Beiträge von Stadtnymphe

    Hey Kiddel Fee ,

    irgendwie hast du gerade meiner Idee für den Wettbewerb vorausgegriffen :D Wahnsinn, wie schön, wie poetisch, wie einfühlsam und absolut herzzereißend. Gut, dass wir keine Namen erfahren und auch nicht wissen, was weiter passiert. Das regt die Fantasie an. Solche Enden finde ich immer am besten. In meinen Augen die perfekte Kurzgeschichte. Vielen Dank fürs Teilen.

    LG

    Stadtnymphe

    Hey Tariq ,

    ich habe den Schreibwettbewerb dieses Mal nicht verfolgt, aber das hier ist wirklich ein exzellentes Beispiel von Spannungsaufbau, fast schon wie ein Drama geschrieben. Wir haben sogar ein retardierendes Moment, in dem wir als Leser glauben, dass alles noch gut wird, aber am Ende wird es sogar noch schlimmer. Ich habe sofort mitgefiebert und war dank der Fachbegriffe und der dichten Atmosphäre gleich mit im Stollen. Dass es ein "schlechtes" Ende ist, finde ich gut, denn so etwas regt viel mehr zum Nachdenken an und rahmt die Verzweiflung der Kurzgeschichte schön ein. Du gehörst in diesem Forum für mich nach wie vor zu den besten Schreiberlingen, daher bin ich immer dankbar für etwas neue Kost.

    Welche Lehre ziehe ich also daraus: den Schreibwettbewerb mehr verfolgen... :dead:

    Liebe Grüße!

    Stadtnymphe

    Was mich historisch auch etwas gestört hat - auch wenn es nur eine Kleinigkeit war - ist, dass die Zofen "die Marys" genannt wurden. Klar, zum Unterscheiden in einer Serie ist es besser, wenn jede Zofe einen eigenen Namen hat, aber es hätte nicht geschadet, das als Überbegriff für die Zofen einzubauen. Aller: "Wo sind die Marys?"

    Das wiederum ist, glaube ich, historisch korrekt. Die wurden die vier Marys genannt, weil sie - tatsächlich - alle vier auch "Mary" hießen. :D

    Mary hatte jetzt für mich auch ein weniger spannendes oder weniger exakt dokumentiertes Leben als Ann Boleyn, Katharina die Große oder Marie Antoinette. Wobei bei denen auch viel vage ist.

    Bei Maria Stuart ist schon recht viel überliefert und ich würde sagen, dass sie auch eines der spannendsten Leben hatte. Ich meine, drei Ehemänner, zwei davon sind unter extrem widrigen Umständen gestorben Slash ermordet worden, man weiß nicht ganz genau, wie blutbefleckt ihre Hände dabei waren, aber es lässt sich schon davon ausgehen, dass sie nicht ahnungslos war. Und dann natürlich die ewig lange Gefangenschaft, bis sich Elisabeth nach gefühlt jahrzehntelangem Hin-und-Her-Ringen mal entschließen lässt, ihrer Cousine ein Schicksal zuzugedeihen. Davor natürlich aber noch diverse gescheiterte Rettungsaffären und angedichtete Staatsintrigen. Deswegen frage ich mich ganz prinzipiell: Warum haben die bei "Reign" ausgerechnet die anfänglichen - etwas lahmen? - Jahre genommen? Da kommt dann ja auch völlig falsch rüber, dass Maria eigentlich ein super Leben hatte. Ob die Zuschauer wissen, dass sie letztendlich geköpft wurde? Und zwar nicht im Abiballkleid? :oops:

    Hey Jennagon -

    danke danke danke dir für diesen Post. Ich hatte immer das Gefühl, mit meiner Ablehnung von "Reign" überall auf Unverständnis zu stoßen. Und meine Hochachtung, dass du bis zu Folge 12 gekommen bist - ich habe mir die allererste Folge wiederholt versucht reinzuziehen, bin aber da schon gescheitert. Insofern kann ich zum Plot nicht viel sagen, außer dass schon im Pilot vieles im Argen ist. Ich habe nicht umsonst schon, als alle pubertierenden Freundinnen sich für "Reign" interessierten, eher Biografien über Maria Stuart gelesen. Und mit diesem Hintergrundwissen sowie einem gesunden Menschenverstand ausgestattet, konnte ich eigentlich nur entsetzt den Kopf schütteln.

