Beiträge von kalkwiese

    Weiter geht's :) Tjelvar ist ... ziemlich im Arsch, muss man sagen. Wenn er seine Aufgabe jemals erfüllen sollte, hat er wahrscheinlich gar nichts mehr, was ihn am Leben erhält.

    Ich habe heute vor allem ein paar Dinge zur Rechtschreibung, denn inhaltlich hat sich ja hier nicht viel bewegt. :) Die ersten Zitate beziehen sich auf die Textbeispiele, die du im vorigen Post geändert hast.

    Okay okay okay, ich als neutraler, stiller Leser möchte nur mal meine Wahrnehmung ganz fix wiedergeben. ^^


    Ich habe mich über die Regel damals auch gewundert, als ich sie akzeptiert habe. Mich betrifft sie nicht, weil ich nicht auf Englisch schreibe, aber so ganz wollte mir das nicht einleuchten. Was spricht denn gegen ein kleines Unterforum für Geschichten in anderen Sprachen? Das würde Probleme mit der Übersichtlichkeit doch lösen, oder nicht? :hmm:


    Das Forum-Team hat mich informiert dass englischsprachige Geschichten gegen die Nutzungsbedingungen verstossen und die Geschichte, wenn sie nicht auf Deutsch hier erscheint, aus dem Forum entfernt werden muss, und dass eine Erlaubnis sie hier auf Englisch weiterzuspinnen nicht erteilt werden kann.


    Ich weiss ehrlich gesagt nicht, wie und warum dem Forum gedient ist wenn eine Geschichte an der (mindestens) zwei Leser interessiert sind hier rausgenommen wird, aber ich mag selbstverstaendlich nicht ohne Erlaubnis gegen die Nutzungsbedingungen verstossen, daher... :(


    Wenn ich ans Uebersetzen komme geht's hier mit deutschen Abschnitten weiter (kann, siehe oben, etwas dauern) - wer das Entstehen der Geschichte verfolgen will und Feedback dazu geben mag, der sagt bitte einfach Bescheid und ich lade ihn in die Konversation ein die ich mit den beiden Interessenten starte.

    Trotzdem habe ich diese Nachricht leider ganz ähnlich wahrgenommen, wie Etiam sie geschildert hat. Was man ganz trocken und faktisch korrekt so sagt, kann leider auch Dinge implizieren, die man vielleicht gar nicht meint. Dass es ein Missverständnis war, glaube ich gerne.

    "XYZ hat mich informiert, dass ÄÖÜ so nicht geht", liest sich leider ganz schnell auch wie eine Spitze gegen jemanden.

    Naja, aber meine eigene Philosophie mit beispielsweise den Sprachen hier im Forum ist, dass ich Reinheit an sich gar nicht so schätze. Ein Unterforum für Geschichten in anderen Sprachen empfände ich eher als eine Bereicherung.

    Mir wird auch bewusst, wie viel Glück die Guten hier einfach haben.

    Nicht nur - was im Film untergeht weil Denethor da ja von Anfang an ein durchgeknallter Idiot ist, ist dass der Denethor im Buch eine sehr solide Abwehrstrategie faehrt und die vormarschierenden Orks praktisch um jeden Kilometer kaempfen muessen - so dass sie schon ziemlich laediert sind als sie vor der Stadtmauer ankommen - wo sie dann erst mal von einem Gegenangriff der ausgeruhten Reiterei behelligt werden. Das ist schon was anderes als im Film wo Denethor seine letzten Truppen noch in einem sinnlosen Angriff verheizt.

    Ja, das stimmt wohl! :hmm: Überhaupt macht das Militärische auf mich einen soliden Eindruck und besteht nicht nur aus leeren Phrasen. Ich denke aber auch daran, dass Aragorn Sauron ja mit dem Stein vom Orthanc herausgefordert hat, was zu einem verfrühten Angriff Saurons geführt hat, weswegen sein erste Angriff wahrscheinlich nicht gleich die volle Stärke hatte, die er sonst wohl gefahren hätte. Und diesen verfrühten Angriff hat Minas Tirith nur sehr knapp überstanden, weil Aragorns Truppen Rückenwind hatten. Da kommt auch mit guter Taktik mMn noch einiges an Glück oben drauf, was die Sache ja eigentlich noch prekärer macht, wenn man mal so drüber nachdenkt. o: Das ganze fünfte Buch fand ich jedenfalls sehr spannend.

