Beiträge von Stadtnymphe

    Herzlichen Glückwunsch Zarkaras Jade und Cory Thain ! Ihr wart beide meine Favoriten. Meine Stimme ging dann jedoch an Zarkaras Jade, weil mich diese unglaubliche farbenspektrische Weite einfach umgehauen hat. Es ist so gar nichts, das ich kann, deshalb Hut ab für dieses von mir unbegriffene Talent des (virtuellen?) Gestaltens. Cory Thains Ergebnis kam dem, was ich (theoretisch) selbst gern fabriziere, am nächsten, deshalb war ihr Bild mein Zweitliebstes. Ganz besonders toll fand ich die filigranen Arbeiten im Hintergrund --- mit welchem Pinsel (?) hast du das gemacht, Cory Thain ?:) Das Bild lädt sehr zum Träumen ein, ebenso wie das von Zarkaras. Also verdiente Gewinner, ihr beiden!


    Aztiluth s Bild finde ich auch sehr süß, vorallem die Idee! Darauf wäre ich nicht gekommen (obwohl wir das Thema ausgesucht haben, hihi). Auch AFG hatte eine tolle Idee! Ich bin begeistert und freu mich auf die nächste Runde.


    LG

    Stadtnymphe

    Hui, McFee , da hast du aber wieder ordentlich vorgelegt. Ich hab absolut nix zu meckern. Es liest sich locker, flüssig, wenn auch für meinen Geschmack etwas sehr ordinär, aber fängt wenigstens gut die Stimmung ein. Ich mag den Humor und am allerliebsten diese herrlichen Namen! Mein Favorit bisher: Petersilius Pilzschnitzel!:D


    Normalerweise lese ich hier im Forum etwas und sofort läuft mein innerer "Was könnte man verbessern"-Mechanismus mit, aber diesen Exzerpt konnte ich einfach mit Vergnügen lesen. Ja, hin und wieder machst du eine kleine Satzwiederholung, aber ich glaube, das ist beabsichtigt und ich würde das auch nicht ankreiden. Ich bin genau wie der Wanderer gespannt auf mehr.

    Ich muss mal ein bisschen Digital Detox machen, damit es mir irgendwie wieder besser geht. Wenn es überstanden ist, komme ich zurück...

    Bis hoffentlich bald, Forum.

    Ich eröffne mal Runde 8 meinerseits. ^^


    Ein junger Mann mit ehrgeizigen Jobambitionen wird mit drei verlebten Leibwächtern in intrigante Abenteuer verwickelt.

    In einer Zeitschleife trifft ein Junge lauter achtzigjährige Kinder, die von Monstern heimgesucht werden.

    Ein Mann braucht zehn Jahre, um nach Hause zu kommen, und verliert dabei all seine Freunde.

    Ein Mann strandet auf einer Insel und bleibt dort 28 Jahre.

    Ein hormonell vernebelter Rechtspraktikant bringt sich um, weil seine große Liebe schon verheiratet ist.

    Ein Waisenjunge hat viel Pech mit kurzzeitigen Vormündern, ehe er schließlich glücklich adoptiert wird.

    Neongrauer Kristall
    Ein absolut langweiliger, neongrau leuchtender Kristall. Von Zwergen beim Schürfen gefunden.
    Fähigkeit: Langweilt seinen Besitzer und alle um ihn herum zu Tode.
    Einsatzgebiet: Vorwiegend in Schulen und Unis.

    Gegen diese perfide Tötungs-, Ablenkungs- und Foltermethode, die um 1128 vom Henkersknecht Hugo dem Humpelnden patentiert wurde und daraufhin in Serie ging, gibt es nur einige wenige Gegenmittel. Hilfreich ist, sobald man den öde schimmernden Kristall mit seinem lustlosen Anblick zu Gesicht bekommt, einen fetzigen Ohrwurm wie "Uuund diiiiese Biiiiene, die ich meine, nennt sich Maaajaaaaa..." anzustimmen. Dies sorgt einerseits für eine Verminderung des kristallinen Effekts und andererseits dafür, dass sämtliche Anwesenden schleunigst die Flucht ergreifen und somit aus dem unmittelbaren Wirkungsfeld des lahmen Klunkers geraten. Nach wie vor ist das durchschnittlich hässliche Juwel an Bildungseinrichtungen zu finden, wo es den Professoren den Extra-Touch verleiht - ganz besonders in Fachrichtungen wie Verwaltungsrecht, Forstwissenschaften und Verkehrsingenieurswesen.

