Beiträge von kalkwiese

    Zweite Hälfte Kapitel 34.

    Die Kacke dampft aber wieder herrlich! Dass es passieren musste, war irgendwie klar, aber wann und wie genau, das hat für mich die Spannung ausgemacht. :D Weiterhin spannend, ich hab gar nicht so viel zu sagen. :hmm:

    Spoiler anzeigen

    „Und jetzt steht er in unserem Dienst“, erwiderte Tjelvar. „Sein Leben ist mir egal. Er will für uns in diesen Kreis treten? Dann soll er es machen. Mögen die Götter, zu denen er gebetet hat entscheiden, was mit ihm passiert.“
    Oh nein! So einfach ließ Frod Krächz nicht davonkommen. „Ich soll ihn In eine Falle treten lassen, die aller Wahrscheinlichkeit nach entschärft ist? Das ist das Mindeste, nachdem er uns fast alle umgebracht hätte!“
    Krächz erschrak bei diesen Worten.

    Ich frage mich, warum Frod Tjelvar widerspricht. Soll ich es so verstehen, dass der Tritt in den Kreis einem göttlichen Urteil gleich kommt, dass Krächz dann schuldig oder unschuldig ist, Thema vorbei?

    „Dafür hätten Euch die Götter direkt nach Hel geschickt!“ Kvaldens Gesichtsausdruck verfinsterte sich.
    „Vielleicht ist das meine gerechte Strafe. Aber Ihr ...“ Wieder fixierte Krächz Frod. „Ihr habt mich gerettet.“
    Was?
    Krächz Augen wurden größer und als er einen Schritt auf Frod zu machte, trat dieser einen zurück.
    „Als Ihr den Kopf geschüttelt habt ... da entschied ich, es nicht zu tun. Wenn Ihr mir das Zeichen gebt zu leben, dann gibt es auf dieser Welt vielleicht noch etwas zu tun für mich. Und möglicherweise könnt Ihr mir eines Tages verzeihen.“

    Das finde ich überzogen. :hmm: Weil ... keine Ahnung, Krächz spricht mit einem Pathos, das dem Anlass kaum gerecht wird.

    „Ich glaube Euch nicht“, hauchte Frod.
    Krächz Gesichtsausdruck war wie versteinert. Den Mund leicht geöffnet, als wollte er was sagen, doch es kamen keine Worte.
    „Ihr habt Schreckliches getan in der Nacht des Lichterfestes. Aber dieser Todeswunsch? Deswegen? Das kaufe ich Euch nicht ab.“

    Aha, Frod ist auch nicht überzeugt xD

    „Ihr hattet recht!“ Krächz sah nicht auf, das Gesicht in den Händen vergraben. „Ich hätte euch beinahe alle umgebracht und so viele sind wegen mir gestorben!“

    Ich denke, dass hier vielleicht der Verantwortliche spricht, der in der einen Nacht die Draugar in die Stadt gelassen hat. :hmm: So wird schon eher ein Schuh draus.

    „... wollte nur ins Wasser.“
    Wasser?
    Frod erinnerte sich. „Wolltet Ihr ins Meer?“
    „Ich konnte es einfach nicht mehr ertragen!“ Krächz schüttelte den Kopf, wandt sich vor emotionalen Leid.
    „Wolltet Ihr ins Meer?“, fragte Frod mit so viel Nachdruck, dass Krächz verstummte und zu ihm aufsah.
    „Ich wollte nur…“ Er rang nach Luft. „Nur irgendwohin, wo es still ist.“ Seine Finger krampften im Stoff seiner Hose. „Dorthin, wo die Schreie endlich aufhören.“

    Oha! Aber klar, warum sollte der Vykr nur die Protagonisten angehen? Das könnte noch viele Probleme mit sich bringen. Was, wenn manche als Folge der Kontrolle andere verletzen?

    Sie konnten froh sein, Meljok an ihrer Seite zu wissen.

    Keine Ahnung, was ich hier anmerken wollte xD

    Das ist es!
    Entschlossen sprang Frod vom Karren.
    „Was macht Ihr da?“, schrie Meyra.
    „Wartet hier.“
    „Ihr müsst mich beschützen“, kreischte sie, als Frod zu laufen begann.

    Der Held in mächtig unheldenhaft :D

    „Kvalden“, rief Frod erneut, als er gegen den Karren stieß, auf dem der Bogenschütze stand. „Schieß auf eine der Glocken!“
    „Was?“
    „Am besten auf eine, die so weit weg ist wie möglich.“

    Kann ein Pfeil das machen? Ich habe die Glocken als sehr groß im Kopf. So ein Pfeil hat aber sicher auch ordentlich Wumms, keine Ahnung. :hmm: Irgendwie bin ich als Leser nicht ganz überzeugt, aber das kann mein Unwissen sein.

    Kvalden spannte, zielte und schoss.
    Ein ohrenbetäubender Lärm zwang Frod in die Knie. Es war wie beim ersten Mal. Mit den Händen versuchte er sich so gut wie möglich vor der Lautstärke zu schützen. Vor Schmerz kniff er die Augen fest zusammen.

    Siehe darüber. Könnte an mir liegen ^^

    Yo, Eti. Erstmal 1/6 von Kapitel 34. Wenn ich heute noch mehr kommentiere, füge ich es deutlich markiert in diesem Post an.

    Vorweg: Dieser Teil ist ein reines Chaos, was die Zeitformen betrifft. Manches könnten Gedanken sein, denen die Kursivschrift fehlt; andererseits sind andere Gedanken im selben Post kursiv, also ... Guck dir das definitiv nochmal kritisch an. Ich liefere ein paar Beispiele, aber definitiv nicht alle.

    Spoiler anzeigen

    Aber die Nacht ist sicherlich noch nicht über das Land gekommen.

    Kursiv

    warum die Kinder des Urverräters so tief gegraben haben

    PQP

    Tjelvar hat allen gezeigt, dass er keiner von ihnen war.

    PQP

    Nur er selber will es nicht verstehen.

    Kursiv? Ansonsten gehört das ins Präteritum.

    Ein Text, den Tjelvar in seiner Jugend las, gehörte rein zufällig zu der Melodie, die Serija heute vernommen hatte?

    In seiner Jugend gelesen hatte? By the way, war das Lied der Text von der Steintafel? Oder hatte Tjelvar das woanders her?

    Vor ihr und damit in der Front des Bildes stand ein Amboss, auf der eine weitere Figur zu sehen war. Sie lag mit angewinkelten Beinen auf Schlagfläche. Die Augen geschlossen und den Kopf auf die gefalteten Hände gebettet.

    Das kann ich mir irgendwie nicht richtig vorstellen. Was für eine Schrägfläche? Wie liegt der da, auf dem Bauch oder dem Rücken? Wie sind die Hände gefaltet? Sind die unter dem Kinn oder hinter dem Kopf? In meinem Kopf kommt nur weirder Scheiß raus xD

    Das letzte Gemälde der Zwerge zeigte die gleiche runenbesetzte Figur wie zuvor. Allein. Unter einem brennenden Himmel. Gebäude bildeten den Hintergrund des Bildes, auch sie standen in Flammen.

    200.gif

    Die längst vergessene Flamme, den summenden Tod, sowie das Schwert in der Stirn des Riesen.

    An das Schwert in der Stirn des Riesen erinnere ich mich gar nicht mehr. Was hatte es damit auf sich? ^^

    Und am besten haben sie dann so viele Kämpfer wie möglich und nicht bereits die Hälfte in Scharmützeln verloren, die sie nicht hätten führen müssen

    hatten sie so viele Kämpfer wie möglich

    Dank Balesons Aufzeichnungen wussten sie, dass die Draugr hier unten anders reagieren, als an der Oberfläche.

    reagierten

    Wehranlagen wie Palisaden oder Blockaden aus Fels und Stahl waren genau so oft zu sehen, wie die Banner Helhavens, welche alle paar Meter auftauchten.

    Hilf mir mal nochmal. War es nicht unklar, ob dieser Ort Helhaven ist? Oder war das die Frage, ob der Berg Kingraven ist? Ich bin so raus xD

    Ihr Verhalten schien sich durch das geführte Licht nicht zu verändern. Ihr Blick war leer und die Münder standen offen. Es waren weniger als erwartet, doch weit aus genug um einen ernsten Kampf hervorzurufen, sollten sich nicht alle an die Spielregeln halten.

