Beiträge von Panda

    Drei


    Belial war außer sich. Er hatte es leider nicht rechtzeitig geschafft das Schreibutensilienformular abzugeben und würde deshalb morgen ohne Kugelschreiber da stehen. Zu dumm.

    „Du bist ja sowas von gearscht!“ fauchte er, als er den armen Ted hinter sich herzog wie ein am Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom leidendes Kind seinen Luftballon auf einem Volksfest. „Ich werde dir persönlich deine dreckige Seele aus dem Leib foltern!“

    Der Dämon zerrte Ted durch ein Gewirr von mannshohen Trennwänden. Mal links, mal rechts, mal übersprang er zwei auf einmal ohne darauf zu achten, dass der Tote sich dabei jedes Mal gewaltig vor den Kopf gestoßen fühlte.

    Ein paar Mal kam es vor, dass Belial eine Trennwand, als wäre sie aus Pappe, mit einer Faust zur Seite schlug, was einen lodernden Flammenkranz nach sich zog, der alles, das in dessen Radius lag, in einer wahren Feuersbrunst aufgingen ließ. Auch die dortigen Dämonen.

    Ein paar sahen auf und schüttelten den Kopf, einige flohen entsetzt zum Kaffeeautomaten, doch der größte Teil dachte sich Nur ein ganz normaler Tag im Büro.

    Vollkommen wutentbrannt und nun doch ein bisschen außer Atem blieb er vor einer Tür stehen. Ted besah sich die groteske Konstruktion die da vor ihm aufragte. Seiner Meinung nach war das erste Offensichtliche, dass hier Handwerker am Werk gewesen waren, die nicht nur das größte Unvermögen ihrer Zunft zeigten, sondern auch dass sie, während sie so handwerkten, auch noch sämtliche Gliedmaßen verloren hatten, zwei linke Hände besaßen oder eine Kombination daraus. Es war schlichtweg Murks.

    Ted erkannte, dass dort mal etwas Großes gewesen sein musste. Pompös, grandios, überdimensional. Doch was auch immer es gewesen sein mochte, man hatte es kurzerhand und auch, wie gesagt, relativ schlecht mit Gipsplatten, Mörtel und Schrauben überbaut und am Boden eine unscheinbare Tür eingezogen. „Du bist wirklich so was von im Arsch.“ Knurrte Belial, bevor er energisch klopfte und ohne zu fragen oder auf Antwort zu warten eintrat.


    „AHHHHHHHHHAHAHHAAA!!!“ kreischte die gepeinigte Seele zur Mittagszeit und Satan tat etwas, was man am ehesten als frohlocken bezeichnen könnte, auch wenn Teufel der letzte wäre, der tatsächlich frohlocken würde, selbstredend. Es war eine seiner Lieblingsqualstundenschreie, die in etwa so klang, als würde man einer pubertierenden Celine Dion im Stimmbruch bei dem Versuch „My Heart will go On“ zum Besten zu geben, einen ordinären Holzbesen durch den Allerwertesten schiebt bis der Stil dem Kehlkopf „Guten Tag“ sagt.

    Pünktlich wie kein Uhrwerk schwang die Tür zu Teufels Büro auf und sie traten ein. Bei ihrem Anblick fiel alle Fassung von des Fürsten ab, er begrub seinen Kopf zwischen seinen Händen und weinte die bitteren Napalmtränen der Verzweiflung.

    Da traten sie ein, naja, eigentlich schlurften sie eher. Allesamt entrückt ihrer eigentlichen Kraft und Präsenz. Gebeugt, verstört, und hätte man ihre Gesichter sehen können, so sahen sie höchstwahrscheinlich auch sehr bedrückt drein.

    Die Vier Reiter der Apokalypse.

    Nur noch ein Schatten Ihrer selbst. Teufel war auf vieles gefasst gewesen als er ihnen heute Morgen höllte. (Zugegeben, das Höllen war eine von Teufels besseren Ideen in letzter Zeit. Als er festgestellt hatte, dass Telefonate überwacht, fremde Post geöffnet und Toilettengänge aufgezeichnet wurden, hatte er damit angefangen den Vertrauenswürdigen eben zu höllen. Das Ganze funktioniert quasi auf einer Übernatürlichen Ebene auf Basis des Kinderspiels „Stille Post“, sodass keiner die Nachrichten mitkriegt. Leider allerdings auch mit allen Nachteilen, die das mi sich führt…)

    Und so trotteten die Reiter nacheinander ein. Fast wie in endloser Demut und Lethargie gebeugt. Ein endlicher, trostloser, vier Mann starker Trauerzug. Tod, Pest, Hunger und Krieg. Einstmals stolze Krieger in des Satans Armee, jetzt jedoch nunmehr ein Schatten ihrer selbst.

    Nach wie vor, seit jeher gewandet in ihren Roben, machten sie auf Teufel irgendwie gar nicht mehr den Eindruck von schrecklichen Reitern, die Verderben über die Welt der Sterblichen brachte.

    Das mochte, soweit des Finsterfürsten Gedanken, wohl hauptsächlich an der Tatsache liegen, dass sie Krawatten trugen. In grün. Etwa so furchtbar grün wie des Teufels Schreibtisch und man sich ihrer Waffen entledigt hatte. Kein Schwert, kein Dreizack, keine Axt, Nichts. Stattdessen nur vier Aktenkoffer.

    Und ein totes Huhn.

    Fassungslos sah Teufel mit an, wie dieser apokalyptische Trauerzug vorwärts schlurfte, bis sie letzten Endes auf die ihnen zugedachten Plätze sanken.

    „Was ist, bei allem was mir unheilig ist, mit euch passiert?!“ krähte Satan, immer noch vollkommen überfordert. Als wäre es einstudiert, legten alle vier Reiter ihre Koffer auf die Schreibtische, öffneten sie und holten so etwas wie eine gerahmte Urkunde hervor.

    Teufel stob kleine Rußwölkchen aus der Nase. „Also… seid Ihr auch bei Denen?“

    Gemeinschaftliches Kopfschütteln.

    „Ihr habt also auch keine Ahnung, was hier vorgeht?“

    Gemeinschaftliches Schulterzucken.

    „Okay. Dann sollten wir wirklich schleunigst rausfinden, was zur Hölle mir meine Hölle so durcheinander bringt!“

    Gemeinschaftliches Vier-Daumen-In-Die-Luft-Recken.

    „Und, der Vollständigkeit halber: Hunger, warum hast du ein totes Huhn dabei?“

    Der Reiter zuckte entschuldigend mit den Schultern, danach hob er eine knochige Hand an die Kapuze in Richtung Ohr.

    Ja, so ist das nun mal mit den Nachteilen der Stillen Post.

    Zwei


    Ted erwachte. Sein Schädel schien fast zu explodieren, so stechend war der Schmerz. Er fühlte sich buchstäblich wie von einem 40-tonner überrollt, und das mehrfach. Als die bunten, hübschen Farben vor seinen Augen langsam verschwanden realisierte er, dass er zusammengesackt auf einem Stuhl in einem langen, ungewöhnlich düsterem und viel zu heißen Gang saß, in dem es sonst nichts zu geben schien außer Ted auf seinem Stuhl.

    Ted besah sich die Umgebung, und ganz langsam kamen seine Erinnerungen zurück. Mit einem heftigen Schlag in die Magengegend, die seinem Kopf übrigens nicht sonderlich zugutekam, wurde Ted bewusst, dass er tot war.

    Tot.

    Ausradiert.

    Seine ganze Existenz war nichts mehr als eine Erinnerung. Und irgendwie nervte ihn das tierisch. Gerade wollte er Na herzlichen Glückwunsch denken, als er aus dem halbdunkel schnelle Schritte vernahm, die sich nur Augenblicke später zu einem mittelgroßen, braun gebrannten Mann mit Hemd und Jeans manifestierten, der ein Klemmbrett zu studieren schien und im Stechschritt in Teds Richtung marschierte.

    „Ähm… Entschuldigung!“ rief Ted, als der Mann näher kam, „Ich bin mir nicht sicher, können Sie mir vielleicht weiterhelfen?“ Ohne seinen Schritt zu verlangsamen sah der Klemmbrettmann kurz auf, dann wieder auf seine Papiere und stolzierte wortlos an Ted vorbei. „Hey!“ rief er nun etwas lauter und ohne dass sich der Mann im Hemd umdrehte oder stehen blieb, gab er ein brummiges „Ich habe für Sie grad keine Zeit!“ zurück.

    Unser relativ ratloser Toter war nach dieser Antwort aufgesprungen. Er war von seinem früheren Job als Vertreter Unhöflichkeiten gewohnt, aber dennoch hatten seine Klienten immer brav Bitte und Danke gesagt, ein Mindestmaß an Etikette. Auch wenn es manchmal in Zusammenhängen wie „Bitte verschwinden Sie und kommen sie niemals wieder!“ stand, so war es alles mal besser als das, was Ted sich hier von diesem Typen bieten lassen musste. Also stapfte Ted diesem, wohl irgendein Angestellter, wie er dachte, hinter her und löcherte ihn mit Fragen.

    „Können sie mir sagen wo ich bin? Was ist denn passiert? Ist das der Himmel? Die Hölle?... Hallo??!“ Irgendwie zeigte keine Frage Wirkung, außer dass Ted mehr und mehr aus der Puste kam. Und als ihm das alles zu viel wurde, während sie diesen endlos langen Korridor entlang stapften, griff Ted auf das letzte Mittel zurück, das ihm spontan einfiel. Er stellte dem Typen ein Bein, dieser strauchelte, hob die Arme und fiel grazil wie eine betrunkene, russische Balletttänzerin namens Olga der Länge nach hin.

    Ein paar Augenblicke der Stille, in dem Ted selbstzufrieden grinste, vergingen, ehe sich der Mann erhob, sich zu ihm umdrehte und ihn ernst ansah. Etwas hatte sich verändert. Ted kam es vor als wäre es mit einem mal noch heißer und drückender geworden. Der Andere baute sich vor ihm auf und der Tote fühlte, wie sich die Präsenz seines Gegenübers fast verdoppelt hatte.

    Ted meinte ein rotes Blitzen in dessen Augen zu sehen, doch… Nein.. Doch! Sie leuchteten wirklich rot. „ Du mieser kleiner Drecksack…“ knurrte er, „Wie kannst du es nur wagen?“ Während dieser Worte war Teds Gegenüber auf merkwürdige Weise gewachsen. Er war größer geworden, kräftiger. Er überragte Ted nun um zwei Köpfe, ehe er begann, in einer ohrenbetäubenden Lautstärke zu schreien: „Hast du Knilch eigentlich irgendeinen ansatzweise blassen Schimmer, wer ich bin???“

    Unserem Lieblingstoten stand als Antwort der Mund offen. Sah er richtig? Atmete der Typ da tatsächlich schwarze Rauchwölkchen aus? „Ich bin Belial! Dämon dritten Ranges, dem Höllenfürsten höchst selbst unterstellt und oberster Zuständiger der Beschaffung von Büroartikeln! Und ich schwöre dir du kleine Missgeburt eines Toten, wenn ich wegen deiner Scheißaktion meine Liste nicht rechtzeitig abgeben kann und morgen Ohne Kugelschreiber da stehe, dann reiß´ ich dir dein Ding ab und schiebs dir in den Hals!“

    Mit den Worten „Du Arsch kommt mit zum Chef!“ packte Belial Ted am Kragen und schleifte ihn wie einen widerspenstigen Terrier hinter sich her.

    Im Grunde genommen war Belial eigentlich ganz okay. Nur provozieren sollte man ihn nicht, aber woher sollte Ted das auch wissen?


    Teufel saß noch immer an seinem Schreibtisch. Und noch immer plagten ihn grausame Kopfschmerzen.