    Am meisten gestört haben mich die Kostüme. Jeder Mensch, der sich nicht für historische Kleidung interessiert, sieht trotzdem, dass die Kleidung bei Weitem zu moderne Silhouetten, moderne Stoffe, moderne Designs und damit vollkommen unpassend sind. (Sie erinnerten mich großteils eher an Abiballkleider :/ ). Schön und gut, wenn man Jugendliche für die Historie motivieren will - aber das tut man dann ja nicht. Im Gegenteil, man vermittelt den Zuschauern ein absolut falsches Bild von der Zeit. Das habe ich auch direkt in der Interaktion der Charaktere gesehen. Viel zu moderne Sprache, seltsam unverfängliche Beziehungen untereinander (vorallem Mary und diverse männliche Protagonisten; wenn man nicht verheiratet ist, ist man nicht allein im selben Raum etc!). Es fehlten korrekte Ansprachen, historisch erwiesene Rituale und Etikette (besonders am französischen Hof waren die extrem ausgeprägt) und auch die richtige Sprache (hier kann man, dem Verständnis moderner Zuschauer zuliebe, natürlich Abstriche machen, aber auch nicht so viel wie in "Reign"!!).


    Eine Alternative, so dachte ich mir jedenfalls, wäre doch bestimmt "Mary - Queen of Scots", die nicht mehr das französische Exil fokussiert, sondern die eigentlich spannenden Jahre. Leider musste ich diesem recht neuen Kino"hit" dann aber doch sehr wenige Sterne verpassen. Zwar ist Saoirse Ronan eine tolle Schauspielerin, aber a) wäre der Film für ahnungslose Neugierige mal gar nichts, und b) wurden auch hier historische Zusammenhänge verdreht und sich einfach der Spannung halber einiges ausgedacht. Määh. Ist Maria Stuart unverfilmbar?

    Hier mal wieder ein paar abgespeckte Klappentexte für den motivierten Rätselnden. :)




    Ein Städtchen behandelt sechs Waisenkinder wie Ausgestoßene, die sich mit Kriminalität rächen.

    Eine Dreizehnjährige kommt auf illegale Ideen, um sich Drogen zu beschaffen, an denen ihre Freundinnen sterben.

    In einer fernen Zukunft erhängt sich der einzige Mann, der noch zum freien Denken und Lieben fähig ist.

    Das Projekt eines Geschichtslehrers läuft aus dem Ruder.

    Durch die Auseinandersetzung mit einer aggressiven Intelligenz im Meer sterben jede Menge Wissenschaftler.

    Hi Myrtana222 !

    Also erstmal hatte ich im Prolog nicht gepeilt, dass es noch weitergeht. Der hätte locker auch als nachdenkliche Kurzgeschichte durchgehen können. Aber umso besser. Das erste Kapitel gibt mir ziemlich starke Der-Junge-ist-auserwählt-weiß-es-nur-nicht-Vibes wie bei Harry Potter, nur halt auf mittelalterlich. Vom Stil her finde ich, dass es an den Prolog, der durchaus einmaliger gestaltet ist, nicht ganz ran kommt. Hier haben wir nun eine Szenerie, die vom Erzählstil her nicht mehr so heraussticht.

    Probleme hatte ich auch am Anfang, den richtigen Erzähler zuzuordnen. Dass hier nun Heinrich als der personale Erzähler fungiert, konnte ich erst nach einiger Zeit herauslesen, besonders, weil dieser "Tischler" so ganz nebenbei eingeflochten und schon als bekannt vorausgesetzt wird; so dachte ich einen Moment, wir hätten wieder den auktorialen Erzähler. Das wurde dann später aber klarer.

    Sehr authentisch finde ich, dass Arigatari erstmal ganz konkret angibt, wie alt er ist. Das erlebe ich bei Kindern in dem Alter oft.


    Und noch Kleinigkeiten, die mir auffielen:


    Hoffe, das hilft dir. :)

    Und um nicht negativ zu enden: Gefällt mir gut, was du schreibst! Gerne weiter.


    LG

    Stadtnymphe

    Hi Myrtana222 ,

    ich kann mich Tariq nur anschließen. Sehr heftig.

    Den Anfang habe ich zweimal lesen müssen, da ich nicht recht wusste, wie ich das doch sehr komplexe Worldbuilding auf den ersten Blick einordne. Du nutzt sehr wenig Raum und dafür viele Beschreibungen, und zunächst war ich unsicher, in welche Richtung es geht. Dafür sorgten auch die Begriffe der fremden Sprache. Der Hexen-Kontext hat mich das Ganze dann aber in Richtung Renaissance einordnen lassen. Interessant fand ich, dass der gesamte erste Abschnitt im Prinzip auktorial, aber passiv erzählt wird, einen Erzähler bekommen wir nicht zu Gesicht, er weiß aber trotzdem alles (und hält bis zum Ende durch). Speaking of: Das Ende war noch beeindruckender als der tragische Tod des Paares, denn nun weiß man nicht, ob die "Vorwürfe" eventuell doch "gerechtfertigt" waren, sprich, haben sie nun doch Magisches bewirkt oder nicht. Das Kind der beiden könnte ja auch rein sterblich sein, aber trotzdem mit einem Hass auf das Establishment aufwachsen und sich an den Hexenjägern rächen o.ä. ?(

    Sehr schön auch, dass du historische Details, wie etwa die konkreten Foltermethoden, mit eingeflochten hast. Sehr einprägsam zu lesen. Danke!


