Beiträge von kalkwiese

    Ich versuche es mal.


    Alopex Lagopus mit dir habe ich hier wahrscheinlich am intensivsten übers Schreiben und unsere Geschichten geredet, darum kann ich das mit ziemlicher Sicherheit sagen:

    1) Hast du wunderbar absurde Ideen für deine Figuren und deine Settings, was einfach eine Menge Freude bei Lesen bereitet.

    2) Hast du ein gutes Gespür für Situationskomik und generell dafür, wo die für deine Szenen sitzen müssen (siehe der Szenendoppel Lyell und Felia + Fäulein Manierlich und Clemens).

    Machen wir es doch mal umgekehrt.


    Sagt hier mal eure Meineung was der andere gut kann, sofern ihr etwas von ihm gelesen habt.


    Ist bestimmt für viele ein Motivationskick.

    Ich finde ehrlich, dass das eine schöne Idee ist. :) Damit erreicht man wahrscheinlich vor allem Leute, die schon eine Weile im Forum aktiv sind oder viel gelesen werden. :hmm: Man kann es bestimmt mal ausprobieren, wie gut das funktioniert.


    Da frage ich mich, wie man das am besten umsetzen sollte. :hmm:


    Jemand könnte einfach hier die Allgemeinheit fragen und dann kommen vielleicht Antworten. Der erste Post ist dann inhaltlich aber eher dürftig. xD


    Man könnte auch aus sich selbst heraus jemand anderen hier auf seine Stärken hinweisen, ohne dass jemand extra darum bittet. Da finde ich dann fraglich, wie oft jemandem durch den Kopf schießt: "Mensch, X ist SO gut in Y, und ich will, dass das ganze Forum das weiß!" Vielleicht das eine etwas pessimistische Betrachtung von mir. ^^




    Was mir an der ursprünglichen Threadidee so gefällt, ist, dass man sich selbst seiner Stärken bewusst werden soll, ohne sich zu sehr über andere zu definieren. Beides hat aber durchaus eine Berechtigung, finde ich.

    Das meiste, was ich so in die Hand nehme, lese ich auch durch, zumindest bisher. Meistens bin ich mir aber vorher schon sicher, dass ich es lesen will und gehe nicht blind ins Buch. :hmm: Als ich jünger war, habe ich Lesen an sich immer mal aus den Augen verloren und Bücher dann nicht beendet, aber ich erinnere mich an die kaum.

    Meine schmerztoleranz ist aber auch durchaus hoch, schätze ich mal.


    Naja, ich hatte da mal die Sammlung "Das Reich der Träume - Keltische Sagen und Legenden" von Fiona Macleod. Das war einfach unlesbar mMn, so eine blumig verschwurbelte Sprache habe ich noch nie gelesen. :schiefguck: Das hab ich mal reduziert in einem Laden gekauft und dann doch irgendwie bereut.

    Das ist dann in einen offenen Bücherschrank gewandert. Vielleicht hatte ja doch noch jemand Spaß dran :rofl:


    Das Ding ist, dass ich so wenig reine Genre-Fiktion lese und auch irgendwie mit einer kindlichen Neugier noch immer am enddecken bin, dass ich beim Lesen einfach vor allem viel Spaß habe. :)

    Jetzt kommt die Wasserstandsmeldung nach 2/3 des Buches, also 850 Seiten.

    Also, melodramatisch Züge? Es ist gehört zur Grundlage des Buchs, meine Formulierung war etwas untertrieben :rofl: Manche Reaktionen der Figuren wirken manchmal etwas überzogen oder manche Formulierungen übermäßig pathetisch. Insgesamt würde ich das Buch eher als leidenschaftlich bezeichnen, weswegen ich sowas wirklich vergeben kann. Das alles auf keinen Fall langweilig und ich kann gut damit leben, viel Zeit mit diesem Buch zu verbringen.

    Was ich sehr gerne lese ist, wie die Autorin es schafft, mal viel Distanz aufzubauen und kleine geschichtsbuchartige Exkurse zur Sowjetunion zu geben, dann wieder zu den Figuren ran zu gehen und die Distanz dann wieder abzubauen.