    Er sah auf seine Wanduhr. Es war eine ausgesprochen schöne Wanduhr, ganz nach seinem Geschmack. Seine Unterdämonen aus den Fegefeuern hatten sie ihm zum Geburtstag geschenkt. Alles Handarbeit, ein Unikat:

    Ein Ziffernblatt aus der Haut mehrerer Toter, in die die Zahlen eingeritzt waren. Die Zeiger bestanden aus skelettierten Händen die die Zeit anzeigten. An mehreren zusammengenähter Sehnen hingen zwei Schrumpfköpfe, die das ewig arbeitende Uhrwerk aus Knöchelchen und Knorpel am Laufen hielten. Zu jeder vollen Stunde, und das gefiel Satan am besten, öffnete sich unterhalb der Ziffernhaut eine kleine, filigran gearbeitete Pforte aus Zähnen, aus der die Schmerzensschreie einer gequälten Seele drang. Fast herzerwärmend, hätte Teufel eins gehabt.

    Er hatte einen Plan. Er wollte der ganzen Sache endlich auf den Grund gehen und so hatte Teufel seine obersten Berater zu sich zitiert. Schmerzlich wurde ihm bewusst, dass er seit der, sagen wir „Umdekorierung“ Seines Domizils nicht mehr genug Sitzplätze hatte und seine Gefolgsleute nicht mehr die jüngsten waren.

    Kurzerhand war er in den nächstbesten Konferenzsaal gegangen um sich etwaiges Mobiliar zu borgen. Da in besagten Raum allerdings gerade konferenzt wurde, stand der Höllenfürst ziemlich dämlich dreinblickend da.

    „Ah, Herr Satan!“ rief ein dort domestizierter Anzugträger erfreut, sprang auf und klatschte in die Hände. „Wie schön Sie zu sehen! Wir waren gerade mitten in der Diskussion über das angestrebte virale Marketing, aber was können wir für sie tun?“

    „Virales… WAS?“

    „Marketing, mein Lieber! Was sagen Sie dazu?“ der Mann sah lächelnd auf einen vollkommen irritierten Fürst der Finsternis, der leicht den Kopf schüttelte und seine Stirn in Falten legte. „Was…“ begann er, „Was bei MIR ist virales Marketing?“

    Immer noch absolut überfröhlich fragte der Anzug (von dem Teufel relativ sicher war dass er Bob hieß, genau wie die anderen Anzugträger, denn nur wer Bob heißt, kann sich so einen Unsinn wie Virales Marketing ausdenken. Lächerlich.) „Aber haben sie denn das Rundschreiben nicht gelesen?“ – „Hä?“, so allmählich begann Bob ihm auf die Nerven zu gehen. „Na das Rundschreiben B65, da stand doch alles drin!“ rief Bob fröhlich.

    „“Ahm, nein also, wissen sie…“ stammelte Teufel immer noch vor den Kopf gestoßen. Langsam verlor er seine Kontenance, er riss sich zusammen: „Also eigentlich bräuchte ich dringen vier Tische und Stühle, die ich mir eben von Ihnen borgen würde“. Bob war verdutz aber fröhlich und wieder klatschte er in die Hände: „Aber mein Lieber!“ lachte er, „Dafür haben wir doch die entsprechenden Formulare!“

    „Nein nein, das weiß ich, aber es wirklich dringen! Und deshalb werde ich mir jetzt vier Tische und Stühle leihen!“ – „Also nein, das geht nicht, Sie sehen ja, dass wir gerade in einem wichtigen Meeting sind.“ Er lächelte.

    Satan nicht.

    Und da er nicht die geringste Lust hatte, mit all diesen Bobs weiter zu diskutieren, dividierte er sie alle kurzerhand in der Mitte auseinander.



    Kapitel 2 - Ende

    Drei


    Mina schnellte vom Bett hoch, sprang zur Tür und riss sie auf.

    Endlich! Endlich war Jack da und sie musste diesen Hokus Pokus nicht mehr allein durchleben. Auch wenn Andy, der Poltergeist wohl kein allzu schlimmer Zeitgenosse war, so war ihr dies alles doch sehr unheimlich.

    Dann rutschte sie aus und schlug der Länge nach auf den Boden. Ihr Fuß war nass.

    „Kacke, verdammte!“ stöhnte sie, während sie sich aufrappelte.

    „Was zum…??“ sagte sie verständnislos. „wieso liegt da ne Banane?“

    Andy schwebte schuldbewusst hin und her.

    „Also weißt du,“ begann er, „du hast ja am eigenen Leib erfahren, wie das so als Geist ist. Ich kann nunmal nichts materielles berühren.“

    „Wie kommt dann die blöde Banane dahin?“ erwiderte Mina aufgebracht.

    „Na so,“ erklärte der Geist und bewegte seine rechte Hand hin und her. Und so wie er die Hand umhergleiten ließ, bewegte sich auch das zermatschte Obst. „Irgendwie musste ich ja anklopfen.“

    „Krass.“

    „Ja, gell?“ meinte Andy. „Wie sollten wir Poltergeister denn auch vernünftig poltern, wenn wir nichts bewegen könnten?“

    Das ergab schon Sinn.

    Es klingelte erneut.

    Das Mädchen richtete sich auf, kickte die Banane auf die Seite und lief nun – relativ vorsichtig – zur Haustür. Herr im Himmel war sie froh dass Jack endlich da war. Sie konnte es kaum erwarten, ihn endlich zu umarmen und ein bisschen zur Ruhe kommen. Wieder stiegen ihr Tränen in die Augen. Mit wild schlagendem Herz nahm sie die letzten Stufen auf einmal, lief durch die Diele und riss die Tür auf. Sie sprang ihm entgegen, wollte ihn sofort an sich drücken. Die Arme schon Richtung des Freundes gestreckt sprang sie ab.

    Ein kühler Luftzug durchfuhr sie und sie landete bäuchlings auf dem Kiesweg.

    Hätte sie die Augen nicht zugekniffen, hätte sie gesehen, dass Jack da nicht stand.

    „Schnabeltiergrütze, ich bin verflucht!“ wimmerte sie den Kies an.

    „Der Fachterminus ist heimgesucht und nicht verflucht, Liebes.“ Sagte eine dem Mädchen unbekannte, leicht lispelnde Stimme.

    Bitte nicht schon wieder dachte Mina der Verzweiflung wieder einmal nahe, während sie sich zum zweiten Mal aufrappelte, auf ihre Vier Buchstaben hockte und den Kies von den aufgeschrammten Händen klopfte.

    Auf der Türschwelle stand ein dicker, dunkelhäutiger Mann mit einem Barrett auf dem Kopf, unter dem der Ansatz eines aschgrauen Affros zu sehen war. Er trug eine etwas augeblichene, olivgrüne Karottenhose und dazu ein dunkelblaues, kurzärmliges Hemd. Zuerst hatte sie gedacht, es läge an ihren tiefen, dunklen Tränen der Verzweiflung, die sie in den letzten Minuten geweint hatte, doch als sie sie mit ihrem Unterarm wegwischte, musste sie sich eingestehen, dass dieser Mann sehr seltsam flimmerte. Mist.

    „Ich möchte bitte zu Herrn Andy, wenn es keine Umstände macht,“ bat der zweite Geist freundlich. Minas Gedanken waren mittlerweile nur ein einziger Brei aus Unverständnis, Angst und Ärgernis. Sie wusste nicht genau warum, aber seitdem sie der freundliche Poltergeist vom Speicher heimgesucht, erschreckt und ihr alles erklärt hatte, fühlte sie sich zumindest dazu im Stande, halbwegs vernünftig mit Geistern zu sprechen. Auch wenn sie erst knapp zwanzig Minuten von deren Existenz wusste.

    „Und was wollen der gnädige Herr von Herrn Andy?“ fragte sie säuerlich, was der Tatsache geschuldet war, dass sie zwei Mal wegen eines Geistes auf die Nase geflogen war.

    „Nun, Er séancierte mir, ich möchte Ihn doch mal in seinem neuen Heim besuchen, es würde sich vielleicht ein bisschen gemeinsames Gepolter ausgehen.“

    „Er – was? Hä?“ hä–te Mina.


    (Das Séancieren funktioniert Alles in Allem wie das Höllen in der namensgebenden Hölle: Man kann sich das in etwa wie eine Mischung aus einer WhatsApp Sprachnachricht und dem Kinderspiel „Stille Post“ vorstellen. Zum Leidwesen einiger Anwender auch mit allen Nebenwirkungen, die sowohl WhatsApp als auch „Stille Post“ mit sich bringen. Anm. d. Autors)


    „Das ist leidlich kompliziert, Mädchen,“ sagte der Geist und winkte ab. „Wir erklären dir das vielleicht mal in einer ruhigen Minute“

    In Minas Augen würde es allerdings in der nächsten Zeit keine ruhigen Minuten geben. Jetzt erst recht nicht, wo sie wusste, dass in ihrem Speicher ein Poltergeist wohnte und ein zweiter zu Besuch kam. Wenn doch endlich Jack auftauchen würde!

    Sie stapfte, einen ausgiebigen Bogen um den Besucher machend, ins Haus und zeigte auf die Treppe.

    „Der Herr Andy ist oben. Wenn sie mir gnädiger weise folgen würden.“ Sie wartete, bis der geistliche Ankömmling eingetreten war, schloss die Tür und schritt voran.

    Sie sieht zwar aus wie ein sprechender Pandabär mit bunten Haaren, dafür sind ihre Manieren vorzüglich, dachte der Geist und folgte ihr lautlos die Treppe nach Oben.


    „Andy!“ rief der eine Geist.

    „Danny!“ rief Andy.

    Sie schwebten freudig aufeinander zu, vielen sich in die Arme, lachten und gackerten, als hätten sie sich eine halbe Ewigkeit nicht mehr gesehen und schwebten so eine Zeit lang durch das Zimmer des Mädchens. Nebenbei viel Mina, die das Geschehen als äußerst verstörend und seltsam wahrnahm, auf, dass sich Geister wohl untereinander berühren konnten. Ihr lief ein kalter Schauer über den Rücken als sie grübelte, ob Geister dann auch Sex haben konnten.

    „Liebe Mina, das hier ist mein bester Freund Danny!“ rief Andy voller Freude. „Wir waren schon zu Lebzeiten unzertrennlich, und wäre ich damals nicht so einen unrühmlichen Tod gestorben, wären wir wahrscheinlich noch richtig groß in der Scherzszene rausgekommen!“ Er und Danny gackerten wie die Hühner.

    In diesem ganzen rufen, lachen und umherschweben nahm Mina das Klingeln ihres Handys wahr. Sie setzte sich auf ihr Bett und nahm den Anruf entgegen.

    „Hi Mina, hier ist Jack.“ Dem Mädchen viel ein Felsbrocken vom Herzen.

    "Jack was ist los, wo bleibst du denn?“ fragte sie aufgeregt.

    „Tut mir leid, ich musste noch kurz tanken, aber ich steh vor der Tür.“

    „Wieso klingelst du dann nicht?“

    „Eure Klingel ist kaputt.“

    „Wie jetzt?“

    „Naja, kaputt eben, total demoliert.“

    Mina war Danny einen finsteren Blick zu. „Okay, ich komm gleich runter!“ und legte auf, und wandte sich an den Besuchergeist.

    „Mit was hast du geklingelt?“ wollte sie erzürnt wissen.

    Danny lächelte. „Nun, mit zwei wirklich nicht vorteilhaft gearbeiteten Statuetten, die den Weg zu ihrem Hause säumen. Ich dachte mir schon beim ersten Blick, dass die höchstwahrscheinlich Niemand vermissen würde.“ Er zuckte mit den Schultern, als wolle er sagen Ich bin halt ein Poltergeist, ich werf nunmal Sachen durch die Gegend.

    „Fuck!“ Mina rauschte wütend aus dem Zimmer die Treppe nach unten.

