Beiträge von Remoni

    So nun noch der zweite und letzte Teil :)


    Auf der Treppe saß Karenn.

    „Wo ist Alajea?“, fragte Nevra.

    Sie biss sich auf die Unterlippe. „Sie ist im Arztzimmer des Tempels und wird behandelt.“

    „Was um Himmelswillen ist passiert?“, grätschte Keilin dazwischen.

    „Du weißt doch, wie sie ist. Alajea ist einem kleinen Alcopafel zu nah gekommen und dann ist die Mutter dazwischen, dabei hat sie sich am Arm verbrannt.“

    Nevra seufzte. „Ich hoffe, es ist nicht zu schlimm?“

    „Nö, sie meinten, es sei nur oberflächlich.“

    Keilin und er atmeten erleichtert aus.

    „Habt ihr etwas herausfinden können?“, fragte er seine kleine Schwester,

    „Naja nicht wirklich viel. Wir haben gesehen, dass einige Ähren der Reispflanzen schon sehr dürr aussehen und auch dass die Alcopafel sich sehr seltsam verhalten, würde ich mal sagen.“

    „Was meinst du mit seltsam?“, fragte Keilin nach.

    „Hm wie soll ich das sagen. Sie sehen so ziellos und verwirrt aus, als ständen sie neben sich.“

    „Das klingt wirklich merkwürdig“, antwortete ihr Bruder. „Die Gefährten die wir im Wald getroffen haben, sind ganz normal, bei ihnen sehen wir überhaupt keine Veränderung, aber wir haben das hier gefunden.“, erklärte er und drehte sich dann zu Keilin.

    Sie löste das Fläschchen vom Riemen und zeigte es Karenn.

    „Was ist denn das?“

    „Wir wissen es auch nicht“, antwortete sie. „Aber wir hoffen, dass uns hier Alajea weiterhelfen kann.“


    Während dem Abendessen berichtete die Garde von Eel Huang Hua und Feng Zifu was sie heute herausfinden konnten.

    „Lasst mich bitte sofort wissen, wenn ihr etwas über diese rote Kristallkugel herausfinden konntet, das könnte vielleicht die Ursache des ganzen Übels sein“, vermutete Huang Hua.

    Nach dem Essen gingen die Vier zu Alajea aufs Zimmer und erklärten ihr alles.

    „Es tut mir furchtbar Leid, dass ich mich verletzt habe, aber ich werde es wieder gutmachen. Glaubt mir. Ich werde herausfinden, was dieses rote Zeug ist, auch wenn ich dafür die ganze Nacht wach bleiben muss.“

    „Das ist ambitioniert, aber du musst dich auch ausruhen, also mach bitte langsam“, riet ihr Keilin.


    Keilin und Nevra gingen auf ihr Zimmer.

    „Ich brauche zuerst eine Dusche“, sagte er und dann huschte ein schelmisches Grinsen über seine Lippen, „möchtest du mitkommen?“

    „Heute nicht. Ich will schon mal unsere gesammelten Informationen zusammenschreiben“, antwortete sie und gab ihm einen flüchtigen Kuss und schob ihn dann Richtung Badezimmer. „Husch husch.“

    Sichtlich enttäuscht verschwand er ihm Bad.

    Keilin nahm ihr Notizbuch aus dem Rucksack und ging hinaus auf den Balkon. Dort setzte sie sich an den kleinen Holztisch und begann den heutigen Tag niederzuschreiben. Nachdem sie fertig war, klappte sie das Buch zu und stand auf. Sie lehnte sich an das hölzerne Geländer und blickte in das Tal hinab, wo sie warme Lichter, welche sich bewegten, erkannte. „Das werden wohl die Alcopafel sein. Wahnsinn, dass ich ihre Flammen von dieser Entfernung sehen kann.“

    Plötzlich blitze ein kühles Licht am Ende des Tales auf. Keilin konzentrierte sich. „Kommt das aus dem Pinguin-Wald?“ Das Licht bewegte sich, so als würde es von jemanden oder etwas ausstrahlen.

    Plötzlich schlangen sich zwei Arme um ihren Hals und kühle Wassertropfen fielen auf ihre freien Schultern.

    „Was beobachtest du da?“, hauchte er an ihr Ohr.

    Sie legte eine Hand auf seinen Arm, mit der Anderen zeigte sie auf das bläuliche Licht, welches aus dem Wald drang. „Kannst du das sehen?“

    Er wendete den Blick von ihr und sah hinüber. Er runzelte die Stirn. „So spät wird doch keiner mehr im Wald sein“, sagte er.

    „Aber irgendjemand muss dort sein. Wir sollten morgen früh Huang Hua fragen, ob sie davon etwas weiß. Vielleicht ist es auch nur ein Gefährte.“

    „Gut aufgepasst, meine kleine Sowige“, flüsterte er und küsste ihren Nacken.

    „Was ist denn eine Sowige?“, fragte sie skeptisch.

    Er drehte sie zu sich. „Das ist ein weißer Vogel mit blauen Augen und sie sind für ihre scharfes Sehvermögen bekannt. So wie du“, erklärte er ihr.

    Sie wurde rot. „Auch ein blindes Huhn findet mal ein Korn“, scherzte sie und kann ein beginnendes Gähnen nicht unterdrücken.

    „Heute war ein langer Tag, lass uns schlafen geh. Heute finden wir zudem auch nichts mehr heraus.“

    Keilin nickte und ließ sich von ihm zum Bett führen. Nach einigen Minuten driftete sie, von seinen Armen umschlungen, in den Schlaf.


    Während alle am Morgen noch etwas schlaftrunken, am Morgentisch saßen und frisches Obst aßen, kam Alajea in den Gemeinschaftsraum gestürmt.

    „Ich habe herausgefunden, was diese rote Kristallkugel ist“, verkündete sie.

    Alle Blicke sind auf sie gerichtet und warteten gespannt auf ihre Erklärung.

    „Es ist wie eine Art Droge, welche Fieber verursacht und sehr schnell abgängig macht.“

    „Das Zeug ist essbar?“, fragte Chrome verwundert.

    „Ja es wurde ein besonderes Kraut, welches Aminat heißt, untergemischt und für Gefährten wie einem Alcopafel besonders lecker riechen müsste.“

    Die Blicke aller Anwesenden weiteten sich.

    „Soll das bedeuten, dass irgendjemand diese Droge hergestellt hat und den Alcopafel zum Fressen gegeben hat?“, fragte Huang Hua.

    „Ja das glaube ich.“

    Keilins Blick kreuzte dem von Nevra. „Glaubst du das gleiche wie ich?“, flüsterte sie ihm unauffällig zu.

    Er nickte, dann erhob er das Wort. „Huang Hua Keilin und ich wollten dich übrigens noch etwas Fragen, denn gestern Nacht haben wir im Pinguin-Waldes ein bläuliches Licht ausmachen können. Weißt du etwas davon?“

    Sie zog ihre Augenbrauen zusammen. „Seltsam. Nein das ist mir noch nie aufgefallen. Denkt ihr etwa …“

    Er nickte. „Ja es könnte die Person sein, die hinter all dem steckt“, vermutete er.


    Die Sonne stand schon tief am Horizont, als Keilin, Nevra und Chrome den Pinguin Wald erreichten.

    „Wo habt ihr dieses Licht etwa gesehen?“, fragte Chrome.

    „Eher westlicher des Wald in der Nähe des Pilgerpfades“, antwortete ihm Nevra.

    Sie liefen eine Zeitlang suchend durch den magischen Wald.

    „Hab ihn!“ Zielstrebig lief Chrome einer Duftspur hinterher und die anderen folgten ihm.

    Einige Augenblicke später erreichten sie einen ähnlichen Platz, wie am Vortag. Die rote Droge war über den Boden verteilt und an den Baumstämmen waren verkohlte Spuren von Flammen zu sehen.

    „Das scheint wirklich die Ursachen für die Veränderung der Alcopafel zu sein“, sagte Keilin.

    „Ja scheint so. Jetzt müssen wir noch den Fadenzieher überführen“, antwortete Nevra und seine Miene verfinstert sich.

    „Wir werden uns hier auf die Lauer legen und auf eine Information von Karenn warten“, verkündetet Nevra.


    Stunden vergingen und die Nacht brach an. Plötzlich ertönte eine Stimme. „Hört ihr mich?“

    „Ja wir hören dich Karenn“, flüsterte Keilin in eine gläserne Kugel, die sie aus ihrer Ledertasche zog.

    „Das Licht ist aufgetaucht. Könntet ihr mir euren Standort zeigen, dann lotse ich euch in die Richtung.“

    „Geht klar.“ Nach seiner Antwort holte Nevra einen leuchtenden Stein aus seinem Beutel und warf diesen in die Luft, so das er die Baumkronen überreichte, dann fing er ihn mit Leichtigkeit wieder auf.

    „Meinst du, sie konnte das sehen?“, fragte Chrome skeptisch.

    „Natürlich konnte ich das sehen. Ich bin ja kein blinder Wurm“, beschwerte sich Karenn.

    „Also das Licht ist südöstlich von euch, in der Nähe der Sizhe Berge. Brüderchen werfe etwa jede 100 Meter den Stein in die Luft, damit ich sehe, ob ihr noch richtig seid.“

    So lotste sie die drei quer durch den Pinguin-Wald.

    „Halt! Bleibt mal kurz stehen“, rief sie überrascht. Sekunden vergingen. „Schnell, versteckt euch irgendwo. Das Licht kommt auf euch zu.“

    Schnell suchten sie Schutz hinter Baumstämmen und dichten Büschen.

    Einige Augenblicke später waren schwere Fußstapfen zu hören. Nevra gab seinen Kameraden ein Zeichen, dass sie warten sollen und sogleich lief eine Person, unter einem grünen Umhang vermummt, an ihnen vorbei.

    Dann sprang Nevra aus dem Hinterhalt und überrumpelte die Person.

    „Ah was soll das. Lass mich sofort los“, schrie eine Männerstimme.

    „Nicht bevor wir dir einige Fragen gestellt haben“, sagte Keilin und kam gemeinsam mit Chrome aus ihrem Versteck.

    „Wenn ihr Geld wollt, muss ich euch enttäuschen. Ich habe überhaupt nichts, ihr Halunken.“

    „Wir sind keine Halunken. Wir sind die Garde von Eel und gehen den Phänomenen hier am Tempel auf den Grund“, erklärte Nevra.

    Sofort wurde der Mann respektvoller. „Und was will die Garde von einem armen Mann, wie mir?“

    „Sie will wissen, was sie mitten in der Nacht im Wald tun“, sagte Chrome und hob die Nase in die Luft. „Und scheinbar hat sie ihr Ziel gefunden. Nevra er riecht nach diesem roten Zeug.“

    Sein Griff um den Mann schnürte sich zu. „Raus damit. Warum geben sie den Alcopafel diese Droge?“, bohrte er nach.

    „Was für Drogen und was soll ich mit den Alcopafel machen?“

    Chrome trat näher an den Mann und riss ihm einen Beutel vom Gürtel. Den Inhalt schüttete er sich auf die Hand. „Dieses rote Zeug“, sagte der kleine Wolf.

    „Schluss mit den Lügen. Raus mit der Wahrheit“, forderte Nevra ihn auf.

    Aber der Mann verschloss sich und sagte kein Wort mehr.

    „Wissen sie überhaupt, was sie damit angerichtet haben? Wegen ihnen wird es nicht genügend Ernte geben und die Leute hier werden über den Winter hungern“, klagte Keilin.

    Der Mann erhob seinen Blick und ein tiefer Hass huschte über sein Gesicht.

    „Gut. Du willst nicht reden, dann werden wir dich wohl mitnehmen und im Tempel verhören müssen“, sagte Nevra.


    Am Eingang des Fenghuang Tempels eilte ihnen schon Huang Hua entgegen. Als sie den Mann in den Fesseln erkannte, blieb sie stehen und ihr Blick weitete sich. „Son Juan, du … du steckst hinter all dem?“

    Als der Mann seinen Blick hob, quoll Hass aus seinen Augen. „Ihr habt das alle verdient“, brüllte er über den großen Tempelplatz. „Ihr seid schuld, dass meine kleine Tochter nun tot ist.“

    Alle Gardenmitglieder sahen überrascht von Son Juan zu Huang Hua, deren Blick sich erneut weitete.

    „Huang Hua, erkläre uns das bitte“, forderte Nevra sie auf.

    „Oh Son Juan, das mit deiner Tochter tut mir furchtbar leid“, entschuldigte sie sich bei dem Mann.

    „Tu nicht so, als würde es dir leidtun, denn du hast uns von hier verbannt und du wusstest was das bedeutete.“

    Keilin packte Huang Hua am Arm. „Stimmt das?“ Die Fenghuang wich ihrem Blick aus und nickte.

    „Aber warum?“

    „Er hat mehrfach große Mengen an Essensvorräte aus den Vorratskammern gestohlen, um große Feste mit Familien aus anderen Regionen feiern zu können. Und das alles nur, weil er sein Ansehen gegenüber den adeligen Familien nicht verlieren wollte.“

    „Ich habe nur das genommen, was mir zustand. Das war meine Ernte. Von meinen Feldern.“

    Huang Hua erhob ihre Stimme. „Wir sind eine Gemeinschaft und wir teilen unsere Güter gleichmäßig auf, das hast du noch immer nicht verstanden. Ich musste das tun, um den Frieden in der Gemeinschaft zu erhalten, aber du musstest deine Taten noch verschlimmern“, schrie sie ihn an.

    Keilin versuchte die Situation zu deeskalieren und stoppte Huang Hua.

    „Durch deine von Hass geblendeten Taten hast du die eh schon schlechte Ernte durch die Instabilität des Kristalls noch viel schlimmer für die Leute hier gemacht. Jeder wird noch weniger Essen haben und vielleicht wird es so wenig geben, dass die Alten und Schwachen verhungern. Kinder mit hungrigen Mägen schlafen gehen müssen. Hättest du dir auch so eine Zukunft für dein verstorbenes Kind gewünscht?“, erklärte Nevra nüchtern.

    Der Mann werte sich nicht mehr in seinen Fesseln, sondern sackte auf den Boden.

    „Marisa …“, schluchzte er. „Ich wollte doch nur, dass sie die Möglichkeit bekommt, höher hinauszukommen. Anders als ihre Eltern, die nur einen kleinen Hof besaßen.“

    Einige blickten nach unten. Konnten seine Beweggründe zum Teil verstehen.

    „Aber dein Weg war egoistisch“, sagte Keilin ihm. „Sag uns, was du mit den Alcopfael gemacht hast und ob wir ihre Veränderung rückgängig machen können.“

    Langsam wurde Son Juan bewusst, was für Auswirkungen sein Handeln haben wird.

    Er erzählte ihnen, dass er den Gefährten die rote Droge gab, mit dem Wissen, dass ihre innere Hitze dauerhaft aktiviert werden würde und die Alcopafel den Wald dann verlassen würden. Denn die Hitze staute sich unter den Baumkronen, deswegen gingen sie auf die freie Ebene und zum Schlangenfluss, um ihren ergiebigen Durst zu löschen. Nachts brachte er ihnen noch mehr von der Droge, um ihre Veränderung beizubehalten. Da die Gefährten so gierig nach den Drogen wurden, konnte auf der Ebene nichts von den roten Kristallkugeln gefunden werden.

    „Wie grausam, so etwas den Alcopafel anzutun“; kritisierte Huang Hua, „aber das bedeutet, dass sie wieder normal werden können.“

    „Ja. Ihr Körper muss die Droge nur abbauen.“

    „Und wie lange dauert das?“, fragte sie.

    Er zuckte mit den Schultern. „Vermutlich einige Wochen.“

    „Na super“; meckerte Nevra. „Das bedeutet wir müssen alle Acopafel, die auf der Ebene sind vorübergehen umsiedeln, wo sie keinen Schaden anrichten können“, sagte er und zog den Mann wieder auf seine Beine. „Und du wirst uns dabei helfen.“

    Er nickte und ließ sich von zwei Männern, die Huang Hua heranwinkte, in den Tempel bringen.

    „Das hier bleibt bitte unter uns, bis wir entschieden haben, was wir mit Son Juan tun werden“, bittet sie die Gardenmitglieder.


    Am nächsten Morgen begannen sie die Alcopafel zusammenzutreiben und in die Berghöhen nördlich der Ebene zu treiben, wo es einen großen See gab und das Klima sehr kühl war. Dort werden sich die Gefährten vorerst wohl fühlen.

    Nach Beendigung der Mission verabschiedete sich die Garde von Eel und reiste zurück zum Hauptquartier.


    Drei Wochen später erhielt Miiko einen Brief von Feng Zifu.


    Liebe Garde von Eel,


    Wir möchten uns herzlich bei euch, für eure Hilfe bei dem akuten Problem, beim Fenghuang- Tempel, bedanken.