    Ich denke mir auch: Wenn die Draugar plötzlich einfach losschlagen, dann war es das. ^^' Die Leute sind überrascht, die Verluste sicher groß.


    Ja, war jetzt dich viel Sprache, aber da Tariq es bereits angemerkt hatte und noch immer so viel drin ist, ist es vielleicht besser so.

    ________________

    2/6 Kapitel 34.

    Weiter in den Berg hinein! Die Expedition ist bisher spannend, ich schaue dauernd, welche Details in der Exposition den Figuren später um die Ohren fliegen werden. xD Daran hab ich Spaß.

    Spoiler anzeigen

    Das Grabmal der Prinzen müsste direkt hinter diesen Trümmern liegen.

    Gedanken? Dann kursiv. Ansonsten: Präteritum.

    Ging der Tunnel bei dessen Flucht kaputt?

    Gedanken? Sonst: Präteritum.

    Dafür müssten sie jedoch zuerst weiter hinabsteigen.

    Präteritum, also "mussten" statt "müssten".

    Damit wäre es nicht einmal ein Umweg.

    Gedanken? Sonst Präteritum, also "war" statt "wäre".

    Seltsam. Frod sah genauer hin.
    Manche Brücken sind so ausgerichtet, dass deren Enden an keinem Tunnel liegen. Stattdessen führen sie einfach von Wand zu Wand.

    Ich nehme an, die Brücken lassen sich drehen und vielleicht auch heben und senken. Aber irgendwie dachte ich, dass Frod das auch annehmen würde xD Anscheinend war das architektonische Meisterwerk anders gedacht und ich erinnere mich nicht mehr.

    Unter ihnen breitete sich das wahre Helhaven aus. Unzählige Bauten, aus denen hohe Türme ragten mit goldenen Dächern. Überall brannten grüne Lichter. Laternen, die seit Jahrhunderten nicht erloschen waren und dieser Stadt auch jetzt noch Leben einhauchten. Ein Fluss aus geschmolzenem Gestein bahnte sich seinen Weg durch die urbane Landschaft und ganz in der Nähe, ein Tempel.

    Schöne Beschreibung! Das erinnert mich daran, dass die weiterhin aufs Nötigste reduziert sind. Manche mögen das, aber mir fehlt da hin und wieder was. Außerdem ist im Moment alles audio-visuell. Andere Sinne wären auch noch sinnvoll zu beschreiben. Es könnte stickig sein, die Luft feucht und/oder kalt sein, durch die Zombies könnte es nach fauligem Fleisch stinken, nach Moder, Schimmel usw.

    „Dort“, Frod zeigte mit dem Finger auf den Kuppelbau. „Dort muss sie sein. Die längst vergessene Flamme.“ Er konnte nicht aufhören zu grinsen. Es hatte sich endlich gelohnt. Allein zu wissen, dass die Qualen der letzten Tage nicht umsonst waren, brachte ihm Erleichterung. Es war richtig, nach Dunhaven zu reisen. Es war klug gewesen, sich mit Baleson und Durin einzulassen. Denn am Ende führte sie das hier her.

    Ah gut, dann geht ja bald wieder richtig was schief :D

    Er hatte recht. Ihre Mission war es, die Artefakte zu bergen.

    By the way, sind die drei Artefakte, die vorher genannten wurden, alle zu bergen? Oder brauchen sie theoretisch nur eines davon, wissen aber nicht sicher, welches das richtige ist? In meinem Kopf schwirren verschiedene Erinnerungen rum.

    Bevor Frod antworten konnte, winkte Durin einen Reiter samt Wagen heran. „Ihr werdet zusammen mit dem Magier gehen und später die Flamme transportieren.“

    sus

    Als hätte Meljok gewusst, was Durin will, reichte er ihm die Karte, auf der Durin mit dem Finger einen Standort festlegte. „Hier, direkt vor dem Glockenraum treffen wir uns wieder, sobald ihr die Flamme habt. Wenn ich es richtig sehe, können wir dorthin gelangen, ohne die Stadt selbst betreten zu müssen.“

    richtig sus ô.o

    Diese schnelle Reaktion, als sei das geplant.

    Die Bärenbrüder mögen herausragende Kämpfer sein, doch so besonnen wie Meljok schien dessen Bruder nicht.

    Der erste Halbsatz ist wieder random im Präsens, der zweite im Präteritum ^^


    Die Zeitformen-Verwirrung ist in diesem Teil wieder besser geworden.

    ________

    3/6 Kapitel 34.

    Ich habe nicht viel Neues anzumerken. Durin wird wieder verdächtig, die Reibungen zwischen den Figuren nehmen zu. Zeitformen sitzen jetzt wieder. Jetzt geht es um die Expedition, finde ich, weniger ums Innenleben von Frod. Dass es im Plot weitergeht, hatte ich mir kurz vor meiner Pause auch gewünscht, meine ich. :hmm: Das kommt also hier sehr günstig, sofern ich mich richtig erinnere.

    Spoiler anzeigen

    Zwischen diesen war je ein Zwerg abgebildet. Ihre Abbildungen reichten bis zur Decke.

    Das sind also sehr lange Zwerge?

    An beiden Seiten führten Treppen nach oben. Zum äußeren Ring.

    Das erinnert mich daran, dass ich mir in Balesons Aufzeichnungen den Raum auch kaum vorstellen konnte. Ist der äußere Ring sowas wie ein offenes oberes Stockwerk? Echt, keine Ahnung, wie dieser Raum aufgebaut ist, auch damals schon nicht ^^'

    Auf jeder Flanke des Raumes waren vier von ihnen zu sehen.

    Okay. Wie viele Flanken gibt es denn? Der Raum müsste ja rund sein?

    Mit einem Klacken verschwand die Vibration, die sie bisher umgeben hatte.

    Oha, da war eine Vibration?

    Erst jetzt wurde Frod bewusst, dass ein stetes Summen in der Luft gelegen hatte.

    Ah, okay. Dann kannst du die vorige Erwähnung der Vibration ja streichen

    Warum hat Durin dich mir zugeteilt?“ Frod hielt sich den Kopf. Hat er das mit Absicht getan? Was bezweckt er? Spielt Durin mit uns?

    Das frage ich mich auch. Wie ich mich allgemein frage, was Durin im Schilde führt :hmm:

    Moin Eti. Kapitel 33 ist gelesen. Ich versuche, meine Anmerkungen zu begründen, aber durch meine Pause ist wahrscheinlich vieles eher eine Spontanreaktion, denn der Kontext fehlt mir jetzt bei vielem. Das wirst du durch sie sukzessiven Post wahrscheinlich eh erwartet haben.

    Das war ein gutes Kapitel, das ich erstmal gerne gelesen habe. Ich wurde dann zum Ende hin kurz skeptisch - wenn ein Problem eröffnet und im gleichen Kapitel gelöst wird, hat das schnell was von einer Episode oder Filler -, aber die zweite Tür hat ja auch einen größeren Zweck gehabt: Es wurde das Mysterium um Tjelvars Fähigkeiten weiter gefördert. Und da kann ich nur dafür sein, das hält mich spannungstechnisch gut bei der Stange, denn ich will ja wissen, was zum Geier er ist und wo er herkommt :D

    Der Rest im Spoiler. Vielleicht muss ich erst in mein Game zurück finden, denn das ist etwas länger geworden.

    Spoiler anzeigen

    Ohrenbetäubender Lärm erfüllte die Luft, als der Stein des Tores über den Platz kratzte.

    Ich habe erstmal überlegt, das für ein Stein da warum am Tor hängen sollte. Aber das Tor besteht aus Stein, das ist der Punkt, oder? xD Ich stand da auf dem Schlauch.

    Es klang wie der Schrei eines wilden Tieres. Eines großen Tieres. Das nur darauf wartete, sie zu zerfleischen.

    Ich will mich mit Anmerkungen zur Sprache ja zurückhalten, darum das hier nur kurz, weil es mir in allen möglichen modernen Büchern auffällt. Bei unvollständigen Sätzen rollen sich mir die Zehnägel hoch, aber das ist natürlich mein Problem und mein Ästhetikempfinden. Mir wäre nur wichtig, dass dir bewusst ist, dass du solche fragmentarischen Sätze benutzt und dass du sie bewusst verwendest.

