Beiträge von TiKa444

    Schattenspiel


    In der Nacht leuchten die Sterne

    Sie sind klar und deutlich zu sehn

    Kaum mehr als Lichter in weiter Ferne

    Kann ich doch nicht zu ihnen gehn


    Am Tage brennt nur die Sonne

    Sie flutet die Welt mit Licht

    Leuchtende Farben wohin ich auch komme

    Farben sieht man in der Dunkelheit nicht


    Was bringt mir die Welt ohne Sterne

    Was nützt mir ihr Licht ohne Farben

    Wie lange noch bis ich endlich lerne

    Der Schatten verbirgt, doch er heilt keine Narben


    In der Nacht weiß ich, was ich verpasse

    Wenn ich die fernen Sterne betrachte

    Während ich selbst am Tage verblasse

    Mein Leben endet, sobald ich erwache

    Tränen


    Weine nicht

    Mein Kind

    Weine nicht


    Was bringt es zu trauern

    Wenn der Regen fällt

    Wenn Menschen fallen

    Wie Tropfen im Regen


    Was bringt es zu weinen

    Wenn Leben verhaucht

    Ein schreckliches Ende

    Manch gnädiger Segen


    Vergieß keine Tränen

    Wenn ein Schmuckstück zerschellt

    Nur Scherben und Träume

    Die endlich zergehen


    Bedaure nicht das was

    In Flammen verraucht

    Nur Ascheflocken, die rasch

    Im Winde verwehen


    Trauer vergeht

    Wünsche vergisst du

    Bitten verhallen

    Hoffnung zerbricht


    Weinen ist nutzlos

    Was du begehrst ist jetzt weg

    Unvollendete Bände

    Liest man doch nicht


    Tränen versickern

    Die Gründe vergisst du

    Nur ein Tagtraum

    Der langsam verwischt


    Bedauern ist nur

    Ein Mittel zum Zweck

    Doch lohnt sich sowas

    Um seiner selbst willen nicht?

    Hoffen


    Da ziehen sie aus

    Gepanzerte Recken

    In eine Welt

    Voller Bösartigkeit


    Bekämpfen das Böse

    Das Schurken erwecken

    Bewahren die Menschheit

    Vor Kummer und Leid


    Wir alle wohl träumen

    Von Ruhm und den Sternen

    Ein mächtiger Held

    Beschützer des Lebens


    Wir alle erhoffen

    Den Ruf aus der Ferne

    Unsterblichkeit

    Wir hoffen vergebens


    Denn so geht es aus

    Wir sind meist nur Bauern

    Stehen am Rande

    Fallen vergebens


    Nur eine poröse

    Schicht aus Bedauern

    Bewahrt unser Licht

    Erhält unser Streben


    Und so versäumen

    Wir ungesehen

    Es verläuft im Sande

    Was wir nicht verstehen


    Und merken betroffen

    Wenn wir schließlich gehen

    Dass die Sterne sich nicht

    Um unser eins drehen

    Weiß glänzend liegt die Welt

    Eingefasst in Schnee

    Tiefe frisch gestapfte Stapfen

    Zeugen von so manchem Reh


    Der Wind zieht rüttelnd an den Ästen

    Und siehe da, erneut, es schneit

    Tödlich fallen Eiseszapfen

    Im verlassnem stillen Wald


    Wind rauscht leise, Schneefall fällt

    Manch Bachlauf ist zu Eis erstarrt

    Ächzend biegt sich Eichenholz

    Sommer ist leicht, der Winter hart


    Von verwitterten Baumstumpfresten

    Bleiben Hügel im Winterkleid

    Der Schnee beugt Äste, wie den Stolz

    Ich erzittere, denn es ist kalt

    Danke für die gute Kritik Neodym und Der Wanderer :thumbup:.


    "Da wo Licht ist, auch immer Schatten wacht" klingt wirklich gut, würde aber nicht zum Reimschema passt. "Ist" reimt sich in diesem Falle auf "misst".


