Beiträge von Novize

    Hey Kirisha,


    Das war ein vielversprechender, spannender Einstieg – gerade die ersten Worte

    Vor diesem Tag hatte er sich sein ganzes Leben gefürchtet. Denn heute würde er sterben.

    Das hat gesessen. Auch weil es bei so einer Kurzgeschichte ja ohne Weiteres vorkommen kann, dass der Protagonist tatsächlich stirbt.

    Die Sonne dieses Tages eben aufgehen zu sehen, die sich schamhaft hinter Wolken versteckte, zeigte ihm deutlich, dass es nun kein Entrinnen mehr gab.

    Wie man hier und an vielen anderen Stellen sieht, hast du (wenig erstaunlich) Übung mit Worten und es ist eine Freude das zu lesen.

    Was die Story angeht: zuerst hat mich das natürlich sehr an die Spartaner aus „300“ erinnert. Aber hier verhält es sich schon etwas anders. Zum einen ist die Überlebenschance in der Wolfshöhle sehr gering. Zum anderen scheinen die Wölfe mehr als nur stumpfe Bestien zu sein. Vielmehr scheinen die Menschen im Dorf eine Art „Deal“ mit ihnen zu haben – was die Tiere in meiner Wahrnehmung als intelligente Wesen charakterisiert.

    Die Wölfe überfielen nie einen Dörfler, der ihre Regeln beachtete. Dafür garantierte das Opfer, das sie ihnen in der Mittsommernacht brachten.

    Mir kam hier natürlich sofort der Gedanke, was es mit diesem „Opfer“ auf sich haben könnte? Es scheint nicht rein um die Nahrungsversorgung zu gehen. Sonst könnte man den Wölfen ja auch Schafe o.ä. opfern. Mit der Höhlenszene gewinnt das Ganze dann ja auch immer mehr Ritualcharakter. Da scheint also noch einiges mehr dahinter zu stecken.

    Dann muss die Fortpflanzung vor dem 18 Lebensjahr erfolgen und die Kinder lernen ihre Väter nicht kenne. Interessante Sache.

    Auch diesen Aspekt fand ich sehr interessant im positiven Sinne: man macht sich so seine Gedanken, wie so etwas die Gemeinschaf im Dorf beeinflusst.

    Tatsächlich war eines der ersten Dinge, die ich mich gefragt habe, warum Rick sich nur von seiner Mutter verabschiedet und nicht von seiner Freundin / Frau / Geliebten. Gemeinsam mit dem Ritual in der Höhle suggeriert es, dass er bis zu seinem 18. Lebensjahr noch kaum Kontakt zum anderen Geschlecht hatte.

    Das ist ein interessantes Konzept. Dazu zwei Gedanken. Wenn die Zeit so kurz ist, sollten sich da nicht schon früher Liebschaften mit Kindern als Konsequenz ausbilden? In einer mittelalterlichen Welt ist 18 ja schon recht alt und auch heutzutage warten nicht alle bis 18 …

    Wenn jetzt alle 24 (zwei dutzend) Mädchen an diesem Abend Sex haben, dann werden höchsten 1-2 schwanger und das Dorf wäre ausgestorben. Die jungen Frauen haben ja nicht gleichzeitig ihren Eisprung und nicht jeder Paarungsversuch ist erfolgreich, was die Vermehrung angeht

    Daher bin ich hier ganz bei Sensenbach. Selbst wenn alle Frauen in der Höhle schwanger werden sollten, hätten sie ja nur halb so viele Kinder gezeugt, wie sie mindestens für den Fortbestand des Dorfes benötigen würden. Das würde im Umkehrschluss bedeuten, dass die wenigen überlebenden Männer einiges im Dorf zu tun hätten :), was sie wahrscheinlich auch nicht mehr in einer monogamen Partnerschaft hinkriegen würden. Durchaus möglich - dann hätte diese Dorfgemeinschaft eher so etwas von einem Löwenrudel, wo nur das stärkste Männchen sich fortpflanzen darf.