    Im Detail: "Das nur darauf wartete, sie zu zerfleischen" ist kein ganzer Satz. Würde man ihn mit dem vorigen Satz verbinden, wird schon eher ein Schuh draus: "Eines großen Tieres, das nur darauf wartete, sie zu zerfleischen." So richtig geil ist das aber auch nicht. Mein Favorit wäre, alle drei Sätze zu verbinden: "Es klang wie der Schrei eines wilden Tieres - eines großen Tieres, das nur darauf wartete, sie zu zerfleischen." Die Punkte setzt zu ja, um einen bestimmten Rhythmus vorzugeben. In der Regel lässt sich so ein Effekt auch gut mit Gedankenstrichen, Kommata und Semikola erzeugen, wobei alles, was von Punkt und Komma abweicht, auch aufdringlich werden kann. Die Dosis macht das Gift, schrieb Paracelsus. Ich mag solche rhytmischen Sätze gerne, denn sie geben einem Text auch Persönlichkeit. (Die Abwesenheit von ihnen natürlich auch, das kann man gezielt nutzen.)

    Die lange Pause, die ein Punkt suggeriert, passt mMn gut zu Dialogen. Menschen reden in solchen Fragmenten, da irritiert mich das kaum. Außerhalb der Dialoge benötigt der Erzählbericht (alles, was keine Figurenrede ist) in einem Setting wie diesem mMn eine gewisse ... keine Ahnung ... Würde, Anmut oder sowas. Satzfragmente haben etwas modernes, vielleicht auch modernistisches, was meinem Empfinden nach diesem Setting zuwider läuft. Die Sätze wirken dadurch verknappt, hastig, vielleicht auch modern kalt, wie in einer Akte oder auf einer Stichpunktliste. (Das lässt sich natürlich auch nutzen.) Kann man mir folgen? Sonst gehe ich da auch gerne privat noch weiter ins Detail.

    Das Wichtigste ist hier mMn, dass du dich bewusst dazu entscheidest, wie du damit umgehst.

    So, genug dazu. :)

    Der Eingang nach Helhaven lag offen und zaghaft krabbelte das Licht dieses grauen Morgens ins Innere.

    Irgendwie tue ich mich schwer, mir das Licht krabbelnd vorzustellen, als sei es zähflüssig ^^

    Zwei Dutzend Mann bildeten eine Linie und passten ohne Probleme nebeneinander, während sie über die Schwelle des Tores in das Reich der Zwerge vorrückten.

    Ich will daudernd "Schwelle des Todes" lesen, weil die Zwerge ja auch (un)tot sind :rofl: Symbolisch betrachtet ist es ja genau das: Die Schwelle in die Unterwelt.

    Dieser Ort hat seit Jahren keine Sonne mehr gesehen.

    Ich verstehe, dass das ein Quatsch ist, nur ... als Leser denke ich mir: come on, das ist ein Berg, Sonne kommt da nie hin!

    Kommt mir etwas unfreiwillig komisch vor. Käme Licht nicht eher von Fackeln? Oder gibt es Mechanismen für Sonnenlicht?

    Teller, Messer, Gabeln, Krüge, Tabletts, sogar ein Helm, sowie ein daneben lehnendes Schwert wurden hier zurückgelassen und waren die stummen Zeugen eines überstürzten Aufbruchs.

    PQP

    Ist das auch eine sprachliche Anmerkung? Ich muss den Fokus wieder finden xD

    Weder Mensch noch Draugar, hier war seit Jahren niemand mehr. Wo verstecken sich diese Mistkerle?
    Nach und nach kamen die Meldungen, dass die abgesuchten Bereiche sicher seien.

    Das hat jetzt was vom verzögernden Moment in der Dramentheorie in der Schule. Ich erwarte einen Knall, aber er kommt noch nicht. Das macht auch Spannung. Sehr gemein!

    „Wo warst du?“
    „Austreten, du weißt ja, vor solchen Reisen ...“ Frod zeigte nach oben. „Schau nur, sie haben die Decke bearbeitet. Sie ist ganz glatt und sollen das da Sterne sein?“

    Witzige und plausible Erklärung. Und sofort vom Thema abgelenkt. Gut gemacht, Frod!

    Auf die Frage hin, was mit Elina gelaufen sei, hatte er ihm die Wahrheit erzählt.
    Nichts, hatte er wahrheitsgemäß gesagt.

    Die Wahrheit braucht du hier nur einmal. :)

    Ich wollte erst den Subtext kommentieren, dass diese Wahrheit vielleicht gar nicht so wahr ist, aber kurz darauf wird genau das ausgesprochen. Also, für Subtext würde ich erst später Sachen zusammenstreichen. Es ist wohl okay, wenn eine erste Fassung noch viel ausspricht, denke ich.

    Das Windspiel, welches er um seinen Hals trug war größer und Schmuckvoller als das der anderen Dun.

    War das eigentlich okay, dass die um den Hals nicht schwingen können? Das hat ja mehr was Symbolisches, im Wind spielen die ja nicht mehr. Vielleicht klimpern sie beim Gehen?

    „Gebt den Leuten, was sie wollen, und sie werden Euch geben, was sie haben.“

    Ist das Durins geheimes Motto?! Ist er damit entschlüsselt?! :D Es klingt wie ein reales Sprichwort, aber ich kenne es nicht, falls das so sein sollte.

    Hatte nicht nur er die letzte Nacht mit einer Frau verbracht? Sind die beiden sich nähergekommen? So wie er und Elina? Haben sie auch unter einer Decke genächtigt und hatte sie sich dabei an ihn geschmiegt?

    Oha, gleich so ein Gedanke? (Hatte ich auch.) Immerhin erkennt er an, dass er Elina näher gekommen ist und dass das was Romantisches ist. Wahrscheinlich war er auch deswegen so wütend? Tjelvar wirkt so nicht mehr wie einen Shonen-Anime-Prota, der ein romantischer Backstein ist.

    Aber was auch immer diese Welt aus ihm gemacht hatte, es schien Elina nicht zu stören. Sie verurteilte ihn nicht und folgte ihm sogar, in seinen Wahn, mit den Göttern sprechen zu wollen.

    Er erkennt an, dass es ein Wahn war. Gut! :D Mach weiter, Tjelvar. Du könntest vielleicht doch rehabilitierbar sein

    Seine Gedanken schweiften in den Tempel auf Est.
    Die Sonne war noch nicht aufgegangen, als Elina sich im Schlaf zu ihm gedreht hatte. Sie lag an seinem Arm gelehnt, mit ruhigem Atem, der sanft über seine Haut strich. Er erinnerte sich genau an das Gefühl, welches ihn in diesem Moment hellwach werden ließ. Es durchfuhr seinen gesamten Körper und brachte ihm eine Aufregung, die in ihrer Intensität, der eines bevorstehenden Kampfes glich. Das war neu. Es war nicht das erste Mal in seinem Leben, dass er die Nähe einer schönen Frau genoss. Selbst wenn diese früheren Begegnungen schon lange her waren, lag der Unterschied für ihn glasklar auf der Hand. Er war ein anderer geworden.
    Aber was auch immer diese Welt aus ihm gemacht hatte, es schien Elina nicht zu stören. Sie verurteilte ihn nicht und folgte ihm sogar, in seinen Wahn, mit den Göttern sprechen zu wollen. Sie war da. Sie war da, als man bei Durin einbrach, weil die Arbeit von Jahren auf dem Spiel stand und sie war auch da, als Tjelvar im Gefängnis saß und das Erleben der nächsten Tage nicht als selbstverständlich galt. Sie war mit auf der Insel. Neben ihm. Unter diesem Fell.
    Er wusste nicht, was er tun sollte, so wie er Elinas Wange an seinem Arm spürte. Seine Gedanken wirbelten umher und mit jeder Sekunde schlug sein Herz schneller. Bis er sich letztlich dazu entschied aufzustehen. Behutsam schälte er sich aus der Decke und achtete darauf, weder Elina zu wecken noch etwas zu sehen, was ihm nicht zustand.
    Hastig hatte er seine Klamotten angezogen und sich zum Ausgang bewegt. Er brauchte Abstand. Innerhalb von Sekunden hatte sich eine alptraumfreie Nacht in einen erdrückenden Morgen gewandelt, dem er nur außerhalb des Tempels zu entfliehen mochte. Als er sich auf die Stufen setzte und über seine Stirn wischte, spürte er den Schweiß auf seinen Fingern. Ihm war warm und kalt zugleich und nur langsam beruhigte sich sein Inneres wieder. Was stimmte nur nicht mit ihm?