    Wir möchten euch informieren, dass die Alcopafel, welche wir in die Berge getrieben haben, wieder ihr normales Verhalten aufzeigen und sie von alleine wieder zurück in den Pinguin Wald gezogen sind.

    Außerdem haben wir eine Entscheidung bezüglich Son Juan getroffen. Er hat seine Fehler eingesehen und möchte seine Taten wieder gutmachen. Er wird seine versteckten Fähigkeiten in der Alchemie dafür nutzen, die Ernte zu retten und er wird bei Missionen teilnehmen, um Nahrung aus den naheliegenden Wäldern zu beschaffen.


    Feng Zifu, im Namen des Phönix


    Hi zusammen :)


    ich spiele schon seit einiger Zeit das Handspiel Eldarya, welches eine Visual Novel ist.

    Den Monat gab es einen Wettbewerb in diesem Forum und ich hab eine Kurzgeschichte dazu geschrieben und wollte sie euch hier mal zeigen :) Werde die Kurzgeschichte in 2-3 Abschnitte unterteilen.


    Dies war die Ausgangsituation, die von den Moderatoren verfasst wurde: (ich hoffe ich darf das hier so zeigen, wenn nicht werde ich die Info rausnehmen.)


    Liebe Garde von Eel,

    Seit einer Weile steigt die Temperatur um den Fenghuang-Tempel drastisch. Wenn es so weitergeht, könnte es sein, dass wir ernsthafte Probleme bekommen. Wassermangel aus Dürren und Ernteausfälle würden uns - besonders in der jetzigen Situation - hart treffen, sogar der Schlangenfluss könnte im Ernstfall austrocknen. Wir selbst haben bereits versucht, der Ursache auf den Grund zu gehen, doch bisher sind wir leider nicht fündig geworden.

    Wir bemerkten allerdings, dass es immer mehr Alcopafel in unserer Region gibt, obwohl diese bis dato sehr selten außerhalb des Pinguin-Walds zu finden waren. Darüber hinaus strahlen ihre sonst nur zur Abschreckung dienenden Flammen nun eine kaum spürbare, aber dennoch messbare Hitze aus. Von etwas Vergleichbarem haben wir noch nie gehört. Eventuell haben sie sich weiterentwickelt und zogen deshalb vom Wald auf die Ebenen, da das Klima hier nun für sie geeigneter ist, oder vielleicht sind sie umgekehrt auch der Grund für den Temperaturanstieg. Zeitgleich wäre aber auch denkbar, dass jemand oder etwas sie von ihrem Zuhause vertrieben hat und darüber hinaus auch für die hohen Temperaturen verantwortlich ist.

    Wir können uns auf all das keinen Reim machen und ersuchen dringend eure Hilfe, liebe Garde

    - Feng Zifu, im Namen des Phönix



    Die Mission:


    „Ich wünsche euch viel Erfolg bei dieser Mission und hoffentlich könnt ihr herausfinden was hinter dieser Katastrophe steckt“, sagte Huang Hua mit einem leichten Lächeln auf den Lippen.

    Mit diesen Worten beendete sie die Besprechung und alle verließen den Raum. Während sich Huang Hua, Feng Zifu und einige Bürger des Fenghuang Tempels sich von der Garde von Eel verabschiedete und in den verwinkelten Fluren des Hauses verschwanden, hielt Nevra seine Gruppe zusammen.

    „Wir treffen uns in einer viertel Stunde an der Treppe des Tempels. Also richtet euch und seit für alle Situationen gerüstet, wir wissen nicht was uns erwarten wird“, sagte Nevra.

    Chrome und Karenn sprinteten sofort los.

    „Karenn warte auf mich“, rief Alajea ihrer Freundin, die mit einem Affenzahn die Treppe hinauf geprescht war, hinterher.

    „Und seid mir ja pünktlich“, rief er ihnen hinterher.

    „Die sind ja hochmotiviert“, sagte Keilin und konnte sich ein Kichern nicht verkneifen.

    Nevra seufzte hörbar. „Wie die kleinen Kinder“, erwähnte er. „Ich weiß nicht, warum Miiko darauf bestand, dass sie uns auf diese Mission begleiten.“

    Sie strich ihm zärtlich über dem Unterarm. „Ich weiß, sie sind jung und wild, aber hey gebe ihnen eine Chance sich zu beweisen“, sagte sie zu ihm und zwinkerte ihm zu.

    „Du hast ja recht“, antwortete er.

    „Also dann auf, sonst sind wir nachher noch die die zu spät sind.“


    Nachdem sie ihr Zimmer erreicht hatten, entschied sich Keilin für die grüne Short mit Riemen, an welche sie einige Behälter befestige. Das schwarze Top behielt sie gleich an. Sauberer würde es eh nicht mehr werden. Anschließend prüfte sie den Inhalt ihres Rucksacks. Alles klar, das Wichtigste habe ich dabei. Zuletzt füllte sie noch die Ledertrinkbeutel von Nerva und sich auf. Sie reichte ihm seinen, dann blickte sie ihn verständnislos an. „Du willst doch nicht etwa deinen Schal, bei dieser Sauhitze da draußen, anbehalten, oder?“

    Er wich ihrem Blick aus. „Du weißt doch...“ Jedoch ließ sie ihm keine Chance diesen Satz zu beenden, sondern überwand rasch die Entfernung zwischen ihnen. Ihre Hand glitt von seiner Brust zu seinen definierten Bauchmuskeln. „Du bist perfekt, so wie du bist. Bitte zweifel nicht an deinem Körper“, flüsterte sie ihm zu. Er sah sie liebevoll an und küsste sie zärtlich auf die Lippen. „Ich liebe dich“, flüstere er zwischen seinen Küssen.

    Egal wie oft er sie küsste, Keilin konnte sich an dieses Gefühl einfach nicht gewöhnen. Jedes Mal begann ihr Herz zu rasen und ihre Knie wurden weich.

    Ich muss mich losreißen, sonst sind wir wirklich noch zu spät am Treffpunkt.

    Sie löste sich langsam von ihm und zog ihm dabei den Schal über den Kopf.

    Er wurde rot. „Du hast recht, wir haben hierfür jetzt keine Zeit“, gestand er und wich von ihr zurück. Keilin grinste. „Schön, dass es dir genauso geht.“

    Nachdem sie sich den Rucksack angezogen hatte, griff sie nach ihrem Bogen und Köcher. Gemeinsam mit Nevra verließ sie das Zimmer. Pünktlich erreichten sie den menschenleeren Treffpunkt.

    Plötzlich ertönte eine bekannte Stimme vom Eingang des Tempels. Als sie sich umdrehten, erkannten sie Huang Hua, wie sie mit einigen Päckchen zu ihnen eilte.

    „Ich will euch doch nicht mit leeren Mägen auf diese Mission schicken“, erklärte sie.

    Nevra und Keilin bedankten sich und packten die Gemüserollen, welche in Tücher gebunden waren in ihre Rücksäcke ein.

    „Und passt bitte auf euch auf“, sagte sie und verließ uns dann wieder.


    Einige Augenblicke später kamen die anderen drei angerannt. Chrome und Karenn an der Spitze und hinter ihnen Alajea in einem flatternden Blumenkleid.

    Nevra stand von der Treppe auf und blickte auf seine Taschenuhr. „Zu spät“, schrie er.

    Abrupt hörten sie auf zu rennen und zogen die Köpfe ein.

    „Alajea ist schuld. Sie hat so lange gebraucht“, rechtfertigte sich Chrome.

    Nevra blickte streng zum Wolfsjunge. „Ihr seid ein Team, also wird die Schuld nicht auf einen Einzelnen geschoben.“ Dann blickte er zu Alajea und betrachtete sie von oben bis unten und seufzte. „Und wir sind hier nicht auf einem Frühlingsfest, sondern auf einer Mission.“

    „Brüderchen sei nicht so streng zu uns“, sagte seine kleine Schwester und blinzelte ihn süß an.

    Er ließ die Schultern fallen, als er Keilins weichen Blick sah.

    „Gut vergessen wir das“, antwortete er. „Also wir werden zwei Teams bilden, um so viel wie möglich an Fläche und Orte abzusuchen. Karenn und Alejea ihr werdet im Tal, im Bereich um den Schlangenfluss und den Reisfeldern, nach Informationen oder Gründen für das Eindringen der Alcopafel suchen. Währenddessen werden wir andern drei in den Pinguinwald gehen und dort nach Informationen suchen. Hat irgendjemand noch Fragen?“

    Alle schüttelten den Kopf.

    Nevra gab Karenn zwei Mahlzeiten mit.

    „Dann treffen wir uns wieder hier bevor die Sonne untergeht“, sagte er.

    Karenn packte ihre Freundin am Arm und rannte mit ihr in Richtung Tal.

    „Und bleibt vom Wald fern“, rief er ihnen noch hinterher.

    „Karenn kann schon auf sich aufpassen“, beruhigte Keilin ihren Liebsten.

    Dann machten sich die drei auch auf den Weg. Chrome blickte dabei den beiden Mädchen hinterher.

    „Warum bin ich bei euch im Team?“, fragte der kleine Wolf.

    Keilin durchwuschelte sein Haar. „Wir brauchen deine Fähigkeiten hier“, sagte sie ihm.

    Darauf reichte sein Grinsen von einem zum anderen Ohr.


    Nach einiger Zeit erreichten sie den Rand des Pinguin-Waldes.

    „Seid wachsam, wir wissen nicht was uns im Inneren erwartet“, warnte Nevra seine Kameraden.

    Während sie zwischen den großen Bäumen hindurchliefen, huschten einige kleine Gefährten, wie eine Musarose durch das Geflecht.

    Keilin ließ sich sehr von der schönen Natur blenden und wurde unaufmerksam. Wow hier ist es noch so viel Prachtvoller, als in den Wäldern von Eel. Ich kann gar nicht versteht, warum die Gefährten hier rauswollen und in der Ebene herumstreunern.

    Plötzlich streckte Nevra seinen Arm aus und bremse sie in ihrer Träumerei. „Pst … Schaut dort drüber ist ein ausgewachsenes Alcopafel“, flüsterte er.

    Schnell gingen sie in die Knie und versteckten sich hinter einem Busch.

    „Die sind ja viel größer, als ich dachte“, erwähnte Chrome. Nevra legte einen Finger auf seine Lippen. Sofort schwieg der Junge.

    Sie beobachteten den Gefährten, wie er etwas am Boden ausgrub. Feng Zifu hat doch erwähnt, dass die Alcopafel auf der Ebene dauerhaft aus ihren Rückendrüsen Flammen werfen und nicht wie normalerweise nur zur Abschreckung. Aber dieses hier strömt keine Hitze aus und es sind auch keine Flammen zu sehen … hat es sich nicht verändert?

    Plötzlich zog das Alcopafel einen lila Wurm aus der Erde und verspeiste ihn genüsslich zwischen seinem blauen Schnabel.

    Aus der Ferne war das Rufen eines anderen Alcopafel zu hören. Sofort richtetet das Wesen vor ihnen seinen Blick in die Richtung, woher das Geräusch kam und folgte diesem mit schnellen Sprüngen.

    „Los wir müssen hinterher“, rief Keilin.

    Nevra hielt sie zurück. „Nicht so schnell, wir müssen immer noch achtsam sein.“

    Dann wendete er sich zu Chrome, aber der war nicht mehr in ihrer Nähe. Mit suchendem Blick sahen sie sich um.

    „Kommt. Folgt mir“, rief der kleine Wolf aus einiger Entfernung.

    Er hatte mit seiner guten Nase die Witterung des Alcopafel sofort aufgenommen.

    Sogleich schlossen Keilin und Nevra zu ihm auf und folgte der Spur des Gefährten.

    Nach einigen Minuten hatten sie einen großen Baum inmitten des Waldes erreicht. Darunter hatten sich einige Alcopafel versammelt und spielten mit den herunterfallenden Blätter.

    „Die haben alle keine Flammen auf den Rücken“, erwähnte Keilin.

    „Ja das stimmt. Scheinbar habe sie sich nicht verändern“, antwortete Nevra. „Lasst uns weiter schauen. Hier finden wir nichts heraus, sagt mir mein Gefühl.“

    Plötzlich war ein Knurren zu hören. Nevra dreht sich zu Chrome. „Jetzt schon“, schnaubte er.

    Der Junge wurde rot. „Das Fährte lesen ist echt anstrengend.“ Erneut knurrte ein Magen.

    Die Jungs sahen zu Keilin. „Tut mir leid. Ich habe auch einen Bären Hunger“, bekannte sie sich schuldig.

    Nevra seufzte. „Gut dann essen wir erst etwas, bevor ihr mir aus den Latschen kippt.“


    Nach dem Essen suchten sie langsam wieder den Weg aus dem Wald. Keilin und Chrome liefen hinter dem Gardenchef her und ließen die Schultern hängen, denn bis jetzt hatten sie keinerlei Hinweise gefunden, was hier los war.

    „Ob Karenn und Alajea etwas herausfinden konnten?“, fragte Chrome Keilin.

    „Ich hoffe es. Es ist wirklich entmutigend den ganzen Tag durch den Wald zu streifen und nichts zu finden.“ Der kleine Wolf nickte.

    Unerwartet bog Nevran nach links in den Wald.

    „Was ist?“, fragte Keilin ihn.

    „Kommt mal mit“. Sofort folgten sie ihm.

    Er blieb dann vor einem Baum stehen, dessen Rinde sehr dunkel wirkte. Nevra strich mit der Hand über die Fläche und roch dann an ihr. „Verkohlt.“

    Als Keilin sich die Umgebung um den Baum ansah, konnte sie erkennen, wie die Pflanzen um ihn herum verwelkt waren.

    „Was ist hier passiert?“, fragte Vivien.

    „Keine Ahnung, aber ich glaube, das war einer dieser Alcopafel, die auf der Ebene umherwandern“, vermutete Nevra.

    Plötzlich hob Chrome seine Nase in die Luft. „Ich rieche da etwas Seltsames.“

    „Dann lauf voraus!“, sagte Nevra.

    Er führte sie quer durch den Wald. Immer wieder liefern sie an solchen verbrannten Stellen vorbei.

    Dann wurde der Wolf langsamer und begann auf allen Vieren über den Boden zu krabbeln.

    „Da.“ Er nahm etwas Rotes vom Boden und zeigte es ihnen.

    „Was ist denn das?“, fragte Keilin.

    „Keine Ahnung, so etwas habe ich noch nie gesehen“, sagte Nevra und nahm die kristallartige Kugel aus Chroms Hand.

    „Meinst du, das könnte mit den Alcopafel zusammenhängen?“, fragte der Junge.

    „Gut möglich.“ Er gab die Kugel Keilin. „Die nehmen wir mit. Alajea soll sich die mal ansehen, vielleicht findet sie etwas heraus.“

    Sie nickte und verstaute es in einem der Fläschchen, die sie an ihrem Gurt trug.

    „Wir müssen uns dann langsam auf den Weg machen, es wird schon bald dunkel“, erwähnte er.



    LG Remoni

    Hi Rainbow :)


    Ich habe dann mal Kapitel 3 gelesen und WOW, wie habe ich mitgelitten. ;(



    LG Remoni

    so weiter gehts :)


    vielen Dank Sora und Rainbow für eure Kommentare :)


    Kapitel 7 (2/3)


    Lilijana blickte Nevran hinterher, bis er das Anwesen verlassen hatte. Junge was führst du im Schilde, denkst du ich habe deine Nervosität nicht gespürt?

    Ihr Blick wanderte von der Eingangstüre zur antiken Holztüre der Bibliothek. Hast du wirklich Blutzauber nachgeschlagen?

    Sie betrat den dunklen Raum und ließ die Türe hinter sich zufallen. Dann schloss sie ihre Augen und fremde Worte verließen ihre Lippen. Einige Wimpernschläge später legte sie ihre Hände an ihre Augenpartie, sodass diese wie ein Tunnel agierten. Anschließend öffnete Lilijana ihre Lider wieder und ihre braune Iris wurde von einem milchigen Schleier überdeckt. Während sie sich in dem düsteren Raum umsah, öffnete sich plötzlich die Eingangstüre und Licht des Flurs drang hinein. Nevran betrat die Bibliothek. Nachdem er die Türe schloss, wurde der Raum erneut in Dunkelheit gehüllt. Es vergingen einige Augenblicke, bis er Tischlampe anknipste und Lilijana seine Bewegungen weiterverfolgen konnte. Die 70-jährige Frau stieg ihm weiter nach, als er sich zu den Regeln bewegte. Sofort reduzierte sie die Geschwindigkeit ihres rückwärts laufendem Zeitraffer Zaubers und folgte ihm in das Abteil.

    Er bückte sich nach unten und nahm ein Buch mit einem blauen Einband aus dem Regal. Sie fokussierte ihren Blick und erkannte den Titel des Buches. „Lebensweg auslesen.“ Wusste ich es doch!