    In einer langen Reihe neben den Waffen seiner Schicksalsgenossen. So als hätten die Besitzer dieser Schwerter und Äxte, anstatt zu kämpfen, diese lieber fein säuberlich der Größe nach nebeneinander gelegt, wie in einem Museum.

    Dieser Abschluss macht gelungenerweise neugierig. Ich bin auf jeden Fall gespannt auf den nächsten Teil!

    Liebe Kiddel Fee,

    den Abschnitt fand ich gut. Die unerwartete Wendung ist gelungen: aus Cedriks Perspektive macht es Sinn, dass er eher eine Zurechtweisung erwartet. Aus der Perspektive der anderen ist wiederum das Verhalten von Lord Symon das logische. Dass das für Cedriks Vater nicht gilt, liegt vielleicht daran, dass er wusste, dass sein Sohn nicht nach dem Jungen gesucht hatte.

    Zwei Dinge sind mir aufgefallen:

    Offenbar schien die Suche nach dem Prinzen jetzt weitläufig und von vielen Leuten durchgeführt zu werden, es wurde immer lauter.

    Auf den ersten Blick scheint es gewagt, den Prinzen in einer öffentlichen Aktion zu suchen. Sobald bekannt ist, dass der (noch hilflose) Prinz verloren gegangen (und unbewacht) ist, eröffnet das für zwielichtige Gestalten natürlich die Möglichkeit ihn zu entführen oder zu beseitigen. Ich persönlich würde dezent ein paar professionelle Suchtrupps los schicken. Damit die Szene funktioniert brauchst du aber diese öffentliche Suchaktion. Ungefährlich würde das ganze dann, wenn aus dem Hof so ohne weiteres niemand ungesehen rein oder raus kommt. So kann Lord Symon sicher sein, dass der Prinz noch auf dem Gelände ist und sich gleichzeitig nur vertrauenswürdige Personen auf dem Hof befinden. Man könnte also in einem Halbsatz irgendetwas von den Wachen am Tor fallen lassen o.ä.

    Dir fehlt noch immer das Gespür für Verantwortung. Deshalb werde ich dir mehr davon übertragen. Vom heutigen Tage an bleibt Cedric an deiner Seite.

    Hier habe ich nicht ganz verstanden, in wieweit das Eneas mehr Gespür für Verantwortung bringen soll. Im Prinzip überträgt er doch damit die Verantwortung auf Cedrik, oder?

    Zum anderen wirkt es ein kleines Bisschen zu spontan, dass Symon Cedrik so schnell diese wichtige Aufgabe überträgt. Vielleicht würde es Sinn machen, zu erwähnen, dass er ihn oder vielleicht seinen Vater zumindest ein Bisschen kennt. Alternativ könnte er ihm noch ein Bisschen auf den Zahn fühlen - nur so eine Idee. Was aus meiner Sicht durchaus passt ist, dass der ausschlaggebende Grund für seine neue Aufgabe das Auffinden von Eneas war.

    Moog

    Tolle Geschichte! Kreativ und unterhaltsam - war eine echte Bereicherung für die Feiertage. Ich hoffe wir können hier im Forum in nächster Zeit mehr von dir lesen. Glückwunsch zum verdienten Sieg!


    Kamar

    Die Geschichte hat meine Stimme bekommen, weil ich die erzählerische Herbeiführung der Wendung wirklich gelungen fand. Der Kontrast zwischen dem Liebesspiel und dem Todesurteil war schon stark. Und auch sonst konnte man die Geschichte - finde ich - gut lesen.


    Wielin

    Da schließe ich mich kalkwiese an. Mir hat auch die Stimmung sehr gut gefallen, mit der du das Thema vielleicht sogar am besten getroffen hast.

    Hätte ich geahnt, welche geballte Ladung fachspezifisches Wissen mir hier engegendröhnt, hätte ich die Schlittschuhe gar nicht erst untergeschnallt.