    LG

    Stadtnymphe

    Und die ersten Sätze lesen sich wie das Beispiel in einem Deutschbuch, wo den Schülern klar gemacht wird, dass man besser nicht zu viele Adjektive benutzt. :dead:

    Hey Charon ,


    ich hatte obenstehendes Zitat mit Absicht neutral gelassen - denn es kann etwas Gutes sein, zu viele Adjektive einzubauen, aber auch etwas Schlechtes. Stil ist doch immer extrem subjektiv. :blush: Bei deinem Mondscheintanz ist es mir allerdings wirklich aktiv aufgefallen, wenn es also nicht beabsichtigt war, dass der Leser mehr über Formulierungen nachgrübelt über das Geschehene, ist es vermutlich doch zu offensiv. ;)


    LG,

    Stadtnymphe

    Hallöchen Etiam ,

    sehr schön, es geht weiter. Vielen Dank für deinen kleinen Auffrischungskurs, den hatte ich bitter nötig (das letzte, was ich noch in Erinnerung hatte: Elina benahm sich etwas verrückt 8o :D ). Stilistisch bewegst du dich auf ähnlichem Niveau wie zuvor. Einige Male würde ich statt dem Präteritum ins Plusquamperfekt übergehen - besonders dann, wenn Tjelvar selbst an etwas denkt, was er schon erlebt hat bzw. was geschehen war. Ich kann es dir auch noch mal raussuchen, wenn du Bedarf hast. :rolleyes: ;)

    Tjelvar selbst erscheint mir mehr und mehr wie ein grummeliger Wikinger und das ist eine sehr gute Entwicklung. Man fängt dadurch an, ihn wirklich um sein Leid zu bemitleiden. Die Entwicklung hat er ja nicht einfach so durchgemacht. So ist es für mich spürbarer, als wenn du schreiben würdest "Es ging ihm entsetzlich schlecht". Die Begegnung mit dem Jarl fand ich interessant, im Gegensatz zu Rainbow fand ich aber nicht den Herrscher, sondern den Leibdiener unsympathisch. Den Jarl finde ich bisher noch etwas zu intransparent, um da eine fundierte Meinung abgeben zu können. Was genau Frod jetzt aber wirklich plant, konnte ich mir nicht erschließen. Generell habe ich eventuell den großen ganzen Faden verloren... :whistling: :whistling: :whistling: :whistling:


    Ich würde übrigens nicht "ok" schreiben, sondern das ganz weglassen. Finde, das passt nicht in die Geschichte. Ansonsten schließe ich mich dem Kleinkram von Rainbow an. Ich finde es immer total anstrengend, das einzeln rauszusuchen, deshalb bin ich froh, dass sie das schon übernommen hat. :)


    Hoffe, das war hilfreich!

    LG

    Stadtnymphe

    Hallo Charon ,

    ich weiß gar nicht, ob ich hier schon mal kommentiert habe, auf jeden Fall habe ich das Gefühl, noch nichts Vergleichbares gelesen zu haben. :alien: Eigentlich habe ich nur mal reingelesen, weil ich den Titel recht ansprechend fand - dann hat sich die Geschichte aber in eine Richtung gewandt, die ich so nicht erwartet hatte.

    Ich denke, es ist Absicht, dass du möglichst distanziert und blumig schreibst, sodass der Spannung und Nähe in dieser Handlung einiges verloren geht. Oft habe ich eher über die Formulierung nachgegrübelt als über das, was da passiert. Und die ersten Sätze lesen sich wie das Beispiel in einem Deutschbuch, wo den Schülern klar gemacht wird, dass man besser nicht zu viele Adjektive benutzt. :dead: Alles in allem habe ich den Eindruck eines Märchens gewonnen, das zu erwachsen für ein Märchen ist. Denn Magie spielt ja höchstens im Auge des Betrachters eine Rolle... Und dass es so offen endet, finde ich eigentlich auch sehr interessant. Viele deiner Beschreibungen sind wirklich gut getroffen und charakterisieren die Atmosphäre perfekt.