    Vergleiche muss das Buch sich mit Hundert Jahre Einsamkeit gefallen lassen, das auch Melodramen erzählt, nur mMn geschmackvoller, aber aus einer sehr männlichen Perspektive heraus; das auch eine Familiengeschichte mit fantastischen Elementen ist, nur halt mir mehr davon, womit man in Kolumbien vielleicht auch besser durchkommt als in Deutschland; das kürzer ist und einfach etwas mehr auf den Punkt erzählen kann; und das ebenfalls einen Familienfluch enthält, durch den Fehler immer und immer wieder wiederholt werden.

    Haratischwilis Buch steht aber auf eigenen Füßen und das Buch kann wunderbar erzählen. Vielleicht lese ich noch mehr von der Frau.


    Nächste Meldung kommt, wenn ich durch bin. Vielleicht am Ende des Monats also. ^^

    Ist mittelmäßig schon schlecht? Uninteressant ist ohne Frage keine gute Eigenschaft, aber ist die Geschichte dann schon "schlecht"?

    Ich bin nicht sicher, ob die Frage eher rhetorisch ist oder an mich gerichtet. :hmm: Ich wollte ausdrücken, das der schlechteste Fantasyroman, den ich gelesen habe, eben nicht richtig mies war, sondern nur mittelmäßig, und sich deswegen eben nicht als "schlecht" qualifizieren lässt mMn. :pardon:

    Was insofern blöd ist, dass man sich noch nicht mal anständig drüber lustig machen kann. Naja, bis auf die immer wortgleichen, sich wiederholenden Phrasen, die mich im ersten Band immer wieder fertig gemacht haben. xD

    Öööhh...nö?!?

    Das war, zumindest beim Start Deines Threads, keine Bedingung/Voraussetzung.

    Und sollte es auch weiterhin nicht sein.

    Ja, genau, es war und ist keine Voraussetzung. Ich hab ja auch geschrieben, dass Fragen in diese Richtung aufkamen, also hier im Thread, von anderen Usern. Beispiel: Michael Ende mit Die Unendliche Geschichte. Es wurde angemerkt, dass das Buch auf internationaler Ebene nicht als so signifikant betrachtet wird, in Deutschland schon. Regionale Unterschiede existieren da nunmal. Was beispielsweise Persönlichkeiten betrifft: International weiß ja beispielsweise auch keiner, wer Marcel Reich-Ranicki war - Leute, die er verrissen hat, werden aber durchaus immer noch international gelesen.

    Mir ging es in meinem Post darum, eine Lösung anzubieten, wie man es betrachten könnte: einen Kanon für die Leute hier aus dem Forum, nicht zwingend deutsch, nicht zwingend international. :)

    Wobei ich nicht weiß, welche Listen da gemeint sind.

    Aber selbst wenn, wozu sollte das gut sein?

    Phantasie ist universal - sie kennt keine Grenzen.

    Da jetzt mit dem Katalogisieren anfangen zu wollen wäre für mich schon ein Widerspruch in der Sache selbst.

    Ein Kanon ist eine Liste. Ein Beispiel wäre dieser hier --> ZEIT-Bibliothek der 100 Bücher

    Der kam 1980 raus und heute wird so ein Kanon vielleicht etwas anders aussehen, wahrscheinlich, weil man auch andere Leute dran beteiligt. Die List ist sehr Europa und ein kleines bisschen Amerika fokussiert. Wenn man jetzt in Japan, China oder Brasilien einen Kanon entwerfen lassen würde, wäre der sicher anders.

    Wozu soll das gut sein? Wie anfangs gesagt, um einen Überblick über's Genre zu bekommen. Muss man sich nicht dran halten, kann man aber. :) Ein Kanon ist etwas, was man überschreiten kann. Meine Devise wäre, ihn grundsätzlich abzulehnen, um ihm am Ende einfach doch zu lesen. :D Dafür muss aber erstmal einer erstellt werden!

    Phantasie kennt keine Grenzen, ja - die Wirkung von Büchern aber schon. Es geht hier um wirkmächtige Bücher, die Höhen des Genres, die Meisterwerke.

    Ein Widerspruch in der Sache selbst - ja und nein. Sinn und Unsinn habe ich versucht, im Eingangspost zu erklären. :)


    Harry Potter wurde noch nicht erwähnt?

    Müssen wir nicht drüber streiten, die Wirkung von Harry Potter zu verneinen, wäre dumm. Außerdem wird die Reihe noch immer sehr geliebt, und die Filme finde ich auch nicht zu verachten. Trifft zwar alles nicht mehr meinen Geschmack, aber die Reihe ist definitiv nicht wegzudenken. :)

    Ich würde auch das vielgeschmähte "Twilight" von Stephenie Meyer in den Kanon nehmen.