    Ehrlich gesagt habe ich das direkt geahnt :D

    Ich würde aber zustimmen, dass das Hintergrundwissen, das der Lehrer in der Geschichte vermittelt, im großen und ganzen stimmen sollte. Mathe-Lehrer erzählen zwar auch viel Müll, aber wenn das hier passiert, dann funktioniert die Geschichte nicht.

    Irgendwie ist bei den ganzen mathematischen Details aber - finde ich - das Grundgerüst der Geschichte viel zu kurz gekommen. Ich habe das high level so verstanden, dass ein Junge über die Unendlichkeit nachdenkt, fasziniert davon ist, Bezüge zum eigenen Leben herstellt und schließlich von seiner eigenen Endlichkeit eingeholt wird. Soweit ein Konzept, dass ich gut finde.

    Prinzipiell hätte ich da allerdings einen anderen Aufhänger gewählt als die Nachkommastellen der Zahl Pi. Tatsächlich wäre mir da auf der mathematischen Seite auch eher sowas wie Hilberts Hotel in den Sinn gekommen. Was ich unabhängig davon viel spannender gefunden hätte, ist wenn man den Part mit dem Lehrer etwas kürzer gehalten hätte und Jorin stärker über die Bezüge zum eigenen Leben nachgedacht hätte, was dann unweigerlich zur (Un)Endlichkeit von Raum und Zeit führt. Ein paar gute Ansätze hast du da ja schon drin gehabt, aber da gäbe es denke ich noch viel mehr Potential.

    Letztendlich gebe ich Jota recht, dass man auch aus dem Ende etwas mehr machen könnte. Man könnte hier z.B. viel mehr Bezug nehmen auf die Aspekte der Unendlichkeit, die innerhalb der Geschichte angesprochen werden. Die Bilder von Jorins Leben könnten vor seinem Inneren Auge vorbei rauschen, wie die Nachkommastellen der Zahl Pi. Und ob diese Bilderflut jemals aufhört wird dann offen gelassen. Vielleicht habe ich aber auch gar nicht verstanden, was du uns mit dem Ende sagen willst. Hoffe mit diesem Feedback kannst du was anfangen. Frohes Neues! :)

    Ich schließe mich da den anderen im Wesentlichen an. Die Szene wirkt unspektakulär, macht sich aber als "Cooldown" der Marktszene damit sehr gut und bietet die Möglichkeit etwas die Charaktere aus Rüstans Familie zu beleuchten. Hier ein paar Anmerkungen:

    Kurz schwieg der Kleine, dann trat so etwas wie Entschlossenheit in seine Augen. “Ich will auch mutig sein.” Rasch erhob er sich, aber dann schien ihm doch wieder etwas bange zu werden. “Kommt Ihr mit mir?”

    :)

    Die Szene ist gut geworden. Der Dialog zwischen den Kindern ist unterhaltsam, realistisch und transportiert die gewünschte Atmosphäre. Es bringt dem Leser die Beziehung der Beiden jedenfalls nochmal gut näher.

    Mir ist irgendwie jetzt erst aufgefallen, dass Rory erst 16 ist. Irgendwie hätte ich ihn mir älter vorgestellt. Wenn seine Verlobte vor drei Jahren gestorben ist, war er da 13 (und seine Verlobt 30). Sprich, da war er schon recht früh verlobt. Ist aber ja vielleicht unter den Adelshäusern nicht unüblich.

    Hi LadyK,

    schöne Szene mit den zwei Brüdern. Einerseits können sie sich nicht leiden - andererseits sind sie eben Brüder und verbinden damit gewisse gegenseitige Verpflichtungen. So zumindest habe ich das interpretiert und das gibt der Beziehung eine gewisse Tiefe, die das Ganze interessant macht. Hier ein paar Dinge, die mir aufgefallen sind:

    Hallo Iskaral,

    das liest sich wie der Auftakt zu einer sehr vielversprechenden Story. Erinnert mich stark an das RPG "Elex" - eine mutmaßlich postapokalyptische Welt, der gemischt Einsatz von modernem und mittelalterlichen Waffen sowie Magie, die bizarren Geschöpfe.