    Der Stein selbst ist... nun jaaa... hat halt Ecken und Kanten... gääähn... passt in eine Hand... huch, warum bin ich so müüüüdee... boah, wer will überhaupt über so ein uninteressantes Teil reden...



    "Der Wortschatz von Woppingen". Mysteriöse Truhe voller goldener, silberverzierter und sonstig kostbarer Wörter, die man wahlweise zu Schimpftiraden, Zaubersprüchen, Einkaufszetteln oder anrüchigen Kurznachrichten zusammenlegen kann. Der dabei entstandene Inhalt wird als fröhliche Liederpost an den Empfänger übermittelt. Vorteil: Somit können auch Analphabeten profitieren. Nachteil: Das sich aus dem wertvollen Wortschatz entfaltende Lied kann weder im Genre noch in der Stimmung vorherbestimmt werden und unterliegt einem perfiden Zufallsmechanismus reiner Magie.

    "Der goldene W20"
    Ein magischer Würfel mit 20 Seiten, der Fähigkeiten verstärkt/schwächt.
    Gut: Kann einem den Arsch retten
    Schlecht: Kann einen verletzen oder töten

    Der goldene W20 war ursprünglich Teil eines gewitzten Brettspiels, jedoch für die zahlenstarke Neuauflage unter Hannibal XI, dem "Brettspielsüchtigen", zu aufwendig zu produzieren. Daher gerieten sowohl das findige Spiel mitsamt seiner Regeln als auch der Würfel selbst für lange Zeit in Vergessenheit. Im Jahr 1890 stießen Hobbypsychologen, die eigentlich auf den Geist des Amokläufers "Rasender Roland" (benannt nach der gleichnamigen Dampflok) gehofft hatten, auf den Nachlass Hannibals. Es stellte sich heraus, dass der hier nun aufgefundene Würfel sich ideal zu einem Spieleabend eignete, gegen dessen Ende hin die Hobbypsychologen den Würfel in eine Drehscheibe warfen und sich an "Russisch Roulette" versuchten. Durch die besonderen Eigenschaften des W20 kam das Spiel recht schnell zum Erliegen. Die Europäische Brettspielkommission reagierte umgehend und verbot sowohl Russisch Roulette, den Einsatz des W20 als auch das Suchen nach gefährlichen Geistern.

    Auf den Grabsteinen der Hobbypsychologen erinnert noch heute ein denkwürdiger Spruch an ihren grausigen Tod:


    Verschuldet durch 'nen Würfel

    Und Wodka nachts um vier

    hat sich das Glück gewendet

    und nun liegen wir hier.


    Drum, Freunde, niemals nehmet

    'nen Würfel in die Hand

    Durch Dummheit draufzugehen

    Ist heute sehr riskant.


    (Der Grabmalspruch ist unter eingefleischten Stammspielern mittlerweile zu einer inoffiziellen Hymne auf die Melodie von "Im Walde von Toulouse, da haust ein Räuberpack" geworden.)


    Die "Zeitlupe". Eine filigran dekorierte Lupe, durch deren dickes Glas der Betrachter erkennen kann, wie viel Zeit einer bestimmten Aktivität noch maximal gewidmet werden kann, ehe a) sie zu langweilig wird oder b) ein unvorhergesehenes Ereignis, wie etwa Tod durch Kollaps oder der Besuch der Schwiegereltern, die Aktivität unterbricht. Achtung: mitunter halluzinogene Nebenwirkungen und verlangsamte Bewegungen.

    "Blaubarts Seemannsgarn"

    Robustes, aquamarinblaues Netz, welches Fische anlockt und festhält.