    Sie nahm es ebenfalls aus dem Regal und folgte Nevran weiter, während er zurück an den Tisch lief und das Buch öffnete.

    „Interessant! Was haben wir da? ´Wie können Seelenfragmente ausgelesen werde´, warum brauchst du diese Anleitung?“, fragte sie sich. Über seine Schulter hinweg beobachtete sie weiter, welche Seiten er las und merkte sich diese. Anschließend folgte sie ihm nur unter ihrem Blick, wie er das Buch wieder an seinen Platz stellte und die Bibliothek verließ. Ihren Zeitraffer Fokus beendete sie daraufhin. Lilijana knipste das Licht an und setze sich mit dem Buch in der Hand an den Tisch. Während sie die Worte, die auf den Seiten standen, gerade so in sich aufsog, begannen ihre Finger zu kribbeln, da sich ihr Griff, um das Buch zusammenzog. „Hat er etwa Hinweise über das Kind herausgefunden? Aber woher sollte er denn ein Seelenfragment von ihm haben, vor allem in dieser kurzen Zeit?“, fragte sie sich. Nach einigen Augenblicken des Gedankenumwälzen, schloss sie das Buch vor sich und stand auf. Ich hoffe, du hintergehst uns nicht.

    Lilijana hastete aus der Bibliothek und marschierte eilig die Marmortreppe hinauf. Ihr Puls stieg und das Atmen viel ihr sichtlich schwerer, jedoch zögerte sich keine Sekunde und preschte ohne sich bemerkbar zu machen in das erste Arbeitszimmer der Zirkelführer. Drei überrumpelte Gesichter drehten sich zu ihr um.

    „Grace … und Joseph wir müssen sofort Nevran ins Anwesen holen … und ihn befragen!“, sagte sie komplett außer Atem.

    „Was ist denn passiert?“, fragte Joseph und ging auf das Zirkeloberhaupt zu. „Du zitterst ja.“ Vorsichtig nahm er ihren Arm und wollte sie zu einem Sessel führen. „Setzt dich doch erst Mal“, schlug er vor.

    Jedoch entzog sie sich grob aus seinem Griff. „Dafür haben wir keine Zeit. Ich vermute, dass Nevran Information über Marian und dem Kind hat“, erklärte sie. „Aber diese vor dem Zirkel verbirgt.“

    Grace Augen weiteten sich. „Warum glaubst du das?“

    „Ich überraschte ihn, wie er vor circa einer halben Stunde die Bibliothek verließ. Er belog mich, da er mir sagte, dass er einen Blutzaubers nachschlagen wollte. Jedoch habe ich herausgefunden, dass er eine Anleitung las, die zeigt, wie Seelenfragmente ausgelesen werden.“

    Grace schlug ihre Hand vor den Mund und Unglauben breitete sich auf ihrem Gesicht aus. „Das glaub ich nicht. Er hat uns doch die letzten 30 Jahre über tatkräftig unterstützt. Warum sollte er sich nun gegen uns stellen?“

    Ein Mann mit ergrautem Haar schlug seine Faust auf den alten Arbeitstisch. „Ich wusste doch von Anfang an, dass wir so einen Mischling nicht in unsere Reihen aufnehmen sollten.“

    „Rowan, er ist immer noch zu Teilen ein Mensch“, sagte Lilijana streng, „und ohne seine Hilfe hätten wir die Versiegelung nicht durchführen können und hätten nun keine Möglichkeit das Kind zu finden.“

    „Und zum anderen Teil ein Monster“, knurrte Rowan. „Denkst du nicht, dass wir seine Unterstützung nur deswegen hatte und haben, weil wir ihn von Anfang an manipuliert haben und es immer weiter tun?“

    „Vielleicht ist diese nicht die moralisch beste Entscheidungen, aber es ist für den Zirkel die sicherste Alternative gewesen, ihn unter Kontrolle zu wissen“, ermahnte Lilijana den älteren Mann.

    Joseph stellte sich zwischen die Beiden. „Rowan die Mehrheit stand zu diesem Entschluss, also akzeptiert es bitte. Wir haben jetzt keine Zeit alte Entscheidungen wiederaufzunehmen, sondern müssen jetzt schnell handeln.“ Der ergraute Mann stand von seinem Stuhl auf, die Augenbrauen zusammengekniffen. „Ihr werdet es noch alle bereuen dieser alten Schachtel zu vertrauen, seit ihre Tochter den Zirkel verraten hat, trifft sie doch keine objektiven Entscheidungen mehr“, protestierte Rowan und ohne auf die Reaktion der Zirkelmitglieder zu warten, stürmte er aus dem Zimmer und knallte die Türe hinter sich ins Schloss. Grace und Joseph zuckte erschrocken zusammen.

    Lilijana seufzte. „Für so einen Kindergarten haben wir heute keine Zeit, wir müssen sofort los.“

    „Aber was ist mit Rowan“, fragte Grace, „wir brauchen sicher seine Kampferfahrung, wenn sich Nevran uns widersetzt.“

    „Ich habe da schon eine Idee, wie wir ohne seine Unterstützung Nevran überwältigen können. Also Lilijana wie sieht dein Plan aus?“, fragte Joseph.

    „Wir müssen davon ausgehen, dass das Mittel, das wir ihm regelmäßig verabreichen, seine Wirkung zunehmend verliert. Ihr wisst, was das bedeuteten würde, wenn das passiert und er auch noch Marians Kind findet, sieht es wirklich schlecht aus.“

    „Das sind wirklich beängstigende Vermutungen“, seufzte Grace.

    „Ja aber wir müssen vom Schlimmsten ausgehen. Hier geht es um die Sicherheit unserer Welt, da dürfen wir nicht gutgläubig sein und hoffen, dass ich mich täusche. Also Grace könntest du etwas von dem Vernebelungselixir aus dem Labor holen?“

    „Du möchtest ihn am Leben lassen? Aber er ist doch eine zu hohe Gefahr?“, fragte Joseph verunsichert.

    „Halblang. Ich habe nicht vor ihn zu töten. Zuerst müssen wir von ihm erfahren, wo sich Marinas Kind aufhält und dann können wir immer noch entscheiden, ob er eine Gefahr für den Zirkel ist. Aber aktuell ist er unsere beste Möglichkeit, um an das Kind zu kommen, da sie blutsverbunden sind.“


    Nach einigen Autominuten erreichten sie die Kleinstadt in der Nevran sein Apartment gemietete hatte. Als sie in die Straße einbogen, sagte Lilijana Joseph, dass er das Auto etwas abseits von der Wohnung parken solle, damit er sie nicht sofort bemerkte.

    Sie stiegen aus dem Auto. Grace schnallte sich den Bauchgurt mit dem Vernebelungselixir um.

    „Kommt mal kurz zu mir“, sagte Lilijana. Sofort sammelten sich die beiden um die alte Dame. „Da Nevran Auren spüren kann, muss ich einen Zauber über euch legen, damit er euch nicht wahrnehmen kann .“

    Die beiden nickten. Daraufhin legte sie ihre Zeigefinger auf die Schläfen ihrer beiden Verbündeten. Sofort zischte ein kleiner blauer Blitz auf und floss einmal über den gesamten Körper von Grace und Joseph.

    „Alles in Ordnung bei euch?“, fragte sie anschließend, nachdem sie ihre Auren verdeckt hatte.

    „Hat nur etwas gekribbelt“, merkte Grace schmunzelnd an.

    Gemeinsam erreichten sie das Grundstück, auf dem das Apartment stand. Grace betrat als erst den Rasen. Sie strecke ihre Arme, mit den Handflächen nach oben, in die Luft. Anschließend bildete sie über sich eine durchsichtige Kuppel, die sie vergrößerte, sodass sie das gesamte Grundstück abdeckte.

    „Damit keiner stört und Nevran nicht flüchten kann.“

    Anschließend traten sie in das Gefängnis. Sofort bemerkte Lilijana, dass im gesamten Haus kein einziges Zimmer erleuchtet war. Sie lief schnell zur Eingangstüre von Nevrans Apartment. „Das kann doch nicht sein. Er ist nicht hier“, stellte sie schockiert fest. „Wir müssen sofort herausfinden wo er ist.“

    Joseph legte seine Hand auf die Schulter der alten Dame. „Beruhige dich. Wir dürfen jetzt nichts Unüberlegtes tun.“

    Lilijana ließ ihre angespannten Schultern fallen. „Du hast Recht, das bringt uns auch nicht weiter.“ Einige Sekunden vergingen, wären sie ihre Gedanken sortierte. „Gut. Grace, du und ich gehen in seine Wohnung und suchen nach Hinweisen, wo er sich aufhalten könnte. Denn wenn er das Ausleseritual heute schon durchführt will, braucht er eine starke Hexe, die die hohe Kunst der Konzentration erlernt hat, die es für diesen komplizierten Zauber benötigt und du versuchst ihn zu orten. Vielleicht ist es noch nicht zu spät.“

    „In Ordnung“, sagte Joseph.

    Er trat näher an die Türe, dann nahm er eine Kreditkarte aus seinem Geldbeutel und steckte diese in den Schlitz, der für eine Schlüsselkarte bestimmt war. Anschließend sprach er einen Verbindungszauber aus, woraufhin die Karte kurz aufleuchtete. Nachdem er die Karte erneut in den Schlitz schob ertönte ein wohltuendes Klicken und er öffnete die Eingangstüre. Stille und Dunkelheit erwarteten sie im Inneren. Lilijana trat an Joseph vorbei und betrat die Wohnung. Grace folgte ihr und schaltete das Licht im Flur an.

    Sofort drehte sich das Zirkeloberhaupt um. „Bist du von allen guten Geistern verlassen? Mach das Licht aus! Es muss nicht jeder wissen, dass wir hier eingedrungen sind“, blaffte Lilijana.

    Überrascht zuckte sie zusammen. „Du hast doch mitbekommen, dass ich eine Schutzkuppel über das Haus gelegt habe. Keiner sieht oder hört etwas von uns.“ Beruhigte Grace sie.

    Sie atmete hörbar aus. „Entschuldige mich. Die ganze Situation zerrt ganz schön an meinen Nerven.“

    Während Lilijana und Grace begannen das Wohnzimmer und Schlafzimmer abzusuchen, suchte Joseph das Badezimmer auf.

    Beim Waschbeckenschrank erspähte er eine Bürste. Perfekt ein Haar ist immer ein guter Ausgangspunkt. Er zog eines aus der Haarbürste und stieß dann wieder zu den anderen beiden.

    „Hab ihr zufälligerweise eine Karte von England dabei?“

    Lilijana, die gerade dabei war einen Schrank mit einigen Unterlagen durchzuwälzen drehte sich kurz zu ihm um. „Nein … ich habe ehrlicherweise nicht damit gerechnet, dass er so schnell handeln kann“, antwortete sie mit brechender Stimme.

    Grace kam ins Zimmer geeilt und wedelte mit einem Stück Papier in der Hand. „Hier eine Karte. Nevran hat ein ganzes Kartenarsenal in seinem Schlafzimmer“, rief sie erfreut und drückte sie ihm in die Hand. Er bedankte sich. Dann verschwand sie wieder in einem der Räume.

    Sofort setzte Joseph sich an den Tisch und bereitete die Karte vor sich aus. Das Haar legte er auf seine Handfläche, welche er mit der anderen bedeckte. Er schloss seine Augen und flüsterte Worte einer alten Sprache. Ein Kribbeln dran durch seine Arme und bündelte sich in seinen Handflächen. Schnell schlug er seine Handflächen zusammen und die Energie, die er gesammelt hatte, wurde auf das Haar übertragen. Nun legte er das aufgeladene Haar auf die Karte. Sofort setzte es sich in Bewegung und kroch über die Karte. „Perfekt, weiter kleines Haar, sag uns wo sich Nevran aufhält.“ Sagte er etwas zu euphorisch, denn plötzlich kam Lilijana in das Zimmer. „Hast du seinen Aufenthaltsort ausfindig machen können?“, fragte sie.

    „Noch nicht, aber das sollte nicht mehr lange gehen“, antwortete er.

    Angespannt verfolgten sie die Szene, die sich auf der Karte abspielte, bis das Haar abrupt stoppte.

    Joseph sprang vom Stuhl auf und raufte sich die Haare. „Verflixt ich war zu langsam“, grummelte er.


    LG Remoni

    Hi Sora,


    lieber etwas später als nie :)


    Der Teil hat mir sehr gut gefallen :), da du hier sehr detailverliebt schreibst und das mag ich mega, da ich mir dann gut vorstellen kann, wie du es uns zeigen möchtest und es für mich einen schönen Lesefluss ergibt.



    Bin gespannt wie es weitergehen wird und wie es sich nun weiterentwickelt.


    LG Remoni

    Hi Rainbow :)


    danke fürs lesen :) es freut mich das dir dieser Teil gefällt hat.



    Kapitel 7 (1/3)


    Seine Faust schlug gegen die Wand.

    „Mist! Sie scheint von jemanden oder etwas beschützt zu werden“, fluchte er. „Zum Glück war sie sehr gesprächig. Kanada also. Ihr Seelenfragment wird mir sicher weiterhelfen, um den Ort noch genauer einzugrenzen.“

    Er sprang aus dem Bett, zog sich seine Lederboots an und griff nach seiner Lederjacke, die über der Stuhllehne hin. Vom Tisch nahm er seinen Helm und verließ eilig die Wohnung. In der Bibliothek des Hexenzirkels werde ich sicher eine Anleitung finden, wie ich weitere Informationen bekomme.


    Nach einer zwanzigminütigen Motorradfahrt erreichte er das alte Anwesen, welches in einem Waldstücke im Londoner Hinterland lag. Er hielt vor dem massiven Eistor an und drückte die Klingel durch. Eine überraschte Frauenstimme ertönte aus dem Hörer.

    „Nevran was machst du wieder hier? Du warst doch heute Mittag schon hier.“

    „Hi Anabelle, ich habe etwas vergessen, daher müsste ich nochmal kurz reinkommen“, log er.

    „Was hast du denn vergessen?“, fragte sie ihn.

    „Dich“, antwortete er.

    „Der kam sehr flach. Du weist wir mögen deinen Humor nicht so, also raus damit, sonst lass ich dich nicht rein.“

    Er schnaubte genervt. „Oh komm mal wieder auf den Boden. Ich will nur meine Schlüsselkarte holen, damit ich heute nicht auf der Straße schlafen muss.“ Warum musstest sich gerade alle humorlosen Hexen hier zu einem Klan versammeln?

    „Dann sag das doch gleich“, antwortete sie ihm und sogleich verstummte ihre Stimme aus dem Hörer. Kurz darauf ertönte ein Alarmsignal und das Eisentor rollte auf. Sofort passierte er die Einfahrt und parkte sein Motorrad.

    Licht drang durch die Fensterscheiben der meisten Arbeitszimmer nach außen. Er schnaubte genervt. Na super. Warum sind um halb sieben noch so viele Leute hier. Haben die kein Privatleben oder was? Mir bleibt dennoch nichts anderes übrig, als über den Haupteingang in die Bibliothek zu gelangen, alles andere wäre nur verdächtig. Nachdem er das Anwesen betreten hatte, durchquerte er zielstrebig den mächtigen Eingangsbereich, vorbei an der alten Marmortreppe und blieb vor einer antiken Holztüre mit Einschnittzungen stehen. Er blickte sich vorsichtig um und prüfte, ob sich in der Nähe eine Aura aufhielt. Hoffentlich ist keiner drinnen , betete er. Nachdem die Luft draußen rein war, legte er seine rechte Handfläche auf die Türklinke.

    „Avana tin“, flüstere er durch seine Lippen und sogleich öffnete sich eine Verriegelung. Nevran öffnete die Türe und eine tiefe Dunkelheit zog sich durch den Fensterleeren Raum. Das hereinfallende Licht, des Eingangbereichs gab die in der Schwärze versunkenen Bücherregale frei. Erleichtert schloss er die Türfalle hinter sich. Anschließend zog er sein Handy aus der Jackentasche und öffnete die Taschenlampenapp. Mithilfe des Lichts las er die Bücherrücken aus dem Regalabteilungen für Informationszauber durch.

    „Das sieht gut aus“, sagte er, als er den Titel ´Lebensweg auslesen` erblickte. Nachdem er es aus dem Regal gezogen hatte, setzte er sich an einen Tisch und knipste eine Lampe an.