    Oha, eine Rückblende und dann noch die schwierigste Variante: die im Fließtext die Szene wechselt! Respekt, dass du das überhaupt versuchst. Da müssen die Übergänge natürlich stimmen. Ich finde die Einleitung der Rückblende (erster zitierter Satz) etwas kurz. Eigentlich ist die eindeutig, aber je nach Hektik bei den Lesern, kann es gut sein, dass sie den Übergang verpassen und desorientiert werden. Es hilft, die Leute bei solchen starken Eingriffen in die Chronologie mehr an die Hand zu nehmen. Im Prinzip machen das die kommenden Sätze auch. Sie benutzen PQP oder weisen darauf hin, dass Tjelvar sich erinnert. Trotzdem fand ich mich für einen Moment disorientiert und habe mich gefragt: Waren wir nicht gerade noch im Berg? Warum haben wir jetzt eine Szene woanders?

    Um ehrlich zu sein, ich weiß nicht, ob diese Art Rückblende in Fantasy so gut funktioniert. Ich finde, sie funktioniert dann sehr gut, wenn man eine starke Erzählerfigur hat (allwissend oder Ich-Erzähler aus der Rückschau), die sich genau drauf hinweist, dass etwas nun eine Rückblende sein wird. In "Die Tribute von Panem" (Band 1) hat Katniss sowas sehr gut kommunizieren können.

    Wenn man das nicht hat, wird es tricky. Mir ist es jedenfalls noch nicht geglückt, wenn ich nicht solche Mittel benutzt habe, um unmissverständlich den Übergang zur Rückblende anzuzeigen.

    Vielleicht kann jemand anderes da besser helfen.

    Stimmt etwas nicht mit Euch?“, fragte die Lyttra.
    Tjelvar blinzelte in ihre Richtung. Die Beschwerden aus seiner Erinnerung hatten sich, wenn auch in abgeschwächter Form erneut gezeigt. Geschwind wischte er sich die nassen Hände an seiner Hose trocken.

    Der Übergang zurück ist klasse :D Funktioniert einwandfrei.

    Kämpfe würden sicherlich kommen. Immerhin wartete in den Tiefen ein Riese.

    Auf den freue ich mich schon. Gut, dass du an den erinnerst. :D

    „Euer Magierfreund hat wohl was herausgefunden, kommt!“
    Verwundert hob Tjelvar eine Augenbraue. Er war doch gerade eben erst bei ihnen? Hatte Frod in seiner Anwesenheit nicht klar denken können?

    Das ist ... schon sehr negativ ausgelegt. Das stützt meine These, dass Tjelvar ein Schwarzseher ist. Vielleicht hat auch ein Vykr seine Finger im Spiel, denn er lässt sich ja nicht von der Lytrra therapieren.

    „So ist es.“ Abermals nickte Frod. „Dass Serija diese Melodie heute noch vernehmen kann, muss nicht an der Göttlichkeit in ihr liegen. Vielleicht wurde sie nur oft vor diesen Toren gespielt.“
    „In einem solchen Fall kann ich sie wiedergeben, wie jeder andere“, fügte Serija hinzu.
    „Ich fürchte, mehr können wir momentan nicht bieten.“ Mit zusammengepressten Lippen wandte Frod seinen Blick von Durin ab.

    Hätte die Lyttra das vorher probieren können, bevor man alle zusammentrommelt? Das wäre doch sonst sehr unangenehm, wenn wie es nicht wiedergeben kann und alle wieder abziehen :hmm: Die Gewissheit hätte ich mir geholt, bevor ich alle rufe.

    Durin schnaubte und schüttelte den Kopf. Er hatte sich schon abgewandt, da holten ihn Tjelvars nächste Worte zurück.

    Durin wendet sich zweimal ab. Damit geht die Wirkung beim zweiten und wichtigeren Mal etwas flöten, finde ich. Vielleicht nimmst du das erste mal lieber raus. :hmm: Vorher könnte er einfach sehr skeptisch sein, das reicht vielleicht.

    Wenn du Kommentare zum Lied in Sachen Rhythmus usw. haben möchtest, würde ich das nochmal dezidiert machen, vielleicht auch in privaten Nachrichten, für leichtere Rückfragen. :hmm: Rhythmisch sieht das für mich etwas unsauber aus, aber es scheint auch ...

    Immer mehr übersetzte Tjelvar in die Sprache der Zwerge, wurde dabei sicherer und lauter.

    ... übersetzt zu sein? Aber anscheinden in die Sprache der Zwerge (Aldwa)? Aber war das Lied nicht von Anfang an auf Aldwa? Oder ist die Sprache der Zwerge eine andere? Und wenn es die Sprache der Zwerge ist, in die er übersetzt (also die ausgedachte Sprache, die wir darunter lesen), wie viel Sinn ergibt dann eine gereimte und rhythmisch perfekte Version auf Deutsch? Das sind komplexe Fragen, die im Forum vielleicht zu viel Hin und Her erfordern.

    Siehe darüber.

    Vielleicht hatte Elina recht und sein Bestehen gegen das Monster von einst war Teil des Sländtrissa.

    Was war nochmal der/die/das Sländtrissa?


    Boa man. Ich bin eskaliert Dx

    Moin Eti

    Ich bin noch nicht ganz wieder fit, aber es reicht, um mich langsam wieder in die Geschichte einzufinden. Und mit der letzten bestandenen Prüfung im Sack, kann ich also sagen: Kalki is back!

    Ich erinnere mich noch ganz gut an die vorigen Kapitel, glaube ich, aber es werden sich sicher immer mal Fragen ergeben. :hmm:

    Spoiler anzeigen

    Elina dachte an Tjelvars Narben.

    Okay, das gehört dann natürlich ins Narben-Kapitel. :D (Ich hatte ja überlegt, ob das nicht schon inhaltlich ein neues Kapitel wäre.)

    Auch wenn sie ihm auf Est einen Schubs geben musste, zeigen die alten Wunden ganz klar, wie Tjelvar mit seinen Problemen umging.

    Durch selbstverletzendes Verhalten? :P

    Sie spürte die Runen auf ihrem Rücken schon fast. Ein Jucken, ein Brennen.

    Ob sie wirklich glühen, wie das magische Runen ja gerne mal tun, bleibt natürlich offen. Keine Ahnung, ob das bewusst so gemacht ist, aber ich finde sowas immer interessant zu lesen.

    „Was wollt Ihr von mir? Ihr wolltet, dass ich dem Südländer vertraue? Dass ich ihn einbinde, dann haltet Euch gefälligst selbst daran. Wenn Ihr nicht sehen könnt, wohin Euch eure Taten und Wünsche bringen, dann ist das nicht meine Schuld!“

    Das ist eine sehr schöne verdrehte Logik xD Ich mag sowas. Durin hilft nur sich selbst, scheint es mir.

    Das Gefühl, etwas unsagbar Dummes getan zu haben überrollte sie, wie die Sturmflut das flache Land.
    „Was meinst du mit zurückgeholt?“

    Ich überlege, ob es da jetzt um den Trip nach Est ging, also die Kapitel kurz zuvor, oder etwas anderes :hmm:

    Er glaubt mir nicht. Warum glaubt er mir nicht?

    Tjelvar ist so mit sich selbst beschäftigt, dass er Elinas Worte und Verhalten sofort auf die negativst mögliche Weise auslegt. Er tut mir leid, aber mit ihm würde ich nicht abhängen wollen. ^^' Die arme Elina hat keine Chance.

    Wie war es möglich, dass alle ihre Worte falsch aufgenommen wurden oder in der Luft verpufften?

    Siehe darüber.

    Aber Tjelvar trägt doch gar keine Masken, dachte sie. Das war etwas, was ihr an ihm gefallen hatte. Sie hatte sich offensichtlich getäuscht.

    Stimmt, ich finde Tjelvar auch ziemlich geraderaus. Maskenhaft kommt mir das von ihm nicht vor. Er schlägt aber schnell ins Negative um.