    Natürlich, kaum Jemand, und sie am allerwenigsten, würden diese Skulpturen vermissen. Kaum Jemand außer ihrer Mutter. Sie hatte sich mehrere Jahre mit den Grundkenntnissen der Bildhauerei beschäftigt, dann sogar einen Abendkurs an der Hochschule belegt und seitdem in ihrer Freizeit daran gearbeitet, ihr Können zu verbessern. Und alles, was sie geschaffen hatte, stellte sie als künstlerisches Mahnmal an der Seite des Kiesweges zum Haus aus. Sie liebte ihre steinernen Babys in etwa genauso wie ihr fleischliches.

    Mina öffnete schwungvoll die Tür. Und da stand Jack. Eine Hand in der Hosentasche vergraben und mit der anderen eine Plastiktüte haltend. Sie sprang ihm in die Arme, drückte ihn so fest sie nur konnte und vergrub schluchzend ihren Kopf in seiner Brust.

    „Hey, hey, alles in Ordnung, ich bin ja da.“ Sagt er, zog die Hand aus der Tasche und streichelte ihr über den Kopf. Sie drückte ihn noch fester, was ihm einen leichtes „Uff!“ entlockte. Die Tüte klirrte verdächtig.

    Nach ein paar Minuten, in denen sie eng verschlungen und schweigen da standen, drückte sie Jack langsam und sacht von sich weg und zeigte dann Richtung Tür.

    „Da, schau.“

    „Bockmist, verdammter!“

    Die Messingklingel war total im Eimer. Klingelknopf und Zierrahmen waren bis zur Unkenntlichkeit verbeult und den Schacht für die Elektrik gepresst worden. Am Boden lagen die Überreste zweier Büsten. Eine aus Granit und die andere aus Marmor.

    „Was für ein Psychopath bewirft denn ne Klingel mit,..“ er suchte händeschüttelnd nach dem Richtigen Wort, während er auf den Steinbruch sah, „diesen Dingern?“

    „Würdest du mir nicht glauben“ gab Mina stirnrunzelnd zurück. Sie war felsenfest der Ansicht, dass er ihr nicht glauben würde.

    „Versuchs doch, vielleicht glaub ichs dir ja.“ Entgegnete Jack.

    Das Mädchen nahm ihn bei der Hand, zog ihn ins Haus und hämmerte die Tür ins Schloss, ehe sie ihn Richtung Treppe und ihrem Zimmer zog. „Ich zeigs dir besser.“ War ihre zittrige Antwort.


    „Da, schau.“ Sagte sie mit zusammengepressten Lippen, als sie unter der Türzarge ihres Zimmers stand. Sie hatte die Hände in die Hüften gestemmt und sah triumphierend zwischen den beiden Geistern, die sich mittlerweile rege unterhielten und Jack hin und her.

    „Okay, das ist krass.“ Sagte dieser, zwar ohne eine Miene zu verziehen, und doch hatte er eine Augenbraue hoch erhoben. Er war also doch zu so etwas wie Empathie fähig.

    „Hi,“ sagte Andy.

    „Hi,“ sagte Danny.

    „Hi,“ sagte Jack.

    „Wie kannst du da verdammt noch mal so ruhig bleiben?“ fluchte Mina.

    „Okay, äußerlich mag ich ruhig sein, aber ich verstehe erstens überhaupt nicht, was hier vor sich geht und Nässe mich dahingehend wahrscheinlich gleich ein.“ Entgegnete der junge Mann.

    „Hihi, ganz ruhig!“ lachte Andy, „wir sind an sich ganz handzahm.“

    Jack ließ sich aufs Bett fallen und stellte die klirrende Tüte zwischen seine Beine.

    „Ich hab ja echt mit Vielem gerechnet, aber damit jetzt nicht unbedingt.“ Gab er zu.

    „Alter, das sind Geister! Wirkliche, echte, wahrhaftige Geister!“ sprudelte es aus Mina hervor. „Ich hatte verdammte Angst! Was meinst du warum ich dich angerufen hab?“

    „Ich dachte mir dass du dir vielleicht doch das Album zusammen mit mir anhören willst.“ Sagte Jack entschuligend, ohne den Blick von Andy und Danny zu wenden.

    Sie scheuerte ihm eine. "Aua!" sagte er.

    „Jack! Verdammt nochmal, kannst du nicht für eine Minute deine äußere Ruhe einfach sein lassen und reagieren wie ein normaler Mensch? Ich bin vor Angst fast gestorben!“ rief Mina aufgebracht.

    „Okay,“ lenkte Jack ein, dachte sich das meinte Sie also mit Panikleiche, atmete einmal tief ein und aus, besah sich die seltsamen, umherschwebenden Kreaturen, griff in die Plastiktüte und zog eine Flasche Whiskey heraus.

    „Dein scheiß Ernst?“ Minas Stimme überschlug sich fast.

    „Naja, wenn man in Stress verfällt, tut so ein guter Schluck manchmal Wunder.“ Gab Jack unschuldig zurück.

    „Recht hat der Mann!“ gluckste Danny. „Gugg, hab ich von Drüben mitgebracht, ein Eins A Tropfen!“ und zog dann zwei Flaschen aus seiner Hosentasche.

    Andy freute sich wie ein Schnitzel. „Ehrlich das gute alte Astral?“ er lachte hell auf. „Dass du dich daran erinnerst!“ rief er freudestrahlend und nahm die wabernde Flasche entgegen.

    Danny, Jack und Andy öffneten die Gefäße und prosteten sich zu, während Mina zweierlei dachte:

    Okay, sie können nur Sachen anfassen, die nicht von dieser Welt sind, und

    Entweder ist Jack die Ruhe selbst oder Er ist einfach zu dumm, um das zu begreifen.

    Jack nahm einen tiefen Zug, die Geister taten es ihm nach, ehe er erst säufzte, dann „Ahhhhh“-te und letztendlich hustete.

    Er drückte Mina, die ihn ungläubig anschaute, die Flasche in die Hand. Das Mädchen begutachtete erst die Flasche, dann Jack, dann die Geister. Danach entschied sie sich, dass alles mehr oder weniger kaputt war und nahm selbst einen gehörigen Schluck vom Whiskey.

    Es brannte fürchterlich. Der Whiskey zerstörte gefühlt jede einzelne Geschmacksknospe, fräste sich den Weg von der Speiseröhre in den Magen und verebbte dann erwärmend in ihrem Magen. Es dauerte ein paar Minuten, bis das Mädchen die Wirkung des Alkohols spürte.

    Die Wärme stieg von ihrem Magen auf in alle Glieder, sie verspürte einen sanften Druck in ihren Augen und ihre Backen wurden ein wenig taub. Sie begann, alles ein bisschen freundlicher zu sehen und nicht Alles und Jeden zu hinterfragen, egal wie abnormal es auch sein mochte.


    (Der Autor musste sich selbst ansatzweise in den Zustand eines leichten Rausches begeben, um jenes Gefühl realitätsgetreu wiederzugeben. Wir bitten Dies zu entschuldigen. Anm. d. Redaktion)


    Nach mehreren Minuten und mehreren Zügen aus der Whiskeyflasche fragte Mina, eng an Jack gekuschelt: „So, was soll das alles eigentlich werden?“

    Beide Geister, schwer in der Nostalgie alter Missetaten gefangen, lachten und begannen: „Also, im Endeffekt ist das jetzt so…“




    ----------Ende von Kapitel Drei----------

    Keine Sorge, der Text dient, wie schon gesagt, nur als Einstieg in eine vollkommen verkorkste Welt. Ich werd den Teufel tun und in einer längeren Geschichte einen flachen Witz nach dem Anderen bringen, weil das zum einen das Lesen wirklich schwer und ermüdend macht und ich zum anderen ja auch eine interessante und spannende Geschichte erzählen will. und nur mit Gags geht das eben nicht :)

    Teufel noch Eins!




    Vorwort


    Na herzlichen Glückwunsch. Oder eher herzliches Beileid. Als Autor möchte ich mich zu aller erst recht herzlich entschuldigen. Dies ist kein philosophisches Werk über Leben und Tod, kein Erklärungsversuch des Übernatürlichen oder gar ein Ratgeber für das Leben nach dem Tod. Vielmehr handelt es sich um ein Buch voller Sarkasmus, Gotteslästerung, extrem fehlerhafter Grammatik, Wortneuschöpfungen und noch vielem, vielem mehr. Doch dies soll nichts weiter dienen als der Unterhaltung. Sollten Sie sich ob dieser folgenden Seiten beleidigt fühlen, muss ich annehmen, dass das mit der Unterhaltung wohl nicht ganz durchgedrungen ist. In diesem Fall steht es Ihnen frei das Buch zu verbrennen und sich anderweitiger Lyrik zu ergötzen. Sollten Sie jedoch des Schwankes halber lesen, so wünsche ich Ihnen allen nur erdenklichen Spaß dabei.





    Teil Eins:

    Die Hölle


    „Die klimatischen Bedingungen in der Hölle sind sicherlich unfreundlich, aber die Gesellschaft wäre von Interesse“ – Oscar Wilde



    Eins


    Na herzlichen Glückwunsch, dachte sich Ted. Er war jetzt fünfunddreißig, stand quasi mitten im Leben, hatte Frau und Kind und auch sonst ging es Ihm eigentlich gar nicht schlecht. Er betrachtete sich. Er fühlte sich gut. Er sah auf seine Frau und seinen kleinen Sohn, die bei Ihm standen und heulten wie die Schlosshunde.

    Eigentlich fühlte sich Ted relativ fröhlich, vielleicht ein bisschen benebelt und die Tatsache dass es seiner Familie gerade absolut nicht so ging, mochte wohl daher rühren, dass er gerade gestorben war.

    Wir sehen uns im Himmel, dachte er, als er langsam begann in ein helles Licht aufzusteigen.

    Nüchtern betrachtet war die ganze Sache echt blöd gelaufen, ganz besonders für Ted. Er war mit Frau und Kind spazieren gewesen, als sein Sohn sich in einem kleinkindlichen Trotzanfall dazu entschied, seine Lieblingsrassel unter das nächste geparkte Auto zu schleudern.

    „Daddy! Rassel! Daddy! Rassel!!!“ hatte klein Jonas im Anflug kleinkindlicher Reue und tiefer Trauer über den Verlust seiner Lieblingsrassel gebrüllt. Der Vater warf seinem Sohn einen missbilligenden Blick zu, der sogleich den seiner Frau Rachel traf. Dieser gütige, liebevolle Blick. „Schatz, was erwartest du von einem Vierjährigen?“ hatte sie ihn mit mildem Lächeln gefragt. Er seufzte und kniete sich resignierend vor die Stoßstange des SUV´s, unter den die Rassel geflogen war. Er besah sich das Dilemma und, weiß Gott woher, formten sich die Worte Wow, fette Stoßstange in seinem Kopf.

    Während er also gottes-, beziehungsweise Frau-und-Kind-ergeben unter dem Wagen kramte, bemerkte keiner der Drei, und zu Teds ganz speziellem Leidwesen, nicht, Dass der Halter des davor parkendenden Honda in seinen Wagen stieg und ihn anließ. Zu dessen Leidwesen sah er den armen Ted nicht, der auf allen Vieren kniete wie eine japanische Putzfrau beim Böden blank wienern.

    Noch bevor Ted oder irgendwer sonst, der an diesem Szenario beteiligt war, reagieren konnte, setzte der Honda zurück. Viel zu schnell.

    Na herzlichen Glückwunsch, war das letzte, das Ted dachte, bevor er sich den Kühlergrill mitsamt Stoßstange durch den Kopf gehen ließ.

    Ein wenig verärgert über sein eigenes Unvermögen die Umgebung in einer solchen Situation wahrzunehmen stieg Ted weiter auf. Er fühlte sich frei von aller Last und es kam ihm vor als hörte er bereits Engelschöre. Sie wurden ihm immer deutlicher, von Sekunde zu Sekunde lauter und wahrnehmbarer. Dann, mit einem Mal, verzerrte sich der wohlige Gesang. Er wurde krächzend und zäh. Im etwa selben Moment wurde unserem Toten klar, dass er sich kaum mehr aufwärts bewegte, als es plötzlich ruckelte und er durchgeschüttelt wurde wie in einem absterbenden Auto.