    Schnell überflog er das Inhaltsverzeichnis und blieb bei dem Schlagwort ´Seelen` hängen. Nachdem er die zehn seitige Anleitung durchgelesen hatte, ließ er die Schultern hängen. „Voraussetzung Beherrschung der hohen Konzentrationsstufe, na super. Hätte ich mir eigentlich denken, dass es nicht so einfach wird.“ Während er sich gerade die Vorgehensweise verinnerlichen will, hörte er Geräusche vor der Bibliothekstüre. Schnell las er sich die letzte Anweisung erneut durch. „Nachdem der Absorbierungstrank zu sich genommen wurde, muss mithilfe des Zeigefingers das Seelenfragment von der eigenen Seele getrennt werden und anschließend über die Stirn ins Gehirn aufgenommen werden, um die Erinnerungen in seinem eigenen Geist zu reflektieren.“ Okay das sollte reichen, also schnell weg hier. In der Zwischenzeit waren die Stimmen vor der Bibliothekstüre verstummt.

    Er stellte das Buch zurück auf seinen Platz, anschließend schalte er das Licht aus und trat neben die Eingangstüre. Bevor er hinausging schloss er seine Augen und prüfte erneut, ob in der Eingangshalle eine Aura zu spüren war. Niemand da, also los.

    Er trat hinaus in den stillen Flur und lief lässig, aber zielstrebig zum Haupteingang.

    „Guten Abend Nevran du noch hier?“ Drang eine überraschte Stimme an ihn.

    Er zuckte zusammen und sein Puls erhöhte sich.

    Wie? Warum konnte ich sie nicht spüren? Ausgerechnet Lilijana muss ich über den Weg laufen? Sie kann ich nicht einfach so abschütteln.

    „Abend Lilijana, ich bin auch schon so gut wie wieder weg. Ich hatte nur meine Schlüsselkarte für meine Apartmentwohnung vergessen“, erklärte er und wedelte mit der Karte, die er aus der Jackentasche zog. Die ergraute Frau stieg die Marmortreppen hinab und blickte zur Bibliothek und dann wieder zu ihm. „Du hast mir nicht gesagt, dass du heute in die Bibliothek musst.“

    Nevran seufzte leicht genervt. „Brauch ich immer noch deine Genehmigung, um in die Bibliothek zu gehen. Ich dachte, du vertraust mir und hast mir daher die Öffnungsformel gesagt?“

    Sie kam auf ihn zu und legte ihre Hand auf seine Schulter.

    „Sei nicht gleich eingeschnappt. Ich weiß, du hast ebenso gute Gründe, wie wir, die Schattenweltler zu hassen, da sie für den Tod deiner Mutter verantwortlich sind. Aber wie kann ich dir vertrauen, wenn ich selbst von meinem eigenen Fleisch und Blut hintergangen wurde? Jemanden zu vertrauen, in dessen Kopf du nicht hineinschauen kannst, ist ein Fehler, das wurde mir dort bewusst. In meiner Position als Zirkeloberhaupt kann ich mir keine Fehler erlauben. Also sag mir was du in der Bibliothek nachlesen wolltest.“

    Er senkte seinen Blick und seine Hand verkrampfte sich zu einer Faust. Mutter! Warum musste Lilijana sie erwähnen? Ich will mich nicht immer von dieser Wut leiten lassen, ermahnte er sich selbst. Ich sollte sie nicht gegen mich aufbringen, aber auch nicht ihre Marionette sein.

    „Ich habe etwas über Blutzauber nachgelesen. Irgendwie muss es doch möglich sein, dass ich zu dem Kind von Marian eine Verbindung spüre“, erklärte er, um dieses Gespräch schnell zu Beenden.

    Lilijana seufzte. „Wir haben alles versucht und auch schon allerlei Experimente mit deinem Blut durchgeführt, das weißt du ja, aber irgend ein sehr starker Schutzzauber blockt unsere Versuche immer wieder ab. Aktuell sind wir ratlos was wir noch machen könnten, die Zeit drängt, da nächstes Jahr schon die komplette Sonnenfinsternis stattfinden wird und du weißt was das bedeutet.“

    „Ich weiß. Das Blut wird erwachen und die Person wird dann für alle Nichtmenschenwesen, wie eine Zielscheibe sein, da sich ihre Aura verändert“, erläutere er.

    „Richtig“, flüsterte sie und ihre Hand glitt von Nevrans Schulter. Ihr Blicke traf den Fußboden, während sich ihre Hände zu Fäuste ballten.

    „Dieser verdammte Dämon. Wäre er nicht in das Versiegelungsritual eingedrungen, dann wären wir nicht in dieser misslichen Lage“, klagte sie mutlos, woraufhin sich eine unangenehme Stille im Flur ausbreitete. Jedoch hatte Lilijana schnell ihre Fassung wieder erlangt und sah ihn an. „Wenn du irgendetwas herausfindest, auch wenn es nur ein Hauch ist. Lass es mich wissen. Wir müssen nun alle Möglichkeiten in Erwägung ziehen“, verdeutliche die alte Hexe.

    Nevran nickte und trat einen Schritt zurück. „Ich werde weiterforschen, du hast meine vollste Unterstützung. Ich würde dann mal nach Hause gehen, wenn es in Ordnung ist.“ Ist ja keine Lüge, aber was ich mit diesen Informationen mache, entscheide ich selbst, dachte er insgeheim.

    Sie lächelte. „Natürlich darfst du gehen, ich habe keine Fragen mehr.“

    „Gute, dann dir einen schönen Abend noch“, sagte er.

    „Den wünsche ich dir auch“, antwortete sie. Ein Augenblick später erlosch ihr Lächeln. „Und vergiss nicht für was und wen wir kämpfen, ich würde dich nur ungern auf der anderen Seite sehen“, merkte sie an.

    Nevran verzog auf diese Anmerkung keine Miene. „Selbstverständlich weiß ich das.“ Anschließend verließ er das Haus und stieg auf sein Motorrad. War das eine Drohung von ihr? Hat sie etwa gemerkt, dass ich sie angelogen habe? Ich hoffe es nicht und wenn doch, dann sollte ich mich umso mehr beeilen und dieses Seelenfragment auslesen. Benna wird mir sicher dabei helfen können.

    Er ließ den Motor aufheulen und fuhrt vom Anwesen.



    LG Remoni

    Endlich habe ich den letzten Teil des 6. Kapitels fertig. :whistling:


    Rainbow ich hoffe es gefällt dir. Es war schön zu hören, dass jemand auf einen nächsten Abschnitt gewartet hatte, es tut mir echt leid, dass es über ein halbes Jahr ging.


    Sora ich weiß nicht, ob du noch dabei bist und ob es deine Zeit als zweifache Muster erlaubt, aber würde mich freuen wenn du vielleicht mal reinschaust :)


    Kapitel 6 (4/4)


    Vivien bog auf den Pfad, welcher sie zur Waldscheune führte. Mit kräftigen Tritten jagte sie ihr Fahrrad über den sandigen Weg.

    „Idiot … so ein verdammter Idiot“, fluchte sie, während ihr erneut die Tränen in die Augen quollen und ihr Sichtfeld verschwamm.

    „Warum kommt uns immer etwas dazwischen? … warum kann es nicht einfach normal laufen?“, fragte sie sich selbst.

    Plötzlich bahnten sich vorgefertigte Worte einen Weg über ihre Lippen.

    „Ich sollte nicht zulassen, dass er mich so behandelt. Ich muss es ihm heimzahlen. Ich muss mich rächen.“

    Überrascht von ihren eigenen Worten, hatte sie aufgehört in die Pedale zu treten, woraufhin ihr Fahrrad ins Schwanken geriet und vom Weg abkam. Schnell griff sie nach den Bremsen und rammte ihre Fersen in den weichen Boden, womit sie den Zusammenstoß mit dem Baum abschwächen konnte. Vivien atmete hörbar aus. „Puh, das war knapp!“

    Mit einem kurzen Blick über den Lenker prüfte sie, ob sich das Vorderrad verzogen hatte. Jedoch war das Glück dieses Mal auf ihrer Seite und sie kam mit einem Schrecken davon.

    Sie rollte das Fahrrad langsam zurück auf die Mitte des Weges.

    Was war da eben mit mir los? Das waren doch nicht meine Gedanken. Natürlich ist es wirklich Scheiße, was er gerade tut, aber mich dafür zu rächen ist nun wirklich nicht meine Art. So etwas Erbärmliches werde ich sicher nicht machen.

    Mit den flachen Händen schlug sie sich ein paar mal auf die Wangen, um die Gedanken loszuwerden. „So Schluss jetzt mit dem Thema. Ich habe mich so auf den Flug mit Blue gefreut, ich will heute nicht mehr weinen oder an ihn denken.“

    Plötzlich war lautes Rascheln aus den Baumkronen zu hören. Ihr blieb keine Zeit zu reagieren, so schnell flog ein dunkler Schemen direkt an ihr vorbei und ließ einige Haarsträhnen aufwirbeln.

    Sofort drehte sie sich um und erkannte ihren Bussard, welcher einen großen Bogen um sie segelte. Zwischen den Baumriesen hindurch beobachtet sie seinen Flug. Hereinfallende Sonnenstrahlen wirkten, wie zarte Vorhänge, die von Baum zu Baum gespannt wurden, während Blue durch die Sonnenvorhänge schwebte, spielte sich auf seinem Federkleid ein Farbspiel aus Schatten und den einfallenden Strahlen wider. Ein Lächeln breitete sich über Viviens Gesicht aus.

    Einige Augenblicke später ließ er sich auf einem großen Ast nieder.

    „Du scheinst mich schon erwartet zu haben“, rief sie ihm zu.

    Als Antwort erhielt sie ein helles Kreischen.

    „Los lass uns zu einem sicheren Ort gehen.“

    Nachdem sie dies ausgesprochen hatte, erhob sich der Bussard wieder in die Lüfte und segelte Kreise um sie. „Ich warte nur auf dich“, erhielt sie als Antwort. Daraufhin setzte sie sich wieder in den Sattel und brachte ihr Rad mit kräftigen Tritten zum Rollen. Nebeneinader führte sie ihr Weg, tiefer in den kanadischen Wald.


    „Vivien ist bei dir alles in Ordnung? Du wirkst heute, als wärst du aus dem Gleichgewicht?“, fragte Blue sie nach einiger Zeit.

    Schnell antwortete sie, dass alles gut wäre.

    Langsam ließ er sich auf ihre Höhe niedersinken. „Aber umso näher ich dir komme, umso mehr spüre ich, dass es nicht so ist.“

    Sie seufzte laut. „Bitte, ich möchte wirklich nicht darüber reden. Ich will mich einfach nur irgendwie ablenken.“

    Mit kräftigen Flügelschlägen nahm Blue wieder an Höhe auf. „Ihr Menschen denkt meiner Meinung nach zu viel nach.“

    „Das sagst du so einfach, du denkst ja nur an deine nächste Mahlzeit und wie du deine Gene weitervererben kannst.“

    „Das stimmt nicht, ich lebe im jetzt und hier, alles andere sind nur meine natürlichen Instinkte.“

    Vivien entschied sich nicht weiterzudiskutieren, sondern schwieg ihren Freund an, bis sie die Waldscheune erreicht hatten.

    Das alte Gemäuer lag verlassen in Mitten des dichten Tannenwaldes. Moose und Flechten hatten sich schon auf einem Großteil der alten Steinmauern eingenistet und der Efeu nannte das Dach sein eigen. Aber sonst war die Scheune noch in einem sehr guten Zustand.

    „Da hast du dich aber ganz schön verirrt, um das hier zu finden“, merkte Blue an.

    „Oh ja da hast du recht. Ich war, glaube etwa fünf Jahre alt, als ich mit meiner Mutter, in der Nähe, Heidelbeeren sammeln war, aber schnell wurde mir das zu langweilig und scheinbar habe ich irgendwo einen Fuchs aufgestöbert und bin ihm bis zu dieser Scheune gefolgt.“

    „Ja das klingt eindeutig nach dir“, kommentierte Blue.

    „Ja das stimmt und seit ich etwas älter bin, komme ich regelmäßig hier her, an meinen geheimen Rückzugsort.“

    „Aber gehört diese Scheune denn niemanden?“, fragte er überrascht.

    Vivien schob seine Fragen mit einer Handbewegung zur Seite. „Hier ist seit fünf Jahren keiner, außer mir, mehr gewesen, daher habe ich es mir auch herausgenommen das Innere etwas gemütlicher zu gestalten“, antworte sie mit einem Augenzwinkern und lief zur Vordertüre.

    Blue folgte ihr nicht. „Ich warte lieber hier draußen.“

    „In Ordnung, ich glaube auch dass das besser ist“, antwortete sie ihm. Sogleich löste sie neben der Türe einen Stein aus der Mauer und holte zwei Drähte heraus.

    Nach einigen geübten Handgriffe, ein Klicken und die Türe sprang auf.

    „Das sieht aber nicht so aus, als wäre das der normale Weg um hineinzugelangen“, merkte Blue an, als er neben ihr auf einem Mauervorsatz landete.

    „Man muss sich nur zu helfen wissen. Einen Schlüssel gab es nicht und das Schloss auszutauschen wäre wohl etwas frech, dem eigentlichen Besitzer gegenüber oder?“

    „Aber sich einzunisten nicht?“, merkte der Bussard an.

    „Ich halte die Scheune am Leben, daher sollte das schon in Ordnung sein. Ich gehe dann mal rein, bin dann gleich wieder bei dir.“

    Schnell huschte sie durch die geöffnete Türe und ließ sie anschließend hinter sich ins Schloss fallen.

    Ein frischer, altmodischer Duft begrüßte sie im Inneren. Der getrocknete Lavendel war wirklich eine gute Idee. Viel besser, als die abgestanden modrige Luft zuvor.

    Links vom Eingang standen einige alte landwirtschaftliche Maschinen, sowie ein Traktor. Der Rost hatte schon einige der Bauteile befallen, einerseits kein Wunder bei den vielen Jahren die sie hier standen, aber dennoch schade.

    Vivien bog nach rechts in das Hinterzimmer, wie sie es so gerne nannte, obwohl es scheinbar eine kleine Werkstatt darstellen sollte.

    Als sie den Raum betrat, knarzte der Holzboden vertraut. Im Zentrum hatte sie eine Holzplatte welche von vier Baumstümpfen gestützt wurde als Tisch aufgebaut, weitere Stümpfe dienten als Stühle. Direkt unter dem Fenster hatte sie einige Heuballen aufgereiht und mit dutzend Decken und Kissen bedeckt. An den Wandschränken, wie im ganzen Raum verteilt hingen Unmengen an Fotos von Wildtieren, welches sie selbst fotografiert hatte.

    Hat sich nichts seit den vier Wochen verändert, sie wischte mit einem Finger über die Tischoberfläche, bis auf die Staubschicht.

    Nachdem sie sich auf das Heu gesetzt hatte, sprang ihr ein Bild in die Augen, worauf sie Miranda, Hayden und sich als Kinder im Wald Räuber und Gendarm spielen, sah.

    Ein Stich zog durch ihre Brust. Als wir Kinder waren, war es so viel einfacher. Warum kann es nicht mehr so einfach sein?

    Sofort schossen ihr die Worte von Blue durch den Kopf.

    Schnell zwang sie sich den Blick vom Bild zu wenden und legte sich flach auf die Decken.

    Ich bin jetzt hier, um wieder mit Blue zu fliegen, also beiseite mit euch üblen Gedanken, versuchte sie sich selbst zu fokussieren.

    Nachdem sie ihre Lider geschlossen hatte, versank sie im Nebel, welcher sich in ihrem Geist ausgebreitet hatte. Immer wieder verschwamm ihre Sicht und sie musste sich enorm konzentrieren sich nicht wieder an den heutigen morgen festzubeißen. Nach einiger Zeit schaffte sie es sich einen Weg durch den Nebel zu bahnen und langsam erkannte sie, wie der Dunst in einem schwachen gelben Ton getaucht wurde. Zielstrebig steuerte sie auf das Zentrum des Schimmers zu und je näher sie dem Punkt kam, umso mehr spürte sie ein leichtes Pulsieren, welches durch den Nebel schwang. Als sie ihrem Ziel nah genug war, materialisierte sich der Schimmer zu einer verdichtenden Materie. Ohne zu zögern, griff sie nach ihr, woraufhin ihr Geist aus ihrem Körper sprang.

    Mit großer Vorfreude wollte sie durch Blues Augen sehen, jedoch war sie nicht von dem bekannten Wald umgeben, sondern sah direkt in das leicht bekleidete Dekolletee einer Frau. Erschrocken kniff sie sofort die Augen wieder zu. Verdammt, wo bin ich?Schweißausbrüche versetzte sie in Alarmbereitschaft und was zum Teufel läuft hier ab? Plötzlich spürte sie, wie Hände drängend über den Bauch, des Körper, in dem sie gerade zu stecken schien, glitten. Ein eiskalter Schauer überrumpelte Vivien, als sie dann auch noch spürte, wie die Lust in diesem Körper anfing zu brodeln.