    Da waren einige beeindruckende Szenen dabei: der Ghoul, der aus dem Sand mit der Hand nach dem Eseltrauß greift, die Gasmaske, bei der sich durch die Blutspritzer die Sicht verschlechtert und der Nahkampf mit dem Ghoul, dessen Auge schließlich dran glauben muss. Die Logik der ganzen Szene schien mir alles in allem auch stimmig. Ich habe daher auch nichts größeres gefunden, sondern eher Details - vor allem die Kampfszene betreffend:

    Das war ja eine tolle Resonanz bei diesem Wettbewerb! Cool zu lesen, wie unterschiedlich das Thema interpretiert wird – und dabei noch so gut unterhalten zu werden. Die Entscheidung war fand ich extrem schwer. Nachdem ich gesehen habe, dass die anderen Geschichten sprachlich auf ziemlich hohem Niveau geschrieben waren, hatte ich mir gar nicht mehr so große Chancen für meinen Text ausgerechnet. Freut mich umso mehr, dass er gut angekommen ist.

    Kiddel Fee: Schnee und Asche hat meine Stimme bekommen, weil neben der super Umsetzung auch das Thema am besten meinen Geschmack getroffen hat. Das Thema auf die Berührung eines Lichtstrahls umzumünzen fand ich auch gelungen.

    Der Wanderer: Deine Geschichte fand ich von der Sprache und der Atmosphäre her sehr cool. Ich hab allerdings fürchte ich das Ende nicht ganz verstanden, oder hätte mir als Leser noch mehr Infos zu der Schale oder ihrem Inhalt gewünscht.

    Theo-Drecht: Der Grind hat auf jeden Fall verdient gewonnen. Glückwunsch! War aus meiner Sicht von vorne bis hinten cool umgesetzt, spannend, humorvoll und unkonventionell. Und der Twist war auch gelungen.

    Rainbow: Auch hier war ich sprachlich und vom Spannungsbogen her echt beeindruckt. Die Geschichte stand lange bei mir ganz oben auf der Liste. Die Idee mit der Flaschenpost war cool. Einzig beim Ende hätte ich mir noch einen Ticken mehr gewünscht.

    LadyK: Bei der Erwählten fand ich vor allem den Anfang sehr stark. Die Erzählung fand ich auch atmosphärisch gelungen. Und der Twist am Ende war auch konsequent durchgeführt. Das einzige, was mich davon abgehalten hat, sie zu wählen war, dass sie mir einen Tick zu abstrakt war. Aber mehr Hintergrund ist bei so einer Zeichenbegrenzung natürlich auch schwierig.

    Kirisha: Diese Neuinterpretation fand ich auch toll. Ich würde so eine gelungene Mischung aus Humor und Märchen glaube ich nicht auf die Beine stellen und die Pointe saß auch!

    Den Auftritt des Magiers fand ich schön geschildert. Die Art und Weise wie er den Konflikt löst gefällt mir auch gut.

    Ich gebe den Anderen Recht, dass das Motiv für den fingierten Diebstahl etwas unklar bleibt.

    Hier ein paar andere Dinge, die mir aufgefallen sind:

    So, um es mit der Übersichtlichkeit in diesem Thread nicht zu übertreiben, kommen jetzt meine Gedanken zum Kapitel Sira (1/2) nach der üblichen Logik:

    Hallo Voluptuous Mayday,
    vielen Dank für deine hilfreiche Kritik und sorry, dass ich erst so spät darauf reagiere. :/

    Ich hatte beim Lesen ein bisschen das Gefühl einer DnD Runde, die ihr Ziel aus dem Augen verloren hat

    DnD hab ich nie gespielt, aber ich denke ich verstehe ungefähr, was du meinst. Die Geschichte entstand aus ein paar Ideen, die bei mir im Kopf umhergeschwirrt sind und die ich versucht habe zu einer Story zu verbinden. Das denke ich merkt man hier – das wäre sicher anders geworden, wenn man eine Geschichte konsequent um eine einzelne Idee herum gebaut hätte.