    Und nun fiel er. Immer weiter, immer schneller. Der Choral wurde leiser, verstummte, das helle Licht verschwand wie in der Abenddämmerung und in seinen Ohren rauschte es und der Druck wurde unerträglich, als er relativ beiläufig zu dem Ergebnis kam, dass auf Grund des Ohrendrucks und des Falls das Paradies tatsächlich- irgendwie zumindest- „Oben“ sein musste.

    Schwärze umfing Ihn. Ihm wurde heiß und kalt, Zweifel stiegen auf. Und mit einem dumpfen Aufschlag war alles verschwunden. Nur noch Schwärze.


    Teufel saß an seinem Schreibtisch und hatte schreckliche Kopfschmerzen. Er vermochte nicht zu sagen woher Diese rührten, vermutete aber, dass sie mit den zugegebenermaßen sehr unorthodoxen Veränderungen seiner Hölle und seinem Schreibtisch einhergingen.

    Sein Schreibtisch war groß, und er war grün. Gerade zu abschreckend hässlich grün. Etwa so grün wie ein „SlushPuppie“ mit Minzgeschmack und einer geradezu ungesunden Menge an künstlichen Farb- und Geschmacksstoffen, dem man vor dem servieren einen halben Liter Chlor beigefügt hatte.

    Was war nur schief gelaufen? Es war doch alles ganz gut gegangen bisher und er war glücklich auf seinem Thron aus Knochen und Eingeweiden, umgeben von Flüssen aus Blut und gequälten Seelen.

    Und dann? Dann stolzierte so ein Männlein in einem beängstigend teuer aussehendem Armani-Anzug einfach so durch die Höllenpforte, machte vor Ihm Halt, lächelte freudig und überreichte ihm mit einem tiefen Diener eine eingerahmte Urkunde.

    „Herzlichen Glückwunsch, Herr Teufel! Ich darf Ihnen Heute mitteilen, dass sie hiermit in den Stand des Beamten erhoben werden!“ Dem Satan war die Kinnlade heruntergeklappt und sah den Mann an, der immer noch freudig lächelnd dastand und scheinbar auf eine Antwort wartete.

    „Tja,… also… ich…, Ähm…“ hatte Teufel gestottert, doch der Herr im Anzug hatte ihn einfach unterbrochen: “Sagen Sie nichts weiter, es ist bereits alles geklärt. Wir kümmern uns um alles Weitere!“

    Er hatte ihn unterbrochen.

    Er hatte den Herren des Feuers und der Qualen einfach unterbrochen.

    Das hatte den doch relativ ratlosen Höllenfürsten dann doch etwas sauer aufgestoßen, sodass er sich kurzerhand dazu entschied, diesem Wurm erst sämtliche Gliedmaßen, dann den Kopf abzureißen.

    Satan sah missbilligend auf die gerahmte Urkunde, auf der Stand:


    Hiermit erheben wir Satan Luzifer Morgenstern, den Höllenherrscher in den Beamtenstand. Er wird mit sofortiger Wirkung das Amt des Leitenden Personalzuständigen, Abteilung Hölle, bekleiden.


    Darunter: Einige verschnörkelte Unterschriften, Wasserzeichen, Siegel und Stempel, die er nicht kannte. Ohne weiter darüber nachzudenken vergrub Teufel das Ding in einem Schädelhaufen zu seiner Linken.

    Und jetzt? Jetzt hing die relativ blutverschmierte und dezent angekokelte Urkunde hinter seinem abgrundtief hässlich-grünen Schreibtisch in seinem Büro. Genau dort, wo früher einmal sein Thron gestanden hatte.



    Kapitel Eins - Ende.












    Huhu,

    Danke euch beiden für die Torten :D

    Um deine Frage zu beantworten, Stadtnymphe, die Geschichte ist nur, wie du sagst, ein Sprungbrett. Und was das mit der Hölle angeht- nun, sagen wir, die Geschichte ist mehr oder minder das "Hauptwerk", aber ich werde wohl mal das erste Kapitel reinstellen, damit ihr euch davon ein Bild machen könnt :D

    Alles in allem eine etwas misantrophische Darstellerin die versucht der Welt zu entfliehen. Aber naja es bleibt ja nicht dabei und am Ende kann sie auf einer Übernatürliche Freundschaft aufbauen. Die Frage ist was wird sie daraus lernen?

    Sei dir in deiner Aussage besser nicht so sicher^^ Es weiß ja niemand, was weiter passiert. und am wenigsten ich!^^


    Zwei


    Der dröhnende, stechende Schmerz in ihrem Kopf ließ das Mädchen langsam aber sicher wieder zu sich kommen. Kacke, was war das bitte? Was hatte sie da gerade erlebt? War sie jetzt gestorben? Das ganze Blut…. Die letzten Sekunden, bevor Mina das Bewusst sein verlor, zogen noch einmal an ihr vorüber.

    Sie blinzelte, schlug langsam die Augen auf. Den Speicher nahm sie nur noch verschwommen wahr, während das fahle Licht der Glühbirne ihr Übriges dazu tat. Sie versuchte den Kopf zu drehen, doch der wütende Schmerz eines Schlagbohrers hinderte sie daran. Mina hob ihre Hände vors Gesicht und besah sie sich eingehend von allen Seiten, so als ob es das erste Mal wäre, dass sie ihre Hände sah.

    Sie waren schwitzig und zitterten. Doch von einer Wunde keine Spur. An keiner der Hände. Merkwürdig, dachte sie, aber damit scheidet Tod durch Verbluten erstmal aus. Außer ich bin daran gestorben und die Wunden sind deshalb weg…. Hm… Für jemanden, der gerade einen Geist gesehen hatte, machte sie sich über alles Andere mehr Gedanken. Mina war schon ein bisschen schräg.

    „Guten Morgen Schlafmütze, gut geschlafen?“

    Das Mädchen fuhr zusammen. Mist, verfluchter, sie hatte sich das also nicht eingebildet und war nicht auf den Kopf gefallen. Da war eine Stimme, sie hörte sie klar und deutlich, nicht wie die eigene, wenn man in Gedanken versunken ist.

    Sie zitterte, ihr war eiskalt, sie wollte wegrennen, doch ihre Beine mochten ihr nicht gehorchen. Ebenso wenig ihr Kopf, der ihr verbot, sich umzusehen.

    „Keine Sorge, das ist beim ersten Mal immer so.“ sagte die Stimme. Wäre Mina nicht so verängstigt gewesen, hätte sie vielleicht darüber nachgedacht, was die Stimme meinte.

    „Ich meine,“ sagte die Stimme, „die erste paranormal-transdimensionale Begegnung ist immer ziemlich unangenehm für den Lebenden. Dafür hast du dich aber ganz gut geschlagen. Der Letzte, bei dem ich war, hat sich vollgepullert.“

    Mina hörte, wie die Stimme gluckste und diebisch kicherte. Wie schön, dass die Stimme hier so gut mitarbeitet.

    „Keine Sorge, die Nebenwirkungen verschwinden nach ein paar Minuten, und dann können wir uns gescheit unterhalten. Wenn ich deinem Fall richtig mitgezählt habe in… Drei… Zwei… Eins…“

    Wie als hätte es im Inneren des Mädchens einen Schalter umgelegt, war ihr Kopf wieder klar, sie zitterte nicht mehr und ihr war auch nicht mehr ganz so kalt und auch Panik und Puls waren ein bisschen verebbt.

    Sie sammelte sich, zwinkerte noch einmal und nahm dann die Umgebung wieder wahr. Jap, sie saß im Speicher. Da war die alte Stehlampe aus dem alten Haus, ein paar Umzugskisten, sie lehnte immer noch am Wandschrank, und ihr gegenüber stand die alte verstaubte Büchertruhe ihres Großvaters.

    Und darauf saß ein Mann. Ein kleiner, untersetzter älterer Herr saß, gekleidet mit einem beigen Tweedanzug und orangefarbenen Hemd, einem Porkpie auf dem Kopf, die Beine übereinandergeschlagen und einen Spazierstock darüber gelegt, auf der Büchertruhe ihres Opas. Und er flimmerte. Mina stand der Mund auf.

    „Hi!“ grüßte er freundlich und winkte.

    Mina fing an zu kreischen. Sie kämpfte sich auf die Beine, den Blick immer wieder panisch zwischen der Gestalt und dem Fußboden hin- und herreißend, taumelte zur Treppe, schlitterte Diese nach unten und war nur einen Sekundenbruchteil später aus dem Speicher geflohen.

    „Nun, das hat beim letzten Mal auch besser funktioniert.“ Sagte der Mann zu sich selbst, bevor er nachdenklich durch die Büchertruhe und den Dachboden glitt


    WTF! WTF! WTF! Schoss es durch Minas Kopf, während sie sich angsterfüllt in ihrem Zimmer verschanzte und versuchte die Tür so gut es ging zu verbarrikadieren.

    Sie stürmte zum Bett, griff nach ihrem Smartphone und tippte mit parkinsonsch schütteligen Händen die Nummer ihrer Mutter. Weshalb sie nicht den Notruf wählte, erschloss sich auch dem Autor nicht in voller Gänze.

    Es klingelte zweimal, dann, in dem Moment in dem es in der Leitung knackte redete sie los wie ein Wasserfall. „Mom, bitte, wo bist du, hier ist…“ – „Der gewünschte Gesprächspartner ist Derzeit nicht verfügbar, wird aber mit einer SMS über Ihren Anruf informiert.“

    Shit! Schrie sie innerlich lauthals auf.

    Sie versuchte, Jacks Nummer einzugeben, doch die Tränen machten alles schwammig und unscharf. Sie brauchte insgesamt fünf Anläufe, bis es endlich leutete. "Bitte geh ran," flüsterte aufgelöst. "Bitte, Bitte, Bitte!!"

    Kurz nach dem vierten Freizeichen brach die Hölle über ihrem Gehörgang zusammen.

    "SERIOUS, WE KILL YOU ALL! WE KILL YOU ALL!!!" kreischte es disharmonisch aus dem Handy.

    "Jack? Jack! Verdammt, hörst du mich?!" schrie Mina. Als Antwort verstummte die Musik.

    "Ja bitte?"

    Dem Mädchen viel ein Stein vom Herzen. Zwar beruhigte sie seine monotone, ruhige Stimme nicht im geringsten, doch war sie froh, endlich mit jemandem zu sprechen.

    "Jack, hi, ich bins," brabbelte sie verängstigt los, "kannst du bitte, bitte, bitte herkommen, ich pack das nich, du musst mir helfen!"

    "Ähm, hi." war die Antwort. Es schien, als müsse Jack seine rudimentären Gehirnfunktionen erst noch von "Headbangen" auf "Konversation" umstellen.

    "Mina, was gibt´s denn, gehts dir gut?"

    "Nein, tut es nicht, man! Bitte komm her, ich glaub ich brauch wirklich deine Hilfe!" sie drehte sich nach allen Seiten um als befürchtete sie, jede Sekunde von dem unheimlichen Mann angegriffen zu werden.

    "Hast du Irgendwas genommen?"

    Sie war von Drogenkonsum in etwa so weit entfernt wie ein querschnittsgelähmter Rollstuhlfahrer vom Marathonlauf und das einzige Suchtmittel auf das sie dann und wann zurückgriff, waren die Zigaretten."Nein, hab ich nicht!" Fuhr sie ihn wütend an. "Aber hier passiert grade die größte unheimliche Scheiße der Welt und ich hätte dich jetzt wirklich verdammt gern hier!"

    "Okay, kein Ding. Bin in ner halben Stunde da. Was sagt deine Mom dazu?" - "das interessiert mich gerade aufgrund der doch recht abnormalen Ereignisse im Haus einen feuchten Kehrricht! Und du machst besser fünfzehn Minuten draus wenn du nicht aus erster Hand erfahren willst wie eine Panikleiche aussieht!" und damit legte das Mädchen auf.