    Oh nein, das darf doch jetzt nicht wahr sein, wie konnte das passieren? Ich habe doch alles genau so gemacht wie beim letzten Mal ... Oder? Verdammt ich habe auf jeden Fall keine Zeit mir darüber noch länger Gedanken zu machen. Hier geht’s gleich zur Sache und ich will nicht dabei sein, aber wie komme ich hier raus? Beim letzten Mal hat Blue mich aus seinem Körper gedrängt. Vielleicht sollte ich herausfinden in welchem Körper ich stecke, dann kann ich ihn ja freundlich darauf hinweisen, dass er mich hier rauslassen soll. Also los, drängte sie sich selbst. Langsam öffnete sie ihren Blick, um durch die Augen des Körpers zu blicken. Dessen Auge wanderten gerade vom Ausschnitt der Frau zu ihrem Gesicht. Vivien zog abrupt ihren Atem ein und ihre Augen weiteten sich. Sie ist ja gar kein Mensch, stellte sie fest, denn die vier Hörner, die der Frau aus dem Kopf sprossen, so wie ihre lange schlangenartige Zunge, welche über ihre geöffneten Lippen glitt, waren alles andere als menschlich. Eine Sukire? Zum Teufel, in welchem Körper bin ich denn gelandet?

    Die Frau beugte sich langsam nach vorne, zeitgleich schloss sie ihre Lider und spitze die Lippen.

    Vivien schrie innerlich auf, kniff ihre Augen zusammen und hatte reflexartig versucht die Frau von sich zu stoßen. Ein überraschender Knall ließ Vivien ihre Augen wieder aufreißen. Was ist jetzt?

    Ein gequältes Stöhnen war vom Bettende zu hören.

    „Auh … was sollte denn das?“, fauchte die Sukire.

    Verdutzt starrte der Mann auf seine ausgestreckten Hände. „Ich weiß nicht … ich habe nichts“, versuchte er ihr mit bröckelnder Stimme zu antworten, als sich plötzlich seine Augen weiteten. „Ich war das nicht“, sagte er mit festem Ton.

    „Ja genau. Wer soll es dann denn gewesen sein? Hat dich etwa ein Skaluros heimgesucht?“

    Sein Blick wurde fest und zeigte keinen Hauch von Verwirrung mehr. „Du solltest gehen.“

    „Was?“ Vor Überraschung blieb ihr der Mund offen stehen, als sie ihre Fassung wieder erlangt hatte, blickte sie ihn mit zusammengekniffenen Augen an. „Warum?“

    Ein Seufzen entglitt dem Mann. „Bitte Lanka, ich habe meine Gründe.“

    Die Sukire sprang knurrend aus dem Bett, krallte sich die Jeans vom

    Boden und zog sie sich ruckartig an.

    Währenddessen hatte der Mann ihren Pullover aus der Bettdecke gezogen und hielt ihn ihr entgegen.

    Ihre brodelnden Augen trafen ihn kalt, während sie ihm das Kleidungsstück aus der Hand riss. „Du brauchst gar nicht auf die Idee kommen, dich in naher Zukunft bei mir zu melden.“

    Ohne auf eine Antwort von ihm zu warten, verließ sie das Zimmer. Mit einem lauten Knall flog die Holztüre hinter ihr ins Schloss.

    Ein Seufzen entwich seinen Lippen.

    „So und nun zu dir“, sagte er, als er sich sein Shirt übergezogen hatte.

    Vivien hielt ihren Atem an. Er kann nicht mich meinen, oder?

    Nach einigen Augenblicken, ohne dass er eine Antwort erhielt, wurde seine Stimme fordernder. „Du brauchst gar nicht so zu tun, als würde ich nicht mitbekommen, dass du da bist.“

    Verdammt ich glaub er meint doch mich. Was soll ich tun, wenn ich wenigstes wüsste mit wem ich es zu tun habe, wirbelten die Gedanken durch ihren Verstand.

    Als er merkte, dass er noch immer keine Antwort erhielt, wurde seine Stimme sanfter. „Du brauchst keine Angst zu haben, ich werde dir nichts tun, kann ich genaugenommen auch nicht, da du ja in meinem Körper bist. Wie heißt du?“

    Kann ich ihm vertrauen? Viele Möglichkeiten bleiben mir ja nicht, vielleicht kann er mir ja helfen.

    „Ich heiße Vivien und nein ich habe keine Angst, es lief nur nicht so, wie ich das geplant hatte und wie ist dein Name?“

    „Freut mich dich kennenzulernen Vivien. Mein Name ist ähm Jason, was war denn dein Plan?“

    „Ich glaube nicht, dass dich das interessieren würde. Bist du denn nicht sauer, dass ich dir deine Partie mit der Sukire zunichtegemacht habe?“

    Ein schmunzelndes Lachen entglitt ihm. „Interessant, das du weißt, was eine Sukire ist, aber mache dir darüber keinen Kopf sie beruhigt sich schnell wieder. Viel interessanter finde ich dich. Für mich ist es nicht alltäglich, dass sich jemand in meinen Körper verirrt.“ Jason ließ sich auf das Bett fallen und lehnte sich gegen die Wand. „So dann erzähl mir doch von deinem Schlamassel, vielleicht kann ich dir ja helfen.“

    „In meinen Büchern stand etwas über das Volk der Sukiren, aber ich habe nie glaubt, dass ich eines dieser Wesen mit eigenen Augen sehen würde.“

    „Genaugenommen hast du sie auch nur durch meine Augen gesehen“, merkte er mit einem Schmunzeln an.

    „Hast ja recht, aber so genau nehme ich das jetzt mal nicht. Gesehen ist gesehen, apropos Wesen, du bist kein Mensch, oder? “ fragte sie, da die Neugierde aus ihr kroch.

    „Leider muss ich dich enttäuschen, ich bin nur ein Mensch, aber von klein auf mit dem Kontakt zu den Schattenwesen aufgewachsen.“

    Ein seufzten, entwich Vivien. „Darüber bin ich etwas neidisch, meine Mutter hatte alles getan, dass ich bloß keinen Kontakt zu ihnen bekam. Wenn sie mit mir doch offener mit diesem Thema umgegangen wäre, dann würde ich sicher jetzt auch nicht hier in deinem Körper stecken, sondern in meinem Bussard und würde über die Bergspitzen von Kanada fliegen.“

    Plötzlich merkte Vivien wie sich Jason Körper anspannte. Was hat er denn plötzlich?

    „Du springst sonst immer in den Körper eines Bussards? Das klingt ja interessant, wie kam es dazu?“ fragte er.

    Ich sollte ihm nicht zu viel erzählen. Ich kenne ihn ja gerade erst seit ein paar Minuten, gerade weil er die Schattenwelt besser kennt, als ich, könnte er versuchen mich zu manipulieren oder weiß Gott was. Nach kurzem überlegen, entschied sie sich ihm nur den Teil mit Blue zu erzählen, weil dies helfen könnte, dass sie wieder in ihren Körper kommt, daher ließ sie den Fakt, dass sie eine Halbhexe war außen vor. Sie begann Jason von der ersten Verbindung zu Blue zu erzählen, jedoch erhielt sie von ihm im Laufe des Gesprächs nur noch sehr knappe antwortete, so als wäre er nicht ganz bei der Sache.

    „Hey wenn es dich nicht interessiert, dann sage es doch bitte und lass mich nicht meinen Mund fusselig reden“, sagte Vivien etwas pampig.

    „Entschuldigung ich wollte nicht unhöflich sein, aber ich überlege, was für ein Wesen du sein könntest“, antwortete er knapp. Plötzlich spürte Vivien ein Stechen welches sich auf ihre Brust fixierte.


    Grelles Licht durchdrang die geschlossenen Lider der weißhaarigen Frau und ließ sie aus ihrem Dämmerschlaf aufschrecken. Schnell sah sie sich um, damit sie die Quelle des Leuchtens ausfindig machen konnte, jedoch zog ein Pochen, welches von der Himmelskuppe erklang, sofort ihre Aufmerksamkeit.

    Violetter Seelennebel prahlte ununterbrochen gegen die Kuppel und erzeugte mit dem Aufprall das grelle Licht.

    „Ein Angriff von außerhalb? Das kann doch nicht sein. Eigentlich dürfte niemand so nah an ihre Seele herankommen. Funktioniert der Schutzzauber nicht mehr richtig?“, murmelte sie.

    Außer … augenblicklich wurde ihr bewusst, was passiert war.

    „Oh nein sie werden sie finden. Ich muss sofort etwas unternehmen, sie dürfen Vivien auf keinen Fall finden, das habe ich Alisten versprochen.“

    Ihr Blick schweifte erneut zur Himmelskuppel. Der Seelennebel versuchte immer noch hindurchzubrechen. Sofort aktivierte die junge Frau ihr Kylar Erbe, eine knisternde Kälte strömte durch ihre Venen und entwich als Eisnebel aus ihren Handflächen.

    Plötzlich war ein Knirschen zu hören. Als sie nach oben blickte, konnte sie sehen, wie der violette Nebel durch die Schutzkuppel drang und begann die Seele von Vivien zu ummanteln.

    „Nein“, schrie sie und sprintete los. Blitzschnell formte sich der Eisnebel hinter ihrem Rücken zu gewaltigen Schwingen, mit denen sie sich vom Felsvorsprung abdrückte und zur Seele eilte. Nachdem sie dem Eindringling nah genug kam, sammelte sie in ihrer Hand eine große Eismaterie und feuerte diese anschließend auf den eindringenden Nebel. Sofort schreckte dieser zurück, als die Materie ihn traf, dabei riss er ein Stück von Viviens Seelenfragmenten ab und zog es mit sich aus der Kuppelöffnung und verschwand.


    Sry für den großen Abschnitt aber irgendwie macht es glaube nicht so viel Sinn ihn aufzuteilen.


    LG Remoni

    Hallöchen zusammen,


    beim durchlesen eurer Ideen ist mir auch eine gekommen, die Drachenlady ihrer ähnelt, aber das Thema mit dem Blick weg vom Buch vielleicht löst.


    Ich sehe es ähnlich wie Sensenbach, das nicht das Botanische in den Fokus stehen sollte, sondern die Fantasie Kurzgeschichten.


    Meine Idee wäre, das dass geöffnet Buch aufrecht steht und so ähnlich wirkt wie ein Tor, aber die Seiten sind etwas verschwommen, weil die Seiten wie ein Portal dienen sollen und ich weiß das hört sich schwierig an und wäre viel Arbeit, aber es wäre cool, wenn Charakteren die in den Kurzgeschichten vorkommen aus dem Buchportal treten und direkt auf den Leser zuschreiten würden. Damit bekommt er schon einen Vorgeschmack auf was für Personen er treffen wird, wenn er sich dieses Buch kauft. Es könnten Krieger sein die mit ihrem Schwert aus dem Buchportal rennen, als würde es in die Schlacht gehen. Ein Elf der elegant so halb aus dem Portal schreitet, ein fantasyhafter Vogel der hindurchfliegt und das sollte dann so etwas dreidimensional wirken.


    Aber kann natürlich auch für viele zu viel und aufdringlich wirken.

    Hi Sora,


    einerseits schade, dass du deine alte Variante deiner Geschichte nicht weiterführen konntest, da sie mir sehr gut gefallen hat, aber beim zweiten Anlauf wird es sicher noch besser :)


    Ich drücke dir die Daumen, dass der Neustart nun besser für dich läuft :)


    Ich muss leider erst mal Nachschlagen, wie eig. So ein Prolog geschrieben werden sollte/ könnte, habe bei mir leider noch keinen.


    Dann kommentiere ich mal :D


    Wahnsinnig gut hat mir der erste Abschnitt gefallen, wie du den Raum beschriebst in dem Sora ihre Pergamente studiert. Ich will auch so schöne Astregel und im Mondschein sieht alles gleich so viel schöner und mystischer aus.


    Ich finde für einen Prolog gibst du uns zu detaillierte Informationen über Soras Aussehen. Ich glaube wir werden sie noch öfter in deiner Geschichte lesen können. Lieber weniger, aber markantere Infos :) Es klingt zwar schön das ihre Schuppen im Kerzelicht blinken, aber das empfinde ich in einem Prolog als unwichtig, wenn wir schon die Info bekommen das sie Schuppige Klauen hat und so hat.


    Die Fragen die dein Prolog ihn mir auslösen:

    Was mich interessieren würde wer schreibt die ganzen Pergamente???

    Wer sind ihre Schöpfungen... und was haben sie mit dem Jungen Mann gemacht, so wie ich das verstehe sind nicht alle Bewohner von Dragxis die Schöpfung der Göttin oder?

    Und was für ein Ritual.... und wer ist der arme Junge... hat er überlebt.


    „Entschuldigen sie Göttin. Sie haben ihn für ein Ritual benutzt um…


    das benutze hört sich irgendwie unschön an, „benutze“ wie ein Lappen zum Teller abwaschen.

    Ich denke so würde es vielleicht besser klingen:

    „Entschuldige sie Göttin. Sie haben an ihm das Ritual durchgeführt oder Sie haben mit ihm das Ritual durchgeführt, um … Ich weiß jetzt nicht wie das Ritual durchgeführt wird daher zwei Varianten.


    Achtung ggf. Spoiler, muss mich erst wieder reinfuchs wie der Spoiler geht.

    Welche Farbe hat der Edelstein auf Soras Kopf, das hätte ich ggf. erwähnt. Weil ja in der alten Fassung hatte Kalia, wenn ich mich recht erinnere, sry wenn ich den Namen nicht mehr weiß, eine Kette mit einem Stein gefunden, da könnte der Leser ggf. schon was interpretieren, wenn er vielleicht die selbe Farbe wie der Stein von Sora hat oder du kannst ihn vielleicht auf eine Falsche Fährte führen und dann ist die Verbindung mit der Kette mit jemanden anderen überraschender.

    Spoiler Ende.


    „Sora konnte nicht glauben was sich gerade abspielte. Es sah so aus, als hätte jede Spezies nun ihr eigenes kleines Reich und keine Königinnen waren mehr da, die diese noch zusammen halten könnten. Unfrieden würde die Folge dieses Unglücks sein, sowie verschiedene Anführer die aus dem Dunklen ins Licht treten werden.,

    Wenn es sich rumspricht, dass ihre friedvollen Königinnen nicht mehr da waren, würde das Chaos regieren.“


    Wie kommt Sora darauf, dass die Königinnen nicht mehr da sind und das sich auf jeder Insel nun eine Spezies aufhält? Das kann sie doch so schnell noch gar nicht sehen oder??? Ich hätte da nicht so vorgegriffen, sondern die Insel trennten sich. Basta und dann im Laufe der Geschichte gezeigt wie die Inseln regiert werden und wer da lebt. Die Königinnen waren nirgend zu sehen, als wären sie vom Erdboden verschluckt worden oder hatten sich gegenseitig ausgelöscht und ich vielleicht könntest du dann im laufe der Geschichte sagen, das die Königinnen seit diesem Vorfall, nie wieder gesehen wurden und das sich die Gerüche immer mehr festgesetzt haben, das sie alle 4 Tod sind. Ich finde diese Informationen kannst du richtig gut in die laufende Geschichte einfließen lassen.



    Vielleicht könnte Sora zum Schluss in sich zusammensinken und irgendwas so wie, Unglauben äußern und sich fragen, wie das passieren konnte, was hat die Königinnen dazu getrieben solch einen gewaltigen Schaden anzurichten und sich ggf. selbst auszulöschen....

    Da würde ich die Dramatik etwas mehr verdeutlichen.


    Kann Sora auch ohne sich zu konzentrieren Kontakt zur Göttin aufnehmen?


    Ich finde, dass dir die Szenen gut gelungen ist wie die Königinnen gegeneinander gekämpft haben und auch wie die anderen Wesen vom Unglück überwältige werden, zb. Von den Wassermassen mitgerissen werden oder wie ihre Häuser zerstört werden, da kommt die dramatische Situation richtig gut rüber. Ebenso wie die große Insel in kleine Insel zerbrochen wird.


    Mich hätte noch interessiert wo sich Sora gerade aufhält, ist sie in einem Art Schloss oder Höhle, weil sie schien bei diesem Unglück ziemlich in Sicherheit zu sein.


    Im großen und ganzen gefällt mir dein Prolog ganz gut, ein bisschen könntest du noch dran schleifen, dass du ihn etwas knapp und knackiger hältst, damit wir immer voll unter Spannung stehen und nicht raus gerissen werden, zb. Wenn du etwas zu detailliert erklärst.


    Ich hoffe ich klang nicht zu kritisch... wenn ja, sag bitte Bescheid :) möchte dich ja nicht demotivieren, denn ich habe diene Geschichte sehr sehr gerne gemocht.


    Dann lass ich mich mal überraschen, wie du die Geschichte nun aufziehen wirst :D


    LG Remoni

    Hi Rainbow,


    jetzt habe ich mir doch etwas zu viel Zeit gelassen um weiterzulesen :/


    Hier mein Feedback zu Kapitel 2:



    LG Remoni

    so dann weiter :) ist diesmal ein kleinerer Abschnitt, aber anders schneiden macht nicht so viel Sinn.

