Beiträge von Jota

    Hallo Rika


    Auch der Hauptmann ist mehr als Karikatur angelegt, denn als ernsthafter Charakter. Das aufgeblasene Ego, seine bizarren Überzeugungen. Kaum ernst zu nehmen - zumindest wollte ich ihn so etablieren.

    Also da bin ich jetzt echt überrascht ?( Dass der Hauptmann eine Karikatur ist, wäre mir ehrlich gesagt nicht aufgefallen. Er scheint das alles ziemlich ernst zu meinen, die anderen nehmen es als gegeben hin und handeln danach. Die Erzählstimme bestätigt ihn ja auch. Ich erkenne da keine Doppelbödigkeit, die die Figur irgendwie ironisch färbt. Wenn das so zu verstehen war, kann ich nur sagen: Sorry, mir erschließt sich das nicht.


    Da würde ich bald liefern wollen. Generell möchte ich im Verlauf des Stranges auch noch ein wenig mit der Erzählstimme (wie du sie nennst) spielen. Da gehört fürs Erste auch die Arroganz und Überheblichkeit des Hauptmannes dazu. Sicher stellt sich hier die Frage, ob ich das nicht ggf. gleich zu Beginn überstrapaziere. Wenn man zuvorderst den Unsympathen sieht, könnte das tatsächlich ein Problem werden. Was denkst du?

    Ich denke grundsätzlich, dass man am Anfang die größten Pflöcke einschlägt. Nicht nur in dem, was man an Handlung erzählt, sondern vor allem darin, was der Leser über die Welt erfährt. Ich gehe als Leser mit einer gewissen Erwartungshaltung in einen Text, Dinge wie: Leute müssen essen, sonst verhungern sie. Tagsüber scheint die Sonne und nachts ist es dunkel. Ein schwacher König ist ein toter König. Auf sein Leben sollte man gut aufpassen, denn man hat nur eins. Etc. etc. Das ist die Summe aus all dessen, was ich persönlich erlebt und gelesen habe. Je nachdem, ob diese Informationen (nicht explizit, sondern einfach durch die Erzählung selbst) bestätigt oder abgeändert werden, zimmere ich mir ein geistiges Bild von der Welt im Text. Und in weiterer Folge erwarte ich mir, dass die Figuren sich in diesem Rahmen schlüssig verhalten.


    Außerdem beginne ich ja auch der Erzählstimme zu vertrauen, denn sie gibt mir einen Großteil meiner Informationen und vor allem macht sie mir ja auch klar, wie erzählt wird und das Ganze zu verstehen ist. Wenn du z.B. in die Texte von Alopex Lagopus reinschaust, dann weißt du zwei Sätze nach Beginn: "Ok, ich fange schon mal besser vorsorglich an zu grinsen, denn gleich wird es lustig. Und ich werde mich hüten, diesem charmanten Plappermaul von Erzähler alles zu glauben. Wir befinden uns im ironischen Meer und es ist kein Land in Sicht."
    Am Anfang falsche Fährten zu legen, kann ein ästhetisch sehr reizvolles Verfahren sein, aber es erfodert da wirklich allerhöchste Meisterschaft, den Leser nicht zu verprellen. Also: Sollte jetzt im weiteren Verlauf der feine Herr Hauptmann plötzlich meine Identifikations-Figur werden (und ich sollte ihn dann auch noch gern haben) bin ich sehr gespannt, wie du das anstellen willst ;) Aktuell steht mein Sympathie-Barometer für ihn irgendwo im tiefroten Bereich. Wenn es aber eine andere neue Figur sein soll, dann sollte sie bald auftauchen, denn ich gewöhne mich mit jeder Zeile mehr an das, was ich schon über den Text zu wissen glaube.

    Wann gebe ich dem Leser welche Info an die Hand, ohne ein Augenrollen zu ernten?