    Jack sah auf das schwarze Display seines Telefons. Das war jetzt schon schräg, dachte er, zuckte mit den Schultern, griff nach seiner Jacke und machte sich auf den Weg zur Haustür. Wasn eigentlich ne Panikleiche? fragte er sich, als er die Schlüssel des VW Golf seines Vaters vom Haken mopste.


    Mina hatte sich auf ihrem Bett verschanzt. Sie saß an das Kopfteil gepresst, die Beine fest an den Oberkörper gezogen und mit beiden Armen umschlungen da. Gut... Okay... Vielleicht zwanzig Minuten, dann würde Jack da sein und ihr sagen, dass sie einfach nur einen Sprung in der Schüssel hatte, sie trösten, beruhigen und dann einweisen. Sie hatte keinen blassen Schimmer, was überhaupt los war. War einfach alles nur ein böser Traum oder hatte sie der heutige Tag so mitgenommen, dass sie nun Wahnvorstellungen hatte?

    Sie kramte in ihren Taschen und zog eine Schachtel Kippen nebst Feuerzeug hervor. Und auch wenn es strenggenommen gegen die Hausregelen verstieß und ihre Vormundschaft generell nicht wusste dass sie rauchte, zündete sie sich Eine an.

    Als der grau-blaue Rauch ihre Lungen erfüllte, das herabatmen ihr ein leichtes, wohliges Kratzen im Hals bescherte, konnte sie die angsterfüllte Verharrung ihrerselbst lockern und sich strecken.

    Kurz darauf klopfte es dreimal recht matschig an ihrer Tür. Sie riss den Kopf herum, die Augen weit auf und sagte - nichts.

    "Darf ich wohl bitte reinkommen?" drang es durch die Tür.

    "Was? NEIN!" rief Mina entsetzt.

    "Aber warum denn nicht?"

    "Weil ich Angst hab!"

    "Braust du nicht."

    "Echt nicht?"

    "Nö."

    "Trotzdem Nein!" Mina überlegte kurz, ob sie ihm sagen sollte, er solle gehen, aber wann verließen Einbrecher schon freiwillig einen Arbeitsplatz, nur weil man sie darum bat?

    "Duu?" kam es wieder durch die Tür.

    "Was?!" rief Mina. Ihre Angst wandelte sich langsam in Ärgernis über diesen Typen, der ihr auf die Nerven ging. Sollte er doch den Krempel den er wollte nehmen und abhauen. Hauptsache er ließ sie in Ruhe.

    "Also, ich hab Dich begrüßt, hab jetzt angeklopft und jetzt komm ich rein. Es gibt da ein Paar dinge zu besprechen." sagte die Stimme hinter der Türe sehr geschäftig aber ruhig.

    Pah, sollte er es doch versuchen. Die Tür war verschlossen und die Klinke mit ihrem Zimmerbesen eingekeilt. Er müsste die Tür schon mit aller Kraft eintreten.

    Und kurzerhand und ganz ohne gewaltige Krafteinwirkung schob sich die Gestalt durch die geschlossene Tür.

    Mina guckte doof. Sie holte tief Luft.

    "Warte, warte!" sagte der Mann und hob beschwichtigend die Hände. "Das ist absolut nicht-" In diesem Moment ließ Mina den schrillsten Schrei los, den sie selbst je gehört hatte.

    Der Mann lies ein bisschen enttäuscht den Kopf hängen, schüttelte selbigen jenen und schnippte dann mit den Fingern, und Mina verstummte. Sie schrie nicht nur nicht mehr, sie konnte sich auch nicht bewegen. Das einzige, das vermuten ließ, dass sie sich gerade zum einen sehr sehr unwohl und zum anderen derbe verarscht fühlte, waren ihre Augen, die wild in ihren Höhlen rotierten.

    "Sehr schön." sagte der Mann zufrieden, klatschte lautlos in die Hände und machte dann zwei federnde Schritte auf das Bett zu. "Also, das läuft jetzt so. Ich werde gleich den Bann von dir nehmen der dir verbietet dich zu bewegen. Du wirst bitte weder schreien, kreischen, weinen oder weglaufen. Ich möchte mich nur mit dir unterhalten. Wenn du das verstanden hast, schließe langsam die Augen. Keine Sorge, dir wird kein Leid passieren."

    Mina war bis aufs Äußerte verwirrt. Was redete der Kerl da? Was für ein Bann? Und was, wenn sie die Augen zumachte und er sich dann über sie hermachte? Und doch, dieser kleine Funken Unvernunft der sie neugierig werden ließ gebot ihr, ihre Augen zu schließen.

    "Sehr schön!" hörte sie den Eindringling vergnügt sagen und für wahr, als sie ihre Augen wieder öffnete sah sie sich selbst vollkommen bewegungs- und sprachfähig.

    "Was.. bitte.. ist hier los?" stammete sie.

    "Eins nach dem Anderen." sagte der Mann und schwebte.. sah Mina richtig? Ja, er schwebte! zu ihrem Schreibtischstuhl und setzte sich. Dem Mädchen entfuhr ein leises Quieken.

    "Also. Erlaube mir, mich vorzustellen. Mein Name ist Andy, geboren im jahre Achtzehnhundertneunundzwanzig, verstorben am einunddreißigsten Oktober Neunzehnhundertelf. Und Alles in Allem bin ich in dem postmortalen Beruf des Poltergeists tätig. Fragen hierzu soweit?"

    "Ähm ja also," fing Mina schüchtern an und zog sich wieder an das Kopfende des Bettes zurück. "Werden sie mich vergewaltigen?"

    Der Geist guckte sie erst einige Augenblicke doof an, bevor er in schallendes Gelächter ausbrauch. Rücklings, mit wild um sich schlagenden Beinen schwebte er vergnügt durch den Raum.

    "Kindchen, ich bin ein Geist! Ich bin daher so gut für sexuelle Handlungen geeignet wie ein viergeteilter Eunuch! Pass auf!"

    Behende wie ein Wiesel schwebte er auf sie zu und Griff ihr unversehends durch die Brust. Ihr lief ein kalter Schauer über den Rücken, und dort, wo er durch sie hindurchgedrungen war fühlte es sich an, als würde sich Raureif auf ihrer Haut bilden.

    "Siehst du?" sagte er und ruderte theatralisch mit dem Arm, den er durch sie gestoßen hatte, hin und her. "Selbst wenn ich es wollte, könnte ich dich nicht berühren!"

    Sie sah ihn verstört, ein bisschen verängst aber hochgradig verständnislos an.

    Er erwiederte ihren Blick mit einem süffisanten, ein bisschen rechthaberischen aber hochgradig schelmischen Grinsen.

    Sie Quiekte, lauter diesmal, und mümmelte sich bis zum Hals in ihre Decke.

    "Lustmolch, verdammter!" schimpfte sie ihn. "Könntest du wohl damit aufhören, meine Möpse zu schockfrosten?!"

    "Oh, entschuldige bitte, ich wollte nicht anmaßend sein" lachte er, "Die wären ja auch zu niedlich um sie zu kalt zu machen!"

    Niedlich? er nannte ihre Brüste NIEDLICH? Verdammt noch mal, sie hatte tolle Brüste! Was wusste der den schon!? Pah, niedlich, vonwegen dem würde sie was husten.

    Er lachte aufhellend. Ja, so sehr und fröhlich, dass es auch unserer Mina ein Lächeln abrang. Dieser Geist konnte ihr wohl wirklich nichts antun, und das erleichterte sie. Weiterhin schien dieser Andy gar kein soo schlechter Geist zu sein, wie man es ja immer von Poltergeisten hörte.

    Andy, der Poltergeist also. Dachte sie.

    Eigentlich ganz nett. Dachte Sie.

    Aber was ist denn bitte Andy für ein bescheuerte Name für einen Poltergeist? Da könnte man genausogut einen Sukkubus Bärbel nennen. Dachte sie just in dem Moment, als die Türglocke läutete.


    ------- Ende von Teil 2 ----------

    HEILIGER! und dachte, ich hätte dich verloren. Welch ein Zufall! und - ja dies ist wirklich ein zufall, da wir just in diesem Moment in einem Telefonat feststellten, dass wir im gleichen Forum tätig sind - holla die Waldfee, ick freu mir^^

    Ich möchte jetzt nicht zu weit in die zukunft blicken, doch ich ahne, das dies zu der ein oder anderen Wahnwitzigen, hirnverbrannten, äußerst fantastischen aber dennoch spannenden Kolaboration führen könnte XD

    Nach 16 Jahren wird das aber auch mal Zeit :D

    Halloa :) ja, wie gesat, ich bin hier um zu schreiben^^

    es freut mich, dass es dir gefallen hat, und ich möchte dir gern einige - wenn nicht alle antworten schreiben.

    Ein Gewölbe definiert nicht nur einen Keller, sondern lediglich einen geschlossenen raum über jemandem. (so jedenfalls wurde es mir von einer katzenpfote zugetragen) dementsprechend ist Minas Haus keine Hobbithöhle, sondern ein stinknormales Haus^^


    Ich gehe weiterhin davon aus, und ich als autor darf das, dass minas Mutter zwar wusste, dass sie in ihr Zimmer ging, jedoch war sie mit ihrem lover mehr beschäftigt und hat einfach nicht mitgekriegt, dass Mina eingeschlafen ist.


    Und ich mag es sehr, die dritte Dimension zu brechen^^ das macht alles viel -... witziger^^


    jedenfalls vielen dank für die kritik, ich werd versuchen mir sie im nächsten teil zu herzen zu nehmen <3

    Holter die Polter

    Oder was passiert, wenn man einem Poltergeist einen Gefallen tut



    Eins


    Mina war nicht gut drauf.

    Eigentlich war sie nie gut drauf. Besonders dann nicht, wenn sie zur Schule musste. Dann begann der Tag schon übel. Immer dieses Ärgernis mit dem Aufstehen, das verfluchte duschen und dann natürlich die Odysee des Ankleidens.

    Sie hasste das alles.

    Das Mädchen hatte bereits vor einiger Zeit damit begonnen, zwei Stunden früher aufzustehen, damit sie zum Einen ihrem kleinen Nervzwerg von Bruder, und zum Anderen dem allmorgendlichen Geschmachte zwischen ihrer Mutter und deren neuen Freund entging.

    Auch den Weg zur Schule im nächsten Ort lief sie mittlerweile zu Fuß, damit sie ihre Mitschüler so wenig wie möglich, am besten gar nicht vor Schulbeginn zu Gesicht bekam, auch wenn sie dafür in Kauf nahm, noch vor verschlossener Tür zu stehen.

    Dann vertrieb sie sich meistens die Zeit damit, auf einer Parkbank zu sitzen, die ein oder andere Zigarette zu rauchen und betrübt in die endlose Sinnlosigkeit zu starren.

    Ihre Mitschüler und Sie hatten eine stille Übereinkunft getroffen, damit sich beide Seiten nicht allzu derbe ärgern mussten. Die Anderen Versprachen, sie nicht anzusprechen, nicht anzutippen, ihr nicht in die Augen zu sehen, nicht auf den Hintern oder die Oberweite zu starren, sie nicht anzuremplen und ihr keine dämlichen Spitznamen zu geben.

    Mina hingegen gelobte, ihnen dafür nicht jedesmal die ewige Verdammnis auf den Hals zu wünschen, und soweit funktionierte das ganz gut, nachdem das Mädchen auf den Fluren eh meistens auf den Fußboden starrte, um vielleicht doch die Verdammnis zu finden, während aus ihren Kopfhörern die wunderbar depressive und lebensverneinende Musik ihrer Lieblingsband Furrydolls Forever hämmerte.

    Und nun standen da auf einmal zwei Paar Schuhe. Die einen gehörten Ihr, da war sie sich recht sicher, zumal doch ihre grün-pinken Chucks ihr Statement zu der allgemeinen Highheelpandämie waren, welche seit dem Schulball herrschte. Doch welche Füße in dem ausgelatschten Paar Turnschuhen steckten, wusste sie nicht recht, also sah das Mädchen genervt auf.

