Beiträge von Stadtnymphe

    Aha, dann ist die Geschichte nun wohl abgeschlossen. War auf jeden Fall ein sehr interessanter Einblick, lieber McFee, und dass du einen sehr gut lesbaren Schreibstil meist konsequent durchziehst, habe ich ja schon mehrmals erwähnt.


    Interessant fand ich noch das hier:

    Handwerker! Alle Gilden

    Da bin ich etwas gestolpert. Dachte immer, die Handwerker formen Zünfte. Und die Gilden, das sind dann die Künstler und die etwas mehr betuchten Leute, die quasi nicht nur den Basis-Betrieb, sondern das etwas feinere Zeug produzieren? Vielleicht kannst du das noch einmal erklären. Ich habe all die Berufe (Schuster, Bäcker, Böttcher...) für zentrale Berufe der mittelalterlichen Zünfte gehalten.


    Das Ende war doch relativ vorhersehbar. Amüsant fand ich den kleinen Einblick in des Vaters Gedankenwelt - klar, wenn die Kinder plötzlich wieder ordentlich Zähneputzen, muss da schon etwas vor sich gegangen sein;). Habe mich nur nebenbei gefragt, was zur Hölle der für eine Nachrichtensendung schaut, wenn die Moderatorin da einen "Schlafzimmerblick" drauf hat...


    Im Endeffekt wirklich eine nette kleine Story mit Fokus auf dem närrischen Treiben des Mittelalters. Solltest du auch anderen Facetten mal mehr Raum geben sollen, ich bin auf jeden Fall als Leserin interessiert. Bis dahin!


    LG

    Stadtnymphe

    Was den ganzen Roman hindurch sehr realistisch sein soll (und hoffentlich ist) sind Verletzungen.

    Mir ist noch was kurzes eingefallen - oftmals fügen sich Personen in Schlachten Verletzungen zu, nehmen sie aufgrund des Adrenalinschwalls jedoch erst verspätet wahr. Das kann man besonders gut mit dramatischen Abschnitts/Perspektivwechseln verbinden.

    Aber ich benutze keine Fachbegriffe die der Leser eventuell nicht versteht und werde einfach unrealistisch wenn der Plot davon profitiert.

    Und zu diesem Punkt: Ich denke, wenn du den Namen einer Waffe nennst, ist das eigentlich sogar sehr gut. Es verleiht der Schlacht noch mehr Realität. Kann ja sein, dass es in deiner Welt spezielle Waffentechniken, Kampftechniken was-weiß-ich gibt. Du brauchst sie ja nicht langatmig zu erklären - aber es ist doch ein schöner Zuwachs, der deine Geschichte/dein Setting noch einzigartiger macht.

    Ich habe zwar wenig Ahnung von Schlachten, aber was mir (selbst in veröffentlichten) Geschichten immer wieder negativ auffällt, ist:


    - es wird teilweise sehr unrealistisch mit Verletzungen umgegangen.

    --> Hier muss man natürlich auf das Setting achten. Wenn der Kämpfer ein unsterblicher Superheld mit krassem Serum in den Venen ist, mag es angehen, dass er selbst nach dem siebenundzwanzigsten Schwerthieb noch wacker steht. Aber oft wird die Brutalität eines Kampfes meiner Meinung nach unterschätzt bzw. die Kämpfer sind alle so unglaublich gut, dass sie mit "harmlosen" Verletzungen davon kommen. Hier ist entscheidend, für welches Alter die Geschichte angedacht ist.


    - Häufig hat der Schreiber keine Ahnung vom Waffentraining und dem Umgang mit Waffen.

    --> Das habe ich öfter in Young Adult Büchern erlebt. Da haben sich die Autoren wirklich maximal vorgestellt, wie man eine Waffe zu halten und zu bedienen hat, und im Eifer des Gefechts/durch den Adrenalinstoß/wegen plötzlicher Konzentration etc. funktionierte die Anwendung selbst nach äußerst kurzem Training wunderbar.