    Es werden Dinge beschrieben, wie z. B. Moes Verschnaufpause auf dem Hügel oder dass Moe mit der Wirtin aushandelt, gegen Essen den Stallauszumisten, obwohl das am Ende keine Relevanz für die Handlung hat - bzw. nicht so sehr, dass diese breite Erzählung meiner Meinung nach nötig/gerechtfertigt wäre. Ich will damit sagen, dass sich die Erzählung in meinen Augen in Angelegenheiten verrennt, die man kürzer fassen könnte oder vlt sogar weglassen

    Das hingegen habe ich nicht ganz verstanden. Eigentlich hatte ich bei all diesen Szenen schon einen Zweck im Hinterkopf. Bei der Verschnaufpause entdeckt Moe zum ersten Mal, dass der Fluss gar nicht so breit ist, wie er gedacht hätte. Außerdem wird schon mal etwas die Szenerie der Schlussszene vorbereitet. Durch die Verhandlung mit der Wirtin kommt Moe mit Malak ins Gespräch und erfährt die entscheidenden Bausteine für die Story. Außerdem kommt er nur so zum See und schließlich zur Höhle (anders, als wenn er z.B. was zu essen gekauft hätte). Das Ausmisten des Stalls ist kein relevantes Storyelement, wird aber ja auch entsprechend ultrakurz abgehandelt und dient nur als (beliebige) Gegenleistung, die Moe für seine Unterkunft erbringt. Theoretisch hätte Moe die Höhle natürlich auch einfach so finden können, aber der Weg, dass er erstmal zum Gasthaus geht schien mir logischer.
    Wenn du willst (und dich noch erinnerst) schreib doch noch mal etwas genauer, was du hier meinst – vielleicht wird es dann klarer für mich :)

    aber was nun die Moral der Geschichte ist, das konnte ich mir ohne Starthilfe nicht so recht zusammenreimen

    Jep – eine eindeutige Moral hab ich auch nicht im Kopf gehabt. Da bin ich ehrlich gesagt auch nicht so der Fan von, weil es mir immer etwas belehrend vorkommt. Eigentlich kommen hier nur ein paar Denkanstöße zustande, die der Leser dann fortführen kann, wenn er nur will (funktioniert so ein System mit Gewaltenteilung, wie in Kyrtana? Ist es sinnvoll Gomez durch Moe auszutauschen? Etc …). Ist aber sicher nicht jedermanns Sache. Was die erzählerische Ebene angeht, hat Juu-Ka das in seinem letzten Beitrag eigentlich ganz gut zusammengefasst / interpretiert.

    Wurde vorher im Text schon mal erwähnt, dass Moe ein Interesse für Gesteine hat?

    Ne, den Zusammenhang gab es bisher nur in meinem Kopf – aber er hat es nicht auf’s Papier geschafft ^^ . Als Spezialist für Skulpturen braucht Moe halt etwas Wissen über Gestein. Guter Hinweis!

    Also für ein Märchen im klassischen Sinne ist mir persönlich die Handlung nicht straight forward genug

    Definitiv. Ist also wirklich nur im weitesten Sinne mit einem Märchen zu vergleichen. Und hinzu kommt, dass es wie gesagt nicht die konsequente Umsetzung einer zentrale Idee ist (was man schon als Schwäche ansehen kann).

    Mir erschließt sich auch jetzt noch nicht, worin nun die Notwendigkeit in dem komplizierten Handel mit dem Banditen bestand.

    Stimmt - das Thema wurde hier ja auch schon hinlänglich diskutiert. Und ich würde zustimmen – da hätte man was anderes machen können und vielleicht auch sollen.