    Rainbow ich hoffe, das ist vorerst genug Drama für dich :D


    für Rainbow




    Fragen zu den Dialogen



    Kapitel 6 (3/4)


    Ein lautes Scheppern riss Vivien unsanft aus dem Schlaf. Als sie prüfte, woher der Lärm kam, erblickte sie ihre Freundin, welche ein Holzkästchen vom Boden aufhob.

    „Nicht nur das Taktgefühl eines Oger, sondern auch so laut wie einer“, spottete Vivien.

    Überrascht sah Miranda zu ihr. „Oh, Entschuldigung ich wollte dich nicht wecken, aber ich muss ja meiner Rolle gerecht werden“, antworte sie grinsend. Vivien wischte sie den Sand aus den Augen, während sie über die Antwort ihrer Freundin schmunzelte.

    „So, da du nun wach bist, Hopp, Hopp raus aus den Federn. Ich bin am Verhungern“, quengelte Miranda.

    Vivien zog die Bettdecke zur Seite und streckte sich. „Wie spät haben wir denn?“

    Ihre Freundin sagte ihr, dass es schon kurz nach zehn sei. Daraufhin hievte sich Vivien aus dem Bett und wechselte ihre Kleidung. Gemeinsam gingen sie dann in die Küche, um sich frische Brötchen mit Marmelade zu schmieren. Miranda kochte sich einen Tee auf, Vivien hingegen gönnte sich eine große Tasse Kaffee. Während Miranda noch an ihrem vorletzten Brötchen knabberte, zeigte der Kaffee bei Vivien bereits eine seiner Nebenwirkungen. Sie rückte vom Esstisch weg und stand auf. „Bin mal schnell aufm Klo“, erwähnte sie.

    „Du musst aber hoch ins Bad, unten wird es von meiner Mutter belagert“, merkte Miranda an.

    „Kein Problem“, antwortete sie und verließ das Esszimmer.

    Nachdem sie ihre Hände gewaschen hatte, trat sie, in Gedanken versunken, aus dem Bad. Wurde aber sofort wieder in die Realität zurückgezogen, denn aus Haydens Zimmer kam ein Mädchen. Ihre Blicke trafen aufeinander. Sofort wurde Vivien bewusst, wen sie am Abend gehört hatte. Ihr überraschter Ausdruck wich rasant und verwandelte sich zu einem wutentbrannten Blick.

    Dies merkte das Mädchen und trat einen Schritt zurück. „Hayden kannst du mal kommen“, rief sie ihn.

    Sofort kam er auch schon aus seinem Zimmer und sah sie an. „Ja was ist denn Simona?“

    Sie kam schon gar nicht mehr zu Wort, denn Vivien grätschte dazwischen. „Ist das dein ernst Hayden?“, fragte sie ihn wütend.

    Erschrocken zuckte er zusammen. Langsam drehte er sich dann um und sah sie an. „Scheiße, wenn ich gewusst hätte …“

    Sie ließ ihn nicht ausreden. „Was, wenn du gewusst hättest? Hättest du dir dann nicht ein Mädchen für den Abend abgeschleppt?“

    „Du hast doch gesagt, dass du keine Freundin hast“, unterbrach Simona das anbahnende Wortgefecht. Hayden wendete sich zu ihr. „Habe ich genaugenommen auch nicht. Zwischen uns ist es gerade etwas kompliziert“, gestand er.

    Nun war das Fass für Vivien übergelaufen. „Du bist so ein Arsch. Gestern erfahre ich noch, dass du deinen Seitensprung so sehr bereust und mich zurück willst“, schrie sie ihn an und deutete auf Simona, „und heute musste ich mitanhören, wie du dich lautstark mit ihr vergnügt hast.“ Tränen, die sie versucht hatte zu unterdrücken, liefen ihr über die Wangen.

    „Es scheint noch komplizierter geworden zu sein“, merkte Simona an. „Dann geh ich mal lieber“, sagte sie und huschte an Vivien vorbei, ohne sie oder Hayden anzuschauen. Auf der Treppe traf sie auf Miranda, die sich fragte, woher das Geschrei kam. Als sie das Mädchen erblickte, ahnte sie schon , was da oben im Flur abging und eilte die Treppe hinauf.

    Hayden ging ein Schritt auf Vivien zu. „Bitte höre mir zu. Meine Gefühle für dich sind immer noch da, aber gestern …“

    Erneut unterbrach sie ihn. „Aber gestern was? Kannst du dich auch wieder nicht dran erinnern, wie das passieren konnte? Also bitte verkauf mich nicht für blöde.“

    Jetzt erhob er seine Stimmen. „Nein so war das nicht, gestern hatte ich einen sehr harten Tag und musste mich irgendwie ablenken. Hätte ich gewusst, dass du zu Besuch bis, dann hätte ich sie sicher nicht mitgebracht.“

    „Und das soll mich jetzt überzeugen? Ein harter Tag?“ fauchte Vivien.

    Miranda betrat nun den Flur und sah ihre Freundin, welche sich mit dem Ärmel über die Augen wischte. Dann sah sie ihren Bruder an. „Hayden, du Trottel. Warum hast du das gemacht? Ich dachte …“

    „Hey Miranda sein nicht so hart zu ihm, er hatte gestern einen schweren Tag, das rechtfertigt das doch?“, spottete sie.

    Ihre Freundin warf ihrem Bruder einen wütenden Blick zu.

    „Mädels bitte hört mir doch zu“, bettelte Hayden.

    „Nein“, sagte Vivien abrupt, „ich sollte nun lieber gehen, bevor ich hier noch jemandem den Kopf abreise“, knurrte sie und riss die Türe zu Mirandas Zimmer auf. Plötzlich legte sich eine Hand auf ihre Schulter und hielt sie zurück. „Bitte Vivien, es tut mir leid“, flehte er.

    Die Tränen und die Enttäuschung drangen erneut an die Oberfläche. Sie schlug seine Hand weg. „Fass mich bloß nicht an“, keifte sie.

    Miranda stellte sich nun zwischen die Beiden. „Lass sie. Du hast heute schon genug gemacht.“

    Vivien eilte ins Zimmer, schnappte sich ihren Rucksack und lief an Miranda und Hayden vorbei. „Und ich wollte dir eine zweite Chance geben“, flüstere sie, als sie an ihm vorbeiging.

    Hayden riss sich von seiner Schwester los. „Du wolltest es nochmal versuchen?“, fragte er überrascht.

    Vivien sah ihn direkt an, aber aus ihre verweinten Augen sprach nur ihre pure Abscheu ihm gegenüber. „Ja wollte ich“, fauchte sie und stürmte dann davon.

    „Süße es tut mir so Leid. Soll ich mitkommen?“, rief Miranda ihr hinterher. Schnell wischte sich Vivien die Tränen vom Gesicht und wendet sich an ihre besorgte Freundin. „Nein, lass mal. Ich will jetzt alleine sein“, antwortete sie ihr und rannte die Treppe hinab.

    Miranda verstand und drängte sich nicht weiter auf.

    Vivien riss die Garagentüre auf, wo sie beinahe mit Mirandas Vater zusammen stieß. „Oh, guten Morgen, du hast es aber eilig. Ist denn alles in Ordnung?“, fragte er.

    „Nein, ist es nicht“, klagte sie, während sie vor sich hin schniefte.

    „Okay, ich verstehe. Mein Sohn hat wieder Bockmist gebaut.“

    Vivien senkte ihren Blick. „Ja, hat er“, schluchzte sie.

    Sogleich schlang er seine starken Armen um sie und drückte sie an sich. Woraufhin sie ihren Tränen nun freien Lauf ließ.

    „Warum ist er nur so ein Idiot“, schluchzte sie leise vor sich hin.

    „Männer sind halt manchmal Idioten, aber das wird schon alles wieder“, sagte er, während er väterlich über ihr Haare strich. Jack war für Vivien, wie ein Vater. Denn als ihr leiblicher Vater erfuhr, dass ihre Mutter schwanger von ihm war, hat er sich einfach aus dem Staub gemacht. Sein Grund war, dass er nie solche Blagen wollte und da Jill nicht abtreiben wollte, hat er sich einfach verpisst. Kein deut besser waren auch die Eltern ihrer Mutter, denn als sie erfuhren, dass ihre erst neunzehnjährige Tochter sich von einem dahergelaufenen Philippiner schwängern ließ, setzten sie ihr ein Ultimatum. Abtreibung oder sie kann selbst schauen, wie sie klar kam. Für Jill gab es nur eine richtige Entscheidung. Angewidert von den Beweggründen ihrer Eltern, welche das Ansehen der Familie Hanson vor das Wohlergehen ihrer Tochter legten, ist sie abgehauen. Nur mit einem Koffer Klamotten und etwas Erspartem ist sie nach Kanada ausgewandert.

    Als Jack von ihren Familienverhältnissen erfuhr, hatte er es sich zur Aufgabe gemacht, für Vivien wie ein Vater zu sein. Was sie in Momenten, wie diesen dankend annahm.

    Langsam löste sie sich aus seiner Umarmung.

    „Kopf hoch. Das Leben geht weiter“, sagte er und klopfte ihr aufmunternd auf die Schulter. Vivien erzwang sich ein Lächeln „Danke Jack“, antwortete sie und ging dann zu ihrem Fahrrad.

    „Dafür doch nicht“, sagte er und lächelte ihr zu.

    Sie schob ihr Rad aus der Garage, schnallte sich den Helm auf und fuhr dann die Einfahrt hinab. Im Augenwinkel erblickte sie den Audi Quattro von Hayden. Ein Stich zog ihr durch die Brust und entfachte wieder ihre Emotionen. Mit starken Tritten bog sie auf die Straße und düste zum Wald.


    LG

    Remoni

    Hi Rainbow,


    ich wünsche dir auch noch ein frohes neues Jahr :D hoffe du bist gut reingestartet ^^


    LG

    Remoni

    Jetzt geht's weiter :)


    Hatte noch keine Muse den vorigen Teil zu überarbeiten, werde ich aber irgendwann machen.


    Kapitel 6 (2/4)



    Miranda fiel die Kinnlade herunter. „Willst du damit sagen, dass du dem glaubst, was die Männer sagen? Das kann nicht dein ernst sein.“

    Scheiße, Scheiße, jetzt hast du dich verplappert Vivien. Was antworte ich jetzt darauf? Schnell ich muss mir was einfallen lassen.

    Der Blick in die Augen ihrer Freundin ließ keinen Zweifel daran, dass sie ein Geheimnis witterte und offenbar davon ausging, dass Vivien etwas vor ihr verbarg. Daraufhin ließ Vivien ihre Schultern sinken und seufzte. „Vielleicht sollte ich dir etwas sagen.“ Tschuldigung Mom, aber ich will und kann das alles nicht mehr nur für mich behalten, vor allem da die Dämonen scheinbar bei uns in der Stadt Menschen angreifen. Ich könnte es mir nicht verzeihen, wenn Miranda, etwas passieren würde.

    „Ich bin gespannt“, antwortete ihre Freundin und riss Vivien dabei aus ihrem Gedankengang.

    Schnell suchte sie nach den richtigen Worten, um so ein heikles Thema anzugehen. „Also du weißt ja das ich ein Medium bin.“

    Miranda beantwortete dies mit einem skeptischen Kopfnicken.

    „Naja wie soll ich das sagen, das ist so nicht ganz richtig … denn ich bin eigentlich zur Hälfte eine Hexe.“ Nachdem sie diese Worte ausgesprochen hatte, breitete sich eine Stille im Zimmer aus. Sie erhielt keine Reaktion von Miranda, da ihre Freundin kurz ihre Stimme verloren hatte. „Du meinst so eine Hexe, mit Zauberkräften und einem fliegenden Besen?“, brach es dann plötzlich aus ihr heraus.

    Vivien musste sich ein Lachen verkneifen. „Nein nicht direkt. Also wir haben definitiv keine Besen und können eigentlich auch nicht richtig fliegen. Aber scheinbar können einige Hexen, die mit dem Element Luft verbunden sind zumindest schweben, hatte ich zumindest gelesen.“

    „Warte, warte … das ist grade wirklich dein ernst, oder? Du vergackeierst mich hier grade nicht?“, erkundigte sich Miranda mit verunsicherter Stimme.

    Vivien sah sie mit einem ernsten Blick an. „Sehe ich so aus, als würde ich dir einen Bären aufbinden wollen?“, sagte sie und deutete auf ihren ernsten Gesichtsausdruck.

    „Nein das nicht … aber die Offenbarung überrumpelt mich jetzt doch etwas … eine richtige Hexe also“, antwortete sie während langsam ihre Stimme versiegte.

    Vivien rückte näher an sie heran und legte eine Hand auf die Schulter ihrer besten Freundin, denn sie erwartete, dass diese gleich Durchdrehen würde.

    Jedoch faste sich Miranda erstaunlich schnell wieder und sah Vivien begeistert an. „Du weißt jetzt aber schon, dass ich dich bis aufs kleinste Detail ausfragen werden, oder?“, schoss es aus ihr, während sich ein kleines Grinsen auf ihren Mundwinkeln abzeichnete. „Meine Freundin … eine Hexe … so was erfährt man nicht alle Tage“, sprach sie leise zu sich.

    Überrascht nahm Vivien die Hand von Mirandas Schulter und blickte sie ungläubig, aber auch froh an. „Nein, ich hatte damit gerechnet, dass du durchdrehst oder denkst ich will dich verarschen.“

    „Ja hätte ich denken können, aber welchen Grund hättest du dazu und außerdem habe ich schon bemerkt, dass du anders bist und nun ergibt das in meinem Kopf alles viel mehr Sinn. So einen großen Unterschied macht es nun auch nicht mehr, ob du ein Medium oder eine Hexe bist. Solang du mir jetzt nicht noch sagst, dass es Werwölfe und Vampire gibt, ist alles gut“, rechtfertigte sich Miranda.

    Vivien musste schlucken, sogleich sammelte sich eine steigende Nervosität in ihr und ließ sie anfangen zu schwitzten. Während sie nach den richtigen Worten suchte, senkte sie ihren Blick.

    „Was ist los?“, fragte ihre Freundin, als sie merkte, dass diese seltsam wurde.

    Vivien knetete ihre Finger. „Da gibt’s noch was anderes, was ich dir erzählen muss.“

    „Ok sprich.“

    „Dieses Monster, von dem die Männer des Falls erzählt haben, so Wesen gibt es wirklich ... es sind Dämonen.“

    „Warte … du willst mir gerade weismachen, dass es auch Dämonen gibt?“, unterbrach Miranda sie.

    „Ja das versuche ich“, antwortete Vivien mit ruhiger Stimme.

    Ihre Freundin sprang vom Bett. „Ja ist klar. Fast hätte ich es dir abgekauft, aber nur fast“, antwortete sie und blickte Vivien mit zusammengekniffenen Augen an. Jedoch sah diese sie mit einem ernsten Blick an. „Ich weiß das klingt sehr absurd und auch beängstigend, aber ich kann es nicht mehr vor dir verheimlichen, nach dem, was du mir über den Fall erzählt hast.“

    „Ernsthaft, du versuchst es noch immer“, sagte Miranda und musste lachen. „Komm lass den Unsinn, mir machst du keine Angst damit. Außer mit deinen schlechten Schauspielkünsten vielleicht.“

    Vivien entgleisten ihre Gesichtszüge. Mit so einer Reaktion hatte sie nicht gerechnet. Wie konnte sie es ihr aber verübeln? Was hatte sie denn erwartet? Das Miranda sagte: oh okay alles klar kein Problem, sind ja nur ein paar Dämonen, was solls.

    Heute würde ihre Freundin nicht weiter auf dieses Thema eingehen, das wusste sie, denn dieses Mädchen war so stur wie ein Esel. Für alles benötigte sie erst sichtbare Beweise, bevor sie etwas glaubte. Miranda hatte ihr viele Nerven gekostet, bis sie endlich begriff, dass sie wirklich mit Tieren reden konnte.

    Ich brauche unbedingt irgendwelchen handfeste Beweise, damit sie es versteht und akzeptiert… aber welche? Das Einzige, was ich heute tun kann ist sie davon abzuhalten weiter an diesem Fall mitzuhelfen.

    Unerwartet traf sie etwas im Gesicht. „Was machst du denn für ein Gesicht? Hast du wirklich geglaubt, dass ich dir so einen Käse abgekaufe?“, merkte Miranda an, nachdem sie Vivien mit einem Kissen beworfen hatte.

    „Ich dachte, ich wäre eine bessere Schauspielerin“, antwortete sie.