    Dieses, für den modernen Seemann, Hobby-Angler und Fischer unersetzliche Equipment, soll der Legende nach bereits auf die Fischer aus dem Land Judäa zurückgehen, die vor der Erfindung des Seemannsgarns ausschließlich leere Netze mit heim brachten und sich von ihren aufgebrachten Ehefrauen erzählen lassen mussten, dass "fünf Brote und zwei Fische nun mal keine fünftausend Leute ernähren können". Um sich die ehelichen Tiraden nicht mehr anhören zu müssen, wurde Fischer Simon Petrus auf den nahegelegenen "Angler- und Bootsbedarf-Shop Blaubart" aufmerksam, dem ihm zuvor ein besorgter Freund, ein gewisser Jesus, empfohlen hatte. Dank Jesu' Rabattkarte für den Fischereiladen füllten sich die Netze anschließend zuverlässig, sodass Gerichte wie der "Marinierte Hering" oder "Forelle Hebräischer Art" zur landestypischen Feinkost avancierten. Der Inhaber des Geschäfts für maritime Freizeitaktivitäten, Beppo Blaubart, stieg schnell zu einer lokalen Berühmtheit auf und wurde unter den vormals keifenden Ehefrauen zu einem verklärten Idol, das ihre prähistorischen Kühlschränke füllte. Aus diesem Grund konnte Beppo Blaubart sich vor begeisterten Köchinnen und dilettantischen Angel-Anfängerinnen kaum noch erwehren und war gezwungen, sie (in passgenaue Kleinteile zurechtgeschnitten) in seiner architektonisch berühmt gewordenen Kammer unterzubringen.

    Ein großes Missverständnis betrifft das Seemannsgarn, das jedem (professionell handelnden) Fischer Erfolg verspricht (wenn die Fischwirtschaft im Aufschwung begriffen ist), jedoch immer noch. Da Beppo Blaubart das Verschwinden seiner weiblichen Fans nicht angemessen erklären konnte, entwickelte sich analog zum Begriff "Seemannsgarn" die Bedeutung "Das ist doch vollkommener Schwachsinn, Leute. Warum sollte ich Frauenleichen verstecken?". Dessen sollten sich passionierte Angler, Fliegenfischerfans und Netzauswerfer bei der professionellen Konversation stets bewusst sein.


    "Der Monolog des Bösen". Gläserner Flakon mit furchteinflößender grüner Flüssigkeit. Die orale Einnahme dieser inspiriert den Bösewicht, auf dem Höhepunkt der Story langatmig und vollkommen unvorhergesehen seine Motive darzulegen. Ermöglicht dem im Dilemma feststeckenden Protagonisten daher meistens die Flucht oder bringt erforderte Zeit. Verschafft dem Bösewicht aber eine einmalige Aufmerksamkeit und einen dramatischen Auftritt.

    Temporäre Extradaumen. Magischer Spruch, der dem Träger pro vorhandener Hand einen extra Daumen sprießen lässt. Färbt sich nach rund drei Stunden dunkelblau und fällt ab, wie ein welkes Blatt. Wird gemeinhin verwendet, um der „Daumen-hoch“-Geste das gewisse Extra an Nachdruck verleihen zu können. Besonders unter Studenten beliebt. Zeitweilig kommt es zu Komplikationen.

    Bonus: + 3 in Charisma durch gewonnene Ausdrucksstärke. Malus: -11 auf Klavierspiel, Vorabdisqualifikation in sämtlichen Turnieren der Daumenwrestling-Liga.