    Sorry für meine inzwischen schon etwas längere unentschuldigte Abwesenheit :)

    Meine fehlenden Kommentare unter euren Geschichten sind kein Zeichen von Desinteresse, sondern einfach von etwas akutem Zeitmangel. Wird aber nicht ewig anhalten: denke in ca. einer Woche werde ich wieder meinen Senf zu euren Werken geben! :gamer:

    Juu-Ka,

    für mich kam dein Entschluss, die Geschichte abzubrechen, recht überraschend. Auf den ersten Blick scheinen die Probleme, die sich aufgetan haben, eher erzähltechnischer Natur zu sein. Ich kann nur von dem sprechen, was schon veröffentlicht ist, aber da haben sich m.E. noch keine unlösbaren Probleme aufgetan. Ich würde mal behaupten - ohne selbst Erfahrung zu haben - dass die Probleme, in die du hier läufst für die ersten längeren Geschichten, die man schreibt, völlig normal sind. Ich persönlich rechne zumindest fest damit, dass ich mit meiner längeren Geschichte früher oder später mal in ein ähnliches Problem laufe und dann hoffentlich die Motivation habe, das zu beheben ^^. Aber an dem "hoffentlich" siehst du schon, dass ich auch den Frust nachvollziehen kann, der sich aufbaut, wenn man überwiegend negative Kritik zu einer Arbeit bekommt, in die man viel investiert hat. Am Ende kannst natürlich nur du wirklich beurteilen, ob das Abbrechen der Geschichte Sinn macht. In dem Zusammenhang kann ich mich nur an das anschließen, was Tariq gesagt hat und noch ergänzend empfehlen: nachdem du etwas Abstand gewonnen hast, um die Dinge ganz nüchtern zu betrachten:

    1. Vergleich immer den Aufwand, den du schon in die Geschichte hinein gesteckt hast mit dem der Änderung

    2. Brich die Geschichte nicht (nur!) ab, weil sie einzelnen Lesern nicht gefällt, sondern nur dann, wenn du (auch) selbst von der Kritik überzeugt bist

    Falls du die Probleme, die für dich einen Abbruch rechtfertigen, hier diskutieren willst, bin ich auch gerne bereit mit über Lösungen nachzudenken.

    Kapitel 10 hat mich etwas zwiegespalten zurückgelassen. Zum einen fand ich, dass viele Beschreibungen die Atmosphäre der Szene wirklich sehr gut eingefangen haben. Auf der anderen Seite ist es jetzt der zweite Teil in Folge, bei dem relativ wenig an Handlung passiert. Im Prinzip wäre so eine detaillierte Beschreibung der Szene stimmungstechnisch schon gerechtfertigt, wenn es jetzt im Garten zum großen Showdown kommt. Aber selbst dann fände ich, dass manche Absätze für ihre Länge relativ wenig Information und Stimmung transportieren. Vielleicht könnte man ja mit der ein- oder anderen Andeutung noch etwas mehr Neugierde beim Leser für das Kommende wecken? Diese Kritik ist jetzt aber sehr subjektiv (damit nicht repräsentativ) und ich bin was das angeht auch alles andere als erfahren. Vor allem hat jeder Leser da andere Vorlieben, deshalb macht es sicher Sinn an der Stelle mal andere Lesermeinungen abzuwarten.

    Hier meine Anmerkungen:

    Hallo Juu-Ka,

    toll dass du dir die Mühe für dieses ausführliche Review gemacht hast. Deine Gedanken haben mir sehr weitergeholfen. Auf ein paar Dinge / offene Fragen gehe ich mal explizit ein:

    Vermutlich hätte es auch funktioniert, wenn Moe den Ärger mit den Wegelagerern nicht gehabt hätte, sondern einfach direkt zur Fähre und Richtung Stadt gefahren wäre, in der Absicht seine Figuren zu verkaufen.