    Sösösö, ich habe mittlerweile mit Gideon The Ninth von Tamsyn Muir begonnen. Da ich nun nicht mehr zum erste Mal auf Englisch lese, kann ich mir wohl langsam ein paar Vergleiche erlauben. :hmm:

    G. R. R. Martin besticht ja durch sehr simple Sprache und Wortwahl - das war für mich als Einsteiger sehr angenehm. :)

    David Mitchell hatte kreativere Prosa, wunderschöne, einfach leckere Sätze. Die Wortwahl war sehr britisch, da musste ich manchmal für einen Satz dreimal das Urban Dictionary bedienen. Sehr lehrreich und der Weg ist für mich das Ziel. Trotzdem ist es eine nennenswerte Barriere, die man überwinden muss.

    Tamsyn Muir hat auch wunderschöne, leckere, elegante Prosa, wow! Richtig toll geschrieben. Sie kennt auch viele ausgefallene und durchaus hochgestochene Worte - also ist wieder viel Übersetzen angesagt. :pardon: Die hochgestochenen Momente sorgen aber für einen sehr tollen Kontrast mit den derben Momenten, beispielsweise wenn die Protagonisten jemandem, der sie wieder einfangen soll, ein Pornoheft mit dem Titel "Frontline Titties of the Fifth" anbietet. :D Sehr unterhaltsam, das gefällt mir!

    Die Kapitel sind mit etwa 10 Seiten bisher angenehm kurz und ich habe auch erst zwei davon gelesen.

    Was sich zum Setting bisher sagen lässt: Fantasy im Weltraum. Wie viel andere Planeten da eine Rolle spielen werden - keine Ahnung. Ich habe gerade einfach Spaß an der morbiden Nekromantie, dem Witz und der Ahnung, dass sich da gleich zu Beginn etwas zusammenbraut, was ganz böse explodieren könnte.


    Und was Der Herr der Ringe angeht, habe ich Buch 5 nun auch fast abgeschlossen.

    Die Schlacht um Minas Tirith, wie die Perspektiven wechseln und Dinge aus anderen Handlungssträngen angedeutet werden, das ist schon wirklich toll gemacht. Sehr spannend, auch wenn man die Handlung schon kennt. Außerdem hatte ich ein paar Dinge auch einfach vergessen:

    Mir wird auch bewusst, wie viel Glück die Guten hier einfach haben. Durch glückliche Umstände, durch unbesonnene Taten der Helden, die sie mit besserem Wissen vielleicht nicht getan hätten, aber zufällig doch hilfreich waren, durch alles sowas haben sie es bisher geschafft, Sauron in Schach zu halten. Wäre eine Sache davon anders verlaufen, wäre Gondor vielleicht verloren gewesen oder Frodo wäre schon entdeckt worden. :hmm: Und dennoch liest es sich nicht unbefriedigend, denn die Leute haben nach ihren Persönlichkeiten gehandelt. Das gefällt mir deutlich besser als all die Reisekapitel.

    So, dass ich das beendet habe, ist nun bestimmt schon eine Woche her. ^^'

    Also, gutes Buch! Ein Page Turner, muss ich schon sagen. Das mit den Zeitformen ist tatsächlich nur in einem einzigen Kapitel passiert und die genaue Bedeutung davon habe ich noch nicht erkannt. Vielleicht sollte ich es ein zweites Mal lesen?

    Perutz selbst meinte wohl, er habe noch nie einen Kriminalroman geschrieben, also auch mit diesem Buch eingeschlossen. Der Ich-Erzähler Baron von Yosch widerspricht sich immer wieder und bis zum Nachwort wird dem Leser ein ziemlich unglaubwürdiger Krimi vorgesetzt, finde ich. Am Ende wird alles nochmal in einen neuen Kontext gesetzt und plötzlich ergibt es alles mehr Sinn. Im Prinzip teilt dieser Roman einen ganz wesentlichen Punkt mit Günter Grass' Novelle "Katz und Maus":

    Man sollte dieses Buch nicht als Kriminalroman lesen, sonst wird man enttäuscht! Ohne so eine Erwartung allerdings gibt es hier viel zu mögen. Es soll ja sogar einer von Pertz' erfolgreichsten Romanen sein; Perutz selber soll es aber nicht gemocht haben. Nun, da wird es sicher Gründe für geben, aber ich bin auf Seiten der Liebhaber. :)


    Eine Empfehlung an alle, die für solche mehrdeutigen Geschichten offen sind.