    Bei der anderen angemerkten Strophe reimt sich "scheint" auf "meint", "liest" auf "siehst" und "beirrt" auf "wird". Ich weiß. Der letzte Reim ist nicht sehr gelungen. "Beirrt" bedeutet "etwas aus dem Konzept/aus der Fassung/in Verwirrung/durcheinander bringen". Konkret ist damit gemeint, dass das was jemand sagt eine andere Person verwirren kann, da die Bedeutung missverstanden wurde.


    LG TiKa

    Zwei Seiten


    Gefangen im Wechsel der Gezeiten

    Von Flut und Ebbe ausgedörrt

    Lassen wir uns davon leiten

    Was man uns vor Augen führt


    Doch jede Geschichte kennt eine Seite

    Die verdeckt bleibt, ungehört

    Einer Wahrheit folgt stets eine Zweite

    Die uns nicht im geringsten berührt


    Wo Lachen ist, verstecken sich Tränen

    Wo Sonne ist, da naht die Nacht

    Wo Sicherheit winkt, muss man Feinde wähnen

    Weil man nur mit Augenmaß misst


    Da sich jeder hinter einer Maske verbirgt

    Da mancher der nicht reden will, lacht

    Da dort wo Wahrheit ist, der Glaube stirbt

    Da wo Licht ist, auch immer Schatten ist


    Denke daran, wenn du urteilst

    Das du nie das ganze Bild siehst

    Eine Wahrheit, wohl gefeilt

    Die dir vorgetragen wird


    Nichts ist einzig wie es scheint

    Ein Buch sagt nur, was du drin liest

    Kaum ein Wort ist so gemeint

    Wie es beirrt


    Lausch darauf was andere sagen

    Und auf die Pausen zwischen den Worten

    Beobachte und stelle Fragen

    Und geh niemals davon aus


    Zu wissen wer ein andrer ist

    Welche Gedanken andere horten

    Was Andre denken, wer du bist

    Ein Teufelskreis, brich heraus


    Du kennst nicht die eine Wahrheit

    Du siehst nur Puzzleteile

    In einem Augenblick der Zeit

    Die niemals stillzustehen scheint


    Was du nicht weißt, sagt dir niemand

    Es steht nirgends da, Zeile für Zeile

    Es lauert nicht, in deinem Verstand

    Im Recht ist nicht, wer rechtzuhaben meint


    Vertraue nicht einzig deinen Gefühlen

    Was unsinnig scheint, ist meist nicht wahr

    Doch glaube niemals in deinen Kalkülen

    Dass man den Sinn auch immer erkennt


    Du siehst Geschichten unter allen Gesichtern

    Doch wenn du nicht mehr siehst, dann bist du ein Narr

    Du siehst nur ein Licht von all den Lichtern

    Die man Sternenhimmel nennt


    Was also will ich dir sagen

    Wenn du Wahrheit suchst, gib auf?

    Vielleicht nicht, aber du musst ertragen

    Dass du niemals alles weißt


    Erwarte nie, dass du andere kennst

    Und nimm das manchmal einfach in Kauf

    Und bevor du in die eine Richtung rennst

    Überlege wer dir die Richtung weist


    Alles was du hast ist dein Verstand

    Denke nach und rational

    Was ist wahrscheinlich, was ist bekannt

    Was solltest du glauben, was willst du glauben


    Argumentieren stets auch gegen dich selbst

    Die Wahrheit beruht nicht auf deiner Wahl

    Egal zu welcher Seite du hälst

    Du siehst nie weiter als bis zu den Augen

    Die Dummheit der Menschheit ist unendlich


    Verlorene der Zeiten

    Hört mich an

    Lässt euch nicht verleiten

    Ihr habt eine Wahl


    Wenn ihr gerne glauben wollt

    Was niemand ernsthaft glauben kann

    Der der Logik Respekt zollt

    Oder ist das zu umständlich


    Von Fremden aus dem World Wide Web

    Falsche Reputation, manchmal Faschist

    Bei Youtube bekommt jeder Depp

    Einen eigenen Kanal


    Welch Arroganz verleitet euch zum Glauben

    Ihr könntet entscheiden was richtig ist

    Und allen andren das zu rauben

    Was ihr Freiheit nennt


    Ich weiß ich bin nicht aufgewacht

    In meinen wohl behütet Träumen

    Ist im Klammergriff der Nacht

    Rationalität noch etwas wert


    Nichts ist einzig wahr und echt

    Weil es für euch schlüssig klingt

    Und nichts ist einzig fair und recht

    Weil es eure Welt erklärt


    Wieso zweifelt ihr an Journalisten

    Und glaubt denen, die es stets versäumen

    Beweis und Fakten aufzulisten

    Weil ihr andre dieser Meinung kennt?