    Hier bin ich mir jetzt wirklich unsicher. Selbst gelesen habe ich es nicht, deswegen finde ich es schwierig, ein Urteil zu fällen.

    Ja, Twilight war natürlich erfolgreich und hat viele Nachahmer gefunden. Aber bestimmt seit Ende der Schulzeit habe ich von keinem mehr gehört, der die Reihe wirklich ehrlich gut findet. Es wird immer eher belächelt oder sich drüber lustig gemacht. Teilweise machen das auch die Filmschauspieler selbst:

    Ich meine, du hast schon recht, wenn man Twilight gelesen hat, hat man im Prinzip all die Nachahmer auch gelesen. Bin wirklich zwiegespalten. :hmm:

    Wegen der allgemein so negativen Resonanz, die auch immer noch irgendwie anhält, habe ich meine Zweifel.

    Ich fand die Idee des Threads erstmal witzig, nur ist es echt schwierig, DEN schlechtesten Fantasyroman rauszupicken. :hmm: Ich habe das Gefühl, dass man sich dafür durch die Selfpublishing-Ecke auf Amazon wühlen müsste, um da wirklich den übelsten rauszusuchen. Ich meine die Sachen, die nie lektoriert wurden und sich lesen, als hätte die AutorIn noch nie an einem Buch geschnüffelt. Und ich hätte jedenfalls keine Lust, dieses weite Feld umzugraben. :rofl:


    Was die Fantasy-Romane angeht, die ich gelesen habe, ist der schlechteste zum Glück einfach nur furchtbar mittelmäßig und uninteressant. Außerdem habe ich schon zu viel darüber gesprochen, darum lasse ich es das hier einfach. ^^

    Das musste ich erstmal Googeln. Da kam als erstes dieser Treffer. Das meinst du ja wahrscheinlich nicht. Hast du vielleicht immer eine bestimmte Botschaft, die du vermitteln willst?

    Ich bin nicht sicher, ob ich oder der Beitrag hier den Begriff durcheinander bringt. :hmm: Hab ihn nur überflogen, aber für den Begriff, um den es geht, erschien es mir etwas konfus.


    Mir geht es jedenfalls um einen dem Autoren eigenen Stil, der sich aus Wortwahl, Interpunktion und Mustern zusammensetzt, die einen den Autoren identifizieren lassen.

    Figuren haben auch Stimmen. Daran, wie sie reden, kann man sie im besten Fall in Dialogen unterschieden, ohne dass im Begleitsatz unbendingt ihr Name fällt.

    Eine Autorenstimme ist noch grundlegender. In meinem Post meinte ich, mal total vereinfacht gesagt: "Wer kalkwiese liest, erkennt, dass es von kalkwiese ist". Ähnlich wie Terry Pratchett sich wie Terry Pratchett liest, oder (for better or worse) Günter Grass wie Günter Grass.


    Das mir der Botschaft verstehe ich jetzt nicht wirklich. :hmm: Ist die Frage noch relevant oder hat sich das erledigt?

    Ich spiele mal den Totengräber und hole diesen Thread aus seinem Schlaf. >:D


    Über diesen Punkt habe ich lange nachgedacht und kam nie richtig zu einem Ergebnis, was ich jetzt wirklich gut kann. Nun kam mir eben vielleicht die Erkenntnis: Eine starke Autorenstimme. Das kann Segen und Fluch sein, weil der Text an sich dann immer ein kleines Maß an Aufmerksamkeit auf sich zieht und eventuell von der Geschichte ablenkt, und ich mag mich ja durchaus mit Planung von so ziemlich allem schwer tun - aber niemand kann mir sagen, dass meine Schreibe an sich ohne Geschmacksrichtung wäre. :hmm:


    Was nun also auch bedeutet, dass ich Sachen schreiben sollte, wo ich das ausspielen kann. :) Was ich auch so schon tue, denke xD

    Ungewohnt, über sowas hier zu schreiben, aber ich habe gestern Novemberland, einen Sonett-Zyklus von Günter Grass, beendet. Da thematisiert Grass den erstarkten Fremdenhass nach der Wende und verbindet das mit Naturbeschreibungen. Letztere sorgen dafür, dass diese sehr zeitgenössischen Gedichte noch etwas Zeitlosigkeit bekommen. :hmm:

    Traurigerweise fühlt sich der Band aber auch sehr aktuell an, also ist die Thematik vielleicht doch nicht ganz so zeitgenössisch.