    Ich würde demnach - auch, wenn es natürlich ein Fantasy-Setting ist - die Schlacht so realistisch ausgestalten wie möglich. Natürlich gern mit Fantasy-Elementen, aber jede Schlacht hat Verluste und Details, die meiner Meinung nach wichtig sind, damit das Ganze gut rüber kommt.

    Ich lese derzeit Maynard Solomons relativ bekannte Biografie zu Ludwig van Beethoven.


    Um die Lektüre kurz zusammenzufassen: der werte Herr analysiert Beethovens Leben mithilfe der Freudschen Psychoanalyse, und es ist tatsächlich... verrückt. Also nicht nur das Geschreibsel, das ist verrückt gut, sondern auch die Geschehnisse. Es ist ja bekannt, dass der Komponist schon lange taub war, bevor er die Neunte oder andere Höhepunkte seines Schaffens auch nur notierte, aber dazu kommen ziemlich eindringliche Beschreibungen seines jähzornigen Charakters und der extrem belasteten Beziehung zu seinem Neffen, die in dessen Selbstmordversuch gipfelten. Alle sehen in Beethoven immer nur das taube Genie, aber dieses Buch hat meine Sicht auf ihn dramatisch verändert.

    Hallo Rainbow und liebe Marie!

    Wow, ich bin begeistert! Als ich zehn Jahre alt war, hab ich auch schon fleißig Geschichten geschrieben, aber bestimmt noch nicht so durchdacht wie du! Das ist wirklich fantastisch. Dass du dich an deiner Lieblingsbuchreihe orientierst, ist gut. An Büchern kann man nämlich am besten lernen!^^

    Was du vielleicht zusätzlich noch verbessern kannst, ist besonders am Anfang aus den vielen Hauptsätzen auch ein paar Nebensätze zu machen. Sonst wirkt die Geschichte ein kleines bisschen einfach gestrickt. Am Ende hast du das aber schon sehr schön gemacht! Und wie oben schon kommentiert wurde, schreibst du manchmal zu oft "Talia" hintereinander. Das kannst du mit "sie" oder einer Beschreibung auflockern.

    Liebe Grüße

    Stadtnymphe

    Hallo McFee ,


    mir sind auch ein paar Kleinigkeiten aufgefallen. Komischerweise kann ich das erste - da hast du verzweifelz statt verzweifelt geschrieben, relativ weit oben - nicht hier unten einfügen. Aber ne einfache Suchabfrage regelt das sicher.

    Im Großen und Ganzen ein Kapitel, das sicher jedem Veganer eine eisige Gänsehaut über den Rücken laufen lässt! Sehr atmosphärisch. Und gruselig.


    Bei den beiden Sachen hier würde ich aus den Verben die Pluralform machen:

    In die Schreie mischt sich wütendes Hundegekläff und aufgeregtes Wiehern

    übrig bleibt ein lebloserer Körper und ein Haufen Müll

    LG

    Stadtnymphe

    Ihr seid ziemlich zart besaitet, scheint mir,

    Also das würde ich nun gar nicht sagen! Ich finde, die Kids reagieren nach wie vor erstaunlich gelassen angesichts der ganzen Schrecken des Mittelalters. Ich bekomme ja selber hin und wieder eine Gänsehaut beim Lesen, auch wenn ich das Spektakel gar nicht direkt vor mir habe...

    Hallo lieber McFee ,

    eine sehr interessante Unterhaltungseinlage des Narren, bei der ich nicht recht weiß, ob ich die wirklich gern gesehen hätte... Und kindgerecht ja nun wirklich auch nicht. Da ja aber die Kindheit, wie wir wissen, ohnehin erst zur Zeit der Aufklärung erfunden wurde und vorher die Kinder als unfertige Erwachsene betrachtet wurden, finde ich es legitimiert, dass hier auch Kinder und unsere Protagonisten zugegen sind. Wenn auch vielleicht ein bisschen mehr Reflexion der Teenager angebracht wäre? Ich in dem Alter hätte mich wahrscheinlich totgeschämt ("Das ist so cringe!").