    Sie und Tjelvar waren nicht gleich. Sein Ziel ist die Rache. Das war der Grund, warum es Elina so schwerfiel, darüber nachzudenken, was er wohl nach diesem Winter machen würde, wenn die Draugar besiegt und Rätsel gelöst wären. All das wurde ihr nun klar.

    Gut erkannt, Elina. Und jetzt RENN WEG VON IHM!

    Ich habe jetzt To Sleep in a Sea of Stars (deutsch: Infinitum - Die Ewigkeit der Sterne) von Christopher Paolini begonnen.

    Es ist eigentlich traurig, wie wenig Ahnung ich von Sci-Fi habe, und weil ich sowieso überlegt habe, ob ich Paolinis Eragon nochmal lesen möchte, warum nicht gleich eines seiner neueren Bücher lesen? Da sehe ich dann vielleicht auch einen gereiften Autoren. Dank der Bibliothek habe ich das Hörbuch.

    "To Sleep [...]" ist (auf den ersten 130 Seiten) eine Geschichte über einen Erstkontakt mit Aliens. Kira Navarez ist eine junge Xenobiologin und schwer verliebt. Ihr Geliebter hat ihr einen Antrag gemacht und beide sind bereit, als Kolonisten auf einem Planeten sesshaft zu werden. Doch bei einer letzten Mission bevor dieser Plan umgesetzt werden soll, wird sie mit einer unbekannten Lebensform (einem Xeno) infiziert, das sich über ihren ganzen Körper legt, wie ein hautenger Anzug. Plötzlich ist das Militär im Aufruhr, ein Alienartefakt wurde gefunden, es muss untersucht werden und jede Gefahr einer Ausbreitung muss unterbunden werden (unbekannte Lebensform, was kann sie, was macht sie eigentlich?). Dann greifen tatsächlich Aliens an, und sie fragen nicht, sie schlagen direkt zu.

    So weit so gut. Kritik von der Eragon-Reihe scheint auch an dieses Buch heranzuschwappen: Es sei nicht originell. Okay, ist in Ordnung, da ich mich ja nicht auskenne, kann mich das noch nicht langweilen. :whistling: Irgendwo muss man ja anfangen.

    Seit Kuangs "Babel" denke ich vermehrt über die Prosa und den Subtext nach, der dem Buch sehr gefehlt hat. Paolini schreibt auch alles aus, viele Emotionen werden direkt benannt. Ich glaube beispielsweise George R. R. Martin oder Tamsyn Muir würden da subtiler arbeiten, sodass man als Leser das Belohnungsgefühl bekommen kann, die Figur selbst verstanden zu haben. Das kommt sicher auch vom Unterschied zwischen Charakter-Geschichte und einer Plot-Geschichte. Paolini scheint es um die Welt, die Konzepte und den Plot zu gehen. Kira Navarez nimmt zwar langsam Farbe an, wie viele Figuren beginnt sie aber relativ farblos. Ich denke für diese Art Geschichte, die mich an einen Hollywood-Blockbuster erinnert, passt das einfach.

    Tja, so weit so gut. Ich bleibe dran.

    Clark Ashton Smith hat mich auch immer fasziniert. Ich finde er ist ein wirklich talentierter Horror-Autor. Durch ihn bin ich auch auf die Horrorgeschichten Robert E. Howard gekommen, der Conan der Barbar Autor kann durchaus auch gute Horrorgeschichten erzählen. Ich könnte ansonsten noch ein paar Geschichten empfehlen: "Die Schrecken der Venus" (Der Film "Alien" hat einiges von diesem Konzept übernommen) von CAS oder "Der Grabhügel" oder "Garten der Furcht" von Robert E. Howard.

    Wenn ich mich an "Die Schrecken der Venus" richtig erinnere, stimme ich bei der Empfehlung völlig zu :D

    Ich muss aber gestehen, dass mich die Horror-Geschichten eher kalt lassen. Keine Ahnung, warum genau. CAS bekommt mich tatsächlich eher mit seiner bösen Ironie, den absurden Geschichten, den sexuellen Anklängen usw. Beispielsweise finde ich "Der Raub der neununddreißig Keuschheitsgürtel" ganz stark oder "Das Tor zum Saturn" oder "Das Ungeheuer aus der Prophezeiung". :D Da kann ich kaum aus meiner Haut. Schade, dass der Horror bei mir nicht zünden will, aber wahrscheinlich habe ich einfach noch nicht mein Subgenre gefunden. Kosmischer Horror ist es wahrscheinlich nicht.

    Ich hatte jetzt Band 3 der gesammelten Geschichten von Clark Ashton Smith vor mir: Das Labyrinth das Maal Dweb.

    Gesammelte Werke sind ja grundsätzlich ein Kessel Buntes, da hat man eben alles drin, nicht nur die Juwelen. Diese Bände sammeln ein bisschen Geschichten, die zusammen gehören, beispielsweise die Geschichten in Hyperborea im ersten Band, die interplanetaren Stories im zweiten Band, die Averoigne-Geschichten in Band 4, Zothique in Band 5 ...

    Band 3 scheint da ein bisschen eine Resterampe zu sein. Im Bonusmaterial steht oft, dass Smith diese oder jene Geschichte nicht wirklich mochte oder dass auch Lovecraft, der CAS eigentlich immer lobt, mal gesteht, dass er eine Geschichte schwächer findet. Vielleicht muss so ein Band existieren, damit die anderen heller strahlen können.

    Na ja, ein paar wirklich gute Geschichten waren aber auch dabei, beispielsweise:

    - Die Kette des Aforgomon
    - Genius Loci
    - Das Labyrinth des Maal Dweb
    - Das Wagnis des Maal Dweb

    Das waren so meine Favoriten, die ich nicht missen möchte.

    Die drei übrigen Bände der gesammelten Geschichten sind auf deutsch jetzt leider vergriffen (die hätten so schön in meinem Regal neben den ersten dreien ausgesehen ...), aber dann geht die Reise eben auf Englisch weiter. Gerade auf Averoigne habe ich viel Lust, weil CAS da wohl seine Liebschaften drin verarbeitet hat. :D

    Ich kenne tatsächlich nur einen Band davon - Die Abenteuer auf der Scheibenwelt mit dem Touristen Herr Zweiblum und dem Koffer. Ist leider nicht ganz so das, was mich mitnimmt.

    Ganz ehrlich? Mich auch nicht. Das sollte "Die Farbe der Magie" oder "Das Licht der Fantasie" sein, und die finde ich im Vergleich eher schwach. :) Überhaupt holen mich die Bücher über Rincewind den Zauberer nicht ab.

    Wenn ich dagegen "Die volle Wahrheit", "Helle Barden", "Hohle Köpfe" oder "Einfach Göttlich" halte, dann spielen die in einer ganz anderen Liga.

    Das siebte Kreuz von Anna Seghers.

    Ich habe jetzt etwa 20% gelesen. Das ist eine alte Schullektüre, die ich nie beendet habe - für den Vortrag gab es trotzdem eine 1 -, jetzt hole ich mal nach.

    Erstaunlicherweise das Buch fast ein Thriller! Klar, die Sprache ist heute eher altbacken und die fluide, allwissende Erzählweise wahrscheinlich auch. Aber es ist ein multiperspektivisch Roman über eine Flucht aus einem Konzentrationslager. Der Protagonist Georg kann niemandem wirklich trauen. Es gibt gebrochene Herzen, verratene Freundschaften, ein bisschen christliche Symbolik - das ist ziemlich spannend erzählt.

    Ich glaube, damals hat mich der Zwang der Schullektüre aus dem Buch rausgehauen, das und das enge Schriftbild auf der Seite, brr ... Das Hörbuch hat letzteres natürlich nicht, das hilft also. :) Dieses Mal wird das was.

    Die volle Wahrheit von Terry Pratchett.

    Das war meine dritte Lektüre und damals mein allererster Pratchett, entsprechend ist der Nostalgiefaktor bei mir groß. :)

    Protagonist ist William de Worde, ein junger Schreiber, der als Spitzel für hochrangige Personen außerhalb von Ankh-Morpork arbeitet, indem er ihnen Briefe mit Gerüchten und Neuigkeiten schickt. Da er zu der fantasielosen Sorte gehört, schreibt er ohne viel auzuschmücken. Eines Tages wird er fast von einer Kutsche mit einer Druckerpresse überfahren, was dazu führt, dass er und die Zwerge mit der Presse versehentlich die Zeitung erfinden. Parallel dazu gibt es eine Verschwörung, den Patrizier von Ankh-Morpork aus dem Amt zu heben und einen anderen, konservativen (rassistischen) Mann auf seinen Platz zu setzen. Plötzlich sticht also der Patrizier aus dem Nichts seinen Sekretär nieder, völlig stümperhaft, denn der Patrizier ist eigentlich ausgebildeter Assassine. Die Ankh-Morpork Times hilft der Stadtwache bei den Ermittlungen ... oder ähnlich.