    Die beste Variante ist wohl: Infos erschließen sich aus dem, was passiert und wie gehandelt wird. Für mich wäre es schon logisch, wenn sich jeman in diesem marschierenden Heer mal darüber unterhält, was ihnen vermutlich bevorsteht. Aktuell ist es ja irgendwie etwas seltsam: Die marschieren auf einen Kampf mit einer Bestie zu und anstatt darüber zu rätseln, was es für eine Bestie ist, warum sie die Prinzessin geraubt hat, wie die eigenen Chancen stehen, etc. Aktuell kritisert nur ein einzelner Soldat sozusagen die verfallenen Immobilienpreise, weil die Gegend so trostlos ist und dringend mal wieder eine Flurreinigungsaktion vertragen könnte :) Da bin ich wieder bei dem, was ich zu Anfang geschrieben habe: Es ist nicht das, was Leute, die auf eine Schlacht zusteuern, meiner Erwartung nach miteinander reden. Wenn sie überhaupt reden, dann nicht das.

    Ich meine, die Prämisse der Geschichte ist ja schon sehr, sehr simpel gestrickt. Ein Fantasy-Epos ist hier so gar nicht mein Anspruch.

    Ist mir natürlich auch klar, aber auch bei kurzen Geschichten finde ich es wichtig, dass es in sich stimmig ist. Ist manchmal sogar schwieriger als bei langen Sequenzen :D Aber mach dir jetzt nicht zu viele Gedanken, sondern schreib einfach mal das fertig, was du dir vorgestellt hast.

    Der Wanderer

    Asche auf mein Haupt! Zwei Jahre hat es gedauert, bis ich dieses Kleinod hier entdeckt habe und erst durch das Kommentar von Rippersteak bin ich darauf aufmerskam geworden.

    Herzliche Gratulation zu diesem Glanzstück ;) Man merkt, dass du in diesem Stil völlig bei dir bist und das macht es sehr gut zu lesen. Haare braun auf Haare weiß durch Schockerlebnis erinnerte mich angenehm an Poes Hinab in den Maelstrom

    Schampoo! Oder wie das mit dem Hut heißt...

    ch hab' mir mal die Website angeschaut, also ohne das Programm getestet zu haben - ich sehe im Trailer Null Einheiten die irgendwie in einer taktischen Formation zu kaempfen versuchen, und die Werbung die der Autor macht geht auf das Thema ab wie viele Typen er rendern kann - mein starker Eindruck ist dass hier viel Fokus auf Graphik liegt und wenig auf dem Realismus der Engine.

    Es gab für die Grundversion einen Workshop auf Steam, also eine Sammlung an Mods und konfigurierbaren Einheiten, mit denen man das alles einstellen konnte. Aber irgendwie finde ich das auch nicht mehr ?( Vielleicht wegen Copyright wieder entfernt? Keine Ahnung :(


    auch Hastings (viel spaeter) ging fuer Harold verloren obwohl er eine Anhoehe hatte

    Wobei er ja mit erschöpfte und abgekämpften Truppen ankam, was die Position natürlich wieder relativiert ;) Sobald Feuerwaffen im Spiel sind, ändert sich vieles natürlich grundlegend.

    In der Antike nicht so wahnsinnig - Terrain war mehr alles oder nichts, gelegentlich wurde an Engstellen gekaempft (Thermopylen), aber normalerweise hat man sich ein gut begehbares Feld gesucht und ist da aufmarschiert - bei Gaugamela wurde das sogar vorher von Felsbrocken befreit um den Einsatz von Kampfwagen zu erleichtern. Dass man sich bestimmte Eigenschaften des Terrains massiv zunutze macht ist eine viel spaetere Erfindung.

    Es gibt natürlich auch Ausnahmen wie die Varusschlacht, die Schlacht an der Watling Street, bei der die Römer ihr Truppen buchstäblich mit dem Rücken zur Wand aufstellen, um Hinterhalte ausschließen zu können, oder die Kämpfe um Flussübergänge in den Römisch-Persischen Kriegen. Aber du hast natürlich Recht, das sind keine Beispiele für die "offene Feldschlacht" an sich.