    Ich bin dann wohl offiziell up-to-date. :) Ich hoffe, du kannst bald wieder etwas nachliefern.

    Ich kann die Geschichte hier jetzt nicht so richtig inhaltlich kommentieren. Es ist eher so, dass dieser Abschnitt Dinge aus Tjelvars Sicht zeigt und uns ein bisschen Kontext gibt, wie Tjelvar Dinge bewertet und wie er über Elina denkt - oder halt auch nicht, denn er denkt von ihr bisher nur als "die Schankmaid".

    Der Traum hätte für meinen Geschmack sogar noch traumhafter, abgedrehter sein können. :D Aber so wie er ist, ist er in Ordnung.

    So, Hoffnung ist durch, also keine Hoffnung mehr. :)

    Ich habe das Gefühl, Leute wie Frod werden sehr geschickt durch ihre Handlungen charakterisiert. Das machst du gut, man bekommt sofort einen Eindruck, was das für einer ist, ohne dass man seine Geschichte kennt. Man kann sich noch so eine lange und tolle Backstory ausdenken, lebendig werden die Figuren erst in ihren Handlungen. Das machst du gut.

    Fragst du dich das einfach so, oder meinst du, ich solle das noch hinzufügen? :hmm:

    Ich finde die Information schon wichtig, weil das einen jungen Menschen sicher noch schlimmer mitnimmt, als einen älteren. Außerdem kam das mit dem Priester sofort danach. Du sagtest wohl etwas, glaube ich, von 14 Jahren, aber das kam dann erst nachdem der Priester erwähnt wurde und da habe ich sie mir eben wirklich klein vorgestellt ... mit 14 ist das mit einem Erwachsenen immer noch fragwürdig, aber schon etwas anderes als mit 11.

    Ich will den Gedanken gar nicht durchkreuzen, weil ich ihn ja an vielen anderen Stellen extra versucht habe zu streuen, aber hier wollte ich eher zeigen, dass Tjelvar schon weit rumgekommen ist in der Welt. Aber vielleicht kommt das ja sogar aufs gleiche raus :hmm:

    War die Figur nicht eine Mythengestalt, die wir schon kennen? Arn oder so? Ich hatte nicht den Eindruck, dass das auch für Tjelvar exotisches Wissen wäre, für das er weit gewandert sein muss. Eher, dass er von weit her kommen muss, weil es in Dun wohl eher exotisch wäre. :pardon:

    Ja, ich bin auch schon länger am überlegen, ob ich das rausnehmen soll, weil ich mir nicht sicher war, ob der Leser das checkt oder noch zuwenig in dieser Welt unterwegs war um das zu interpretieren. Außerdem gibt es hier noch die Verwechslungsgefahr mit "jemanden zum schweigen bringen" was meist mit "jemanden töten/aus den Weg räumen" assoziiert wird :hmm:

    Tatsächlich hatte ich die Stille dazu gar nicht im Sinn. Das sehe ich jetzt erst. xD

    Ich habe an "jemanden mundtot machen" oder "jemanden töten" gedacht.

    So, weiter mit der Hoffnung! :)

    Wieder ein Hörbuch, dieses Mal:

    Effi Briest von Theodor Fontane, gelesen von Karlheinz Gabor.


    Als nächstes brauche ich 1) eine Pause von Hörbüchern und 2) dringend mal wieder etwas modernes. :S


    In dem Buch steht jedenfalls sehr viel zwischen den Zeilen und man merkt Fontane an, dass er ein sehr intelligenter Erzähler ist. Grundsätzlich ist die Geschichte von Effi Briest auch interessant und hat ihren Wert. Man kann es recht schnell zusammenfassen: Effi Briest wird mit siebzehn Jahren an einen zwanzig Jahre älteren Mann verheiratet, der aber so auf seine Karriere fixiert ist, dass er sich nicht recht um sie kümmert und sie lieber "erziehen" will, zu einer Dame. Trotz aller Höflichkeiten und netter Worte zwischen den Figuren ist Effi unzufrieden und einsam und gibt sich - nicht aus Liebe, sondern Bedürfnis - einer Affäre hin. Nach sechs weiteren Ehejahren findet ihr Mann die Briefe, die Effis damaliger Verehrer ihr schrieb und tötet diesen dann im Duell. Effi wird verstoßen und von ihrem Kind getrennt. Sie stirbt bald, in Versöhnung mit ihren Eltern, im Haus ihrer Kindheitstage.