    Diese, stets im praktischen Zweierset erhältlichen zusätzlichen Fingerglieder, wurden ursprünglich vom Masseur Munhold Rückenkratzer ("Munholds Mondänes Massagestudio") entwickelt, der damit seinen Kunden das "gewisse Extra" während der Behandlung versprach. Schon bald etablierten sich die temporären Extradaumen jedoch nicht nur in Studentenkreisen, die in allzu jüngster Zeit durch diese zeitweilige Erweiterung ihrer Hände sogar die Sozialen Medien ("Daumen hoch!", "Daumen runter!") revolutionierten, sondern auch in den Reihen sogenannter Systemkritiker, die insbesondere gegen den Biometrischen Reisepass protestieren. Die zusätzlichen Daumenabdrücke verwirrten die Beamten und sorgten für einen optimalen Ausdruck der Revolution gegen das "Reisepassregime". Engstirnigste Verfechterin der Extradaumen war die Intellektuelle Julia Zehe, die sogar ein Buch über das Phänomen publizierte, das seitdem vielen Sekundarstuflern jährlich zum interpretatorischen Verhängnis wird. Die Temporären Extradaumen sind jedoch auch privat gebrauchbar und ganz einfach von der Magischen Organ- und Körperoptimierungskammer (MOKK) zu beziehen (Ein Paar rund vierhundertdrölfzig Taler). Hinweis für den Verbraucher: Die abfallenden Daumen sollten im Sondermüll entsorgt werden.



    "Der Heilige Pfahl". Legendenbehaftetes Holzobjekt, nach dem viele gelangweilte Könige und Ritter jahrhundertelang vergeblich suchten und (zum Glück für ihre zwangsverheirateten Gattinnen) fast nie zurückkehrten. Bonus: +12 Abenteuerlust, +7 Sportive Aktivitäten, Malus: +20 Frustration. Achtung: Der gemeinhin "Heiliger Gral" genannte Nachahmer ist nur eine billige Attrappe des vielseitig nutzbaren Holzpfahls.

    Mit "Die Spur der Bücher" hast du wohl einen der Einzelromane bzw. eines der Prequels der "Die Seiten der Welt"-Trilogie erwischt.

    Ja, das ist mir schon aufgefallen. Wobei ich das Bibliomantik-System eigentlich gerafft habe, obwohl ich das Prequel gegriffen hatte. Eher die Handlung wars... Naja, auf zu Band 2.^^

    Vor zehn Minuten habe ich Kai Meyers "Die Spur der Bücher" beendet, danke für den Meyer-Tipp, kalkwiese !^^

    Ein bestechender Schreibstil - Metaphern und Symbolik, feinst püriert und doch nicht zu übermächtig, sondern wirklich filigran eingestreut. Man ist sofort im Viktorianischen London und glaubt sich zwischen den Buchhändlern selbst zu befinden. Die Dialoge sprühen - vor Esprit, Witz, Tiefsinn. Und die Idee der Bücherwelt hinter der Bücherwelt, der Seiten hinter den Seiten, die man liest, ist so meta, dass es einfach nur fantastisch ist. Zu der Bücherzauberei (Bibliomantik nennt man dies wohl) selbst gesellen sich die herrlichsten Attribute: mörderische Scheren, flatternde Origamivögel, besserwisserische Enzyklopädien, alexandrinische Flammen. Im Prinzip wird vieles, das irgendwo mal in Druck gegossen und zu einem Mythos geformt wurde, wieder ausgepackt.

    Die Charakter erschienen mir ein wenig seicht und keinen von ihnen habe ich ins Herz geschlossen, da dafür sehr wenig Raum blieb. Die Protagonistin ist vom typischen Schlag - selbstbewusst, intelligent, detektivistisch, kleines Trauma, trägt einen Revolver in der Manteltasche und kann sich, besonders gegen das männliche Geschlecht, durchaus behaupten. Leider weiß ich dafür nicht mal mehr, welche Haarfarbe die gute Mercy überhaupt hatte. Generell, die Namen der Figuren sind allerliebst, so edel wie Porzellan und auf der Zunge zergehend wie teure Schokolade.

    Tja, und die Handlung? Schwierig. Ich rühme mich ja selbst, komplexe Handlungsstränge zu entwerfen, aber hier konnte ich eigentlich nur mühsam hinterher hinken und mich stattdessen wenigstens an der dichten Atmosphäre erfreuen. Aber wer da wen umgebracht hat und warum, wieso die fiese Chinesin gar nicht mehr richtig auftaucht, wer der eigentliche Böse ist und warum der sich erst im letzten Moment durch einen "Ich bin der Bösewicht und muss das jetzt in drei Seiten Monolog erklären"-Move offenbart... das muss man selbst lesen. Eine Zusammenfassung der Handlung zu geben, fühle ich mich nicht in der Lage. Erstens kombiniert die Detektivin mir ein bisschen um zu viele Ecken. Hinweise werden äußerst dezent eingestreut, geschickt wieder vertuscht und dann mit großer Triumphgebärde ausgepackt. Das hat mich alles heillos verwirrt zurückgelassen.