    Ich frage eigentlich aus einem anderen Grund: Vor ein paar Jahren hatte ich einen Zugang zum Epic Battle Simulator (unlängst ist der Teil 2 dieser Sandbox-Engine erschienen), der schon relativ viele Parameter abdeckt und mit dem man Schlachten gut simulieren kann. Leider kursieren über das Programm hauptsächlich doofe Youtube-Videos, in denen 1 Mio Spartaner gegen 5 Mio Zombies antreten und sich die Contributoren über das Gemetzel freuen. Das Programm ist aber an sich gut gemacht, Version 2 soll noch mehr an Freiheiten beim Definieren der Bedingungen lassen.

    Ich habe den Ordner nicht mehr gefunden, aber ich habe damals ganz kleine Schlachten simuliert und bin im Prinzip zu folgendem Schluss gekommen: Das Unvorhersehbarste ist die offene Feldschlacht. Sobald aber Geländevorteile auftreten, wird die Varianz schlagartig kleiner. Ich weiß es nicht mehr ganz genau, aber so nach dem Motto "Wenn du 5 Grad Geländeneigung abwärts hast, gewinnst du die Schlacht zu 20% häufiger". Der Gegner hat dann nicht nur dich sondern auch das Terrain zum Feind.

    Wie du richtig sagst, taktisch war man damals natürlich noch nicht in der Lage, diese Geländervorteile vollständig zu erkennen oder auszunutzen - trotzdem waren sie wohl häufig da und haben den Ausgang beeinflusst, was dann auch gerne als Eingreifen höherer Mächte oder dergleichen interpretiert wurde.

    Jedenfalls total cool, vielleicht gönn ich mir den Epic Battle Simulator 2 (kostet so 20 Euro) und wir spielen aus Spaß mal per Discord ein paar Szenarien durch? Lg

    Thorsten

    Wow, das ist echt beeindruckend! Ich kann mir vorstellen, dass es unglaublich schwierig ist, da einen Modus zu finden, der die relevanten Aspekte verarbeitet. Cool wäre es natürlich, halbwegs gesicherte Schlachte nachzusimulieren umd zu sehen, ob man zum selben Ausgang kommt wie die Historie.

    Ein ganz entscheidender Faktor fiele mir noch ein: Terrain!

    und wenn Du natürlich völlig Recht hast, das aus etwas "monströsem" niemals eine Monstranz erwachsen kann, finde ich's doch bei etwas drüber nach sinnieren ziemlich komisch, daß man die Monstranz, wenn man sie denn erklären müßte, durchaus als Monstrosität beschreiben könnte... :)

    Der Wanderer Ich glaube wir sind uns einig, dass Monstranzen die monströsesten Monstrositäten von hier bis Monza sind :D

    Hi Rika


    Vorweg: Ich finde aber, dass es stilistisch und erzählerisch gut gemacht ist, das hab ich bei meinem letzten Beitrag vielleicht nicht genug hervorgehoben :)

    Ist es so abwegig, dass sie es der Ehre wegen machen? Das sind schließlich Männer, die mit der Verteidigung des Reiches und der Königsfamilie betraut sind.

    Für mein Verständnis, wie Realitäten funktionieren, ist es zumindest nicht unmittelbar plausibel. Man lebt ja nicht von Ehre allein, sondern will als tragende Säule des Reiches und (wenn ich das richtig verstehe) als Haustruppen des Königs auch seinen eigenen Status behaupten und verbessern ;) Von einer Stellung, die im Zweifelsfall darauf hinausläuft, dass ich mein Leben riskieren muss, will ich zu Lebzeiten etwas haben. ABER: Ich weiß von deiner Welt natürlich nichts, natürlich kann man es so anlegen, dass es eine rein aus Ehrgefühl handelnde Einheit gibt. Ideologie einer Kriegerkaste, etc.

    "Zu fein dem Reich zu dienen, aber wenn Ruhm und Glorie in Aussicht stehen, kommt ihr aus euren Löchern, wie die Ratten zur Leiche.“

    Da dachte ich mir: Inwiefern unterscheidet sich das jetzt von seinem eigenen Verhalten, gerade wenn er es aus Ehrgefühl tut und für ihn ja auch 'nur' Ruhm und Glorie als Lohn winken.