    Am Anfang war ich etwas verwirrt von deiner Art, Fußnoten zu setzen, aber dann ist mir klar geworden, dass die verschiedensten Symbole wohl doch keine Schreibfehler waren. :D


    Generell fand ich den Anfang etwas schwierig, einzusteigen. Hin und wieder hast du dich mit deinen doppelt platzierten Adjektiven selbst überboten und ich musste erstmal mit meiner Vorstellungskraft hinterher kommen. Vielleicht könnte man das ein bisschen auf den Punkt bringen:

    aufrecht-adelige Pratizier, dick-reiche Ratsherren, vornehm-fromme Prälaten, umtriebig-fleißige Salzpfannenbesitzer, nur war es eben eine steinerne Würde und keine freundlich lächelnde. Und dann, am Ostende des Platzes, das feurige Wunder des Johannis-Kirchturms: breit-mächtig, himmelhoch, mit mattblauer Spitze, blickfangend

    Andererseits kann es natürlich sein, dass andere Leser das ganz und gar nicht so sehen, ist nur mein persönliches Empfinden. Zumal einige dieser Adjektivpaare genau dasselbe ausssagen (umtrieb-fleißig) und du sie vermutlich nur aufgrund des Schemas verwendet hast.


    Ansonsten aber wie immer sehr realistisch, derb, nicht zu stilisiert. Gefällt mir gut.


    LG

    Stadtnymphe

    Hi Tom Stark ,

    interessanter Einstieg. Frage mich, welche Person wohl nun hinter dem Simulanten steckt, warum sie/ er dieses Spiel spielt und ob das rein aus vergnüglichen Gründen geschieht oder vielleicht, weil die Person aus einer anderen Realität fliehen will. Auch auf den Charakter der Hauptperson bin ich neugierig. Bin demnach gespannt, wie es weitergeht. Deinem Schreibstil merkt man an, dass du ein erfahrener Schreiber bist, ich hab da gar keine Kritikpunkte. Schön, flüssig, detailreich, aber nicht zu ausschweifend, und dazu schön bildreich.


    Hier noch ein winziger Fehler auf sehr hohem Niveau:

    An meinem Hals erscheint ein Amulett, was diverse Metamorphosen durchmacht,

    "was" ist kein Relativpronomen. Entweder käme hier "das" oder "welches" infrage.


    LG

    Stadtnymphe

    Hallo McFee ,

    sehr begeistert bin ich über deine Geschichte gestolpert, denn das Mittelalter ist ein großes Interessensgebiet von mir. Umso mehr freue ich mich, dass du wirklich viele Facetten mit reingebracht hast, typische Wörter und Beschreibungen, was damals so üblich war. Ich habe selber über meine Heimatstadt viel recherchiert und finde gerade viel wieder, was du über Lüneburg auch beschreibst, z.B. das Ratsbuch mit den Kleiderverordnungen etc.

    Aber jetzt zur Geschichte an sich: Deinen Schreibstil mag ich sehr! Die wechselnden Zeitformen stören mich nach wie vor nicht. Sehr lebhafte, malerische und eindrucksvolle Beschreibungen, eine Prise Humor - ich musste manchmal über die Kinder schmunzeln. Alles in allem erweckst du eine sehr leichtfertige Atmosphäre, und manchesmal habe ich an Erich Kästner gedacht, zum Beispiel bei diesem Satz:

    die Augen der Besucher glänzten, als bekämen sie es bezahlt.