    Ob ich mir Band 2 vornehme? Aber so was von. *auf zur Bibliothek*

    Sensenbach -- interessantes Thema! ^^


    Ich mache mir selbstverständlich Gedanken um meine Leser. Ein Buch oder eine Geschichte endet ja auch erst mit den Lesern. Nur für sich selbst zu schreiben, würde ja irgendwie ins Leere laufen und bleibt fernab jeder Rückmeldung. Ich bereite mich beim Schreiben bereits auf die potentiellen Leser vor. Da zählt natürlich ungefähr die Altersgruppe rein, aber noch viel mehr die Erwartungshaltung der Leserschaft, ihre Lesegewohnheiten und möglichen -vorlieben. Natürlich kann ich das nicht immer abschätzen. Ich kann durch eine Zuordnung meines eigenen Werkes in bestimmte Sparten aber gewisse Kategorien vorgeben, die die Leser ansprechen oder eben ablehnen.

    Das definiert in gewisser Weise auch Plot und Setting, denn natürlich schreiben wir in Schubladen von Kategorien, an die man Erwartungen stellt (In einem Historischen Roman sollte optimalerweise eine vergangene Epoche realistisch nachgezeichnet werden etc.).

    Rezeptionsästhetik bedeutet für mich auch, dass ich für den Leser schreibe und nicht (nur) für mich selbst, im Sinne von Form, Handlung, Stil. Früher bevorzugte ich extrem blumige, adjektivlastige Schachtelsätze, die ich mit Metaphern nur so vollgekleistert habe. Dann habe ich begriffen, dass das für meine Leser, die nicht unbedingt wissen, worauf ich damit hinaus will, nicht einfach ist. Die Leser definieren meine Geschichte mit --- selbst, wenn ich mir sie nicht vorstellen kann und nicht weiß, wer und wie viele Personen am Ende das lesen, was ich fabriziere. Ist die Vorstellung beim Schreibprozess selbst zu verschwommen, spielt der Einfluss der Leser spätestens bei ihrer direkten Rückmeldung hinein --- aber das ist ja wahrscheinlich logisch.


    Allerdings ist der Leser-Vorstellung irgendwo eine klare Grenze gesetzt. Ich weiß NIE, wie die Witze, die ich versuche einzustreuen, ankommen. Ich kann auch gewisse Sympathien für Charaktere wecken, aber wie weit Zu- und Abneigung dann tatsächlich gehen, habe ich nicht in der Hand. Meistens sind uns die eher zwielichten Charaktere ja tatsächlich lieber als die harmlos-liebenswürdigen, mit denen wir in der Realität um Weiten lieber befreundet wären.

    In der Literaturtheorie gibt es übrigens das Modell, dass man den fiktiven vom realen Leser trennen muss. Insofern schreibe ich für den fiktiven Leser, den ich mir ausdenke. Wer aber tatsächlich - in echt - jemals - meine Geschichte liest, jetzt oder in 100 Jahren, das weiß ich nicht und werde ich vielleicht nie wissen. Das Setting und der Kontext der lesenden Person bestimmen teilweise maßgeblich das, was sie/er über meine Geschichte denkt. In 100 Jahren hat vielleicht das, was ich schreibe, eine ganz andere Bedeutung für den Leser, der es aus einem anderen Licht betrachtet. Da ich das beim Schreiben unmöglich wissen kann, wenden sich meine Bestrebungen immer nur an den fiktiven Leser.