    Ihre Freundin nahm nun ein weiteres Kissen in die Hand. „Ich hätte dir gleich sagen können, dass du eine miserable Schauspielerin bist“, gluckste sie und zielte mit dem neuen Kissen auf Vivien. Welche jedoch gekonnt auswich. „Du willst eine Kissenschlacht? Die kannst du haben.“

    Da ich heute eh nichts mehr erreiche, will ich wenigstens nicht, dass der Abend seltsam verläuft.

    Schnell schnappte sie sich ebenfalls ein Kissen und stellte sich aufs Bett. „Hier für dich.“ Mit Schwung schmiss sie es Miranda entgegen und traf sie am Bauch.

    Die Beiden bewarfen sich noch einige Male mit den Kissen, bis sie so außer puste waren, dass sie sich lachend auf die Bettdecke warfen.

    „Kannst du mir einen Gefallen tun?“, nuschelte Vivien nach einiger Zeit, während sie ihr Gesicht in ein fluffiges Kissen versenkte hatte

    Abrupt drehte Miranda ihren Kopf und sah ihre beste Freundin an. „Welchen?“

    „Bitte halte dich von dem Fall der Polizei fern“, bat sie, nachdem sie sich zu Miranda gedreht hatte.

    „Du kennst mich doch“, sagte sie mit einem leichten Lächeln auf den Lippen.

    „Eben genau deswegen, sage ich es dir. Das ist kein Spaß. Ich will nicht, dass dir was passiert okay? Also halte dich bitte von dem Fall fern.“ Sie sah in Mirandas Augen, in denen sie etwas aufflammen sah. „Bitte tue es für mich“, sagte sie nun mit etwas mehr Druck.

    Ihre Freundin gab auf und setze sich nun aufrecht aufs Bett. „In Ordnung. Ich werde versuchen mich damit nicht näher zu beschäftigen, aber nur, weil dus bist.“

    „Danke“, antwortete Vivien, „und was wollen wir nun machen?“

    Ein Grinsen huschte über das Gesicht ihrer Freundin. „Hm ich hätte da zwei Themen zur Auswahl.“

    „Und die wären?“, fragte sie skeptisch.

    „Tja einmal das Thema Hexen und dann noch deine Gefühle für Hayden.“

    „Oh nein über ihn will ich nun eigentlich nicht reden“, antwortete sie schnell, während sie sich auf den Bauch drehte und die Arme unter ihrem Kinn verschränkte.

    Sofort legte sich auch Miranda auf den Bauch und pikste ihrer Freundin in die Seite. „Komm schon, vorher hattest du etwas gesagt, dass du nicht genau weißt, ob du noch was für ihn fühlst.“

    Vivien seufzte. „Ja irgendwie bin ich meiner Gefühle nicht so sicher. Sobald ich an die Erinnerungen mit ihm denke, fühle ich mich noch immer zu ihm hingezogen. Irgendwas in mir will nicht, dass er aus meinem Leben verschwindet.“

    Miranda legte ihre Hand auf die Schulter ihrer Freundin. „Du musst ihn ja nicht aus deinem Leben streichen.“

    Vivien quollen Tränen in die Augen. „Aber … er hat mich betrogen.“

    Miranda zog ihre Hand zurück und sah das Foto auf ihrem Regal, auf welchem Vivien, Hayden und sie im Garten auf der Wiese saßen und Karten spielten, an. „Ich weiß das klingt jetzt sicher hart, aber bist du nicht etwas nachtragend?“

    Vivien wischte sich die Tränen aus den Augenwinkeln. „Meinst du das ernst?“, fragte sie mit erhobener Stimme.

    „Ja. Weißt du, er hat das nicht absichtlich gemacht. Er hatte sich wegen dem Scheiß Alkohol nicht unter Kontrolle und hat dann einen Fehler gemacht. Ja. Aber ist das wirklich ein Grund, der dich schon an seinen Gefühlen zweifeln lässt? Gerade du solltest wissen, was das Zeug mit einem machen kann oder war es etwas Absicht, dass du auf der Party von Alycia oben ohne auf den Tischen getanzt hast?“

    „Oh Mann, Miranda musst du immer so alte Schinken rauskramen? Aber, das was er getan hat, war was anderes. Er hat mich verletzt. Ich weiß nicht, ob ich das vergessen kann, was zwischen ihm und Kathrina passiert ist.“

    Miranda stöhnte leicht. „Du hast doch gesagt, dass du ihn nicht verlieren willst, oder? Dann gib ihm doch eine zweite Chance, er ist es wert Vivien. Ich habe lange mit ihm darüber geredet und er bereut es wirklich sehr, aber kann es halt leider nicht rückgängig machen.“

    „Und was soll ich deiner Meinung nach tun?“

    Miranda drehte sich zu ihr und lächelte sie an. „Ich würde ihm eine zweite Chance geben. Er liebt dich und du ihn scheinbar ja auch noch irgendwie, warum das alles dann hinwerfen? Wegen einem einzigen Ausrutscher?“

    Vivien atmete laut aus. Miranda stieß ihr jedoch aufmuntern in die Seite. „Manchmal ist es ganz gut seinen Stolz etwas fallen zu lassen, um zu sehen, was dir wichtig ist und was du wirklich willst.“

    Vivien murmelte etwas vor sich hin, während sie ihr Gesicht in ein Kissen gedrückte hatte und ihre Finger in ihren Haaren vergrub.

    „Mann. Ich glaube du könntest recht haben. Vielleicht sollte ich mal mit ihm reden?“

    Ihre Freundin strahlte übers ganze Gesicht. „Tolle Idee.“

    „Danke für deine Sichtweise. Obwohl ich mir ab und an wünschen würde dein Charakter, würde zu deinem lieben Äußeren passen … du bist teilweise so grob, wie ein Oger.“

    „Immer gerne doch. Ab und an brauchst du halt einen saftigen Arschtritt auf die richtige Bahn“, trällerte ihre Freundin während sie durch Viviens Haare wuschelte.


    Anschließend warf sie den Fernseher an und sahen sich zwei DVDs an. Während Miranda in der Hälfe des zweiten Films einschlief, grübelte Vivien über den Dämonen aus dem Polizeifall.

    Ich sollte mal in meinen Büchern nachlesen, um was für einen Dämonen es sich handelt. Was hat Miranda gleich noch erzählt? Ich sollte es mir schnell aufschreiben, sonst vergesse ich vielleicht etwas.

    Sie nahm ihr Handy zur Hand und schrieb sich auf, dass der Täter eine Frau mit schwarzen Haaren sei, welche scheinbar nur Männer angriff. Die Männer schienen sich wie durch einen Zauber zu ihr hingezogen zu fühlen. Vermutlich kann sie ihre Aura verändern. Das ist schon mal ein guter Hinweis, das können nämlich nicht alle Dämonen. Anschließend notierte sich Vivien die markanten Merkmale, als sich die Frau verwandelt hatte. Graue trockene Haut, rot unterlaufene Augen, Fingernägel die sich zu langen schwarzen Krallen verändert haben und die großen mit dunkler Haut überzogenen Flügel. Hört sich ja so an, wie die Vampire aus den alten Filmen, aber Vampire gibt es nicht, sagen zumindest die Bücher.

    Anschließend las sie ihre Notizen mehrfach durch und versuchte die Kreaturen, welche sie sich aus dem Lexikon noch merken konnten, mit ihren Mitschriften zu vergleichen. Jedoch kam sie leider auf keinen passenden Nenner.

    Verdammt, das wäre auch zu einfach gewesen, dann muss ich wohl wieder in diesem Wälzer lesen. Ist auch zu blöd, dass ich zu schwach bin, um Dämonenauren wahrzunehmen, sonst könnte ich sie schnell ausfindig machen und mehr über sie herausfinden.

    Sie legte ihr Handy auf den Nachttisch und stieg vorsichtig aus dem Bett. Bevor sie ins Bad ging, sah sie, wie Miranda ihre Decke komplett bis zu ihren Füßen heruntergestrampelt hatte. Vorsichtig zog sie diese hoch und deckte ihre Freundin zu. Damit du dir keine Erkältung holst und nicht auf die dumme Idee kommst meine Bettdecke zu klauen. Anschließend ging sie ins Bad und putzte sich zügig die Zähne, um danach auch schnell ins warme Bett zu springen. Es ging nicht lange, da schlief auch sie ein.


    Einige Zeit nachdem sie eingeschlafen war, wurde sie durch ein Quietschen aus ihrem Schlaf gerissen. Sie horcht kurz auf. Plötzlich hörte sie ein Gestöhne. Schnell begriff sie, um was für ein Stöhnen es sich handelte. Sofort drehte sie sich um und legte sich das Kissen auf das Ohr. Von dem Liebesspiel von Mirandas Eltern wollte sie nun wirklich nichts mitbekommen.

    Dank dem dicken Kissen hörte sich nichts mehr und schlief auch rasch wieder ein.


    LG Remoni

    Herzlichen Glückwunsch Aztiluth dein Bild war wirklich mega toll, vor allem hat es so viel Aussagekraft. Vielen Dank das du auf so eine tolle Idee gekommen bist :D und es hat das Thema so gut getroffen und hat mich überrascht.


    zu Dämonengrab: Drachenlady2001 das Bild hat mir auch gut gefallen, vor allem der Rabe und der Schädel eines Vampirs vermute ich mal :D sind dir gut gelungen, besonders schön fand ich die Zähne und die hell und dunkel Akzente im Gefieder des Raben. Wenn du Vielleicht noch mehr mit der dunklen Nuance gespielt hättest hätte es noch etwas mehr Tiefe bekommen, ruhig was wagen :) Weil von der Farbe empfinde ich es etwas blass.


    Pokerface: Hikari dein Bild hat mich nach dem von Atzi am meisten überrascht und fand ich am lustigsten :D die Details vom Einsatz sind super :D und ich finde auch gut das du nicht zu viel Schnickschnack gemacht hast sondern die auf die Hauptszene fokussiert hast :) Irgendwie seit ich nur noch digital zeichne empfinde ich Bleistiftzeichnungen als so blass.



    dann zu Sabrina Bild :) dein Rabe hat mir sehr gut gefallen, schönes fließendes Gefieder. Raben waren eh bei dem Wettbewerb stark vertreten :D


    So bin dann mal gespannt was Atzi für ein neues Thema vorschlägt :)

    Hi ihr Lieben ^^


    so dann geh ich mal auf euer Feedback ein.


    [Rainbow]


    erstmal danke fürs Fehlerchens raussuchen, werden baldmöglichst bearbeitet :D

    Ich konnte mich gar nicht daran erinnern, dass diese Übernachtung geplant war und von dem Praktikum ihrer Freundin wusste ich auch irgendwie nichts mehr. Und dass Vivian ihrer Freundin erzählt hat, dass sie sowas wie ein Medium ist...Ich nehme an, das muss wohl in einem Post erwähnt worden sein, der schon etwas länger zurückliegt, oder?

    Ja die Übernachtung wurde in Kapitel 5 angesprochen und auch das Vivien einen Horrorfilm mitbringen will, da sie wegen der Sache mit Hayden so gar kein Bock auf irgendwelche Schnulzen hatte.


    Ja das mit dem Praktikum habe ich noch nicht angesprochen, kam mir irgendwie auch erst in der Szene, das war nicht geplant, aber das hat mir eig. gut geholfen ein paar Lücken zu füllen und die Dame mit dem schwarzen Haar in die Geschichte einzuführen, meinst du ich sollte es vorher nochmal erwähnen? Ich kann schlecht sagen, ob es sich so anfühlt als wäre es einfach so aus dem Raum gegriffen. Muss man sowas irgendwie ankündigen???


    Hatte mich etwas mit dem Kanadischen Schulsystem auseinandergesetzt und in der Schule auf der Vivien und Miranda sind gibt es bestimmte Fächer, ist komplett anders als bei uns... bis ich das halbwegs verstanden habe :dash: habe den beiden dann auch einen eigenen Stundenplan gemacht und da Miranda Kriminalpolizisten werden will hat sie da das Fach Kriminologie, so wie Psychologie, und da muss sie halt auch Praktikas machen.


    Also Miranda weiß das Vivien ein Medium ist, es wird im ersten Kapitel angesprochen, ist halt schon ewig her....öhh 11 Monate XD wenn ich in dem Tempo weiterschreibe wird es vielleicht noch was vor der Rente XD

    Da erzählst du quasi vorher sehr ausführlich, wie Vivian sich fertig macht, dass sie noch mal umkehren muss wegen des Horrorfilms (btw warum muss sie eigentlich noch mal umkehren?... hat das einen tieferen Sinn?

    Vivien hatte versprochen, den Horrorfilm mitzubringen, deswegen geht sie zurück. Wie soll ich das sagen, aber ich fands irgendwie ganz cool, das eig. der Plan war einen Horrorfilm zu schauen, und dann halt der Abend ganz anders verläuft, aber dennoch was Horrormäßiges für Miranda hat.... kanns grad nicht besser beschreiben... mach dir nochmal ein Bild, wenn du den nächsten Part gelesen hast... wird bald kommen muss nur nochmal Korrekturlesen und vielleicht etwas abändern.


    und dann PAFF...handelst du mit ein paar Sätzchen das ab, was eigentlich das Coolste an dem ganzen Teil ist.

    und das ganze etwas geheimnisvoller und mystischer erzählen

    Ja da hast du definitiv recht, da habe ich mir wenig mühe gegeben, werden das nochmal etwas geheimnisvoller schreibe, mir fallen Dialoge nur nicht ganz so einfach wie dir XD, wird man auch sicher im nächsten Teil merken, da der fast nur aus Dialogen besteht.


    Eine Metallpforte suggeriert mir eine gewisse Größe...wieso muss sie sich dadurch winden? Ja, okay... weil die Tür schwer ist. Aber muss sie die Pforte tatsächlich mit der Hand öffnen? keine Ahnung, ich habe gerade irgendwie so eine große zweiflügelige Tür im Kopf... sowas, was sich bei reichen Leuten für gewöhnlich von selbst öffnet Vielleicht habe ich auch nur eine merkwürdige Fantasie

    ja ja die Metallpforte, also das werde ich nochmal verständlicher schreiben XD, also ist schon eine rießen Tor, aber da gibt's nochmal so einen Personeneingang und die ist halt kleiner.... ich denke mal das es sowas gibt, also einmal Eingang für die Autos und dann für die Menschchen. Und ne sie öffnete sich nicht selbst, so reich sind die Shoemakers nicht XD




    für Sora :)


    Freut mich das dir das Kapitel bis jetzt gefällt :)


    ist irgendwie schwierig, du findest das ich alles etwas ausführlicher beschreiben könnte, Rainbow, meint ich soll mehr Detail in die wichtige Szene stecken, über den aktuellen Fall der Polizei.. bin grad etwas verwirrt... ich möchte halt den unwichtigeren Szenen nicht allzu viel Platz geben.. Was ich aber eig. gemacht habe.

    Vielleicht könnte sie sich noch kurz mit ihrer Mutter unterhalten die sie noch an die Regeln erinnert

    inwiefern meinst du Regeln??? So Regeln, wie man mit den Kräutern umgeht? versteh es grad nicht :whistling:


    Daran das Ihre Freundin ein Praktikum macht, konnte ich mich jetzt auch nicht mehr erinnern. War das eins was von der Schule ausging? Müsste Vivien dann nicht auch eins machen?

    habe ich oben bei Rainbow etwas erklärt. Aber nein Vivien muss bis jetzt noch kein Praktikum machen, oder ist nicht mehr geplant, weil sie hat die Fächer: (ich hoffe ich habe das Kanadische Schulsystem verstanden XD)


    • Englisch
    • Sozialkunde
    • Wissenschaft
    • Mathematik
    • Holzarbeit
    • Anatomie und Physiologie
    • Japanisch
    • Karriere Leben Bildung

    Das sie weiß, das Vivien ein Medium ist, wurde das schon mal erwähnt? ich glaube ich lese gerade etwas zu viele Geschichten, da bringt man ab und an was durcheinander.

    ja wurde es :D, aber das ist schon 11 Monate her (Kapitel 1), also bin ich niemand böse wenn mas vergisst, vor allem wenn du so viele Geschichten liest.


    Naja mal sehen wie das noch weiter geht. Könnte mir vorstellen das es da trotzdem das eine oder andere mal zum Streit kommen könnte.

    Ja das ist schon keine so tolle Situation und die arme Miranda wird da noch ziemlich zwischen den Fronten stehen.



    [/spoiler]


    Vielen Dank, eure Kommentare puschen mich immer wieder und motivieren mich :love:


    LG Remoni


    PS: Sry habs mit den Spoilern verbockt :( aber keine Muse das alles wieder neu zu schreiben. Ich hoffe man verzeiht mir.

    Hi Rainbow :D


    so bin auch wieder an Bord :)




    LG
    Remoni

    So dann geht's auch mal weiter :)


    Der Vorteil, wenn das Wetter draußen so scheußlich ist :D mehr Lust und Zeit zum Schreiben.