    War jedenfalls ganz schön zu lesen, aber auch etwas traurig. Grass hat's mit Bildern, das kann er wirklich gut.

    Hier ist ja echt schon was zusammengekommen :) Grundsätzlich kommen schon Fragen auf, ob es ein deutscher Kanon oder ein internationaler sein soll bzw. ob man nur einen Überblick übers Genre bekommen oder zusätzlich noch die Geschichte des Genres verstehen will.

    Insgesamt bin ich jetzt gerade an einem Punkt angelagt, wo ich über den Kanon in mindestens zwei verschiedene Richtungen denke:

    a) Welche Werke sollte man lesen, wenn man einen guten Eindruck über die Bandbreite an fantastischen Genres bekommen möchte?

    b) Welche Werke sind besonders wichtig für die Geschichte der Fantasy, weil sie einen neuen Ansatz einbrachten, neue Themen / Stoffe / Ideen anschnitten oder einfach ein neues (Sub-)Genre begannen?


    Wenn es um meine persönliche Meinung geht, würde ich gerne einen Kanon für das Forum finden, nicht zwingend einen deutschen oder internationalen - falls das überhaupt geht. :hmm: Und dabei halte ich so einen geschichtlichen Ansatz, wie das Genre geformt wurde, für wahrscheinlich gewinnbringender. :)

    Das ist aber meine Entscheidung für einen Kanon, also undemokratisch, was ja generell einer der Gründe ist, warum die Idee eines Kanons durchaus auf Ablehnung treffen kann. :)

    Ich wundere mich gerade, warum Pratchett noch nicht genannt wurde. Ich habe nicht alle Bücher gelesen, das gebe ich zu. Deshalb weiß ich (natürlich) nicht, welches hier am Kanon-sten wäre. Ich persönlich mag noch immer und immer wieder "Einfach Göttlich" (Original "Small Gods").

    So punktgenau, wie Pratchett die heutige (oder die seinige) Welt analysiert und ihr, mit einem umgehängten bunten Mäntelchen aus Humor, den Spiegel vorhält... so etwas habe ich noch bei keinem anderen Autor erlebt/erlesen. Mir ist noch nie so oft beim Lachen ungemütlich geworden.

    Der einzige Grund, warum ich Pratchett nicht selbst genannt habe, ist, dass ich selbst nicht entscheiden konnte, welches Buch das Rennen machen sollte. :rofl: Man kann die Scheibenwelt durchaus als ein Gesamtwerk, man kann sich eine Subserie nehmen, beispielsweise die vom Tod, oder man kann einen Einzelroman wählen. Meine Wahl wäre wahrscheinlich auch auf "Einfach Göttlich"/"Small Gods" gefallen, weil ich dieses Buch einfach für rundum perfekt halte. :)

    Aaaber, das ist wäre dann ja eine Geschmacksentscheidung, und darum soll es hier ja eher weniger gehen. :hmm: Deswegen würde ich stattdessen die Subserie um Tod in den Ring werfen, die da umfasst: Gevatter Tod, Alles Sense, Rollende Steine, Schweinsgalopp und Der Zeitdieb.

    Der Grund dafür ist, dass Pratchett zu Lebzeiten Fanpost von todkranken Menschen erhielt, die ihm mitteilten, dass sie, falls sie bald sterben und jemandem wie Tod begegnen sollten, hofften, dass dieses Wesen so sei, wie in Pratchetts Büchern. Kann man ein größeres Kompliment bekommen? Die Scheibenwelt hat viele Menschen nicht nur unterhalten, sondern auch nachhaltig bewegt.

    Oben drauf kommt die Satire in den Büchern, besonders zum technischen Fortschritt. Deswegen halte ich die Scheibenweltromane nicht bloß für wichtig fürs Genre, sondern auch für literarisch wertvolle Bücher. :)

    :D Solche Leute heißen Schriftsteller und Illustratoren... 8)

    Hehehe, du! :D Wobei das bei einem Comic ja schon nochmal einen Schritt weiter geht.