    Es stimmt, dass Teil 1 scheinbar relativ wenig Relevanz für die spätere Handlung hat. Warum ich ihn gebraucht habe, klärt sich vielleicht weiter unten.

    Durch die gestalterische Flexibilität könnte man aber z.B. den Stolperstein mit den Verhandlungen umgestalten, und zu einem leichter verständlichen Ausgang mit den Banditen führen lassen.

    Definitiv. Man könnte Teil 1 sicher stark ändern (und die angesprochenen Probleme lösen), ohne die weitere Story signifikant zu beeinflussen. Es gäbe wahrscheinlich auch noch bessere Szenen um mein erzählerisches Ziel zu erreichen, aber das war gerade das einzige, was ich im Kopf hatte.

    Vielleicht hat es das nicht in dem Detailgrad gebraucht - andererseits find ich es auch ganz schön, wenn es dadurch authentischer wirkt und man sich besser in das Beschriebene hineinversetzen kann.

    Für die Story ist der Detailgrad sicher nicht so relevant. Im Prinzip hat sich allerdings meine Geschichte um diese Idee aufgebaut und ich wollte, dass der Leser ein Bisschen über diese Form der Gewaltenteilung nachdenkt - ob sie Sinn macht und funktionieren kann und wie sie sich mit damaligen und heutigen Machtverhältnissen vergleicht.

    Eine dritte Erklärung wäre vielleicht noch, dass die Göttin ihn 'ausgewählt' hat, weil er sich durch seinen gewitzten Umgang mit den Banditen als fähiger Handelsmann erwiesen hat. Da würde ich dann aber kritisch nachfragen, ob ihn seine durchaus schlitzohrige Art als den Richtigen für den Job ausweist - so könnte man ja annehmen, dass auch er mit umfangreichen finanziellen Mitteln die Leute in der Stadt schnell hinters Licht führen könnte und letztlich nicht besser wäre als Gomez 1.0.

    Genau das hatte ich tatsächlich im Sinn. Und da kommt die erste Szene ins Spiel, denn die ist gewissermaßen eine Prüfung für Moe. Patty scoutet nach einem neuen Gomez, weil der alte offensichtlich korrupt ist (Hier könnte man mal überlegen, warum die Goldmine eigentlich eingestürzt ist). Zum einen muss Moe sein (händlerisches) Geschick unter Beweis stellen, denn auch wenn sie Aufrichtigkeit von ihm verlangt, darf er sich ja nicht über den Tisch ziehen lassen und muss auch schwierige Situationen meistern können. Dann soll er aber nicht einfach ein Gomez 2.0 werden - deshalb fragt ihn Patty im "under cover Bewerbungsgespräch" auf dem Floß nochmal aus und enthüllt, dass er tatsächlich plant, sich an den Deal zu halten und auch seinen Ruf als Händler sehr ernst nimmt. Dann soll in der gesamten Geschichte auch rüber kommen, dass Moe gut mit Menschen kann und z.B. auch die schwierige Situation der "Banditen" nachvollziehen kann. Und letztendlich beweist Moe auch Durchhaltevermögen. Nach dem Schicksalsschlag mit dem Überfall und der Lizenz lässt er den Kopf nicht hängen und macht weiter - so wie man's sich vom neuen Gomez auch wünschen würde.

    Etwas Potenzial sehe in den Skulpturen verschenkt. So hätte ich es als ein richtig starkes Ende empfunden, wenn er auf die großen Statuen auf dem Fels schaut und ihm dann plötzlich auffällt, dass die ja genauso aussehen, wie seine drei Skulpturen.

    Ja - die Idee (die Kamar) ja so ähnlich schon angeschnitten hatte ist gut - ich hab mir ehrlich gesagt über die Skulpturen gar keine weiteren Gedanken gemacht - das hätten auch Ohrringe sein können.

    Ansonsten kann man natürlich kritisch nachfragen, wieso keine der Dorfbewohner vor Moe mal auf die Idee gekommen ist, die Höhle zu erkunden.