    Tja, eine sehr klassische Geschichte eigentlich. Die Figuren begreifen zum Großteil, dass Effi hier unrecht widerfährt, dass nach sechs Jahren glücklicher Ehe die Affäre verjährt sei etc., aber trotzdem unterwerfen sie sich dem gesellschaftlichen Druck und befinden ihn für notwendig. Man darf nicht vergessen, dass die Figuren Adelige sind, die sind davon abhängig. Aber keiner ist damit glücklich.


    Ja, es steckt doch noch so einiges in dem Büchlein drin. Aber ob ich es mir ohne Hörbuch gegeben hätte, das kann ich nicht so recht sagen. Fontane war neben der eigentlichen Geschichte eben auch die Zeichnung von Pommern und dem Havelland sehr wichtig und das ist eben auch recht langatmig - obwohl ich das als jemand, der in der Gegend aufgewachsen ist, durchaus zu schätzen weiß.


    Obwohl man zwischen den Zeilen viel lesen kann, haben mich die Höflichkeiten der Adeligen doch oft gelangweilt. Ich weiß nicht, ob ich wirklich mehr Fontane brauche. "Irrungen, Wirrungen" habe ich noch hier, es ist kürzer, und Spotify hat auch Hörbücher dazu zur Verfügung, also vielleicht gebe ich mir das auch. Aber "Effi Briest" hätte ich mir wahrscheinlich nicht gegeben, wenn es nicht quasi notwendig wäre, um Günter Grass' "Ein weites Feld" begreifen zu können. :hmm: Am Ende bin ich wohl froh, dass ich doch etwas davon mitnehmen konnte.

    So, das Hörbuch von Rumo und die Wunder im Dunkeln von Walter Moers, gelesen von Dirk Bach, habe ich nun schon seit ein paar Tagen durch. :) Natürlich wunderbar gelesen, wie ich neulich schon meinte!

    Was ich spannend finde ist, wie Moers besonders in der zweiten Hälfte den Leser mit etwas konfrontiert, was eigentlich klasse Info-Dumps sein müssen. Aber er schafft es, sie so alles andere als trocken und langweilig zu gestalten, dass sie mich nicht im geringsten gestört haben. :hmm: Das muss an seiner skurrilen Ader liegen und dass die Informationen einen über Dinge aufklären, die bereits passiert sind, sodass sich für den Leser nun ein endlich ein Gesamtbild ergibt und man versteht, was los ist.

    Durch die Fülle an liebenswürdigen Figuren (und die Bereitsschaft, auch welche zu opfern), fühle ich als Leser auch für die Figuren mit und es kümmert mich, was aus ihnen wird.

    Auch all die scheinbar willkürlichen Exkurse und Episoden werden plötzlich alle wieder irgendwie relevant und es ergibt sich einfach eine runde, stimmige Geschichte. All die Details bei Moers' skurrilen Ideen geben einem als Leser auch den Eindruck, dass diese Gerätschaften und Figuren echt sind und dass man dabei war und es erlebt hat.
    Ich mag ja generell die kulinarische Seite, die Moers' Romane immer mal haben. Da werde Sinne angesprochen und alles scheint viel realer ...


    Weiterhin tolles Buch, auch beim dritten mal lesen. :)


    Sonst noch was? Achja, Der Herr der Ringe. Bin jetzt mit Buch 4 durch, habe also nur noch ca. 300 Seiten vor mir - alles, was "Die Rückkehr des Königs" umfasst. Damit ist bald Endspurt angesagt. So langsam habe ich Mittelerde schon so sehr lieb gewonnen, dass ich es schade finde, wenn die Geschichte endet. Nach Bruchtal geht es wirklich erst richtig los, das muss man schon sagen. Und DHdR zu lesen muss man wirklich wie einen Spaziergang am Fluss betrachten, statt wie ein Rennen über eine Piste. Legt man den diesen Stress erstmal ab - und warum macht man sich den überhaupt? - dann kann man die ganzen Details erst wirklich schätzen.