    Etiam Soweit ich weiß basiert der One Punch Man Manga auf einem Webcomic, den der Autor eher schlecht als recht zeichnen konnte. Später wurde dann ein Künstler ins Boot geholt, der der Geschichte würdige Zeichnungen geben konnte. :)

    Über die Entstehung von Death Note weiß ich nichts, ist aber eine coole Info, falls es stimmt :D

    Moin Sci-Fi-Dave :)

    Das Zusammenspiel von Text und Bildern ist auch sehr spannend, finde ich. Als Fan von Walter Moers weiß ich gute Illustrationen sehr zu schätzen, an Comics habe ich mich tatsächlich noch nicht herangewagt. Vielleicht ist es ja auch ein möglicher Ansatz, wenn du jemanden findest, der für dich die Zeichnungen machen kann, während du eher die Story und alles dahinter entwirfst. Kann mir gut vorstellen, dass es sowas schon öfter gab :hmm:

    Wow. Ich hab das hier im Stillen im Urlaub mitverfolgt und das meiste auch mitbekommen. Trotzdem kann ich nicht sagen, das hier das Werk eines politischen Trolls war oder ob da jemand ernsthaft nicht verstanden hat, wozu eine Moderation gut ist.

    Wobei es ja heißt, dass man nicht von bösem Willen ausgehen soll, wenn Inkompetenz als Erklärung genauso gut funktioniert :hmm:


    Wir hatten ja tatsächlich auch schon kürzere Gastspiele, aber das waren dann eher so Selfpublisher, die nur ihren Link im Forum hinterlassen wollten und Werbung gemacht haben. :rofl:

    Momentan lese ich einen dicken Wälzer von 1280 Seiten, da finde ich durchaus okay, wenn ich nach jedem Drittel mal ein Update dazu gebe. ^^

    Das Buch heißt Das Achte Leben (Für Brilka), ist geschrieben von Nino Haratischwili und eine georgische Familiengeschichte, die in Georgien beginnt und dann irgendwann den Weg nach Deutschland finden wird. Die Originalsprache ist jedenfalls Deutsch. :)

    Familiengeschichten mag ich jedenfalls. Was ich auch durchaus mag, ist wie Haraschwili mit leuchtenfarben durchaus mal dick aufträgt. Die Familiengeschichte hangelt sich am 20. Jahrhundert entlang, natürlich mit dem Zarenreich, der Sowjetunion und den Weltkriegen und allem, und in diese Wirren geraten die Familienmitglieder, jeder irgendwie für sich. Das Buch gliedert sich in acht Bücher, die alle nach dem Familienmitglied benannt sind, das in diesem Buch das große Ereignis hat, quasi den Höhepunkt in der eigenen Geschichte.

    Erzählerin ist Brikas Tante, die ihr die Familiengeschichte erzählt, damit die zwölfjährige Brilka nicht die Fehler der Familie wiederholt und ein besseres Leben führen kann, darum ist das achte Buch auch nur eine leere Seite. Brilka soll ihre Geschichte selbst schreiben.

    Es gibt auch ein fantastisches Element, nämlich die perfekte Heiße Schokolade, die Brilkas Urururgroßvater entwickelt hat, "zähflüssig und schwarz wie die Nacht" - aber sie bringt denen, die sie essen Unheil.


    So, ich habe jetzt ein kleines bisschen mehr als ein Drittel gelesen und bin bisher sehr zufrieden. :) Haratischwili kann erzählen, das kann sie gut. Es gab ein, zwei Momente, wo eine Szene mal etwas zu melodramatisch/gefühlsbetont fand, wo es mir zu viel wurde, aber dass das Buch melodramatische Züge hat, ist ein Feature, kein Fehler.

    Ich frage mich, warum ich Familiengeschichten so mag. Ich glaube, das könnte daran liegen, dass unter einem Dach dort unterschiedlichste Ideen und Lebensweisen zusammenkommen und die Leute ja aneinander gebunden sind und miteinander klarkommen müssen. Meist haben sie sich auch gern und das führt dann zu Zerrissenheit und inneren Konflikten. :hmm: Wenn Stasias Sohn Kostja in die Armee geht und sich vollständig der UdSSR verschreibt, während ihre Tochter jemanden liebt, der von den Nazis angeworben wird, um gegen die Sowjetunion zu arbeiten, und dem man ein freies Georgien verspricht, dann kann man an einer Familie ein kleines Gesellschaftspanorama entwerfen. :hmm: Das finde ich spannend.


    Ich bleibe dran. Melde mich nach zwei Dritteln wieder.