    Ich muss Drachenlady2001 in einem Punkt zustimmen, nämlich dass Kinder sehr unbekümmert und begeistert reagieren, als sie sich plötzlich im leibhaftigen Mittelalter wiederfinden. Mein erster Gedanke würde lauten: "Oh Gott, werde ich jemals wieder in die Gegenwart zurückfinden? Und wenn ja, wie?" Das Mittelalter ist ja kein ungefährliches Pflaster, und wenn ich ebenfalls unsichtbar wäre, würde es mir das fürs Überleben nicht unbedingt leichter machen. (Können die Kinder, wenn sie unsichtbar sind, überhaupt etwas essen? Etwas berühren? Warum sind sie unsichtbar? Ist dieser Übertritt ins Mittelalter überhaupt eine echte Zeitreise oder doch nur ein Gedankenexperiment?) Aber es ist typisch für Kinder (wie alt sind Kevin und Taifun überhaupt?), dass sie sich vielleicht erstmal Gedanken um möglichst viele Abenteuer und spannende Erlebnisse machen... Trotzdem bin ich als Leser erst einmal besorgt, wie sie denn den Weg zurück finden. Durch die Rathaustür einfach wieder zurückgehen, erscheint mir eine einfache, aber offensichtliche Lösung...



    Etwas Kleines ist mir noch aufgefallen - diese Erklärung von Ursula wiederholt sich; sie kam schon einmal vorher vor:

    Aus Brennholzmangel!“

    Taifan: „Das ist ja ´n Onk!“

    Kevin: „Du willst uns wohl veräppeln!“

    „Warum sollte ich! Der Rat behauptet, das Brennholz sei zu teuer... Na ja, ich denke, es ist die Rache dafür, dass sich die Prälaten weigern, die neue Salzsteuer zu bezahlen


    Zuletzt würde ich gern wissen: Wie hast du für deine Geschichte recherchiert? Hast du in Lüneburg direkt nachgeforscht? Ich hatte mir damals einen 2000seitigen Wälzer ausgeliehen, in dem von der Kleidung der Universitätsstudenten, den verschiedenen Arten von Brotgewichten, der Anzahl von Schuhmachergesellen etc. wirklich alles aufgelistet war... Auf jeden Fall ist es super, dass du so viel Wissen eingebracht hast, denn die Geschichte wirkt absolut authentisch.


    Liebe Grüße

    Stadtnymphe

    Hallo Werluchs ,

    auf der Suche nach neuen Geschichten bin ich gerade auf deinen Anfang hier gestoßen und ich muss sagen: Wow! Was für ein schöner Schreibstil. Sehr malerisch, sehr nachvollziehbar, es entstehen direkt Bilder.


    Besonders die Anfangsszene mit der Beschreibung der Schnee-Umgebung hatte es mir angetan. Ich wäre sogar gern länger auf dem Friedhof geblieben, obwohl es da bitterkalt sein muss. ;( Aber auch abseits davon habe ich viele tolle kleine Beschreibungen deinerseits gefunden, die ich absolut liebe:


    wie die wild tanzenden Flocken im Licht der Parklaternen glitzerten

    das hier zum Beispiel ist superschön


    Steinsarkophage, die letzten Zeugen des einstigen Friedhofs, stachen schwarz aus dem Weiß.

    Und das auch...


    Ganz langsam kämpfte sich Lians Bewusstsein an die Oberfläche

    Auch dieser Satz ist wirklich toll geschrieben, es ist mal was anderes als das 0815 "Er erwachte..."


    Und so könnte ich noch eine Weile weiter machen.

    Was mir aber aufgefallen ist: Als Leser erfahre ich nur sehr wenig über die Hauptperson Lian. Ich weiß, dass er eine Kochausbildung macht, und das wars. Was mich primär interessiert hat, nämlich: warum war er abends bei heftigem Schneefall auf einem Friedhof? Wenn er doch vorher auf der Arbeit war? War es nur eine Abkürzung oder steckt da mehr dahinter?, wurde nicht geklärt. Und auch sonst ist charaktertechnisch oder auch aussehenstechnisch nicht viel über besagten Lian verraten worden. Das stört die Handlung nicht, aber vielleicht könntest du fast beiläufig noch ein paar Informationen über deinen Protagonisten einstreuen, während er handelt.

    An die Meinung der vorigen Kommentatoren, dass sein Erwachen in dem neuen Areal etwas unrealistische Emotionen bei ihm weckt, kann ich mich nur anschließen.


    Hier ist dir ein kleiner Fehler unterlaufen:

    die weiße Pracht in Match zu verwandeln.

