständlich, langatmig und mit Fachsprache gespickt. Manche Sachen ändern sich eben nie...:D

    'Bist du ein Dungist oder bist du ein Asinist?'

    Oh Gott, wie kommt man auf so was?:D:D:D

    Ein Erklärungsfetzen für dich Etiam - alles ist subjektiv und du kannst daraus ziehen, was du magst, und den Rest einfach liegen lassen :D

    Hey Etiam , schön, dass es direkt weitergeht, so komme ich in einen Flow. :)

    Kampfhandlungen finde ich immer etwas tricky. Der Clou ist, alles realistisch-nachvollziehbar, spannend, aber trotzdem noch irgendwie stilistisch gehoben zu präsentieren. Außerdem sollten die Emotionen des Lesers (nicht des Protagonisten, der kann ja durchaus im Eifer des Gefechts wenig empfinden) nicht zu kurz kommen. Ich sage es ganz ehrlich, ich habe mich um Tjelvar nicht gesorgt, und als Knuts Vater das Zeitliche segnete, war mir das auch egal. Immerhin ist er eine Randfigur, die gerade eben erst eingeführt wurde, ein Opfer ohne Verlust sozusagen. Was an sich ja noch nichts Schlimmes ist.

    Nun ja, widmen wir uns den Einzelheiten! ;)


    Aber es war immer präsent und hatte dazu geführt,

    hier fehlt - um es in einer Zeitform zu halten - das "war immer präsent gewesen" - Plusquamperfekt. Damit ergibt sich jedoch eine Dopplung von "waren gewesen". Die Zeitform würde ich im PQP lassen, aber vielleicht kann man es noch eleganter ausformulieren.



    dass er sich auf diesen Tag vorbereitet hatte, dass er sich stark gemacht hatte.

    Meine eigene subtile Meinung: Wenn du nur einen der beiden Nebensätze benutzen würdest - die sich inhaltlich komplett gleichen - käme eine stärkere Aussage raus. "Dass er sich auf diesen Tag vorbereitet hatte." Punkt. Vielleicht kann man zur Akzentuierung jetzt auch noch nen Absatz reinschmeißen, das ist aber nun wirklich komplette Geschmackssache und du kannst diesen Vorschlag (auch den davor) getrost ignorieren, wenn dir nicht danach ist :P



    Dumpf schlug eine Wurfaxt in die Brust von Knuts Vater. Mit offenem Mund ging der Krieger auf die Knie. Fassungslos starrte er zu Tjelvar und Blut lief ihm über die Lippen in seinen Bart, bis es von dort aus auf den Boden tropfte.

    Ich finde den Übergang dazu, dass Knuts Vater nach seinem heldenhaften Kampfschrei einfach abgemurkst wird, etwas lapdiar. "Dumpf schlug eine Wurfaxt..." Das hat ja gar keine Vorwarnung. Der Leser liest es und denkt sich: Äh, ok. Ich würde hier weitaus mehr Dramatik einbauen, unwichtiger Nebencharakter hin oder her :P "Doch plötzlich...", "Tjelvar wirbelte herum und sah gerade noch, wie ein silberner Bogen in den Torso des Einarmigen einschlug. Eine Wurfaxt, präzise geschleudert..." Irgendwie so. :D

    Mit dem "Fassungslos starrte er zu..." machst du ein klassisches "Tell, don't show" - also das, was man nicht machen sollte. :P Ich bin mir sicher, dass Tjelvar hier keine klaren Gefühle empfinden kann, das, was Knuts Vater fühlt, wissen wir dank des personalen Erzählers im Prinzip auch nicht, aber du kannst es uns zeigen! "Da war Blut. Eine dickflüssige, dunkle Lache, die sich unter seinem Körper ausbreitete und seine Kleidung vollsaugte. Schwindel stieg Tjelvar zu Kopf, als wäre es sein eigenes. Das Bild auf seiner Netzhaut erschien surreal. Doch Knuts Vater..." oder so.


    Doch der Kampf war für ihn beendet. Leblos kippte der Mann nach vorne in den Schlamm.

    Auch das schilderst du so lapidar, fast könnte man es für einen Witz halten...


    Und nun kommen wir zum Kampfgeschehen. Ich möchte einmal betonen, dass alles, was ich hier fabriziere, relativ subjektiv ist. An sich ist an deiner Schreibweise hier nichts auszusetzen, außer, dass man es eben noch spannender machen könnte. Zuweilen erzählst du sehr episch, wenig dramatisch. Das liegt an den verschachtelten Sätzen und Konjunktionen (wie ich im vorigen Post schon beschrieb). Es fehlt die Action, das schnell Handelnde. Ein Kampf ist ja schließlich eine Situation, in der alles total rasant geht. Wie du es aber beschreibst, wirkt für mich so, als könnte Tjelvar recht viel gleichzeitig erfassen. Auch dramatisch-spannende Geschehnisse ("Und Tjelvar verlor seine Axt", "Endlich bekam Tjelvar den Hals des Monsters zu fassen", "Doch die Kraft der Zwerge...", "ließ sich nicht wegdrücken") handelst du ziemlich knapp ab. Das könnte zeitlich auch mehr Tiefe haben, ein richtiges Gerangel, sodass der Leser sich plötzlich nicht mehr sicher ist, ob das hier gut ausgeht... Ich meine, dass er seine Axt verliert, ist wahnsinnig schlimm in dieser Szene! Und hier heißt es nur "Doch Tjelvar verlor seine Axt"... Hm. :D

    Den Rest habe ich nicht eingefügt, weil ich den wiederum besser gelungen fand! Dramatischer. Naja, vielleicht bin ich eine Drama-Queen :P


    Das Ende wiederum ist schon echt hart. Das Dorf tut mir ganz schön leid. Ich hoffe wenigstens, dass du mit einer hohen Zahl an Verlusten um die Ecke kommst und dass mindestens einer der Personen (Sigi - ihr Freund - die Mutter) der Nebenpersonen tot oder lebensgefährlich verletzt ist. Sonst ist es ja kein Drama und ich kann die entsetzliche Stimmung nicht mehr so ernst nehmen ;)

    Spaß - bitte töte deine Personen nur dann, wenn es für dich passt!



    Ich bin weiter dabei und hoffe, du bist nicht gekränkt durch meine stilistischen Meckereien!

    LG

    Stadtnymphe