    Ist ja eher eine weitere großspurige Prahlerei, die der Hauptmann einfach mit irgendjemandem teilt, den er erst im Nachhinein als "die falsche Person" ausmacht. :D

    Zuerst die Story drücken, wie toll man selbst ist und dann erst mit einem "flüchtigen Blick" erkennen, dass es eigentlich der falsche Adressat. Passt nicht so 100%, oder? ;)


    Das wollte ich, um Infodump zu vermeiden, erst im Nachhinein thematisieren. Gold spielt hier eine Rolle in der Entscheidungsfindung mancher Williger ('Unerschrockene' und den megaidealistischen Hauptmann mal ausgenommen :P)

    Oder sollte diese Information zwingend in die Eröffnung mit rein?

    Zwingend auf keinen Fall, auch nicht Richtung Infodump arbeiten. Um es ganz klar zu sagen: Auf mich wirkt der Hauptmann, als würde er seinem eigenen Pathos auf den Leim gehen. Er ist ein Veteran, er weiß also, wie, warum und wofür gekämpft wird. Jetzt geht er aber mit Vorstellungen hausieren, die sich anhören, als wäre er der unferahrendste Rekrut, der Schlachten nur aus Büchern und Geschichten kennt. So ein absolut gesetztes Ehrgefühl kann man erzählerisch natürlich verwenden, aber es macht die Figur des Hauptmanns irgendwie so hohl. Weil sie eigentlich keine Psychologie oder keine Charakterzüge mehr hat, sondern immer nur in so volltönenden Phrasen von ihrer Ehre spricht. Das macht es mir persönlich schwer, mich mit ihm ein bisschen zu identifizieren und Zugang in die Story zu finden.

    Auch die Erzählstimme vertritt diese Sicht, indem sie immer betont, wie begeistert die sich alle in den Tod stürzen wollen. Anders gesagt: Der Text sieht es gleich wie der Hauptmann. Und mir zieht zwangsläufig die Szene vor das innere Auge: Jetzt steht ich armer Tropf als Soldat Nr. 164 in der vorletzten Reihe links und hab diesen verblendeten Idioten als Hauptmann, der mir ständig erzählt, wie toll es wird, sich für eine Prinzessin in den Tod zu stürzen, die ich überhaupt nicht kenne - und eigentlich bin ich dem Regiment ohnehin nur beigetreten, weil es innerhalb der Mauern relativ sicher ist, der Sold stimmt und es zwei Mal wöchentlich BIer und Braten gibt ;)

    Als Schreib- und Fingerübung ist das sicher sehr brauchbar, aber wenn eine Geschichte draus werden solle, fehlt mir noch ein "jemand", an den ich mich dranhängen kann. Ich dachte es wäre der Junge mit den braunen Augen, aber er wir dann auch sehr bald als arrogant und irgendwie unsympathisch geschildert und wieder verscheucht.

    Woher wissen die eigentlich, wohin sie ziehen müssen?

    Hi Rika

    grundsätzlich cooler Einstieg ;) Das Ausgangsszenario an sich gefällt mir sehr gut.

    Aber da du es selbst ansprichst:

    Ist der Einstieg zu überladen?

    Ich würde für meinen Geschmack sagen: Ja. Im ersten Absatz ist eine derartige Häufung von ausschmückenden Adjektiven und hochgestimmten Begriffen vorhanden, dass es für mich schon ans (wahrscheinlich ungewollte) Komische grenzt. Z.B. wenn dann aus "monströs" das Substantiv Monstranz wird, das aber eigentlich etwas ganz anderes bedeutet ;) Da konnte ich mir bei der Vorstellung, dass der Hauptmann in einem Hostien-Becherlein umherspaziert, das Grinsen nicht verkneifen :D

    Tempo find ich stimmig, Informationsmangel verspüre ich definitiv keinen.