    * Matsch



    Und hier finde ich die Zeitform etwas unpassend:

    Gestern Morgen stritt er sich mit seinen Eltern

    Ich würde es ändern zu "Gestern Morgen HATTE er sich mit seinen Eltern gestritten", da du ja sowieso schon im Präteritum schreibst. Allerdings hat Sabrina sehr sinnvoll angemerkt, dass die Zeitangabe ja sowieso nicht so genau sein muss.


    Ansonsten bin ich begeistert. Ein guter Schreibstil macht für mich schon mal die Hälfte aus, um weiterzulesen. Die Story ist die andere Hälfte, und auf die bin ich gespannt. Vielleicht schreibst du ja demnächst weiter, obwohl dein Post ja schon eine Weile her ist.


    Liebe Grüße

    Stadtnymphe

    Liebe Tariq


    (das mit dem Schraubstock hab ich nicht verstanden. Vielleicht solltest du die Formulierung so ändern, dass man direkt sieht, welchen Vergleich du anstrebst... oder ich bin einfach zu dumm. :P)

    ausdruckslos

    Ist Johannes in dieser Situation wirklich ausdruckslos? Gerade eben ist er noch völlig wutentbrannt und verzweifelt gewesen. Jetzt so schnell ins Ausdruckslose zu schalten, finde ich gerade bei einem impulsiv handelndem Kind etwas seltsam. Das wäre eher etwas, was Erwachsene machen, um ihre Gefühle zu verbergen.

    des vor ihm davon stapfenden.

    *des vor ihm Davonstapfenden [oder davon Stapfenden] (ja, sieht komisch aus, müsste meiner Meinung aber hier eine Substantivierung sein)

    denn nichts wollte er weniger als den Herrscher verärgern

    Ich kann das sehr nachvollziehen, aber es passt nicht ganz zu seinem vorherigen Entschluss, sich beim Trollkönig nicht zu entschuldigen. Also, wenn er schon ins Fettnäpfchen getreten ist, dann war das ja vorhin. Damit hat er ihn ja eh schon verärgert. Vielleicht: "nicht noch mehr verärgern..."?

    den mit Reif überhauchten Türknauf

    Oh, sehr schön geschrieben!:love: (aber: ist der Türknauf dasselbe wie der Riegel? Bei beiden schreibst du, dass sie vereist bzw. reifbedeckt sind, ist ja irgendwie dasselbe...)


    Bin gespannt, ob noch eine Erklärung folgt, wie denn diese "Seelenentnahme" vonstatten ging. Das würde mich wirklich interessieren. ;)

    Bis bald!

    Hi Tariq

    Mal wieder ein paar klitzekleine Anmerkungen.


    in den blau leuchtenden Saal hinein

    sie in einer dieser blau leuchtenden Stelen zu sehen

    Hier doppelt sich die Beschreibung. Vielleicht könnte man das anders formulieren, dann wird es gleich ein bisschen malerischer. Generell finde ich, taucht das Wort "blau" sehr oft auf (Augen etc). Möglicherweise könntest du das Blau ja ein bisschen konkretisieren, dann lässt es sich gut austauschen. Cyan, Indigo, Ultramarin, Himmelfarben etc. etc.

    es war nicht die Kälte, die ihn schlottern ließ. Hilflos presste er die Lippen zusammen und knetete den Stoff des schweren Winterumhangs zwischen den schweißfeuchten, eiskalten Fingern.

    Hier doppelt sich die "Kälte". Wir wissen ja bereits, dass ihm kalt ist, vielleicht können die Finger auch nur "eisig" sein. Oder auch nur schweißfeucht. Da er ja ohnehin zittert, ist die Info schon gegeben.


    Zur Story:

    Ich ahne natürlich, was der Trollkönig jetzt vorschlägt. Was Johannes' Dilemma wohl nicht lösen wird. Ich frage mich auch, warum die Trolle alle so hässlich/derb etc. beschrieben werden, dann aber einen scheinbar exquisiten ästhetischen Geschmack haben, wenn der König nur schöne Personen und Dinge einschließt. Vielleicht, weil sie alle selber so abstoßend aussehen?