    Vor ihr stand Jack. Er war, außer ihren Lehrkräften und der langweiligen Banknachbarin Lilly der einzige, von dem sie zumindest einen Teil des Namens kannte und ihn ohne den Drang sich zu übergeben aussprechen konnte.

    Äußerlich war er in so mancher Hinsicht das komplette Gegenteil von Mina. Er war rund drei Köpfe größér als das Mädchen, was bei ihrer Größe von nur einem Meter sechzig keine allzu herausragende Leistung war, war muskulöls, jedenfalls wenn sie sich als Standart nahm, mit seinen fünfundsiebzig Kilo rund zwanzig Kilo schwerer und er hatte dichtes, schwarzes Haar bis zum Steißbein, wofür sie ihn innerlich verdammte. Denn sie selbst trug das Damoklesschwert der blondverseuchten DNA ihrer Mutter in sich, was sie dazu zwang, ihren Haaren alle paar Monate einen neuen Farbanstrich zu verpassen.

    Aber vor allem war Jack ein Kerl.

    Und Mina hasste Kerle. Ihre Arroganz, ihr Gehabe und dieser permanente Zwang zum Schwanzvergleich, und wenn es lediglich um die Länge von Bleistiften ging.

    Es hatte zwar ein bisschen gedauert, aber Mina hatte schnell gemerkt, dass sie sich, die anatomischen Differenzen außer Acht lassend, in vielen Dingen ähnelten. Dummerweise hatte das dazu geführt, dass man sie seit dem Schulball vor zwei Wochen für ein Paar hielt. Denn obwohl Beide absolut keine Lust auf so eine lebensbejahende, schillernde und konforme Veranstalltung hatten, wurden sie durch das oberstudienrätliche Edikt der Pflichtveranstaltung dazu genötigt. Und besser die Gesellschaft gemeinsam verfluchen als alleine. Misanthropie macht in der Gruppe einfach mehr Spaß.

    Und weil ihnen auf diesem Fest nichts besseres einfiel, hatten sie im Nebenraum der Garderobe -hauptsächlich als Protest gegen das System und den Systemzombies, aber auch ein bisschen aus Langeweile- miteinander geschlafen. Und natürlich, so verlangt es die Etikette der verbotenen Handlungen bei Schulveranstaltungen, waren sie erwischt und kurzerhand zwei Wochen vom Unterricht suspendiert worden, auch wenn Beide darauf beharrten, dass es ihnen zu keinem Zeitpunkt Spaß gemacht hätte. Die Bürokratie war einfach ein Rektum Justus (= ein rechtes Arschloch, nicht zu verwechseln mit dem Rektor Justus, dem gerechten Herrscher/ Lehrer, Anm. d. Autors)

    "Was geht," sagte Jack in seiner gelangweilten Art, ohne eine Miene zu verziehen. Mina schob, wie sooft genervt, eine ihrer Hörmuscheln hinters Ohr.

    "Hm? Ach, Du..." antwortete sie und blickte wieder zu Boden, um den leichten Roséton, der sich da gerade auf ihre Wangen schlich, zu verbergen. Sie sah ihn immerhin seit der Sache in der Garderobe das erste Mal, und so übel fand sie ihn jetzt auch nicht mehr wirklich. Man konnte sogar fast, mit ein bisschen Wohlwollen, sagen, dass sie ihn mochte.

    "Also, ich hab mich gefragt," fing Jack an, "ob du vielleicht Lust hättest, heute Abend abzuhängen oder so.."

    Für eine Sekunde blieb ihr die Luft weg. Verdammte Axt, ob sie Lust hatte? Natürlich hatte sie Lust! Sie war achtzehn sieben zwölftel Jahre alt, damit volljährig, die Ausgangssperre seit dem "Vorfall" seitens ihrer Vormundschaft war vorbei und sie verstand, wahrscheinlich, Abhängen als ganz genau das Abhängen, was Männlein und Weiblein in diesem Alter so tun, wenn sie vom Abhängen reden. Doch, und dafür verdammte sie sich ein bisschen, sprach das gegen den Berufsethos einer semiprofessionellen Menschenhasserin.

    "Ne keine Zeit, muss für Morgen auf Bio lernen" gab sie stammelnd zurück, während sie sich nicht entscheiden konnte, lieber im Boden oder in der Wand neben ihr die ewige Verdammnis zu suchen.

    "Ach so, na dann." gab der ihr Gegenüber mit einem Kopfnicken zurück. "Dachte nur. Hab heute Sturmfrei und das neue Album von Corpses of the Eternal Damned is draußen und dachte du hättest Lust gemeinsam die Nachbarn zu verstören"

    Ja, diese Version von Abhängen hätte ihr auch gefallen.

    "Aber wenn du nicht kannst, kein Thema." Er klopfte ihr auf die Schulter und schlurfte den Schulgang von Hinnen.

    Mist verfluchter, konnte der Tag denn noch schlimmer werden? Die Antwort folgte stehenden Fußes. Nämlich mit der Aushändigung der letzten Englisharbeit, bei der auf Minas Exemplar eine gar nicht so unüble "Fünf" gemalt war, sieben Mal, je jach Auslegug, zornig umrandet und mit einem Ausrufezeichen versehen. Nach dem Unterricht machte sie sich auf den Heimweg und hoffte, dass sie zumindest dort, in ihrem Refugium, ihrem Rückzugsort und Zimmer, ein bisschen ruhe hatte.

    Doch auch Dort endete Ihre Höllenfahrt nicht. Denn bereits in der Diele erwartete sie ihre ziemlich angesäuerte Mutter mit verschränkten Armen und dem missbilligstenden Blick, den sie seit zwei Wochen erhalten hatte.

    "Wirklich? Schon wieder?" fauchte sie enttäuscht. "Evelyn, wenn du dich nicht bald zusammen reißt, kommst du nie auf einen Grünen Zweig, wirst keinen Abschluss haben und auch keinen guten Job! Das liegt doch alles nur an diesem Jack-Typen!"

    Mina platze der Kragen. Sie wurde rot vor Zorn, noch ehe sie sich die Schuhe ausgezogen hatte. Sie bebte nicht nur innerlich, ihr ganzer Körper vibrierte. Nicht nur, dass es eh schon ein vollkommen abgeranzter Tag in der Schule war, kaum als sie die Tür aufgeschlossen und eingetreten war, konfrontierte sie ihre Mutter auch noch mit dem Versagen in der Englischarbeit, ohne ihr auch nur ein paar Minuten Verschnaufpause zu gewährleisten. Und sie nannte Mina bei ihrem Namen. Bei ihrem richtigen Vornamen. Den Namen, den Mina seit dem Beginn ihrers Lebens verabscheut und dagegen lauthals protestiert hatte. Ihre Eltern hatten das vor Verwandschaft und Freunden immer mit den Worten "Ach ja, sie ist halt ein Schreibaby" abgetan, aber Seit ihrer Geburt war sie einfach nicht einverstanden mit dem Sklavennamen, den ihr ihre Eltern gaben und ihr keine Chancen ließen, sich selbst was feines auszusuchen.

    So zumindest kam ihr es bei ihrem dreizehnten Geburtstag vor, als sie mit ihr damals BFF, (Best Friend Forever) Kathy, so einen alten Vampirschinken aus den Siebzigern ansah und beschloss, sich fürdahin nur noch Mina zu nennen.

    Sie rauschte auf ihre Mutter zu.

    "Weißt du was? Ja klar, du hast Recht!" sie konnte ihren Furor kaum bremsen und gestikulierte wild mit den Armen. "Es liegt nicht einfach nur daran dass ich eine Niete in Englisch oder irgend ´nem anderen Fach bin. Ist doch egal ob mich die Schule einen Scheiß interessiert. Nein, ich bin einfach schlecht, weil ich was mit ´nem Typen hatte!" wutentbrannt sah sie zu ihrer Mutter auf, in ihren Augen sammelten sich langsam aber sicher Tränen. "Genauso bist du!" Schrie sie weiter. Ihre Stimme überschlug sich fast. "Schieb´ alle Schuld nur den anderen zu und ignorier´ das Befinden deiner eigenen Tochter! Und wenn´s das für dich besser macht, dann bleib einfach bei deiner verschrobenen Weltansicht wenn dir das gefällt!" sie musste kurz Luft holen, "und wenn wir schon dabei sind, Jack und ich haben nicht aufgepasst!"

    Und damit rauschte sie vorbei an ihrer vollkommen perplexen Mutter in ihr Zimmer unter dem Dachboden.


    *Natürlich haben Mina und Jack aufgepasst. Ich als Autor kann doch nicht zulassen, dass meinen Helden etwas passiert. Anm. d. Autors*


    In ihrem Domizil angekommen, feuerte Mina die Tür mit all ihrer Wut ins Schloss, schmiss die Umhängetasche in eine Ecke, warf sich aufs Bett und boxte mit all ihrer Wut auf das Kissen ein. Sie verachtete ihre Mutter, sie hasste sie aus tiefster Seele, nicht nur wegen der Sache, die sie ihrem Vater und ihr angetan hatte. Sie wünschte ihrer Mutter nicht die Verdammnis an den Hals. Nein, auch Krebs war nicht genug. Mina wünschte ihrer Mutter den Tod.

    Das Kissen indess nahm die Prügel in stoischer Gelassenheit hin und dachte sich: Naja, wenns Ihr hilft.


    Und so dauerte es nicht lange, bis das Mädchen, erschöpft von dem Tag, dem Gespräch mit Jack, der schlechten Note und dem Streitgespräch mit ihrer Mutter, unter Tränen in ihrem Bett einschlief.


    RUMMS!

    Sie erwachte.


    RUMMS! WUMM!

    Sie blickte sich panisch um, doch nichts war zu sehen. Draußen war es mittlerweile finstere Nacht und sie blickte von einem dunklen Ort ihres Zimmers zum nächsten.


    RUMMS! WUMM! SCHEPPER!

    Mina rollte aus ihrem Bett, tastete sich wie ein Blinder zum Lichtschalter und sah... Nichts. Alles beim Alten, sie konnte keinen Unterschied ausmachen. Ihr Herz schlug ihr bis zum Hals.


    RUMMS! WUMM! SCHEPPER! KLIRR!

    Nichts hielt sie mehr in ihrem Zimmer, sie riss panisch die Türe auf, lief die Treppe nach unten, verknackste sich hierbei auch noch den Knöchel. Sie fand das ganze Haus in völliger Finsternis vor.

    Mina tastete sich ihren Weg zum nächsten Lichtschalter. Die Energiesparlampen flackerten missmutig auf und warfen ihr wild tanzendes, hämisches Ebenbild an die Wände. Was war hier nur los?

    Und ihr Bruder?

    Wieso schrie er nicht? Normalerweise hielt er doch schon beim leisesten Geräusch, das seinen Schlaf störte, nicht mehr inne und quäckte los wie eine Feuerwehrsirene.

    Im Wohnzimmer angekommen fand Mina eine kurze, dahingekritzelte Notiz:

    "Sind ausgegangen, kümmer dich um deinen Bruder."

    Kein Bitte, kein Danke. Na herzlichen Glückwunsch. So hats die kleine Miss Missverstanden gerne. Alleingelassen mit einem Kleinkind und mit absolut keiner Idee, was in diesem Haus gerade vor sich geht.


    RUMMS! WUMM! SCHEPPER! KLIRR! HEHEHIHEHII!

    Entsetzt riss das Mädchen ihren Kopf zur Decke. Vor ihren vom Weinen immer noch leicht verquollenen Augen verblassten die letzten Fragmente der Botschaft ihrer Mutter. Panik umschlang sie
    Was war dort?

    Es rumpelte, da bewegte sich etwas. Doch nicht bei ihr, ebenerdig. Es kam von... ja... von weiter Oben. Und hatte da nicht irgendjemand gelacht?