    Was ich aber noch anmerken möchte: Mir kommen manche Figuren etwas... naiv vor? Zum Beispiel der Hauptmann und die Soldaten, die sich bereitwillig für ein Himmelfahrtskommando opfern wollen. Ich frag mich: Was haben sie davon? Dann erscheint der junge Abenteurer und der Hauptmann reagiert, als hätte er noch nie im Leben gehört, dass manche einfach Kriegsunternehmer sind, für die eine Ausssicht auf Beute die Hauptmotivation darstellt (abgesehen, dass er ihn zuerst vollsabbelt um ihn dann zu verscheuchen ;) ). Er selbst muss doch auch irgendwie besoldet oder entlohnt werden? Er hilft doch nicht aus Herzensgüte...

    Oder wenn der Hauptmann betont, dass sie selbst keinerlei Angst vor der Grenze hätten. Warum sieht es dann so aus, wie es aussieht? Klingt ja eher nach verödetem, unsicherem Grenzgebiet als einem gut gesicherten Siedlungsbereich. Also das ist nicht wirklich ein Leistungsnachweis für die Reichswächter.

    Übrigens: Was ist das denn für ein Monster? Das würde mich als Leser schon interessieren .... :blush:

    Ich hoffe es läuft mit intensiver vorplanung besser.


    Ich bin irgendwie völlig ratlos. Ich möchte nicht pampig oder besserwisserisch wirken (dazu fehlt mir jedes Recht), aber: Es geben dir hier Leute, die selbst sehr gut schreiben, seit Jahren wertvolle Ratschläge. Und irgenwie hab ich das Gefühl, nichts davon kommt bei dir wirklich an. Wenn du meinst intensiver planen zu müssen, würde das wohl heißen, noch mehr an Meta-Substanz anzuhäufen, die man in der Geschichte nicht unterbringt. Das ist genau das Gegenteil von dem, was alle sagen.

    Es geht weniger um das "was", denn um das "wie". Ich kann als Leser mit Informationen erst etwas anfangen, wenn mir ein Kontext bekannt ist, in den ich sie einordnen kann. Sonst sind das leere Worte. Ich glaube Sensenbach Kommentar bringt es wirklich auf den Punkt: Schreib etwas Kurzes. Auch ein Prolog muss nichts erklären, aber er muss Neugierde auf etwas wecken, das mir als Leser zu erfahren wert scheint. Z.B. bei den Säulen der Erde. Ich wohne am Anfang einer Hinrichtung bei, ohne irgendetwas von den Hintergründen zu kennen. Stört mich das? Nein, weil ich ganz in der Szene bin. Drei Männer fällen das Urteil, ein Mann wird hingerichtet, eine Frau verflucht sie dafür. Erst hunderte Seiten später geht mir auf, was das alles zu bedeuten hat.

    Schreib als würdest du einen Witz erzählen: Gib die Informationen, die nötig sind, um die Pointe zu verstehen. Wie der Onkel des Busfahrers mit Vornamen heißt, ist egal.

    Ganz abgesehen davon das es natürlich auch noch den religiösen Aspekt gab, den wir heute sehr gerne vergessen/übersehen da es für und kaum mehr eine Relevanz hat: Das Töten von Menschen war eine Todsünde und verhindert das Eingehen in den Himmel. Es gab natürlich Ausnahmen, wie die Kreuzzüge wo genau das das Gegenteil erzählt wurde, aber grundsätzlich war es etwas das man nicht auf die leichte Schulter nahm.


    Wobei man hier anmerken muss, dass im Europäischen Mittelalter insbesondere das Töten von Christen sanktioniert war, nicht das Töten als solches. Man sieht das auch daran, dass der Paststuhl als auch weltlich agierender Herrscher sehr häufig (Erbfolge- und Anspruchs-)Fehden zwischen christlichen Linien als Begründung genommen hat, um realpolitische Macht auszuüben, also um etwa ein Interdikt zu verhängen oder die Exkommunikation anzudrohen und sich so auf eine Seite zu schlagen (etwa bei Ludwig dem Bayern).
    Ähnlich steht ja der sich allmählich entwickelnde (schon "neuzeitlich gedachte") Landfriede dem mittelalterlichen Fehderecht entgegen und verdrängt dieses schließlich weitgehend. Wobei man natürlich immer und allezeit bereit war, sich die Köppe einzuschlagen, wenn genug an Lohn winkt :blush:

    Was man vielleicht mit einer gewissen Unschärfe jedoch ganz pragmatisch verallgemeinern kann: Ein Grundanliegen einer jeden Armee ist der Erhalt der eigenen Kampfkraft und die Schwächung der Kampfkraft des Gegners. Wer seine Truppen für Zivilisten opfert mag moralisch ein Held sein, hat aber seinen Beruf als General wohl verfehlt ;)

    Rippersteak Ich find´s stilistisch sehr gelungen und stimmig (würde nur bei In Kürze werde ich den Befehl geben eine Kleinigkeit ändern ;) ). Vom Assoziations-Spielraum ging es mir gleich wie Der Wanderer - vielleicht aber auch, weil ich unlängst die (erstaunlich gute!) Dracula-Serie auf Netflix geschaut habe.

    Eine zentrale Logik-Frage stelle ich mir aber:

    Niemals darf die Welt erfahren welche dunkle Fracht auf dem Meer segelte.

    Und wenn ich dieses grausame Geheimnis mit mir auf den Grund der See nehmen muss.

    Warum schreibt der Kapitän das dann auf? Wenn niemand je davon erfahren soll, ist eine Schriftrolle (als Flaschenpost?) ja absolut kontraproduktiv. Da ist kommentarlos Untergehen besser, denn das Meer beantwortet ja selten Fragen :P Wer allerdings diesen Text findet, wird zweifellos neugierig, was denn da so schlimm war, dass man ein ganzes Schiff dafür versenkt und alle Passagiere opfert. Vielleicht wäre ein vergeblicher Hilferuf (gerne als Flaschenpost ;)), der die Umstände darlegt und klarmacht, dass wenn nicht bald Hilfe kommt, ein Versenken des Schiffes unausweichlich ist, irgendwie stimmiger. Aber wie gesagt: Ohne Kontext kann es natürlich sonst was bedeuten, bin auf die Hauptstory gespannt. Lg

    Hi Octopoda,

    ich hatte jetzt nur Zeit, mir den ersten Teil genauer anzuschauen, wollte dir aber dennoch meine Rückmeldung mitteilen.

    Grundsätzlich: Ich mag ungewöhnlich :) Ungewöhnlich ist aber nicht immer gut. Oft merkt man, dass Dinge kramphaft "anders" gemacht werden, ohne dass es sich harmonisch aus dem Text und Setting ergibt. Das ist aber bei dir zum Glück überhaupt nicht der Fall. Der Text hat sehr eigene, aber in sich schlüssige Logik und das finde ich sehr faszinierend. Hoffe, dass sich das in Kapitel 2 (also eigentlich ja dann Kapitel 1) so weiter fortsetzt. Ein paar Kleinigkeiten im Spoiler (da hats mir leider die Formatierung zerschossen, aber der obere Satz ist immer das Zitat von dir und drunter findet sich meine Anmerkung), lg


    Tariq ich bin dran, komme aber aktuell zeitlich nicht dazu, eine profunde Rückmeldung zu verfassen ;) Sollte das aber am Donnerstag - also rechtzeitig vor Erscheinen des nächten Teils - hoffentlich noch hinkriegen.

    Finde ich eine gute und gelungene Fortsetzung, atmosphärisch fast noch ein bisschen besser als Part 1 :) Gefällt mir.


    Was mir aufgefallen ist:

    Wenn er definitiv weiß, dass der Welpen tot ist, macht sein Verhalten wenig Sinn. Er denkt ja doch auf Basis einer "menschlichen" Logik (bzw. tue ich das als Leser). Insofern wäre die Ungewissheit / Hoffnung für mich ansprechender. Auch weil er ja ständig seine Rolle als Beschützer einmahnt - so würde er mit der versuchten Rettung eines potentiell noch lebenden Rudelmitglieds dem Auftrag nachkommen. Aktuell lässt er die verbleibenden zwei Welpen mit nur einem Jährling als Schutz zurück, um ein (aus seiner Sicht) definitiv verlorenes Mitglied des Rudels zu bergen - ggf. sogar um den Preis des eigenen Lebens, so ein Puma ist ja sicher ein harter Gegner. Und selbst wenn es gelingt: Was dann? Tot ist leider tot. Also warum tut er was er tut? Diese Idee der Sühne und Bestrafung ist mir für die unmittelbare Situation zu abstrakt.