    Bis bald. :)

    Liebe Tariq ,

    weiter geht's...


    Deine Änderung mit den Gesichtern im vorigen Teil gefällt mir nun gut. Ich hatte vorher überlesen, dass der Wächtertroll so klein ist. Jetzt stelle ich ihn mir irgendwie so vor wie diese komischen Steintrolle in "Frozen". Ob das wohl so beabsichtigt ist?:D


    Hier nun zum aktuellen Part:

    ohne zu weinen anzufangen.

    Ich bin da ein bisschen über die Syntax gestolpert. Vielleicht lieber: "Ohne anfangen zu weinen" ? Ist aber Geschmackssache.

    eisigen Stuhl

    In dieser Formulierung ist es eine auktoriale Perspektive. Ich dachte aber, es wäre aus Johannes' Sichtweise geschrieben, der ja gar nicht wissen kann, dass der Stuhl eisig ist. Er kann es nur vermuten, daher vlt. eher: "eisig aussehenden..."? Eine auktoriale Perspektive passt allerdings gut zu einem Märchen. Andererseits hebt sich deine Geschichte klar von einem klassischen Märchen ab, ich würde also bei einer Art der Erzählperspektive bleiben. :)

    des Bündels wie ein Schraubstock

    *wie einen Schraubstock

    Sonnenlicht?

    Ich warte ja schon darauf, den Titel deiner Geschichte erklärt zu bekommen. Vielleicht ist das ein Hinweis? :blush:

    um zu sehen, wo die zarten Lichtfinger herkamen

    sehr schöne Formulierung.


    Auch in diesem Part kann man mit Johannes gut mitfühlen und wird sehr oft ganz diskret daran erinnert, dass er noch ein Kind ist. Diese naive, ein wenig blauäugige Sicht auf die Welt finde ich sehr rührend. Bin gespannt, wie es weitergeht. Bis bald!^^

    Liebe Tariq ,


    das hier ist mir beim Lesen aufgefallen:

    Mehrere Augen sollten sie haben

    Ich habe diesen Satz mehrere Male gelesen. Auf welche Anzahl willst du hinaus? Dass die Trolle mehr als 2 Augen haben und somit nicht menschlich sind? Denn auch Menschen haben ja "mehrere Augen" und das wäre ja nichts besonderes. Der Satz impliziert zwei Sachen:

    a) Mehrere Augen sollten sie haben - ist etwas besonderes, denn normale Wesen hätten nur ein Auge. Was ja nicht der Fall ist.

    b) Man weiß nicht, wie viele Augen Trolle genau haben. Aber mehr als eins. Was ja seltsam wäre, denn wenn jemand mal einen Troll gesehen hat, wird er doch nicht nur wissen, dass der Troll mehr als ein Auge hat, sondern auch wie viel.

    - Hui, das war jetzt schon wieder verwirrend formuliert und ich hoffe, du verstehst, was ich meine. :/



    Johannes hatte noch nie einen Troll gesehen. Aus der Entfernung erschienen sie ihm riesenhaft, um einiges größer als Elmar, und beide hielten einen hölzernen Speer in der Faust. Die Erzählungen von Lene und Mutter ließen sie in seiner Fantasie als turmhohe, furchterregende Monster erscheinen. Mehrere Augen sollten sie haben, in die ein Mensch nicht schauen durfte, weil er sonst seinen freien Willen verlor. Ihr Fell enthielte Eisennadeln, die einem die Haut aufrissen, wenn man damit in Berührung kam. Ihre Hände würden fast über den Boden schleifen, so lang seien ihre Arme.