    Ja, die Lösungsansätze hast du ja schon selbst beschrieben. Als Ergänzung: Moes Wissen über Schwefel haben die Dorfbewohner nicht. Die haben keine Ahnung, woher der Gestank kommt und sind deshalb sehr vorsichtig. Dem widerspricht ein bisschen, dass sie Moe die Fische anbieten. Malak hat deswegen ja auch ein etwas schlechtes Gewissen. Aber Assi ist es trotzdem und eigentlich soll das Dorf ja sympathisch wirken. An die Lösung, dass Patty das Gold erst vor wenigen Wochen da hin "gezaubert" hat, habe ich als Alternative auch gedacht und lasse daher dem Leser die Auswahl bei der Interpretation. Zugegebenermaßen habe ich mich noch nicht ganz entscheiden, ob die Story auch ohne Magie Sinn ergeben soll oder nicht. Bisher braucht man sie noch, man könnte sie aber auch mit ein paar Handgriffen wieder "raus designen"

    Da Moe in Teil 2 auf diese Hauptstadt zufährt, war ich zunächst etwas irritiert, dass er plötzlich in einem Dorf strandet. Ich hatte mir aus Teil 2 die Vorstellung gemerkt, dass dieser Felsen mit den drei Statuen den Eingang der Stadt markiert.

    Hier muss man unterscheiden zwischen dem Königreich Kyrtana (Grenze am Fluss) und der (Haupt-)Stadt Kyrinthis (10 Tagesmärsche vom Ort des Überfalls entfernt).

    Vielleicht kann man an einer Stelle noch das Material erwähnen, dass dem Leser als besonders schweres Material bekannt ist.

    Ja - stimmt, behalte ich im Hinterkopf.

    Zuletzt würds mich noch interessieren, ob und was du mit dieser Geschichte noch so vor hast.

    Die Geschichte ist nicht mit dem Qualitätsanspruch geschrieben, sie später nochmal irgendwo zu verwenden. Ich weiß daher auch nicht, ob ich sie nochmal im großen Stil überarbeite. Sie ist aus einer fixen Idee entstanden, die (und das merkt man an einige Stellen) nicht 100% ausgereift ist. Ich wollte sie hier trotzdem mal teilen. Zum einen um die Reaktion auf diese (etwas andere) Art von Erzählungen zu beobachten und zum anderen als Übung für's Schreiben und Plotten für mich.

    Hi AFG,

    ich hatte mir seit einiger Zeit mal vorgenommen hier rein zu lesen und bin jetzt bis Kapitel 8 gekommen. Bisher hat das Lesen Spaß gemacht, was nicht zuletzt an der Art von Humor liegt, die in der Erzählung mitschwingt. Ich habe die Kommentare bisher grob überflogen, würde aber um Nachsicht bitten, falls ich die ein oder andere Frage doppelt stelle. Ich konzentriere mich bei den Kommentaren mal auf das Inhaltliche. Hier geht's los:

    So, ich hoffe, die Kommentare bringen dich weiter. Ansonsten viel Erfolg bei den Abi-Vorbereitungen!

    danke für deinen Kommentar. Ich hoffe, dass "erfrischend anders" positiv gemeint war und nicht der kleine Bruder von "ganz nett" ist :D

    "Anders" meine ich in diesem Zusammenhang eigentlich gar nicht wertend. So wie ein Gedicht was anderes aber nicht besser oder schlechter ist als ein Roman. Was ich hier aber uneingeschränkt positiv finde, ist dass es sich ein bisschen hervorhebt von anderen Erzählformen, die wir hier meistens so haben - das bringt ein bisschen Vielfalt rein. Leider bin ich selbst nicht so der Sprachkünstler, so dass ich nicht viel zu etwaigen Verbesserungen sagen könnte. Aber rein vom Gefühl her konnte ich das Ganze gut lesen.