    Ohne Meinungsfreiheit würde es eure Gruppe nicht geben

    Wie könnt ihr, wenn euch niemand zwingt

    Nicht schweigend in einer Meinungsdiktatur leben

    Die Dummheit der Menschheit ist unendlich


    Manchmal kommt der Sommer


    Die Welt ist eisig und erstarrt

    Der Fall scheint unausweichlich

    Keine Hoffnung der Gegenwart

    Für das Morgen


    Manche haben reichlich

    Und geben nichts mehr her

    Manche haben keine Güter

    Und keinen Platz zum Atmen mehr


    Das Chaos hält sich nicht verborgen

    Und wird von der Ordnung ignoriert

    Wir alle sind verloren

    Während die Welt einfriert


    Wo sind all die selbsternannten Hüter

    Die sich lieber selbst bereichern

    Der Pfad ist längst schon zugefroren

    Das ist kein Spiel, man kann nicht speichern


    Doch vergesst nicht das Licht

    Ertragt den Donner

    Und verlernt nicht zu hoffen

    Manchmal kommt der Sommer


    Wir haben Probleme

    Leugnen macht uns nicht frommer

    Was kommt sind Extreme

    Doch verzagt noch nicht


    Extreme Belastung, extremes Leid

    Extreme Veränderung, aber auch Chancen

    Wir dürfen nicht streiten aus Gier, Hass oder Neid

    Wir alle sind davon betroffen



    Noch gilt es für das Morgen zu kämpfen

    Zwischen Tod und Leben klaffen Nuancen

    Noch sind wir lange nicht verloren

    Manchmal kommt der Sommer

    Es tut mir leid


    Ich bin was ich bin und das ist nicht viel

    Und meist noch viel weniger als andere sehen

    Wie könnt ihr mich mögen und nicht verstehen

    Das ich es nicht wert bin


    Ich hab weder Talent noch Ahnung noch Stil

    Bin nicht klug genug um meine Unzulänglichkeiten zu begleichen

    Das was ich bieten kann, wird niemanden reichen

    Drum schwindle ich bei meinem Gewinn


    Doch nach und nach lernt ihr mich kennen

    Bereut, dass ihr mich nicht gemieden habt

    Bereut, dass ihr euch an mich bandet

    Und seit doch zu gute Menschen, mich einen Versager zu nennen


    Ich bin zerfressen von Feigheit und Neid

    Wie kann es nur sein, dass ihr die Verbindung nicht kappt

    Das ihr den Tag nicht verflucht, an dem ihr vor mir standet

    Ich hab euch mit mir belastet, das tut mir leid

    Die Hoffnung


    Es brennt zwar manchmal ziemlich schwach

    Doch fackelt tapfer auf der Glut

    Es weicht der Dunkelheit nie ganz

    Und schlägt zurück in hellster Wut


    Geboren aus Funken, die ich entfach

    Lodert es ein ein Leben, mein Leben lang

    Und stockt es je in seinem Tanz

    Verkohlt so auch mein Lebensstrang


    Was nützt die Welt mir ohne Träume

    Was nützt die Zeit mir ohne Ziel

    Was nützt Freiheit ohne freie Räume

    Was nützt die Nacht mir ohne Sterne


    Drum halte ich die Flammen stets am lodern

    Verspreche mir vom Morgen viel zu viel

    Ich seh genug Menschen in der Realität vermodern

    Da schweb ich in Gedanken lieber in unerreichbarer Ferne

    Sie


    In hellem Licht erstrahlen Sterne

    Ihr Lächeln treibt mein Herz zur Güte

    Ich seh durch sie in weite Ferne

    Erkenne Hoffnung in der Blüte


    Doch bemerke ich den Fehler

    Denn sie sieht das nicht in mir

    Für meine Träume, bin ich Hehler

    Der Hoffnung, die ich mir erstahl

    Weil ich es wohl nie kapier


    Dass ich nicht bin, was sie ersehnt

    Dass ich nicht bin, was sie verdient