    Nur dass die Geschichte an sich eben schon sehr simples Schwarz-Weiß ist, finde ich manchmal schade. Einzelne Figuren werden mal korrumpiert und Gollum ist wirklich mal ein ambivalenter Typ, aber ansonsten fühlt sich das für meinen Geschmack manchmal etwas zu idealisiert an.

    Gute Frage... ich lese Rezensionen meistens in der ZEIT weil ich die eh' habe, da geht's dann eher selten um Buecher die ich zur Unterhaltung lesen wuerde. Ich wuerde nicht jedes Blog als 'Rezension' verstehen, wie Sensenbach geschrieben hat geht's da schon um Expertenwissen.

    Hierüber habe ich in den letzten Wochen noch eine Weile nachgedacht und auch ein, zwei Rezensionen zu einem Buch angeschaut, das nicht so tolle Lesermeinungen bekommen hat. Eine war aus der FaZ und da hat sich die persönliche Meinung wirklich sehr im Hintergrund gehalten und war höchstens implizit zu spüren. Außerdem gab es da so eine Stelle, die bei mir hängen geblieben ist:

    Was Reif Larsen, der mit seinem Debüt „Die Karte meiner Träume“ vor acht Jahren international Erfolge feierte, in seinem zweiten Roman „Die Rettung des Horizonts“ auffährt, kann sich sehen lassen. Und fühlen und riechen und schmecken, wie es die Creative-Writing-Schulen amerikanischer Prägung empfehlen: Lass deine Helden ihre Welt mit einem der Sinne besonders eindrücklich erleben, heißt es da. Und statte sie mit kulturellen Eigenheiten aus, die sprachliche und motivatorische Evidenz begründen.

    Habe die Rezension, falls Interesse besteht, mit verlinkt.

    Jedenfalls fand ich die Information darüber, wie Schreibworkshops funktionieren und dass man das dem Buch anmerkt, sehr interessant. In einem Interview mit David Mitchell hatte dieser beispielsweise mal aus The Eagle of the Ninth von Rosemary Sutcliff vorgelesen, weil man ihn nach Lieblingsbüchern gefragt hat. Er meinte dazu dann noch sowas wie "Es ist wirklich toll geschrieben - und! Man merkt ihm keine Schreibworkshops an."

    Manche Leute sind es ja müde, dass Filme aus Hollywood so eine bestimmte Dramaturgie haben, die man immer und immer wieder erlebt, wenn man nur Hollywood schaut. Und bei Büchern scheint das ganz ähnlich zu sein. Manche Leute sehnen sich wohl danach, dass eine Geschichte mal nicht so erzählt wird, wie es gelehrt wird und als ideal gilt. Und das ist dann wirklich eine Experteninfo, die ich nicht von jedem Leser erwarten kann. :hmm:

    Nachtrag: Rezensionen in Zeitungen halten sich da dann wohl ein einen journalistischen Standard oder etwas in der Art, nehme ich an. Rezensionen, die ich außerhalb so einen Rahmens gesehen habe, die unterscheiden sich davon schon ein ganzes Stück. Schade eigentlich.

    Als Hörbuch in zwei Tagen angehört: Der Mittagstisch von Ingrid Noll, gelesen von Anna Schudt.

    Man kann das Buch sicher als einen Krimi sehen, denn es gibt Tote, aber das hier ist keine Detektivgeschichte in dem Sinne. Mehr sag ich nicht, das wäre sonst gespoilert. :P


    Die Geschichte handelt von Ich-Erzähler Nelly, einer alleinerziehenden Mutter von zwei Kindern, die sich mit einem illegalen Gastronomiegewerbe gerade so über Wasser hält. Andere Leute Zahlen, um bei ihr zu Mittag zu essen. Doch nicht alle Kunden sind ihr freundlich gesinnt, und Nellys Bemühungen um neue Liebe gehen furchtbar schief ...


    Ja, ein heiteres Buch mit liebenswürdigen Figuren (Kinder und eine Katze und auch ein Hund!), das einem nicht wehtut und das man sicher gut in einem Urlaub lesen kann. :) Schöne Unterhaltung, leichte Lektüre.


    Das Ende war aber unerhört!


    Und schön geschrieben ist es eben auch. Handwerklich gibt es wirklich nichts zu meckern.