    So Kapitel 6 wird nun etwas länger werden und so langsam kommt die Geschichte in Fahrt, also für mein Gefühl :D bin schon froh das ich endlich da bin, weil die Teile davor schon etwas zäh waren.

    Kapitel 6 (1/4)

    Nach einem langen Nachmittag mit ihrer Mutter im Garten, stieg Vivien mit zwei Körben unter den Armen, welche mit lauter Kräutern und Wurzeln gefüllt waren, die Terrassenstufen hinauf. Vor der Türe trat sie sich am Teppich die dreckigen Schuhe ab und stellte sie dann bei Seite, anschließend schlüpfte sie in ihre mit Lammfell gefütterten Pantoffeln. Was für eine Wohltat war dieses Fell nur für ihre schmerzenden Füße, dachte sie. Es war einfach keine gute Idee gewesen, die zu kleinen Schuhe ihrer Mutter anzuziehen, aber ihre nassen Gartenschuhe wollte sie auch nicht tragen, sonst wären ihre Füße nun sicher von Blasen übersät und darauf hatte sie nun definitiv keine Lust.
    Mit einem leichten Hüftschwund verpasste sie der Türe einen Stoß, welche dem Druck sofort nachgab und aufschwang. Vivien schlängelte sich mit vollbeladenen Armen durch den schmalen Rahmen und wäre beinahe über die Türschwelle gestolpert, fand jedoch ihr Gleichgewicht schnell wieder. Zügig balancierte sie die Last in die Küche und stellte sie erleichtert auf die Theke.
    Anschließend spurtete sie die Treppe ins Obergeschoss hinauf und bog ins Bad. Dort entledigte sie sich ihrer schmutzigen Kleider und gönnte sich erst mal eine erfrischende Dusche, um den Schweiß und die Erde vom Körper zu waschen. Im Anschluss wickelte sie sich in ihr Handtuch und föhnte ihre feuchten Haare, jene sie dann zu einem Zopf flocht. Ihr Blick schweifte zu ihrem Spiegelbild. Leichte Sommersprossen lagen über ihrer rosigen Haut und verliehen ihr einen frischen Teint. Mit einem prüfenden Blick checkte sie ihre Hautlage. Kein Pickel oder andere pubertäre Mitbringsel? „So rein wie eine weiße Wand“, witzelte sie. Perfekt, das kommt mir gerade recht, hatte eh kein Bock mich zu schminken.
    Aus dem Spiegelschrank schnappte sie sich nur ihren Kulturbeutel, in den sie ihre Zahnbürste packte. Schnell beseitige sie noch ihre Haare aus der Dusche und vom Boden, bevor ihre Mutter ihr wieder eine Szene machte. Dann schnappte sie sich ihre schmutzigen Kleider und warf diese in den Wäschekorb.
    Immer noch im Handtuch eingewickelt schlenderte sie eine Melodie summend in ihr Zimmer. Sie öffnete die Türe ihres Kleiderschranks und zog zielsicher eine lässige Jeans und einen Pullover heraus, um sie sogleich gegen das Frotteetuch auszutauschen. Zum Übernachten packte sie sich noch eine Short und ein Top in den Rucksack und schwang ihn sich sogleich über die Schulter.
    Mit hopsenden Sprüngen lief sie die Treppe hinab und lugte um die Ecke, in die Küche. Ein Schwall aus würzigem und mentoligem Duft hin in der Luft, währen sie ihre Mutter beim Verlesen der gesammelten Kräuter erblickte.
    „Ich bin dann mal weg“, rief sie ihr zu.
    Ihre Mutter dreht sich zu ihr um. „In Ordnung. Ich wünsche dir viel Spaß und habt einen schönen Abend“, antwortete sie ihr mit einem breiten Lächeln.
    „Danke, werde ich haben, also tschüssi“, verabschiedete sich Vivien und gab ihr einen Handkuss. Im Gang schnappte sie sich ihren Anorak und den Helm von der Garderobe, welchen sie sich sofort auf den Kopf schnallte. Aus der Garage holt sie ihr metallic grünes Mountainbike, für welches sie gute fünf Jahre gespart hatte. Mit Schwung warf sie sich auf den Sattel und fuhr rasant Richtung Straße.
    „Verdammt“, fluchte sie, riss abrupt den Lenker rum und strampelte wieder ans Haus. Nachdem sie vom Rad gesprungen war, flitzte sie wieder ins Innere.
    „Hast du was vergessen?“ Hörte sie ihre Mutter aus der Küche fragen.
    „Ja ich wollte einen Film mitnehmen“, antwortete sie schnell und zog den Horrorfilm aus dem Regal im Wohnzimmer. „Bin aber schon wieder weg“, vollendete sie ihren Satz und verließ erneut das Haus.
    Nach fast einer halben Stunden Fahrt erreichte sie das große Haus der Shoemakers. Eine imposante Buchenhecke umschloss das gesamte Grundstück und ließ keine Möglichkeit offen, das Gebäude zu erblicken. Der einzige Weg nach Innen führte durch die Metallpforte bei der Einfahrt. Nachdem Vivien sich mit dem Fahrrad durch die schwere Türe gewunden hatte, lief sie die befestigte Auffahrt hinauf. Blütenbesetzte Stauden ringten sich geordnet, um das in Holz gekleidete Anwesen. Beige Klinkersteine verzierten dessen Sockel und verliehen ihm einen rustikalen Flair. Im Gegensatz dazu war der Baustil, ebenso wie die großen weißen Fenster eher modern. Sehr gewagt, jedoch verlieh gerade dieser Stil dem Anwesen eine Einzigartigkeit.
    Ihr Blick wanderte weiter zu den parkenden Autos. Der Landrover von Mirandas Eltern stand vor der Garage, ebenso wie der rote Mini Cooper ihrer Freundin, jedoch konnte sie nirgends den schönen Audi Quattro von Hayden sehen. Der Riss in ihrem Herz begann erneut zu schmerzen, als sie an den einen Sommertag dachte, an dem Hayden sie dem Audi abgeholte und mit ihr an die Westküste gefahren war. Aus der Tauchschule hatte er zwei Neoprenanzüge und jeweils eine Sauerstoffflasche für jeden von ihnen ausgeliehen. Kurz ließ sie zu, dass diese Erinnerung und das Gefühl der Schwerelosigkeit im Wasser, sie aus der Gegenwart trug.
    Doch dann riss eine bekannte Stimme sie plötzlich aus ihrer beginnenden Tragträumerei. Ein Blondschopf blickte sie fragend vom Türrahmen aus an. „Willst du da Wurzeln schlagen oder kommst du rein?“
    Schnell kam sie zurück ins jetzt und hier.
    Verdammt, was sollte das? Ich bin doch sauer auf ihn. Also Kopf höre auf mir so was ins Gedächtnis zu rufen, tadelte sie sich, während sie zu Miranda lief. Diese war schon von der Treppe gesprungen und ihr entgegengeeilt. Vivien erhielt eine stürmische Umarmung ala aufgedrehter besten Freundin.
    „Was hast du denn heute genommen?“, witzelte Vivien und erwiderte die freudige Begrüßung.
    Miranda löste sich schnell aus der Umarmung. „Das fragst du?... lass mich schnell überlegen, das ist der erste Abend seit etwa zwei Monaten, wo ich dich alleine für mich habe und dich nicht mit meinem Bruder teilen muss.“

    Autsch! Danke fürs frischhalten der Tatsache.
    „Taktgefühl ist dir fremd, oder? Ich bin zwar ein hartes Mädchen, aber ganz aus Stein bin ich nun auch nicht“, fuhr sie sie an.
    Miranda machte sich klein und wurde rot. „Oh, dann habe ich wohl einen wunden Punkt getroffen. Ich dachte, du bist mit der Sache durch?“, fragte sie ihre Freundin und wartete auf deren Reaktion.
    „Ich weiß nicht“, antwortete sie nach kurzem Schweigen und wich dem erwartungsvollen Blick von Miranda aus und fixierte ihr Fahrrad, um welches sie plötzlich den Griff verstärkt hatte. Sie konnte spüren wie der durchdringende Blick ihrer Freundin sie durchleuchtete. Warum bin ich so schwach? Fragte sie sich böse auf sich selbst.
    „Du magst ihn noch immer, stimmts?“, warf ihre Freundin sogleich nach. Nachdem sie nicht sofort eine Antwort erhielt, trat sie an Vivien heran und hackte sich bei ihr ein und zog sie mit sich. „Los komm wir gehen ins Haus, dann können wir reden.“
    Sie ließ sich von ihrer Freundin mitreisen.
    Nachdem Miranda sie losgelassen hatte, um ihr die Garagentüre zu öffnen, erblickte sie erst, was für ein schönes blau-gestreiftes Kleid ihre Freundin trug.
    „Olala hast du das selbst genäht?“, fragte sie begeistert, während ihr Blick den fließenden Stoff des Kleides begutachtete.
    Freudig dreht sich Miranda um, nachdem sie die Türe aufgeschmissen hatte. „Ja, habe ich selbst gemacht. Bombe oder?“ antwortete sie und drehte sich ein paar mal im Kreis, damit der Rock des Kleides beeindruckend durch die Luft schwang.
    Ein Grinsen huschte über Viviens Lippen. „Jetzt weiß ich was ich mir zu Geburtstag wünschen werde.“
    „Ihr Wunsch ist mir Befehl, dann ein Kleid für das holde Fräulein“, antwortete ihre Freundin lachend.
    Vivien brach in Gelächter aus. „Du spinnst!“
    „Ich weiß. Also komm, schmeiß dein Drahtesel in die gute Stube, dann können wir endlich hoch.“
    Nachdem sie das Rad geparkt und ihren Helm an den Lenker gehängt hatte, huschten sie durch die Zwischentüre, welche Garage und den Wohnbereich verband. Sie liefen den Granit gefliesten Flur entlang in Richtung der Küche. Bevor sie diese jedoch erreichten öffnete sich die Wand rechts von ihnen und gab den Einblick in das große geräumige Wohnzimmer, jenes durch die untergehenden Sonnenstrahlen, die durch die große Glasfronten drangen, in ein warmes Orangerot getaucht wurde.
    „Hallo Vivien, schön dich mal wieder hier zu sehen“, drang eine freundliche Männerstimme aus einem Winkel der Stube zu ihr. In einem braunen Ledersessel saß Mirandas Vater und blickte von einem dicken Wälzer hoch, seine Lesebrille hing an seiner Nasenspitze, während sein graues Haar wild von seinem Kopf ab stand.
    „Hi Jack, ja ich habe mich auch mal wieder herverirrt. Du scheinst ein haarsträubendes Buch zu lesen“, begrüßte sie ihn mit einem verschmitztem Lächeln.
    Neben ihr bekam sich Miranda fast nicht mehr ein.
    „Wie ich diese Sprüche vermisst hatte“, antwortet Jack, während ein Schmunzeln über seine Lippen glitt und sich durch den Schopf fuhr.
    „Dann ist gut, davon habe ich nämlich genügend auf Lager“,
    „Ich bin schon ganz gespannt“, quittierte er grinsend .
    „So Dad, wir sind dann mal oben und komm bitte nicht auf die glorreiche Idee vorbei zuschneien“, teilte Miranda ihrem Vater nun mit, während sie nach Viviens Hand griff und sie in Richtung Küche zog.
    „Sei unbesorgt Schatz ich will euer Mädchengetratsche gar nicht hören“, hallte es aus dem Wohnzimmer.
    „Sehr gut“, antwortete Miranda mit erhöhter Lautstärke, damit es ihr Vater auch hören konnte. Aus dem Wohnzimmer kam nur ein tiefes kehliges Lachen.
    In der Küche angekommen, schaltete ihre Freundin zuerst das Licht an, welches die rote Küche zum Strahlen brachte. Ein Duft von frischen Keksen strömte Vivien sofort in die Nase.
    „Mhm hier riechts doch nach Cookies“, stellte sie fest, während sie erneut einen tiefen Atemzug nahm, um den süßen Duft zu inhalieren.
    „Bessere Nase, als ein Hund“, kommentierte ihre Freundin lachend.
    „Hat aber auch Nachteile, wenn es nicht gerade leckere Kekse sind, die ich rieche“, wand sie ein.
    „Das stimmt“, bestätigte sie.
    Aus dem Hängeschrank holte Miranda zwei Gläser, welches sie mit einer Flasche Cola Vivien in die Arme drückte. Sie selbst füllte die frischen Kekse, die noch im Backofen verstaut waren, in eine Schale um und richtete noch etwas Eis. Anschließend gingen die beiden die große Wendeltreppe hinauf und setzten sich aufs Bett.
    Während sie die noch warmen Kekse mit dem kalten Stracciatella Eis vernichteten, erzählte Miranda von ihrem ersten Praktikumstag bei der Kriminalpolizei.
    „Und gibt es irgendwelche interessanten Fälle?“, wollte Vivien wissen.
    „Ja, die gibt’s schon, aber ich darf eigentlich nichts erzählen, denn ich habe da eine Schweigepflichtserklärung unterschrieben.“
    Die Augen ihrer Freundin weiten sich. „Oh so topsecret. Komm, ein paar Details kannst du ja sagen“, flüsterte sie, während sich ein Grinsen auf ihre Mundwinkel ausweitete. „Ich werde es auch nicht weitererzählen.“ Zwinkerte sie.
    „Ok überredet, dann sind wir beide zumindest quitt.“
    „Quitt?“, fragte Vivien mit hochgezogener Augenbraue.
    „Ja ich weiß ja, dass du ein Medium bist und du hast nun auch was gegen mich in der Hand.“
    Vivien brach in Gelächter aus. „Stimmt, das ist nur fair.“
    „Eben. Also einer der aktuellsten Fälle ist gerade, dass einige Männer mit tiefen Schnittverletzungen, hauptsächlich an den Armen ins Krankenhaus gekommen sind. So weit ich mich richtig dran erinnere, sind es die letzten Monate etwa zwanzig gewesen. Aber das beängstigte und verstörende an diesem Fall ist, dass alle Männer behaupten von einem Monster verletzt worden zu sein.“
    Die Kombination verletzter Mann und Monster riefen Erinnerungen in Vivien hervor. Der unverschämte Typ im Krankenhaus. Kam es ihr plötzlich. „Was haben die Männer sonst noch so gesagt?“, harkte sie nach.
    „Lass mich kurz nachdenken.“ Miranda grübelte kurz nach, während sie einen Punkt vor sich fixierte und den Tag durch kramte.
    „Genau die Männer haben alle gesagt, dass sie einer wunderschönen Frau mit schwarzen Haare begegnet sind und von ihrem Charme wie magisch angezogen wurden. Anschließend habe sie sich in ein abscheuliches Wesen, mit grauer Haut, rot unterlaufenen Augen und schwarzen Schwingen verwandelt. Mit ihren langen scharfen Fingernägel, welche wie fürchterliche Krallen aussahen, habe sie die Typen verletzt.“
    „Okay krass und was sagt die Polizei dazu?“, fragte Vivien, während sich die wahre Antwort schon in ihren Gedanken konstruierte. Ich vermute, dass die Männer nicht ganz Unrecht hatten. Hier handelt es sich mit großer Wahrscheinlichkeit um ein Schattenwesen, aber das kann ich Miranda ja nicht sagen.
    „Die Kommissare vermuten, dass die Männer irgendwelche Halluzinationen hatten, denn bei allen wurde eine Art Rauschmittel im Blut festgestellt. Sie denken, dass es eine neue Droge auf dem Markt gibt, die solche fanatischen Halos hervorruft und die Männer sich selbst verletzt haben.“
    „Klingt für mich irgendwie unlogisch“; kommentierte Vivien.
    Ihre Freundin blickte sie überrascht an. „Warum meinst du?“
    „Ich kenne mich jetzt mit Drogen nicht aus, aber ich vermute mal nicht das etwa zwanzig Männer in ihren Wahnvorstellungen dieselbe Frau gesehen haben und auch das sie sich in ein Monster verwandelt haben soll. Ich glaube, da steckt mehr dahinter.“
    Miranda fiel die Kinnlade herunter. „Willst du damit sagen, dass du dem glaubst, was die Männer sagen? Das kann nicht dein ernst sein.“

    Scheiß Scheiß, jetzt hast du dich verplappert Vivien. Was antworte ich jetzt darauf? Schnell ich muss mir was einfallen lassen.
    Sie blickte in die Augen ihrer Freundin, in welchen sie die ansteigende Erkenntnis sah, dass Miranda merkte, dass sie ihr etwas zu verheimlichen versuchte. Daraufhin ließ Vivien ihre Schultern sinkenund seufzte. „Vielleicht sollte ich dir etwas sagen.“


    Hi Sora :)


    vielen Dank für ´s weiterlesen und die gute Kritik :)




    LG Remoni