    Mina riss sich so weit es ging zusammen, ließ ihren Blick noch einmal durch das spärlich beleuchtete Wohnzimmer schweifen, bevor sie sich den Schürhaken vom falschen Kamin griff und langsam, den Blick immer Richtung obere Etage gerichtet, nach oben pirschte.

    Auf dem ersten Absatz hielt sie Inne. Da, zu ihrer Rechten, lag das Zimmer ihres nervtötenden Buders Jonas.

    Sie horchte an der Tür.

    Nichts.

    Sie öffnete die Tür einen Spalt breit, um einen Blick auf das ganz und gar unminahafte Himmelbett zu erhaschen.

    Doch darin rührte sich nichts.

    Sie stieß die Tür vorsichtig, wohlbedacht aller lauten Geräusche, auf, machte Licht und sah, das die Schlafstätte ganz und gar leer war.

    Sie durchfuhr erst ein Schock, dann lähmende Kälte. Was zum Teufel war hier los?

    Just in diesem Moment juckte dem Teufel in der Hölle die Nase. Er nieste, putzte sich eben jenes satanisches Schnaufgerät, und machte sich dann wieder über seine Akten her.


    Das Mädchen verstand die Welt nicht mehr. Zitternd wie Espenlaub wich sie aus dem Zimmer des Säuglings zurück, stieß rücklinks am Treppengeländer an und erstarrte vor Furcht. Doch da war absolut nichts, vor dem sie sich hätte fürchten müssen.

    Mina atmete zweimal tief durch, ehe sie den weiteren Aufstieg began. Es rumpelte und pumpelte immer noch, doch war dort kein Lärm mehr an sich zu hören.

    Sie schlich an ihrem Zimmer vorbei, ihr Atem wurde schneller und schneller.


    RUMMS! WUMM! SCHEPPER! KLIRR! WATZ! PENG! HEHEHI!!

    Sie schreckte zurück. Ihre eiskalte und vor Angst verkrampfende Hand war nur noch einen fingerbreit von der Klinke der Tür zum Dachboden entfernt.

    Was zum Finsteren Fürsten tat sie da eigentlich? Was kümmerte sie ihre sogenannte Familie? Sie wurde allein gelassen, ihr wurde ohne Fragen sämtliche Verantwortung übertragen und dann passiert so ein Scheiß? Was genau hinderte sie daran, einfach in ihr Zimmer zu gehen, sich unter ihren Decken zu verkriechen und die The Furrygraveyard - EP von den Furrydolls Forever bis auf Anschlag aufzudrehen?

    Mina konnte es nicht genau definieren. Vielleicht weil sie doch nicht so schief war. Vielleicht, weil ihre Eltern sie trotz ihres extravaganten Stils liebten und sie sich, so sehr sie das Geschrei am Abend doch verabscheute, doch um ihren kleinen Bruder sorgte?

    Wie dem auch sei, sie wollte nicht, dass dieser Abend mit dem Heimkommen ihrer Mutter und deren Lover in einer Eskapade endete, aus welchen Gründen auch immer, und so ergriff sie entschlossen die Klinke zum Speicher.


    Sie stand - einmal mehr - in Dunkelheit. Und das gefiel ihr überhaupt nicht. Sie hatte in den letzten fünf Minuten gefühlt mehr Kalorien verbrannt und geschwitzt, als beim heimlichen intermezzo mit dem Laufband ihrer Mutter. (Hey, sie ist achtzehn sieben zwölftel Jahre alt. Da darf man mal auf seine Figur gucken!)

    Sie setzte einen Fuß in das Gewölbe. Der Geruch von Staub, nassem Gestein und alten Büchern stieg ihr in die Nase. Sie betätigte den Lichtschalter zu ihrer Linken und stieg die knarrende Eichenholztreppe langsam nach oben. Das Werk ächzte unheilvoll und mahnend unter den Füßen des Mädchens, doch sie ließ sich davon nicht beirren.

    Sie legte sich flach auf die Treppe und spähte über den Absatz in den Speicher. Ein Holzsplitter bohrte sich in ihre linke Brust, doch sie unterdrückte den Schmerz so gut sie konnte, biss sich auf die Lippe und blinzelte ihre Tränen weg.

    Als sie auch Minuten später nichts verdächtiges bemerkte, raffte sie sich langsam auf, griff sich ins Dekolleté und entfernte mit einem unterdrückten Quiecken den Holzsplitter. Mit leicht feuchten Augen sah sie sich im Schein der einzigen Lampe um, nahm aber außer den wabernden Staubwellen nichts wahr.

    Sie war nur sehr selten hier oben gewesen, alles machte auf sie den Eindruck einer fremden Welt. Bei ihrem nächsten Schritt war ihr, als würde sie durch eine unsichtbare Wand treten.

    Links von ihr nahm sie ein kurzes, schleifendes Geräusch war und dann... ZACK! mit dem Donnerknall von tausend Kanonen rumpelte die Kiste mit der Weihnachtsdekoration zu boden.

    Mina konnte nicht genau sagen, ob es wirklich so laut war, oder ob es bloss an der Stille im Haus lag, aber ihr klingelten die Ohren wie nach einem Livekonzert.

    Entsetzt starrte sie zu dem Ort, an dem sich die Weihnachtskugeln und Lametta gerade zu Boden gelegt hatten.

    Dann ging das Licht aus.

    Mina atmete schwer. In den Unwirren der Finsternis konnte sie nicht einmal sagen, ob das vor ihr ihr Atem oder der aufgewirbelte Staub des Speichers war.

    Sie tastete zitternd um sich. Hier war nichts. Kein Laut, kein Ton, kein Wort. und doch war hier etwas. Etwas nicht ersichtliches, das spürte das Mädchen. Sie ertastete das Geländer und umklammerte es so fest, als wäre es ihr lebensrettendes Seil in die Wirklichkeit. Das einzige, das sie in dieser Düsternis wahrnahm, war ihr eigener Puls, der wie ein reissender Fluß durch ihre Ohren rauschte.

    Es machte leise, fast unhörbar "Plop!"

    Inmitten des ergiebigen Speichers war auf einmal eine helle Gaswolke erschienen. War es Gas? Es konnte genauso gut Nebel oder Trockeneis sein. Aber, egal was es war, es war da. Und Mina sah es.

    Verängstigt wie ein neugieriges Rehkitz kroch das Mädchen vorsichtig auf die Substanz zu, bis es nur noch eine Hand breit davon entfernt war. Nichts rührte sich. Alles war still bis auf ein tiefes, monotones Brummen. Eigentlich hätte sie es besser wissen müssen, doch die Schülerin hob ihre rechte Hand. Zitternd, ganz langsam ließ sie sie auf das komische, wabernde Konstrukt zugleiteten.

    Bis...

    "Ey, spinnst du, hast du zu viel Indiana Jones gesehen oder was???"

    Minas Hirn rotierte. Was zum Geier war das? Es schien von allen Wänden gleichzeitig wiederzuhallen. Sie zog ihre Hand zurück, rutschte ungeschickt nach hinten, ehe sie mit dem Rücken auf einen alten Wandschrank prallte. Ihre Hände und Füße schlitterten über den Boden, als würden sie noch weiter zurückweichen wollen, doch der Schrank stand stabil und gab den Weg nicht Preis.

    Doch die Gliedmaßen des Mädchens gaben nicht auf, sie ruderten weiter rückwärts, endlos in dem Glauben doch noch einen Pfad weg von diesem.. Ding zu finden. Bis sich die Scherbe einer zerborstenen Weihnachtskugel den Weg tief in den Daumenballen ihrer Hand bahnte, und dank der Bewegung bis weit in den Unteram hinfort schnitt.

    Ungläubig hob Mina den Arm an. Warmes Blut quoll aus der langen Wunde hervor, fand seinen Pfad zum tiefer gelegenen Ellenbogen, von dem es wie der Tautropfen auf einem Blütenblatt zu Boden troff.

    Der Schülerin war absolut nicht gut zu Mute. Sie spürte noch, wie erst ihre Zehen, dann ihre Finger, und zu guter letzt ihr Körper erkaltete, ehe sie in die süße Ahnungslosigkeit der Ohnmacht entfiel.

    Das wabernde Gedöns manifestierte sich als eine Art Gesicht und besah sich die Bescherung. Es legte den Kopf mal auf die eine, dann auf die andere Seite.

    Letzten Endes kam es dann auf das Ergebnis.

    "Scheiße. Bei Gott, das hätte wirklich besser laufen können." Just in diesem Moment juckte es Gott in der Nase. Er nieste, putze sich eben jenes himmlische Atemorgan und machte sich wieder daran, die Pharmafabrik mit Steinen zu bewerfen.



    -----------------------------------------Ende von Teil Eins---------------------------------------

    hihi^^ ich bin allerdings nicht so lieb^^ die Queen Mum sagte schon: "Sie halten mich für eine nette Person. Ich bin ganz und gar kein netter Mensch"
    nee quark, danke für die Blumen, öh, die Eukalyptuskekse^^ jetzt fehlt mir nur noch n Rechner XD


    und lieben dank Hikari

    Also wenn ich eine Schreibblockade hab, versuch ich erstmal für ein paar Tage Abstand vom Schreiben zu nehmen und versuch, mal wirklich gar nicht kreativ zu sein. Ich geh dann auch gern mal mit den Katzen raus oder gugg nen Film, manchmal reicht das schon als Indikator für eine gute Idee. Und wenn nicht schau ich einfach was in der Arbeit als nächstes passiert was irgendwie inspirierend ist und da passiert echt ´ne Menge.

    Sicher ist meiner Meinung allerdings, dass man sich nicht auf Teufel komm raus dazu zwingen sollte, weiterzuschreiben, z.B. weil der angefangene Teil so gut ist, sondern sollte das ganze Ruhig angehen, dann kommt aus eigener Erfahrung meistens was besseres raus, als wenn man bloß irgendwas hinklatscht damit der Text fertig ist.

    Das doofe ist bei mir (kennt ihr sicher auch), dass ich zumeist dann nicht weiterkomme, wenn ich direkt davor sitze. Da kann ich das letzte Geschriebene tausend Mal lesen, und es passiert nichts.

    Außerdem bekomme ich immer dann gute Einfälle, wenn ich sie gerade nicht gebrauchen kann. Wenn die Arbeit mal wieder stressig ist oder ich grad keine Hand frei hab, um zumindest mim Handy ne Memo aufzunehmen.

    Das Thema is ja mal sowas von Cool^^ ich bin zwar nicht der größte Bücherwurm, und so sagen mir einige Sätze leider gar nichts, aber es ist schon extrem witzig, wie manche Leute Bücher umschreiben :D besonders grandios fand ich die Beschreibung des Neuen Testaments. Und auch wie unterschiedlich der Herr der Ringe, der Hobbit und Harry Potter interpretiert werden, einfach herrlich :D dann versuch ich mich auch mal^^


    Drei seit über 15 Jahren nicht mehr alternde Kumpel lösen geheimnisvolle Rätsel

    Ein Mädchen rettet die Welt, indem sie aus einem Buch vorliest


    Dieses Buch ist unfair. Der Titel verrät einem schon das Ende.


    Eine Schulklasse führt auf einer einsamen Insel Krieg gegen sich selbst.

    Ein junge verbringt seine Freizeit in einem Wald voller psychisch gestörter Tiere

    Pro- und Antagonist umarmen sich und gehen dann gemeinsam schwimmen.

    Die Geschichte eines Schülers, der sich in seinen täglichen Niederschriften das Leben schönredet

    Eine fiese Intrige findet in Ägypten den dramatischen Höhepunkt


    Soo, viel Spaß beim Rätseln^^

    Es war einmal: Die Erde

    (oder wie ein wenig bekannter Rapper beim berappen eines anspruchsvollen Kochöls sagen würde: "Alter!! Nativ!!")