    Und das ist die Gratwanderung, die es meiner Meinung nach zu bewältigen gilt. :)

    Hallo Etiam ! :)

    Ganz unverfälscht und unvermittelt will ich dir meinen Eindruck von diesem ersten Kapitel geben (ich mag's sehr, dass es Präludium heißt und bin gespannt, ob du diese Art der Namensgebung beibehältst! Denn dann wäre ich noch gespannter auf die Fuge, auf das Adagio, das Allegro... ^^). Es scheint nun tatsächlich eine Mischung aus nordisch angehauchten Mythen und Realitäten zu sein plus einem leichten Game-of-Thron-Touch à la "die Untoten kommen und schlachten alle ab".

    Deine Personen haben für mich bisher noch keinen großen herausstechenden Wert, das wird sich aber sicherlich in den nächsten Kapiteln manifestieren und ist nur normal. Interessant finde ich, dass du Tjelvar (schöner Name!) mit seinen sechzehn Jahren als "Hüne" bezeichnest. Als einen Hünen stelle ich mir immer einen erwachsenen Mann vor. So aber musste ich mir öfters in Erinnerung rufen, dass Tjelvar noch nicht erwachsen ist. Auch seine Handlungen und Redeweisen spiegeln dies nicht wider. Vielleicht musste er ja schnell erwachsen werden.^^


    Gestolpert bin ich hier:

    Das mit dem "Angebeteten" habe ich zuerst nicht verstanden, da du so viel über den Tisch geschrieben hattest. Das fand ich leicht verwirrend. :P


    Den Schreibstil finde ich im Gegensatz zum Prolog etwas weniger stil- und formvollendet. Ich habe einige Rechtschreib- und Grammatikfehler entdeckt, auf die dich möglicherweise auch andere User noch hinweisen (wenn nicht, kann ich sie gern noch auflisten). Auch gab es etliche kleine Kommas zu viel oder auch zu wenig. Mir hätte eine Fortsetzung dieser eher malerischen Schreibweise aus dem Prolog gut gefallen.

    Aufgefallen ist mir auch, dass du die Personen zur Einführung gut sowohl mit direkter Rede als auch Redebegleitsätzen einführst. Wir erfahren so also, dass Sigi blonde und geflochtene Haare hat. Allerdings nutzt du diese Art, aufzuzeigen, welche Art von Haaren sie hat, gleich zweimal fast hintereinander. Ich würde da auf etwas anderes ausweichen.

    Ich persönlich mag es auch nicht so sehr, wenn die Hauptpersonen dauernd mit Phrasen wie "die ältere Frau", "der Hüne", "die größere Schwester" etc. umschrieben werden, da es im personalen Modus irgendwie so distanziert rüberkommt. Der Erzähler würde seine Mutter ja auch nicht als "die ältere Frau" denken. Das ist aber Geschmackssache, ich erlebe diese Art von Beschreibungen hier im Forum sehr oft (in gedruckten Büchern jedoch kaum. Das verdeutlicht mir, dass es in der Verlagssprache möglicherweise nicht so gängig ist). Ich kritisiere das aber auch nicht, sondern merke es nur an, dass es eben Distanz schafft.


    Zur Handlung an sich kann ich noch nicht viel sagen - es gibt offenbar eine tragische Vergangenheit, die Tjelvar (obwohl augenscheinlich das jüngste Familienmitglied!) nun zum Oberhaupt "befördert" hat. Ich hoffe sehr, dass er noch einen etwas ausgeprägteren Charakter zeigen wird. Auch seine Schwester scheint bisher recht annehmbar zu sein.

    Eine letzte Frage noch: Ist das hier nun ein ganzes Kapitel oder nur ein Abschnitt dessen?


    Liebe Grüße und bis bald,

    Stadtnymphe

    Ich glaube nicht, dass dies hier als Wettbewerb gemeint war, Der Wanderer .

    Wohl eher als eine Art Fingerübung, die, sollte man irgendwann mal veröffentlichen wollen, hilfreich sein könnte...

    Richtig, dieser Thread ist absolut kein Wettbewerb! ^^ Es kann ja unmöglich jeder alles gelesen haben, was hier zusammengefasst wird. Die Zusammenfassungen an sich wiederum - die kann man ja auf die Pointe bringen, die man möchte. Also nicht verzagen, Der Wanderer ! :)