    Was Die volle Wahrheit zu einem der besten Scheibenweltromane mMn macht, ist der Plot, der nie an Momentum verliert. Gerade verglichen mit dem Vorgänger Der fünfte Elephant - der hatte diesen Durchhänger in der Mitte - stellen sich solche Probleme hier einfach nicht ein. Ich glaube auch, dass Ankh-Morpork als Gewimmel noch nie so gut in Szene gesetzt war. Alle möglichen Fraktionen und Spezies treten auf und machen diese Großstadt wunderbar lebendig.

    Das Buch als Satire zu lesen, ist heute wahrscheinlich nicht mehr so effektiv. Manches ist ja immer universell, aber verglichen mit den Schwierigkeiten, mit denen Neuigkeiten und Presse in unserer Zeit konfrontiert sind, ist dieses Buch eher niedlich. Viel eher funktioniert es als witziger Fantasy-Roman, in dem eben die Zeitung erfunden wird. Und das reicht ja eigentlich auch, finde ich.

    Gestern hat der Buddy-Read mit einem Kumpel gestartet. Wir lesen Empire of the Vampire von Jay Kristoff.

    Es geht in einem rotzigen Ton los. In einer Art Vorrede spricht ein verbitterter Ich-Erzähler in rotzigem Ton von seinem verlorenen Glauben und dem Bösen in der Welt, gegen das Gott nichts unternimmt. Welcher Gott das ist, wird hoffentlich noch erklärt.

    Dann kommt ein richtiges Kapitel mit dem Titel "Sunset". Vor 27 Jahren wurde die Sonne verdunkelt. Seither herrschen (wohl) die Vampire über die Welt. Der Protagonist ist Gabriel, der letzte "silversaint", der den Kaiser der Vampire getötet hat und jetzt auf seine Hinrichtung wartet. Vor seinem Ende soll dem Historiker (auch ein Vampir) noch seine Geschichte erzählen, die dieser übernatürlich schnell niederschreiben kann. Gabriel will nicht, aber der Vampir nutzt seine Drogenabhängigkeit aus ...

    Der Rest des Buchs wird dann also von Gabriel erzählt. Ich nehme an, dass dieser Stil sowohl Interview With The Vampire von Anne Rice und The Name of the Wind von Patrick Rothfuss Tribut zollen soll - diesen Kniff finde ich auch ziemlich attraktiv muss ich sagen. Es ist mit ein Grund, warum ich das Buch lesen wollte. Wahrscheinlich gebe ich mir dieses Jahr auch die beiden genannten Bücher zum Vergleich. :hmm:

    Es verspricht jedenfalls eine düstere Reise mit ziemlich miesen Leuten zu werden, und darauf habe ich Bock.

    Okay, Empire of the Vampire von Jay Kristoff. Das war eine Leserunde mit einem Kumpel, das heißt, dass wir jedes Kapitel miteinander besprochen, Ideen, Interpretationen und Details geteilt haben usw. So kommt man nur langsam durch einen dicken Band von High Fantasy, aber es ist auch echt schön so ^^

    Das Buch erzählt in sechs größeren Abschnitten abwechselnd die Geschichte, wie Gabriel de Leon der größte aller Silversaints (vampirjagende Halbvampire) wurde und wie er 17 Jahre später den Heiligen Gral gefunden hat. Das wird von einem Vampir-Historiker aufgeschrieben, denn Gabriel ist ein Gefangener und die Vampire haben die Weltherrschaft. Der Historiker kann übernatürlich schnell schreiben und zeichnen, wodurch 1) die Illustrationen (schön!) auf einer Metaebene gerechtfertigt werden und 2) alles in Anführungszeichen steht. Der Eindruck soll also sein, dass wir Gabriels Worte direkt auf der Seite lesen und er zitiert wird. Das Ding ist nur ... so stilsicher und mit der wörtlichen Rede anderer Figuren spricht vielleicht (vielleicht!) jemand mit einer Ausbildung zum Rhetoriker - ob Gabriel so eine hat oder ob diese Form nochmal mit Magie gerechtfertigt werden kann, bleibt erstmal offen. Insofern gehe ich erstmal davon aus, dass diese Form also ... Unsinn ist.

    Gabriel beginnt als junger Underdog ohne spezielle Vampir-Superkräfte, verliebt sich, sündigt fröhlich mit seiner Geliebten und ist hungrig nach Anerkennung.

    In der späteren Zeitlinie ist er ein verbitterter Säufer, der offensichtlich ein dunkles Geheimnis hat und von seiner liebsten in Vampirform heimgesucht wird.

    Und durch die Rahmenhandlung weiß man von Anfang an, dass alle Erfolge Gabriels ihn am Ende in die Gefangenschaft geführt haben und die Bösen siegen konnten.

    Was aber nicht von der Hand gewiesen werden kann, ist Kristoffs Talent als Erzähler. Das Buch ist durchweg spannend erzählt, man hat als Leser das Gefühl, sich in einem sorgfältig ausgearbeiteten Uhrwerk von einem Plot zu befinden. Und das war klasse.

    Da das Buch über die meiste Zeit von Gabriel erzählt ist, wird eine rotzige Sprache benutzt und viel geflucht und Kristoff lehnt sich da zu 100% rein. Das macht Spaß!

    Irgendwer (vielleicht war es der Autor) hat noch behauptet, dass es keine sympathischen Figuren im Buch geben würde. Aber ganz ehrlich? Am Ende sind es doch die düsteren, liebenswürdigen Charaktere, deren Motive man versteht. Es ist keine Schwarz-Weiß-Zeichnung, zumindest nicht bei den Menschen, und eigentlich riecht jeder irgendwie nach Tragödie.

    Ein Loblied also von mir, vor allem weil es einfach verdammt gut erzählt ist. Dass es hier und da ein paar Momente gab, die ich schwächer erzählt fand, die Form der Erzählung mMn unglaubwürdig ist oder ein paar Dinge wie Plot-Löcher aussehen, ist mir am Ende des Buchs dann eigentlich egal.

    Die Figuren sind leider doch eher zweidimensional. Ich empfinde die ganze Clique (Robin, Ramy, Victoire und Letty) als ein tolles Gespann mit Chemie und Dynamik, und doch ... sind die Figuren auch mal über etwas anderes als ihre Herkunft und der Zerrissenheit daraus definiert?

    Ja, das war so genau mein Gedanke bei dem Buch - die erste Haelfte wo es um Uebersetzung ging fand ich toll und subtil - und dann, im zweiten Teil, kann man praktisch an der Hautfarbe ablesen wer gut und wer boese ist, Subtilitaet braucht es da nicht mehr wenn die politische Richtung stimmt.


    Spoiler, darum im ... Spoiler ^^'

    Ja, das stimmt wohl. Wobei ich als Gegenbeispiel schon noch Professor Craft anführen möchte, die bis zum Schluss mit dabei war. Schade, dass es da nur eine Nebenfigur gab, aber sie lässt doch eine Hintertür offen, finde ich.