    Präambel:

    So merkwürdig es auch ist und sich liest, diese Geschichte dient als Vorwort zu Vielen meiner Erzählungen. Vieles wird im unklaren bleiben, einiges ist schlichtweg nicht zu glauben, doch alles entspricht nichts weiter als der reinen Wahrheit. Der geneigte Konsument soll dies Textwerk als Grundvoraussetzung meiner Welt zu verstehen nehmen, lesen und dann am besten ganz tief im Erdreich Seines oder Ihres Gartens vergraben. Grammatikalisch sowie textlich ist alles so gewollt. Rechtschreibfehler sind kalkuliert, Wortneuschöpfungen fürdahin an der Tagesordnung, so dass es dem Leser, der Leserin, dem Mod oder auch Cuthulu freude bereiten wird. Zu letzerem hege ich übrigens keine allzu enge Verbundenheit, falls das jemand denken möge.



    Es war einmal: Die Erde


    Der Wecker klingelte.

    Nein, er klingelte nicht, er schrie. Er schrie regelrecht ob der unverschämten Dreistigkeit einfach weiter zu schlafen während er, der Wecker, eine Nachtschicht nach der Anderen schob, nur um Ihn immer mal wieder Ein ums Andere Mal an die Uhrzeit zu erinnern. Bei Gott, hätte es Gott da bereits gegeben, hätte er diesem Sklaventreiber von Arbeitgeber den Allerwertesten weggeklagt.

    Der Wecker hatte ansich nichts gegen die ein oder andere Überstunde, wurden diese doch adäquat bezahlt, aber dieser Jener sein Dienstherr, übertrieb es einfach maßlos.

    Langsam schob sich eine Hand unter der Decke hervor, suchte sich wie eine Spinne den Weg zum Nachtkästchen, auf dem der Wecker stand und hub nur einen Wimpernschlag später mit der Präzision eines Fleischermeisters auf die Snoozetaste eben jenen Geräts. "Nur noch 5 Millionen Jahre..." grummelte es unter der Decke hervor, nur Sekundenbruchteile bevor sich das ganze Zudeckkonstruckt erhob wie ein ganzes Gebirge, um dann ebenso rasch auf der anderen Seite einzubrechen wie das High-School Modell eines Vulkans im Chemieunterricht, dem man zu gegebener Zeit vergessen hatte das Backpulver beizufügen.

    Der Schläfer hatte sich gewendet.

    Der Wecker war nicht entzückt. Weitere fünf Millionen Jahre Überstunden. Die Gewerkschaft würde Ihm was husten. Und was würden Frau und Kinder sagen?
    Doch als Ihm nach den nächsten fünf Millionen Jahren düngte, es wäre nun an der Zeit, seine Arbeit zufriedenstellend zu verrichten, erlebte er eine böse Überraschung. Er klingte, wartete kurz, klingelte wieder, kurz bevor er von der Hand seines zweifelhaften Arbeitgebers gepackt und gegen die nächste Wand katapultiert wurde. Kurz bevor Er an der Wand zerbarst und rein gar nichts mehr denken konnte, dachte er noch "Na herzlichen Glückwunsch".

    Danach schwieg der Wecker für immer.


    Urknall erwachte.

    Langsam und ganz allmählich schlug er die Decken seines Bettes zurück, seufzte und schälte sich letztenendes ganz aus seiner Schlafstätte. Alles in Allem hatte er ganz gut geschlafen, und so waren die letzen paar hundert Millionen Jahren wie im Flug vergangen, seit ihm dieses seltsame Etwas den Job angeboten hatte. Nur dieser Wecker hatte Ihn seit jeher genervt. Alle sechzig bis siebzig Millionen Jahre ging er einem auf die Testikel. Und das nur, damit er, der Urknall seine einzig wahre Bestimmung nicht aus den Augen verlor. Doch wie hätte er es wissen sollen?

    Da stand auf einmal so eine wabernde Gestalt vor Ihm. Die Sillouette nicht klar erkennbar, es schien fast so als würde Es hinter einem Wasserfall aus kochendem Gold stehen. Sie reichte Ihm einen Umschlag aus braunem Packpapier, und Urknall nahm es wie universumsergeben an, ohne auch nur eine Frage zu stellen.

    Etwas später, nach einem guten Glas Cherry, setzte sich Urknall an seinen Sekretär und öffnete mit leicht verschwitzten Fingern das Couvert. Dort stand geschrieben:


    "Herzlichen Glückwunsch!

    Sie wurden von der Allgegenwärtigkeit dazu auserwählt, als Urknall zu fungieren.

    Ihre Tätigkeit gestaltet sich fürdahin einfach.

    Sie dürfen tun und lassen, was Sie wollen, insofern sie es nicht übertreiben

    Sie dürfen schlafen, so lange sie wollen, und keiner wird Ihnen etwas vorschreiben.

    Doch es ist vorgesehen, dass sie eines Tages, zu ungegebener Zeit, explodieren.

    Dies ist notwenig, um ein neues Universum zu erschaffen, welches neues Leben in der Einen oder Anderen Form mit sich bringt.

    Vermasseln sie es nicht!"

    ,

    Urknall kratze sich am Kopf. Explodieren... Na wenns weiter nichts ist.., und sah aus dem Fenster.

    .Nur Schwärze. Nichts als endlose Einsamkeit in den unendlichen Weiten des Nichts. Kein Wunder. Er war ja auch noch nicht explodiert, und inzugedessen war auch noch kerine Sonne entstanden, geschweige denn irgend ein anderer Planet.

    Doch irgendwie stimmte Urknall das auch freudig. Keiner konnte Anstalten machnen. Niemand konnte sagen "Wieso trinkst du so viel, es ist doch hellichter Tag, bekomm mal dein Leben in den Griff!" Und so konnte er Einen nach dem Anderen trinken, ohne dass es Ihn oder irgendwen sonst gestört hätte, da ja noch kein hellichter Tag existierte.

    Er verabredete sich mit seinem besten Freund, dem Schwarzen Loch, in der Kneipe an der Ecke, um über seine Zukunft zu senieren, und nach einem gelugenem Abend voller Whiskey, Cherry und viel zu viel Absinth wurde Urknall wehmütig und lethargisch. Hätte er doch damals nur gewusst, welche Auswirkungen letzteres Getränk in einigen Jahren auf einen Künstler namens Van Gogh haben würde.

    Weder der Urknall noch das Schwarze Loch konnten erklären, woher diese Lebensmüdigjkeit rührte, und so stand des Urknalls Entscheidung nach mehreren Äonen Absinth fest. "Morgen, Gevatter Schwarzes Loch, spreng ich mich hoch. BUMM!". Und bei diesem "BUMM" schwenkte er seine Arme über sich hin- und her als würde er Fliegen verjagen wollen.

    Das Schwarze Loch allerdings, sternhagelvoll und lallend wie nichts Anderes, was man je gesehen hatte, erwiederte:" Mein Herr Uri (welches die Verniedlichung von Urknall ist) du bist Dir aber bewusst, dass Du danach rein absolut gar nicht mehr Sein wirst... Ich meine, Du bist dann tot, pulverisiert, nonexistenz, Du weißt das doch, gell, Herr Uri?"


    **Der Autor möchte an dieser Stelle hinzufügen, dass dieser Verweis auf einen doch recht bekannten, Britischen Illusionisten rein zufällig zustande kam. Es hat nichts mit der bayrischen Schreib- und Wortsprache zu tun, in der man den Nachnamen vor den Vornamen stellt, sondern eher damit. dass das Schwarze Loch einfach betrunken war wie ein Pferd. So wird also mit Nichten aus "Gell, Herr Uri?" der "Geller Uri!". Nur mal so fürs Verständnis. Des weiteren kommt von dieser Konversation auch der Begriff `saufen wie ein Loch´**



    Und so zog der Urknall bedrückt und mit viel zu vielen Fragen im Kopf, von Hinnen.

    Zuhause angekommen legte er Mantel und Hut ab und besah sich im Spiegel. Er sollte sterben? Dafür, dass alle Anderen außer Ihm eine Existenz hatten? Er mochte diese Idee nicht. Und dennoch- irgendwie bereitete sie Ihm Freude. Erst schmunzelte er, als er in seinem Arbeitszimmer auf und ab lief.

    Dann, mit einem Mal wurde ihm bewusst, dass sein ganzes Dasein absolut nichts mehr bedeuten würde.

    Danach, er genehmigte sich einen steifen Grogg, fand er die Idee einer Supernova gänzlich hervoragrend.

    Hinterher trafen ihn Zweifel, denn Niemand würde sich an ihn erinnern und kein Einziger würde je erfahren, weshalb er verging.

    Und zuletzt, mit einem seeligem Lächeln, sprengte sich der Urknall in die Luft.

    Denn nichts ist ewig, und alles wird irgendwann dem Strudel der Zeit zum Opfer fallen.


    Doch in diesem Universum verläuft alles etwas anders als in der Welt, so wie wir sie kennen.

    Leider litt Herr Urknall an einer schwerwiegenden psychen Störung, da er bipolar war.

    Und in jenem Moment, in dem er sich dem Nirvana hingab, entstanden statt nur einem, gleich zwei unterschiedliche, jedoch fast identische Welten in der sich seine Krankheit wiederspiegelte. Jene, wie wir sie kennen, in der Magie nur Fiktikon ist, war des Urknalls depressive und lustlose Seite. Die andere, welche nicht mehr als eine Nanosekunde von der Unseren Existiert, allerdings entstand aus seiner Freude und Hochmut.

    In dieser Welt ist Magie kein normaler Job. Sie wird nicht einmal klar wahr genommen. Sie ist mehr wie ein Sommerwind,der durch die Bäume Streift, und doch existiert sie. Selbst die Menschen in diesem doch durch und durch magischen Universum wissen meistens gar nicht, dass es Magie wirklich gibt, bis sie, zumeist durch einen ganz und gar dämlichen Zufall, von einem Geist heimgesucht, von einer Kräuterhexe verzaubert werden oder einfach nur aus Versehen auf einen Klabautermann treten.

    Kein Lebewesen einer der beiden Welten kann die andere Seite betreten, kann sie sehen, spüren oder irgendwie wahrnehmen. Wir existieren miteineinander, nur dass in unserer Welt alles den normalen, den unmagischen Weg geht. Während in der anderen Welt Magie existiert.

    Natürlich nicht so wie in einschlägigen Romanen, doch sie ist da, sie umgibt uns. Und wenn auch nur in einem Augenzwinkern. Und so wie die Geschichten über Hexen, Magier, Ungethüme in unserer Welt nichts mehr als reine Fantasie sind, so bin ich mir sicher, dass in der anderen Welt sicherlich ein paar findige Kreaturen ein Schloss in Schottland bauen um dort Magie zu unterrichten.

    Und so gibt es diesem Universum auch ein Paradies, dass allerdings von einem allmächtigen, misanthropischen Pharmakonzern aufgekauft wurde, eine Hölle, die durch und durch verbeamtet worden ist und diverse irdene Wesen, die keinen Plan von der Sache haben und trotzdem irgendiwe mit rein gezogen wurden. Sie sehen, da läufts genauso unrund wie bei uns Normalen.

    Der Urknall war nicht nur der Beginn unseres Universums, er war viel mehr als nur das. Es war der Beginn der Universen, die koexistierten, und von denen niemals irgendjemand wusste.

    Naja, bis auf die Schnabeltiere vielleicht.

    Denn Schnabeltiere sind die einzige Spezies, die durch die Wand in das andere Universum blicken können. Warum wohl sonst würden sie so dämlich daherschauen?

    Laut Monthy Python ist das Schnabeltier der Beweis, das Gott Humor hat. Und Sie haben auch Recht. Allerdings wussten die Herrschaften von Monthy Python nicht, dass der Urknall an einer Bipolaren Störung litt, und in seinem Enthusiasmus nicht nur ein Paralleluniversum erschuf, sondern dazu gleich einen Gott, einen Teufel, und was die Mythologie sonst noch so alles hergibt.


    Sei es wie es sei. Gehabt euch Wohl und haltet die Augen offen, nicht dass euch was entgeht.

    Und grüßt immer die Schnabeltiere, die euren Weg kreuzen, denn sie könnten euch den Weg in eine andere Welt weisen.