    Vielen Dank also für diesen Einblick.

    LG,

    Stadtnymphe :)

    Oh, wie schön, Tariq ! Das werde ich mir auf jeden Fall bestellen. (Jedoch erst als Belohnung, wenn ich die nervigen Abschlussprüfungen hinter mir habe...) Daher die Frage: Wie lange wird dein vielversprechendes Büchlein denn wohl erhältlich sein? :tee:


    LG :)

    Liebe Tariq ,


    waaas, da ist man ein paar Tage offline und dann das! Wie schade. Mir sind die Logikfehler, die Thorsten und Novize erwähnten, tatsächlich nicht aufgefallen. Ich war eher Typ Leser "Wie geht es weiter und was passiert hier eigentlich?". Meiner Ansicht nach handelte es sich um eine packend geschriebene Geschichte mit winzig kleinen Schönheitsfehlern. Ich mag nach wie vor deinen farbigen Schreibstil und die vielen alltäglichen Details gern, die du wie selbstverständlich mit reinpackst und dadurch die Handlung realistisch abrundest.

    Ich hoffe, dass du vielleicht doch noch was aus dieser Geschichte machen kannst. Liegen lassen und erst in drei Monaten wieder reinschauen ist da sicherlich kein schlechtes Rezept. Nicht nur für dich - sondern auch vielleicht für die Leser hier, die sehr interessiert gewesen wären, wie das Ganze denn nun ausgeht und worauf es hinausgelaufen wäre. Denn: Ich finde es sehr frustrierend, nun nicht das große Ganze zu erfahren... ;( Aber es ist natürlich deine Entscheidung und ich respektiere sie selbstverständlich.


    Auf jeden Fall freue ich mich, wenn du wieder schreiberisch auf die Bühne trittst - egal, womit. Bis dahin! <3

    Liebe Tariq !



    Bis bald! :)

    Das ist mein einziger Kritikpunkt hier, das ist kein richtiger Satz. Hier fehlt eine handelnde Person und ein Verb:

    Kurz, er hatte ein enormes Wissen...

    Darf ich mich mal einklinken? :P In der Sprachwissenschaft ist sehr umstritten, WAS ein Satz ist. Das hier würde definitiv als einer durchgehen - und zwar als eine Ellipse, in der einfach das handelnde Verb fehlt. Meiner Meinung nach geht die Formulierung vollkommen in Ordnung. Das Verb ist nur in der Schulgrammatik zwingender Bestandteil des Satzes. (Ansonsten hättest du tausende von Sätzen, die eigentlich keine Sätze sind, so was wie "Achtung!", "Wow, was für ein Auto!" etc.!) Also, für mich macht der Satz Sinn und ich lese das in Büchern auch öfter, dass mal was reduziert wird. Denn man versteht ja trotzdem den Inhalt.

    LG und *Besserwisserei off :saint:

    Hey Novize und Tariq ,

    ich wollte nur kurz rückmelden, dass ich Novize in seinen Punkten zustimme. Bei nochmaligem Drüberlesen sind mir nämlich dieselben Fragen durch den Kopf gegeistert wie Novize. Allerdings konnte ich das, was mich ein bisschen an dem Absatz störte, nämlich die zu selbstverständlichen Reaktionen der Charaktere anhand dessen, was sie erfahren, noch nicht ganz in Worte fassen. Ich hab mich auch gewundert, warum der Arzt Tevor nur ganz kurz befragt und direkt wieder rausschickt. Sie haben doch noch nicht mal ansatzweise erfahren, was da wirklich passiert. Was ich als Arzt getan hätte, wäre nicht zu sagen, "Du wirst nun hinausbegleitet", sondern erstmal den Patienten beruhigen. Tevor ist ja total panisch. Auch wenn der Arzt noch nicht weiß, was da los ist, kann er ihm nachdrücklich versichern, dass Tevor in den besten Händen ist, dass seine Kooperation ihm hilft, schnell zu genesen o.ä.

    Den wichtigsten Punkt finde ich inzwischen tatsächlich, dass Etienne gar nicht so überrascht ist von Ares' Schilderungen. Da könnte man sehr viel mehr Drama reinbringen - das ist ja eine krasse Enthüllung, da hat Novize recht. ;)

    Ich hoffe, dass das hilfreich ist und ich nicht nur etwas schon Dagewesenes wiedergekäut habe. Aber vielleicht hilft es dir ja, Tariq, zu hören dass Novize nicht allein dasteht mit seinem Gefühl.

    Trotzdem freu ich mich aufs nächste Kapitel! :) Denn wie du weißt, ist dein Ring insgesamt wirklich sehr gelungen bisher! :)

    LG!