    Ich bin auch nicht ganz glücklich damit, wie mit Letty umgegangen wird. Sie ist sicher eine der interessanteren Figuren, gerade durch ihre Zerrissenheit. Wenn es im Epilog heißt, dass sie Victoire wahrscheinlich verfolgen würde ... dann verstehe ich das nicht wirklich. War das der Eindruck, denn ich von Letty bekommen sollte? Ich weiß nicht. Das Ende finde ich deswegen tragisch, weil ich glaube, dass diese Freundschaft nicht hätte zerbrechen müssen. Wenn ich es so deute, ist der Fehler aber mangelhafte Kommunikation - und das ist ziemlich unbefriedigend. :hmm:

    Ich habe jetzt Babel von R. F. Kuang begonnen und bin da ungefähr zu einem Drittel drin. Das Buch verspricht gleich zu Beginn, mich vollumfänglich zu bedienen. Wir haben da 1) einen auktorialen Erzählstil, die ein bisschen an Romane des 19 Jahrhunderts erinnert, 2) Magie, die auf dem Übersetzen von Worten basiert, genauer auf den Inhalten, die beim Übersetzen verloren gehen, und 3) einen historischen Roman Blick auf das britische Empire aus der Perspektive einer person of colour. Wenn man mal sowas wie "In 80 Tagen um die Welt" gelesen hat, dann merkt man dort, wie der Erzähler über die Leute in Indien oder China spricht - das kann manchmal sehr unangenehm sein. Ich bin aber ein großer Fan von der Erzählperspektive und der Ironie und dem Sinn für Absurditäten gerade in viktorianischen Büchern.

    Der Fokus auf Übersetzungen ist deswegen spannend für mich, weil ich sehr gerne Übersetzungen lese, gerade wenn sie mit ausführlichen Kommentaren versehen sind, denn die Übersetzung an sich ist ein Stück Kunst und einfach faszinierend, finde ich.

    Babel, also der Ort, ist ebenfalls spannend gestaltet. Kuang konfrontiert Robin, unseren Protagonisten, immer wieder mit allen möglichen Rassismen der Zeit, während er gleichzeitig eine wichtige Ressource für das Institut und damit das Empire ist. Babel verkauft nämlich Silberbarren mit eingravierten Wortpaaren, die Magie wirken können. Aber - hier kommt eine ökonomische Dimension - die Barren verlieren irgendwann die Wirkung. Ganz modern also gibt es die Magie im Abbo-Modell zu kaufen, da Babel das Monopol hat. Man muss kein Genie sein, um die tagesaktuellen Punkte zu sehen, aber man könnte das Buch auch ohne das perfekt verstehen. Irgendwie ist das Buch damit eine Mischung aus Gegenwartsliteratur/Literarischer Fiktion und einer historischen Fantasy. Ein wenig als wäre Der Name der Rose nicht im Kloster, sondern trage Tweed und ginge zur Uni.

    Macht jedenfalls ziemlich Bock, ich genieße das Buch bisher sehr.

    Okay, Babel also, das habe ich neulich beendet.

    Meine Gefühle zum Buch sind ein wenig zwiegespalten. Auf der einen Seite finde ich den gesamten Uni-Teil, das Übersetzungshandwerk und Robins Herkunft und Reise nach England total interessant und faszinierend. Professor Lovell ist auch eine interessante und komplexe Figur. Die Spannungen zwischen Robin und Lovell haben mich über weite Strecken durchs Buch getragen, das ein geradezu makelloses Erzähltempo hat, wirklich, da gleitet man einfach durch. Und dass das Buch trotz der Fülle an Konzepten so verdammt lesbar ist, ist vielleicht die größte Leistung.

    Wenn dann ab 75 oder 80% der Plot richtig intensiv wird und Leute sogar blutig sterben - na ja, dann empfinde ich plötzlich nicht sonderlich viel. Warum ist das so? Das beschäftigt mich etwas, aber ich glaube, ich habe den Grund herausgefunden: Die Figuren sind leider doch eher zweidimensional. Ich empfinde die ganze Clique (Robin, Ramy, Victoire und Letty) als ein tolles Gespann mit Chemie und Dynamik, und doch ... sind die Figuren auch mal über etwas anderes als ihre Herkunft und der Zerrissenheit daraus definiert? Man könnte von jungen Studenten doch auch erwarten, dass die Hormone sie ein bisschen im Griff haben? Das wäre nur eine Möglichkeit für eine weitere Dimension in den Figuren. Aber fordere ich da vielleicht auch zu viel bei einem Buch, das bereits bis oben hin vollgestopft mit Ideen ist? Ich weiß es nicht, aber mein fehlender emotionaler Zugang zum Buch bleibt vorhanden.

    Das letzte Viertel beschäftigt sich dann intensiv mit der Spannung zwischen Gewalt und Gewaltlosigkeit um politische Veränderung herbeizuführen. Ich denke Kuang bleibt einem eine richtige Antwort schuldig, und das ist auch weise. Das Thema macht diesen Abschnitt sicher kontrovers und das Buch lädt zum Streit ein.

    Vielleicht liegt es auch an der politischen Dimension des Buchs, dass wirklich alles irgendwie ausbuchstabiert wird. Der Plot ist bis auf wenige Momente völlig vorhersehbar (was mir beim lesen übrigens egal war, denn alles andere hat mich gefesselt) und es wird wenig Raum für eigene Deutungen gelassen. Vielleicht leben wir auch in einer Zeit, wo Subtilität nicht notwendig oder hinderlich ist, aber bei einem Buch, das sich sehr ernst nimmt, mag ich doch es doch ein bisschen subtiler, schätze ich.

    Also, Babel kriegt eine Empfehlung. Mir fällt aber auf, dass ich mal wieder ein Hype-Buch nicht lieben konnte. Dieses ist aber, wenn ich Fourth Wing und Das Unsichtbare Leben der Addie LaRue daneben halte, wahrscheinlich das beste davon.

    Ich finde die Frage des Threads einfach faszinierend. Eigentlich war ich schon drauf und dran, meinen ersten Post hier zu zerpflücken, aber dann habe ich gesehen, dass ich mich 2019 schon dem distanziert habe. Was ich da aber nicht getan habe, ist auf die eigentlichen Fragen im Original-Post einzugehen. :thinking: Und das ist doch sicher mal spaßig. :D

    Und zwar: Wie habt ihr Schreiben gelernt/lernt ihr es?

    Ich lerne es beim Machen. Da könnte ich so viel drüber lesen, wie ich will, ich lerne nur, wenn ich es dann auch mal anwende. ^^

    Habt ihr es euch selbst beigebracht?
    Learning by doing, so oft es eben geht?
    Lest ihr viel, um euch gewissen Formulierungen und Stile zu merken und diese in eurem Sinne zu verwenden?

    Jetzt aber mal wirklich. Ich hab einfach irgendwas geschrieben und mir unnötig hart den Kopf drüber zerbrochen. Dann erst habe ich mir andere Texte angeguckt und mal genau drauf geachtet, denn vorher hatte ich keinen Blick für z.B. Erzählperspektiven oder narrative Distanz. Manchmal nehme ich ein Buch aus dem Regal, um mir ein Beispiel vor Augen zu führen, wenn ich es gerade akut brauche. Meist lese ich Bücher auch auf das hin, was mich erzählerisch gerade beschäftigt. Vielleicht lese ich später mal die Bücher gezielt um meine Schreibprojekt herum, wer weiß?

    Googelt ihr tatsächlich nach Artikeln die sich mit dem Thema Schreibtechniken/Ideenfindung beschäftigen oder ist es einfach rein nach Gefühl?

    Joa, eher selten, aber es kam auch schon vor, dass ich mir Artikel rausgesucht habe. :)

    Habt ihr schon mal entsprechende Schreib- oder Rhetorikseminare besucht?

    Nein, aber ich schließe es nicht aus.

    Und erachtet ihr "theoretisches Wissen" als sinnvoll?

    Natürlich! Schreiben ist Handwerk. Wenn die Arbeit eines Handwerkers nur auf Gefühl basiert, wirds wahrscheinlich schief. Meist muss man dafür sogar nur ein paar Zeilen lesen, dann merkt man es schon.

    Ich habe jetzt Babel von R. F. Kuang begonnen und bin da ungefähr zu einem Drittel drin. Das Buch verspricht gleich zu Beginn, mich vollumfänglich zu bedienen. Wir haben da 1) einen auktorialen Erzählstil, die ein bisschen an Romane des 19 Jahrhunderts erinnert, 2) Magie, die auf dem Übersetzen von Worten basiert, genauer auf den Inhalten, die beim Übersetzen verloren gehen, und 3) einen historischen Roman Blick auf das britische Empire aus der Perspektive einer person of colour. Wenn man mal sowas wie "In 80 Tagen um die Welt" gelesen hat, dann merkt man dort, wie der Erzähler über die Leute in Indien oder China spricht - das kann manchmal sehr unangenehm sein. Ich bin aber ein großer Fan von der Erzählperspektive und der Ironie und dem Sinn für Absurditäten gerade in viktorianischen Büchern.