    Auch weil ich jetzt Part 2 kenne, möchte ich nochmal auf das Ende von Part 1 zurückkommen: Was für mich nicht ganz so gut funktioniert, ist der intendierte Cliffhanger. Für mich ist es irgendwie keiner ?( Würde da eher in der scheinbar sicheren Situation des Einschlafens, also mit dem

    kurz die Augen zu schließen …

    die Kapitelteilung machen und dann mit der unmittelbaren Szene bei Part 2 wieder einsteigen. Aber das nur so als Idee :)

    Ich freue mich auf weitere Parts

    LG

    Hey Tariq

    Kühle Geschichten sind an so heißen Tagen wie heute natürlich besonders willkommen :)

    Finde es sehr stimmungsvoll geschrieben, vor allem weil es die eher ungewöhnliche Perspektive "des Wartenden" verfolgt. Konnte mich schnell reinfühlen und halte das für einen sehr stimmungsvollen Beginn. Auch das "Sozialgefüge" find ich plastisch dargestellt, gratuliere.

    Kleinigkeiten die mir aufgefallen sind:

    Cain hatte die dicken Falten im schwarzen Stirnfell seines Vaters Arim gesehen.

    Das fand ich (ungewollt?) komisch, Wölfe kommunizieren ja auch im Rudel weniger über Mimik, vom Maul mal abgesehen. Die Vorstellung, dass ein Alpha-Wolf seine Stirn nachdenklich runzelt... :D irgendwie fand ich es amüsant, aber halt nicht auf die Weise, die für mich zur Stimmung des Textes passt. Vielleicht wäre es passender, wenn er die Unruhe des älteren Wolfes einfach spürt.

    Doch das war er nicht.

    Den Satz empfand ich als irgendwie hemmend dem Lesefluss gegenüber, ich weiß ja, dass er nicht dabei ist, darum kreist ja der ganze Abschnitt.


    Das panische, jämmerliche Jaulen eines der Welpen, zeitgleich mit dem wütenden Keckern eines Kiefernhähers, riss ihn aus dem Halbschlaf. Es raschelte, Zweige brachen und irgendetwas entfernte sich hastig durchs Unterholz. Er sprang auf die Füße, senkte den Kopf, um unter den schneebedeckten Zweigen der niedrigen Kiefern hindurch zu spähen, und knurrte.

    Ich versteh nicht, was hier passiert ist? Ist einer der Welpen weg oder verletzt oder ?(

    Vielleicht könnte man alternativ zu den menschlichen Bezeichnungen für Familienmitglieder mit Mutter, Vater, etc. auch mal Begriffe aus der Jägersprache gebrauchen. Ich finde z.b. "Fähe" für Wölfin sehr poetisch. Bzw. passt auch "Pfoten" statt "Füße" besser, etc. Du verstehst schon :) Freue mich auf die Fortsetzung (nicht nur an heißen Tagen).

    Ich leg nochmal drei nach, dieses mal sogar thematisch gruppiert und von relativ leicht zu relativ schwer gestaffelt ;)



    Schiffbrüchiger errichtet mit seinem Kompagnon insulares Steuerparadies und setzt sich mit seinen Offshore-Profiten schlussendlich in England zur Ruhe.



    Geocaching-Verein erkennt, dass der wahre Schatz die Freundschaft und das Vertrauen ist, das man während der Suche zueinander aufbaut – ach ja, und eine riesige Menge Gold natürlich.



    Gescheiterter Schulausflug sprengt den Hohlraum der Zivilisation und füllt ihn mit allerlei Schweinerein.