    Sie hat mein Herz längst abgelehnt

    Und doch umgarne ich sie weiter

    Ist der Pfad zu ihr auch schmal

    Und vermint


    Ein Tritt nur auf die falsche Stelle

    Und sie blickt hinter meine Maske

    Und sie entflieht mir auf die Schnelle

    Und nie seh ich ihr Lächeln wieder

    Will lieber nah zu ihr stets scheitern

    Als fern zu leben, wies sich ziemt

    Wieso nach Glod graben, statt nach Sternen tasten

    Perioden


    Ein Liedschlag der Geschichten spinnt

    Ein Augenblick geballter Abscheu

    Die Welt erstrahlt in Feuersbrunst

    Ohne Ausgewogenheit


    Die Zeit vergeht es strahlt die Sonne

    Alle Zeichen stehn ihr treu

    In lichtener Gestalt der Blüte

    Die noch blüht, wenn es schon schneit


    Es schwingt umher und mal gewinnt

    Die eine mal die andre Seite

    Mal schenkt mir mein Bewusstsein Gunst

    Mal entflammt es mich zu schwarzer Asche


    Mal trägt es mich in sanfte Wonne

    In Hoffnung ungeahnter Weite

    Bis ich wieder in mir wüte

    Und alle Hoffnung von mir wasche


    Und so treibt mich derselbe Wind

    Hin und her, in voller Breite

    Trennt mich nur ein dünner Dunst

    Schlüpf ich schnell durch jede Masche


    So falle ich wo Stricke sind

    Und entstehe wieder neu

    Beherrsche gut die schnöde Kunst

    Des steten Wandels Freud in Leid


    Verdiene ich was ich bekomme?

    Weil ich auf den Wellen reite

    Doch während ich darüber brüte

    Warum ich stets nach Gründen hasche


    Schlag ich alles in die Tonne

    Ob ichs will oder bereu

    Jede Kränkung, jedwede Güte

    In Schleifen kreis ich durch die Zeit

    Im Moment


    Kennt ihr den Moment

    Wenn die Zeit zu stocken scheint

    Ist vom Leben ganz befreit

    Und all der Unendlichkeit

    Dann atmen wir kurz auf


    Unser ganzes Leben zieht

    In Gedanken durch den Geist
    Die sich um die Wünsche ranken

    Fragt euch wann die Träume sanken

    Die euch tragen sollten


    Was haben wir erreicht

    In unsrem kurzen Leben

    Es war nicht immer leicht

    Und selten mal gerecht


    Was nützt uns Geld und Macht

    Wenn wir dann doch alleine sind

    Wenn niemand unsre Welt entfacht

    Was ist wirklich echt


    Wer sind wir denn geworden

    Und welchem Ziel dient unser Streben

    Was macht uns wirklich sorgen

    Was hält uns wach bei Nacht


    Was wollen wir erreichen

    Denn unsre Zeit verrinnt

    Und welche Träume müssen weichen

    Was hat uns Glück gebracht


    Kennt ihr den Moment

    Wenn die Welt zu stehen scheint

    Alles kurz den Atem hält

    Und in tausend Scherben schellt

    Das nehmen wir in Kauf


    Unser Schatten endlich flieht

    Und die Dunkelheit zerreißt

    Ist das Licht nicht allzu weit

    Endlich von der Angst befreit

    Wir machen was wir immer wollten

    Hey Theo-Drecht


    Danke für die ausführliche Kritik und die guten Ratschläge. Ich habe dieses Gedicht (wie leider viele mehr) vor dem einschlafen niedergetippt und dann nicht mehr gegengelesen. Hätte ich vielleicht mal machen sollen. Hab die Metrik jetzt mal angepasst. Etwaige Fehler sind jedoch immer noch nicht ausgeschlossen, da ich gerade auch etwas zeitdruck habe. Außerdem habe ich mich für eine Mischung aus Jambus und Trochäus entschieden, da ich das passender fand, aber das ist natürlich nur mein erster Eindruck.


    LG TiKa444