    Vorgelesen wurde es auch sehr kompetent.

    Damit kann ich es einfach grundsätzlich empfehlen, wenn man mit Krimis etwas anfangen kann.

    Komisch, hatte die eben auch :hmm: Vorher aber gar nicht


    Poltergeist


    Der Füller kratzte über das frische Papier, die Tinte floss, ließ sich von den Zellstoffporen aus dem verzierten Füller ziehen und sickerte im papierenen Boden ein, doch der Linkshänder wischte linksnachrechts den frischgeschriebenen Namen faserig in die Breite. Der General hatte mit der Hand nicht so sehr aufdrücken wollen, doch ich hatte andere Pläne und er konnte dagegen nichts tun. Da die Handschrift nicht mehr zu lesen war, musste das Formular neu gedruckt und ausgefüllt werden; ich nutzte die Gelegenheit, dem General die Schnürsenkel zusammenzuknoten – er hätte Ersatz im Armeebestand gefunden – und dem Waffenhändler die seinen, ledernen, durchzutrennen.
    Der Handel wurde handschlägig besiegelt, der General stolperte im Weggehen, sehr zur Belustigung der Anwesenden, von denen niemand zu lachen wagte. Die Raketenwerfer wurden bestellt, bezahlt und geliefert. Nichts, was in meiner Macht stand, konnte das verhindern. Einen Menschen mag so etwas ermüden. Ich jedoch werde meiner Tätigkeit nicht müde.

    Ich habe mich entschieden, an einem Buchclub teilzunehmen. Kommenden Monat lesen wir dort Der Meister des Jüngsten Tages von Leo Perutz.

    Laut Buchrücken hat jemand die Geschichte als das Ergebnis einer Affäre von Franz Kafka mit Agatha Christie bezeichnet - da ich beide nicht gelesen habe (Gut, Kafka zumindest nicht mehr seit dem letzten Deutschunterricht), habe ich nur eine vage Vorstellung, was das bedeuten könnte.

    Es handelt sich hier wohl um einen Krimi bzw. einen Thriller, der in Wien spielt. Es kam zu einer Reihe rätselhafter Selbstmorde ohne jedes Motiv, und schließlich gerät auch der Ich-Erzähler, Baron von Yosch, in den Kreis der Verdächtigen.


    Was mir bisher auffiel: Scheinbar ohne Ankündigung wechselt der Text zwischen Präsenz und Präteritum hin und her. Zuerst ist mir das gar nicht aufgefallen, nun kann ich es nicht mehr übersehen. Nur die Absicht dahinter ist nur noch nicht klar ... :hmm:


    Ich habe noch nicht viel gelesen, aber man spürt sehr schnell, dass zwischen den Figuren Verstrickungen herrschen, die sich noch offenbaren werden. Das Buch saugt einen sehr schnell in die Seiten, und es verliert keine Zeit mit plot-irrelevanten Details. Hier will man nicht das Vorkriegs-Danzig rekonstruieren, sondern eine Geschichte vertellen. Ich habe bisher das Gefühl, dass da etwas bereits falsch läuft und möchte natürlich wissen, was da los ist. Das ist sehr gut gemacht.


    Die Prosa ist auch sowohl schon und elegant, als auch effizient und einfach lesbar. Im Prinzip das ideal. :) Nur diese Zeitformen sind mir (noch) ein Rätsel.

    So, ich nehme mir diesen Part heute noch vor, ab dann warte ich auf deine Überarbeitung des nächsten Abschnitts und die Fortsetzungen :)

    So, dann beginne ich also das aktuelle Kapitel, wovon ein Teil nochmal überarbeitet werden soll :hmm: Dwan und Björn gibt es also weiterhin und sie spielen wohl eine Rolle. Ich wäre nicht überrascht, wenn dieses mächtige Artefakt der Reif bzw. Ring ist, den Tjelvar gegriffen hat und hinter dem die Draugar wohl her waren.

    Mir fällt auch auf, wie sehr Walter Moers in "Rumo und die Wunder im Dunkeln" auf die nordische Mythologie zurückgegriffen hat. :hmm: Viele Namen, die hier auch fallen (Hel beispielsweise), hat er auch verwurstet. Ist natürlich auch irre cool, also warum nicht daraus schöpfen? :D