    Der Fokus auf Übersetzungen ist deswegen spannend für mich, weil ich sehr gerne Übersetzungen lese, gerade wenn sie mit ausführlichen Kommentaren versehen sind, denn die Übersetzung an sich ist ein Stück Kunst und einfach faszinierend, finde ich.

    Babel, also der Ort, ist ebenfalls spannend gestaltet. Kuang konfrontiert Robin, unseren Protagonisten, immer wieder mit allen möglichen Rassismen der Zeit, während er gleichzeitig eine wichtige Ressource für das Institut und damit das Empire ist. Babel verkauft nämlich Silberbarren mit eingravierten Wortpaaren, die Magie wirken können. Aber - hier kommt eine ökonomische Dimension - die Barren verlieren irgendwann die Wirkung. Ganz modern also gibt es die Magie im Abbo-Modell zu kaufen, da Babel das Monopol hat. Man muss kein Genie sein, um die tagesaktuellen Punkte zu sehen, aber man könnte das Buch auch ohne das perfekt verstehen. Irgendwie ist das Buch damit eine Mischung aus Gegenwartsliteratur/Literarischer Fiktion und einer historischen Fantasy. Ein wenig als wäre Der Name der Rose nicht im Kloster, sondern trage Tweed und ginge zur Uni.

    Macht jedenfalls ziemlich Bock, ich genieße das Buch bisher sehr.

    Marc-Uwe Kling, Die Känguru-Rebellion. Gut acht Jahre nach dem letzten Band mit Känguru-Geschichten kehrt Kling jetzt mit sehr tagesaktuellen, satirischen Kurzgeschichten zurück. Man könnte sich denken, da jetzt die Luft raus sein müsste, aber nein, gar nicht. Die Rebellion ist strukturell ähnlich dem Känguru-Manifest (Band 2) aufgebaut: Es gibt einige rote Fäden, beispielsweise soll das Känguru eine Kunstausstellung abhalten und bastelt dafür Exponate, Marc-Uwe soll eine Rede an einer Schule halten (beides hatte den Ursprung im Suff) und das Känguru und Marc-Uwe haben eine Wette am Laufen, wer mehr Leute für die Rebellion ("gegen die Zustände") rekrutieren kann. Diese Rebellion ist eher klein gedacht und es geht natürlich um denn Alltag und all die Momente, in denen man eben doch einen Unterschied machen kann. Besonders schön fand ich neben allem, was man typischerweise von diesen Geschichten erwarten kann, wie Marc-Uwe ein Mitglied der CDU für die Rebellion gewinnt, das er auf der Straße angequatscht hat (die Wette). Die beiden treffen sich seitdem immer mal auf eine Biobrause in der Eckkneipe und quatschen über den Todesstern und sowas. Man merkt, es geht ums Brückenbauen, und das ist eigentlich eine ganz schöne, hoffnungsvolle Sache. :)

    Von Terry Pratchett Der fünfte Elefant. Das bezieht sich natürlich auf die vier Elefanten, die auf dem Rücken der Sternenschildkröte Groß A'Tuin die Scheibenwelt tragen. Der fünfte Elefant ist laut Legenden in einer Gegend abgestürzt, die sich Überwald nennt, und in der es deswegen nun reiche Ressourcen gibt, beispielsweise an Gold. (In einem gigantschen Elefanten müssen ja die Nerven immer noch Signale übermitteln, darum sind sie natürlich aus einem gut leidenten Material, ist ja klar.) Ich bin so bei der Hälfte des Buches und der fünfte Elefant ist immer noch Folklore, auf die kaum Bezug genommen wird. Mal sehen, wann das Buch auf seinen Titel zurück kommt.

    Worum geht's? Kommandeur Sam Mumm wird nach Überwald geschickt, um bei der Krönung des Unteren Königs (des Herrschers der Zwerge) als Botschafter von Ankh-Morpork Diplomaten-Dinge zu tun. Dazu hat er natürlich keine Lust, aber was will er machen? Es zeichnet sich jedenfalls ab, dass es unter den Zwergen Unruhen gibt. In Überwald sind die nämlich sehr orthodox und traditionell, während die Zwerge in Ankh-Morpork eher progressiv sind. Sie geben beispielsweise zu, dass es weibliche Zwerge gibt UND diese tragen auch Röcke aus Leder und schminken sich, wenn sie Lust darauf haben. Schande! Da werden Stimmen laut, dass Zwerke aus Ankh-Morpork nicht wahlberechtigt sein sollten. Nun ist Ankh-Morpork aber die größte Zwergenstadt der Welt, so ganz nebenbei ...

    Man sieht, da ballen sich wieder die politischen und sozialen Themen. Und da habe ich Hauptmann Karotte und Feldwebel Angua, die parallel mit den Werwölfen zu tun haben, noch gar nicht erwähnt. Es macht jedenfalls wieder sehr viel Spaß. :D

    Beendet. Also, der fünfte Elefant bleibt ein Symbol. Wie im Zitat hier erwähnt, ist er eine mythische Gestalt, deren Kollision mit der Erde die reichen Bodenschätze von Überwald erklärt, unter anderem die Gold und Fettvorkommen. Da Ankh-Morpork sich sehr für das Fett interessiert, ist es nicht schwer, eine Parallele zu Großbritannien und einem Land mit Erdöl zu sehen; Mumm soll als Diplomat nämlich unter anderem die Versorgung der Stadt mit Fett sicherstellen.

    Nach 27 Scheibenweltromanen, die ich bisher gelesen habe, ist die Neuheit von vielem sicherlich abgeklungen. Wer dieses Buch als eines seiner ersten aus der Reihe liest, wird vielleicht von einigen Gags kalt erwischt und hat noch diesen Bonus beim Lesen. Für mich war das Leseerlebnis wieder sehr schön. Sicher mache ich keine Luftsprünge, denn irgendwie sind Einfach Göttlich (Small Gods) oder Hohle Köpfe (Feet of Clay) nochmal eine andere Hausnummer in Pratchetts Schaffen. Was mich glücklich gemacht hat war, dass Anguas Verwandtschaft in Überwald endlich näher beleuchtet wurde, denn vorige Bände haben diesen Bereich nur angedeutet und dass dieses Thema einmal wichtig sein würde. Sie hätte gerne mehr vorkommen dürfen, denn Angua ist sicher eine der interessantesten Figuren, die Pratchett erschaffen hat.

    Was mir auch wieder auffällt, ist dieses grundlegend andere Lesegefühl, wenn ich ein Buch über die Stadtwache lese. Sam Mumm und seinen Leuten folge ich einfach sehr gerne, durch alle fünf Bücher dieser Sub-Serie.

    Ich fand's in der englischen Uebersetzung (mein Italienisch ist da bei weitem nicht ausreichend :( ) eigentlich ganz lesenswert. Klar - es gehen viele Dinge unter, aber wenn Du nicht grade den politischen Kontext der Zeit hast, gehen auch ganz viele Anspielungen ins Leere...

    Weißt du zufällig noch, welche englische Übersetzung du gelesen hast? Es gibt da ja verschiedenes, ob es jetzt in Prosa ist, ob man das Reimschema zu imitieren versucht, ob es einen guten Anmerkungsapparat gibt usw.

    Thorsten Interessant, du scheinst zu dem Buch anders zu stehen, als die Leute, von denen ich bisher mitbekommen habe. Da ist der Tenor in etwa, dass der große Punkt - der akademische Betrieb ist die Hölle - sehr früh gemacht wird und dass das Buch sonst wenig anderes zu bieten hat. Der Plot plätschert dann wohl langsam aus :hmm: Deine Eindrücke machen das Buch wieder interessanter für mich. Kuangs Bücher klingen vom Konzept her nämlich immer ziemlich spannend. Als meine Freundin Katabasis gelesen hat, hat das jedenfalls mein Interesse geweckt, mal Dante zu lesen. Ich habe bei meinen Recherchen zu Übersetzungen aber schnell gesehen, dass die Göttliche Komödie ihre ganz eigene Hölle hat, nämlich eine der Unübersetzbarkeit. Na ja. Mal sehen. Wohl eher nicht so bald xD

    Bei mir wartet jedenfalls Babel, dass irgendwer in einer wunderschönen Ausgabe der Büchergilde in einen offenen Bücherschrank gestellt hat. Unglaublich!