    Was er nun vor sich sah, beruhigte Johannes sichtlich. Die Trolle ragten nicht turmhoch auf. Die muskelbepackten Arme waren nur wenig länger als normal und sie endeten in Pranken von der Größe eines Schubkarrenrades. Die grobschlächtigen Wesen hielten sich gebückt, wodurch tatsächlich der Eindruck entstand, dass die kräftigen Hände am Boden schleiften. Ihr Fell war verfilzt, von undefinierbarer Farbe und sicher kratzig. Stellenweise sah man kahle Hautstellen. Da drin gab es ganz bestimmt keine Eisenspitzen, versicherte sich der Junge im Stillen.

    Ich finde die Beschreibung der Trolle sehr anschaulich. Ich kann mir in etwa vorstellen, wie sie aussehen. Mir fehlt ein wenig, wie ihre Gesichter aussehen. (Besonders das mit den Augen lässt mich nach wie vor nicht los:alien:.) Außerdem ist die Beschreibung tatsächlich sehr lang, bevor irgendeine Art von Dialog startet. Ich als Leser frage mich da schnell, was in der Zeit passiert, in der ich nur die Beobachtung mache. Währenddessen steht ja die Zeit nicht still. Vielleicht könnte man die Beschreibung in die aktive Handlung (nicht nur herumstehen und sich anstarren) einfließen lassen. So wird es gleich noch spannender.

    Dabei bemerkte er entgegen aller Schilderungen nur zwei im Vergleich zu dem massigen Körper winzige Augen, in die er nicht zu blicken wagte.

    Ahhh! Also "nur" zwei Augen. Dann würde ich oben schreiben, dass die Menschen von den Trollen mehr als zwei Augen erwarten.^^ So werden die Trolle gleich noch un-menschlicher, gruseliger... etc.

    Es hab keinen Thron

    *gab ;)

    Er hatte den Kopf an die Lehne gelegt und schnarchte.

    DAS finde ich spitze. Es unterstreicht den nicht gerade königlichen Charakter, denn Trolle sind ja vermutlich nicht so sehr auf Etikette bedacht. Und außerdem hasse ich das Klischee, wenn Leute in einen Thronsaal kommen und der König da einfach rumsitzt und ihn scheinbar erwartet... und nichts anderes macht. Sehr amüsant. ^^


    Netter kleiner Cliffhanger am Ende. Dann bin ich gespannt, wie es weitergeht. Deinen Schreibstil finde ich wie gesagt sehr gut. Bis bald. :)

    Hallo liebe Tariq ,

    ich freu mich, dass du meine Kommentare halbwegs nützlich fandest. Und natürlich, dass es weitergeht mit deinem Märchen.

    Dieses Mal habe ich schreibstiltechnisch ABSOLUT NICHTS auszusetzen. Eine einzige Sache wundert mich ein wenig...


    Elmar hatte ihn bis ans Dorfende begleitet und war dort stehen geblieben.

    Hm. Der Junge ist 10? Und da hat keiner der eingeweihten Erwachsenen irgend so was wie Verantwortungsbewusstsein? Nun ja, es ist ja eine Art Märchen, aber trotzdem... ?( Ich verstehe natürlich, dass das Grad der Sinn der Story ist, finde es aber trotzdem krass. Als angehende Lehrerin habe ich sehr viel Kontakt mit zehnjährigen Jungs. Ich bin mir sicher, dass einige von ihnen so eine Reise theoretisch schaffen würden. Aber eine Begegnung mit potentiell gefährlichen Trollen... das ist ja jenseits von Verantwortungsbewusstsein. :/ Der arme Johannes! Diese Erwachsenen, also pfff... :sarcastic:


    Ansonsten möchte ich noch folgendes hervorheben:

    Der Wind wurde stärker und pfiff ihm um die frostgeröteten Ohren. Er brachte Millionen winziger Eiskristalle mit sich, die dem Jungen wie Nadeln ins Gesicht stachen, als wollten sie ihn damit zur Umkehr bewegen.

    Sehr, sehr schön und malerisch geschrieben. Mir wird direkt kalt. =O

    Freders Fell fester

    Schöne Alliteration! ^^


    Ich bin nun sehr gespannt auf die Konfrontation des armen, von den Erwachsenen vernachlässigten Jungen mit den Trollen. Also bis bald. :)